Von den Anfängen bis zur Erschließung der Solequellen

Vor 1000 Jahren bildete die Saale noch die Grenze zu den slawischen Siedlungsgebieten. Dann war sie die Grenze zwischen der Landgrafschaft Thüringen und der Mark Meißen. Inmitten dieser weltlichen Herrschaften kamen das Bistum Naumburg-Zeitz und das Zisterzienserkloster St. Marien zu Pforte zu weltlichen Besitz. Das Nebeneinander und Miteinander der Kirchen und der Landesherrschaften, deren Entwicklung und die sie prägenden historischen Persönlichkeiten sind Gegenstand des 1. Teils der Chronologie. Allerdings spielt die Ortsgeschichte Kösens hier nur eine untergeordnete Rolle. Nichtsdestoweniger sind die Daten und Fakten wichtig für das Verständnis der Entwicklung dieser Region vom Hochmittelalter bis zum Ende des 17. Jahrhunderts.

vor 900

Nach der Zerschlagung des Thüringer Reiches durch die Merowinger (531) gehörte das Gebiet zwischen dem Harz, der Saale und dem Thüringer Wald als „Orientalis Franci“ zum fränkischen Imperium. Mit der von Karl dem Großen 782 erlassenen Grafschaftsverfassung wurde die Verwaltung des Reiches der Karolinger geordnet. Mit den Verwaltungsbezirken wie dem Hassegau (Allstädt, Memleben, Roßbach, Merseburg), dem Helmegau (Nordhausen, Kyffhausen, Tilleda, Artern), dem Nabelgau und dem Ilmengau wurden fränkische Gefolgsleute belehnt und in den Dienstadel erhoben. Als Vertreter der Krone übten sie die Gerichtsbarkeit aus, sorgten für die Eintreibung der Abgaben, den Schutz der Reichsgrenze sowie der Kirche. In den Grenzgauen entlang der Saale wurden Übergriffe der Slawen verhindert bzw. diese durch eigene Unternehmen niedergehalten. Nebenher förderten die Gaugrafen die Ansiedlung fränkischer Königsbauern, die nach und nach in der alteingesessenen Bevölkerung aufgingen.

Die Christianisierung Thüringens ging vom Erzbistum Mainz aus. Einer der namhaftesten Missionare war Bonifatius. Im Verlauf des 9. Jahrhunderts kamen in Thüringen die Klöster Hersfeld und Fulda zu umfangreichen Besitz und Einkünften, die die Krone und Adlige zu ihrem Seelenheil stifteten. In den Zehntverzeichnissen von 899/900 finden sich die frühesten schriftlichen Hinweise auf Ansiedlungen wie Benndorf (Bebendorf), Hassenhausen (Hassenhuseno marca), Lißdorf (Luzuchesdorfeno marca) Spielberg (Spiliberc), Stendorf (Steindorf), Kleinheringen (Heringa), Gernstedt (Garostat 957) und Möllern (Melre 998).

839 wurde das Land zwischen Werra, Saale und Harz als „ Ducatus Thoringiae cum marchis suis“ in den Fuldaer Annalen bezeichnet. Die Saale der „Limes sorbicum“ bildete die Grenze zu den Westslawen, auch Wenden, Sorben oder Reußen genannt. Zahlreiche Ortsnamen mit den slawischen Endungen -itz-, -itze-, -zik weisen noch heute darauf hin. Doch auch westlich der Saale gab es slawische Siedlungen wie Taugwitz, Pomnitz, Zäckwar, Gößnitz oder die später wüst gewordenen Dörfer Tauschwitz, Thesnitz und Rostewitz.

Als in der Mitte des 9. Jahrhunderts die Macht der Karolinger schwand, erhoben sich ostfränkische Grafen zu Herzögen zunächst Thakulf (dux Thuringorum), Poppo (comes et dux Sorabicus limitis) und seit 892 Burkard. Nach und nach erlangten auch die übrigen Gaugrafen eine weitgehende Unabhängigkeit von der Zentralmacht, die sie zum Ausbau ihrer Hausmacht nutzten.

Nördlich an Thüringen grenzte das Stammesherzogtum der Sachsen. Sie wurden in blutigen Kriegen zu Beginn des 9. Jahrhunderts von Karl dem Großen unterworfen und zum Christentum bekehrt. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich vom Niederrhein bis zur Unterelbe. Der Harz und das heutige Mansfelder Land bis zur Saale bei Halle bildete die südliche Grenze. Durch die Mitgift aus seinen beiden Ehen mit den Töchtern thüringisch-fränkischer Grafen erweiterte sich das Familiengut des sächsischen Herzogs Heinrich bis an Unstrut und Saale, dem Friesenfeld, dem Helme- und dem Hassegau. Heinrich betrachtete sich nun auch als rechtmäßiger Herzog von Thüringen. Diese Stellung war dann auch der Anlass, dass ihm die übrigen ostfränkischen Herzöge (Bayern, Schwaben, Ost-Franken, Lothringen) die Königskrone antrugen. Als (zweiter) deutscher König fiel ihm nun auch das Krongut in (Ost)-Franken und Thüringen zu. Unter Heinrich entstanden hier bedeutende Pfalzen und Königshöfe, darunter Memleben, Tilleda, Balgstädt, Allstedt, Vargula bei Erfurt, die Altenburg bei Eckartsberga, der Kapellenberg bei Kleinjena und entlang der Saale die Königshöfe Dornburg, der Kirchberg bei Jena, Orlamünde und Saalfeld. Mit der Verwaltung wurden sächsische Gefolgsleute aber zunehmend auch loyale alteingesessene thüringisch-fränkische Adelige betraut. Damit schwand das Mißtrauen, das diese gegenüber den „stammesfremden“ Sachsen hegten und die Angst, dass diese ihnen die Privilegien aus dem 802 erlassenen „Lex Thuringorum“streitig machen könnten.

 

903

            Burkard wird Herzog der Sorbenmark (Allg. Geschichte, Rothe 220).

Burkard, Begründer der Bucconendynastie, Herzog der „marchio Thuringiorum“, vom letzten Karolingerkönig Ludwig, dem Kind (899-911) als „fideles, primates regni nostri“ bezeichnet, wurde mit slawischen Gebieten rechts der Saale belehnt.

908/909

             Erster Einfall der Ungarn (J. Binhard, Thür. Chronica).

Aus der pannonischen Ebene kommend, zogen die Reiterscharen durch Bayern und Franken und entlang von Saale und Werra nach Norden. Ein thüringisch-sächsisches Stammesaufgebot wurde bei Eisenach geschlagen, wobei Herzog Burkard fiel. Thüringen wurde verheert. Die Situation nutzte der Sachsenherzog Otto, der Erlauchte und brachte das Erbe der Söhne Burkards im Grabfeld an sich und nannte sich Gaugraf von Südthüringen.

909

             Heinrich, der Sohn Herzog Ottos heiratet Mathilde von Wallhausen (Allg. Gesch.).

Zu ihrer Mitgift gehörte ein Teil des Helmegaues an der mittleren Unstrut. Aus seiner ersten Ehe mit Hatteburg, der Tochter des Grafen Erwin von Merseburg, gehörte ihm bereits ein Teil des Hassegaues. Zwischen Wallhausen, dem Geburtsort des späteren Kaisers Ottos des Großen und Merseburg entstanden zahlreiche Pfalzen und Königshöfe, deren Verwaltung einem Pfalzgrafen übertragen wurde.

911

            Krönung des ersten ostfränkischen Königs Konrad I. (Allg. Gesch.).

Das Unvermögen des letzten Karolingers Ludwig, der unter der Vormundschaft des Mainzer Erzbischofs Hatto stand, führte dazu, dass sich die Herzöge einen König aus den eigenen Reihen wählten.

912

            Tod des Sachsenherzogs Otto, der Erlauchte (Thietmar v. Merseburg I/7)

Sein Sohn und Nachfolger Heinrich nannte sich „Saxonum et Thuringorum praepotens dux“, und machte damit seinen Anspruch auf Thüringen geltend. 916 erkannten ihn die thüringischen Gaugrafen an, womit er mit König Konrad in Konflikt geriet, dem ja die thüringische Kronkolonie zustand.  

913

             Zweiter Ungarneinfall (Allg. Gesch.).

Ein Aufgebot des Bayernherzogs Arnulf verhinderte das weitere Vordringen.

915

            Dritter Ungarneinfall (J. Binhard)

Erneut wurden Sachsen und Thüringen verheert und nur durch hohe Tribute konnte König Konrad die Ungarn zur Umkehr bewegen.

919

            Königskrönung des Sachsenherzogs Heinrich I. (Allg. Gesch.).

Heinrich sollte nach dem Willen König Konrads der „dux consensu Francorum, Allemanorum, Bavarorum, Thuringorum et Saxonum rex eliguitur“ sein, doch zunächst wurde er nur vom fränkischen, thüringischen und sächsischen Adel anerkannt. Der Sage nach erhielt Heinrich die Krone am Vogelherd bei Quedlinburg. Durch eine kluge Politik erreichte er dann auch die Anerkennung der Herzöge von Schwaben und Bayern und letztendlich auch die des Herzogs von Lothringen. Heinrich war der Begründer der Ottonendynastie.

924

            Erneuter Ungarneinfall (J. Binhard/Döring).

Durch die Freilassung eines gefangenen ungarischen Adligen und dem Versprechen jährlicher Tributzahlungen, gelang es Heinrich I. einen Friedensvertrag für 9 Jahre abzuschließen. Diese Zeit nutzte er für den Ausbau der Reichsverteidigung. Neben dem Aufbau einer schlagkräftigen Panzerreiterei wurde die Burgwardverfassung eingeführt. Dazu wurden die Gaue aufgeteilt und in jedem Bezirk eine zunächst noch einfache hölzerne Verteidigungsanlage errichtet. Für den Bau und die Unterhaltung wurde die zum Burgward gehörende Bevölkerung herangezogen. Jeweils 8 männliche Einwohner hatten einen Krieger samt Bewaffnung, Ausrüstung und Verpflegung zu stellen. Daraus rekrutierten sich die Panzerreiterei und das die Verteidigungsanlagen zu besetzende Fußvolk. Die Burgherren wurden in den Dienstadel erhoben, erhielten den Burgward als Dienstlehen und durften die Vogtei ausüben.  

928/929

           Kriegszug Heinrich I. gegen die Wenden (Allg. Gesch., Spalatin).

Der Zug war eine Generalprobe für die neu geschaffenen militärischen Einheiten. Nach der siegreichen Schlacht bei Lenzen wurde Meißen gegründet, ein vorgeschobener   befestigter Posten auf dem rechten Ufer der Elbe gegen die Stämme der Dalmenitzer und Milzener. Die Niederschlagung der Wenden verhinderte gleichzeitig, dass die Ungarn von den slawischen Stämmen unterstützt würden.

932     

            Heinrich I. verweigert den Ungarn weitere Tributzahlungen (Allg. Gesch., Binhard).

Mit der Übergabe eines räudigen Hundes, dem man die Ohren und den Schwanz abgeschnitten hatte, wurde der Frieden auf drastische Weise aufgekündigt.

933

  1. Mär. Schlacht an der Unstrut (Allg. Gesch., Rothe, Binhard).

Weil die Unterstützung der Dalmenitzer ausblieb, gelang es den sächsischen Panzerreitern einzelne Abteilungen der umherschweifenden Ungarn zu vernichten. Inzwischen hatte Heinrich das Reichsaufgebot zusammengezogen, das die Ungarn an der Unstrut bei Riade (Kalbsrieth?) stellte. Weitere Siege gelangen bei Jechaburg, einem Ortsteil von Sondershausen und bei Merseburg (am Keuschberg bei Dürrenberg).

936          

  1. Aug. Krönung Otto I. in Aachen (Allg. Gesch.).

König Heinrich war in seiner Lieblingspfalz Memleben/Unstrut verstorben. Zuvor hatte er eine „Hausordnung“ erlassen, die dem erstgeborenen Sohn die alleinige Thronfolge sicherte. Otto I. huldigten die Herzöge von Bayern, Schwaben und Lothringen sowie der gesamte fränkische, sächsische und thüringische Adel.

  1. Sep. Schenkung Otto I. an das Nonnenklosters Quedlinburg (Allg. Gesch.).  

Zum Gedenken an seinen Vaters überließ Otto I. dem von seiner Mutter Mathilde gestifteten Kloster zahlreiche Besitzungen aus dem Krongut, darunter Einnahmen aus der Pfalz Dornburg (Dobenecker Bd. 1, Nr. 354), Güter und Zinsen in Rehehausen, Hassenhausen, Darnstedt und Sulza, einen Wald am westlichen Saalehang zwischen den Dörfern Döben (oberhalb von Lengefeld) und der Gemarkung des unteren Dorfes Fränkenau am Nikolausberg. Daran erinnert noch der Flurname „Äptisches-(Äbtissinnen)-Holz“.  

937

            Belehnung Geros mit der sächsischen Mark durch Otto I. (Allg. Gesch.)

Gero (*900), ebenfalls aus dem sächsischem Grafengeschlecht der Luidolfinger stammend, folgte dem verstorbenen Markgrafen Siegfried. Zur (ost)sächsische Mark gehörten die slawischen Siedlungsgebiete östlich der Mittelelbe und der Saale, das heutige Sachsen, das südliche Sachsen-Anhalt, Ostthüringen und die Niederlausitz. Mit dem Gebiet nordöstlich der Elbe bis zur Oder wurde Graf Hermann Billung belehnt.

Zur Sicherung der Gebiete wurden an den Flußläufen einfache, von Palisaden umgebene Wallanlagen errichtet in denen die sächsisch-thüringischen Aufgebote Schutz und Unterkunft fanden. Zum Bau und zum Unterhalt der Besatzungen wurde die slawische Urbevölkerung herangezogen.  

938

            Belehnung Geros mit der Grafschaft Merseburg (TvM II/2)

Merseburg und das übrige Allodial der Ottonen im Hasse- und Helmegau bildeten später die Pfalzgrafschaft Sachsen.

945

  1. Mai Schenkungsurkunde Otto I. (Dobenecker Urkundenbuch 1/366).

Markgraf Gero erhielt das Dorf Tribunice (das heutige Flemmingen), trans Salam fluvium (jenseits der Saale) im comitatu Thietmari (der Grafschaft Dietmars) in pago lingua Sclavorum Zitice nominato (im Gau, welcher in slawischer Sprache Zeitz genannt wird).

947/48

            Beginn der Christianisierung der Elbslawen (Allg.Gesch.)

Ausgangspunkt war das Kloster zum Heiligen Mauritius in Magdeburg. In dem Gebiet östlich der Elbe wurden von Otto I. die Bistümer Brandenburg und Havelberg eingerichtet.

951

  1. Juli Schenkungsurkunde Otto I. (Dob. 1)

Markgraf Gero erhielt Land im Gau Serimunt in der Grafschaft Thietmars.

955

  1. Aug. Sieg Otto I. über die Ungarn auf dem Lechfeld (Allg. Gesch.)

Dem Reichsaufgebot und der Panzerreiterei gelang ein vernichtender Schlag. Nun war die Ungarngefahr dauerhaft gebannt. Zum Schutz der Flanke vor den Einfällen der Slawen waren die Sachsen nur mit einem kleinen Aufgebot beteiligt.

  1. Okt. Sieg Ottos über die slawischen Obodriten (Allg. Gesch.)

Zur weiteren Festigung der Macht in dem Gebiet zwischen Elbe und Oder begann der Bau zahlreicher Befestigungsanlagen.

961

            Schenkungsurkunde Otto I. (Allg. Gesch.)

Dem von ihm gestifteten Moritzkloster in Magdeburg überließ Otto im Gau Nedlice, die Burg Giebichenstein und die „süßen und salzigen“ Wasser in deren Umgebung. Der erste gesicherte Nachweis auf Solevorkommen am Mittellauf der Saale.

962

            Kaiserkrönung Otto I. (Allg. Gesch.).

Die Heirat mit Adelheid, der Witwe des italienischen Königs, die über zahlreiche Besitzungen verfügte, führte Otto nach Italien, zunächst zur Sicherung des Erbes seiner Gattin, aber bald schon mischte er sich in die Machtkämpfe zwischen den weltlichen Herrschern und dem Papst. Ganz in der Tradition Karls des Großen ließ er sich schließlich zum Kaiser krönen. Nun standen das „Römische Reich“ und die Auseinandersetzungen mit dem Papsttum im Mittelpunkt der imperialen Politik der Ottonen. Dem folgten dann auch die Salier und Staufer. In ihrer Abwesenheit sollte ein Reichsverweser die königlichen Interessen nördlich der Alpen wahren, in Wirklichkeit nutzten die Stammesherzöge, sowie der Adel und der Klerus jede Gelegenheit, ihre Hausmacht zu Lasten der Krone zu erweitern.

Nach seiner Krönung bat Otto I. Papst Benedikt XII. Magdeburg zum Erzbistum zu erheben und in Merseburg ein Bistum zur Bekehrung der heidnischen Sorben einzurichten. Der Papst erteilte hierzu am 21. Februar die Genehmigung (Dob. Bd. 1/419)

963

            Gero beginnt mit der Eroberung der Lausitz (TvM II/14).

Von Meißen als vorgeschobener Brückenkopf   erfolgte der Vorstoß nach Norden über die Elbe in die slawischen Gaue Selpuli und Lusizi.

965  

  1. Mai   Tod Markgraf Geros (Allg. Gesch.).

Otto I. teilte die (ost)sächsische Mark auf. Nordöstlich der Elbe entstand die Nordmark (Kernland der Mark Brandenburg), östlich davon bis zur Oder die Mark Lausitz, mit der Graf Hodo I. belehnt wurde. Zwischen Saale, Elbe und Erzgebirge entstanden die Marken Merseburg, Meißen und Zeitz. Mit der Mark Merseburg (Gau Chutizi) wurde der thüringische Graf Günter (geb. 949), der Begründer der Dynastie der Ekkehardiner belehnt, Meißen ging an Wigbert, Zeitz an Wigger. Nach Naumann (1924) gehörten zur Mark Zeitz die Gaue Orla, Sluppenice, Weitaha, Tucherin, Puonzowe, Geraha, Plisna, Dobno und Zwickowe.

967

    20. Apr. Urkunde Papst Johannes XIII. (Naumburger Urkundenbuch NUB, Nr. 1, Dob. Nr. 438 f.)

Auf der Synode zu Ravenna wurde die 962 unter Benedikt XII. erteilte Genehmigung zur Gründung des Erzbistums Magdeburg bekräftigt, konkretisiert und erweitert. Dem von Otto I. eingesetzten und vom Papst geweihten ersten Erzbischof Adalbert wurden die zur Heidenmissionierung gegründeten Bistümer Merseburg, Meißen und Zeitz (Cici) zugewiesen. Die Einsetzung (Investitur) der Bischöfe behielt sich Kaiser Otto vor und machte damit deutlich, dass er nicht nur die weltliche Führung im Heiligen Römischen Reich beanspruchte, sondern auch den geistlichen Führungsanspruch für sich reklamierte.  

968

  1. Okt. Das Kloster Bibra kommt an das Erzbistum Magdeburg (Dob. 1/438 u. 439).

Die Urkunde stellte Kaiser Otto I. in Ravenna aus.  

  1. Feb. Stiftung des Erzbistums Magdeburg (Allg. Gesch. Dob. 1/442-444)

Nach dem Tod des Bischofs von Halberstadt und des Erzbischofs von Mainz setzte Otto hier seine Favoriten ein. Aus „Dankbarkeit“ überließ der Halberstädter Bischof Hilliward mit Einwilligung des Mainzer Erzbischofs einen Teil seines Bistums dem Erzbistum Magdeburg.  

Der Sprengel, in dem das Erzbistum den Kirchenzehnt erheben konnte, umfasste das Gebiet entlang des „Friedrichwegs“ zwischen Ohre, Elbe und Bode, sowie Teile des Hassegaues von der „Bösen Sieben“, einem Flüßchen zum Süßen See, über den Salzigen See bis zur Saale und das Gebiet der unteren Unstrut bis zur Helme mit Wallhausen (TvM II/20).

     Okt. Päpstliche Bestätigung des Erzbistums und der angeschlossenen Bistümer (Dob. 1/440 f).

Johannes XIII. bekräftigte in Gegenwart Ottos I. die Erhebung der Magdeburger Kirche zum Erzbistum über das ganze Volk der Slawen jenseits von Elbe und Saale und erlaubte dem Erzbischof die Weihe der Bischöfe von Brandenburg (Thietmar) und Havelberg (Tudo), sowie der   Bistümern Zeitz, Merseburg und Meißen. Der Vertraute Otto I. der Missionar Boso wählte das ruhige, weil gut gesicherte Merseburg. Meißen kam an Burchard und der Unruheherd Zeitz an Hugo. Gleichzeitig verpflichteten sich die Markgrafen Wigger, Wigbert und Günther zum Gehorsam gegenüber dem Erzbischof und dem Schutz der Diözesen in ihrer Mark.

   Dez. Weihe der Bischöfe von Zeitz, Merseburg und Meißen (Germ. Sacra 1).

970

            Bischof Boso von Merseburg verstirbt (TvM II/36)

Boso gehörten Besitzungen und Einkünfte aus dem Krongut, darunter Äcker in Mimenlevo (Memleben), Thorburg (Dornburg) und Kirberg (Kirchberg bei Jena), außerdem die Burg Medeburn im Gau Chutizi (Magdeborn b. Leipzig). Bei Zeitz gründete er das Kloster Posa (Bosau). Die Nachfolge trat Giselher an.

971

            Die Pfalz Thorburg (Dornburg a.d. Saale) brennt nieder (TvM II/35).

973

  1. Mai Otto I. verstirbt in der Pfalz Memleben (Allg. Gesch.)

Er stand im 62. Lebens- und im 37. Regierungsjahr. In dieser Zeit herrschte er unangefochten über das Stammesherzogtum Sachsen, das Herzogtum Franken und das Kronland Thüringen und dehnte den Machtbereich über Elbe und Saale bis an die Oder aus. Zum König wurde sein gleichnamiger Sohn Otto II. (geb. 955) gekrönt.

974

           Schenkungsurkunde Otto II. (Dob. 1/ 469).

Das Bistum Merseburg erhielt einen Forst im Gau Chutizi, zwischen Saale und Mulde in den Ländern Sinsili und Plisni (Pleißenland), Teil der Mark Merseburg von Markgraf Günther. Damit kam nun auch die Kirche zu eigenen Landbesitz östlich der Saale. Allerdings mußte sich der Klerus bei weltlichen Geschäften noch der weltlichen Gerichtsbarkeit der Vögte und Advokaten bedienen.    

975

  1. Juni Diplom Otto II. für den Zeitzer Bischof (Dob 1/480).

Hugo wurde die Aufsicht über die Kirchen in Zeitz und Altenburg sowie über weitere 36 Pfarreien in den Gauen Plisni, Ponzawa, Ducharin, Weta, Geraha, Dohna, Strubenice und Wisenta bestätigt. Damit reichte die Diözese vom Thüringischen Schiefergebirge bis Weißenfels, ostwärts bis über die Mulde und im Südosten bis zum Kamm des Erzgebirges. Später beteiligten sich hier die Bischöfe auch an der Ausbeutung der Silberbergwerke.

976

            Schenkungsurkunde Otto II. (Dob. 1/ 485).

Das Bistum Zeitz erhielt aus dem königlichen Krongut die Burgen in Zeitz und Altenburg mit dem dazugehörigen Burgward.    

            Schenkung Otto II. an das Bistum Merseburg (TvM III/1)

Giselher erhielt die Abtei Pöhlde/Harz, die Burg Zwenkau und Wälder in den Gauen Siusuli und Plisni zwischen Saale und Mulde.

977

            Einfall eines böhmischen Heeres in der Markgrafschaft (Germania Sacra 1).

Unter Führung des Wettiner Grafen drangen die Böhmen bis nach Zeitz, Bischof Hugo floh.

981

  1. Sep. Auflösung des Bistums Merseburg (Dob. 1/, TvM III/11-13-16)

Um die Nachfolge des verstorbenen Erzbischofs Adalbert bewarb sich der Merseburger Bischof Giselher. Im Fall seiner Wahl hatte er die Auflösung seines Bistums und die Aufteilung der Einkünfte und Besitzungen den Bischöfen von Halberstadt, Meißen und Zeitz versprochen. Der Papst bestätigte im Einvernehmen mit dem gerade in Rom weilenden Kaiser Otto II. die Nachfolge Giselhers und die Auflösung seines Bistums. Der Zeitzer Bischof Friedrich (979-990) erhielt die merseburgischen Stiftsgüter in den Gauen Plisni, Vedu und Tucherini (Pleißen-Wethau-Teuchern).

982

            Vereinigung der Marken Merseburg, Meißen und Zeitz (Allg. Gesch.).

Nach dem Tod Markgraf Günters von Merseburg (982), der seit dem Tod des Markgrafen Wigger (981) auch die Zeitzer Mark zum Lehen trug und des Markgrafen Thietmar von Meißen (979) wurde Rikdag, ein sächsischer Feudalherr aus dem Harzgau mit der zur marchia misenensis vereinten Marken belehnt. Rikdags intensivierte die Unterwerfung und Christianisierung der Slawen.

983

            Slawenaufstand (Allg. Gesch., Binhard, TvM III/17).

Die Stämme nördlich und östlich der Elbe (Lutizen, Obodriten und Heveller) zerstörten die Bischofssitze Brandenburg und Havelberg, vertrieben den Klerus und die sächsischen Besatzungen und erlangten für 150 Jahre wieder ihre Unabhängigkeit. In der Mark Meißen konnte Markgraf Rikdag den Aufstand niederschlagen.

  1. Dez. Tod Otto II. in Rom (Allg. Gesch.).

Ihm folgte sein unmündiger Sohn Otto (III.) dessen Onkel, der Bruder Otto II. Herzog Heinrich von Bayern sich die Vormundschaft sicherte und gleichzeitig eigene Ansprüche auf den Thron erhob. Dagegen wandten sich die Witwe Otto II. die byzantinische Prinzessin Theophanu und deren Schwiegermutter Mathilde, die Witwe Otto I.

984

            Die Burg Meißen wird von den Böhmen erobert (Allg. Gesch.).

Herzog Heinrich von Bayern hatte den Böhmenherzog Boleslav II. zum Einfall in die Mark Meißen bewogen, um so seinen Ansprüchen auf die Königskrone Nachdruck zu verleihen.

  1. Juni Reichstag im thüringischen Ort Rohr (Allg. Gesch.).

Nachdem es gelang, die Stammburg des Grafen Wilhelm von Weimar, eines Parteigängers des Bayernherzogs, zu erobern, mußte sich Heinrich dem Spruch des Reichsgerichts beugen und den Thronfolger seiner Mutter Theophanu übergeben, die nun selbst die Vormundschaft übernahm. Maßgeblichen Anteil hatte der von Otto II. mit der Mark Thüringen belehnte Ekkehard (I.). er war der Sohn des Markgrafen Günther von Merseburg. Seine Mutter Dubrowka war eine Tochter des Böhmenherzogs Boleslaw I. Er heiratete Suanhilde, die Witwe Thietmar I. (Markgraf der Ostmark, gest. 978), eine Tochter Hermann Billungs und Schwester des Herzogs Bernhard von Sachsen. Der Stammsitz der Familie war der Kapellenberg oberhalb von Kleinjena. Unterhalb der mit einem einfachen Wall umgebenen Anlage lag die „urbs geni“ eine Kaufmannssiedlung.  

             Markgraf Rikdag verstirbt (Allg. Gesch.)

Die Mark Meißen beanspruchte nun der Polenherzog Mieszko für seinen Sohn Boleslav, der mit einer Tochter Rikdags verheiratet war.

985     

             Graf Ekkehard (I.) wird mit der Mark Meißen belehnt (TvM IV/6/39).

“Ekkihardus, ex nobilissimis Thuringiae australis natalibus huis genealogica ortum ducens” „marchio amabilis“ oder „summus consiliarius“ wie ihn später Otto III. nannte

Als Markgraf von Thüringen und Meißen hatte Ekkehard I. eine ansehnliche, den Herzogtümern gleichkommende Machtbasis. Der Eigenbesitz erstreckte sich nun auch rechts der Saale im Gau „Weithaha“ von Schönburg entlang der Wethau bis Osterfeld.

986

           Kriegszug Otto III. zur Unterwerfung der Elbslawen (Allg. Gesch.)

An der Seite des minderjährigen Otto leitete Ekkehard den Feldzug. Sein Verbündeter war hier der Polenherzog Mieszko I. Es gelang ihnen, die Meißen besetzt haltenden Böhmen unter Boleslav II. zu vertreiben. Nach der Wiedereinsetzung des Bischofs Folkold erhielt Ekkehard I. die Burglehen von Meißen, Strehla und Rochlitz.

990

           Feldzug gegen den Böhmenherzog (TvM IV/11).

Diesmal bat der Polenherzog Miezcko I. (gest. 992) um Unterstützung gegen die Böhmen. Theophanu entsandte daraufhin ein Aufgebot an deren Spitze der Erzbischof Giselher, Markgraf Ekkehard und Graf Sigfried, der Vater Thietmars v. Merseburg, des späteren Bischofs von Merseburg standen.

991/992

            Otto III. zieht gegen die Luitizen und Obroditen (TvM Anh.).

Erneut kämpften der Polenherzog Mieczko und nach seinem Tod sein Sohn Boleslav I. Chobry an der Seite Otto III. Boleslav, der Schwiegervater Rikdags festigte dabei seinen Einfluss in der Lausitz und im Milzener Land.

993

            Schenkungsurkunde Otto III. (Dob. 1/ 561).

Markgraf Ekkehard I. wurden das Dorf Holzhausen östlich der Saale, der Burgward Keuschberg (bei Dürrenberg) und Schkölen zum Lehen gegeben.

997/998

            Markgraf Ekkehard I. begleitet Otto III. nach Rom (TvM IV/30).

Unter seiner Führung wurde die Engelsburg erstürmt, und der sich dort verschanzt haltende weltlichen Herrscher Roms Crescentius gefangen genommen und getötet. Damit festigte Ekkehard seine Position bei Otto III.

  1. Nov. Schenkungsurkunde Otto III. (Dob. 1/585).

Das Kloster Memleben erhielt Reichsgüter u.a. in Melre (Möllern).

999

            Anerkennung des Polenherzogs durch Otto III. (TvM Anh.)

Nach dem Vasalleneid erhob Otto III. Boleslav Chobry zum Herzog, was den Unmut des sächsischen Adels hervorrief.

1000

            Otto III. visitiert die Mark Meißen (TvM IV/45).

In Zeitz traf er mit Bischof Hugo II. zusammen, begab sich dann nach Meißen zu Bischof Eged und reiste in Begleitung Markgraf Ekkehards an den Hof des Polenherzogs.

1002

  1. Jan. Kaiser Otto III. verstirbt im Alter von 21 Jahren in Paterno (Allg. Gesch.)

Da er keinen Erben hinterließ, gab es gleich mehrere Thronanwärter.

  1. Apr. Ermordung Markgraf Ekkehard I. im Kloster Pöhlde (TvM IV/52)

Nach Otto III. Tod trafen sich die Großen der sächsisch-thüringisch-fränkischen Gaue in Frohse, einem Gut des Grafen Guncelin, dem Bruder Markgraf Ekkehards. Hier berieten Erzbischof Giselher von Magdeburg, Herzog Bernhard von Sachsen, die Markgrafen Lothar (Nordmark), Ekkehard I. (Thüringen-Meißen) und Gero II. (Lausitz) über die Nachfolge. Die Versammlung entschied sich in Werla bei Goslar mehrheitlich für den Herzog Heinrich von Bayern, dem Sohn Heinrich des Zänkers und Urenkel König Heinrich I. und gegen den zweiten Bewerber, den Schwabenherzog Hermann.

Ekkehard, der selber Ambitionen auf den Thron hegte, suchte nun die Unterstützung beim Schwabenherzog. Auf dem Weg dahin wurde er im Kloster Pöhlde von sächsischen Adligen getötet (TvM V74). Begraben wurde er …in sua urbe nomine Gene in parrochia Mogontiensi in loco ubi Sala et Unstrod confluent (in seiner Stadt namens Gene in der Parochie Mainz, ein Ort wo Saale und Unstrut zusammenfließen). Ekkehard hinterließ sechs Kinder, darunter Hermann und Ekkehard (II.) die späteren Markgrafen sowie Mathilde (Mechthild).

                 Einfall des Polenherzogs (TvM V/11-18; Allg. Gesch.)

Boleslav Chobry verbündete sich mit dem Wettiner Grafen Dietrich (II.), fiel in der Lausitz ein und eroberte Bautzen. Dann wandte er sich gegen die Burg Strehla und drohte mit einem Vorstoß über die Elbe. Damit machte er seinen Anspruch auf die Marken Lausitz und Meißen geltend.

  1. Juli Erhebung des Herzogs von Bayern zum König in Merseburg (TvM V/15).

Anwesend waren u.a. der Magdeburger Erzbischof Giselher, die Bischöfe von Meißen (Eged) und Zeitz (Hugo II.), Herzog Bernhard von Sachsen, Markgraf Gero (Lausitz) und der Pfalzgraf von Sachsen. Die Huldigung der thüringischen Grafen leistete Graf Wilhelm von Weimar.

Dann verlieh Heinrich II. die Mark Meißen dem Ekkehardinger Gunzelin von Kuckenburg. In Thüringen wurde der Graf von Weimar zum obersten Landrichter ernannt. Die Söhne Ekkehard I. behielten ihre Erblehen im Gau Wethau und die Burglehen von Strehla und Rochlitz.

Anerkennung fand Heinrich II. bei Adel, Klerus und Volk weil er die „Schweineabgabe“ abschaffte. Seit der Eroberung des Thüringer Reiches durch die Merowinger war Thüringen verpflichtet, jährlich 500 Schweine der königlichen Hofhaltung als Tribut zu liefern.

Herzog Boleslav I., der die Burg Meißen besetzt hielt, leistete Heinrich den Treueeid und wurde mit dem östlichen Teil der Mark Lausitz belehnt. Den westlichen Teil erhielt Gero (II.), ein Sohn des 978 verstorbenen Markgrafen Thietmar von Meißen und der Suanhilde. Deren Sohn aus ihrer zweiten Ehe mit Markgraf Ekkehard I., Hermann, wurde noch im gleichen Jahr mit Reglindis, der Tochter des Polenherzogs Boleslav Chobry verheiratet, die Tochter Mathilde mit Dietrich von Wettin, dem Sohn Graf Dedos, der 1017 Graf von Eilenburg und 1032 Markgrafen der Lausitz werden sollte.  

1003

            Die Pfalzgrafschaft Sachsen kommt als Lehen an Burchard (Allg. Gesch.).

Die Pfalzgrafschaft erstreckte sich von der Mündung der Helme in die Unstrut bis zur Saale. Stammsitz war die Burg Goseck.

1004

  1. Jan. Tod von Erzbischof Giselher (TvM V/39).

Auf dem Weg zur Pfalz Dornburg zu König Heinrich II. verstarb Giselher in seinen Gut Thriburi (Trebra b. Apolda).

  1. Feb. Tagino wird in Merseburg zum Erzbischof von Magdeburg geweiht (TvM V/44).

König Heinrich, der daran teilnahm, begab sich dann auf die erzbischöfliche Burg Givikansten (Giebichenstein)und ordnete hier die Wiederherstellung des Bistums Merseburg an. Bischof Wigbert erhielt die Sprengel von Sottershausen, Werben und Nienstedt. Zeitz und Halberstadt mußten die an sie gekommenen Sprengel zurückgeben.

  1. Mär. Schenkungsurkunde Heinrich II. (Dob. 1/ 606).

Als Entschädigung für die an das Bistum Merseburg zurückgegebenen Gebiete bekam Bischof Hildeward von Zeitz aus dem Krongut drei Dörfer im Gau Tucherin (Teuchern).

                   Kriegszug König Heinrich II. gegen den Polenherzog Boleslav (TvM VI/2).

Trotz des Treueeides und der Belehnung mit der Ostlausitz bildeten die Polen eine Gefahr für die Mark Meißen. Markgraf Gunzelin wandte sich gegen die von den Polen besetzte Burg Meißen und erzwang den Abzug der Besatzung. Indessen belehnte Heinrich II. den Sohn Ekkehards I. und Neffen Gunzelins, Hermann mit dem Milzener Land.

1007

            Feldzug Boleslav Chobrys in das Milzener Land (TvM VI/37 ff).

Nun wandte sich dieser gegen seinen eigenen Schwiegersohn und wegen seiner engen Bindung an den Polenherzog stieß Hermanns Hilfeersuchen beim sächsischen Adel auf Ablehnung. Dennoch gelang es ihm, Bautzen zu halten. 

1009

  1. Apr. Thietmar wird Bischof von Merseburg (TvM VI/37 ff).

Nach dem Tod Wigberts wurde Thietmar, der erst 1004 von Erzbischof Tagino im Beisein König Heinrichs in den Priesterstand erhoben wurde, in Neuburg /Donau geweiht. Thietmar ein Sohn des Grafen Siegfried von Wahlbeck und Enkel des Grafen Luithars von Wahlbeck, wurde durch seine Chronik bekannt.

               Fehde zwischen den Söhnen Ekkehard I. und Markgraf Gunzelin (TvM VI/53).

Gunzelin belagerte die Burg Strehla und zerstörte Rochlitz, die Erblehen seiner Neffen. Diese belagerten und zerstörten daraufhin eine Burg Gunzelins. Dabei soll es sich um die Altenburg oberhalb Almrichs gehandelt haben. Bischof Thietmar schrieb in seiner Chronik: Herimannus et Ekkihardus confratres castellum quoddam iuxta Salam situm, quod Guncelinus unice sibi dilectum muris....et divisa omni congerie radicatus illud dejiciunt ac incendio consumunt.“ Spalatins Sachsenchronik verweist allerdings auf die Burg Camburg.

Die Zerstörung war so gründlich, dass 100 Jahre später in der Stiftungsurkunde des Zisterzienserklosters nur noch der Burgwall erwähnt wurde.  

             Hermann I. wird mit der Mark Meißen belehnt (Allg. Gesch. /TvM VI/54/55).

Den Streit der Ekkehardiner beendete König Heinrich II. Gunzelin wurde nach Merseburg beordert, wo er wegen Begünstigung der Polen abgesetzt und als Hochverräter dem Bischof von Halberstadt zur Inhaftierung übergeben wurde. Erst 1017 kam er wieder frei. Mit der Burg Meißen wurde der Wettiner Friedrich von Eilenburg belehnt.

Danach unternahm Heinrich II. einen Kriegszug gegen Boleslav Chobry, wobei Markgraf Hermann und Markgraf Gero II. über die Neiße in die Gaue Cilensi und Diedesi vorstießen.  

Gleichzeitig ging der von Ekkehard I. begonnene Bau der „Neuen“-Burg auf dem gegenüber der Unstrutmündung gelegenen Bergsporn seiner Vollendung entgegen. 1012 wurden die sterblichen Überreste Ekkehard I. in der „civitatem Nuenburch“ beigesetzt. Zum Seelenheil des Verstorbenen und der Unterhaltung der Grablege stifteten die Ekkehardiner das Benediktinerkloster St. Georg. Im Schutz der steinernen Burg entstand nahe bei den Siedlungen von „Wenden“ und „Reußen“ eine weitere Siedlung, das heutige Naumburg.

1012

  1. Aug. Erzbischof Waltered von Magdeburg verstirbt (TvM VI ff).

Waltered, der Nachfolger Taginos starb bereits 4 Wochen nach seiner Weihe.

Gleichzeitig nutzte Boleslav die Abwesenheit König Heinrichs, um erneut in die Mark Meißen einzufallen. Die Königin, mit der Regentschaft betraut, ließ zwar bei Merseburg ein Aufgebot sammeln, brach dann das Unternehmen ab und befahl, den beschleunigten Ausbau von weiteren Befestigungsanlagen. Neben der „Nuenburch“ entstanden Grenzbefestigungen wie die Schönburg, die Burg Saaleck und die Camburg im Gau Wethaha. Jede Burg hatte einen Burgward verbunden mit der Vogtei. Saaleabwärts entstanden dann Burg Gleißberg, der Kirchberg, die Lobdeburg, die Leuchtenburg, Weißenburg, Burgk und Ziegenrück, Walsburg, Saalburg und Burg Lobenstein.

1014

            Treueschwur des Polenherzogs (TvM VI/90/91).

König Heinrich war es gelungen, den Sohn Boleslavs Mieczko (II.) den der Böhmenherzog als Geisel festhielt, auszulösen, worauf ihm Mieczko den Treueeid leistete. In Merseburg wurde er seinem Vater übergeben, nachdem sich Markgraf Hodo und dessen Sohn Siegfried verbürgten. Die Polen leisteten den Treueeid und erhielten die Ostlausitz und des Milzener Land.  

1015

            Feldzug König Heinrichs II. gegen Boleslav und dessen Sohn Miezcko (TvM VII/16ff).

Das Mißtrauen gegen die Polenherzöge war berechtigt, als diese trotz der Vermittlung Markgraf Hermanns erneut in der Mark Meißen einzufallen drohten. Dem Aufgebot König Heinrichs und des Herzogs Bernhard von Sachsen gelang es, Mieczko und Boleslav über die Oder zu treiben. Doch wegen mangelnder Unterstützung des übrigen Adels wurde der Zug abgebrochen. Boleslav fiel wieder in der Lausitz ein, dabei fiel Markgraf Gero II. Sein Leichnam wurde nach   Meißen und von dort aus in die Familiengrablege bei Nienburg gebracht. Nun zogen die Polen über die Elbe und verheerten das Land. Nur ein Hochwasser der Elbe verhinderte den Fall der Burg Meißen. Die Polen zogen sich zurück und stellten zunächst die Feindseligkeiten ein.

  1. Okt. Merseburg bekommt die Pfarreien Schkeuditz und Wurzen (TvM VII/24).

1017

  1. Nov. Merseburg bekommt die Pfarreien Leipzig und Geusa (TvM VIII/66).

1018   

              Friedensschluss von Bautzen (Allg. Gesch.).

Heinrich II. und Boleslav I. beschworen in Anwesenheit Erzbischofs Gero v. Magdeburg, Bischofs Arnulf von Halberstadt, Markgraf Hermann und Graf Dietrich (II.) v. Wettin den Frieden. Boleslav wurde mit dem westlichen Teil der Lausitz belehnt (bisher Geros II.) und verzichtete endgültig auf die Mark Meißen. Zur Festigung des Bundes heiratete Boleslav Oda die Schwester Markgraf Hermanns, eine Tochter Ekkehard I. und der Suanhilde.

           Fehde zwischen Bischof Thietmar und den Ekkehardinern (TvM VIII/19).

Es ging dabei um einen Forst an der Mulde in der Nähe von Rochlitz den Otto II. dem Bistum 974 geschenkt hatte und den die Ekkehardiner nach Auflösung des Bistums gegen andere Besitzungen eingetauscht hatten. Nach der Wiederherstellung des Bistums versuchte Thietmar, den alten Besitz zurück zu bekommen und berief sich dabei auf die königliche Anordnung, dem Bistum die ihm einst gehörenden Ländereien zurück zu geben. Hermann und Ekkehard sahen sich aber im rechtmäßigen Besitz und ließen hier ein Wildgehege einrichten, was den Bischof, der gerade auf dem Weg zu seinem Sommersitz in Kohren unterwegs war, in Rage brachte. Da Thietmars noch im gleichen Jahr verstarb, wurde die Sache nicht weiter verfolgt.

1024

            Tod des letzten Ottonen, Heinrich II. (Allg. Gesch.)

Sein Nachfolger Konrad II. stammt aus dem fränkischen Geschlecht der Salier. Nach seiner Wahl bestätigte er den   Herzögen und Markgrafen nach Leistung des Treueeides ihre Dienst- bzw. Erblehen, den Bischöfen und Äbten den Besitz.

Thüringen fiel als Krongut faktisch an den Salier. Doch inzwischen waren die einheimischen Grafen und die Kirche zu ansehnlichen Besitz gekommen. Sie wehrten sich gegen die Bestrebungen des Saliers, sich Thüringen als Krongut einzuverleiben. Daraufhin begann Konrad den Bau von Reichsburgen (Sachsenburg, Kyffhausen, Harzburg) und ließ die Königspfalzen (Allstädt, Dornburg) befestigen. Das rief den erbitterten Widerstand des einheimischen Adels und des Klerus hervor. Diese Gegensätze zwischen der Krone und dem thüringischen Adel führten in den kommenden Jahrzehnten zu erbitterten Auseinandersetzungen.

1027

  1. Dez. Schreiben Papst Johann XIX.   (NUB Nr. 24).

Für den Schutz der Kirche im slawischen Siedlungsgebiet war die Nähe von Burgen wie z. B. Meißen und Merseburg sinnvoll. Dem Bistum Zeitz fehlte indessen ein derartiger Schutz, weshalb   Bischof Hildeward die Übergriffe der „Heiden“ fürchtete. Diesen Umstand nutzten die Ekkehardiner, dem Bischof die „Neue Burg“ zum Schutz anzubieten.

Außerdem versprachen sie dem Bischof ihr Allodial rechts der Saale, falls sie ohne männlichen Erben blieben. Damit wurde auch die Grablege der Familie aufgewertet, weil diese an einem Bischofssitz gebunden war. Sowohl der Magdeburger Erzbischof Hunfried als auch König Konrad II. befürworteten die Verlegung, nicht zuletzt im Hinblick auf die nach wie vor bestehende Bedrohung der Mark Meißen durch die Polen. Mit den Worten „liceret ….inventum episcopatum Siticensem…..consecratum Nuemburgum“… weil dort ein befestigter Ort ist, der weit von den Feinden entfernt ist, die es gewohnt sind den Ort (Zeitz) zu plündern“genehmigte der Papst die Verlegung von Zeitz nach Naumburg..

1028

    Dez. Verlegung des Bistums (Allg. Gesch. Dob 1/ 686).

Allerdings wehrte sich der Zeitzer Konvent gegen die Verlegung weil damit eine Rückstufung zum Archidiakonat erfolgte, auch wenn das Bistum beide Ortsnamen trug. Spätere Bischöfe bevorzugten jedoch wieder Zeitz als dauerhaften Sitz und ließen auch hier ein ansehnliches Gotteshaus errichten.    

1029

  1. Aug. Verleihungurkunde Konrad II. (Dob. 1/ 690).

Dem Ritter Elfericus wurde das Stadt- und Festungsrecht in Sulza, Dornburg (Doringeburg-Thüringerburg) und Jena verliehen. Dazu gehörte das Recht, in Sulza Salz zu kochen und zu verkaufen. Der erste urkundliche Nachweis über die Kochsalzgewinnung an der Ilm.

1030

  1. Mai   Schenkungsurkunde (Dob. 1/ 693).

Markgraf Hermann erhielt den Gau Chunthici (Schkölen) östlich der Saale zum Lehen.

  1. Nov. Schenkungsurkunde Kaiser Konrad II. (NUB Nr. 26, Dob. 1/ 694).

Bischof Kadeloh (auch Kadalus oder Cazo genannt, 1030-1045), der erste Bischof, der von Anfang an in Naumburg residierte, erhielt die Erlaubnis, im Reichsforst östlich der Saale Holz zu schlagen und zu jagen (licentiam faciendi foresti in fageto, quod proximum adjacet eidem civitati concedimus) Das Recht galt für ein Gebiet von der Mündung der Wethau in die Saale (loco ubi confluunt Sala et Wetaa), saaleaufwärts bis zu einer an der Saale gelegenen Steinburg direkt gegenüber von Steindorf (inde contra descensum Salae usque Steinburg, inde ad Steindorf) und von da aus in einer direkten Linie ostwärts bis Punkewitz (inde recta linea orientem versus usque ad villam Bounkowize) und entlang der Wethau wieder bis zur Saale (inde deorsum per alveolum Wetaa usquinde deorsum per alveolum e… in sainde deorsum per alveolum lam). Bei der   Steinburg handelt es sich um die Burg Saaleck gegenüber dem am anderen Ufer gelegenen „Steindorf“ - Stendorf, das bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis unter diesem Namen erwähnt wurde. Wann aus dem Jagd- und Forstbann bischöflicher Eigenbesitz wurde, ist urkundlich nicht belegt. Dass diese gebiet dem Bischof gehörte, zeigte sich bei der Stiftung des Klosters Pforte, dem Bischof Udo I. den gesamten südlichen Teil des Stifts überließ, mit Ausnahme der Flur jenseits des Wildwassergrabens, der in der Nähe von Kukulau von der Höhe bei Crölpa bis zur Saale führt. Auf dem Bergsporn an der südlichen Ecke des Stifts wurde dann die Rudelsburg gebaut. Auf Kadeloh geht auch die Bezeichnung des Berges „Kater“ zurück.

1031

               Friedensschluss zwischen König Konrad II. und Herzog Miescko II. (Allg. Gesch.)

1030 fiel Miesczko erneut in der Mark Meißen ein. Ein Aufgebot unter König Konrad II. wehrte den Vorstoß ab und Miesczko II. verstarb kurz danach. Damit endeten die Einfälle der Polen endgültig. Die Mark Lausitz kam nun an den Wettiner Graf Dietrich II. der Schwager Markgraf Hermanns I.

1032

     Mär. Päpstliche Deklaration (Dob. 1/702).

Johannes XIX. bestätigte die Verlegung des Bistums und den Doppelnamen, nachdem die Schenkung ihres Allodials der Ekkehardiner vollzogen war.

  1. Dez. Schenkungsurkunde (Dob. Nr. 1/703).

Auf Bitten Markgraf Ekkehards erhielt Bischof Kadeloh der Königshof Balgstädt im pagus Thuringiae. Damit kam der Bischof zu Gütern außerhalb seiner Diözese westlich der Saale.

1033            

     Juli König Konrad II. erteilt das älteste deutsche Marktgründungsprivileg (Allg. Geschichte).

Für die Aufgabe von Gene und die Verlegung auf das Ostufer der Saale, hatte Markgraf Hermann I. den Bewohnern die Zollfreiheit und Handelsprivilegien in der Mark Meißen versprochen (Dob. 1/707 u. 708). Nun erhielt diese Siedlung, das „suburbinum“ das „forum regale“ (Markrecht). Vorteilhaft war die Lage am Kreuzungspunkt zweier alter Fernhandelswege. Die Franken- bzw. Buchstraße (1204 erstmals urkundlich. erwähnt), die von Nürnberg über Jena nach Leipzig verlief und die „strata regia“ (Königsstraße erstmals 1252 urkundl. erwähnt) von Frankfurt über Erfurt nach Halle. Von dieser zweigte ein Weg durch die Almricher Furt nach Naumburg ab. Auf den alten Handelswegen galten landesherrliche Rechte , wie das Erfurter Geleit für die Königsstraße. Für die Benutzung wurde eine Abgabe erhoben, dafür den Fuhrleuten auch ein gewisser Schutz gewährt und im geringen Umfang die Unterhaltung der Wege bestritten.

1034

            Belehnung Ekkehard II. mit der Niederlausitz (Allg. Gesch.).

1035

           Markgraf Ekkehard II. leitet das Reichsgericht (Dob. 1/712).

1037

            Lehnsgesetz König Konrad II. (Allg. Gesch.).

Angehörigen des Dienstadels (Ministeriale, Kastellane, Vögte) wurde damit die Vererbung ihrer Lehen im männlichen Stamm (Ganerbe) gestattet. Damit wurde sanktioniert, was ohnehin schon praktiziert wurde und auch noch unmündige Erben einschloss. Allerdings musste die Weitergabe vom jeweiligen Oberlehnsherrn noch förmlich bestätigt werden. Beispielhaft sind die Burglehen wie die der Schönburger Familie des Hugo oder der Vögte von Saaleck, die über Jahrzehnte hinweg in bischöflichen bzw. klösterlichen Urkunden als Zeugen genannt werden.

1038

             Ekkehard II. wird Markgraf von Meißen (Allg. Gesch.).

Nach dem Tod seines Bruders Hermann mit dem er sich seit 1032 die Herrschaft teilte, erbte Ekkehard Meißen und die Lausitz. Verheiratet war er mit Uta von Ballenstedt einer Askanierin.      

                 Friedrich I. wird mit der Pfalzgrafschaft Sachsen belehnt (Allg. Gesch.)

Friedrich war ein Sohn Burchhards und der Oda, der Erbin des Pfalzgrafen Siegfried.    

1039

  1. Mär. Belehung der Ludowinger durch Konrad II. (Dob. 1/729, Spalatin).

Ludwig (der Bärtige), Hofmeister der Kaiserin Gisela war vom Mainzer Erzbischof 1034 als Viztum (Verwalter) der bischöflichen Besitzungen in Thüringen eingesetzt worden. Er erwarb Land „vor dem Walde“ zwischen Werra und Hörsel, von den Käfernbergern und den Grafen von Gleichen. Mit diesem Allodial wurde er nun auch förmlich belehnt und dabei in den Grafenstand erhoben. Ludwig war mit Cecilia, der Tochter des Markgrafen Eckbrecht, Herzog von Sachsen und Braunschweig verheiratet. Zu ihrer Mitgift gehörten Güter bei Sangerhausen. Sein ältester Sohn war   Ludwig, später der Springer genannt (geb. 1042), er erbte die Grafschaft, sein zweiter Sohn, Beringer bekam Sangerhausen und heiratete Bertha eine Tochter des Grafen Konrad von Landsberg-Wettin. Der dritte Sohn, Heinrich, erbaute das Schloss „Raspenberg“ (Rastenberg bei Buttstädt).

1040

  1. Jan.   Schenkungsurkunde König Heinrichs III. (NUB Nr. 42; Dob. 1/736).

Auf Bitten Ekkehard II. erhielt Bischof Kadeloh aus dem Krongut die „villa Kusenti“ im „pago qui vocatur Zurba“. Wiesner (Germania Sacra 1996) meint, dass es sich dabei um Kösen gehandelt hätte. Doch schon Lepsius war der Ansicht, dass damit das Krongut Keuschen (Keuschberg bei Dürrenberg) im Gau Zorbau östlich der Saale zwischen Weißenfels und Merseburg gemeint sei. Dennoch wurde diese Schenkung immer wieder als urkundliche Ersterwähnung Kösens publiziert.

  1. Juli Schenkungsurkunde König Heinrich III. (Dob. 1/738 ).

Bischof Kadeloh erhielt 5 Dörfer darunter Beuditz und Punkewitz im „pago qui dicitur Weyta“, dem „Gau entlang der Wethau“. Neben der Schenkung der Ekkehardiner erweiterte sich damit der weltliche Besitz des Bistums links und rechts der Saale. Doch noch fehlte dem Klerus die Gerichtsbarkeit, die den weltlichen Gerichtsherren oblag, ebenso wie der Schutz des Bistums. Da mit der Schenkung die Schönburg an den Bischof gekommen war, konnte man sich nun eigener Ministerialen bedienen. Dennoch wurden auch die  zu den „nobilis“ zählenden Vögte der markgräflich-meißenschen Burg Saaleck und der Camburg als Zeugen hinzugezogen.

1041

  1. Jan. Genehmigung einer Schenkung Markgraf Ekkehards (Dob. 1/749).

Darin bezeichnete der seit 1039 regierende Salier Heinrich III. den Markgrafen als „fidelissimi fidelis noster“, den Getreusten meiner Getreuen.

             Pfalzgraf Friedrich I. stiftet in Goseck ein Benediktinerkloster (Döring).

Der Burg wurde als Stammsitz aufgegeben und auf die Weißenburg (Zscheiplitz a.d. Unstrut) verlegt.

1044

  1. Aug. Belehnung Ludwig den Bärtigen (Dob. 1/773).

Heinrich III. genehmigte die Errichtung der Schauenburg bei Friedrichroda, die zum Stammsitz der Ludowinger wurde. Außerdem bestätigte er die Lehen in Catterfeld und Georgenthal.

1046       

     Tod Markgraf Ekkehard II. von Meißen und der Lausitz (Allg. Geschichte).

Das markgräfliche Lehen wurde aufgelassen. Mit der „marchia Misenensis“ wurde Graf Wilhelm IV. von Weimar, Sohn Wilhelms III., dem „Thuringorum pretor“ und Enkel des 978 verstorbenen Markgrafen Thietmar, der 1042/43, Pfalzgraf von Sachsen, belehnt. Die Lausitz kam an den Wettiner Dedo I.

Das Bistum nunmehr im uneingeschränkten Besitz des Allodials der Ekkehardiner und das von ihnen gestiftete Georgenkloster sorgten für eine standesgemäße Bestattung und die Pflege der Familiengrablege. Die aus der Schenkung erzielten Einnahmen ermöglichten den Bau des Doms, wo den beiden Markgrafen und ihren Gemahlinnen Uta und Reglindis mit den Stifterfiguren ein bleibendes Denkmal gesetzt wurde.

Uta, die den Markgrafen noch überlebte, stiftete ihr Leibgedinge der Kirche von Ballenstedt.  

Die ekkehardinischen Eigengüter in der Großjenaer, Wilsdorfer und Roßbacher Flur behielt ihre Schwester Mechthild-Mathilde, die sie als Mitgift in die Ehe mit dem Wettiner Dietrich II. einbrachte. 1271 stiftete Markgraf Dietrich, der Bedrängte diese Güter dem Georgenkloster.

Um den umfangreichen Besitz des Bistums zu bewirtschaften wurden Vorwerke sog. Grangien angelegt, darunter auch die „Grangia Cusne“. Die überließ 1138 Bischof Udo I. dem Zisterzienserkloster zu Pforte, heute als „Romanisches Haus“ bekannt. Lepsius und Corssen schrieben die Errichtung den Bischöfen in der 2. Hälfte des 11. Jh. zu, während heutige Autoren (Schmidt) die Bauzeit in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und damit in die Zeit der Zisterzienser datieren. Unbestritten ist, dass es sich hier um eines der ältesten, noch teilweise erhaltenen, romanischen Profanbauten in Mitteldeutschland handelt.

            Lehnsurkunde König Heinrich III. (Dob. 1/783).

Die aufgelassenen ekkehardinischen Lehen Rochlitz, Leisnig und Colditz wurden erneut verliehen.

  1. Sep. Urkunde König Heinrich III. (Dob. 1/784).

Naumburgs Bischof Eberhard (1045-1079) bekam aus dem Krongut die „villa Chrolpae“. Das Dorf gehörte zum Burgward der Reichsfeste Sulza, die sich über die Saale bis in die Mark Meißen erstreckte. Nach Lepsius (Kl. Schriften) reichte die „Chrolpaer“ Flur vom Katerberg bis zur Grenze des Burgwards der Burg Saaleck, demzufolge auch der Bergsporn, auf dem die Rudelsburg entstand.

1047

  1. Sep. Lehensurkunde König Heinrich III. (Dob. 1/787).

Pfalzgraf Friedrich I. von Sachsen wurde mit der Herrschaft Weißenfels belehnt, ebenfalls bisher ein Lehen der Ekkehardiner.

1051

  1. Mär. Bestätigungsurkunde für das Bistum (Dob. 1/796).

König Heinrich III. bestätigte nach seiner Wahl dem Bistum alle bisher zugestifteten Reichsgüter einschl. des Königshofes Balgstädt.

1053

  1. Apr. Resignierungsurkunde ekkehardinischer Güter (Dob. 1/803).

Das vom Kloster Hersfeld getragenen Lehen in Lizichensdorf in pago Spiliberc im comitatu Macellini sowie das Lehen Rogehusen fielen an die Krone.

Zum Gau Spielberg gehörten neben Lißdorf auch Benndorf und Zäckwar, die Grafschaft Macellini reichte bis Eckartberga. Rogehusen- Rehehausen gehörte zum Burgward von Sulza.

1056

  1. Juli Schenkungsurkunde König Heinrich III. (NUB Nr. 53, Dob 1/800).

Bischof Eberhard erhielt aus dem Krongut die Dörfer Buttelstädt, Vippach und Flurstedt, für die Unterstützung des Saliers, Thüringen für sich zu gewinnen.

            Ludwig der Bärtige verstirbt (Rothe, Spalatin)

Ihm folgte sein ältester Sohn Graf Ludwig (II.), der „Salier“ und später der „Springer“ genannt. 1067 soll er den Bau der Wartburg begonnen haben, die 1080 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie bildete den westliche Eckpfeiler des Herrschaftsbereichs der Ludowinger. Von seinem Oheim Beringer erwarb er dessen Sangerhäuser Erbe. Davon erwarb Beringer die Grafschaft Hohnstein am Südrand des Harzes. Hier baute er eine Burg und begründete das Geschlecht der Hohnsteiner.

            Friedrich II. erbt die Pfalzgrafschaft Sachsen (Allg. Gesch.)

Nach der Annalista Saxo besaß: „A. dom. incarn. MLVI Dedo Palatinus comes ….eique frater suus Fridericus in comitatu successit. Ipse fecit preposituram in loco qiui Sulza dicitur.”

Die Pfalzgrafschaft war nach dem Aussterben der Ottonen ein Reichslehen. Sie umfasste den ottonischen Familienbesitz an der mittleren Unstrut, sowie Brehna, Sommerschenburg und die Burg Scheidungen. Weißenburg (Zscheiplitz a. d. Unstrut) blieb Stammsitz des Pfalzgrafen.

1062

            Graf Otto I. wird Markgraf von Meißen (Allg. Gesch.)

Otto war der jüngere Bruder Wilhelms III. von Weimar und verfügte mit Meißen und der Grafschaft über eine ansehnliche Hausmacht.

1064

  1. Dez. Schenkungsurkunde König Heinrich IV. (Domkap. MER, Chronik M. Wille).

Pfalzgraf Friedrich II. wurde mit Sulza „in pago Thuringiae, in Comitatu Ottonis Marchionis sito“ belehnt, verbunden mit dem Marktrecht (liberum exerceri Mercatum permisimus), der Zoll- und Münzgerechtigkeit sowie dem Recht, die Salzquellen auszubeuten (Cocturam Salis). Der dem König zustehende Salzanteil überließ dieser dem 1063 von Friedrich gegründeten Augustiner Chor-Herrenstift in Bergsulza.

In Sulza gab es bereits 120 Siedepfannen. Das Salz kam über Gernstedt und auf der Via Regia in die Pfalzgrafschaft.

1066

  1. Nov. Bestätigungsurkunde König Heinrich IV. (Dob. 1/ 854).

Wie nach jedem Herrscherwechsel (Heinrich regierte seit 1056) wurden dem Bistum die Besitztümer und Einkünfte bestätigt, zu denen inzwischen noch die Abtei Schmölln gekommen war.

     Nov. Schenkungsurkunde König Heinrich IV. (Dob. 1/ 855).

Diese Urkunde wurde in „Eggehardesberc“ gesiegelt und damit war das der erste urkundliche Nachweis dieser Burg. Über die Person des Erbauers gehen die Meinungen auseinander. In Rothes Chronik von 1421 heißt es: „Dißer marggrave Erckenbrecht der buwete zu erst den Eckerßberg unde nante das noch seyme namen. Er buwete ouch zu der Nawenburg sente Georgienkirche“ ebenso bei Binhard 1621: „Der alte Marggraff Eckbrecht bawete aber zu dieser zeit den Eckersberg und stifftete S. Georgen Kloster bey der Naumburg.“ Beide meinten Graf Ekbert I., Markgraf von Meißen von 1067 bis 1068. Doch weder er und sein gleichnamiger Sohn und Nachfolger waren als Markgrafen von Meißen berechtigt, in der Mark Thüringen eine Burg zu bauen und besaßen hier auch kein Allodial. Demzufolge lag hier eine Verwechslung vor. In der Spangenbergerschen Sachsenchronik um 1570 heißt es dagegen: „oppidi Echardisbergi tribuitor Ecberto Seniori Marchiani Saxonia..“ ebenso wie in der Lateinischen Chronik des Klosters Reinhardsbrunn „fundatorem … castri Eckhardisbergi nominat Ecbertum filium Ditzmanni marchionios de Landsberg“. Ekbert war der Sohn des Grafen Dietrich von Landsberg und der Mathilde, der Tochter des Markgrafen Ekkehard I. und Schwester der Markgrafen Hermann und Ekkehard II. Er war demnach der Namensgeber. Außerdem stiftete er das Georgenkloster zum Gedächtnis und Grablege seines Großvaters und seiner Oheime. Zum Unterhalt erhielt das Kloster die ekkehardinischen Familiengüter bei Roßbach und Kleinjena. Da die Eckartsburg später als Reichslehen zunächst an Wiprecht von Groitzsch und dann an die Ludowinger kam, wäre Ekbert, der ein Parteigänger des Saliers war und dessen Bestreben, Thüringen wieder der Krone zuzuführen, unterstützte, der erste, der das Reichslehen der Burg aus den Händen von Heinrich IV. erhielt.

1067

               Markgraf Otto von Weimar-Orlamünde verstirbt (J. Binhard).

Die Mark Meißen kam an Ekbert I. Einem Brunonen, der bereits im folgenden Jahr starb. Die Mark fiel an seinen noch unmündigen Sohn fiel Ekbert II. , der durch die Heirat mit Oda, der Tochter des Grafen Otto von Weimar-Orlamünde seinen Anspruch untermauerte.

1069

             Reichstag in Worms (Binhard).

König Heinrich IV. bestätigte dem Mainzer Erzbischof das Recht auf die Einnahme des „Zehnten“ in Thüringen. Das verstärkte den Unwillen von Adel und Klerus.              

1073

  1. Mär. Königliche Bestätigungsurkunde (Dob. 1/897).

In Erfurt bekräftigte König Heinrich IV. das Zehnt-Recht des Mainzer Erzbischof. Nun protestierten auch die Äbte von Fulda und Hersfeld, da dies auch ihre thüringischen Klostergüter betraf. Daraus entwickelte sich der  

               Thüringer Adelsaufstand (Allg. Gesch.).

Unter der Führung Otto von Northeims und des Halberstädter Bischofs, dem sich zahlreiche sächsische und thüringische Adlige u.a. Markgraf Ekbert II. Graf Dedo II. von Wettin und der Pfalzgraf von Sachsen, Friedrich II., sowie weitere Prälaten und Grafen anschlossen, wurde die Harzburg belagert. Die Besatzung musste aufgeben, Heinrich zog sich nach Süddeutschland zurück, die Harzburg und weitere Befestigungen der Salier wurden geschleift.

  1. Jan. Bischöfliche Urkunde (NUB Nr. 81, Dob. 1/ 903).

König Heinrich übertrug seinem Vasallen Boto die Lehen Owerstetten (Auerstädt), Rudichisdorf (Reisdorf), Rogehusen (Rehehausen) und eine „villa chusinza in locis ad Eggehardesberc in pago Dyringen“. Zwar gibt es hier eine Namensähnlichkeit mit Kösen. Der loco  Eckartsburg verweist eher auf Gößnitz

1076

  1. Juni Schlacht bei Langensalza (Allg. Gesch. ,Binhard).

Erneut fiel König Heinrich IV. in Thüringen, sein Schwager, der Böhmenherzog Vratislav in Meißen ein. Ein Aufgebot der Thüringer Grafen, das mehrheitlich aus Bauern bestand, die sich wegen des ausufernden Burgenbaus und der Unterdrückung durch die „süddeutschen Stämme“ dem Aufstand angeschlossen hatten, wurde bei Langensalza geschlagen.

  1. Okt. Friedensangebot des thüringischen Adels (Döring).

Der Adel musste sich im Frieden von Sondershausen bedingungslos unterwerfen. Ekbert II. wurde das Lehen der Marken Meißen und Lausitz entzogen und der Böhmenherzog Vratislav II. damit belehnt. In Thüringen mussten die zerstörten Reichsburgen wieder aufgebaut werden.

Heinrich verließ Thüringen und zog nach Canossa, wo er sich vom päpstlichen Bann löste. Gestärkt kehrte er nach Deutschland zurück, wo Rudolph von Rheinfelden von der mehrheitlich aus thüringischen und sächsischen Großen bestehenden Adelsopposition zum Gegenkönig erhoben worden war.

1079

           Günther von Wettin wird zum Bischof geweiht (Germania sacra).

Der erste Bischof aus dem Geschlecht der Wettiner galt als Parteigänger des Saliers.

1080

  1. Okt. Schlacht bei Hohenmölsen (Allg. Gesch.)

Heinrichs Heer zog über Erfurt nach Naumburg, um sich in der Mark Meißen mit dem Böhmenherzog Vratislav zu vereinigen und den Gegenkönig und seine Verbündeten in die Zange zu nehmen. Bei Hohenmölsen an der Weißen Elster stellte Heinrich die thüringisch-sächsische Streitmacht unter dem Kommando von Otto von Northeim und Markgraf Ekbert II. Es gelang zwar Heinrichs Aufgebot zu schlagen, wobei Rudolf von Rheinfelden der Sage nach die „Schwurhand“ verlor, doch an den bestehenden Machtverhältnissen änderte sich nichts. Vratislav blieb Markgraf von Meißen und der Lausitz bis 1089.

1085

  1. Feb. Ermordung des Pfalzgrafen von Sachsen, Friedrich III. (Rothe, Spalatin).

Der Sage nach wurde er von Graf Ludwig II. von Thüringen dem Liebhaber seiner Frau Adelheid von Stade hinterrücks mit einem Speer ermordet. Beigesetzt wurde Friedrich im Kloster Goseck. Noch vor seinem Tod war Adelheid schwanger und gebar dann einen Sohn, Friedrich IV.

1086

  1. Feb. Verkündung der Reichsacht gegen Markgraf Ekbert II. (Dob. 1/945).

Bei den wieder aufgeflammten Kämpfen um die Mark Meißen hatte Ekbert II. die von salischen Aufgeboten belagerte Burg Gleichen entsetzt. Daraufhin wurde nicht nur die Reichsacht verhängt, er verlor auch seine Eigengüter. Schließlich wurde er 1090 in einer Mühle in der Nähe von Braunschweig erschlagen.

            Graf Ludwig heiratet die Witwe des Pfalzgrafen Friedrich III. (Rothe, Spalatin)

Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod des Pfalzgrafen kam die Verbindung zustande. Ludwig übernahm die Vormundschaft über den nachgeborenen Sohn Friedrich IV. 1090 begann Ludwig mit dem Bau der Neuenburg auf der Anhöhe zwischen dem Pfalzgrafenkloster Goseck und der Weißenburg. Dann gründete er Freyburg, verlieh dem Ort das Markrecht und befreite ihn von der Gerichtsbarkeit der Pfalzgrafschaft. Der Besitz der Ludowinger erstreckte sich nun von der Schauenburg bei Friedrichroda über die Wartburg und in Nordthüringen entlang der Unstrut bis zur Mündung in die Saale. Nun grenzte das Allodial der Ludowinger an das Bistum Naumburg –Zeitz bzw. die Mark Meißen.

1089            

                Heinrich I. von Eilenburg wird Markgraf (Allg. Gesch.).

Heinrich der Sohn des Wettiners Dedo II. (Markgraf der Lausitz von 1046 bis 1075) und der Oda, der Witwe des Markgrafen Otto I. von Weimar-Orlamünde wurde 1081 von Heinrich IV. mit der Niederlausitz und der Mark Meißen belehnt.

1103

           Heinrich II. von Eilenburg erbt die Mark Meißen und die Lausitz (Allg. Gesch.).

Er kam erst nach dem Tod des Vaters zur Welt, was zeigt, dass die Krone die Vererbung von Reichslehen kaum noch verhinderte. Für ihn übernahm zunächst seine Mutter die Vormundschaft.  

           Einrichtung des Kösener Wirtschaftshofes durch den Bischof (St.-A. Nr. 596)

Es gibt dafür keine authentische Quelle, allerdings war das Bistum zu diesem Zeitpunkt im uneingeschränkten Besitz des Gebietes, für dass sie 1030 von Kaiser Konrad II. den Jagd- und Forstbann erhalten hatten. Im Zuge des beginnenden Landausbaus rechts der Saale war die Anlage von Wirtschaftshöfen üblich. Von hier aus versorgten unterworfene Slawen oder Hörigen des Bistums die zunehmende Zahl der Gefolgschaft des Bischofs und des Domkapitels.

1104

            Synode und Landtag in Nordhausen (Binhard).

Den Versammelten wurde der neuerliche päpstliche Bann über König Heinrich IV. verkündet. Der sächsische und thüringische Adel wollte nun die verlorenen Machtpositionen wieder gewinnen.

1105

           Beginn der bäuerlichen Landnahme in der Mark Meißen (Allg. Geschichte).

Bisher war es nur vereinzelt zur Ansiedlung Bauern im Schutz der zahlreichen Burgen und Wehranlagen gekommen. Nun holte Wiprecht von Groitzsch mainfränkische Bauern auf seinem Familienbesitz an der Weißen Elster. Seinem Beispiel folgten nun auch andere weltliche und kirchliche Herren, darunter auch der Bischof Walram. Man versprach den fränkischen, rheinländischen und flämischen Bauern Land zu günstigen Konditionen, zeitweise Befreiung von Abgaben und den Schutz der Dörfer. Neben der Wiederbesiedlung aufgegebener sorbischer Dörfer kam es zu zahlreiche Neugründungen in den Marken Meißen und Lausitz. An der Landnahme östlich der Saale beteiligten sich auch Mönchsorden, wie die Benediktiner.

1109

             Privileg Bischof Walrams für das Georgenkloster (Dob 1/1006).

Der Bischof erlaubte den Mönchen, einen über seine Ländereien in der Saaleaue führenden Kunstgraben zum Betrieb einer Wassermühle in der Altenburger (Almricher) Flur anzulegen. Nach Auffassung einiger Autoren (Wolff) wäre das die kleine Saale gewesen. Doch deren Bau wurde erst im Zusammenhang mit dem Bau des Kösener Wehrdammes möglich, dessen Stauhöhe Wasser und eine angemessenen Fließgeschwindigkeit zuführen konnte.  Bei diesem Kunstgraben handelte es sich eher um einen Seitenkanal der Saale.  

1112

             Lehensurkunde der Eckartsburg (Dob. 1/1076).

Wiprecht von Groitzsch wurde von König Heinrich V. belehnt, demzufolge die Burg zum von den Saliern beanspruchten Krongut zählte.

  1. Mai Ulrich II. von Weimar-Orlamünde stirbt (Allg. Gesch.).

Da er keinen leiblichen Erben hatte, zog Heinrich V. die Grafschaft als erledigtes Reichslehen ein. Dagegen wandten sich Ludwig II. von Thüringen und Herzog Lothar von Sachsen, denen sich Wiprecht von Groitzsch anschloß. Doch in den nachfolgenden Auseinandersetzungen siegte   Heinrich. Wiprecht geriet in Gefangenschaft, sein Sohn Wiprecht d. J. mußte Groitzsch dem König auflassen, erreichte aber, dass sein Vater 1117 freigelassen wurde. Über Graf Ludwig wurde die Reichsacht verhängt. 1114 geriet er in königliche Gefangenschaft. Neben dem Widerstand gegen die Krone wurde ihm nun auch der Mord an Pfalzgraf Friedrich angelastet. Die Strafe verbüßte er auf der zum Erzbistum Magdeburg gehörenden Burg Giebichenstein, von der er der Sage nach mit einem kühnen Sprung in die Saale entkam und seither der „Springer“ genannt wurde.

Weimar-Orlamünde fiel an den Pfalzgrafen bei Rhein und 1140 an eine Nebenlinie der Askanier.

1115

  1. Feb. Schlacht am Welfesholz (Allg. Gesch.).

Da sich die Mehrzahl des sächsisch-thüringischen Adels und der Klerus weigerte, Heinrich V. als König anzuerkennen kam es zum Kampf. In der Schlacht am Welfesholz bei Hettstedt erlitt das königliche Aufgebot unter dem Kommando des Grafen Hoyer von Mansfeld eine vernichtende Niederlage. Dann rief der thüringisch-sächsische Adel Lothar von Supplingburg, seit 1106 Herzog von Sachsen, zum Gegenkönig aus.

1119

            Das Moritzkloster kommt an die Augustiner Chorherren (Germ. sacra).

Der Konvent der Benediktinerinnen ging nach Frauenprießnitz und wurden dort zum Hauskloster und zur Grablege der Schenken von Tautenburg .

1121

            Frieden von Würzburg (Allg. Gesch.)

Nach der Vertreibung der königstreuen Besatzungen aus Quedlinburg (1118), Naumburg und von der Reichsburg Kyffhausen, kam es zum Vergleich zwischen König Heinrich V. und den thüringischen und sächsischen Adligen. Diesen wurden ihre bisherigen Privilegien bestätigt und Ludwig der Springer mit der strategisch wichtigen Eckartsburg belehnt (Stift. Dome u. Schlösser SA).

1123

             Tod des Markgrafen Heinrich II. v. Eilenburg (Allg. Gesch.).

Heinrich V. zog die Marken Meißen und Lausitz ein und belehnte damit Wiprecht von Groitzsch, mit dem er sich inzwischen ausgesöhnt hatte nachdem dieser ein ansehnliches Geldgeschenk übergeben hatte.

1124

             Ludwig der Springer stirbt. (Allg. Gesch).

Auf Anraten des Papstes hatte Ludwig das Kloster Reinhardsbrunn gestiftet, das er großzügig aus dem Friedrichrodaer Familienbesitz samt der Schauenburg ausstattete. Adelheid von Stade stiftete auf der Weißenburg (Zscheiplitz) ein Kloster in dass sie als Witwe eintrat. Ihr ältester Sohn Ludwig (III.) war mit Hedwig einer Tochter des Sachsenherzogs und Gegenkönig Lothar von Supplingburg, verheiratet. Er erbte den ansehnlichen Besitz, sowie die Wartburg, die Neuenburg und das Reichslehen der Eckartsburg.

1125          

               Konrad von Wettin wird mit der Mark Meißen belehnt (Allg. Gesch.)

Konrad wurde 1098 als Sohn Graf Thimos von Wettin und Enkel des Herzogs Otto von Northeim geboren. Bereits 1121 hatte er Ansprüche auf die Mark Meißen erhoben. Zuvor waren Brehna (1116), Eilenburg (1123) und die Grafschaft Camburg (1124) an ihn gefallen. 1136 nach dem Tod Wiprecht von Groitzsch kamen die Niederlausitz und 1143 das Milzener Land an Konrad. Dazu hatte er das Patronat und die Obervogtei der Bistümer Merseburg, Meißen und Naumburg-Zeitz. Er förderte die bäuerliche Landnahme zwischen Saale, Elbe und Oder, wurde der „Große“ genannt und war Begründer der am längsten in Deutschland regierenden Adelsdynastie.

Im gleichen Jahr verstarb der Erbe der Pfalzgrafschaft Sachsen, Heinrich Palatin, der Enkel Friedrich III. Friedrich (IV.) war Probst in Sulza und starb 1179. Die Pfalzgrafschaft fiel nun an das Reich zurück.

           Udo I. von Thüringen wird zum Naumburger Bischof geweiht (Germ. sacra).

Der Sohn Ludwig des Springers war Parteigänger König Lothars, schlug sich dann auf die Seite König Konrads. Beide bestätigten die bischöflichen Stiftsgüter in der Mark Meißen und in Thüringen. Auch er beteiligte sich bei der Landnahme und förderte die Niederlassung flämischer Bauern in dem von den Slawen aufgegebenen Dorf Tribun (Dob 2 Nr. 3, NUB 210).

            Lothar von Supplingenburg wird vom süddeutschen Adel anerkannt (Allg. Gesch.)

Für ihre Unterstützung bestätigte Lothar seinen Parteigängern die Reichslehen und stattete sie mit weiteren Gütern und Privilegien aus.

1130            

           Thüringen wird zur Landgrafschaft erhoben (Allg. Gesch.)

Das bedeutete die Gleichstellung mit den Stammesherzogtümern Sachsen, Schwaben und Bayern. Zu den Privilegien gehörten die Vergabe von Reichslehen, das Landgericht und die Durchsetzung der Landfriedensordnung. Damit löste sich Thüringen endgültig vom Herzogtum Sachsen und wurde „reichsunmittelbar“. Erster „principales comes Thuringiae“ war Hermann II. von Winzelburg, der wegen einer Fehde mit einem Verwandten König Lothars in Ungnade fiel, worauf dieser ihm das Lehen wieder entzog.    

1131

            Die Ludowinger werden mit der Landgrafschaft belehnt (Allg. Gesch.)                 

Graf Ludwig III. (geb. 1085) war der älteste Sohn Ludwig des Springers und der Adelheid von Stade, Stiefbruder des Erben der Pfalzgrafschaft Friedrich IV. Als Landgraf nannte er sich Ludwig I. galt als Herzog und stand so über den Mark- bzw. Pfalzgrafen. Ihm huldigten die Grafen von Schwarzburg, Gleichen, Käfernburg, Orlamünde, Weimar, Mühlhausen, Brandenburg, Beichlingen, Lora, Rabenswalde, Stolberg, Mansfeld und Hohnstein, das sog. Erbhofgesinde. Das Landgericht wurde in Mittelhausen bei Erfurt eingerichtet. Machtbasis des Landgrafen waren die Wartburg und die Neuenburg, sowie die Reichsburgen Sachsenburg am Unstrutdurchbruch bei Heldrungen, die Creutzburg und die Eckartsburg.

Seine Ehe mit Hedwig, Tochter des hessischen Gaugrafen Giso brachten ihm umfangreiche Besitzungen in Marburg, Hersfeld und Fritzlar.

Außerdem waren die Ludowinger die Obervögte der Klostergüter des Quedlinburger Stifts zwischen Dornburg und Fränkenau. Mit der Untervogtei belehnte er seinen Ministerialen Kunemund von Varila (Vargula - Großvargula bei Erfurt). Der stammte aus dem gleichen Ort , wie der 1139 zum   Erbschenk am landgräflichen Hof ernannte Rudolph, dem „Schenken von Varila“ (Lepsius Kleine Schriften).

1132

            Urkunde über die Gründung des Klosters Pforte (NUB Nr. 129, Dob. 1/1266)

Das bezog sich aber auf den Einzug in das von den Benediktinern aufgegebene Kloster Schmölln im Pleißengau.

1137

  1. Okt. Grundsteinlegung für das Marienkloster zu Pforte (Walkenrieder Schrift/R. Pahncke).

Nach dem um 1280 abgefassten Diplomatarium, auf das sich Brotuff und Bertuch bezogen, war Pforte eine Zweitgründung. Wie oben angemerkt, hatte Graf Bruno vom Pleißengau einem Konvent der Walkenrieder Zisterzienser das von den Benediktinern aufgegebene Klosters zu Schmölln überlassen. Als auch dieses wegen der ständigen Übergriffen der slawischen Bevölkerung nicht aufkam, habe Graf Bruno den Bischof Udo von Naumburg zu dessen Diözese die Abtei Schmölln seit 1066 gehörte, um Hilfe gebeten. Daraufhin hatte Udo dem Abt Adalbert im Tausch einen Klosterbezirk innerhalb des Hochstifts versprochen, der ihrer Ordensphilosophie, dem „Statuta Capitulorum Generalium Ordinis Cisterciensis ab anno 1116“ entsprach. Umgeben von steilen Bergen und sumpfigen Flußauen war das sogenannte „Wolfsgeschlinge“ der ideale Ort.

Dass Graf Bruno der Stifter des Schmöllner Klosters und demzufolge auch des Klosters Pforte war, ist nach neueren Forschungen nicht haltbar. Die im Diplomatarium wiedergegebene Gründungsgeschichte sei eine Fälschung, womit die Zisterzienser nachzuweisen suchten, dass sie einen weltlichen Stifter hatten, dessen Wille der Bischof nur umgesetzt habe. Das Kloster wäre demnach nicht dem Bistum verpflichtet. (Kunde; Dorfmüller).  

1138

  1. Jan. Stiftungsurkunde (Boehmes Urkundenbuch Teil 1; Nr.2, NUB 139, Dob. 1/1350 u.1352).

In Rom bestätigte Papst Innozenz II. den zwischen Bischof Udo und Abt Adalbert geschlossenen Tauschvertrag zwischen dem „Portuensem locum - pro Zmolnensi loco“.

Das Geschäft war für den Bischof vorteilhaft, der dem Konvent 50 Hufen stiftete und in Schmölln 1.100 Hufen bekam. Allerdings verpflichtete er sich, dem Kloster weitere Besitzungen zu übertragen, dem seine Nachfolger die Bischöfe Bruno, Udo II. und Bertold auch nachkamen. Das und zahlreiche private Stiftungen machten die Zisterzienser zum reichsten Kloster Mitteldeutschlands, dass sich dann rege an der Gründung von Tochterklöstern in der Lausitz, in Schlesien und in Livland beteiligte

Zum eigentlichen Stiftungsbesitz gehörten die „grangiam in Lohhewice, und die „grangiam in Cusne“. Wilhelm Corssen meinte, dass „cusne“ „umgrabenes Land“ bedeutet, was auf eine slawischen Siedlung hindeuten würde. Treffender dürfte die Herleitung vom slawischen Wort -Coza- für Ziege sein, da die kargen Böden für die genügsamen Tiere geeignet waren. Die Siedlung Lochwitz lag in der Saaleaue, wo der Gießbach aus dem Mordtal in die Saale mündete. Lochwitz war vermutlich eine kleine slawische Fischersiedlung, deren Bewohner dem Kloster zinspflichtig wurden. Die Zisterzienser waren weniger missionarisch tätig, sondern als tüchtige Landwirte und hervorragende Baumeister machten sie das Überschwemmungsgebiet der Saale durch Kanäle und Dämme für Landwirtschaft nutzbar, errichteten Brücken, Wehre und Mühlen, intensivierten die Schafzucht, den Wein- und Ackerbau und betrieben Fischfang und   Fischzucht.

Bis die ersten Klostergebäude bezugsfertig waren, wohnten die Mönche in der Grangie zu Kösen. Daher kommt auch die verschiedentlich geäußerte Meinung , dass die Zisterzienser zunächst hier ein Kloster gründeten, bevor sie nach Pforte übersiedelten.

1140

   Jan. Decretum domini Udonis I. Neunburgensis episcopi …. (UB Nr. 3, NUB Nr. 148)

Bischof Udo I. bestätigte den Zisterziensern die Übertragung des Besitzes „Portensem locum quem sic nominandus ex Dni. Innocenti Papae -„am Orte Pforte, wie er von Papst Innocent genannt wurde. Weiter heißt es in der Übersetzung von Wolff:

„Folgendes aber sind die Besitzungen des Klosters Pforte: Das Vorwerk Lochwize, das Vorwerk Cusne mit allem Zubehör und dem Zehnten dieser Vorwerke, der anliegende Wald, in der Länge nämlich dem wilden Wassergraben (torrente) jenseits Kokolov bis zum alten Wall der Altenburg, in der Breite von dem Kloster selbst bis zu den Grenzen der Holländer (Flemmingen), ferner die Mühle mit dem Wasserlauf (aquae decursi) und seinem kleinen Flußbett (alveole) auch die Benutzung der Fischerei auf der Saale Die Grenze aber nach Mittag (Süden) erstreckt sich vom genannten Flußbett über den Scheitel des vorliegenden Berges und geht bis an den Fußweg, welcher der Holländer Weg genannt wird“.

Die westliche Grenze des den Zisterziensern zugestifteten Gebietes bildete die Saale, demzufolge handelte es sich bei der Mühle nicht um die Kösener Mühle. Im Süden bildete die Erosionsrinne, die sich von Crölpa zur Saale erstreckte, die Grenze , im Norden war es der Weg von Flemmingen über den Kamm der Altenburg und nach Osten verlief die grenze auf der Höhe von Flemmingen nach Kukulau.

Diese Urkunde bezeugten: der Bischof und der Abt von Merseburg, Probst, Dekan und die Stiftsherren von Naumburg, Markgraf Konrad, sein Sohn Otto, Heinrich der Bruder des Landgrafen Ludwig, Luf von Camburg, Reinhard von Bobeluz (Boblas) sowie „Hermannus advocatus de Saleke“. Das war die urkundliche Ersterwähnung der Burg Saaleck, die demnach die Stiftsvogtei über die Besitzungen der Kirche südlich von Naumburg hatte. Während die Ministerialen der Schönburg zumeist die bischöflichen Rechtsgeschäfte testierten, waren es bei den Rechtsgeschäften des Klosters die Vögte von Saaleck. Waren Bischof und Abt beteiligt, testierten Schönburger und Saalecker gemeinsam. Nach neueren Forschungen soll diese Urkunde eine Fälschung der Zisterzienser sein, um die Legalität ihres Besitzes zu beweisen.

       Feb. Einzug der Mönche in das Kloster (Pahncke).

       Feb. Constitutio et confirmanto domini Conradi regis romanorum.... (UB Nr. 4, Dob. 1/1387).

„Daher (.) machen wir bekannt, daß wir das Kloster in Pforte mit allen seinen Besitzungen unter den Schild unserer Verteidigung nehmen und jenen Tausch, der von dem ehrwürdigen Bischof Udo in Naumburg mit dem Zmolner und Pforten Ort (.) für gültig erklären (.) daß er sowohl als alle seine Nachfolger den Brüdern in Pforta, welche für Großes nur Mäßiges bei dem Tausch erhalten haben, von den Besitzungen des Bistums (.) zu ergänzen suchen.“ (n. Wolff)

König Konrad III. stiftete dem Kloster aus dem Krongut den „Nuenhagen“ ein Waldgebiet zwischen Billroda, Memleben und Lossa. Damit kam das Kloster kurz nach Gründung bereits zu Gütern westlich der Saale. Da der Wald in Thüringen lag, gehörte auch Landgraf Ludwig zu den Zeugen. In einer weiteren Urkunde (Nr. 1391) bestätigten auch Markgraf Konrad der Große und dessen Sohn und Nachfolger Otto (der Reiche) diese Zustiftung.

               Einrichtung von Archidiakonaten des Bistums Naumburg (Allg. Gesch. NUB Nr. 152).

Zur besseren Verwaltung der Diözese, wurden neben den Präpositerien Naumburg und Zeitz, die Archidiakonate Pleißen und Transmuldam eingerichtet. Naumburg behielt die Sprengel Schönburg, Saaleck, Camburg und Lobdeburg. Die Aufteilung genehmigte Markgraf Konrad.

               Vergleich zwischen Udo. I und Markgraf Konrad (NUB Nr. 153).

Der Bischof überließ dem Markgrafen für die seit 1133 ausgeübte Stiftsvogtei die Nutzungsrechte in den zum Bistum gehörenden Wäldern bei Naumburg. Der Vergleich wurde 1144 von König Konrad bestätigt.

               Landgraf Ludwig I. verstirbt (Allg. Gesch.)

König Konrad II. bestätigte dem 1128 geborenen und noch minderjährigen Ludwig II. das Erbe und stimmte der Verlobung mit Jutta, der Stiefschwester des späteren Kaisers Friedrich Barbarossa zu. Luwig II. stellte sich dann auf die Seite der Staufer gegen den Sachsenherzog Heinrich dem Löwen.

Der Sage nach nutzte der thüringische Adel Ludwigs Unmündigkeit, um die Bevölkerung zu bedrücken. Als Ludwig sich bei der Jagd verirrte und bei einem Schmied in Ruhla ein Nachtlager fand, soll dieser mit den Worten „Landgraf Ludwig werde hart“ auf die Mißstände im Land aufmerksam gemacht haben. Ludwig nahm sich nach seiner Rückkehr der Dinge an und erhielt dann den Beinamen der „Eiserne“ .

1142

  1. Mär. De Porta confirmanto Innocenti II. Papae super... (UB Nr. 5, NUB 156, Dob. 1/1446).

Zunächst bestätigte Innozenz die bereits 1138 dem Kloster überlassenen Güte wie Lochwize, Cusne, den Wald, die Fischerei und die Mühle, sowie den von König Konrad gestifteten Wald bei Lossa, „ferner das Vorwerk Wicouge (?), das Vorwerk Wisgeraba (Wischroda) mit der Mühle und dem anliegenden Wald. In der Stadt Naumburg einen Hof (curiam) und sieben andere Häuser mit allem Grund und Boden. Ferner erachten wir, daß der Tausch, welcher zwischen euch und dem Abt Rainald zu St. Georgen in Naumburg mit eurem Land, welches an die Abtei stößt und einen anderen Vorwerk (.) gültig und unauflösbar ist.“ (n. Wolff).

Der Ertrag der Klostergüter übertraf wohl schon den Eigenbedarf. Daher konnte über den Naumburger Hof der Überschuss auf dem Markt gebracht werden.

In der Urkunde wird das Klosters als „monasterii Sancte Marie de Porta“bezeichnet, was wiederum einen Gelehrtenstreit hervorrief.

Vermutlich geht der Name „Porta” auf das Portal einer hier um 1000 von Markgraf Ekkehard begonnenen romanischen Kirche zurück, von der 1906 ein mächtiger Gurtbogen bei Umbauarbeiten des Mühlengebäudes freigelegt wurde. 1931 kam es unter Leitung des Reg.-Bauführers Dr. Wilhelm Hirschfeld zu weiteren Grabungen. Die Ergebnisse wurden 1933 in der KAZ veröffentlicht. Danach stimmten die vorgefundenen Baureste mit dem Stil der ältesten Kirche Kölns St. Pantaleon, der Grablege der Gemahlin Kaiser Otto II. der Byzantinerin Theophanu überein. Hirschfelds Theorie besagte, dass Markgraf Ekkehard I. hier seine Grablege von einem Meister der Kölner Bauhütte beginnen ließ, die aber nach seiner Ermordung 1002 nicht beendet wurde. Sicher ist, dass der Platz zum Allodial der Ekkehardiner gehörte, mit der Schenkung an den Naumburger Bischof kam und von diesem den Zisterziensern zugestiftet wurde.

Andere Deutungen (Boehme, Corssen), bezogen sich auf die topografische Lage an einem Engpass des Saaletales der „Thüringer bzw. Kösener Pforte“. Aber auch der Bezug zur „Himmelspforte“ wurde hergestellt.

1144

     Apr. Cyrographum cunradi III. regis super concambio villa hechendorp (Dob. 1/1484).

Hugo von Brisenize (Prießnitz) königl. Ministeriale überließ seine Lehen in Hechendorf (in pago Thuringie) den Zisterziensern und erhielt dafür 11 Hufen in Druice (Droitzen) und 4 Hufen in Gostice (Gestewitz) aus deren Besitz. Die Lehnsauflassung und den Tausch bestätigte Konrad III. im Beisein mehrere Bischöfe und des Markgrafen Konrad. Mit Hechendorf, dem „Nuenhagen und Wisgeraba hatte das Kloster einen ansehnlichen Besitz an der Finne.

           Verleihung des Stadtrechtes an Naumburg (Allg. Geschichte).

             Bestätigungsurkunde Konrad III. (Dob. 1/1508).

Dem Bistum Merseburg wurden Schenkungen in Mellere und Puomeniz bestätigt.

     Sep. Tauschurkunde zwischen Pforta und dem Georgenkloster (Dob. Nr. 1/1511).

Bischof Udo I. hatte den Zisterziensern einige Äcker die zum Maria-Magdalenen-Hospital gehörten überlassen. Da diese zu weit weg lagen, tauschten sie diese gegen Äcker des Georgenkloster in der Flur Thesnitz. Thesnitz, eine slawische Siedlung die wüst wurde (heute der OT Weinberge), einst Allodial der Ekkehardiner war später dem Georgenkloster zugestiftet worden, gehörte aber zur Obervogtei des Landgrafen (NUB 169). Auch hier begannen die Zisterzienser mit der Arrondierung ihres Besitzes.

1145              

     Sep. Item decretum domini Udonis super concambio.... (UB Nr. 8, NUB 171, Dob. 1/1539).

Udo I. bestätigte nochmals alle dem Kloster bisher zugestifteten Besitzungen: „... hec sunt: grangia Kusenze, grangia Lochwize cum omnibus appendiciis decimisque ipsarum adiacens silva...“.

In Erfüllung seiner Zusage, den Mönchen weitere Güter zu überlassen „haben wir ihnen einen Acker übergeben an dem Ufer des Flusses, neben dem Fuß des Berges , der Saalberg genannt wird, den der erste Abt Adelbert von zwei Leuten, deren Namen Rodest und Roduan sind, erkaufet hat, mit Zulaßung Heinrich von Altenburg, dem er als Lehen gehörte, wobei wir ihnen freie Hand gaben, auf dem gedachten Berg Erde zu graben und Stein zu brechen, zu notwendigen Gebrauch des Klosters“ (n. Wolff). Als Saalberg wurde damals dier gesamte Höhenzug von Kösen bis Roßbach bezeichnet. Rodest und Roduan waren dem Namen nach Slawen, die hier am Fuß des Berges wohnten, wobei Tauschwitz, Thesnitz und Rostewitz in Frage kommen, die alle gegenüber Altenburg-Almrich lagen. Wichtig war auch das Recht „lapides eruendi ad omnes usus ecclesie sue necessarios“, wobei der Transport über die Saale zum Kloster recht umständlich war und schon bald näher gelegene Steinbrüche erschlossen wurden. Dagegen brauchte man Steine für einen Wehrdamm um der in der Almricher Flur gelegen Klostermühle mehr Wasser zuzuführen. Dieser Damm, der noch eine lose Steinschüttung war, etwas weiter flußaufwärts von der Saalefurt, über die der Abzweig von der Via Regia durch Altenburg und weiter nach Naumburg führte. Das Kunstgerinne wurde dann mit einer Brücke versehen. Die Unterhaltung des Gerinnes und des Dammes teilten sich dann alle drei Klöster. Die Urkunde testierten neben einigen Geistlichen, Markgraf Konrad, sein Sohn Otto, Heinrich der Bruder des Landgrafen, Luf von Camburg, Reinhard von Bobeluz (Boblas) und „Hermannus, advocatus de Saleke“.

1148

     3. Jan. Schenkungsurkunde des Naumburger Dechanten an das Kloster (NUB 187).

Auch hier testierte „Hermannus advocatus“.

             Bischof Udo I. von Thüringen verstirbt auf dem Heimweg vom Kreuzug (Allg. Gesch.)

Sein Nachfolger Wichmann von Seeburg-Querfurt, ein Vetter des Markgrafen Konrad wurde 1152 auf dessen maßgeblichem Betreiben zum Erzbischof von Magdeburg geweiht.

1151

  1. Dez. Erhebung der Pfarrkirche des Georgenklosters (Dob. Nr. 1678).

Wiederum testierte Vogt Hermann von „Saleka“ diese bischöfliche Urkunde.

1153              

  1. Jan. Cyrographum domini Wigmanni episcopi ...(UB Nr. 10, NUB Nr.213, Dob. Bd. 2/66).

Wie üblich bestätigte auch der neue Bischof den Zisterziensern den von Udo gestifteten Besitz „ das Vorwerk Lochwitz, das Vorwerk Kusene, beides mit allen Zubehör und Zehnten, die Mühle  mit der Ableitung des Baches , die Nutzung der Fischerey und den Vortheil jeder andern Arbeit auf dem Saalfluß (.) Ferner einige Häuser in Naumburg (.) einen Meierhof in Hechendorf , acht Hufen (.) in Langendorf, das Dorf Kemerize (.) und die Fähre über den Fluß (.) eine Hufe in Droitzen (.) zwei Hufen in Trisene (.) Ich selbst habe ihnen zwei Hufen in Hesslere, ein Holländische Hufe in Tribune, ferner in Naumburg zwei Hufen mit einem Hof .“ (n. Wolff) Die Urkunde testierten ausschließlich Kleriker. Hier wurde das Vorwerk Lochwitz zum letzten Mal erwähnt. Die Flur kam zum Vorwerk Kösen. Es blieb die Wassermühle an die noch im 18. Jahrhundert die Bezeichnung „Mühlenstatt“ an der Mündung des Scheitbaches erinnerte.

1154              

       8. Mär. Item Wigmanni episcopi super vinea ante portam... (UB Nr. 12, NUB 216, Dob. 2/65)

Hermann, Canonicus zu Zeitz hatte auf einem Hügel vor dem Kloster einen Weinberg angelegt und „um die Frömmigkeit zu unterstützen, habe ich der Kirche in Pforta im Dorf was Tribun heißt eine Holländische Hufe übergeben (.) damit davon der Weinberg bebaut und der Winzer unterhalten werde (.) Ferner bestimme ich, daß der Wein für kranke Klosterbrüder und kranke Arme aufgehoben werde. Sollte nach Jahr und Tag, wenn der neue Wein trinkbar wird, von dem alten etwas erübrigt sein, so sollen es die Klosterbrüder gemeinschaftlich haben.“ (n. Wolff). Bischof Wichmann bestätigte die Schenkung. Zeugen waren Graf Sizzo, Graf Heinrich von Buch, Reinhard von Boblas, Luf von Camburg, Heinrich von Heuckenwald, Heinrich von Altenburg

Dieser Weinberg- vinea- wurde auf dem Käppel(berg) aufgerebt. Weinbau wurde schon seit 998 betrieben, wie aus einer Urkunde des Stiftes Hersfeld das Kloster Memleben betreffend, hervorgeht. Die Zisterzienser, wie auch die anderen Orden begannen nun mit dem intensiven Weinbau an allen dafür geeigneten Lagen an Saale, Ilm und Unstrut.

             Bischöfliche Urkunde über einen Gütertausch (NUB 221).

Zeuge war u. a. „Hermannus advocatus“.

1156

           Bischöfliche Urkunde (Dob. 2/120).

Der Nachfolger Wichmanns Bischof Berthold I. von Boblas (1154 bis 1161) gewährte den Salzfuhrleuten aus Halle in der Diözese Transmuldam und im Vogtland Zollfreiheit.

            Erste Landesteilung der Wettiner (Allg. Gesch.).

Konrad überließ seinem ältesten Sohn Otto, der später wegen der Silberfunde im Erzgebirge der Reiche genannt wurde, die Markgrafschaft Meißen und die Grafschaft Camburg. Der zweitälteste Sohn Dietrich erhielt die Mark Niederlausitz und die Grafschaft Eilenburg, Heinrich die Grafschaft Wettin, Dedo die Grafschaft Groitzsch und Friedrich die Grafschaft Brehna. Konrad trat als Laienbruder in das von ihm gestiftete Augustinerkloster auf dem Petersberg bei Halle ein, wo er 1157 starb und beigesetzt wurde.

Die Vererbung von Reichslehen war inzwischen übliche Praxis. Dass es hier noch zu Lebzeiten des Erblassers erfolgte, zeigt die Stärke der Territorialgewalten. Letztendlich bestätigte Kaiser Friedrich Barbarossa (1152-1190) die Vererbung. Für die Staufer war die Überlassung der Lehen Mittel zum Zweck, um Bundesgenossen für ihre imperiale Machtpolitik zu gewinnen. Erst die „Grafenkönige“, die den Staufern folgten, strebten den Rückfall von Reichslehen an, um die eigene schmale Basis zu stärken, doch ein dauerhafter Erfolg blieb auch ihnen versagt.

Bischöflicher und klösterlicher Besitz war davon nicht betroffen, da der Klerus reichsunmittelbar war. Doch auch der Klerus strebte nach Vermehrung des Besitzes und nach Unabhängigkeit von der weltlichen Gerichtsbarkeit. Doch das bedeutete auch, dass sich die Kirche vermehrt um den eigenen Schutz ihrer Güter bemühen mußte.  

1157

  1. Aug. Imperatoris friderici super villa osforde... (Wolff)

Die Schenkung des bei Memleben gelegenen Dorfes des Grafen Heinrich von Buch(a), machte sein Schwiegervater Sigebodo von Scharzfeld den Zisterziensern streitig, worauf sich der Abt beim Kaiser beschwerte. Dieser bestätigte die Rechtmäßigkeit der Überlassung. Das Dorf tauschten die Zisterzienser 1356 mit den Edlen v. Witzleben gegen deren Güter in Crölpa, Tultewitz, Rudersdorf, Rehehausen, Freiroda und Lißdorf. Darüber hinaus bestätigte er dem Kloster den Tausch des Dorfes Volkoldesroth., das im Lehen von Reichsministerialen stand und genehmigte darüber hinaus den freien Erwerb bzw. Tausch von Reichsgütern. Zeugen waren Markgraf Dietrich, seine Brüder Heinrich und Dedo, Kuno v. Wippra, Burkhard von Querford u. a.  

               Urkundlicher Nachweis der Kastellane der Schönburg (Lepsius Kl. Schriften).

Die Burg und der Burgward waren mit der Schenkung der Ekkehardiner an den Bistum gekommen. Die Burgherren waren nun bischöfliche Ministeriale, die den Schutz des Bischofs und die Vogtei,über die Stiftsgüter im Wethautal inn hatten. Die ersten waren Ulricus et Sifridus de Sconenberg, es folgten Berthold (1166, 1170, 1185, 1195), Gunter (1171, 1176), Hugo (1166, 1174,1187) und Bodo (1187). Die Familie kam zu erheblichen Besitz in der Mark Meißen und stellte mit Dietrich IV. (1481-1492) und Johann III. (1492-1517) zwei Bischöfe. Ein Linie derer von Schönberg, die im mittelsächsischen Waldenburg und Leisnig begütert war, kamen ein halbes Jahrtausend später in den Besitz des Stiftsgut Kreipitzsch samt der Rudelsburg (Aquilitas 1000 Jahre Rudelsburg).    

1161

               Weihe Bischofs Udo. II von Veldenz (Meißner, Germania sacra).

Der Neffe Udo I. war sowohl mit den Ludowingern als auch mit den Wettiner Markgrafen Otto und Dietrich sowie Graf Dedo verwandt und ein Parteigänger des Stauferkaisers.

1164/65

               Bischöfliche Urkunden (NUB 251, 252, Dob. 2/290).

Einer der Zeugen war „Hermannus advocatus de Salecke“.

1166

               Urkunde Markgraf Ottos (Dob. 2/330).

Ausgestellt wurde sie im „castro meo Kamburg“, dem markgräflich-meißenschen Lehen. Als Zeugen waren dabei die Herren von Lobdeburg, die Kastellane vom Kirchberg und Orlamünde, Wethau, Camburg und Priesnitz.

1168              

               Adelhold wird Abt des Klosters (Pahncke).

Nach der Sulzaer Chronik von Wille erwarb der Abt mit Zustimmung des Bischofs und des Landgrafen für 200 Mark von den Sulzaer Chorherren Äcker, Wiesen und Weiden bei Punkewitz an der Wethau. Damit begann die Ausdehnung des Klosterbesitzes entlang der Wethau. Nach und nach kam das Kloster in den Besitz ganzer Dörfer. Die Bauern wurden vertrieben oder ausgekauft und die Klostergüter von  Konversen, Laienbrüdern und Klostergesinde bewirtschaftet. Der Erlös aus dem Verkauf der Überschüsse der Kosterwirtschaft ermöglichte die aufwändigen Bauvorhaben innerhalb und außerhalb der Klostermauern.

  1. Nov. Cyrographum Udo II. Super conconcambiis... (UB Nr.16, NUB 266, Dob. 2/369)

Bischof Udo II. (1161-1168) bestätigte den Zisterziensern ihren Besitz „quod Portensem locum cum“ und die „grangia Cusene“ mit Zubehör. Lochwitz wurde nicht mehr erwähnt, war wohl schon in der Grangie Cusne aufgegangen. Im Besitz der Zisterzienser blieb die „molendium aqua decursu“, die Almricher Mühle mit dem Wasserlauf. Außerdem wurden aufgeführt: ein Wald zwischen „Kokolowe“ und Almrich, das 1144 erworbene Vorwerk Hechendorf, den Wald Nuenhagen (1140), Odesfort a. d. Unstrut (1157), der Tausch mit den Georgenkloster sowie die Grangia Steinbach, alles in Erfüllung des Versprechens Udo. I. Als Zeugen testierten Hartmann von Lobdeburg, Dietrich von Kirchberg, Reinhard von Boblas und Vogt „Hermannus de Salekke“.

               Schenkung Bischof Udo II. (Dob. Nr. 2/370).

Die Mönche bekamen ein „Weidicht“ an der Saale bei der Klostermühle, durften auf dem Saal-Berg Steine brechen und die dort entspringende Quelle nutzen.

Der Saal-Berg erstreckte sich von Fränkenau bis Roßbach. Erst mit der Anlage von Weinbergen unterschied man dann den Nikolausberg, die Vorderberge, die Ilske, die Hinterberge, die heutigen Saalberge, den Allerheiligenberg und den Steinmeister. Oberhalb davon finden sich noch Reste der klösterlichen Steinbrüche. Für den Bau des Klosters brachen die Zisterzienser ihre Steine in unmittelbarer Nähe, vorzugsweise unterhalb des Knabenberges und an der Windlücke . Seit 1145 konnten sie ihr Material auch auf dem Saalberg bei Thesnitz brechen.

            Bau der Runneburg.

Dank der familiären Bindung mit Jutta von Thüringen, genehmigte Kaiser Barbarossa den Ludowingern den Bau der Burg in der Grafschaft Beichlingen, ebenso wie die Verstärkung der Creutzburg.

1169

          Bischöfliche Schenkungsurkunde (NUB 271, Dob. 2/388).

Hier testierte wiederum „Herimannus de Salecke“.

1170

            Gründung der jüngeren Linie der Grafen von Weimar-Orlamünde (Allg. Gesch.).

Begründer war Hermann I. der Sohn des Askaniers Albrecht des Bären, der 1140 mit der Grafschaft belehnt wurde.

1171

  1. Mai Bischöfliche Schenkungsurkunde an das Kloster Bosau (NUB 279; Dob. 2/424).

Neben dem „nobilis“ Hermann von Saaleck testierte ein„ministerialis Hugo de Ruthelebesburch“, der   erste urkundliche Nachweis der Burg.

Sie entstand nach allgemeiner Auffassung in der Mitte des 12. Jahrhunderts, rund 100 Jahr nach der Burg Saaleck. Saaleck gehörte zur Markgrafschaft Meißen, während die Rudelsburg an der äußersten Südgrenze des bischöflichen Stifts in der Flur der „villa chrolpae“ lag, die Kaiser Heinrich III. dem Bischof Kadeloh 1040 geschenkt hatte. Die Burg selbst war nach rein militärischen Gesichtspunkten angelegt. Der Burgward beschränkte sich auf den ummauerten Bereich der Haupt- und Vorburg. 

Die Annahme, dass die Rudelsburg vom Markgrafen von Meißen zum Schutz einer daran vorbeiführenden Handelsstraße erbaut wurde, weil dafür die Burg Saaleck nicht mehr ausreichte, ist nicht haltbar. Zum einen spielte die hier vorbeiführende Straße als Verbindung von der Via Regia zur Buchstraße nur eine untergeordnete Rolle und war wegen der Saalequerung nur eingeschränkt nutzbar und zum anderen hätte es ausgereicht die Saaleck entsprechend zu verstärken. Von daher bestand für den Markgrafen kein Handlungsbedarf für eine zweite Burg, deren Errichtung ziemlich kostspielig war.

Dagegen musste der Schutz des Bistum verstärkt werden. An der nördlichen Grenze gab es die Schönburg, die südliche Grenze war offen. Daher  war der Bau einer Burg an dieser Stelle sinnvoll. Wahrscheinlich ist, dass der Bischof Udo I. seinen Bruder den Thüringer Landgrafen den bau der Burg und das Lehen überließ. Landgraf Ludwig der Eiserne hatte sicher auch ein Interesse, deinen Einfluss im Bistum zu verstärken und gegenüber der markgräflichen Saaleck Präsenz zu demonstrieren, zumal durch seinen Aufenthalt auf der Neuenburg mit den hiesigen Gegebenheiten bestens vertraut war. Dass die Burg im bischöflichen Interesse errichtet wurde, zeigt auch, dass der Burgherr Hugo aus der gleichnamigen Familie der Ministerialen von der Schönburg stammte.

Auch an anderen Orten, wo Burgen nahe beieinander stehen, verliefen die Grenzen zwischen weltlichen bzw. kirchlichen Herrschaften. Bestes Beispiel sind die Burgen an Rhein und Mosel, die einst die Grenzen der Erzbistümer Köln, Mainz und Trier markierten.  

Erst als die Ludowinger Linie endete und die Wettiner die Landgrafschaft erbten, kam auch die Rudelsburg an die  Wettiner. Bei der ersten Erbteilung  Heinrichs den Erlauchten erbte Landgraf Albrecht die Burg. Burg Saaleck deren militärischer Wert bereits im Niedergang begriffen war, blieb ein markgräflich-meißensches Lehen bis sie der Naumburger Bischof erwarb.  

1172

  1. Mai   Bestätigungsurkunde (UB Nr. 17, NUB 284, Dob. 2/446,447) .

Bischof Udo II. bestätigte den 1144 abgeschlossenen Tausch zwischen dem Kloster Pforte und dem Georgenkloster, wo die Zisterzienser 4 Hufen in Thesnitz erhielten und einen Teil des Saalberges, um Steine „ad reparandam clausuram“ für das dortige Wehres zu gewinnen. Die Äcker waren inzwischen wieder verkauft und nur der „mons Omnium sanctorum“ behielten die Zisterzienser. Darüber hinaus bestätigte Udo II. auch den 1168 abgeschlossenen Vertrag.

Den Vertrag bezeugten die Äbte von Bosau und St. Georg, der Probst und die Stiftsherren, Friedrich von Boblas, Friedrich und Hermann von Saaleck, Heinrich und Berthold von Altenburg die Ministerialen Rudolf von Bünau, Hugo et Bodo, fratres de Ruthleifisberg, Heinrich von Heuckenwalde, Bernhardt und Adelbert von Grobitz.

  1. Sep. Landgraf Ludwig II. stirbt (Allg. Gesch.)

Noch kurz zuvor traf er sich mit seinem Schwager Kaiser Barbarossa auf der Neuenburg. Dabei entstand die Sage von der „Lebenden Mauer“, ebenso wie die Sage vom „Edelacker“, wonach der Landgraf seine Herren, die die Bauern bedrückten vor den Pflug spannen und einen Acker pflügen ließ.

Die Nachfolge trat Ludwig III. der Milde an. Der erhob Anspruch auf die Grafschaft Weimar und konnte sich auf seinen Oheim, den Kaiser stützen. Aus Furcht vor weiteren Begehrlichkeiten des Landgrafen verkauften etliche thüringische Adlige ihre Besitzungen dem Markgrafen von Meißen, Otto den Reichen und ließen sich damit wieder rückbelehnen. Ludwig forderte Otto auf, den Erwerb von Dörfern, Städten und Burgen in der Landgrafschaft zu unterlassen. Da Otto die Warnung missachtete, zog Ludwig gegen ihn, nahm ihn gefangen und setzte ihn auf der Wartburg fest. Auf Intervention der Kaisers kam Otto wieder frei, musste aber alle Lehen in der Landgrafschaft auflassen (n. Spalatin).

1174

               Besitzurkunde des Klosters (UB Nr. 18)

Aufgeführt wurden die „grangiam in Cusne cum appendiccis und das „piscationem in fluvio Sale“ die Fischerei auf der Saale. Diese Urkunde bezeugten „Bodo de Sconenberg et frater ejus Hugo de Rutheleibisberg, ministeriales". Demnach war der ältere Hugo von Schönburg verstorben. Sein ältester Sohn Bodo erbte die Schönburg, der jüngere Hugo die Rudelsburg.

1175

            Bezug des Zisterzienserklosters Altenzella (Allg. Gesch.)

Markgraf Otto, der Reiche hatte das Kloster 1162 gestiftet und sich vom Pfortaer Abt die Entsendung eines Konvents erbeten. Er stattete das Kloster als  Grablege der Wettiner mit umfangreichen Gütern aus.

1177

  1. Juli Päpstliche Urkunde (Wolff)

Dominus Alexander III. confirmat locum portensem et grangias Cusene, Hechendorp, Odesforde, Lepiz, Borsendorp et ceter bona ecclesiae et quasdam ordinis libertates. Mit der in Venedig ausgestellten Urkunde wurden dem Kloster alle bisherigen Besitzungen und Privilegien bestätigt.

1178

  1. Juli   Privilegium Ludewici lantgrafii super mertindorp (UB Nr. 20, Dob. 2/534).

Ludwig III. bestätigte den Zisterziensern die Unantastbarkeit ihres Besitzes in der Landgrafschaft. Darüber hinaus den Erwerb von 18 Hufen in Mertendorf mit Höfen, Äckern, Weideplätze, Weinbergen, Weidicht und 60 Morgen Unterholz, mit Gewässern und Abflüssen sowie der Mühle an der Wethau von den Brüdern Friedrich, Ulrich und Gerhard samt deren Erben (n. Wolff) Die in Naumburg ausgestellte Urkunde bezeugten die Brüder des Landgrafen Friedrich und Hermann, Graf Heinrich von Buch(a), Gothebold, Burggraf der Neuenburg, Cunemund von Varila, Schenk Rudolf (v. Vargula), Marschall Heinrich (v. Ebersberg), Truchseß Günter (v. Schlotheim) und Kämmerer Heinrich (v. Fahner), die markgräflichen Ministerialen Hermannus et Fridericus de Saleke sowie der bischöfliche Ministeriale Hugo von der Rudelsburg et alii multi.

In Mertendorf folgten weitere Erwerbungen 1217, 1250, 1255 und 1306. Damit war das Kloster im den Besitz der gesamten Dorfflur mit den Ober- und Untergerichten.

1179

             Super molendium consensus episcopi Everhardi … (Wolff)

Die Zisterzienser erwarben vom Merseburger Bischof eine Mühle bei Lepiz an der Luppe. Um die  oberhalb gelegenen fremden Äcker nicht zu überfluten, durften sie hier keinen Damm bauen. Bei einer Erweiterung der Mühlräder musste die Zustimmung der anliegenden Besitzer eingeholt werden. Darüber hinaus wurden die Zisterzienser verpflichtet, anstelle einer durch den Stau nicht mehr passierbaren Furt, eine für Pferd und Wagen taugliche Brücke zu errichten und Schadensersatz zu leisten, für Schäden infolge der Anstauung.

1180            

   Istud scriptum Lantgravii de clausura in cusane.... (UB Nr.23, Dob. 2/590).

Die Mönche besaßen inzwischen eine Mühle gegenüber der Grangia Cusane, die von  Bischof Udo II. in einer Urkunde von 1182 bestätigt wurde. Zur Verbesserung des Aufschlagwassers für die Räder und wegen dem beabsichtigten Bau eines Kunstgerinnes bis zum Kloster sollte die Stromsaale mit einem Damm angestaut werden. Die erforderliche Stauhöhe von fast 2 Metern konnte mit einer einfachen Steinschüttung, wie für die Almricher Klostermühlen, nicht erreicht werden. Daher wurde ein massive Hausteinkonstruktion errichtet, die an beiden Ufern „festgemacht“ werden musste. Da das linke Ufer zur Landgrafschaft Thüringen gehörte, musste man sich mit dem dortigen Lehensherrn ins Benehmen setzen. Das war Cunemundus de Varila (Vargula) ein landgräflicher Ministeriale und Vogt der Eckartsburg. Die Vereinbarung genehmigte der Landgraf: „Ich Ludwig III. (.) tue zu wissen, daß der ehrwürdige Abt Adelhold zu Pforta (.) mit Cunemund von Varila um den Preis von 6 Mark (.) darüber einig geworden sind, daß das Wehr ihrer Mühle dauerhafter gemacht und hergestellt werden könnte (pro firmanda clausura molendini sui a littore)“, von dem Ufer, was auf ihrer Seite ist, bis zum entgegengesetzten Ufer, was an seine Ländereien stößt (.) Folgender Vertrag ist aber zwischen ihm und den vorgenannten Klosterbrüdern gemacht worden: Wenn der Fluß durch Überschwemmung im Winter oder bei Not mit dem Eis aus seinem Bett tritt und auf seine Ländereien über dem Wehr Schaden verursachen sollte, so sollen sie nicht verpflichtet sein, diesen Schaden zu ersetzen. Hat der Fluß aber, ohne aus dem Bett zu treten, eine Beschädigung an seinen Ländereien oberhalb des Wehres getan, so soll von Seiten des Klosters dieser Schaden gut getan werden.“ (n. Wolf)

Ein Vermerk auf der Rückseite der Urkunde de retentaculo aque in Wencendorf“, verweist auf eine slawische Siedlung gegenüber der Grangia Cusne.

Der Bau mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit war eine Herausforderung, denn das Flussbett musste abschnittsweise trockengelegt werden. Dazu rammte man von einem Floß mit Eisen beschlagene Holzpfähle in doppelter Reihe in den Flussgrund, so dass sie einen Kasten bildeten Der Zwischenraum wurde mit Ton ausgefüllt und verhinderte das Eindringen von Wasser. Dann wurden zwei Reihen Eichenpfähle in entsprechenden Abstand quer zur Strömung eingerammt. Diese dienten zur Fixierung der aus starken Hölzern bestehende Grundschwelle im Ober- und im Unterwasser, die am stärksten der Strömung ausgesetzt war. Zwischen diesen Widerlagern wurde der eigentliche Damm gewölbt. Das Innere bestand aus einer vermörtelten Packlagen, die äußere Lage bildeten behauene Kalksteine. Eine Konstruktion wie sie auch beim Burgenbau insbesondere bei den Wehrmauern und Türmen angewendet wurde. War ein Abschnitt fertiggestellt, wurde der Spundkasten entfernt und für die Trockenlegung des nächsten Bauabschnittes verwendet.

Der Bau zog sich über mehrere Jahre (die umfassende Erneuerung mit vergleichsweiser Technik zu Beginn des 19. Jahrhunderts dauerte mit Unterbrechung durch Hochwasser 4 Jahre). Zudem war der Damm wesentlich länger und endete einst an der unteren Wasserkunst, wie aus alten Zeichnungen hervorgeht.

Die Mühle selbst hatte ein absperrbares Mühlengerinne mit zunächst zwei Gängen. Gegenüber war ein Fischgerinne mit einer Lattenfischerei. Bei der Wanderung der Lachse wurde die Wehrkrone mit einer Fanganlage versehen.

  1. Okt. Confirmatio imperatoris Friderici concambio Zmolensis .. (NUB 306, Dob. 2/574,575).

Kaiser Friedrich bestätigte den Besitz der Zisterzienser, den diese seit Konrad II. erworben hatten, dazu eine weitere Mühle in Pichov -Pichau bei Leisnig an der Mulde (n. Wolff). In einer zweiten Urkunde wurde die Überlassung eines Waldes im Finnegau (in pagus Uinne) aus dem Lehen des Grafen v. Beichlingen bestätigt. Dieser Wald rundete den Besitz beim Vorwerk Hechendorf ab. Das bezeugten Herzog Bernhard v. Sachsen, Markgraf Otto v. Meißen, Markgraf Dietrich v. Landsberg, Graf Dedo von Groitzsch, Graf Friedrich v. Brehna, Graf Heinrich v. Schwarzburg, Graf Heinrich v. Bruch, Hartmann v. Lobdeburg, Friedrich v. Bobeluz u. a.  

               Reichstag in Gelnhausen (Allg. Gesch.)

Zwischen dem Sachsenherzog Heinrich (der Löwe), einem Enkel Kaiser Lothars, der seit 1156 mit dem Herzogtum Bayern belehnt und somit einer der mächtigsten Fürsten des Reiches war und dem Staufer Friedrich Barbarossa kam es 1177 zum Zerwürfnis. Auf dem Hoftag zu Worms (1179) wurde Heinrich, der nicht erschien, die Reichsacht angedroht. Nun erfolgte die Oberacht und Landgraf Ludwig wurde mit dem Vollzug betraut. Heinrich der Löwe verlor Bayern, das Herzogtum Sachsen wurde aufgeteilt. Westfalen und Engern bis zur Weser kamen an das Erzbistum Köln, Ostfalen bis zur Unterelbe an den askanischen Grafen Berhard von Anhalt, der Sohn Albrecht des Bären. Die Pfalzgrafschaft Sachsen, einst Allodialgut der Ottonen im Hasse- und Helmegau erhielt Landgraf Ludwig III. als Entschädigung für seinen Aufwand beim Vollzug der Reichsacht. Ludwig verzichtete auf diesen Titel zu Gunsten seines Bruders Hermann. Die Pfalzgrafschaft erbte nun der zweitgeborene Sohn des Landgrafen.

1181

               Erfurter Reichstag (Allg. Gesch.)

Heinrich der Löwe wehrte sich gegen die Entmachtung, fiel in Thüringen ein, brannte die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen nieder und nahm Landgraf Ludwig III. und dessen Bruder Hermann in der Runneburg gefangen. Er ließ sie jedoch frei und bot dem Kaiser die Unterwerfung an, in der Hoffnung, die Acht abzuwenden. Doch der blieb hart, das Urteil von Gelnhausen und die Aufteilung des Herzogtums Sachsen von König Heinrich VI. dem Sohn Friedrich Barbarossas bestätigt. Heinrich der Löwe ging drei Jahre ins Exil nach England, der Heimat seiner Gattin. 1185 kehrte er nach Braunschweig zurück. 1194 wurden die Welfen mit ihren Familiengut um Lüneburg und Braunschweig belehnt. Heinrichs Sohn Otto wurde 1198 Gegenkönig und 1209 vom Papst als einziger Welfe zum Kaiser erhoben und sein Enkel 1235 mit dem Herzogtum belehnt.  

  1. Nov. Istud cyrographum est imperatiros Friderici .... (Dob. 2/598).

Kaiser Friedrich bestätigte in Altenburg den Zisterziensern die Übertragung von Gütern der Brüder Heinrich und Werner von Stechowe in Porstendorf, bei Jena. Zeugen waren die Markgrafen Otto, Dietrich und Dedo, Hartmann und Otto von Lobdeburg, Meinher Burggraf von Werben, Gotheschalk von Scudiz, Friedrich von Owenburg (Aue), Rheinbodo und Godescalk von Lobdeberch (n. Wolff).

1182              

               Urkunde des Landgrafen Ludwig III. (Dob. 2/634).

Die Urkunde wurde in „Duringeb(urch) castro nostro“, in Dornburg ausgestellt, das demzufolge auch an die Ludowinger gekommen war.

  1. Mär. Bischöflich Auflassungsurkunde (NUB 314, Dob. 2/629).).

Die Bestätigung für einen bischöflichen Ministerialen von der Schönburg testierten „Hermannus et Fridericus de Salec“ und „ministrales Hugo de Rutlewesberc.

       Item Uto super concambio Katzenrode et libertate.... (UB Nr. 27, NUB 316, Dob. 2/645).

Die Urkunde lautet: „Wir Udo Bischof von Naumburg der zweite machen bekannt, daß wir unsern lieben Brüdern in Pforta einen Weidicht, der zwischen der Saale und ihrem Mühlenwehr liegt (.) überlassen haben. Auch bestätigen wir den Eintausch von Besitzungen in Catzenrode (.) gegen ihr Landgut (.) im Dorf (.) Eigene (Gene-Klein Jena?) zugleich mit der Mühlstelle, die unten an der Saale liegt und den daran liegenden Weidicht. Weiterhin genehmigen wir den Vertrag (.) der zwischen den Klosterbrüdern in Pforta und unsern Stiftsbrüdern gemacht worden ist, daß nehmlich der Weidicht, welcher um ihr und der Stiftsherren Wehr herum ist (.) für immer den Pfortenbrüdern gehören und gebraucht werden solle zur Ausbesserung ihres Wehres. Ferner auch, daß die Pfortenbrüder, um ihre Wehre auszubessern (ad reparandam clausuras) freie Gewalt haben sollen, Steine zu brechen (.) auf dem daran stoßenden Berge, welcher den Stiftsherren gehört, auch verwilligen wir ihnen freien Gebrauch des Weges und ebenso das Recht, die Quelle, die aus diesem Berg entspringt, zu ihrem Gebrauch zu leiten, wohin sie wollen. Damit dies unverbrüchlich bleibt bekräftigen wir es (.) und bestimmen, daß die oft genannten Brüder verpflichtet sind, die Hälfte des Wehres herzustellen (.) und den übrigen Teil sollen die Stiftsherren zu bessern verbunden sein. Als Zeugen wurden aufgeführt: Hermann v. Brantberg, Friedrich v. Boblenz, Fridericus de Salekke et frater eius Hermannus“ Heinrich von Aldenburg und die Ministerialen Rudolph v. Bünau, Hugo de Rutleibisberg et frater eius Bodo de Sconenberg“ (n. Wolff).

Katzenrode erstreckte sich am linken Saaleufer bis an die Wenzendorfer Flur, woran noch heute die Bezeichnung „Katze“ erinnert. Der „Mühlenplatz“ bezog sich daher auf die Kösener Mühle. Nach dem Vertrag über den Bau des Wehrdammes wurde den Zisterziensern nochmals ausdrücklich bestätigt, dass sie auf dem Saalberg Steine brechen und den Weg entlang des Saalberges für den Transport benutzen und eine dort entspringenden Quelle nicht nur benutzen, sondern im Bedarfsfall auch umleiten durften. Die Mehrzahl „clausuras“ zeigt, dass die Zisterzienser gleich mehrere Wehrdämme besaßen, in Altenburg und Kösen und möglicherweise auch an der Lochwitzer Mühle. Die Steinbrüche zwischen Fränkenau und dem Göttersitz sind noch heute nachweisbar.

1183              

  1. Sep. Urkunde über ein Schenkung von Gütern in Gernstedt (UB Nr. 31, Dob. 2/658).

Heinrich von Gernstedt überließ dem Kloster 2 Hufen Land. Diesen Vertrag testierte neben den (Dorf)-Richtern von Gocerstede, Mellere und Weta, Kunemund von Vargula, Vogt der Eckartsburg.

               Privilegium sifridi bremensis archiepriscopi … (Wolff)

Der Erzbischof von Bremen genehmigte den Verkauf von 16 Ackern die das Benediktinerkloster Goseck in Gernstedt besaß für 130 Mark Silber an die Zisterzienser, weil diese durch „Nachläßigkeit und Verschleuderung“ in wirtschaftliche Not geraten waren. Nach der Gründung des Klosters Goseck im Jahr 1041 hatten die Pfalzgrafen Friedrich und Dedo ihrem Bruder Adalbert, dem Bischof von Bremen, ihren Erbteil am Kloster überlassen, womit Goseck an Bremen kam. Da aber Goseck eigentlich zur Halberstädter Diözese protestierte der Bischof von Halberstadt. Daraufhin wurden drei päpstliche Legaten zur Untersuchung abgeordnet, die die Rechtmäßigkeit bestätigten. 1206 erteilte der Papst und 1209 der Kaiser sein Einverständnis.

Die dortigen Bauern wurden vertrieben, das Dorf zur Grangia umgewandelt und die Bewirtschaftung dem Konvent und Laienbrüdern überlassen. Erst 1563 wurde das Klostergut aufgelöst und die Feldmark an Bauern aus den umliegenden Dörfern verkauft.

1184

               Urkunde über einen Vergleich des Probstes Bruno (NUB 323).

Als Zeuge testierte Vogt „Fridericus de Salecci“.

1185

               Landgräfliche Bestätigungsurkunde (Dob. 2/719).

Als Zeugen testierten u.a. die Ministerialen Arnold von Neuenburg, Hermann von Sulza und Christian von Eckartsberga.

1186

               Bestätigung einer testamentarischen Verfügung (Dob. 2/737).

Bischof Udo II. bestätigte die Erbteilung seines Ministerialen Hugo de Sconinberg. Er hinterließ fünf Söhne, darunter Bodo de Sconenberg et frater ejus Hugo de Rutheleibesberg, ministeriales.

Die Urkunde nennt detailliert alle Besitzungen der Familie sowie deren Unter- und Oberlehen und zeigt ein umfassendes Bild der komplizierten Lehensverhältnisse der damaligen Zeit.  

  1. Dez. Ludewicus Lantgravius super puncwize.... (UB Nr. 33).

Ludwig überließ den Zisterziensern Güter und die Gerichtsbarkeit mit allem Zubehör und Nutzungen. Pforta zahlte 200 Mark. Neben Klerikern testierten Pfalzgraf Hermann, Graf Friedrich v. Brehna, Graf Heinrich v. Buch, Graf Heinrich v. Heldrungen, Heinrich von Alderstete, Luph v. Roßla, Kunemund von Eckartsberga, Bertold v. Thuteleben,Hermannus et fridericus fratres de saleke und Christian von Eckartsberga.

1190

  1. Juni Confirmatio bertoldi II. Episcopi super borsendorp.... (NUB 1/316, Dob. 2/854).

Bischof Bertold II. (1186-11206), Nachfolger Udo II. bestätigte dem Kloster den bisherigen Besitz sowie den Erwerb der Grangia Porstendorf von Heinrich v. Gleißberg für 5 Mark, der Güter in Mertendorf von den Brüdern Ulrich und Friedrich für 62 Mark, von Timo für 62 Mark, von Gerard für 84 Mark und die Güter in Punkewitz für 200 Mark. Bertold selbst schenkte eine Hufe in Gernstedt „um nicht hinter unsern Vorgängern zurück zu stehen“, verkaufte ihnen ein Landgut für 3 Mark und bestätigte ihnen den Erwerb einiger Acker neben ihrer Mühle in Altenburg, die sie für 16 Mark gekauft hatten, samt Haus, Hof und einen Steinbruch in „Aldenburg auf dem Berg“ (n. Wolff).

  1. Sep. Bestätigungsurkunde Hermann I. von Thüringen (UB Nr. 36, Dob. 2/866).

In Vertretung seines Bruders bestätigte er auf dem Landding in Gebstedt den Zisterziensern den Erwerb der Güter in Gernstedt die Hermannus, advoc. de Saleke und Manegoldus de Rode (Freiroda) zum Lehen trugen. Der markgräflich-meißensche Vogt Hermann besaß demzufolge Lehensgüter in der Landgrafschaft, die „bona fide et justo titulo“, seit jeher sein Eigentumwaren. Die Urkunde bezeugten: Comes fridericus frater noster, Heinricus comes de buch (Bucha), Albertus de mellere (Möllern), Conradus sculthedus de mannestete (Mannstedt), Kunemundus de ekehardisberg cum filiis suis, Cunemundo seniore et marscalco Heinrico, Wolfinus de gostlice, Gothefriedus de tuteleiben (Teutleben), Ekehardius notarius, Albertus capellanus, Gozwinus et Gothefridus frater ejus de wangen, Albertus de muchele (Mücheln), Ekehardus de domo, Hermanus de tundorf, Guntherus dapifer.

Gegen diese Überlassung erhob das Kloster „Zum Neuen Werk“ zu Halle Einspruch, worauf es bei einer Synode in Erfurt zu einem Prozess kam, bei dem Hermann von Saaleck als Zeuge geladen war.

           Privilegienurkunde (Dob. 2/876).

Der Erzbischof von Mainz befreite das Kloster Pforte von der Zahlung des Viehzehnts, den die Klostergüter zu leisten hatten, soweit sie zum Sprengel des Erzbistums Mainz gehörten, wie Hechendorf und Porstendorf.

  1. Sep. Landgraf Ludwig III. verstirbt (Allg. Gesch.).

Der Tod ereilte ihn während des Kreuzzuges ebenso wie seinen Schwager Kaiser Barbarossa. Ludwig der Milde  hatte keinen männlichen Erben und so fiel die Landgrafschaft an seinen jüngeren Bruder Hermann, Pfalzgraf von Sachsen. Landgraf Hermann (I.) ging zwar durch den Sängerkrieg auf der Wartburg als kunstsinniger Förderer in die Geschichte ein, brachte aber durch seinen ständigen Bündniswechsel der Landgrafschaft viel Ungemach.

            Markgraf Otto der Reiche verstirbt (Allg. Gesch.)

Ottos ältester Sohn Albrecht, der Stolze, wurde Markgraf. Der jüngere Sohn Dietrich (der Bedrängte) wurde mit der Grafschaft Weißenfels abgefunden. Als Albrecht versuchte, Dietrich auch diesen Teil streitig zu machen, bat dieser den Landgrafen Hermann um Hilfe. Doch erst als Dietrich in die Heirat mit Jutta (1182 -1235) der Tochter des Landgrafen aus dessen erster Ehe mit Sophia, der Witwe des Grafen Heinrich von Wettin einwilligte, bekam er die erbetene Unterstützung. Hermann zwang Markgraf Albrecht die Belagerung von Weißenfels abzubrechen. Daraufhin beschuldigte Albrecht den Landgrafen bei König Heinrich VI. der Verschwörung und Heinrich erklärte, die Landgrafschaft als erledigtes Reichslehen einzuziehen.  

1192

  1. Apr. Bestätigungsurkunde Landgraf Hermanns (Dob. 2/897).

Hier testierte Heinrich Schenk (v. Vargula). 

             Bestätigungsurkunde (UB Nr. 38)

Hier testierten „Hermannus advocatus de Saleke et alii

  1. Dez. Urkunde zum Rechtsstreit mit dem Kloster «Zum neuen Werk» (Dob. 2/919).

Der Probst Conrad vom Marienkloster in Erfurt entschied im Streit um den Erwerb der Gernstedter Güter zugunsten von Pforte, nachdem der Saalecker Vogt beschworen hatte, dass ihm diese Güter bereits seit langen Zeiten gehörten. Nach Lepsius bezeugten unter den Klerikern Theodoricus transaquam, magister gerlacus, seibodo sacerdos scti georgii, ludowicus canonicus nuenburgensis, hermanus clericus de aldenburg, hermanus advocatus und unter den Laien: Hermannus advokatus de saleke et alii quamplures ejusdem civitates tam clerici quam layci.

1193

  1. Okt. Privilegium Conradi archiepiscopati mogentius de hospitalis... (Dob. 2/934).

Erzbischof Konrad von Mainz überließ den Zisterzeinsern das Georgenhospital zu Erfurt und zwei Hufen in Ramsla.

1194

            Hermanni lantgravii privilegium de boni manegoldis de rode (UB 40/41, Dob. 2/969-970).

Landgraf Hermann bestätigte den Zisterziensern die Rechtmäßigkeit der Erwerbungen der Ländereien in Gernstedt vom Kloster Goseck, von Heinrich von Gernstedt und Hermann von Saaleck. Die Urkunde testierten, Meinherus de werbene (Werben), gotheboldus burggravius, hermanus de thuchere (Teuchern), gozwinus et gothefridus frater eius de wangen (Wangen), Ekehardus notharius, albertus capellanus, Albertus de muchele (Mücheln), Ekchardus de domo (Hausen), hermanus de tundorf (Donndorf), guntherus dapifer.

             Privilegium Hermanni lantgravii super insula et fossa sub monte salberg (Diplomatarium)

Der Landgraf bestätigte,, dass „Cunemundus de Varila, ministerialis“ mit Zustimmung seiner Brüder den Zisterziensern eine Insel mit Weidicht und einen Graben…silas sub monte, qui dicitur Salberg citra Salam - unter dem Berg, der Saalberg heißt, diesseits der Saale“ verkauft habe. Zeugen waren der Truchseß Günther, Marschall Heinrich und Schenk Rudolf (n. Wolff). Diesseits der Saale bedeutet, am linken Ufer und der Graben war die Erosionsrinne, die von der Fränkenauer Höhe kommend und unterhalb des Wehrdammes in der Saale endete.

  1. Apr. Bertoldi II. Nuenburgensis episcopus super curia.... (UB Nr.42, NUB 1/382, Dob. 2/956) .

Bertold überließ den Zisterziensern 9 Acker und einen Hof in Thesnitz, was Bertold Weiß gegenüber Konrad Keselinc, dieser gegenüber Hermann von Teuchern und dieser dem Bischof aufgelassen hatte. Außerdem 3 Acker die der Custos Volquin und einen Hof den Bertold Copperbein dem Bischof aufgelassen hatten „ferner einen Steinbruch... welcher sich erstreckt oben in der Länge bis an den oberen Wald. Außerdem haben wir einige Äcker, die von den oberen Fußweg und dem Wallgraben der Stadt Aldenburg bis zum kleinen Hügel und von da bis zum kleinen Bett der Saale (usque ad inforiorem alveolum susque ad inforiorem alae) sich erstrecken. Das bezeugten Conrad v. Helpede, Hermann v. Teuchern, Rudolph v. Bunowe, Schenk Gerhard, Conrad v. Burnescowe, Hugo v. Heuckewalde, Heinrich u. Bertold v. Aldenburg (n. Wolff).

Die Güter bei Altenburg reichten vom Wallgraben, der das Stiftsgebiet des Klosters im Norden begrenzte bis zum „alveolum Sale“, der kleinen Saale. Dieser Kunstgraben, der unter Umgehung des Käppelberges in ansonsten direkter Linie in das Kloster führte, hatte gleich mehrere Vorteile. Zum einen hatte man nun genügend Wasser für die Viehtränke, Fischteiche und die Bewässserung der Klostergärten. Außerdem ermöglichte die Fließgeschwindigkeit und eine kleine Staustufe den Betrieb einer Wassermühle im Kloster selbst. Nicht zuletzt diente die kleine Saale auch als Floßgewässer, um Bauholz von der Stromsaale ohne Landtransport ins Kloster zu bringen. Zum Schutz der kleinen Saale vor den Wildwassern die aus dem Mordtal (Mortel) kamen, wurden diese mittels einer Flutbrücke über das Gerinne geleitet. Da die Brücke mit einer Kette gesperrt wurde, kam der Name "Kettenbrücke" auf. Warum man nördlich der Klostermauern bis zur Altenburger Mühle das Kunstgerinne nicht in einer geraden Linie weiterführte, ist offen. Hier windet sich die kleine Saale in engen Kurven am Fuß des Berges hin, so dass es sich kaum um ein künstlich angelegtes Gerinne handelte. Möglicherweise hat man den natürlichen Wasserlauf von der Kloppstockequelle genutzt, diesen vertieft und bis an das bereits bestehende Altenburger Mühlengerinne geführt.   

             Urkunde des Erzbischofs von Mainz (Lepsius Kl. Schriften).

Dieser bestätigte einen Gütertausch zwischen „Theodericus Pincerna noster de Apolda“ und der Pröbstin zu Quedlinburg. Die Apoldaer Vizthume (Vicedomini), eine Linie der Pincerna de Varila, waren erzbischöflich-mainzische Ministerialen, die in Eckolstädt und Trebra begütert waren und bei Rechtsgeschäften des Kloster Heusdorf (bei Apolda) testierten.

1195

             Tod Markgraf Albrecht des Stolzen (Allg. Gesch.).

Da Albrecht keinen männlichen Erben hatte, zog König Heinrich VI. die Mark Meißen als erledigtes Reichslehen ein und vereinigte sie mit dem 1158 von Friedrich Barbarossa dem Reich übereigneten Pleißenland mit Altenburg, Leisnig, Colditz und Lausigk, obwohl der jüngere Bruder Dietrich auch erbberechtigt war. Der stiftete noch im gleichen Jahr das Augustiner Chorherren Kloster zu Camburg, das 1210 nach Eisenberg verlegt wurde.

  1. Okt. Privilegium Heinrici sexti imperatoris de concambio wencendorf (UB Nr. 43)

Kaiser Heinrich VI. versprach in Gelnhausen dem Kloster den Erwerb der „que dicitur Wincendorph“ mir allem Zubehör. Wenzendorf stand zur Hälfte im Lehen des Markgrafen von Meißen. Ihm überließen die Zisterzienser verschieden Güter in den Dörfern n, Neustedt, Sehna, Vargula, Buttstädt und Hassenhausen. Für die andere Hälfte waren die Zustimmungen des Landgrafen und der Äbtissin von Quedlinburg einzuholen.  

  1. Nov. Privilegium dominae agnetis abbatissae super wenzendorf (UB Nr. 44) .

Die Äbtissin bestätigte, dass sie ihren Teil von Wenzendorf gegen „possessiones que Vinne dicitur- Güter an der Finne“ eingetauscht habe, die jährlich 3 Talente nützlicher waren, als das halbe Wenzendorf (n. Wolff).

                   Hermanni lantgravius de concambio wenzendorf (UB Nr. 45)

Der Landgraf bestätigte, dass Kunemund von Vargula sein Lehen über das halbe Dorf Wenzendorf gegenüber dem Burggrafen Meinher von Werben und dieser das Lehen gegenüber dem Landgrafen aufgelassen hatte. Zeugen dieser Urkunde waren Graf Günter v. Käfernburg, Heinrich v. Heldrungen, Udenscale v. Wicenburg, Marschall Heinrich v. Eckartsberga und Hermann von Tundorf. Die Urkunde siegelte der Landgraf „in nostro castro“ Eckartsburg (n. Wolff).

Der Erwerb der „villa quandam Wincendorp“ samt allen „possesionibus in Wincendorp“ gehörte zur Strategie den Klosterbesitz zu arrondieren. Der Zugang und der Betrieb der Mühlen sollte nicht durch die Besitzer von umliegenden Gütern behindert werden. Dafür tauschte man anderen Besitz, auch wenn dieser wertvoller war, wie die der Äbtissin überlassenen Güter an der Finne. Die Lage der „villa Wincendorp“ kann nur annähernd bestimmt werden, weil keine Baureste erhalten sind. Wahrscheinlich waren es nur einzelne Höfe am Fuß des Nikolausberges.

Damit begann der planmäßige Erwerb weiterer Dörfer zwischen Hassenhausen und Gernstedt.

1197

            Dietrich, der Bedrängte erkämpft die Herrschaft in der Mark Meißen (Allg. Gesch.).

Nach dem Tod Heinrich VI. fiel die Krone an seinen noch minderjähriger Sohn Friedrich II. Doch ein Teil des Adels erhob Philipp von Schwaben zum Gegenkönig, darunter auch Dietrich der bedrängte , sein Schwiegervater der Landgraf Herrmann und der Weißenfelser Burggraf Meinher von Werben. Philipp erkannte Dietrichs Erbe in der Mark Meißen und der Grafschaft Camburg an. Die Burg Meißen erhielt Meinher von Werben zum Lehen.

           Bischöfliche Urkunde (NUB 398).

Hier testierten «Hermannus advocatus de Salekke et frater eius Fridericus» und «Hugo de Rutteleburc».

1198

  1. Mär. Huldigung König Philipp von Schwaben in Mühlhausen (Allg. Gesch.)

Der Gegenkönig Friedrichs II. belohnte dafür seine Parteigänger. Dietrich wurde das Reichslehen der Mark Meißen bestätigt und Landgraf Hermann erhielt das Patronat über die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen.

  1. 27. Innocentius super 16 mansis in gernstete (Wolff)

Nach dem Magdeburger Erzbischof Ludolph und dem Gosecker Abtes Widerold bestätigte auch Papst Innocenz die Rechtmäßigkeit des Gernstedter Erwerbs.

             Urkunde des Burggrafen Albert v. Leißnig (Dob. 2/1091).

Hermann von Saaleck und Heinrich von Camburg bezeugten den Verkauf von Gütern des Burggrafen an das Kloster Eisenberg.

            Urkunde des Markgrafen von Meißen (Dob. 2/1092).

Diese Urkunde testierten Hermann von Saaleck und Heinrich von Camburg.

1199              

  1. Juni Privilegium bertoldi episcopi et canonicorum... (UB Nr. 52; NUB 403 Dob. 2/1097).

Bischof Bertold und das Domkapitel bestätigten den Tausch von 2 Hufen in Gernstedt gegen 4 Hufen in Lissen bei Zeitz. Als Zeugen testierten bei den „canonici“ Ludwig de Saleke sowie Burggraf Meinher v. Meißen, Burggraf Heinrich v. Bornstedt, Heidenreich v. Wethau sowie die Brüder Hermann und Friedrich von Saaleck .

  1. Nov. Urkunde des Landgrafen Hermann I. (Dob. 2/1104).

Dieser bestätigte auf der Eckartsburg die Verfügung der Witwe seines Ministerialen Kunemund von Vargula, dem Gedenken ihrer im Kreuzzug verstorbenen Söhne, Ländereien in Vargula dem Kloster zu Ichtershausen bei Erfurt zu stiften. Zeugen waren Schenk Heinrich und Herdegen, Burgmann der Eckartsburg.

  1. Dez. Cyrographum babenbergensis episcopi de Kokelowe... (UB Nr.53, Dob. 2/1106).

Bischof Thimo von Bamberg überliess den Zisterziensern 3 Hufen in Kukulau, die Hartmann von Lobdeburg auf Verlangen des Grafen Siegfried von Orlamünde aufgelassen hatte. Kukulau war eine kleine slawische Siedlung, die von den Mönchen zur Grangia umgewandelt wurde.

1200

           Cyrographum hermanni lantgravii et palatini de osforde (Wolff)

Nach dem Tod des Grafen Heinrich v. Buch machte sein Sohn Hugo den Zisterziensern den ihnen vor 40 Jahren überlassenen Besitz von Osforde streitig. Nach der Zahlung von 60 Mark wurde ihnen der Besitz vom Landgrafen bestätigt. Zeugen waren Graf Friedrich v. Beichlingen, Burggraf Heinrich v. Neuenburg, Heinrich v. Volkstedt, Udenscale v. Weißenburg, Ludolf v. Berlstedt, Albert v. Wippra, Otto v. Crebizvelt, Tammo v. Werben, Marschall Heinrich, Truchseß Günter, Gozwin v. Sangerhausenm, Gothefried v. Teutleben, Albert und Walter v. Mücheln, Otto v. Schirmbach.

1202

     Jan. Beschwerde gegen Papst Innozenz (Dob. 2/1216).

Der Bischof von Naumburg, Hermann von Thüringen, Dietrich von Meißen und der Graf von Orlamünde verbaten sich jegliche Einmischung Roms in die Wahl Philipp II. zum (Gegen)-König.

1203

             Cyrographum hermanni lantgravii super manso in Ebirstete (Wolff)

Den Zisterziensern wurde der Erwerb einer Hufe Land in Eberstädt von Egelof von Bendeleben einem landgräflichen Ministerialen bestätigt, verbunden mit der Vogtei und der Befreiung von Abgaben. Zu den Zeugen gehörten die Naumburger Stiftsherren Gerlach v. Heldrungen und Hugo v. Scheidungen, Manegold v. Tannroda, Gozmar v. Kirchberg, Eckard v. d. Neuenburg, Heinrich der Marschall und Cunemund v,. Scherenberg.

             Bischöfliche Urkunde (Diplomatarium)

Den Zisterziensern wurde der Tausch von Gütern in Cotewitz gegen bischöflichen Besitz in Scobkowe (bei Flemmingen) bestätigt, die Erkenbold v. Greislau aufgelassen hatte. Zeugen waren Herzog Bernhard v. Sachsen, Gerlach v. Querfurt, Meinher v. Werben u. Meißen, Burggraf Dietrich v. Kirchberg, Albert v. Droyßig, Heinrich v. Zangenberg, Hugo v. Heuckenwalde, Rudolf u. Günter v. Bünau, Reinhardt v. Minckwitz und Reinhard v. Strehla.

            Einfall König Philipps in Thüringen und dem Osterland (Allg. Gesch.)

1198 wurde auf Betreiben des Papstes der Herzog Otto von Braunschweig, ein Sohn Heinrich des Löwen als Otto IV. zum König gewählt. Landgraf Hermann schlug sich nun an die Seite des Welfen und gewann 1198 Saalfeld. 1199 wechselte er die Fronten, nachdem ihm Philipp II. den Besitz von Saalfeld bestätigte und ihm Ranis und Nordhausen versprach. 1203 befand er sich wieder an der Seite Otto IV. der ihm das Patronat über Mühlhausen und Nordhausen bestätigte. Daraufhin fiel Philipp in Thüringen ein. Landgraf Hermann mußte sich bei der Belagerung der Runneburg bei Weißensee Philipp ergeben. Hier setzten die Kaiserlichen erstmals eine Balliste als Belagerungsgeschütz ein.

1204              

  1. Mär. Bertoldus II. Nuemburgensis episcopus super Kokelove...       (UB Nr. 59, NUB 416).

Bertold bestätigte, dass die Zisterzienser vom Moritzkloster den Saalberg und vom Abt des Georgenklosters Güter in Kukulau bekommen hatten und ihnen im Gegenzug das Wasser zweier Kunstgerinne (ad duos canalea) für ihre  „molendino in pede montis sito“, überließen, die zu zwei Dritteln dem Moritzkloster und zu einem Drittel dem Georgenkloster gehörte. Darüber hinaus war vereinbart, dass die Zisterzienser für die Reinigung des Gerinnes auf einer Länge von 64 Ellen bis zur Mühle zuständig waren, das Moritzkloster für den Teil bis zur Altenburger Brücke und von da aus das Georgenkloster. Die Urkunde bezeugten Graf Meinher v. Werben, Dietrich v. Kirchberg, Albert v. Droyßig, Hugo v. Heuckewalde, Rudolf und Günter v. Bünau sowie Hermann und Friedrich v. Saaleck. (n. Wolff)    

Das Wasser für die Altenburger Mühlen kam über einen Kunstgraben, den der Bischof dem Georgenkloster 1109 genehmigte. Da das Wasser nicht reichte wurde die kleine Saale über die Nordseite des Klosters bis zur Klopstockquelle verlängert, deren  natürlicher Abfluss vertieft wurde.

1205

             Bertoldus nuenburgensis episcopus super concambio flemingen (NUB 418, Dob. 2/1270).

Bischof Bertold II. überließ dem Kloster Güter und Zinsen in Tribun (Flemmingen), die miles Albert als Lehen von Bertold v. Boblas und dieser wiederum vom Markgrafen von Meißen zum Lehen trug. Die Zisterzienser versprachen den Afterlehensnehmern ein Entschädigung von 700 Mark und 200 Fuder Wein, wenn sie das Dorf verlassen und auch die flämischen Kolonisten, die noch fränkischen Recht unterlagen, dazu bewegen würden, ihre Höfe gegen Zahlung einer Entschädigung aufzugeben. Der Markgraf wurde mit Besitzungen im Pleißenland entschädigt. Zeugen waren u.a. der canonicus Ludwig v. Saaleck, Burggraf Dietrich v. Kirchberg, Burggraf Gerhard v. Leißnig, Albert v. Droyßig, Erkenbold v. Greißlau, Reinhard v. Boblas, Heidenreich v. Wethau, Vogt Hermann v. Saaleck, Heinrich v. Altenburg, Heinrich v. Gernstedt, Friedrich v. Polenz, Heinrich v. Camburg, Günter v. Bünau und die Inhaber der landgräflichen Hofämter Marschall Heinrich und Kämmerer Konrad

            Bestätigungsurkunde zur Besitzübertragung (UB Nr. 60, NUB 425, Dob. 2/1290).

Bischof Bertold bestätigte, dass er mit der Überlassung in Flemmingen dem Versprechen Bischof Udo I. nachgekommen sei, dem Kloster weitere Güter zuzustiften. Als Zeuge testierten ebenfalls „Lodewicus de Salecke“ und Hermann von Saaleck.

1206

  1. Apr. Dominus Innocentius II. confirmat locum portensem …... (UB Nr. 61, Dob. 2/1305).

Der Papst stellte das Kloster unter seinen Schutz und bestätigte Abt Wichmar die Unabhängigkeit des Klosters und dass der Besitz steuerfrei und unantastbar von allen weltlichen Ansprüchen sei. Die Stiftsgüter durften aber nicht verkauft, nur verpachtet bzw. getauscht werden. Aufgeführt wurden u.a. : „locum ipsum...grangia Cusene, de Wincendorp, de Cocolou....et pascua (Weideplätze) de Cazenrode cum omnibus pertinensis sius (mit allem Zubehör), sowie die Höfe in Scopecov, Borsendorp, Gernstete Cranewicze, Hechendorp, Odesforde, Lepicz, Mirtendorp und Tribun.

Die Ausstellung der Urkunde erfolgte im Zusammenhang mit der Amtsenthebung Bischof Berthold II. Der Konvent befürchtete, dass man dem Kloster die von ihm und seinen Vorgängern erfolgten Zustiftungen wieder streitig machen könnte. Nach neueren Forschungen soll diese Urkunde gefälscht sein, wie auch die Stiftungsurkunde selbst. Demzufolge hatte Bischof Udo I. die Stiftung nur in Erfüllung eines dem Grafen Bruno vom Pleißengau gegebenen Versprechens vorgenommen, von dem damit die eigentliche Initiative ausging. Das Kloster habe demzufolge sein Dasein nicht dem Wohlwollen der Naumburger Bischöfe zu verdanken und alle danach erfolgten Zustiftungen aus bischöflichen Besitz wären zur Erfüllung dieses Versprechens erfolgt.

1207

           Privilegium engelhardi nuenburgensis episcopi de tribun (UB Nr. 62, Dob. 2/1338)

Engelhard (1206-1242) bestätigte die von seinem Vorgänger getätigte Übertragung der Güter, Zinsen und Gerichte in Flemmingen an die Zisterzienser. Zeugen waren u. a. Markgraf Dietrich v. Meißen, Konrad Markgraf der Lausitz, Burggraf Dietrich von Kirchberg, Albert v. Droyßig, Erkenbold v. Greißlau, Heidenreich v. Wethau, Rudolf von Bünau sowie   „Ludowicus de Salecke“.

1208

            Tod König Philipp (Allg. Gesch.)

Nachdem der Welfe Otto IV. allgemein anerkannt war, versuchte er mit Hilfe der Grafen von Beichlingen und Stolberg die von König Philipp dem Landgrafen überlassenen Güter an sich zu bringen. das konnte ein Aufgebot der landgräflichen Hauptleute Schenk Walter von Vargula und Graf Heinrich von Schwarzburg verhindern.  

               Privilegium lantgravii super X mansi quos dedit ecclesiae .... (Dob. 2/1370).

Landgraf Hermann bestätigte auf der Eckartsburg, dass Gerlach v. Heldrungen, sein Bruder Heinrich und dessen Söhne Hartmann und Dietrich den Zisterziensern 10 Acker in Vehra (b. Erfurt) überlassen hatten. Als Zeuge dieser Urkunde testierten Graf Hugo v. Buch, Manegold v. Rode, Dietrich v. Apolda, Dietmar v. Willerstedt, Herdegen v. Gosserstedt, sowie Schenk Rudolf (n. Wolff).

1209

  1. Dez. Otto quartus Romanus imperator confirmat bona ecclesiae... (UB Nr. 68, Dob. 2/1437).

Nach seiner Kaiserkrönung stellte Otto IV. in Terni das „monasterium Porta ordinis Cisterciensis“ unter seinen Schutz und bestätigte alle von seinen Vorgängern den Römischen Kaisern, Freien oder Reichsministerialen dem Kloster überlassenen Güter, Privilegien und Gerechtigkeiten, darunter die Höfe „Cusene mit Zubehör, einen andern der Wencendorf heißt, einen andern der Kokelov heißt, Borsendorp, Scopecov, Hummelstete mit der Mühle, überdies die Weinberge, welche bei Wenzendorf, dem oben genannten Meierhofe angrenzen nebst der Mühle, der Fischerei, Gebüsch und Weidich. Ferner einen Meierhof der Gernstete heißt, die Landgüter in Crenewicze, Hechendorp, Osforde, mit der Fischerei auf dem Wasser welches Hunstruta heißt (.) Lepicze mit der Mühle und dem anliegenden Wasser, welches Luppe heißt, Mertendorp mit dem Weinberg, Rieth und Mühle, einen der Flemmingen heißt und die Weideplätze von Catzenrode mit einer anliegenden Stätte eine Mühle aufzubauen...“ Zeugen waren Herzog Bernhard v. Sachsen, Landgraf Hermann und Markgraf Dietrich (n. Wolff).

1210

           Belehnung Dietrichs mit der Mark Lausitz (Allg. Gesch.).

Für 10.000 Mark Freiberger Silber (2.340 kg) erkaufte sich Dietrich die Belehnung von Otto IV. sowie die Belehnung mit den Grafschaften Eilenburg und Groitzsch. Bischof Engelhard bestätigte ihm die Hochstiftsvogtei.

            Vertrag zwischen Bischof Engelhard und Markgraf Dietrich (Germ. sacra).

Auch für die bischöflichen Besitzungen in der Lausitz überließ der Markgraf dem Bischof die Vogtei.

           Privilegium Sifridi mogentini archiepiscopi..... (Wolff)

Erzbischof Siegfried v. Mainzüberließ den Zisterzeinsern Güter in Henschleben (bei Straußfurt), die Graf Lampert von Gleichen aufgelassen hatte.

1211

            Privilegium lantgravii hermanni super super manso.... (Wolff)

Landgraf Hermann bestätigte, dass Bernulf v. Rudestedt 1,5 Hufen in Vehra gegen 2 Hufen in Ramlsa mit den Zisterziensern getauscht hatte. Zeugen waren Heinrich, Vogt v. Saaleck und Heinrich der Marschall.

            Gesandschaft des Landgrafen an den Hof des Ungarnkönigs.         

Nach Lepsius (Kl. Schriften) gehörten Schenk Walter und dessen Sohn Rudolf von Vargula der Gesandtschaft an. Sie begleiteten die Tochter des Ungarnkönigs, Elisabeth, auf die Wartburg wo sie mit Ludwigs (IV.) verlobt wurde.

             Reichstag zu Naumburg (Bürgers Annalen, Dörings Chronik).

Nach dem päpstlichen Bann über Papst Kaiser Otto IV. trafen sich in Naumburg der König von Böhmen, die Herzöge von Bayern und Österreich, der Landgraf von Thüringen, der Markgraf von Meißen sowie die Erzbischöfe von Mainz und Magdeburg und wählten den Schwaben Friedrich, den Enkel Barbarossas zum König. Ihnen schloss sich der thüringische Adel an, die Grafen von Henneberg, Anhalt, Querfurt, Schwarzburg, Orlamünde, Käfernburg, Beichlingen, Mühlberg, Hohenstein, Stolberg und Ziegenhain.

1212

     Sep. Privilegium erfordense super curia erfordensi et libertate... (Dob. 2/1493).

Graf Lampert v. Gleichen, Vogt von Erfurt, Dietrich, Vizedomus von Apolda, sein Bruder Dietrich, der Kämmerer v. Erfurt sowie die Bürger der Stadt Erfurt bekannten, dass der Streit zwischen den Bürgern und den Zisterziensern wegen der Zerstörung ihres dortigen Hospitals und der Entwendung des Inventars der Kapelle beigelegt wurde. Als Entschädigung erhielten sie einen Hof (curiam) in der Nähe der Nicolai-Kirche samt Gerichtsbarkeit (n. Wolff). Auf dem Hof wurden die Erzeugnisse der thüringischen Klostergüter gelagert und dann verkauft.

  1. Mär. Vertrag zwischen Otto IV. und Markgraf Dietrich von Meißen (Dob. 2/1500).

Als Ottos IV. mit Heeresmacht gegen Friedrich II. zog, wechselten etliche Adlige wieder die Seiten. Markgraf Dietrich schwor dem Welfen die Treue und versprach, sich nicht dem Staufer anzuschließen. Als Bürgen stellte er die Grafen Gebhard von Querfurt und Heinrich von Schwarzburg, den Saalecker „Advocatus Hermannus“ einen „Nobilbius infeudatis“ sowie Heinrich von Camburg und dessen Sohn Volkmar.

Dagegen hielt Landgraf Hermann zu Friedrich II. Bei den Kämpfen in Thüringen wurde Sulza verwüstet und die Salzquellen verschüttet. Da der Erzbischof von Magdeburg auch Friedrich II. die Treue hielt, fielen die Kaiserlichen in die zum Erzbistum gehörenden Diözesen darunter Naumburg-Zeitz ein.

1213              

           Cyrographum marchionis theodoricus de misne de monte ….. (UB Nr. 74, Dob 2/1564).

Markgraf Dietrich überließ dem dominus de porta : „... superiorem partem montis ab utraque vinea Portensium usque ad supercilium montis porrectam iuxta Wenzendorf.. - den oberen Teil des Berges von den Weinbergen der Portenser bis zur Spitze der Berge oberhalb Wenzendorfs“. Zeuge war u. a. Schenk Conrad (n. Wolff). Mit diesem Erwerb reichte der Besitz der Zisterzienser ivom linken Ufer der Saale, Catzenrode, die Mühle und Wenzendorf, bis zur Fränkenauer Höhe.

            Privilegium dominae Sophiae abbatissae de quitelinburg... (UB Nr.75, Dob. 2/1565).

Die Äbtissin Sophie v. Quedlinburg bestätigte, dass sie für ihren Anteil der „que dicitur Wencendorf“, von den Zisterziensern bessere Güter bekommen habe und darüber hinaus auch einen Weinberg, den Markgarf Dietrich aufgelassen hatte, abgegeben habe.

   Sep. Privilegium engelhard episcopi ,... nuenburgensis.... (UB Nr. 76, NUB 2/13, Dob. 2/1563).

Im Streit zwischen dem Bischof Engelhard und dem Konvent wegen der Überlassungen einiger Güter in Flemmingen an die Zisterzienser einigte man sich darauf, dass diese als Entschädigung dem Bischof eine Hufe in Eberstädt überlassen, für das Weidicht an der Saale 6 Mark und weitere 10 Mark zur Reparatur an den bischöflichen Gebäuden zahlen. Außerdem wurden 6 Schock als Zehnt für die Überlassung von Kukulau vereinbart. Zeugen waren die Äbte von St. Georg und St. Moritz, Vogt Hermann von Saaleck, Bertold, Arnold, Rudolf und Hatto von Schönburg, Friedrich von Polenz sowie „Albertus et frater eius Petrus et Bertoldus Spigel de Rutelebesberc“.

     Nov. Privilegium Ludowici custodis super mansum in hassenhusen (Dob. 2/1585)

Ludwig, Kustos des Naumburger Domes und sein Bruder Hermann, Vogt von Saaleck verkauften dem Georgenkloster eine Hufe Land in Hassenhausen für 18 Pfund Silber.

1214

  1. Juni Fridericus secundus Romanorum rex licentiat (Dob. 2/1590).

Die Urkunde testierten Bischof Engelhard von Naumburg, Landgraf Hermann v. Thüringen, Markgraf Dietrich von Weißenfels, Heinrich Graf von Schwarzburg und Friedrich Graf von Beichlingen, die Vögte von Weida, Albert von Droyßig, Hermann von Saaleck, Heinrich von Camburg und Rudolf von Berlstedt.

  1. Nov. Concambium quinque agrorum et unius vinea (Wolff)

Rudolf, Marschall v. Trebra bestätigte einen Tausch von 5 Äckern und einen Weinberg, den der Aufsehers der Grangia Gernstedt im Auftrag des Abtes in Flurstedt getätigt hatte. Zeugen waren Ritter Ekkehard v. Sulza, Berthold v. Rehehausen, Heinrich v. Ebersberg und Bruder Rüdiger, der Aufseher von Gernstedt (n. Wolff).

1215

  1. Jan. Privilegienurkunde Friedrich II. (UB Nr. 78, Dob. 2/1610).

Das Kloster durfte uneingeschränkt Reichsgütern aus dem Besitz von Reichsvasallen durch Schenkung, Tausch oder Kauf annehmen. Neben dem Landgrafen testierten die Grafen von Orlamünde, Schwarzburg, Schauenburg, Mansfeld und Hohnstein.

  1. April Landgräflicher Schiedsspruch (Dob. 2/1622).

Die auf der Neuenburg ausgestellte Urkunde testierten Hermann Vogt von Saaleck und Rudolf „pincerna de Varila“. Das war die letzte Urkunde auf der die Saalecker Vögte testierten. 1223 kamen die Burg mit den Gerichten über „Schloß und Stadt“ Saaleck samt Stendorf, Döben, Wenigenheringen, Hohendorf  an die Schenken von Vargula.

  1. Aug. Urkunde über die Beilegung eines Streites (NUB 21, Dob. 2/1634).

Der Dechant Degenhart und der Scholastikus Hartmann von Bibra vermittelten als päpstliche Kommissare in einem Streit zwischen „Guntherum militem de Rutelesberkg et fraterem suum Hugonem“ und dem Domkapitel im Streit um Güter in Bocksrode (Wüstung oberhalb der Kohlenstraße). Auf der Neuenburg kam es zum Vergleich, wo die Rudelsburger zugunsten des Stifts verzichteten. Hier testierten die canonici: Cunradus prepositus, Ludowicus custos, Hugo, Gerlachus, Hugo, Engilgerus, Theodericus, Siboto, Burchardus, Volcmarus, Reinhardus, Otto scholasticus, Hademarus, sowie als laici: meinherus burcgravius de misene (Meißen), Esino de wirbene (Werben), Bertoldus de sconeberch (Schönburg), Rudolfus de bunowe (Bünau), Meinherus et Guntherus de sconeberch, Albertus de vlemingen (Flemmingen), Ludewicus de caldenvelt.

  1. Sep. Landgräfliche Schenkungsurkunde (Dob. 2/1638).

Als Zeuge testierte Rudolf, Schenk von Vargula, nach Lepsius der Sohn von Schenk Walter von Vargula..

  1. Dez. Privilegium theoderici Misnensis marchionis …. (UB Nr.79, Dob. 2/1642).

Markgraf Dietrich befreite das Kloster von Zöllen und Abgaben, für alle in die Mark Meißen eingeführten und verhandelten Erzeugnisse des Klosters.  Zeugen der in Groitzsch abgefaßten Urkunde waren: die Grafen Friedrich v. Brehna, Friedrich v. Beichlingen, Heinrich v. Schwarzburg, die Herren von Lobdeburg, Droyßig, Greißlau, Burggraf Abert v. Altenburg, Heinrich von Kohren, Vogt Heinrich v. Weida, Volrad v. Landsberg, Gunter v. Rochsburg, Bodo v. Eilenburg, Friedrich v. Groitzsch.

1216

           Friderici halverstatensis episcopi super decima (Wolff)

Der Bischof von Halberstadt erließ den Zisterziensern den Zehnt des zu seiner Diözese gehörenden Gutes Osforde.

1217

            De quibusdam bonis ab engelhardo episcopo ecclesiae (Dob. 2/1730).

Die Zisterzienser erhielten weitere Güter in Flemmingen. Der bisherige Lehensmann Albert von Grobitz wurde mit anderen Gütern aus dem bischöflichen Besitz entschädigt. Die Urkunde testierten Erkenbold v. Greißlau, Manegold v. Tannroda sowie Bertholdus de Sconenberg senior, Bertholdus junior, Hatto senior et Boto. (n. Wolff)

           Schenkungsurkunde das Bischofs v. Würzburg (Wolff)

Die Zisterzienser erhielten ein praedium, ein Landgut in Cranewitz (bei Gernstedt) dass die Grafen Albert und Hermann von Orlamünde gegenüber dem Bischof aufgelassen hatten.

            Tod Landgraf Hermann I. (Allg. Gesch.).

Als Landgraf von Thüringen und Hessen folgte sein 1200 geborener Sohn aus zweiter Ehe Ludwig IV. der Heilige. Ludwig heiratete 1221 die seit 1211 als Verlobte auf der Wartburg weilende   ungarische Königstochter Elisabeth, später die „Heilige“genannt.

1218

            Urkunde Landgraf Ludwig IV. ( Dob. 2/1813).

Als Zeugen testierten Schenk Rudolf und sein Bruder Dietrich.

1220

           Privilegum vhere et piscationis eius (Wolff)

Der Abt von Hersfeld überläßt den Zisterziensern einen Hof in Vehra (bei Straußfurt) mit der Fischerei und erklärt die Entlassung aus seiner Gerichtsbarkeit, die Befreiung von Abgaben und verspricht die einvernehmliche Beilegung möglicher Streitigkeiten (n. Wolff)

1221

            Tod Markgraf Dietrichs (Allg. Gesch.).        

Ihn beerbte sein minderjähriger Sohn Heinrich (geb. 1215). Die Vormundschaft übernahm Dietrichs Schwager, Landgraf Ludwig IV. ebenso die Regentschaft in Meißen und der Lausitz. 1223 kam es zu Auseinandersetzungen mit dem Adel des Osterlandes. Der hatte sich auf die Seite der Witwe des Markgrafen gestellt, die inzwischen den Henneberger Grafen geheiratet hatte und ihrerseits die Vormundschaft forderte. Ludwig besetzte daraufhin Weißenfels und Leipzig. 1225 verzichtete Jutta auf der Neuenburg auf ihre Ansprüche.

     Mär. Treueeid des Adels der Markgrafschaft Meißen und des Osterlandes (Dob. 2/1954).

Zunächst wurde Ludwigs Regentschaft anerkannt und im Fall, dass der minderjährige Konrad noch vor Erreichen der Volljährigkeit verstirbt, sollte der Landgraf als nächster Verwandter die Markgrafschaft erben.

  1. Sep. Schenkungsurkunde Landgraf Ludwigs IV. und der Elisabeth (Dob. 2/1796).

Unter den landgräflichen Ministerialen urkundete Rudolf Schenk von Vargula.

  1. Nov. Honorius super bona in hencesleiben et ver (Wolff).

Papst Honorius bestätigte die Rechtmäßigkeit des Erwerbs von 9 Hufen und eine Mühle in Henschleben (bei Straußfurt) und des Erwerbs in Vehra vom Kloster Hersfeld. Und in einer weiteren Urkunde bestätigte er den Erwerb in Porstendorf von Ritter Konrad von Porstendorf.

1222

             Schutzurkunden Ludwig IV. (Dob. 2/2019 u. 2020).

Einer der Zeugen der Beurkundung, von denen eine auf der Neuenburg gesiegelt wurde, war Schenk Rudolf. Nach Binhards „Chronica“ begleitete Rudolf den Landgrafen bei seinem Kriegszug gegen das polnische Lebus.

1223

            Ludewicus lantgravius super tribus mansis in ver et henscesleiben (Dob. 2/2051).

Landgraf Ludwig überträgt den Zisterziensern drei Hufen aus seinem Familiengut in Henschleben und weiterer drei Hufen in Vehra, die die Grafen von Orlamünde aufgelassen hatten. Das testierte u. a. Schenk Rudolf.

1224

  1. Dez. Beilegung eines Streits zwischen dem Moritz- und dem Georgenkloster (NUB 55).

Man einigte sich auf die Verteilung des Wassers der kleinen Saale (qui vulgo parva Sala nominatur) zum Betrieb der Altenburger Klostermühlen.

1225        

     Sep. Resignierungsurkunde (NUB 61, Dob. 2/2235).

Landgraf Ludwig resignierte die Vogtei über das Georgenkloster, die die Ludowinger seit 1140 inne hatten. Bischof Engelhard überließ sie dem Abt Johannes.

Diese Urkunde testierte der Schenk Rudolph mit dem Zusatz „von Saaleck“. Der Wechsel des markgräflichen Lehens der Burg auf eine landgräflichen Ministerialen erfolgte zu dem Zeitpunkt als Landgraf Ludwig Vormund des Markgrafen war. Schenk Rudolph von Vargula, gehörte zum Gefolge  des Landgrafen und wurden für treue Dienste mit der Burg , der Stadt und dem Burgward, der Fischerei und der Geleitseinnahme auf der Saale belehnt. Wie aus späteren Urkunden hervorgeht besaßen die Schenken bereits längere Zeit Güter bei Möllern und Hassenhausen. Der Name Rudolph wurde bei den Schenken (von Vargula bzw. von Saaleck) immer dem ältesten Sohn weitergegeben, womit eine eindeutige Zuordnung schwierig ist (s. Lepsius Kleine Schriften).

  1. Nov. Verzicht des Landgrafen auf die Vogtei (Dob. 2/2246).

Nach der Belehnung eines landgräflichen Vasallen mit der Burg Saaleck, verzichtete Ludwig IV. auf die Vogtei im Stift. Bischof und Äbte durften nun ihre Rechtsgeschäfte selbst oder von den eigenen Dienstleuten testieren lassen. Diesen Verzicht bezeugten Schenk Rudolf und Heinrich Marschall von Eckartsberga.

1226

  1. Juni. Eventualbelehnung Landgraf Ludwig IV. (Dob. 2/2330).

Kaiser Friedrich II. bestätigte in Borgo San Domino dem Landgrafen die Übertragung der Mark Meißen, des Osterlandes und der Lausitz, für den Fall, dass sein Mündel der Wettiner Heinrich noch vor Erreichen der Volljährigkeit versterben sollte. Als Gegenleistung erklärte sich Ludwig bereit, am bevorstehenden Kreuzzug mit dem thüringischen Adel wie den Grafen von Käfernberg, Brandenberg, Mühlberg, Stolberg, Gleichen, Schenk Rudolf von Vargula, Marschall Heinrich von Eckartsberga, Truchseß Hermann von Schlotheim, Kämmerer Heinrich von Fahner, den Herr von Heldrungen u.v.a. teilzunehmen

     Juni Protection fratria Hermanni magistri domus theutonicae.. (Wolff).

Der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hermann v. Salza, verkaufte den Zisterziensern das Landgut des Ordens in Porstendorf für 520 Mark Silber.

             Protestatio comitum de novo castro super bona speculi (Wolff)

Hermann und Heinich von Mansfeld, Burggrafen der Neuenburg, bestätigen, dass Berthold Spigel (cognomento B. Speculum), Kastellan in Ruthleybisberc, seine Frau und ihr gemeinsamer Sohn Berthold ihre Güter in Altenburg gegenüber dem Burggrafen Meinher v. Meißen resigniert hatten und dieser sie den Zisterziensern überließ. (n. Wolff).,

  1. Dez. Papst Honorius bestätigt die Auflassung der Saalecker Vogtei (NUB 2/67, Dob. 2/2361).

1227

  1. Juni Schenkung an Rudolf von Vargula (Dob. 2/2421).

In Abwesenheit Ludwig IV. siegelte sein Bruder Heinrich Raspe die Urkunde.

       Sep. Landgraf Ludwig IV. der Heilige verstirbt (Allg. Gesch.).

Im Juni überquerte das landgräfliche Heer die Alpen. Doch noch vor der Überfahrt verstarb Ludwig IV. in Apulien. Daraufhin kehrte der thüringische Adel  um und brachte die sterblichen Überreste Ludwigs in das Kloster Reinhardsbrunn. Für seinen ältesten Sohn aus der Ehe mit Elisabeth den fünfjährigen Ludwig übernahmen seine Oheime Heinrich Raspe (IV.) und Konrad die Regentschaft. Die Vormundschaft für den Erben der Mark Meißen ging an Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg.

     Sep. Super porte nemoris tutenberg ad molendinum dorndorf spectantis (Dob. 2/2442).    

Hartmann von Saalburg erklärte, dass Ritter Tuto von Tautenburg den Zisterziensern eine Mühle bei Dornburg überlassen und ihm gegenüber das Lehen des dortigen Waldes resigniert habe, den er dann auch den Zisterziensern übertrug.

1228

  1. Mai Heinricus lantgravius confirmant contractum fratre suo lantgravio .. (Dob. 3/14).

Heinrich Raspe bestätigte einen Verkauf von Hufen in Henschleben und Vehra aus dem Jahr 1223. Als Zeugen testierten Rudolf, Schenk von Vargula und Heinrich, Marschall von Eckartsberga (n. Wolff).

  1. Nov. Urkunde Papst Gregor IX. (Dob 3/34 u. 35).

Dieser bestätigte nochmals die Rechtmäßigkeit der 1028 erfolgten Verlegung des Hochstifts von Zeitz nach Naumburg und beendete den seither schwelenden Konflikt. Das Kapitel von Zeitz blieb Naumburg untergeordnet.

1229

     Sep. Heinricus lantgravius super aggere... (UB Nr. 99, Dob. 3/71)

Die Zisterzienser hatten zum Schutz ihrer Äcker bei Henschleben und Vehra entlang der Unstrut einen Damm angelegt, den die Eigentümer des gegenüberliegenden Ufers, die Herren von Straußfurt, eingerissen hatten. Daraufhin beauftragte der Landgraf „Rudolfen familiarem nostrum Pincernam Rudolfum de Saleke“ den Streit zu schlichten. Die Zisterzienser bekamen Recht. Das bestätigten neben Schenk Rudolf: Theodericus de vipeche, Albertus smelinc, Johannes de heuersleben, Ekehardus de sumeringen, Heinricus de bendeleiben, Ulricus de arnsberc, Euerherus iunior et frater eius Ekehardus, Bertoldus fratruelis domini Euerheri, Bruno ollarius, Wasmundus forensis magister, Fridericus cellarius, Baldewinus camerarius, Degenhardus magister uini. monachi de porta, Rudolfus conuersus, frater Beringerus, frater Sefridus de porta, Hermannus de stufforde, Gothefridus caput agni, Theordericus ricus calvus.“ Letztere waren alles Mönche, des Marienklosters (n. Wolff).

1230

           Privilegium Sifridi moguntiaci archiepiscopi de ecclesiae in Borsendorf (Wolff)

Erzbischof Siegfried von Mainz bestätigte, dass der Deutschen Orden den Porstendorfer Hof den Zisterziensern verkauft haben.

1231

  1. Jan. Privilegium Heinrici misnensis marchionis monasterio concessum (UBNr.102, Dob. 3/180).

Eine der ersten Urkunden des Markgrafen Heinrich betraf die Bestätigung aller Besitzungen und Privilegien, die schon Markgraf Dietrich den Zisterziensern 1215 bestätigt hatte (n. Wolff).

     Sep. Schenkungsurkunde des Landgrafen Heinrich Raspe (Dob. 3/212).

Neben den Grafen von Orlamünde, Rabensberg, Stolberg, Beichlingen, Schwarzburg, Berka, Mühlberg, Wiehe, Tannroda und Heldrungen siegelten die Schenken Rudolf d. Ä. und Rudolf d. J.

1233

  1. Jan. Heinrici lantgravii protestatio super com positione (Wolff)

Gegen den Dammbau der Zisterzienser an der Unstrut klagte nun auch der Ritter Eberhardt von Weißensee vor dem Dingtag zu Mittelhausen. Unter Vermittlung des Landgrafen wurde der Streit beigelegt.

  1. Nov. Vergleich Landgraf Konrads (Dob. 3/369).

Diese Urkunde des jüngsten Bruders des verstorbenen Ludwig IV. bezeugte Schenk Rudolph von Vargula.

1234              

  1. Feb. Urkunde König Heinrich VII. (UB Nr. 106, Dob. 3/396).

Auf der in Frankfurt gesiegelten Urkunde bestätigte der Enkel Kaiser Friedrich I. dem Kloster   das Recht, ohne seine Einwilligung reichsunmittelbare Güter zu erwerben oder einzutauschen.

  1. Mär. Kaufurkunde des Klosters Pforte (Dob. 3/404).

Siegfried Staconnarius aus Naumburg und sein Weib Gertrud verkauften den Zisterziensern für 6 Mark ihr Gut in Flemmingen, unter der Bedingung dass ihnen bis zum Lebensende die Hälfte der Ernte gewährt und vom Hofmeier zu ihnen nach Naumburg gebracht wird. Den Vertrag bezeugten der Prior Konrad, der Subprior Konrad, Johann der Kellermeister. Demnach hatten hier die Zisterzienser die Gerichte und brauchten keine weltlichen Zeugen.

     Sep. Urkunde Landgraf Heinrich Raspe (Dob. 3/447).

Diese bezeugten Rudolf (II.) Schenk von Vargula und sein Sohn Hermann.

1236

  1. Mai Heiligsprechung der Elisabeth von Thüringen (Allg. Gesch.)

1228 nachdem sie 2000 Mark Silber als Leibgedinge erhalten hatte, ging sie nach Marburg und errichtete hier ein Hospiz in das sie als einfache Schwester eintrat und wo sie 1231 starb. Ihrer Erhebung wohnten Kaiser Friedrich II. Landgraf Heinrich Raspe, sein Bruder Konrad, zahlreiche thüringische Adlige und Bischof Engelhard bei.

  1. Juni Tauschurkunde Heinrich Raspe IV. (Dob 3/618).

Unter den Zeugen testierte Rudolf Schenk von Vargula.

            Kaiser Friedrich II. bestätigt dem Kloster die 1234 gewährten Privilegien (UB Nr.109).

Zeugen waren der Landgraf von Thüringen, die Burggrafen von Nürnberg und Magdeburg sowie Konrad v. Tannroda.

1237

  1. Sep. Schenkungsurkunde Hartmanns von Lobdeburg (Dob. 3/693).

Einer der Zeugen war Schenk Rudolf (II.) von Vargula.

             Urkunde über eine Ackertausch bei Hechendorf (Wolff)

Albert von Rabenswalde bestätigte den Tausch des Ritters Konrad von Wiehe mit Pforte.

1238

  1. Apr. Heinricus misnensis marchio super 4 mansis in Thuswitz (Diplomatarium)

Heinrich erklärte, dass er den Zisterziensern in Tauschwitz 4 Hufen und einen Weinberg überlassen und diese ihm dafür eine Schuld seines Vaters von 70 Mark erlassen haben. Zeugen waren Graf Heinrich v. Schwarzburg und Heinrich Burggraf von Kirchberg.

  1. Apr. Vergleich zwischen Markgraf Heinrich    und dem Bischof (UB Nr.111, Dob. 3/754).

In der Mark Meißen fehlten zwar mächtigen Adelsgeschlechter, dagegen waren es die Bischöfe, die in ihren Diözesen über einen ansehnlichen Eigenbesitz verfügten. Dazu gehörten nicht nur Dörfer, Äcker und Wälder, sondern auch Bergwerke und Burgen, mit denen bischöfliche Ministerialen belehnt waren, wie in der Naumburger Diözese die Hugos von der Schönburg, die Bünaus und die von Droitzen. Weitere Befestigungen waren dem Markgrafen zum Lehen gegeben wie die Rudelsburg.  Regelmäßig wurden diese Lehensverpflichtungen erneuert. Heinrich, der nun die Regentschaft selbst übernommen hatte,  bestätigte dem Bischof die Stiftsvogtei über den bischöflichen Eigenbesitz und die Unantastbarkeit. Er erlaubte dem Bischof die Befestigung seiner Orte und verpflichtete sich, keine bischöflich-naumburgischen Münzen in der Markgrafschaft zu prägen. Im Gegenzug bestätigte der Bischof dem Markgrafen die Obervogtei und alle bischöflichen Lehen, die die Wettiner trugen, darunter das „castrum et oppidum Ruteleibespergk“. Heinrich versprach seinem Oberlehnsherrn, die Burg wieder instand zu setzen und dem Bischof zum persönlichen Schutz offen zuhalten. Demnach hatte der Bischof den Wettiner mit der Burg belehnt.

  1. Nov. Groitzscher Vertrag zwischen Heinrich und Bischof Engelhard (NUB 168).

Darin wurden die im Vergleich getroffenen Vereinbarungen besiegelt, wie die Wiederherstellung des „castrum Rutleibesberch“.

1239

  1. Aug. Heinricus Lantgravii super 89 jugeribus frutectorum (Dob 3/810).

Heinrich d. Ä. von Hesilere, seine drei Söhne und sein Neffe Heinrich v. Hardisleben überließen den Zisterziensern 89 Morgen Buschholz in der Flur von Häßler, die sie als Lehen des Bischofs trugen. Zeugen der auf der Neuenburg gesiegelt Urkunde waren u. a. Graf Dietrich v. Berka, Friedrich v. Beichlingen, Hermann v. Mansfeld und Otto v. Bucha..

     Sep. Super molendio in dorndorff (Wolff)

Im Streit um der Verkauf der Dornburger Mühle zwischen den Zisterziensern und Ritter Werner von Bürgel kam unter Vermittlung der Schenken Heinrich und Volkmar in Camburg ein Vergleich zustande. Die Mönche gaben 2 Mark Silber, 1 Malter Getreide und zwei Paar Schuhe, dafür ließ Ritter Werner das Lehen gegenüber dem Burggrafen vom Gleißberg auf. Die Übernahme erfolgte sofort durch den Hofmeister, den Schäfer und den Wagenmeister des Porstendorfer Hofes.

     Okt. Super curia in dorndorf (Wolff)

Lukardis von Steudnitz die Schwester der Schenken Conrad, Dietrich, Heinrich und Rudolf d. J. überließ mit Zustimmung ihrer Töchter Lukardis und Mechthild dem Kloster einen Hof in Dornburg . Dafür bekam sie im Kloster ihre letzte Ruhestätte. Das bezeugten Abt Conrad, Prior Conrad, Albert der Hofmeister von Porstendorf, Heinrich v. Mücheln einer ihrer Schwiegersöhne, und ihr Leibdiener Heinrich. Die Vereinbarung wurde vom Naumburger Bischof zu dessen Diözese der Hof gehörte, bestätigt. 

1242

  1. Jan. Landgraf Hermann II. stirbt (Allg. Gesch.)

Der erst Neunzehnjährige hinterließ keinen männlichen Nachkommen und so fiel das Erbe an seinen Onkel, den Bruder Ludwig IV. Heinrich Raspe IV., nachdem auch Konrad, seit 1239 Hochmeister des Deutschen Ordens, 1240 verstorben war. Heinrich Raspe war seit 1241 Reichsverweser für den in Italien weilenden Kaiser Friedrich II.

  1. Mai Verkauf von Gütern des Schenken Heinrich an das Kloster Reifenstein (Dob. 3/1034).

Mit Zustimmung seiner Brüder der Schenken Rudolf (III.), Konrad und Dietrich verkaufte er dem Kloster einige Äcker bei Klettstadt. Als Zeugen testierten u.a. Heinrich, Vogt von Vargula, Gerhard von Vargula und Heinrich von Tautenburg.

Kaiser Friedrich II. belehnte „fideles nostri Rudolfus pincerna de Varila Rudolfus et Henricus, frater eius“ „die Söhne des Schenken Rudolf (II.) von Vargula, Rudolf (III.) und sein Bruder Heinrich“, mit dem „castrum Tautenburg cum pertimentiis“. Beide wurden damit in den Stand von Reichsministerialen erhoben. Rudolf baute 1232 die dortige Kirche (Anno. dni. MCCXXXII Rudolphus secundus huius nominis obstruxit hanc capellam (Lepsius Kl. Schriften).

Nach E. Kaufmann (NTB v. 26. Apr. 2008*) war Heinrich kinderlos, weshalb er die Zustimmung seiner Brüder für diese Überlassung benötigte. Dietrich ein weiterer Bruder wurde zum Begründer der Nebraer Linie der Schenken. Die Tautenburger teilten sich dann in die   Linien Dornburg (Lepsius) bzw. Niedertrebra und Frauenprießnitz (A. Trinius)

Als Zeuge testierte neben den Vögten von Vargula, Heinricus Curtefrunt. Ein Kurtefrund gehörte dann zu den Kastellanen der  Rudelsburg.

  1. Mai Super manso in cebekur (UB Nr. 117, Dob. 3/1035).

Ritter Ulrich von Balgstädt schenkte den Zisterziensern eine Hufe in Zäckwar (Cebecur). Die Schenkung bestätigte Landgraf Heinrich Raspe mit dem Zusatz „procurator sacri imperii per Germaniam“ Statthalter des Heiligen Deutschen Reiches. Zeugen waren Graf Dietrich v. Berka, Marschall Heinrich v. Ebersberg und Ritter Conrad v. Schmon. Der landgräfliche Erbmarschall trug das Lehen und die Vogtei von Ebersberg-Eckartsberga, zu deren Burgward auch Sulza gehörte (n. Willes Chronik der Stadt Sulza).

1277 überließen Friedrich von Balgstädt, 1286 Friedrich und Gebhardt von Haldeck, 1287 Otto von Gostenitz, 1288 die Marschälle von Trebra und Eckartsberga dem Kloster hier weitere Güter. 1290 kamen die Vogtei und der Blutbann hinzu und von Heinrich Marschall zu Nebra weitere neun Hufen Land. 1301 erfolgte der Tausch der Pfarrei mit dem Domkapitel. Seit 1321 war das Dorf völlig im Besitz des Klosters.

  1. Mai Verkauf von Gütern aus dem Besitz des Schenken (Dob. 3/1036).

Landgraf Heinrich genehmigte den Verkauf an das Kloster Pforte.

            Wahl Dietrichs von Wettin zum Naumburger Bischof (Allg. Gesch.)

Markgraf Heinrich setzte die Wahl seines Halbbruders durch, um das Bistum noch enger an die Markgrafschaft zu binden. Unter Bischof Dietrich begann der Bau des spätromanischen Doms.

1243

  1. Jan. Urkunde des Landgrafen auf der Wartburg (Dob. 3/1051)

Als Zeugen testierten Rudolf Schenk von Vargula und Heinrich Marschall von Eckartsberga.

  1. Apr. Heinrici Lantgravii super molendino in rivo Emesa (Dob. 3/1081).

Heinrich Raspe überläßt dem Kloster Pforte die zwischen dem allodium Gernstedt und Sulza am Lindenloh gelegene Emsenmühle. Dafür verlangt er einen jährlichen Zins von 24 Solidus Die in Weißensee abgefasste Urkunde testierten Hermann Burggraf der Neuenburg, Dietrich v. Berka, Friedrich v. Beichlingen, der Burggraf von Querfurt, Marschall Heinrich v. Ebersberg, Truchseß Bertold v. Schlotheim, Schenk Rudolf v. Vargula, Rudolf v. Hausen.

  1. Juni Privilegium Ottonis de Lichtenhain (Wolff)

Die Zisterzienser hatten dem Lichtenhainer (b. Jena) bei einem Grundstücksgeschäft eine jährliche Zahlung von 65 Mark Silber und 4 Fuhren Wein auf Lebenszeit zugesagt. Nun verständigte man sich auf eine einmalige Zahlung von 200 Mark Silber und jährlich 20 Mark. Die Weinlieferung blieb bestehen. Eine Fuhre lieferte „quae dicitur dominae Berthae“, drei Fuhren (2 weiße, 1 rote) Wuezendorff (Wetzdorf). Den Vertrag bezeugten die Naumburger Stiftsherren, der Probst von Zeitz sowie Eberhard v. Greifenberg, Volkmar v. Camburg und Hugo v. Prießnitz.

  1. Juni Eventualbelehnung Markgraf Heinrich mit der Landgrafschaft (Allg. Geschichte).

Landgraf Heinrich Raspe hatte beim Kaiser Friedrich II. erreicht, dass sein Neffe Heinrich, der Sohn Markgraf Dietrichs von Meißen und der Jutta von Thüringen mit der Landgrafschaft belehnt wird, falls er der schon im fortgeschrittenen Alter stand ohne männlichen Erben bleiben sollte (Lehnsurkunde WEI Nr. 947).

Damit bestand für die Wettiner die Aussicht über die weibliche Linie die Ludowinger zu beerben und mit der Landgrafschaft Thüringen-Hessen, der Pfalzgrafschaft Sachsen, den Marken Meißen und Lausitz, der Grafschaft Brehna  und dem Patronat der Bistümer Naumburg, Merseburg und Meißen, eine ansehnliche Macht zu vereinigen.

1244

     Mai Ablösung des Zehnts für den Hof Vehra (Wolff)

Für die Überlassung zahlten die Zisterzienser dem Abt von Hersfeld jährlich 5 Mark Silber. Aus finanziellen Nöten stimmte dann der Hersfelder Abt einer eine einmaligen Zahlung von 70 Mark und der Befreiung von Zehnt zu.

  1. Okt. Super concambio ...possessiones sub dornburg(UB Nr. 121, Dob. 3/1189).

Heinrich Schenk von Tautenburg (Heinricus pincerna dictus de thutenberg) überließ den Zisterziensern einen Mühlplatz (aream molendni), einen Uferstreifen (ut in littore eiusdem fluvii purgamenta commode possent emundari) und ein Gehölz (quod forestum dicitur) am Saaleufer bei Dornburg gegen 3 Morgen Ackerland am gegenüberliegenden Ufer.

Dem Tausch stimmten Heinrichs Brüder „Rudolfi pincerne de Saleke, Cunradi et Heinrici fratrum meorum“ zu. Weitere Zeugen waren: Heinricus de kornere et frater eius Jrinfridus, Guntherus des rosla, Theodericus de alstede, Werherus et frater eius Werherus de wirichusen, Heinricus junior de meldingen, Cunradus scubel, Heinricus de grohsen, Conradus de butheniz, Heinricus curefrunt, Heinricus hering de sunthusen, Hartmut de dobersten, Heinricus sagittarius“. “

1245

               Übereignung der Emsenmühle (Lepsius Kl. Schriften).

Markgraf Heinrich bestätigte den Zisterziensern den Besitz der Emsenmühle bei Sulza samt einem Gehölz. Weitere Erwerbungen im pago villae quae anticuus Damsla dicitur folgten, darunter auch Lehen die Helwig der Münzmeister zu Sulza trug.[nbsp

1246

  1. Mai Heinrich Raspe wird zum König gewählt (Allg. Gesch.)

Nach der Exkommunizierung Friedrich II. und seines Sohnes Konrad wurde der Landgraf auf Drängen des Papstes von den drei Erzbischöfen zum (Gegen)-König gewählt.

1247

  1. Feb. Tod des Landgrafen Heinrich Raspe IV. (Allg. Geschichte).

Hier endete die männliche Linie der Ludowinger und der Wettiner Heinrich erbte die Landgrafschaft. Dagegen wandte sich Sophia, die Tochter Ludwig IV. und der Heiligen Elisabeth. Sie hatte den Herzog von Brabant geheiratet und ließ den 1244 geborenen Sohn Heinrich (das Kind) mit Hilfe des hessischen Adels und der Stadt Eisenach zum rechtmäßigen Landgrafen ausrufen.

1248   

  1. Mai Heinrich III. urkundet auf der Neuenburg (Dob. 3/1606)

In seinem Gefolge befand sich auch Schenk Rudolf (II.) von Vargula.

                Thüringer Grafenaufstand (Allg. Geschichte, Döring).

Auch ein Teil des thüringischen Adels verwehrte Heinrich die Anerkennung. Gegen sie ging er mit Waffengewalt vor. In der Schlacht von Mühlberg besiegte ein Aufgebot unter der Führung der Schenken Rudolf und Walter und dem Burggraf von Kirchberg die Käfernburger, Schwarzburger und den Grafen von Gleichen. Heinrich selbst belagerte die Runneburg und die Eckartsburg und vertrieb deren Besatzung.

1249

     Juni Urkunde über eine Kaufpreiszahlung (Wolff)

Graf Albert v. Wiehe bestätigte, dass die Zisterzienser dem Ritter Reinfeld v. Hentschleben 8 Mark Silber zur Beilegung des Streites über die dortige Mühle gezahlt hatten. Zeugen waren die Ritter Meinhard v. Donndorf, Heinrich v. Nausitz, Heinrich v. Gehofen und der Hofmeister von Hechendorf.

  1. Juli Treueschwur der Thüringer Grafen (Dob. 3/1721).

Im Weißenfelser Vertrag wurde Markgraf Heinrich von den Käfernburger, Schwarzburger, Beichlinger, Hohnsteiner, Anhalter und Stolberger Grafen anerkannt.

Den Schenken wurden die zur Mark Meißen gehörenden Burglehen Saaleck und Tautenburg bestätigt und weitere Angehörige der Familie mit Vitzenburg, Dornburg, Nebra und Apolda belehnt.

Außerdem einigte sich Heinrich mit der Herzogin von Brabant. Sie entsagte bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes auf dessen Ansprüche und überließ Heinrich die Vormundschaft. Danach sollte das Reichsgericht über die rechtmäßige Erbfolge entscheiden.

1250

  1. Feb. Bestätigungsurkunde über einen Zinsabtrag (Dob. 3/1721).

Die Urkunde testierten Rudolf Schenk und Heinrich von Vargula.

     Dez. Pachtverträge mit Flemminger Bauern (UB Nr.124, Dob. 3/1860).

Abt Conrad bestätigte, dass er im Einverständnis mit dem Konvent die Äcker des Flemminger Freigutes den Bauern zur Bewirtschaftung bei Zahlung eines Pachtzinses überlassen habe. Dies galt, solange diese als auch ihre Frauen und Erben den ihnen überlassenen Acker bearbeiteten und den jährlichen Zins zahlten. Nur wer sich wegen Betrug, Spielsucht, Mord oder Holzfrevel schuldig machte und verurteilt wurde, konnte von seinen Äckern verwiesen werden. Die Verpachtung war eine Neuerung weshalb auch der gesamte Konvent unterzeichnete, Proir, Subprior, Kellner, Kämmerer, Pförtner, Küster, Kantor, Petrus der Hofmeister von Naumburg und dessen Bruder Herburg, sowie die Mönche Jacob, Friedrich, Tammo und Robert.

Damit gab das Klosterdie bisherige Praxis auf, die Bauernhöfe bzw. ganze Dörfer in Klostergüter umzuwandeln wie Kösen, Kukulau, Fränkenau, Gernstedt, Mertendorf, Hechendorf, Vehra und Porstendorf. Mit der Übernahme der Gerichte beließ man den Bauern das Land und verlangte dafür Zinsen, Naturalabgaben und Handdienste. Das war wesentlich effektiver als die Eigenbewirtschaftung. Nach und nach wurden Äcker, Felder, Wiesen, Triften und Weinberge, Viehherden, Mühlen und die Fischerei in Erb- bzw. Zeitpacht zu geben. Mit den Einnahmen wurden weitere Güter angeschafft, die Naturalabgaben, soweit sie den Eigenbedarf überstiegen, wurden auf den Märkten wie Naumburg und Erfurt verkauft. Außerdem kamen durch die Gerichtsbarkeit, wozu ab 1271 auch der Blutbann kam sowie die Kirchenaufsicht weitere Gelder in die Klosterkasse.

  1. Juni Kaufvertrag über das Dorf Leutenthal (Wolff)

Für 130 Mark Silber erwarben die Zisterzienser vom Nonnenkloster im fränkischen Wichterswinkel die gesamte Flur zwischen Liebstedt und Sachsenhausen mit allen Rechten und Gerechtigkeiten einschl. der Mühle. Neben den Mönchen waren als Zeugen zugegen Albert v. Hechendorf, Albert v. Mellingen, Meinhard v. Donndorf, Johann v. Mannstedt, Hermann v. Wolmirstedt, Hermann v. Buttstedt und Friedrich v. Sachsenhausen. Nach der Genehmigung durch den Würzburger Bischof, zu dessen Diözese das Nonnenkloster gehörte, stimmte auch Heinrich d. Erlauchte zu. Das bezeugten die Grafen Dietrich v. Vippach, Gunther v. Kefernberg, Albert v. Rabenswalde, Heinrich v. Schwarzburg, Dietrich v. Kirchberg, Albert v. Klettenberg, Heinrich v. Heldrungen, Gunter v. Blankenburg, Leutolf und Heinrich v. Allerstedt, Heinrich und Ludwig v. Mellingen, Hugo v. Salza, Albert v. Ebeleben, Heinrich, Rudolf und Bertold v. Isserstädt, Eberhard und Hugo v. Ballhausen.  

  1. Juli Theodoricus neunburgensis episcopus de molendino in mertyndorf (Wolff)

Von der Mertendorfer Mühle gehörten 4 Teile den Zisterziensern, 1 Teil dem Bischof und 1 Teil dem Ritter Ulrich zu Mertendorf. Alle anfallenden Reparaturen sollten im Verhältnis der Anteile übernommen werden. Da sich Ulrich weigerte, hatten auch die anderen Teilhaber nichts unternommen, so dass die Mühle verfiel. Nun verzichtete Ulrich auf seinen Anteil zugunsten der Zisterzienser, die ihm dafür jährlich 30 Scheffel Roggenmehl aus ihrer Punkewitzer Mühle versprachen. Die Vereinbarung genehmigte der Bischof, der 1255 seinen Anteil den Zisterziensern ebenfalls überließ. Zeugen waren Heinrich v. Casekirchen, Heinrich Spigel, Gottschalk v. Mertendorf, Heinrich v. Kötzschau, der markgräfliche Hofmeister zu Weißenfels und von Seiten der Zisterzienser der Kellner und dessen Gehilfe, der Kämmerer, und die Hofaufseher von Gernstedt und Mertendorf .

1251

  1. Mär. Grundsteinlegung für den hohen Chor der Klosterkirche (Allg. Gesch.).

Darauf verweist eine Inschrift am Strebepfeiler des Chores „Anno Domini MCCLI Kla. Aprilis positum est fundamentum“.

Die gute wirtschaftliche Lage ermöglichte dem sechsten Abt Heinrich den Bau einer Kirche zu beginnen. Von der älteren Kirche blieb die Abtskapelle erhalten. Für die Arbeit standen inzwischen genügend Konversen und fronpflichtige Bauern zur Verfügung. Steine und Kalk kamen aus den klostereigenen Steinbrüchen. Es fehlte nur noch geeignetes Bauholz für die Dach- und Deckenkonstruktionen.  

1252

            Förmliche Belehnung Heinrich III. des Erlauchten (Allg. Gesch).

Nach dem Ende der Stauferdynastie bestätigte König Wilhelm v. Holland Heinrich das Erbe der Landgrafschaft Thüringen-Hessen und wies den Anspruch der Herzogin von Brabant ab. Sie blieb mit Ludwig, dem Kind, in Hessen, wo sie die Unterstützung des einheimischen Adels hatte.

Aus Heinrichs erste Ehe stammten zwei Söhne, Albrecht (geb. 1240) und Dietrich (geb. 1242). Albrecht wurde bereits 1243 mit Mathilde der Tochter des Staufers Friedrich II. verlobt. Als Mitgift brachte sie das Pleißenland mit Altenburg, Chemnitz und Zwickau in die Ehe ein. Im Vertrag von Grimma erhielt Heinrich dann auch das Oberlehen über die Vögte von Gera, Weida und Plauen.

Wilhelm war der erste Grafenkönig, der nach den hochmittelalterlichen Ottonen, Saliern und Staufern zum deutschen König gewählt wurde. Ihre Hausmacht war beschränkt, so dass sie den mächtigen Territorialgewalten kaum ihre Privilegien streitig machen konnten. Um die eigene Hausmacht zu stärken, bedienten sie sich wechselnder Bündnispartner und versprachen diesen für die Unterstützung weitere Privilegien. Auch der Einzug erledigter Reichslehen wurde zur gängigen Praxis, wenn auch letztendlich recht erfolglos. Außerdem wurde versucht, mit der Schaffung reichsunmittelbarer Stände, Reichsritter und freie Reichsstädte, ein Gegengewicht zu den Territorialgewalten zu schaffen.

1254

  1. Apr. Zollprivileg, das Erzbischof Rudolf von Magdeburg für die Zisterzienser (UB Nr. 137)

Rudolf bestätigte das von seinem Vorgänger Albert (1209-1233) dem Kloster eingeräumte Recht in Halle neben Heringen, Wachs, Seife und Salz soweit es für den Bedarf des Klosters und der Klosterhöfe gedacht war, sowie 2 Fuhren Leder und Schaffelle zu erwerben, ohne die üblichen Abgaben zu entrichten. Darüber hinaus durften sie hier ihren Wein und andere Klosterprodukte abgabefrei verkaufen.

     Juli Verkauf über ein Gehölz bei Niedermöllern (UB Nr. 139). 

Das Nonnenkloster Zscheiplitz, das zur Diözese Halberstadt gehörte, verkaufte aus wirtschaftlichen Nöten 21 Morgen Buschholz „que Inferior Meller dictur“ für 2 Mark Silber. Neben dem Konvent waren als Zeugen zugegen: Albert v. Hechendorf, Albert v. Porstendorf, Vitego Stiftsherr zur Hlg. Maria zu Erfurt, Walter v. Tennstädt, Eberhardt v. d. Neuenburg und Volkmund v. Freyburg.

1353 erwarben die Zisterzienser das Dorf und die Gerichte von den Orlamünder Grafen und 1366 überließ ihnen das Moritzkloster ihren Besitz samt der Advokatie.

1256

            Interregnum (Allg. Gesch.).

Die „königslose Zeit“ (bis 1273) nutzten die Territorialfürsten zum Ausbau ihrer Hausmacht auf Kosten des Reichs oder ihrer unmittelbaren Nachbarn. Der Bau von Burgen, manchmal auch nur sehr einfache Befestigungsanlagen, die mit einer ständigen Besatzung versehen waren, nahm immer mehr zu. Für den Bau wurden die fronpflichtigen Bauern der umliegenden Dörfer aufgeboten. Die hatte auch für den Unterhalt der Besatzung zu sorgen, wenn nicht freiwillig, dann wurde es ihnen mit Gewalt genommen. Viele der drangsalierten Dorfbewohner flohen in die Wälder und schlossen sich dort zu Räuberbanden zusammen, die nun auch die verbliebenen Bauern drangsalierten. Dazu mehrten sich die Überfälle auf Handelsleute durch Burgmannen.

  1. Jan. Erwerb von Gütern in Klein-Memleben (Wolff)

Das Kloster Hersfeld genehmigt dem Tochterkloster Memleben den Verkauf von 3 Hufen des Freigutes Klein-Memleben für 73 Mark Silber. Am 13. Januar erklärt Graf Albert v. Rabenswalde, dass die Übergabe in seiner Gegenwart erfolgte und bekräftigte dies nochmals im Juni auf dem Landding in Bottendorf. Das bezeugten Meinhard v. Donndorf, pProbst Alexander v. Roßleben, Heinrich v. Pfiffelbach, Albert v. Hechendort und Heinrich v. Osforde.

  1. Feb. Erwerb weiterer Güter in Hentschleben (Wolff)

Der Konvent von Hersfeld bewilligte den Verkauf von 6 Hufen ihres Dienstmannes Reinfrieds. Pforte zahlte ihm 46 Mark Silber und Hersfeld für die Genehmigung ohne Auflagen 8 Mark. Hersfeld genehmigte kurz danach einen Verkauf von 3 Hufen durch den Sohn Reinfrieds. Den Kauf genehmigten die Grafen von Gleichen und von Klettenberg. Im November tauschen die Zisterzienser mit Albert von Herbsleben 2 Hufen in Henschleben gegen 2 Hufen in Gebesee, um ihren Henschlebener Besitz zu arrondieren.

  1. Mär. Albrecht der älteste Sohn Heinrich des Erlauchten nennt sich Landgraf (Allg. Gesch.).

1257

  1. Mai Beilegung eines über eine Insel in der Saale bei Dornburg (Dob. 3/2546).

Ein Streit über den Besitz zwischen den Zisterziensern und den Herren Walter und Dietrich von Golmsdorf wurde auf dem Landding in Mittelhausen von Graf Hermann v. Henneberg als Vertreter des Markgrafen geschlichtet. Beisitzer waren Burggraf Dietrich v. Kirchberg, Dietrich v. Vippach, Rudolf Schenk v. Vargula, Rudolf v. Isserstädt und Heinrich v. Liebstedt.

  1. Aug. Bestätigungsurkunde für das Marienkloster (Dob. 3/2574).

Dem Kloster wurde der Bau eines Wehres für die 1244 erworbenen Dorndorfer Mühle gestattet. Außerdem erwarben sie einen Streifen Land am gegenüberliegenden Ufer und erhielten das Recht, hier eine Brücke zu errichten. Zum Bau der „ponte“ wurde dem Kloster ein Ablaß gestattet. Jeder der einen Almosen zum Bau beisteuert, dem wurde für ein Jahr die Buße für etwaige Verfehlungen erlassen

1258              

  1. Jan. Edikt des Papstes Alexander II. (Dob. 3/2623).

Dieser drohte damit, falls es sich erweisen würde, dass Schenk Rudolf von Vargula oder einer seiner Dienstmannen einen Dechanten überfallen, beraubt und gefangengesetzt habe, die Exkommunizierung der Missetäter an.

  1. Juni Urkunde zur Ersterwähnung der Saaleflößerei (UB Nr.164, Dob. 3/2650).

Die Brüder Hermann, Otto und Albert, Grafen von Orlamünde und ihre Schwester Sophia verkauften den Zisterziensern einen Wald und eine Sägemühle oberhalb von Ziegenrück. Dazu gehörten auch die Fischerei- und Weiderechte. Sie erhielten durften Stämme zusammen zu binden (fluxibilibus arboribus jungendis) und als Gelenke (iuncturam arborum fluxibilium) auf der Saale abflößen (que vloiz loquendo lingua maternaliter appellatur). Auf orlamündischen Gebiet hatten sie freie Passage der Wehre (in transitu aggerum) und waren von Abgaben und Geleiten befreit. Die in Weida ausgestellte Urkunde (Sophia war mit dem Vogt des „terra advocatum“ verheiratet) bezeugten Graf Heinrich v. Schwarzburg, Gunter v. Blankenburg, die Pfarrer von Orlamünde und Rudolstadt, der Burggraf von Orlamünde, Hermann v. Eichelborn und Bertold v. Isserstädt.

Somit kam das für die Klosterkirche benötigte Bauholz aus dem holzreichen Thüringer Oberland auf der Saale bis zum Wehrdamm und konnte auf der kleinen Saale bis ins Kloster geflößt werden.

Wie aus der Urkunde hervorgeht, wurde die Langholzflöße schon länger betrieben. Harra, 70 km flußabwärts der Quelle im Fichtelgebirge war später der erste Platz von dem man Langholz flößen konnte. Bis an den Kösener Wehrdamm waren es 190 Flußkilometer, für die man je nach Wasser zwischen 7 und 10 Tagen benötigte. Geflößt wurde im März/April nach der Schneeschmelze, da der Fluß „schnelle Fuhren“ ermöglichte und das kalte Schmelzwasser die Flöße besser trug. Dass dies über Jahrhunderte fast unverändert gehandhabt wurde, darauf verweisen die großen Holzmessen, die noch im 19. Jahrhundert jährlich zu Palmarum in der Aue zwischen den Saalhäusern und dem Fischhaus abgehalten wurden. Auf den Langholzflöße wurden auch Bohlen, Bretter, Stangen, Knüppel und schließlich Böttcherwaren mitgeführt. Die Bauholzflöße war ein Privatunternehmen, von dem die jeweiligen Landesherren durch zahlreiche Zoll- und Geleiteinnahmen (z.B. Saaleck) profitierten und sich auch Wassermüller und Fischpächter die Passage und etwaige Schäden vergelten ließen.

1259

  1. Feb. Befreiung des Klosters vom Camburger Floßzoll (UB Nr. 165, Dob. 3/2708).

Heinrich d. Erlauchte befreite die Zisterzienser vom markgräflichen Floßzoll zu Camburg „de lignis ad usum Portae deducensis in Sala prope Campurgk dadem fuit.” Den in Suselitz bei Meißen gesiegelten Vertrag bestätigte dann auch Landgraf Albrecht und wies den Schösser von Eisenberg an, die Einhaltung dieser Befreiung zu überwachen..

               Thüringisch-Hessischer Erbfolgekrieg (Allg. Gesch.).

1254 hatte die Herzogin von Brabant ihren Sohn Heinrich (das Kind) mit der Tochter des Herzogs Albrecht von Braunschweig, einem Nachkommen des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen verheiratet. Nun versuchte der Braunschweiger mit Gewalt, den Anspruch seines Schwiegersohnes auf das Erbe der  Landgrafschaft durchzusetzen.

  1. Apr. Vertrag von Seißelitz (Dob. 3/2720).

Bischof Dietrich hatte sich zunächst auf die Seite der Herzogin von Brabant gegen seinen Halbbruder gestellt. Doch Landgraf Heinrich demonstrierte Stärke und Bischof Dietrich mußte die von seinem Vorgänger Heinrich gewährten Privilegien insbesondere die Obervogtei und das Patronat des Wettiners anerkennen.

Inzwischen belagerte Schenk Rudolf die Stadt Eisenach, die nach wie vor zur Herzogin von Brabant stand und errichtete hier einen Belagerungsturm, den Rudolfstein (Rothe 499).

  1. Okt. Beurkundung eines Lehenswechsels in Nebra (Dob. 3/2753).

Die Herren von Lobdeburg (bei Jena) überließen die Vogtei und die Herrschaft dem Querfurter Grafen. Die Nebraer Linie der Schenken (Konrad und Dietrich) behielt ihr landgräfliches Lehen.

1260

   April Schenkungsurkunde der Adelheid von Döben (Wolff)

Schenk Konrad von Vargula bestätigte die jährliche Überlassung eines halben Malters Getreide von ihrem Gut Badra für Hechendorf oder Osforde.

     Mai Anordnung der Orlamünder Grafen (Wolff)

Die Zisterzienser durften die in der Nähe ihrer Mühle angefangenen Dämme   abbrechen, weil diese ihre Klostermühle beeinträchtigten und bekamen eine weitere Mühle unterhalb des Orlamünder Schlosses „super salam

     Juni Schenkungsurkunde von Gütern in Wethau (Wolff)

In Erfüllung des letzten Willens ihres Vaters überließen die Söhne des Burggrafen Erkenbert v. Starkenberg dem Kloster 38 Morgen Holz und einen Weinberg mit einem Jahresertrag von 7 Talenten sowie 56 Hühner. Dafür sollten die Zisterzienser 40 Mark ihrer Schwester zahlen.  

  1. Okt. Bestätigung eines Kaufvertrag von Gütern in Thesnitz (Dob. 3/2836).

Die Brüder Konrad, Heinrich, Albert und Burkhardt bestätigten, dass ihr Vater Ritter Konrad Scaroch von Weißenfels 2 Hufen in Thesnitz, diesseits der Saale, und einer Insel mit Weidicht 1236 den Zisterziensern für 21 Mark Silber verkauft habe, nachdem Dietrich von Altenburg auf seine   Ansprüche verzichtet hatte. Das bezeugten Prior Subprior, der Kellner, die Mönche Baldewin, Walter, Berthold, Adelbert und drei Konversen. Außerdem ließ man den Vertrag vom Burggrafen der Neuenburg bestätigen (n. Wolff).

1261

           Privilegienurkunde Papst Urban IV. (Wolff)

In Viterbo wurden dem Kloster alle bisherigen Freiheiten, Gerechtsame und Güter, die ihnen von Päpsten, Königen und Fürsten überlassen worden waren, bestätigt.

     Juli Kaufvertrag über weitere Güter in Wethau (Wolff)

Markgraf Dietrich bestätigte den Erwerb von 6 Hufen und die Verkäufer verpflichteten sich ihr Lehen auf dem Landding zu Schkölen gegenüber Landgraf Albrecht aufzulassen. Das bezeugten die Grafen Günter v. Blankenbur, Meinher v. Vitzenburg, Heinrich v. Gröben, Gunter v. Bünau, Johann v. Haldecke, Heinrich v. Vesta und Manegold v. Weißenfels.

1262

     Juni Hochwasser der Saale (Rothe 506).

Ein Unwetter auf der Höhe zwischen Jena und Apolda löste eine Hochwasserwelle von Ilm und Saale aus, die zahlreiche Schäden im Stiftsgebiet anrichtete.

  1. Okt. Landgräfliche Übereignungsurkunde (Dob. 3/3010).

Die Urkunde Albrechts testierte Rudolf Schenk von Vargula.

1263

             Überlassung der Fischereirecht in der Unstrut bei Vehra (Wolff)

Überlasser war Eberhard v. Salza mit Zustimmung seiner Brüder Heinrich, Bertold, Dietrich und Eckehard und seiner Schwester Jutta. Dafür erhielt er 10 Mark Silber. Zeugen waren Dietrich v. Vippach, Giselher v. Tullstädt, Heinrich v. Liebstädt, Heinrich der Vogt v. Vehra, Ludolf v. Stotternheim, Heinrich v. Grüningen, Dietrich Magister in Weißensee, Heinrich v. Ballhausen, Johann, Marktmeister v. Weißensee. Landgraf Albrecht genehmigte den Vertrag.

  1. Okt. Entscheidung im Erbfolgekrieg (Allg. Gesch.).

Der Herzog von Braunschweig war in Thüringen eingefallen und hatte das Gebiet zwischen Naumburg und Merseburg verheert (Rothe 504, Binhard, Spalatin). Einem Aufgebot unter der Führung des Schenken Rudolf von Vargula und der Söhne Heinrichs (Albrecht und Dietrich) gelang es, Herzog Albrecht in seinem Lager bei Wettin vernichtend zu schlagen und gefangen zu nehmen.

Herzog Albrecht wurde freigelassen, nachdem er einen Frieden zwischen der Herzogin und Heinrich zustande brachte. dabei entsagte Sophia auf jegliche Ansprüche in Thüringen und Heinrich verzichtete zu Gunsten ihres Sohnes auf Hessen. Dieser nannte sich nun Heinrich I. Landgraf von Hessen und erklärte Marburg, wo seine Großmutter die Heilige Elisabeth ihr Grab hatte, zur Residenz.

Heinrich der Erlauchte ließ dann alle während des Erbfolgekrieges errichteten Befestigungen der Parteigänger des Braunschweigers schleifen und gebot nun unangefochten über die Landgrafschaft Thüringen, die Marken Meißen und Lausitz und die Pfalzgrafschaft Sachsen.  

              Teilung der Wettiner Besitzes (Allg. Gesch.).

Heinrich übertrug seinem ältesten Sohn Albrecht die Landgrafschaft Thüringen, die Pfalzgrafschaft Sachsen und das Patronat im Bistum Naumburg-Zeitz, wozu auch die Rudelsburg gehörte. Albrecht war durch seine Heirat im Besitz des Pleißenlandes und machte die Wartburg zum Sitz.

Dietrich erhielt das zur Mark Landsberg/Brehna erhobene Allodial der Wettiner, das Osterland und das Patronat über das Bistum Merseburg. Heinrich der Erlauchte behielt die Mark Meißen, die Mark Lausitz und das Patronat über das Bistum Meißen .

Als Patrone bestätigten Albrecht und Dietrich die Unantastbarkeit des bischöflichen und klösterlichen Besitzes in ihren Ländern.

            Bestätigungsurkunde des Schenken Rudolf von Vargula (Dob. 3/3144).

Dieser bestätigte dem Kloster, dass dieses nicht verpflichtet sei, irgend jemanden, der durch die Dornburger Brücke Schaden erleidet, diesen zu ersetzen. Das betraf die Flöße, für die die Brücke ein Hindernis bildete und nun aus dem Wasser genommen und unterhalb der Brücke wieder eingesetzt wurden. 

1264

     Feb. Kauf von weiteren Äckern bei Henschleben (Wolff)

Ritter Heinrich v. Gebesee verkaufte 2 Äcker für 1,75 Mark. Zur gleiche Zeit erwarben die Zisterzienser von Reinhard v. Monra 3 Hufen mit Haus und Hof, 15 Morgen Wald, die Mitbenutzung von Gewässern, Weiden und Wegen in Menrichsdorf a. d. Unstrut für 70 Mark. Dieser ließ das Lehen gegenüber Meinher v. Vitzenburg auf und das Kloster Hersfeld als Oberlehensherr bestätigte den Verlauf. Neben dem Hofmeister vo Hechendorf bezeugten dies Meinhard der Pleban v. Kindelbrück, Johann v. Etzleben und Heinrich v. Gehofen.

  1. Mai Anordnung der Grafen von Orlamünde (Wolff)

Die Anordnung von 1260 wurde nun dahingehend modifiziert, dass die Errichtung von Dämmen oder Mühlen soweit dies zum Nachteil der Klostermühle in Ziegenrück sei, generell untersagt wurde. Zeugen waren die Plebane von Ziegenrück und Orlamünde, Heinrich v. Oberitz und Dietrich Vogt v. Uhlstädt

  1. Juni Die Grafen von Schwarzburg befreien das Kloster vom Floßzoll (Dob. 3/3187).

Dies betraf den Zoll in „Crepule super salam“ ein heute nicht mehr lokalisierbarer Ort.

  1. Juni Verkauf von Gütern in Dornburg (Dob. 3/3191)

Ritter Berengar von Prießnitz verkaufte den Zisterziensern 3 Weinberge, 5 Hausplätze und die Fischerei auf der Saale von der „Diebesfurt“ bis Steudnitz für 150 Mark. Zeugen waren Heidenreich v. Berka sowie Gunther und Heinrich v. Bünau

     Aug. Erwerb von Gütern in Brembach (Wolff)

Das betraf Güter die Vinold v. Brembach vom Kloster zum Heiligen Kreuz in Nordhausen zu Lehen trug.

1265

   Mär. Schenkung von Äckern und Weiden bei Gebstädt und Pfiffelbach (Wolff)

Heinrich v. Liebstädt überließ den Zisterziensern 3 Hufen mit Zubehör und Gerechtigkeiten und der Auflage, dass die Bauern einige Malter Weizen in Pforte abliefern sollten und dafür der Liebstädter Pleban jährlich ein paar Stiefel in Pforte empfangen sollte. Das bezeugten Bertold v. Liebstädt, Heinrich und Bertold v. Isserstädt, Bertold der Vizedomus v. Apolda, die Schenken Heinrich und Dietrich v. Apolda, Dietmar v. Willerstädt, Ernfried v. Gröst und Heinrich v. Roßla.      

  1. Sep. Verkaufsurkunde der Schenken von Apolda (UB Nr. 185, Dob. 3/3323).

Heinrich und Dietrich verkauften für 174 Mark 7 Hufen samt Zubehör und Gerechtigkeiten und eine Mühle in der Nähe von Vieselbach, dass sie als Lehen der Schwarzburger trugen und aufgelassen hatten. Die Urkunde wurde im Erfurter Pfortenhof von Mönchen und Konversen testiert, darunter Heinrich v. Liebstädt,Guntherus Magister in Cusende“, der Wirtschaftsvogt des Kösener Hofes, Gottfried Magister hospitum, Konrad der Vogt von Porstendorf und Heinrich von Guthmannshausen. Walter von Vargula, der Schwiegervater des Schenken Heinrich erklärte seinen Verzicht auf das Heiratsgut, dass seine Tochter in die Ehe mit Heinrich eingebracht hatte. 14 Tage später genehmigte Markgraf Heinrich in Freiberg den Verkauf.

1266

  1. Mär. Bestätigung der Floßzollfreiheit in der Grafschaft Orlamünde (UB Nr.189).

Das Floßholz für das „Cysterciensi ordinis“, wurden nun auch von alle Zöllen und Abgaben auf der Saale in der Grafschaft Orlamünde befreit. Damit war alles Floßholz, das die Mönche selber brauchten von den Einbindestellen bis zum Einfall der kleinen Saale zollfrei. Da auch die Naumburger oder Merseburger Bischöfe Bauholz aus den Wäldern des Oberlandes brauchten, wurde schon bald auch weiter saaleabwärts geflößt. Durch die Einrichtung von Zöllen und Geleitseinnahmen hatten auch die anliegenden Landesherren eine ansehnliche Einnahmequelle.

  1. Okt. Schenkung von Gütern in Auerstädt (Dob. 3/3489).

Landgraf Albrecht bewilligte in Eckartsberga die Auflassung und Überlassung von 6 Äckern die Merbod der Verwalter von Gernstedt zum Lehen trug. Als Zeugen testierten Graf Hermann v. Mansfeld, Berenger von Prießnitz, Heinrich Marschall von Eckartsberga und Heinrich von Schönburg.

1267

                  Urkunde der Grafen von Rabenswalde (Wolff)

Die bestätigten die Rechtmäßigkeit der Überlassung von Gütern in Hechendorf un der Fischerei auf der Unstrut aus dem Jahr  1237. 

1268

  1. Sep. Weihe des gotischen Chores der Klosterkirche (Wolff).

Da der Naumburger Bischof Dietrich v. Wettin bei einer Fehde zwischen dem Landgrafen Albrecht und dem Markgrafen Dietrich vermittelte und daher verhindert war, weihte der Bischof  von Merseburg die Klosterkirche. Mit Ablaßbriefen der Bischöfe von Havelberg, Würzburg und Bamberg wurden die Gläubigen aufgefordert, das Kloster aufzusuchen und mit Almosen den Bau zu unterstützen. 

      3.  Sep. Urkunde Bischof Dietrich von Naumburg (UB 209).

Im Kloster Pforte legten Landgraf Albrecht und Markgraf Dietrich unter Vermittlung des Bischofs einen Streit bei.

  1. Sep. Papst Clemens IV. bestätigt in Viterbo den klösterlichen Besitz (UB 212).

    14.  Nov. Schenkungsurkunde des Landgrafen (Dob. 3/3497).

Als Zeuge testierte Rudolf (III.) Schenk von Vargula.

  1. Nov. Schiedsspruch des Schenken Rudolf (Dob. 3/3498).

Dieser hatte in einem Streit um die Fischereirechte auf der Unstrut beim Hof Vehra zwischen den Anrainern und dem Kloster vermittelt.

                  Kaufurkunde von Gütern in Damsla (Wolff)

Die Zisterzienser kauften eine Hufe und versprachen den bisherigen Zins weiterhin zu entrichten. Zu den Zeugen gehörten Matthias, Pleban von Rehehausen und Ritter Erkenbald von Sulza.

                  Tauschurkunde über einen Acker bei Thesnitz (Wolff)

Der Siechenmeister tauschte einen Acker gegen einen Weinberg. Der Ertrag aus dem Verkauf von Wein wurde für das klösterlichen Siechenhaus verwendet. Abt und Konvent stimmten dem Tausch zu.

Nach dem Erbbuch von 1561 besaß das Kloster links der Saale von Abend nach Morgen folgende Weinberge, die Forderberge über der Kösener Brücke (6), die Hinterberge (4), den Weißberg, den Pfortner, den Sanctorum (3), den Spindelberg (2), den Thesnitzer Berg (2) und den Siechenberg. Zwischen den Hinterbergen und dem Weißberg hatte die Mauricaner ihre Berge (Saalhäuser).      

1269

  1. Mär. Bestätigungsurkunde Markgraf Dietrichs (Dob 4/328).

In Goseck bestätigte er der Kirche zu Weißenfels ihre Besitzungen in Zscheiplitz. Als Zeuge testierte Dietrich, Schenk zu Saaleck.

           Dez. Kaufurkunde über Besitzungen in Obertrebra (Wolff)

Landgraf Albrecht bestätigte den Erwerb von 3 Hufen, der Fischerei auf der Ilm, einer Mühle sowie 1 Hufe in Eberstädt von den Brüdern Lutolf und Herrich von Berlstädt für 1000 Mark. Dazu kam das Patronat über die dortige Kirche.

1270

     24. Apr. Urkunde über den Erwerb eines Weinberges (UB Nr.220, NUB Nr. 377; Dob 4/272)

Probst Meinher und Dietrich, Dechand der Domkirche tauschten mit dem Kloster Äcker bei Rossbach gegen einen Weinberg, der„.quandam vineam sitam directe contra domum, que domus piscarie.. - direkt gegenüber ihrem Haus, dem Haus der Fischer“ lag. Das war die Ersterwähnung des Fischhauses. Zunächst betrieben die Mönche noch selbst den Fischfang auf der Saale zwischen Katzenrode und Roßbach insbesondere den Lachsfang. Später wurde die Fischerei verpachtet, wobei der Wehrdamm dann die Grenze zwischen den Fischrechten von Kreipitzsch und der Schulpforte bildete. Bei dem Weinberg handelte es sich um den Allerheiligenberg dem „mons omnium sanctorum.“

  1. Apr. Versöhnung von Landgraf Albrechts und Markgraf Heinrich (Dob 4/492).

Der Sohn gelobte dem Vater den Verzicht auf jegliche Gewaltanwendung bzw. auf einen Pakt mit seinem Bruder Dietrich v. Landsberg, wenn der sich gegen ihren Vater richten sollte.

Im gleichen Jahr floh die Landgräfin Margarethe mit Hilfe des Schenken von Vargula von der Wartburg, da sie wegen der Liebschaft ihres Mannes mit Kune von Eisenberg befürchtete, getötet zu werden. Ihre älteren Söhne Friedrich (der Gebissene) und Dietzmann nahm ihr Onkel, Markgraf Dietrich, auf. Ihr jüngster Sohn Heinrich, genannt Ohneland, kam zu seinem Großvater.  

          Juli  Kaufurkunde über Güter in Hechendorf (Wolff).

Die Grafen von Rabenswalde bestätigten, dass die Söhne Hermanns von Wiehe mit Einverständnis ihrer Mutter das Lehen eines Freigutes im Rieth zwischen der Unstrut und der Lossa ihnen gegenüber aufgelassen und es den Zisterziensern für 100 Mark verkauft haben. Für die Genehmigung zahlten die Mönche 20 Mark. Neben dem Hofmeister von Hechendorf bezeugten das der Burggraf Otto v. Kirchberg, Meinhard v. Monra, Hermann v. Benndorf, Heinrich v. Nausitz, Berthold v. Häßler und Berthold v. Gehofen. Kurz darauf tauschten die Zisterzienser 15 Acker zwischen Wiehe und Allerstedt gegen 12 Acker zwischen Wiehe und Hechendorf, weil diese näher am Freigut lagen.

  1. Okt. Schenkungsurkunde Landgraf Albrechts (Dob. 4/537).

Unter den Zeugen war Dietrich Schenk von Vargula.

1271

  1. Apr. Landgräfliche Schenkungsurkunde (Dob.4/607).

Auf der Eckartsburg beurkundete Albrecht die Übertragung von Höfen in Camburg an das Eisenberger Nonnenkloster, die ihm der Ritter Friedrich von Schönburg aufgelassen hatte.

                 Überlassungsurkunde (Wolff)

Landgraf Albrecht bestätigte die Auflassung einer Hufe und dreier Höfe von den Brüdern Ludwig und Rudolf v. Auerstädt und die Übertragung an die Zisterzienser. Zeugen waren u. a. Friedrich und Heinrich v. Schönburg.

           Juli Kaufurkunde über Güter in Damsla (Wolff)

Das Kloster zum Heiligen Petrus in Sulza verkauft eine Hufe und einen Weinberg für 9 Mark. Zeugen waren Matthias, Pleban von Rehehausen und Dithmar v. Sulza. Anschließend wurden den Zisterziensern alle bisherigen Erwerbungen in der Wüstung Damsla einschl. der Emsenmühle bestätigt. Das bezeugten Hermann v. Ebersberg und Heinrich von Schönburg.

  1. Juli Kaufurkunde über Land in Poppel (Popal) (UB Nr. 227).

Graf Hermann v. Mansfeld-Osterburg überließ mit Zustimmung seiner Brüder Meinher, Domprobst zu Naumburg und Günther, Domprobst zu Halberstadt den Zisterziensern eine Hufe Land, aus dem Nachlass ihres Vaters Hermann, Burggraf zur Neuenburg. 1284 waren es nochmal zwei Hufen, 1292 eine Hufe und 1304 fünf Hufen. Dabei mußten die Tochter des Burggrafen Elisabeth, Gräfin von Rabenswald und die Enkelin Mechthild, Gräfin von Orlamünde zustimmen, da ihnen die Erträge aus diesen Gütern als Erbgedinge zustand. 1321 war das Kloster im Besitz der Gerichtsbarkeit.

  1. Juli Urkunde über einen Landerwerb des Klosters (Dob 4/646).

Albrecht bestätigte den Kauf einer Wiese (7 Acker) am Emsenbach (bei Sulza), nachdem die bisherigen Besitzer, die Söhne des Sulzaer Münzmeisters Helvicus, diese dem Landgrafen aufgelassen hatten. Der Kaufpreis betrug 10 Mark Silber. Die Beurkundung erfolgte in „Dobene“ (die Wüstung Döben oberhalb Stendorf). Diese Urkunde testierten Friedrich v. Treffurt, Heinrich v. Schönburg, Marschall Hermann von Ebersberg und Otto v. Laucha.

  1. Juli Schenkung des Grafen Hermann von Orlamünde (Dob. 4/652).

Pforte erhielt eine „molendium situm sub loco, qui Cunrode dicitur, ubi etiam quondam fabrica sita“ und die Erlaubnis diese abzureißen und wieder aufzubauen. Der Mühle lag ein Stück saaleabwärts von Ziegenrück. Erhalten hatte sich noch die Flurbezeichnung "Conrod" unterhalb des Schlossberges.

  1. Juli Bestätigung einer Kaufurkunde (UB Nr.229, Dob. 4/653).

Drei Jahr zuvor hatte Berengar, miles dictus de Brisenitz den Zisterziensern eine Hofstätte und 9 Weinberge in Dornburg überlassen. Da das Kloster Einwände erhob und die Zahlung verweigerte hatte er ein Schiedsgericht einberufen. Dieses stellte die Rechtmäßigkeit des Kaufs fest. Die Urkunde bezeugten Fridericus de Muchele (Mücheln), Peter de Nidsize (Neidschütz), Otto de Luchowe (Laucha) et frater ipsius Heinricus, Theodiricus Bathsen, Heinricus Curtefrund milites, Albertus de Rode (Freiroda), Heinricus de Heringin (Heringen) et Albertus de Scudize (Steudnitz?) castellani in Ruthleibisberch.

Damit sind erstmals nach 60 Jahren wieder Burgmannen auf der Rudelsburg nachgewiesen. Demzufolge hatte Heinrich das dem Bischof gegebene Versprechen verwirklicht, die Burg wieder in einen verteidigungsbereiten Zustand versetzt und mit Kastellanen bemannt. Zwar bot die Burg und das „oppidum“ genügend Platz, doch beschränkte sich das Burglehen eben nur auf diesen Platz und bot den Kastellanen, ihren Familien und dem Gesinde keine ausreichende Ernährungsbasis. Diese mußte entweder aus den Orten aus denen sie stammten und begütert waren, herangeschafft oder aus den unmittelbar angrenzenden Dörfern bezogen werden. Doch seit Mitte des 13. Jahrhunderts vernichteten Unwetter und Kriegszüge die Ernte ganzer Jahre und die durch die Kreuzzüge eingeschleppte Pest raffte die Bewohner ganzer Landstriche hin. Die Versorgung der Burgmannschaften wurde problematisch. Diese begannen nun zu rauben und zu plündern, egal ob bei Freund oder Feind. Die Klagen der bäuerlichen Bevölkerung aber auch des Klerus veranlaßten die Landesherren gegen das Räuberunwesen vorzugehen, doch hielten sich die Erfolge hier in engen Grenzen.

Dass auch andere Burgen gut bemannt waren, beweisen auch die auf dieser Urkunde testierenden Kastellane von Hesillere (Burgheßler) Wolfer von Bibra, Berthold von Häseler und sein Bruder Ekkehard, Gelfrad von Laucha und Hugo von Scheidungen.

  1. Aug. Verkaufsurkunde (Dob. 4/656).

Heinrich v. Allerstedt verkaufte Pforte „quator agros sitos penes molendiam Portense super Emesam habentes- Felder an der zu Pforte gehörenden Emsenmühle“, welche ihm Helwich von Sulza aufgelassen hatte. Nach Lepsius testierten hier die Söhne Schenk Rudolfs (III.), Konrad und Dietrich.

1272

  1. Apr. Bestätigung der Gerichtsbarkeit in Flemmingen (UB Nr. 237, Dob. IV/760).

Landgraf Albrecht, bestätigte als Patron dem Kloster die weltliche Gerichtsbarkeit.

           Okt. Vergleich mit dem Schenken Rudolf v. Vargula (Wolff)

Wegen Schulden verpfändete er dem Kloster 23 Morgen Wald bei Tautenburg und erklärte, wenn er die Schulden nicht binnen zwei Jahren ablöst könnten die Mönche den Wald behalten. Zeugen waren Konrad v. Wichmar und Hermann v. Döbritzschen.

  1. Dez. Markgraf Dietrich verleiht dem Kloster weitere Gerichte (UB 240, Dob. 4/850).

Die Zisterzienser erhielten die Gerichte und den Blutbann über einen Hof in Mertendorf, das Dorf Punkewitz und mehrere Höfe in Wethau.

1273

   13. Feb. Tauschvertrag mit dem Ritter Hermann v. Ebersberg (Wolff)

Der tauschte eine Hufe und einen Weinberg in der Wüstung Damsla gegen eine Hufe in Sulza und 25 Mark. 

  1. Mär. Bestätigung eines Grundstücktauschs (UB Nr. 241, NUB 407, Dob. 4/896).

Bischof Meinher von Neuenburg (1272-1280) genehmigte den Tausch von Äckern bei Tauschwitz „...pro vineis in monte sile iuxta montem Saleberch“. Seine Zustimmung war nötig, da die Weinberge Stiftsbauern gehörten.

  1. Apr. Befreiung vom Floßzoll in „Crepule“ (UB Nr. 242, Dob. 4/896).

Graf Günther von Schwarzburg bestätigte den Zistersiensern erneut die Befreiung vom Floßzoll an dieser Zollstation, mit der Auflage, dass dies nur für Holz galt, das die Mönche auf ihrem eigenen Grund und Boden schlugen und nicht von Dritten erworben hätten.

1274

  1. Feb. König Rudolf I. stellt das Kloster unter seinen Schutz (UB Nr. 249, Dob. 4/1024).

Auch Rudolf bestätigte alle Privilegien, Freiheiten und Rechte die den Zisterziensern von Kaiser Friedrich II. und dessen Vorgängern gewährt wurden.

1275

  1. Mär. Der Bischof überläßt den Zisterziensern 2 Hufen an der Saale (UB 253 Dob. 4/1154).

Als Gegenleistung verlangte er für sich und seine Nachfolger jährlich ein halbes Fuder Wein.

1276

  1. Feb. Vergleich zwischen Markgraf Dietrich und Bischof Meinher (NUB 439, Dob. 4/1274).

Der Bischof hatte begonnen, den Dombezirk mit einer Mauer zu umgeben und berief sich dabei auf eine Genehmigung des Markgrafen Konrad, der einst die Befestigung von Stiftsbesitz in der Markgrafschaft genehmigte. Dagegen erhob der Landgraf Albrecht als  Patron Einspruch. Dagegen bestätigte sein Bruder Markgraf Dietrich dem Bischof die Rechtmäßigkeit einer Ummauerung. Die Urkunde testierten Otto von Arnshaugk, Konrad von Wernigerode, Gerhard von Querfurt, Gunther und Heinrich von Schwarzburg, Albert Graf von Gleichen, Bodo von Torgau und Dietrich von Nebra.

1278

  1. Jan. Festsetzung der Grenzen der Gerichtsbarkeit des Hochstifts (NUB 462/ Dob 4/1567).

Markgraf Dietrich bestätigte dem Bischof die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit in den Städten Naumburg, Zeitz und dem Burgward Schönburg und quac vulgariter Weichbilde vel Buergward dicuntur. Damit war das Stift rechtlich eigenständig geworden, der Bischof einem weltlichen Fürsten gleichgesetzt.

Saaleaufwärts war die Grenze „...per viam Eselsweg, usque ad molendium, quod dicitur Kegelsmol, in Parvam Salam, et descendendo in Parva Sala usque ad Magnam Salam...am Eselsweg über die Kegelsmühle, entlang der kleinen Saale bis dahin, wo sie in die große Saale mündet. Hier begann die klösterliche Gerichtsbarkeit.

  1. Nov. Bestätigungsurkunde Markgraf Dietrichs (Dob. 4/1582).

Dietrich versprach dem Bischof, dass er den Handel in der Diözese nicht behindern und kein Bündnis mit den Bürgern der Städte gegen den Bischof eingehen werde. Außerdem bestätigte er die bischöflichen Gerichte über Mertendorf und die „Kroppen“. Die Urkunde testierten Schenk Konrad und sein Bruder Dietrich.

1280

  1. Mai Schenkung der Schenken von Vargula (NUB 479).

Cunradus et Theodoricus fratres pincerne dicti de Vargila überließen dem Bischof einige Güter, was die Kastellane „domino Frederico de Muchele, Alberto de Schuditz, Heinrico von Rode, Thimone de Muchele bezeugten, dem Namen nach waren das Kastellane der Rudelsburg.

  1. Juni Kaufvertrag mit dem Probst des Moritzklosters (Dob 4/1807).

Das Moritzkloster verkaufte den Zisterziensern einen Wald bei Roda und bei Gößnitz und erhielt dafür die Vogtei in Vippach und Eckstedt von Konrad Schenk von Vargula.

  1. Okt. Vertrag zwischen Landgraf Albrecht und Graf Otto von Schwarzburg (Dob. 4/1839).

Das Schutzbündnis, dem sich auch die Stadt Erfurt anschloss, testierte u.a. Hermann, Marschall zu Eckartsberga.

1281

            Zerwürfnis zwischen Landgraf Albrecht und seinen Söhnen (Rothe 543, Binhard).

Inzwischen hatte Landgraf Albrecht mit Kune von Eisenberg einen Sohn den Apetz gezeugt und ihn als  Erben der Landgrafschaft eingesetzt. Dagegen wandten sich die rechtmäßigen Söhne Dietzmann und Friedrich (der Gebissene) und sprachen dem Landgrafen wegen des Ehebruchs jegliche Legitimation ab. Ihnen zur Seite stand ihr Onkel Markgraf Dietrich, die Grafen von Beichlingen-Rothenburg und von Schwarzburg, zu Albrecht hielten die Grafen von Mühlberg, Gleichen und Käfernberg.

     Mai Treuegelöbnis Landgraf Albrechts gegenüber der Stadt Erfurt (Dob. 4).

Albrecht sagte den Bürgern die Zerstörung des Schlosses Vargula zu, falls er es erobern würde.

1282

  1. Juni Urkunde des Landgrafen (Dob 4/2037).

Dem Kloster Pforte wurden die Zinsen für die Emsenmühle, die sie der Vogtei der Eckartsburg leisten mußten, erlassen. Das bezeugte Hermann v. Ebersberg (Eckartsberg) landgräflicher Hofmarschall und Inhaber der Markt- und Siederechte von Sulza.

  1. Juni Überlassungsurkunde (Dob 4/2046).

Der älteste Sohn Landgraf Albrechts, Friedrich der Gebissene, schenkte dem Nonnenkloster in Eisenberg Güter in Camburg, den Friedrich, ein Ministeriale von der Schönburg aufgelassen hatte.

  1. Sep. Urkunde zur Übertragung der Vogtei an das Moritzkloster (NUB 498).

Abt und Konvent erhielten die Gerichtsbarkeit im Stift. Zeuge der von Landgraf Albrecht in Pforte ausgestellten Urkunde war „ H. dictus Corzefrunt“.

1283

  1. Okt. Urkunde des Schenken Rudolf von Vargula (Dob. 4/2242).

Dieser verkaufte der Erfurter Bürgerschaft einige seiner Güter, womit möglicherweise der Streit beigelegt werden konnte. Den Kauf bezeugten die Brüder Eckbert und Dietrich v. Vargula.

1284

  1. Mär. Unterschutzstellung des Bistums Merseburg (Dob 4/2288).

Dietrich erneuerte das Patronat und versprach, dass er und die Söhne Landgraf Albrechts, Friedrich und Diezmann keine Ansprüche auf bischöflichen Besitz und Privilegien erheben werden. 

1285

  1. Okt. Urkunde über eine Schenkung an das Kloster Eisenberg (Dob. 4/2465).

Die Urkunde testierte Dietrich Schenk von Saaleck.

            Markgraf Dietrich von Landsberg verstirbt (Allg. Gesch.).

Ihn folgte sein einziger Sohn Friedrich Tuta, der Stammler.

            Bischof Bruno verlegt seine Wohnung nach Zeitz (Germ. sacra).

Bis zum Ende des Bistums nahmen die Bischöfe hier ihren Wohnsitz. In Naumburg blieben Domprobst und Kapitel.

1286

  1. Feb. Erweiterung des Stiftsgebietes (Dob. 4/2525).

Das Bistum erhielt zahlreiche Güter bei Zeitz, Meuselwitz und Crossen, was möglicherweise im Zusammenhang mit der Verlegung des Wohnsitzes Bischof Brunos nach Zeitz stand.

  1. Okt. Übereignung einer Hufe Land in Zäckwar (Dob. IV/2508).

Die Brüder Hermann und Heinrich von der Neuenburg schenkten das Land den Zisterziensern.

  1. Dez. Bischöflicher Beistandspakt (Dob. 4/2593).

Die Fehden der Wettiner nahmen auch andere Adelige zum Anlass, ihren Besitz durch Raubzüge zu mehren, wobei sie auch vor Kirchengütern nicht zurückschreckten. Zur Abwehr verbündeten sich Withego von Meißen, Heinrich von Merseburg und Bruno v. Langenbogen, der Bischof von Naumburg-Zeitz.

1287

  1. Feb. Erfurter Landfriedensschwur (Dob. 4/2667).

Die Bischöfe von Naumburg und Merseburg sowie Markgraf Friedrich Tuta von Landsberg beschworen einen sechsjährigen Landfrieden den Erzbischof Heinrich II. von Mainz für Thüringen und das Osterland ausgerufen hatte. Damit sollten die blutigen Adelsfehden und das Raubrittertum eingedämmt und das Land befriedet werden, damit sich Bauern, Handwerker und Händler erholten, um wieder ihre Abgaben und Zehnten zu leisten.

  1. Apr. Zeitzer Appell (Dob. 4/2775).

Die Bischöfe von Naumburg, Merseburg und Meißen, die Söhne Landgraf Albrechts und Markgraf Dietrich sowie zahlreiche thüringische und osterländische Adlige baten König Rudolf, mit aller Strenge gegen die Landfriedensbrecher vorzugehen.

  1. Juni Das Kloster erwirbt Land in „Meller situs“ (UB Nr. 275).

Friedrich von Balgstädt verkaufte ihnen 3 Hufen und einen Wald, die er als landgräfliches Lehen trug. Aus den Zinsen sollten Reisende verköstigt werden, wozu die Klöster in dieser Zeit verpflichtet waren.  

  1. Aug. Beistandspakt mit den Bürgern von Naumburg (NUB 588, Dob 4/2777).

Diezmann und Friedrich bestätigten, dass die Gemeinde „seit alters her“ das Recht zur Anlage einer Stadtmauer hätte. Als Zeuge testierte Konrad Schenk von Vargula.

  1. Nov. Bestätigungsurkunde über Landerwerb in Zäckwar (Dob. 4/2807).

Pforte erwarb Güter mit den Erbgerichten von Otto v. Gößnitz und dessen Verwandten Friedrich, Hermann und Konrad von Balgstädt.

     Dez. Schenkungsurkunde (Dob. 4/2831).

Die Schenken Rudolf (IV.) und Heinrich von Tautenburg und Dornburg überließen mit Zustimmung ihres Vaters Rudolf (III.) den Restbesitz ihres Großvaters Rudolf (II.) in Flurstedt dem Kloster Heusdorf. Nach Lepsius hieß es „Theodericus pincerna senior de Appolde, cum consensu filiorum Heinrici et Theoderici, et filiae Jutta curiam unam in Flurstett adjacentem allodio Eccles. in Husdorf, quem jure… Albertus Cozzefrunt monasterio tradunt.” Die Urkunde testierten Theod. Vicedom de Appolde et Bertholdus filius suus et Albertus et Hermannus milites de Appolde.

1288              

  1. Jan. Bestätigungsurkunde Bischof Brunos (Dob 4/2841).

Bruno bestätigte dem Landgrafen die bischöflichen Lehen von Eckartsberga, Buttstädt, Rastenberg Bucha und Beichlingen.

  1. Feb. Kaufurkunde des Bischofs Bruno (NUB 593, Dob. 4/2848).

Hier testierte „Cunradus Pincerna de Salecke“. Dieser müßte dann ein Sohn oder Enkel des letztmals 1244 urkundenen Schenken Rudolf gewesen sein.

  1. Dez. Die Zisterzienser erwerben bischöfliche Güter in Poppel (UB 277, Dob. 4/2972).

Für die zwei Hufen zahlen die Mönche dem Bischof 30 Mark Silber.

                   Markgraf Heinrich, der Erlauchte stirbt (Allg. Geschichte).

Die Mark Meißen ging zu gleichen Teilen an Landgraf Albrecht und dessen Neffen Friedrich Tuta. Sein Enkel Diezmann erbte die Mark Lausitz. Friedrich, der jüngere Enkel sollte Meißen gemeinsam mit seinem Vater Abrecht regieren. Doch dieser verweigert die Regentschaft und wies ihm nur einige Vogteien und Städte zu. Daraufhin ließ Friedrich seinen Vater auf Burg Rochlitz festsetzen.

             Bündnis zu Grimma (NUB 604, Dob 4/2975).

Die Söhne Landgrafs Albrechts versprachen den Bischöfen von Naumburg, Meißen und Merseburg den Schutz ihrer Besitzungen vor etwaigen Ansprüchen des Landgrafen und Friedrich Tutas. Darüber hinaus wollten sie mit Hilfe der Bischöfe gegen das um sich greifende Räuberunwesen in den Diözesen vorgehen.

1289

  1. Jan. Vereinbarung zwischen Landgraf Albrecht und Friedrich dem Gebissenen (Döring).

Albrecht verpflichtete sich, seinem jüngeren Sohn aus dem Erbe seines Großvaters einige Güter in der Mark Meißen sowie die Ämter Buttstädt und Eckartsberga zu überlassen.

  1. Apr. Erwähnung der „pontis in Wentzendorff“ (UB 282).

Landgraf Albrecht schenkte dem Kloster Einkünfte in Möllern und Hassenhausen zur Unterhaltung dieser Brücke. Dieser ersetzte die Furt unterhalb des Wehres, die aber bei höherem Wasserstand unpassierbar war und diente ausschließlich dem Wirtschaftsverkehr zwischen den klösterlichen Besitzungen links und rechts der Saale.  Üblicherweise entstanden an Flußübergängen, insbesondere da wo sich Brücken befanden, größere Ansiedlungen. Doch zu dieser Zeit verliefen die Fernhandelsstraßen auf der Höhe und mieden die Flußaue und die Fuhrleute nahmen die durch Geleite vorgeschriebenen Routen, so dass hier kein Grund für eine Ansiedlung gegeben war.

  1. Mai Schenkungsurkunde des Christian de Rode (NUB 612).

Hier testierten die Rudelsburger Kastellane „Hermanno de Muchele, Alberto de Nitschitz“.

  1. Dez. Erfurter Hoftag (Spangenberg).

Rudolf von Habsburg setzte die 1287 erlassene Landfriedensordnung durch indem er 66 Burgen in Thüringen und dem Osterland zerstörte, die entweder ungenehmigt errichtet wurden oder deren Besatzung sich als Räuber hervorgetan hatten, wie die Burg Gleißberg, oberhalb von Kunitz, die Dornburg, Camburg und Kyffhausen.

Auch der Streit zwischen Albrecht und seinen Söhnen Friedrich und Dietzmann konnte beigelegt werden. Der Landgraf gelobte, das Erbe ohne ihre  Einwilligung nicht anzutasten und überließ ihnen einige Burglehen. Allerdings verlangte der König vom Landgrafen die Rückgabe des Pleißenlandes, dass dessen verstoßene Gattin als Brautgabe eingebracht hatte. Als Reichverweser wurde Vogt Heinrich von Plauen berufen.

1290

     Jan. Überlassungsurkunde von Land in „Ober-Meller“ (UB Nr. 286).

Das Kloster erhielt vom Grafen von Osterfeld ½ Hufe. 1366 überließ dann das Georgenkloster den Zisterziensern die Gerichte zusammen mit denen von Niedermöllern und Pomnitz.

25.  Feb. Privilegienurkunde (UB Nr. 287).

König Rudolf bestätigte dem Kloster die Abgabefreiheit für alle zum eigenen Verbrauch bezogenen zollpflichtigen Handelsgüter.

  1. Apr. Pforte erhält die Vogtei über die „villa Zebekur“ (UB Nr.287).
  2. Apr. Erwerb von Land in Lisingerstorff – Lißdorf (UB Nr. 288).

Die Zisterzienser erwarben 4 Hufen von den Brüdern Conrad, Berthold und Herrmann von Yserstädt, die diese von den Grafen von Rabenswald zum Lehen trugen, die sie von den Grafen von Orlamünde und diese wiederum damit vom Kloster Hersfeld belehnt waren. Der Kaufpreis betrug 10 Mark Silber. 1304 verzichtete das Kloster Hersfeld auf das Oberlehen, ebenso die Orlamünder, die eine Entschädigung erhielten und die 1307 die Vogtei aufließen. 1314 und 1319 verkauften die Marschälle von Eckartsberga die Hand- und Halsgerichte. 1432 wurden noch einige Güter vom Moritzkloster erworben.  

             Stiftung des Zisterzienserinnenklosters Marienthal (Reg. Erzbischöfe v. Mainz, Nr. 172).

Marienthal gehörte zur Vogtei der Eckartsburg, der Bischof war hier Oberlehnsherr.

1291

  1. Apr. Landgräfliche Schenkung (UB Nr. 296).

Pforte erhielt eine halbe Hufe und einen Hof in Bontzscheraw (Punschrau), das der Saalecker Schenk Konrad zum Lehen trug. Auch diese Einkünfte waren vorgesehen „ad restauracionem pontis“ zur Wiederherstellung bzw. Reparatur der Brücke zu Wenzendorff, wofür „frater Johannes magister pontis“ zuständig war.

  1. Mai Landgraf Albrecht übereignet dem Kloster Grundstücke in Lasan (UB Nr.297)

„Christianus dictus de Winkele miles et castellanus in Rutleibesberg“ hatte das Lehen gegenüber dem Landgrafen aufgelassen. Die Überlassung bestätigten Thimo von Hagenest und Heinrich, genannt Kurtefrunt, beides Kastellane der Rudelsburg auf der Wartburg (Lepsius, Kl. Schriften). Lasan lag bei Wilsdorf und wurde zur Wüstung.

  1. Mai Erwerb von Äckern in Lißdorf (Lizingesdorf) (UB Nr.298).

   Sep. Tod Friedrich Tutas (Allg. Gesch.).

Da er keinen Erben hinterließ, kamen das väterliche Erbe, die Markgrafschaft Brehna/Landsberg, sowie der großväterliche Erbteil in Meißen und der Lausitz an Landgraf Albrecht. Diezmann, der ältere Sohn Albrechts und dessen potentieller Erbe überließ seinem Bruder Friedrich seinen Erbteil in der Mark Meißen und die Pfalzgrafschaft Sachsen. Das Osterland wurde geteilt. Der nördliche Teil kam an Landgraf Albrecht, der dies dem Markgrafen von Brandenburg verpfändete. Den südlichen Teil teilten sich Diezmann und Friedrich. Gegen die Teilung wandte sich der im gleichen Jahr zum König gewählte Adolf von Nassau und forderte den Rückfall der Reichslehen.

1292

             Überlassungsurkunde (Lepsius Kl. Schriften).

Ritter Berthold von Rehehausen überließ den Zisterziensern eine Hufe seines Erbgutes in Hassenhausen.

1293            

  1. Feb. Uberlassungsurkunde (UB Nr. 308).

Heinrich von Golmsdorf, Ritter und Kastellan der Rudelsburg überließ den Zisterziensern eine „Insel mit Weidicht“ in der Saale.

Als Zeugen testierten: „Henricus de Rode, Iohannes de Lochowe (Laucha), castellani in Roteleibisberg, Theodericus de Scheipz, castellanus in Salecke et alii...“. Dieser war demnach ein Untervogt der Schenken auf Burg Saaleck.

  1. Juni Stiftungsurkunde für eine Kapelle auf dem Gottesacker des Moritzklosters (NUB 687).

„Petrus de Nitshitz (Neidschütz) miles, et Albertus et Henricus de Rode (Freiroda) fratres, Castellani in Rutelisburg“, deren Vorfahren im Naumburger St. Moritzkloster beigesetzt wurden, stifteten zum Gedenken diese Kapelle. Als Zeugen testierte „Wolphardus plebanus in Rudelisburg“ .Außerdem testierten: dominus plebanus in Vlemingen (Flemmingen), dns. Fridericus plebanus ecclesie Scti. Othmari in Nuenburg, dns. Bertoldus Shidingen (Scheidungen), dns. Albertus de Scuditz (Steudnitz), milites Thymo et Fridericus fratres dicti de Hogeniste, Castellani in Rudelisburg“.Thimo von Hagenest wurde 1356 in der Klosterkirche von Pforte beigesetzt. Seine Grabplatte befindet sich noch heute dort.

Die Anwesenheit eines „plebanus“ zeigt, dass die Burg eine eigene Filialkirche hatte.

1294

            König Adolf von Nassau fällt in Thüringen ein (Spangenberg Sächs. Chronik).

Landgraf Albrecht hatte ihm das Anrecht auf die Landgrafschaft für 12.000 Mark Silber verkauft und damit seine beiden Söhne faktisch enterbt. Allerdings sollte das Anrecht erst nach seinem Tod wirksam werden. Doch Adolf wollte nicht warten und fiel in der Landgrafschaft ein. Von seinem Heerlager bei Eisleben zogen seine zügellosen Truppen plündernd und mordend durch die Grafschaften Stolberg und Hohnstein, bevor sie über die Beichlinger, Schwarzburger und Heldrunger Gebiete herfielen. Dann wandten sie sich in das Osterland, belagert und eroberte Freyburg und die Neuenburg, verwüstete Groitzsch, Pegau, Borna und Leipzig (Döring). Da er die Neuenburg nicht bemannen und verproviantieren konnte, ließ er die Burg schleifen.

Ein Aufgebot Dietrichs und Friedrichs errang bei „Raspenbergk“ (Rastenberg) einen Teilsieg über die königlichen Aufgebote aus Schwaben und vom Rhein (Rothe 565). Danach ließ Friedrich die Neuenburg wieder aufbauen.

1295

20.Jan. Kaufurkunden (UB Nr.312/313, NUB 709)

„Conradus pincerna de Salekke, canonici Nuenburgensis“ testierte einen Kaufvertrag zwischen dem Grafen Hermann von Osterfeld und den Zisterziensern über eine Hufe in Poppel.

      24. Apr. Tauschurkunde über Äcker in Pomnitz (UB Nr. 314) 

Weitere Erwerbungen erfolgten 1295, 1301, 1305, 1322 und 1325. 1353 überließen die Orlamünder Grafen und 1366 das Georgenkloster die Gerichte ebenfalls den Zisterziensern.

1296

  1. Feb. Auflassung von Lehen in Altenburg (UB Nr. 318/19, NUB 727)

Der Naumburger Bürger Christian v. Bachern ließ sein Lehen gegenüber ipse vero burcgravius Ber(toldo) dicto Speculum castellano Ruteleybisberc“auf. Demzufolge war Berthold zu dieser Zeit der Herr der Rudelsburg.

  1. Mär. Auflassung des Kastellans (UB Nr. 320, 321, NUB 729).

„Bertoldi dicti Speculum castellani in Rutheleibisberc“ der die fünf Höfe in Altenburg-Almrich vom Burggrafen Meinher von Meißen als Lehen trug, erklärte nun seinerseits die Auflassung, dieser wiederum gegenüber dem Landgrafen, der sie dem Bischof als Oberlehnsherrn überließ. Bischof Bruno bestätigte die Resignierung und verkaufte das Lehen den Zisterziensers.

  1. Mai. Befehl zur Herausgabe der Eckartsburg und der Neuenburg (NUB 736).

König Adolf in Thüringen und Meißen eingefallen. Markgraf Friedrich mußte Meißen, Grimma, Leisnig und Rochlitz aufgeben.  Nach Rothe (Chron. 568) wurden die   Neuenburg und die Stadt Freyburg belagert und nach der Einnahme die geschleift.

  1. Mai Pforta erhält die Vogtei von Zäckwar (UB Nr. 322)

König Adolf bestätigte den Zisterziensern das „ advocatium in Zebcur“. Dabei urkundete er als Landgraf.

            Strafaktionen gegen die Verbündeten des Königs (Allg. Gesch.).

Während Adolf in kriegerische Auseinandersetzungen am Rhein verwickelt war, kämpften die Söhne Albrechts gegen dessen Parteigänger, die Grafen von Käfernberg, Mühlberg und Gleichen (Rothe 574).

  1. Okt. Resignierungsurkunde (UB Nr. 323).

Bert(oldus) cognomento Speculum castellanus Ruthleybisberc“ überließ dem Kloster weitere Güter in Altenburg-Almrich.

  1. Nov. Erwerb einer Hufe Land in Hassenhausen (UB Nr.324).

Auch Hassenhausen kam in den Besitz des Klosters. 1321 erhielten die Zisterzienser die niedere und 1353 die Halsgerichtsbarkeit. In Hassenhausen wurde das Landgericht für alle westlich der Saale gelegenen Klostergüter und Dörfer eingerichtet. Dazu gehörten Gernstedt, Taugwitz, Poppel, Zäckwar, Benndorf, Lißdorf, Rehehausen, die Emsenmühle, Pomnitz, Ober- und Niedermöllern sowie die Wüstungen Döben, Hohndorf und Grünstedt.

1298   

            Neubelehnung der Mark Meißen (Allg. Gesch.).

Nach dem gewaltsamen Tod von König Adolph machte auch sein Nachfolger Albrecht von Habsburg den Wettinern das Erbe streitig. Er bestand auf den Rückfall der Reichslehen und belehnte den böhmischen König mit Meißen und der Lausitz. Doch der stieß auf den geschlossenen Widerstand des Adels und der Kirche.

  1. Jan. Übertragung von Zinseinkünften (UB Nr. 331).

Peter von Neidschütz castellanus noster in Rothleibesberg und seine Brüder Heinrich, Hugo und Konrad resignierten auf der Wartburg sex mansos agri Buchstrasse vulgaliter - sechs Hufen an der Buchstraße“ Diese überließ der Landgraf den Zisterziensern.

  1. Juni Übereignung eines resignierten Hof in Rehehausen (UB Nr. 333, NUB 763).

Berthold von Rockhausen und sein Bruder Johann überließen ihre im Dorf gelegene Burg (curia incastellata) mit den Gerichten, einer Mühle und einen Wald den Zisterziensern. Dazu kamen drei Hufen Land, die Johann von den Herren zu Tannroda als Lehen trug Die Auflassung und Überlassung bestätigte Landgraf Albrecht. 1321 war die gesamte Dorfflur im Besitz des Klosters.

             Bestätigungsurkunde des Schenken Konrad von Saaleck (Bau- und Kunstdenkmäler).

Gerhard v. Pomnitz, ein Naumburger Bürger, hatte seine 7 Äcker in Pomnitz gegenüber den Schenken aufgelassen, die sie dem Moritzkloster überließen.

1300

             Verkaufsurkunde der Brüder Otto und Heinrich von Gostenitz (Lepsius Kl. Schriften).

Diese überließen den Zisterziensern drei Hufen „in villa Hohendorf quae est deserta, inter Deben et Rogehusen – das Dorf Hohendorf, das eine Wüstung ist, zwischen Döben und Rehehausen“.

             Verkaufsurkunde der Schenken von Saleck (Lepsius Kl. Schriften)

„Conradus dictus Pincerna, residens in Saleke“ veräußerte mit Zustimmung seiner Söhne Rudolf, Konrad, Heinrich und Rudolf d. J. Güter in Stedten locum dictum Burghstadel mit den Gerichten dem Kloster Volkeroda. Eine gleichlautende Urkunde stellten die Schenken zu Nebra aus, dies mit Konsens der Kinder Diethrichs I., Conrad, Diethrich II, Rudolf, Elisabeth und Kunigunde sowie Conrads, Rudolf, Heinrich, Diethrich, Kunigunde und Lukardis.

  1. Juni Bestätigung des Bischofs über den derzeitigen Besitz (UB 344)

Das betraf die Erwerbungen bischöflicher Güter in Roßbach, am Rödel, in Kothewitz, Teschnitz, Tauschwitz, Altenburg und Rehehausen.

  1. Juli Kaufvertrag zwischen Pforte und dem Nonnenkloster Quedlinburg (UB 345).

Wegen finanzieller Nöte verkauften die Nonnen alle Gütern, die ihnen Otto I. 936 zugestiftet hatte, darunter Höfe in Rehehausen (Rugehusen), Hassenhausen, Liebstedt, Rödigsdorf, Darnstedt, und Sulza.

           Kaufvertrag mit Christian v. Bachra (Annales Numburgensis).

Christianus dictus de Bacchare civis Numburgensis omnia sua bona (.) videlicet quator mansos in Rosbach & novigum ibidem (Fähre) duos mansos in Rodeling, tres mansos in Rosteuitz, unum mansum in Thesnitz, vineam Tuschuitz & duos mansos in Aldenburg (.) Hank donationem confirmavit Bruno Episcopus Numburgensis sub Theodorico Abbata Monasterij Portensi (.)

Weitere Güter in der Roßbacher Flur wurden 1307 von den Gebrüdern von Tannroda und 1347, 1351, 1361 von Heidenreich von Roßbach erworben.

1301

  1. Feb. Tauschurkunde (UB 352).

Bischof Bruno und das Domkapitel überließen den Zisterziensern die Vogtei und 13 Hufen in Zäckwar und bekamen dafür Grundstücke in confinio nostri castri Sconenberg.

  1. Apr. Vertragsschluß auf der Rudelsburg (UB Nr.353).

Ritter Eckart von Sulza überließ dem Kloster Güter mit Gerichten in Darnstädt. Zeugen waren „Heinricus de Rode, Hermannus de Scuditz, Fridericus de Tuchern, Otto de Lochowe, castellani in Ruthleybesberg et alii quam plures...“ Es ist die einzige bekannte Urkunde die auf der Rudelsburg gesiegelt wurde - acta haec sunt in castro Rudeleibisberg a. d. MCCCI.

  1. Nov. Urkunde des „Conradus pincerna de Salecke, canonici Nuenburgensis“ (UB 360).

1302          

  1. Mär. Kauf von Land in „Bennendorf“- Benndorf (UB 362).

Heinrich, Gerhard und Dietrich, die Marschälle von Eckartsberga verkauften den Zisterziensern eine halbe Hufe und 1304 die Gerichte. 1305 verkaufte Conrad, Domprobst und seine Brüder die Schenken von Saaleck weitere drei Hufen für 37 Mark Silber.

  1. Mär. Markgraf Dietrich bestätigt die Unantastbarkeit des Klosterbesitzes. (UB 363).

Dieser hatte 1301 die Mark Lausitz verkauft und sich auf sein Allodialgut bei Landsberg/Brehna zurückgezogen, nannte sich jedoch noch bis 1304 Markgraf der Lausitz.

  1. Apr. Verkaufsurkunde der Vogtei von „Rudingsdorf“ (UB 365/366).

Aus wirtschaftlichen Nöten veräußerte Schenk Konrad die Vogtei, die er als Lehen des Quedlinburger Abtissinnenkonvents trug. Dem stimmten seine Söhne Konrad, Domprobst zu Naumburg, Heinrich und Rudolf von Vitzenburg sowie seine Neffen Schenk Rudolf zu Dornburg und Schenk Konrad zu Nebra zu. Die Urkunde wurde auf Burg Saaleck (Acta sunt hec in castro Saleke) im Beisein weiterer Zeugen gesiegelt.

  1. Nov. Tausch von Äckern in der Saaleaue (UB 369, NUB 810)

Das Kloster hatte ihre zwischen Tauschwitz und Roßbach am linken Saaleufer gelegenen Äcker gegen Äcker am anderen Ufer der Saale bis zur Almricher Kegelmühle mit dem Bischof getauscht. Darüber hinaus erlaubte Bruno, dass die Zisterzienser „..concedentes insuper liberam facultatem Portensibus litora firmandi aconcedentes insuper liberam facultatem Portensibus duorum munimen agrorum..”- zum Schutz ihrer Äcker einen Damm errichteten könnten. Als Wertausgleich zahlten die Mönche dem Bischof 213 Mark Silber. Die bischöfliche Urkunde bezeugten Rudolfus de Bunowe, Heinricus de Schonenberg, Ulmannus de Gusowe, Erkenbertus, Siffridus castellani in Schonenberg.

1303

  1. Jan. Bischöfliche Beurkundung einer Schenkung (NUB 816).

Dabei testierten „ Henricus de Rode, Petrus Niczczicz burgen(ses) in Rutheleibisberg.“

     19. Apr. Bischöfliche Kaufurkunden (NUB 821, 827).

Hier testierte u. a. „Conradus pincerna, canonici ecclesie Nuemburgensis“.

    30. Nov. Tauschurkunde des Ritters Eckard von Sulza (UB Nr. 379, 380).

Den Tausch von Gütern in Gernstedt bezeugten: Albertus et Heinricus de Rode, fratres, Heinricus de Muchelde, Petrus de Niscitz, Otto de Luchowe, Hermann de Scuditz et Wirnherus Curtefrunt, castellani in Rotilleybisburch.

1304

  1. Feb. Pforte erwirbt die Vogtei in Benndorf (UB Nr. 387).

1321 wurde dem Kloster die Gerichtsbarkeit vom Landrichter bestätigt.

  1. Apr. Patronatserklärung des Markgrafen Dietrich (DomStA NMB, Lib.flav Bl. 89,135).

Die auf Burg Colditz ausgestellte Urkunde bestätigte dem Bischof Ulrich von Colditz (1304-1315) die Unantastbarkeit des bischöflichen Besitzes in der Markgrafschaft. Am 18. Mai erneuerte auch Landgraf Albrecht das Patronat und ein Jahr später Markgraf Friedrich der Freidige. Im Gegenzug bestätigte der Bischof die den Wettinern die bischöflichen Lehen.

     Juni Zug gegen Graf Otto I. von Kirchberg (Allg. Gesch.)

Zur Durchsetzung der Landfriedensordnung zog ein Aufgebot der Bürger von Nordhausen, Mühlhausen und Erfurt gegen dessen Stammsitz oberhalb von Jena, um den Übergriffen der dortigen Burgnannen auf die Handelswege ein Ende zu bereiten. Kirchberg, Windberg und Greifberg wurden erstürmt und zerstört. Es blieb nur der Turm des Greifbergs, der heutige Fuchsturm.

1305    

  1. Mär. Kaufurkunde des Klosters Pforte (Chron. M. Wille)

Eckard von Sulza verkaufte eine Hufe Land und eine Wiese bei Darnstedt für 4 Mark Silber.

       Mär. Klösterliche Kaufurkunde (UB Nr. 401, 402, 403 ).

Schenk Konrad war verstorben und hatte seinen Erben einen Schuldenberg hinterlassen „cum ob intolerabiles debitorum pressuras et pericula usurarum“. Deshalb verkauften seine Erben (Konrad, Dietrich, Heinrich, Rudolf und Lukardis) ein Gehölz bei Möllern (prope Meller situm) von 86 Ackern für 43 Mark Silber. Zuvor hatte Juvenis, Castellanus noster in Saleke, sein Afterlehen von 15 Ackern aufgelassen. Er, sowie Guntherus et Hermannus de schafstete Castellani noster in wizenburg bezeugten den Verkauf. Landgraf Albrecht überließ das Gehölz den Zisterziensern. Von den ehemaligen Besitzern blieb der Name „Schenkenholz“.

1306

  1. Aug. Kriegszug König Albrecht von Habsburg (Allg. Geschichte).

1305 war der Böhmenkönig, den Adolph mit der Mark Meißen belehnt hatte, verstorben. Vor dem Reichstag, der über eine Neubelehnung entscheiden sollte, bekräftigte Landgraf Albrecht die Rechtmäßigkeit des Verkaufs der Landgrafschaft, zumal seine Söhne Friedrich und Diezmann nicht erschienen waren und ihnen die Reichsacht drohte.

Daraufhin eroberte Friedrich die von einem königlichen Landvogt verteidigte Wartburg. Die folgende Belagerung der Burg von den Aufgeboten der Städte Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen konnten die Grafen von Schwarzburg, Beichlingen, Hohnstein und Stolberg, der Herren von Querfurt und der Schenken von Vargula beenden. Daraufhin verzichtet Albrecht auf die Landgrafschaft und begab sich nach Erfurt (Binhard Chronica).

            Bestätigung des Klosterbesitzes durch König Albrecht (UB Nr. 413).

           Das Moritzkloster verkauft die Altenburger Mühle (Lepsius Kl. Schriften).

Wegen hoher Schulden überließ man die Mühle für 40 Mark Silber den Zisterziensern.

1307

  1. Mai Schlacht bei Lucka (Allg. Gesch.).

Nun belagerte Friedrich d. Freidige Gotha, während die Erfurter unter Führung des Grafen von Weimar-Orlamünde gegen Sangerhausen zogen. Diezmann wandte sich, nachdem es ihm gelungen war, die Stadt zu entsetzen über Wiehe nach Weimar, während Friedrich die Besatzung der Eckartsburg vertrieb. (Binhard). Dann konnten die Brüder mit Unterstützung der Leipziger Bürgerschaft eine bei Altenburg operierende Streitmacht König Albrechts schlagen. Kurz danach starb Diezmann eines gewaltsamen Todes. Damit war Friedrich, der Freidige alleiniger Erbe der Wettiner Länder und konnte sich inzwischen auf die  Mehrheit des Adels und des Klerus stützen.

                 Überlassung von Gütern in „Dockwitz“-Taugwitz (UB 419).

Heinrich Graf von Beichlingen überließ den Zisterziensern mit Zustimmung des Landgrafen 4 Hufen Land die im Lehen Hermann und Heinrich von Ebersberg standen und sechs Hufen im Lehen Ottos v. Gößnitz und des Schönburger Kastellans Johann Schütz (sigittarius). 1321 erhielt das Kloster auch die Gerichtsbarkeit.

  1. Nov. Bischöfliche Schenkung (UB 424, Domregesten 243).

Bischof Ullrich überließ den Zisterziensern einige Äcker in der Altenburger Flur als Entschädigung für Einbußen die sie bei einer Fehde des Bischofs mit dem Markgrafen von Brandenburg erlitten hatten. Diese Urkunde, testierte „Guntherus advocatus noster de Bunowe“. Die Bünaus hatten inzwischen die bischöfliche Vogtei der Schönburg inne, so Rudolphus de Bunowe, castellani de Sconenberch 1304. Die Zisterzienser erhielten in diesem Zusammenhang weitere Güter (UB 426, 427, 432, 435, 436).

1308

            Landfriedensordnung in Thüringen und Meißen (Allg. Gesch.).

Nach der Ermordung König Albrechts wurde ein allgemeiner Landfrieden ausgerufen, um die Fehden zu beenden und die Friedensbrecher zu bestrafen. Nach Krottenschmidt bestätigte Bischof Ulrich Friedrich den Freidigen die bischöflichen Lehen in der Mark Meißen u.a. Oschatz, Grimma, Ortrand und Rochlitz und in Thüringen die Grafschaften Aspe, Beichlingen und Buchen, die „Häuser“ Buttelstädt, Eckartsberga und Rastenberg, sowie die Gerichte in Eisenberg und Groitzsch.

1310

  1. Aug. Verkauf von Quedlinburger Stiftsgütern (Wille, Chron.)

Abbatissa Gertrudis, Sophia, Praep. und Armegradis, Decana verkauften ihre noch von Kaiser Otto I. gestifteten Güter in Liebstädt, Sulza, Darnstedt, Rudingsdorf und Hassenhausen, die bisher der Sulzaer Münzmeister zum Lehen trug, dem Kloster Pforte.

  1. Nov. Verkauf eines Weinberges der Saalecker Schenken (Lepsius).

Die Brüder Heinrich und Rudolf übereigneten einen bei Vargula, dem Stammsitz der Familie, gelegenen Berg dem Kloster Volkerode.  

   Förmliche Belehnung Friedrich des Freidigen (Allg. Gesch.).

König Heinrich VII. verzichtete endgültig auf die Reichslehen Thüringen, Meißen, die Pfalzgrafschaft und das Osterland. Der Bischof bestätigte ihm die Lehen von Eckartsberga, Buttelstädt und Rastenberg. Die Rudelsburg verblieb als Stiftslehen bei der Landgrafschaft, Saaleck im Besitz der Schenken, denen neben der Burg auch die Saalecker Geleitseinnahme inne hatten.

1312

  1. Apr. Friedensvertrag mit dem Markgrafen von Brandenburg (Allg. Gesch.)

Waldemar, der 1303 von Dietrich von Landsberg die Mark Lausitz erbte, fiel in der Mark Meißen ein. Dabei fiel ihm Landgraf Friedrich in die Hände. Seine Freilassung musste er mit dem Verzicht auf das Osterland, die Mark Landsberg und die Niederlausitz sowie die Städte Dresden, Meißen und Leipzig erkaufen. Inzwischen waren auch der Burggraf von Nürnberg und der Landgraf von Hessen in Thüringen eingefallen. Die Vögte von Weida, Gera und Plauen sowie die Reichstädte Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen nutzten die Zeit ihre Machtbasis zu stärken bzw. verlorenen Besitz zurück zu holen.

  1. Juli Bestätigung der Klosterprivilegien im „castro Wizenuels“ (UB 444).

Wie seine Vorgänger bestätigte auch Friedrich den Zisterziensern alle ihnen bisher erteilten Privilegien, die Gerichte und alle seit Gründung des Klosters gewährten Einkünfte.

  1. Dez. Übereignung bischöflichen Besitzes (Reg. 255).

Pforte erhielt Äcker zwischen Altenburg –Almrich und der „Schweinswarte“. Außerdem bestätigte Bischof Ulrich I. von Colditz den klösterlichen Besitz und bewilligte den Bau eines Dammes entlang der Saale.

1313            

  1. Juni Kaufvertrag über Äcker bei Porstendorf (UB 449).

Dies ist die einzige erhaltene Urkunde, die in Cosene gesiegelt wurde. Verkäufer waren die Brüder von Golmsdorf, die dem Kloster Besitzungen in Porstendorf überließen. Den Vertragsabschluss testierten „.... Wernerus dictus Curcefrunt et Petrus Nail de Tutenberg, supra dicti, item Conradus de Muchelde, Petrus de Nyschitz, Fridericus dictus de Monte, Hermannus de Scuditz castellani in castro Ruteleybesburg“.

  1. Juli Bischof Ulrich tritt dem Friedensvertrag bei (Cod. Dipl. BRB 2.1. S 343).

Das betraf den Vertrag zwischen Landgraf Friedrich und Markgraf Waldemar.

             Überlassung der Gerichte in Tauschwitz (Lepsius Kl. Schriften).

Die ließ Graf Hartmann von Orlamünde auf. Tauschwitz lag oberhalb des Allerheiligenberges, wo sich die Wallanlage der Heuneburg befunden haben soll.

1314

     Nov. Tod Landgraf Albrechts. (Allg. Gesch.)

Dieser verstarb im 64. Lebensjahr in Erfurt, wo er nach seinem Verzicht auf die Landgrafschaft wohnte.

1315

            Beschwörung eines allgemeinen Landfriedens (Allg. Gesch.).

Den jahrelangen Kriegszügen folgten Teuerung und Hungersnöte. Dazu kam eine Pestepidemie, die drei Jahre grassierte. Zahlreiche Dörfer in Thüringen und Meißen wurden zur Wüstung. In den Wäldern hausten Entwurzelte, die ebenso wie zahlreiche Burgbesatzungen die mit Raub und Plünderung ihren Lebensunterhalt bestritten. 

1316

             Verkauf von Höfen und Hufen in „Dochwitz“ (Lepsius, Kl. Schriften).

Die Zisterzienser erwarben die Güter von Siffridus, dictus Sigittarius et Johannes filius ejusdem, castellani in Schonenberg, die sie vom Beichlinger Grafen zum Lehen trugen. Den Verkauf bezeugten Peter Portzig, Kastellan zu Schönburg und Friedrich v. Balgstädt, sowie Günther v. Bünau, Gerichtsvogt der Schönburg, Nikolaus, Vizepleban, sowie die Kastellane Hermannus de Geusau, miles et Erkenbertus.    

1317

             Friedensschluss von Magdeburg (Allg. Gesch.)

Friedrich d. Freidige gewann dabei die dem Markgrafen von Brandenburg überlassenen Besitzungen zurück.

1319              

  1. Mai Resignierung der Dörfer Fränkenau (UB Nr. 484, 485).

Pincerna de Saleck, dicti de Vargila Heinrich, Rudolf und Dietrich, sowie die Söhne Heinrichs resignierten gegenüber dem Quedlinburger Nonnenkloster die Lehen der beiden Dörfer Fränkenau oberhalb des Saalberges für 80 Mark Freiberger Silbers (duas villas dictas utrasque Frenckau, quarum una sita est in supercilio montis Salberg, inter stratam regiam et vineam) mit der Bitte diese dem Kloster zu überlassen.

Ferner gehörte dazu auch ein Wald bei Döben, den Otto dictus de luchau, quondam Castellanus de Rudelsburgk, als Afterlehen der Schenken trug. Döben lag auf der Höhe zwischen Lengefeld und Stendorf, das Gehölz war das „Äbtissinnen“ oder „Äbtische“ Holz.

Das untere Fränkenau, südlich von den klösterlichen Steinbrüchen gelegen, war bereits Wüstung (Item alia villa hec est deserta sita eodem monte). Nach dem Namenspatron der Kapelle, dem Heilige Nikolaus wurde dann der anliegende Berg benannt.

Die Auflassung bezeugten Conrad, rector ecclesiae der Rudelsburg, Albert plebanus zu Saaleck, Beringer v. Meldingen ein Schwager (sororium) der Schenken, Conrad v. Priesnitz (n. Lepsius ein Enkel des Saalecker Schenken Konrad und der Lukardis), Friedrich v. Teuchern, Hermann v. Steudnitz und Friedrich v. Berg, alles Kastellane der Rudelsburg. Außerdem beurkundeten frater Hermannus de arnstete, frater cunradus de Hessler, frater Johannes de numburgk, frater albertus de Cranchborn Monachi de porta.

Dies war die letzte Urkunde auf der Rudelsburger Kastellane testierten. Da auf der Rudelsburg ein „rector ecclesiae“ und Saaleck ein „plebanus“ war, zeigt, dass auf beiden Burgen Filialkirchen bestanden und zumindest auf der Rudelsburg regelmäßigen Gottesdiensten stattfanden.

Eine weitere Auflassung der Schenken bezeugten „Juvenis et Gerwicus castellani noster in Salecke.“

  1. Nov. Kaufvertrag mit dem Quedlinburger Stift (UB Nr. 490).

Der Quedlinburger Stift verkaufte nun die von den Schenken resignierten beiden Dörfer               Fränkenau den Zisterziensern „....duas videlicet villa dictas untrasque Franchowe, quarum una sita est in supercilio montis Salberg inter regiam stratam et vineam, que dicitur Vetus mons, cum areis suis, curiis, curtibus, ortis, pomeriis, silvis et silvulis….“

     11.  Dez. Resignierungsurkunde Friedrich des Freidigen (UB Nr. 492)

Auf der in Gotha ausgestellten Urkunde zeugte: „Heinricus de Salecke pincerna“.

1320

  1. Feb. Resignierungs- und Verkaufsurkunde (UB Nr. 494, 495).

Heinrich Schenk zu Saaleck bestätigte den Kauf einer Hufe Land in der Flur von Hohendorf, oberhalb von Stendorf, durch seinen Vogt „Guntherus dictus advocati de salecke“ und dessen Ehefrau Gutta.

  1. Apr. Beurkundung des „Heinrici pincerne in Salecke“ (UB Nr. 498).

    25.  Mai Bericht Bischof Heinrichs zu den Zuständen in der Diözese (Dom-Reg. 290).

Papst Johannes XXII. hatte dem Erzbischof von Magdeburg und den Suffraganbischöfen befohlen, in den Diözesen die für den Heiligen Stuhl bestimmten Einkünfte von den nicht besetzten kirchlichen „Beneficien, Personaten, Dignitäten und Officien“ einzutreiben. Doch die Zustände in den Präpositerien Zeitz und Naumburg sowie den Archidiakonaten Pleißen und „Transmuldam“ waren geradezu katastrophal. Durch die zahlreichen Adelsfehden, die immer mit der Verwüstung der Dörfer des Gegners einhergingen, war das Land völlig verarmt. Dazu kamen Missernten und Hungersnöte, dazu kamen die Überfälle  „kommunistisch“ lebender Räuberbanden. Aber auch der Adel drangsalierte die Bauern. Besonders schlimm trieben es die Herren von Plauen und Gera und die Herren von Camburg und Tautenburg hatten die Kirchensprengel Wethau und Casekirchen geplündert.

               Belagerung und Eroberung der Eckartsburg (Rothe 639, Binhard, Döring).

Der Burgherr, ein Ritter Beringer von Scheidungen (möglicherweise identisch mit dem Rudelsburger Kastellan Bertold von Scheidungen) plünderte die Gegend zwischen Erfurt und der Neuenburg. Daraufhin verbündete sich Landgraf Friedrich mit den Erfurtern. Die Burg wurde belagert und mit „bliden“ beschossen. Nach einem vergeblichen Ausfall der Burgbesatzung gelang die Eroberung der Burg. Beringer entkam mit knapper Not. Der übrigen Besatzung gewährte man freien Abzug, da man sie wegen fehlender Vorräte nicht auf der Burg gefangen halten konnte. Auch das Schloss „Raspenberg“(Rastenberg) wurde gestürmt und dem Erdboden gleich gemacht.

1321

  1. Mär. Bischöfliche Urkunde (Reg. 292).

Bischof Heinrich bestätigte die Übertragung von Äckern in der Flur Czebekur-Zäckwar, die Bischof Ulrich den Zisterziensern überlassen hatte.

    27. Mai Bischöfliche Urkunde (Reg. 293/294)

Bischof Heinrich bestätigte, dass „Heinricus pincerna de Salecke, advocatus“ die Vogtei in superiori Gosserstete und inferiori Eckolstedte für 29 Mark Silber dem Domprobst verkauft und die Auflassung erklärt hätte. Dies bezeugten Magister Johannes Pileatorius perpetuus vicarius Ecclesie Nuemburgensis, Conradus presbiter rector Ecclesie scti Othmari in Nuenburg, Strenui viri, Conradus dictus de Brizenicz et Hermannus de Wynecke armigeri, Wyckerus de Sulcze civis Nuenburgensis et plures alii fide digni.

1323

            Überlassungsurkunde (Lepsius Kl. Schriften).

Der Konvent des Klosters St. Georg überließ den Zisterziensern mit Genehmigung des Bischofs das jus patronatus und die Einkünfte der Kapelle von Tauschwitz, da das Dorf „durch frevelhafte Räubereien und Drangsale dergestalt verwüstet worden, daß kaum noch ein bewohnbares Haus da anzutreffen sei. Offenbar waren Tauschwitz und Thesnitz von den Einfällen der Grafenkönige sowie von den Adelsfehden so betroffen, dass sie von den Bewohnern aufgegeben.

1324

  1. Juni Bischof Heinrich (I.) v. Grünberg bestätigt die Stiftslehen (WEI Nr. 4691).

Landgraf Friedrich der Freidige war 1323 verstorben. Sein Erbe Friedrich (II. der Ernsthafte) war minderjährig Die Vormundschaft übernahm seine Mutter, die Gräfin von Arnshaugk, zunächst mit Graf Heinrich IX. von Schwarzburg und nach dessen Tod mit Heinrich II. Reuß von Plauen. Heinrich von Grünberg (1316-1335) bestätigte dem jungen Landgrafen die Stiftslehen in Thüringen und der Mark Meißen. Dieser wiederum bestätigte dem Bischof das Patronat und die Unantastbarkeit des bischöflichen Besitzes.

Gleichzeitig wurde die Verlobung Friedrichs mit der Tochter König Ludwigs, eines Wittelbachers, ausgehandelt. Die Mitgift war das Pleißenland (Altenburg, Chemnitz, Zwickau), was nun zum zweiten Mal und diesmal endgültig an die Wettiner fiel.

1327

  1. Apr. Pforte erwirbt Land in Sachsenhausen bei Weimar (UB Nr.534).

Verkäuferin war: „... domine Margerete uxeri patri nostri Heinrici pincerne de Salecke“, die Witwe des Schenken Heinrich.

1328

  1. Juni Resignierungsurkunde des Burggrafen von Kirchberg (UB Nr. 540,541).

Der Burggraf verkaufte dem Kloster eine Hufe Land in Sachsenhausen, mit der Rudolf und Heinrich Schenken zu Saaleck belehnt waren, mit der Auflage diese damit wieder zu belehnen.

     28. Juni Kaufvertragsabschluss in Pforte (Reg.337).

Graf Heinrich v. Beichlingen verpfändete dem Naumburger Bischof Heinrich eine Saline (Salzwerk) in Frankenhausen, ließ sich aber damit wieder belehnen.

1329

  1. Feb. Bischöfliche Urkunde (Reg. 340).

Hierbei ging es um die Auseinandersetzungen zwischen der Stadtarmut und den Bürgern Naumburgs. Zur Schlichtung sollten die bischöflichen Ministerialen Milites Rudolfus de Bunowe und Hermannicus et Hinricus de Drutzin vermitteln. Beide Familien spielten eine bedeutende Rolle im Bistum (Dom-Reg. 298, 308, 334, 335, 343, 344, 345, 346, 347).

  1. Juni Regalienbrief König Ludwig des Bayern (Allg. Gesch.)

Vogt Heinrich Reuß von Plauen, Weida und Gera wurde in den Stand eines erblichen Reichsfürsten erhoben. Damit endete das Oberlehen der Landgrafen.

  1. Dez. Schutzbündnis zu Grimma (DD 2539).

Bischof Heinrich und Landgraf Friedrich II. schworen sich gegenseitigen Beistand.

1330

  1. Jan. Bischöfliche Urkunden (Dom-Reg. 353, 359, 363, 364 ff).

Schenk Rudolf von Saaleck testierte auf den Urkunden als thesaurar (Schatzmeister) und custos des Domkapitels, hatte damit hohe Laienämter im Stift inne.

1331

    18. Feb. Bischöfliche Verkaufsurkunde (Dom-Reg. 365, 366).

Miles Hermannus de Druyczschin erhielt für 300 Schock Prager Groschen das bischöfliche Lehen von Burg Heuckenwalde mit Dorf und Flur, Gerichtsbarkeit und übrigen Zubehör.

  1. Nov. Bischöfliche Urkunde (Reg. 371).

Hier testierten „Rudolf Schenke, custiini“ und „Hermann von Drutschin“.

1332

             Landgräflicher Zug gegen Straßenräuber an der Unstrut (Rothe 658, Döring).

Landgraf Friedrich (II.) wandte sich gegen adlige Wegelagerer, wie die von Bayernaumburg und den Kastellane der Neuenburg. Er forderte die Herausgabe gestohlener Handelsgüter und die Freilassung der Gefangenen. Wer dem nicht nachkam, dessen Burg wurde geschleift. Dabei kritisierte Rothe die Untätigkeit des Naumburger Bischofs, weil sich auch bischöfliche Lehnsleute an den Räubereien beteiligten und kaum die   Strafe ihres Oberlehnsherren zu befürchten hatten.

1333

  1. Feb. Die Lobdeburger verpfänden ihren Besitz den Schwarzburger Grafen (Allg. Gesch.)

Die im Oberlehen des Wettiner stehende Leuchtenburg, Kahla und Roda kamen an die Schwarzburger.  

  1. Aug. Übereignung bischöflicher Höfe in Altenburg (UB 552).

Die Überlassung der Vogtei und der Gerichte an die Zisterzienser stand hier noch unter Vorbehalt.

  1. Sep. Verpflichtungsurkunden zum Schutz des Stiftes (Dom-Reg. 386, 387*,389, 390)

Bischof Heinrich konnte einige Herren zur Einhaltung des Landfriedens in seiner Diözese verpflichten und sich ihrer Unterstützung bei feindlichen Übergriffen auf das Stiftsterritorium versichern. Dies beschworen Heinrich der Ältere, Vogt von Plauen und sein Sohn, die Herren von Waldenburg sowie Fritsche von Schonenburg, Herr zu Crimmitschau. Sie erklärten sich auch bereit, dabei den Befehlen der bischöflichen Hauptleute Hermann von Droitzen und Ludwig von Sylewitz zu gehorchen.

  1. Sep. Anordnung zur Ausrüstung von Reisigen und Fußvolk. (Dom-Reg.391).

Zum Schutz der Diözese und des Stifts vor dem um sich greifenden Räuberunwesen sollten die Stiftsuntertanen Mittel zur Ausrüstung einer bischöflichen Streitmacht aufbringen.

  1. Dez. Schutzbündnis gegen den Landgrafen (DomStA NMB Nr. 347/350).

Landgraf Friedrich, der erneut den Versuch unternahm, die Privilegien des thüringischen Adels einzudämmen, sah sich nun einem Bündnis gegenüber, zu dem sich die Vögte von Plauen, die Grafen von Orlamünde, Schwarzburg und Beichlingen, der Burggraf von Leisnig, die Herren von Schönburg und Waldenburg, die Städte Erfurt und Mühlhausen und die Herren von Lobdeburg vereinigten. Später traten noch die Burggrafen von Kirchberg und die Herren von Kranichfeld, Heldrungen und Blankenhain sowie Bischof Heinrich bei.

1335

  1. Juni Anrufung eines Schiedsgerichts im Streit mit dem Landgrafen (DD 2697)

Federführend war hierbei Bischof Heinrich, der jedoch kurz darauf starb, noch bevor im Oktober ein Waffenstillstand ausgehandelt wurde.

1336

  1. Jan. Weißenfelser Treuegelöbnis Bischof Withegos (DD 2715).

Der Nachfolger Bischof Heinrichs, Withego von Ostrau (bis 1348) stellte sich nach dem Friedensschluss von Eisenach wieder auf die Seite des Landgrafen, bestätigte ihm alle Stiftslehen und erhielt die landgräfliche Bestätigung des Patronats sowie aller bisherigen Rechte, Güter und Privilegien.

  1. Feb. Bestätigungsurkunde des Landgrafen Friedrich (Dom-Reg. 406).

Dieser bestätigte dem Bischof, dass die Privilegien des Dekans Rudolfus dictus Pincerna de Nebir (Nebra), bereits von Friedrichs Großvater, Landgraf Albrecht, verliehen wurden.

1338

  1. Nov. Erlass einer Landfriedensordnung durch Friedrich II. (Mägdefrau).

Das war ein weiterer Versuch die Privilegien des thüringischen Adels zu beschneiden. Diese Ordnung sollte es dem Landgrafen ermöglichen, die Befestigungen derjenigen ohne weiteres zu brechen, die sich nicht dem Spruch der Landfriedensrichter unterwarfen.

1339

            Verkauf des Frankenausener Salzwerkes (Sondershäusener Urk.-Reg. 565).

Die Grafen von Beichlingen überließen den Salzbrunnen den Grafen Günther und Heinrich von Schwarzburg für 7000 Mark Silber. Gegen diese Überlassung intervenierte der Landgraf, da er selbst daran interessiert war.

1340

  1. Feb. Der Deutsche Orden übernimmt den Stammsitz der Schenken in Vargula (Allg. Gesch.).

Die Stammlinie der Schenken von Vargula endete hier. Schenken nannten sich aber weiterhin die Linien Saaleck, Tautenburg, Dornburg, Nebra und Apolda.

1341

            Belagerung und Erstürmung Nebras (Rothe 667, Binhard).

Die von Rothe geschilderten Ereignisse standen offenbar mit dem Ausbruch der Thüringer Grafenfehde im engen Zusammenhang. Nebra stand im Lehen der Querfurter Grafen, die sich der Fronde gegen Landgraf Friedrich angeschlossen hatten.  

1342

  1. Mär. Bischöfliche Urkunde (Dom-Reg.436).

Hier urkundete „miles Otto dictus Spigel“ Ministeriale des Landgrafen und einer der Kastellane der Rudelsburg.

  1. Mär. Urkunde über eine Testamentsvollstreckung (Dom-Reg. 437).

Das Testament des 1340 verstorbenen Dekans Rudolf Schenk von Nebra beurkundeten Rudolfus, prepositus ecclesie Sulcensis und Theodoricus vicedominus de Appoldia, Linien der Schenken, die in Apolda und Sulza geistliche bzw. Verwaltungsämter ausübten.

  1. Sep. Arnstädter Bündnis - Beginn der Thüringer Grafenfehde (Allg. Geschichte)

Landgraf Friedrich hatte am 23. April einen Teil der Grafschaft Orlamünde von der   osterländisch-meranische Grafenlinie erworben. Daraufhin kam es in Arnstadt zu einem Bündnis der Linie Weimar-Orlamünde mit den Grafen von Schwarzburg und von Hohnstein. Die Schwarzburger sahen ihren Erwerb in Frankenhausen und die Grafen von Hohnstein ihre Besitzungen in der Goldenen Aue durch den Landgrafen bedroht. Dem Bündnis schlossen sich der Erzbischof von Mainz, die Vögte von Plauen, die Herren von Jechaburg, Schönburg und Salza an. Letztere fielen in   Erfurter Gebiete ein, daher stellte sich Erfurt an die Seite des Landgrafen. Ihre Aufgebote zerstörten die den Grafen von Orlamünde-Weimar gehörenden Burgen zu Heßler, Vippach und Wiehe.

                   Thüringer Hochwasserflut (Rothe 668).

Dabei wurde die Brücke bei „Wezindorff“  zerstört, wie das „Chronicon St. Petri Erfordium“ berichtet.

1343

  1. Mai Würzburger Frieden (Schöttgen, Diplomataria Bd. 1).

Unter Vermittlung des Kaisers kam ein Vergleich zustande. Die Orlamünder erkannten den Landgrafen als Oberlehnsherren an und den Schwarzburgern wurde der Besitz von Frankenhausen bestätigt. Am 14. Dezember schloss Friedrich mit den Vögten von Plauen einen Separatfrieden. Diese erkannten ihn wieder als Oberlehnsherren an und wurden mit dem Vogtland rückbelehnt.

  1. Okt. Wechsel des Dornburger Lehens (Schöttgen Diplomataria Bd. 1)

Die Grafen von Hohnstein überließen die Oberlehnsherrschaft über Dornburg den Grafen von Schwarzburg. Darauf verkaufte Schenk Heinrich von Dornburg sein dortiges Afterlehen für 1000 Schock Groschen und erhielt dafür den Gleißberg bei Jena. Kurz darauf verkauften auch die Schenken Heinrich und Dietrich ihre Anteile an Dornburg sowie die Dörfer Zimmern, Flurstädt und beide Dörfer Trebra den Schwarzburgern. Dagegen wandte sich Landgraf Friedrich.

  1. Dez. Überlassungsurkunde der Erben des Schenken Heinrich (UB Nr. 560).

Die Brüder Konrad, Rudolf und Heinrich, Schenken und Herren auf Saaleck (pincerne et domini in Salecke) überließen die Gerichte von Sachsenhausen (bei Weimar) den Zisterziensern.

1344            

  1. Feb. Verkauf von Burg und Dorf Saaleck (Dom-Reg. 439).

Die Brüder „Conzce, Rudolf und Henich, Schenken zu Salecke“ verkauften die Burglehen mit den Gerichten und Gerechtigkeiten, den Dörfern  „Bunscherowe, Lachstete, Dobene, Ridichin, Wenyngen Heringin“, innerhalb der Mauern die Häuser um den Kirchhof und das Fischerhaus für 700 Schock Meißner Groschen dem Bischof Withego. Das Geleit, die Fischerei, die Mühle und alles was nicht ausdrücklich im Kaufvertrag erwähnt wurde, behielten die Schenken. Den Verkauf bezeugten „Dirre Rede sint getzuge die Erbarn unde Fromyn Lute Wolfhard, Probist zcu Sante Mauricien, Herr Dithrich der Tumherre zcu Sante Sever zcu Erford, unde Heinich sin Bruder, die Marschalce von Gossirstete unde Henich von Snoydicz, die ir Insigile gehangin habein an dissen Briv mit der vorgescribin Schenckin Insigile, die da miteynanderr Kunczin des Eltern Schenckin Insigile gebruchin, 1344 an deme Dunristage vor deme Suntage als man singgine Esto mihi.“

Mit der Burg wurde Johann von Drutzen (Droitzen), ein Sohn Hermanns von Droitzen (NUB 400, 411, 853, Reg 298 ff) belehnt. Während Burg Saaleck und die Schönburg bischöfliches Eigentum waren, war der Bischof der Oberlehnsherr der Rudelsburg, Lehnsnehmer der Landgraf und Afterlehnsnehme die Kastellane.

1345

  1. Apr. Friedensschluss zu Dresden ( Allg. Gesch.)

Graf Friedrich von Orlamünde erkannte den Landgrafen als Oberlehnsherrn an und wurde mit Orlamünde rückbelehnt. 1365 starb das Geschlecht von Weimar-Orlamünde aus und die Herrschaft fiel an den  Landgrafen.

  1. Juli Friedensschluss zu Weißenfels (Allg. Gesch).

Nachdem Friedrich die seit 1333 den Schwarzburgern gehörende Burg Kahla erobert hatte und Dornburg belagerte, verzichteten die Schwarzburger auf Kahla, überließen Friedrich die Stiftsvogtei über Saalfeld und Jena. Dafür behielten sie Dornburg, dass sie 1358 gegen Sondershausen eintauschten. Den Vertrag bestätigten der Erzbischof von Mainz und die Bischöfe von Naumburg und Merseburg an.

Friedrich hatte seine Machtposition in Thüringen endgültig gefestigt. Dazu kamen die Mark Meißen, das Pleißen- und das Osterland und die Pfalzgrafschaft das Patronat über die Bistümer Naumburg, Merseburg und Meißen, das Patronat über die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen und mit gewissen Einschränkungen auch über das zum Erzbistum Mainz gehörenden Erfurt.

1346

     Mär. Urkunde über Landerwerb in Sachsenhausen (UB Nr. 567).

Als Zeugen waren Rudolf und Heinrich, Schenken von Dornburg anwesend.

  1. Sep. Vermittlung des Saalecker Vogts Johann v. Droitzen (Lepsius Kl. Schriften, Hoppe 21).

Der Streit zwischen „Tone, Ecke unde Hence bruder genannt von Tumplink“ und „Johns von mucheln unde concen von wiethausen dy dazu mal ratesmeister waren“ konnte durch einen Vergleich beigelegt werden, was „Otte Spigel, fritze von der Moil, Merretich von Glyna und conce von bresenitz“ bezeugten. Einen Streit zwischen dem Rat und den Herren von „Kervenberg“ und von „Dorenburg“ schlichtete „Johan von Drutzinfrit zu Salecke“.

1347            

  1. Apr. Vergleich zwischen Landgraf Friedrich und Günther von Schwarzburg (Allg. Gesch.).

In Eisenach trafen sich der Landgraf und der 1349 zum deutschen König gewählte Graf Günter XVII. Nach Schöttgens „Diplomatica“ vereinbarten sie die „Erhöhung des Frankenhausener Zolls“. Landgraf Friedrich verbot die Einfuhr von halleschem Salz in das Oster- und das Pleißenland westlich der Mulde. Dafür sollte Frankenhausener Salz dorthin gebracht werden. Als Gegenleistung erhielt er ein Drittel des Frankenhausern Zolls von allen Wein- und Kornfuhren. Die Salzfuhrleute sollten ihren Weg über Wiehe nach Naumburg nehmen und dabei die „Wantzendorffer“ Brücke passieren. Außerdem wurde vereinbart, die Straße gebührend zu beschützen und die Wege und Brücken auszubessern. Eine Brücke über die Unstrut bei „Bretla“(Bretleben) wollten die Schwarzburger auf eigene Kosten bauen  

Der Schutz und die Instandhaltung des Handelsweges im Stiftsgebiet wurden dem Bischof übertragen. Dafür erhielt er eine bestimmte Menge Salz, von dem er einen Teil dem Naumburger Rat verkaufte, wie aus den Notizen des Sixtus Braun (Naumburger Annalen, Köster 1892) hervorgeht.

Damit wurde die Wenzendorfer Brücke Teil einer überregionalen Handelsroute. Schon bald kamen auch die Waidhändler aus dem nordthüringischen Raum, die zur Naumburger Messe fuhren und als Rückfracht das in ganz Thüringen beliebte Naumburger Bier mitnahmen.

1348

  1. Mär. Schlichtungsverhandlungen (Wiessner, Germania sacra).

Die Verhandlungen zwischen dem Naumburger Rat und bischöflichen Ministerialen zur Beilegung verschiedener Streitigkeiten fanden in Zeitz, Eisenberg und im Kloster Pforte statt. Bei einem der Treffen in Weißenfels war auch der Landgraf anwesend.

  1. Apr. Belagerung und Erstürmung der Rudelsburg (Lepsius Kl. Schriften).

In den thüringisch-sächsischen Chroniken (Rothe-1421, Spalatin, Binhard-1613, Döring 1848, Phillipp: Geschichte des Stifts Naumburg-Zeitz, J. Bürgers Annales) fehlt jeglicher Hinweis auf das Ereignis, obwohl die Belagerung und Eroberung von Burgen, wie Burgheßler, Eckartsberga, Dornburg u.a. in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in den zeitgenössischen Chroniken angeführt wurden. Das ist erstaunlich, denn die Rudelsburg, war ja keine unbedeutende Wehranlage und eine derartige Strafexpedition der Bürger unter Führung eines bischöflichen Hauptmanns hätte sicher bei den Zeitgenossen für Aufsehen gesorgt.

Einen Hinweis auf eine Zerstörung der Rudelsburg fand C. P. Lepsius. Lepsius, erst Gerichtsherr der Schönbergschen Gerichte zu Kreipitzsch, dann Stadtrichter in Naumburg und seit 1816 Landrat des Kreises, der sich intensiv mit der Geschichte des Kreises und der Stadt Naumburg befasste, fand eine  Ratskämmerei-Rechnung, wo stand: „Item feria quinta in passione divivimus ad expeditionen super Kurtefrunde et pincerna de Tutenburg consumsimus XV gs. in vigilia Georgii ivimus in Rothelvesberg p. destructionem“. Lepsius datierte die Notiz in das Jahr 1348, ging jedoch weder auf das Geschehen noch auf die Umstände in seinen Kleinen Schriften ein. In den 1892 vom San.-Rat Dr. Köster veröffentlichten „Naumburger Annalen des Sixtus Braun“, der von 1592 bis 1613 Bürgermeister war, wurde dieses für  die Stadtgeschichte doch bedeutsame Ereignis nicht erwähnt. Lediglich der Stadtschreiber Nikolaus Krottenschmidt (gest. 1561) merkte in seinen Aufzeichnungen an, dass der „Rhat das Schloß Rudelsburch destruieren und zerstören helfen“.

1977 veröffentlichte die LDZ (16. Juli Teil I bis 27. Aug. Teil V.) einen Beitrag, der sich zum Sturm auf die Burg kritisch äußerte: „Eine wirklich kriegerische Fehde läßt sich nur einmal aus den Kämmereirechnungen … konstruieren. Im Jahre 1348 als Tycze von mercvicz und henze eldeste, d.h. Dietrich von Merwitz und Heinrich Bürgermeister waren, lag der Rat im Rechtsstreit mit einigen Edelleuten der Umgebung…. Es sind die Zehrkosten notiert, die sich während der langwierigen Verhandlungen auf dem Rathaus, in Schkölen und Eckartsberga zwischen dem Rat und einem Edlen mit dem auffälligen Namen Kurtefrund und dem Schenken von Tautenburg, den Herren von Dornburg, von Käfernberg und von Tümpling ergaben. Dazu kamen die Kosten für drei Ritter und einige Männer von der Partei der Käfernberger und Kurtefrunds, die im Rathaus gefangen saßen, sowie drei Leichenbegängnisse. Zunächst scheinen die Worte ganz einwandfrei einen ausgedehnten Kriegszug anzudeuten, den die Stadt gegen fünf Rittersitze unternahm und der zur Erstürmung von drei Burgen führte. Doch…Naumburg war keine (freie) Reichstadt … dies blieb nur dem weltlichen Schirmvogt des Bistums dem obersten Kriegsherrn, den Landgraf.“

Zwar hatten die Rudelsburger Kastellane Streit mit den Bürgern und dem Bischof. Doch bevor man eine teuren Kriegszug riskierte, verglich man sich lieber. Zwar konnte der Bischof als Oberlehnsherr die Bürgerschaft aufbieten, doch Withego starb in diesem Jahr und sein Nachfolger der energische Johann von Miltitz wurde erst im Oktober 1348 zum Bischof geweiht, also nach der „Erstürmung“. Nach Wiessner (Germania sacra) der sich hier auf Borkowsky bezog, hätte Withego den Bürgern freie Hand gelassen, gegen die Burg vorzugehen.

Doch im 19. Jahrhundert bemächtigte sich die Literatur der Burgen, es begann mit „Minna von Rudelsburg“ in den Zeiten der Frühromantik über Renatus und erreichte mit Paul Schreckenbachs Roman „Die letzten Rudelsburger“ den Höhepunkt.

Demnach hatte die Bürger, der Überfälle der Rudelsburger auf die Handelswege überdrüssig, zu den Waffen gegriffen, sich der Führung des bischöflichen Vogtes von Saaleck versichert und waren zur Rudelsburg gezogen. Für viel Geld hatten sie einen Büchsenmeister dabei, dem es gelang mit seinem Feuerrohr innerhalb von 5 Tagen die Burg sturmreif zu schießen. Doch das war dichterische Freiheit.  Wohl kannte man seit den Kreuzzügen solche Instrumente, belegt ist ihr Einsatz bei der Belagerung von Cividale im Jahr 1331 und nördlich der Alpen in der Ritterschlacht von Crecy im Jahr 1346. Die ältesten Funde im Thüringer Raum  kommen aus dem letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts. Das Kaliber der gegossenen Rohre war so klein, dass man damit keine Steine verschießen konnte und Eisenkugeln erst später aufkamen. Verschossen wurden Lanzen mit denen man aber keine Mauern zum Einsturz brachte. Ein guter Büchsenmeister brachte es auf 3 Schuss pro Tag. Das Feuerrohr hatte daher eher moralische Wirkung. Als Mauerbrecher nutzte man Steinschleudern, sogenannte Bliden, deren Antransport und Aufbau gerade im bergigen Gelände äußerst umständlich und zeitraubend war. Wirkungsvoller war der Einsatz von Brandpfeilen und nötigenfalls setzte man auf das Aushungern der Besatzung. Allerdings bereitete auch die Versorgung der Belagerer erhebliche Probleme und nicht selten gaben die dann schon nach wenigen Tagen auf.

      Juni „Weltuntergang“ (Döring).

An dem Tag soll es im nordthüringischen Raum heftige Erdstöße gegeben haben. Belegt ist, dass die Pest auftrat, 4 Jahre grassierte und der ein Viertel der Bevölkerung zum Opfer fiel.

1349

  1. Apr. Kaufurkunde über Ländereien in Sachsenhausen (UB Teil 2, Nr. 3).

In einer weiteren in deutscher Sprache abgefassten Klosterurkunde testierten diesmal die Söhne Schenk Rudolfs, Heinrich und Dietrich, Schenken von Dornburg und Rudolf der Jüngere, Schenk von Tautenburg.

  1. Juli Beistandspakt zwischen Bischof Johann und Landgraf Friedrich (DD Kop. 25 Bl. 8).

Der auf der Wartburg abgeschlossene Pakt beendete die Differenzen, bei denen die Belehnung der Rudelsburg eine Rolle spielte und der Landgraf auf eine Entschädigung für bestimmte Beschränkungen seines Lehens verzichtete.

  1. Nov. Landgraf Friedrich (II.) der Ernsthafte stirbt (Allg. Gesch.).

Er hatte die ihm angetragene Königskrone abgelehnt und dem Böhmen Karl gehuldigt. Das Erbe trat sein ältester Sohn Friedrich III. (der Strenge)an, gleichzeitig Vormund über seine minderjährigen Brüder Wilhelm, Balthasar, mit denen er sich dann auf eine gemeinsame Regierung einigte. Der jüngste Bruder Ludwig schlug die kirchliche Laufbahn ein, wurde Bischof von Halberstadt, 1366 Bischof von Bamberg und 1374 Erzbischof von Mainz.

1350

     Feb. Belehnung durch König Karl IV. (Döring)

Friedrich, Balthasar und Wilhelm wurden mit Thüringen, Meißen, dem Oster- und dem Pleißenland, den Grafschaften Orlamünde, Groitzsch und Rochlitz belehnt. Außerdem durften sie die Judensteuer in Naumburg und Zeitz einnehmen. Durch seine Heirat mit der Tochter des Henneberger Grafen erhielt Friedrich als Mitgift Coburg und Schmalkalden.

1351

               Rudolf, Schenk zu Nebra wird Bischof in Naumburg (Lepsius).

Rudolf war vermutlich ein Sohn des 1336 erwähnten Dekans gleichen Namens. Die Familie war in Nebra, Döbritzschen und Badra begütert.

Seinem Vorgänger, Johann, war sein ausschweifendes Leben zum Verhängnis geworden. Nach Rothe 693) traf ihn auf der Burg Saaleck bei einem Festmahl anläßlich seines Namenstags inmitten seiner Gespielinnen der Schlag. Nach einem üppigen Essen „viel er snel durch gottes strafung un vorhencknuß dernider un starb an dem tantz nicht als eyn bischoff sonder als eyn puler, praßer, hoffirer, leichtfertiger und weltlicher Man des geligen todes.“ (n. Lepsius Kl. Schriften). Noch ausführlicher ist eine Beschreibung in „Die Ritterburgen und Bergschlösser Deutschlands“ Band 5 von Fr. Gottschalck, 1821, die auf den Mönch Benedikt Taube zurückgeht.

1352

  1. Jan. Friedrich der Strenge überträgt dem Kloster die Halsgerichtsbarkeit (UB 2 Nr.6).

Damit waren Abt und Konvent die obersten Gerichtsherren, zu deren Richtstätte der „Galgenberg“ wurde.

  1. Apr. Verkaufsurkunde über Güter in Ober- und Niedermöllern sowie Pomnitz (UB 2 Nr. 12).

Die Grafen Friedrich und Hermann von Orlamünde verkauften den ihnen noch verbliebenen Besitz.

  1. Mai Bestätigungsurkunde zur Halsgerichtsbarkeit (UB 2 Nr.14).

Das betraf Altenburg und Flemmingen und wurde für „Lißingstorff, Poppal, Bennyndorff, Dokwicz, Rogehusen, Hassinhusen und Czebkur“ bestätigt.

  1. Nov. Bischöfliche Bestätigung der Mertendorfer Schenkungen (UB 2 Nr. 20)

1353

            Der Klosterhof zu Vehra wird durch Blitzeinschlag zerstört (Rothe 694).

Vehra war eine der bedeutendensten Besitzungen des Klosters Pforte in Nordthüringen.

             Erwerb weiterer Mertendorfer Güter (Lepsius Kl. Schriften).

Heinrich v. Busleben überließ den Zisterziensern seinen dortigen Besitz mit den Erb- und Halsgerichten.

  1. Juni Kaufvertrag mit den Orlamünder Grafen (UB 2 Nr. 15).

Wir Fridrich unde Herrmann, Graven von Orlamunde, Gebrudere … bekennen offentlichen an diesem brive, das wir mit gutem Willen unde rate unsir liebin gnedigin Hern, Hern Fridrich und hern Balthasar, margraven zcu misne…. recht unde redlichen verkauf habin unde verkaufin, den erbarn, geistlichen Lutin Apte Albrechten unde siner sampnunge zcur Pfortin diese unse Dorffere Obirmellir, Nidirmellir, Pomnicz, Hopfindorff, Lasan unde Rospach mit allem rechte, Herschaftin, eren, friheitin unde nutzin, mit zcinsin unde guldin, mit gerichten in Belde unde in Dorffe, obir Hals unde Hand, unde auch mit alle dem, das zcu den Dorffin gehört… als wir sy bisher gehabt habin ……Datum anno dni.MCCCLIII dominica Misericordia Domini.

Dem Erwerb widersprach der Bischof weil einige Güter im Oberlehen des Stift standen. Für seine Verzichtserklärung auf die 18 Hufen bei Lasan, einige Höfe, 2 Weinberge und 75 Acker Holz erhielt er 200 Schock Groschen. Lasan kam zum Landding Hassenhausen.

1354

  1. Nov.Weißenfelser Patronatserklärung über den Hochstift Naumburg-Zeitz (Dom-Reg.469).

Friedrich, der Strenge und seine Brüder Balthasar und Wilhelm gelobten als Landgrafen v. Thüringen, Markgrafen von Meißen und dem Osterland, Grafen von Orlamünde, Herren des Pleißenlandes dem Bischof Rudolf den Schutz vor jeglichen Eingriffen in die Besitzrechte der Kirche. Davon ausgenommen waren das Reich, der „Römische König Karl“ und dessen Brüder Johann und Wenzel. Weiterhin erkannten sie die beiderseitigen Rechte und Gerechtigkeiten an, legten Streitigkeiten ihrer Lehensleute bei und entsagten jeglicher Unterstützung von Fehden, die sich gegen den Bischof richten würden. Dafür erneuerte der Bischof alle bisherigen Stiftslehen darunter auch die der Rudelsburg.

1355

  1. Apr. Verpfändungsurkunde des Bischofs Rudolf von Nebra (Dom-Reg. 471).

Zum Abtrag der Schulden seines Vorgängers überließ er die Schönburg dem Domkapitel für 88 Schock Groschen. Das Burglehen behielten die Bünaus. Den Schenken von Saaleck verpfändete er für 500 Mark ihren früheren Besitz wieder.

1356

  1. Apr. Vergleich des Naumburger Rats und der Ehefrau des Kurtefrund (Lepsius).

Landgraf Friedrich bestätigte, dass seine Räte, der Hofrichter Chr. v. Witzleben und der Kanzler H. Kottewitz mit Zustimmung Bischofs Rudolph von Nebra in Leipzig einen Vergleich abgeschlossen hätten: Sie „haben geteidingt (geschworen) und gemacht vor unsin geheißes (auf unser Geheiß) eine fruntliche suhne (einen friedlichen Vergleich) unb berichtunge eweglich zu halten (und erklärt für immer zu halten), ane arglist….umb Wernhers Kurtzefrundis eliche Wirtin, der god genad und umb alle bruche un uflaufte (wegen aller Differenzen und Aufläufe) dy waren gesehen zwissen (geschehen zwischen) den burgern und Stat zcu Naumburg und dem vorgenannten Kurztfrund un sinen erben und mit allen den, dy us beide fiten damite begriffin (die auf beiden Seiten damit begriffen), also daz wir sie von den obgen. Werners und der sache wegen nymer mer angeteidingen fulln noch wulln.“

Demnach hatte sich der Landgraf zunächst der Zustimmung des Bischofs als Oberlehensherrn der Rudelsburg versichert und dann zwei hochrangige Beamte nach Leipzig gesandt, die den Vergleich zwischen Kurtefrunds Witwe und der Naumburger Bürgerschaft aushandelten. Die  erhielten außerdem die Versicherung , dass sie in dieser Angelegenheit nicht weiter in Anspruch genommen werden. Der Witwe Kurtefrunds wurde die Burg als Wohnsitz und als Leibgedinge bis zu ihrem Tod überlassen. Auch hier kein Hinweis auf eine Belagerung oder Erstürmung der Burg.

     5. Mai Verkauf über Höfe in Crölpa und Tultewitz (UB 2 Nr.32,33).

„Das sind geczuge die gestrengin Lute, er Conrad Schencke von Salecke.“ heißt es im Vertrag.

1357

     Nov. Graf Heinrich von Schwarzburg verstirbt (Döring, Schöttgen).

Da er keinen Erben hatte, versuchte Landgraf Friedrich Frankenhausen mit dem Salzbrunnen einzuziehen und geriet dabei in Streit mit den Vettern des Grafen. Schließlich einigte man sich. Die Schwarzburger behielten Frankenhausen mit der Salzquelle und Friedrich den Anteil am Frankenhausener Zoll.  Im gleichen Jahr überließ der Vogt Heinrich Reuß von Plauen u. a. Ziegenrück und Weida dem Landgrafen.

1358

  1. Aug. Befehl des „executor statuorem provincialem sacri consilii“ (Dom-Reg. 482)

Zwischen dem Domkapitel und der Bürgerschaft war Streit ausgebrochen. Das Domkapitel bot einen „Exekutor“ auf, der den städtischen Pfarrern von St. Wenzel und St. Othmar befahl, den Gemeinden jegliche Übergriffen auf den Besitz des Kapitels in der Stadt sowie den Bau eines Grabens zwischen der Bürgerstadt und der Domfreiheit zu untersagen. Denjenigen, die sich nicht daran hielten, wurde die Exkommunizierung angedroht.

1360

  1. Mär. Vergleich zwischen dem Kloster und Bischof (UB 2 Nr 58/59, Dom-Reg.493).

Der Bischof Gerhardt von Schwarzburg genehmigte die Überlassung der bischöflichen Lehen der Orlamünder in Rossbach, Möllern und Pomnitz.

  1. Mai Klosterurkunden (UB 2 Nr. 60/61).

„Eadem die placitavismus cum domino abbati de Porta nomine Henrici de Salecke....“ und „....Feria secunda Penthecostes placitavismus cum domini abbati de Porta pro negociis Henrici de Salecke nostri coucivis...“  ein Verweis auf die Kontakte zwischen dem Abt und den Saalecker Schenken.

  1. Okt. Der Landgraf bestätigt die uneingeschränkte Gerichtsbarkeit des Klosters (UB 2 Nr. 62).

Zu den Gerichten über Lißdorf, Zäckwar Benndorf, Poppel, Rehehausen, Taugwitz und Hassenhausen, waren nun noch Ober- und Niedermöllern, Pomnitz, Hopfendorf, Lasan und Roßbach gekommen. Für diese Orte wurde in Hassenhausen den Gerichtsstuhl des Klosters eingerichtet, zu dem auch die Wüstungen Tauschwitz, Thesnitz, Reußdorf, Lonitz, Darnstädt, die Vorwerke Fränkenau und Gernstedt, Spielberg, der Naumburger Hof   und die Sulzaer Emsenmühle gehörten. Ein zweiter „Dingstuhl“ wurde in Flemmingen eingerichtet, zuständig für die Gerichte über Altenburg, Flemmingen, Mertendorf und Punkewitz.

1365

  1. Mär. Urkunde des „Conradi pincerne de Salecke“. (UB 2 Nr.81)

    13.  Mär. Schenkungurkunde von Mannlehen in Lißdorf (UB 2 Nr.83)

„Nos pincerna Conradus Miles, Rudolfus et Heinricus fratres nostri pincerne de saleke … donavimus…. mansum in villa Lissingistorf cum omn. util.“ Der Empfänger der bisher im Afterlehen der Brüder Johannes und Bertold von Ködderitzsch stehenden „infeudatis“ war Abt Heinrich zu Pforta. Die Schenkung bezeugte Friedrich von Heldrungen.

1366

             Verkauf von Gütern der Klöster St. Moritz und St. Georg (Lepsius Kl. Schriften).

Wegen finanzieller Nöte überließen sie den Zisterziensern ihre letzten Güter und Einkünfte in Obermöllern, Niedermöllern und Pomnitz.

1368

             Der „Präposito“ von Saaleck hat die Straßenwache inne.

Nach den Annalen des S. Braun (Köster, 1892) zahlte der  Naumburger Rat dem Saalecker eine Entschädigung, offenbar für den Schutz von Kaufleuten, die auf einem in der Nähe der Burg vorbeiführenden Handelsweg zum Naumburger Markt zogen. 

1369

  1. Mär. Urkunde der Landgrafen von Thüringen (Löbe: Die Saalebrücke bei Kahla, 1874).

Friedrich, Balthasar und Wilhelm bewilligten der Stadt Kahla das Recht, dass wenn Flöße „ dy prucke oder wehre do selbin schedelich rurte“ diese „ufhalden“ und Schadenersatz in natura einfordern durften. Ein ähnliches Recht dürfte auch für den hiesigen Brückenübergang gegolten haben und deren Erhebung zu den Aufgaben des „magister pontus“gehörte.

1372

  1. Okt. Päpstlicher Erlass zum Tausch der Bistümer (Kehr & Schmidt, Urk. S. 289 Nr. 1055).

Gerhard von Schönburg wechselte nach Würzburg, der Bischof Withego II. Hildbrand  in das hochverschuldete Bistum Naumburg.

1374

  1. Mai Beistandspakt (DD Kop. 26 Bl.111).

Die Landgrafen Friedrich, Balthasar und Wilhelm, der Erzbischof von Magdeburg und Bischof Withego versichern sich ihren Beistand gegen jedermann, ausgenommen das Reich und der Kaiser.

1375

  1. Jan. Schuldurkunde des Bischofs Withego II. (Dom-Reg. 546).

Als Bürgen stellte Withego II. u.a. seinen Lehnsmann Conrad von Eczilsdorf, Vogt zu Salecke. Diese Familie waren wie die v. Bünaus und die Droitzens (Wiessner, Germania Sacra 2) bischöfliche Ministerialen. Ein Hermann von Eczilsdorf war Dekan in Zeitz, dann Domherr und „thesaurius“, Schatzmeister, Johannes von Eczilsdorf war „perpetuus vicarius“ der Kapelle des Heiligen Ambrosius im Dom.

Die Vogtei von Saaleck zeigt, dass der Bischof die Burg von den Schenken zurück erworben und damit wieder einen seine Gefolgsleute belehnt hatte. Dennoch behielten die Schenken Saaleck im Namen.

  1. Nov. Verpfändung der Schönburg (DomStA NMB Bl. 143).

Der Bischof überließ die Schönburg dem Domkapitel für 700 Schock Groschen, um die Schulden seiner Vorgänger abzutragen.

1378

25.Apr. Pachturkunde (Dom-Reg. 563)

Abt, Prior und Konvent des Klosters verpachteten dem Domherrn H. von Eczilsdorf „ihre Kelnerei in ihrem Vorwerk in der Phorten“.

1379

               Neustädter Vertrag (Allg. Gesch.).

Nach dreißig Jahren der gemeinsamer Regierung teilten die Wettiner das Land. Friedrich erhielt das Osterland, Wilhelm Meißen und Balthasar Thüringen. Im gemeinsam blieben die landesherrlichen Regale wie der Bergbau und der Zoll.

1380

  1. Feb. Verzichtsurkunde (Dom-Reg. 568)

Ritter Günther von Bünau läßt das Burglehen der Schönburg gegenüber dem Domprobst auf.

  1. Nov. Auflassungsurkunde der Domprobstei (Dom-Reg. 572).

Als Zeuge testierte „Nicolaus Zwicksruff, Hofemeister zu Kösen“.

1381

  1. Apr. Vertrag der Schwarzburger Grafen mit dem Naumburger Rat (Dom-Reg.573).

Als Zeuge testierte „Conradt Schengke von Saleck“.

  1. Dez. Vereinbarung zwischen Bischof Christian und dem Domkapitel (Dom-Reg.578).

Christian v. Witzleben, der neue Bischof, verpflichtete sich, die aufgelaufenen Schulden des Bistums zu begleichen, den Domherren keinen Schaden zuzufügen und ihnen ihre Privilegien zu belassen. Weiterhin versprach er, seine Parteigänger zu entschädigen, falls er nicht bestätigt und diese daher Schaden erleiden sollten. Für den Fall seiner Nichtbestätigung verlangte er als Ersatz seiner Aufwendungen das „Haus zu Salegke“ . Als Zeuge testierte Rudolf Schenk zu Tautenburg.

1382

  1. Nov. Chemnitzer Vertrag (Allg. Gesch., Ermisch I/51).

Nach dem Tod Landgraf Friedrich des Strengen im Jahr 1381 erbten seine Söhne Friedrich (IV.), Wilhelm (II.) und Georg das Osterland sowie Kahla, Lobeda, Dornburg und Camburg. Balthasar blieb die Landgrafschaft u. a. die Ämter Eckartsberga, Buttelstädt, Buttstädt und Wiehe und das Erfurter Geleit, Wilhelm (I.), der Einäugige die Mark Meißen. Die Stiftsvogtei, Zölle und Bergregale blieben gemeinsamer Besitz. Nach der Aufteilung wurden für die einzelnen Landesteile Lehnsbücher angelegt, wie das "Registrum dominorum marchionum Missnensium" .

Nach Lepsius (Kl. Schriften) hatten die Schenken inzwischen die Rudelsburg zum Lehen „Rudolf, Schenken zur Veste, gesessen zu Rottelsburg, zugleich mit Conrad, Schenken zu Korbestorf und Rudolf d. J. welche insgesammt Schenken zu Saaleck genannt werden“. Heinrich Schenk zur Rottelsburg war mit Bischof Goch in Streit geraten, bei dem Schenk Rudolf von Tautenburg, Gerhard von Eberberg und Peter von Neidschütz vermittelten.

1383            

     5. Apr. Erwerb von Gütern und Gerichten in Spielberg (UB 2 Nr. 127, 128).

„Apte unde siner Sampnunge des clostirs zcur Pfortin“ kauften von „Heinrich schencke zu Salekke, herre zcu Rotilsberg, Heinrich, Conrad, Gunther unnd iunge Rudolff....unde Dorff Spilberg, unse rechteigin (Erbgut) mit allin rechtin Kirchlehin, zcinsin und mit allir siner zeugehorungen“ für 600 Schock Meißner Groschen. Die zweite Urkunde betraf die Überlassung der Hand- und Halsgerichte.

Spielberg gehörte seit dem 12. Jh. zur Vogtei der Eckartsburg, mit der einst Kunemund von Vargula belehnt war (1183).

  1. Apr. Landgraf Balthasar bestätigt dem Kloster den Erwerb von Spielberg (UB 2 Nr.129).

    16.  Sep. Bischof Christian gelobt Landgraf Balthasar ewige Treue (Ermisch I/80, DD 4418).

Christian v. Witzleben (1381-1394) und Balthasar gelobten sich gegenseitigen Beistand gegen alle Feinde, ausgenommen das Römische Reich, dem Erzbischof von Magdeburg und dem Bruder des Landgrafen Wilhelm.  

1384

  1. Mai Vertrag mit Markgraf Wilhelm (DD 4448).

Bischof Christian bestätigte ihm und seinen Erben die Stiftslehen.

  1. Aug. Ausrufung des Landfriedens (Ermisch I/118, UB Vögte 2/298).

Die Bischöfe von Naumburg, Meißen und Merseburg, sowie Markgraf Wilhelm beschworen in Chemnitz den Landfrieden.

1385

  1. Feb. Tauschurkunde zwischen Pforte und dem Domkapitel (Reg.599).

Das Kloster "Phorthen" tauchte mit dem Dechanten der Kirche "Unser lieben Frauen" Äcker in Wethau gegen Weinberge am Saalberg bei Tauschwitz.

 

1387

  1. Nov. Erbschaftsvertrag zwischen Balthasar und Wilhelm I. (Allg. Gesch., Ermisch I/133).

Die Brüder setzten sich gegenseitig als Erben in Thüringen und Meißen ein, falls ihnen leibliche Erben versagt blieben.

1388

  1. Mär. Verpfändung der Eckartsburg an Brun von Querfurt (Ermisch I).

Für 2.500 Schock Freiberger Groschen überließ Landgraf Balthasar „Eckirsberge hus unde stat“. Da Balthasar Eckartsberga am 21. Nov. 1387 seiner Gemahlin Margarethe als Leibgedinge überlassen hatte, mußte diese ebenfalls zustimmen.

1391

  1. Dez. Schreiben König Wenzels an den Schwarzburger Grafen (Ermisch I/416).

Graf Johann II. verkündete den Landfrieden, so auch in Flemmingen und Altenburg. Dagegen protestierten die Zisterzienser und der Grafen wurde ermahnt, sich in den betreffenden Orten der dortigen Gerichtsherren zu bedienen.

1392

               Naumbuger Treffen des meißnisch-thüringischen Adels (Annalen S. Braun)

Dazu gehörten die Landgrafen Wilhelm und Balthasar, die Söhne Friedrich des Strengen, Friedrich und Wilhelm, die Grafen von Schwarzburg, die Schenken von Tautenburg, der Vitzthum von Apolda, die Herren von Beichlingen und der Eckartsburg. Die nächsten Treffen, an denen sich auch die Bischöfe von Naumburg, Merseburg und Meißen beteiligten, fanden 1393 und 1397 statt.  

1393             

  1. Mär. Erlass Friedrich IV. und Wilhelm II. (Ermisch I/485)

Die Söhne Friedrich des Strengen versuchten mit einer Anweisung die Langholzflößerei auf der Saale zu erleichtern. Sie wiesen die Amtsleute in Saalfeld, Weißenburg, Orlamünde und Kahla mit einem in Weißenfels gesiegelten Befehl an, von den bis Jena gehenden Flößen nur den üblichen Zoll und keine Abgaben für Schäden an den Ufern und den Wasserbauten zu erheben. Dies sollten die Flößer mit den Anrainern, den Fischern und Wassermüllern selber regeln.

   Zerstörung der Saalebrücke (Sixtus Braun/Krottenschmidt; Naumburger Annalen).

„Hunde Leisering und Heinrich Rockhausen, zwei Ratsfreunde sind an die Brücke zu Kösen geschickt, dieselbe abzuwerfen, weil man gewarnt worden, daß der Feind herein wollte“ schrieb Braun, allerdings erst 200 Jahre später. Anlass war eine Fehde zwischen dem Naumburger Rat, dem Mansfelder Grafen und den Herren von Balgstädt. Man erwartete deren Anmarsch aus Richtung Freyburg, wollte aber sichergehen, dass der Mansfelder nicht doch über die Höhen zur Saalebrücke vordrang und damit im Rücken des Naumburger Aufgebotes gelangte.

Die bereits mehrere Jahre andauernde und für beide Seiten aufwändige Fehde konnte noch im gleichen Jahr in Merseburg von den Landgrafen Balthasar und Wilhelm, den Bischöfen von Würzburg und Naumburg sowie den Grafen von Anhalt und Schwarzburg beigelegt.

Damit befand sich die Brücke nicht mehr in der alleinigen Verfügung des Klosters, sonst hätte das Abwerfen den heftigen Protest der Mönche und erhebliche Schadensersatzforderungen nach sich gezogen.] 

1395

  1. Mär. Bischöflich Bestätigung der Freiheiten der Bürgerstadt (Hoppe Nr. 66)

    23. Okt. Bischöfliche Überlassungsurkunde (Dom-Reg. 620).

Ulrich II. von Radefeld (1394-1409) verpflichtete sich, die ihm zustehende Rente vom Rathaus zu Zeitz zur Einlösung des verpfändeten Schlosses Saaleck zu verwenden.

1397

  1. Aug. Naumburger Treffen (Rats-Archiv).

Die Bischöfe von Naumburg und Merseburg legten die mit Markgraf Wilhelm bestehenden Differenzen bei.

1398

  1. Jan. Urkunde Friedrich IV. und Wilhelm II. (Ermisch II/149).

Beim Streit um die Pflege Camburg beeideten Hans v. Hogenist, Otto v. Tümpling und Heinrich v. Gosserstedt sowie die Dorfältesten von Schmiedehausen, Gosserstedt, Crauschwitz, Sieglitz, Leislau, Gestewitz, Tultewitz, Heringen und Crölpa, dass die Herren von Prießnitz in der Pflege keine Hals- und Handgerichtsbarkeit inne gehabt hatten.

             Der Bischof überläßt dem Rat den Salzzoll (Hoppe Nr. 72).

Wenn die Salzfuhrleute aus dem schwarzburgischen Frankenhausen über die „Wentzendorffer“ Brücke nach Naumburg kamen, hatte sie am Stadttor dem Salztor das Salz zu verzollen. Der Zoll wurde in natura geleistet und kam in elf Salzkästen in der Salzstraße. Bisher oblag dem Bischof die Erhebung, der sie nun dem Rat überließ. Die Menge Salz die ihm zustand (1402 41 Stück Salz, 1411 46 Stück Salz) die er aber nicht verbrauchte, verkaufte der Rat und bezahlte den Bischof in barer Münze. Den Weiterverkauf an die Bürger übernahmen Salzhändler die dafür 25 Groschen zahlten (Sixtus Braun, 1479).

1401

            Urkunde Schenk Rudolfs von Saaleck (Sixtus Braun, Annalen Köster 1892).

Als Wohnsitz des Schenken gab Braun Badra an.

1402

  1. Aug. Beurkundung der Auflassung von Saalecker Burglehen (Dom-Reg.648).

Die Brüder Heinrich und Hans von Molhusin (Mühlhausen) beurkundeten die Auflassung ihrer Lehen gegenüber dem Bischof, unter der Maßgabe, dass dieser die Verpfändung der Burg einlösen würde. Außerdem resignierten sie ihre landgräflichen Lehen im Burgward.

 

1403

  1. Mär. Freiberger Vertrag (Allg. Gesch.).

Dem zwischen Landgraf Balthasar und seinem Bruder Markgraf Wilhelm I. abgeschlossenen gegenseitigen Erbschaftsvertrag schlossen sich ihre Neffen Friedrich IV. der Streitbare und Wilhelm II. an. Deren jüngster Bruder Georg war 1401 verstorben. Er wurde in Pforte beigesetzt.

1404            

  1. Jan. Verkauf Saalecker Burglehen (Dom-Reg. 659).

Heinrich und Hans v. Molhusin verkauften für 100 Schock Meißner Groschen ihre Burglehen und ihren Anteil an Feldern und Wiese in und um Saaleck, darunter 4 ½ Hufen Acker, 12 Acker Holz, ein Vorwerk im Dorf, die Zinsen einiger Unterpächter, eine Waidmühle, sowie Zinsen aus den Dörfern Dockwitz-Taugwitz und Buntzerow-Punschrau.

    Bau der steinernen Brücke (S. Braun-Annalen).

„Anno 1404 ist die prück zu Khosen gebauet, und der rat hat auf ansuchen des marggrafen mit einem wagen und pfert 6 wochen dorzu gedinet“ notierte der Stadtschreiber 200 Jahre später.

Nachdem die Brücke aus dem alleinigen Verfügungsbereich der Mönche genommen und für den überregionalen Handelsverkehr genutzt wurde, erwies sich der hölzerne Übergang dem Verkehr nicht mehr gewachsen. Dazu kamen die Kosten für die laufenden Reparaturen und die Beseitigung von Schäden nach Hochwasser und Eisgang.  Darüber hinaus erwies sich die  Brücke als Hindernis für die Langholzflößerei. Ein Über- oder Unterflößen war nach dem Übergang über den Wehrdamm mit erheblichen Gefahren für die Brücke, die Flöße und die Bemannung verbunden, denn inzwischen wurde Bauholz bis nach Merseburg gebracht. Eine steinerne Brücke konnte dagegen zu jeder Jahreszeit passiert werden, bot genügend Widerstand bei Hochwasserfluten  und Eisgang und ermöglichte das gefahrlose Passieren der Flöße. Allerdings war ein derartiger Bau kostspielig und nur der Landesherr war in der Lage, die Ämter und Stifte aufzubieten.  Zur Refinanzierung wurde eine Brückengeldabgabe eingeführt und die umliegenden Ämter zur laufenden Unterhaltung mit der Brückenfrohn belegt.

Ein ähnliches Beispiel gab es in Kahla, wo die 1365 erstmals erwähnte Holzbrücke wegen ihrer Anfälligkeit 1563 von einer mehrbogigen Steinbrücke ersetzt wurde, deren Bau der Landesherr finanzierte (s. E. Löbe 1874).      

Eine Abbildung in der Enzyklopädie von Gruber und Ersch zeigt die steinerne Brücke. Sie hatte acht Bögen und ähnelte der steinernen Brücke über die Werra bei Creuzburg, die Landgraf Ludwig IV. 1223 errichten ließ. Warum die Kösener Brücke zwei unterschiedliche Bogenkonstruktionen, 3 Rund- und 5 Spitzbögen, hatte ist unklar. Möglicherweise verband die steinernen Pfeiler zunächst noch eine hölzerne Brückenkonstruktion, ähnlich den Hausbrücken wie in Freyburg/U. Danach und möglicherweise auch erst nach dem Ende des Sächsischen Bruderkrieges, wurde diese Konstruktion durch steinerne Bögen ersetzt. Der Handelsweg zweigte nun von der Via Regia bei Hassenhausen ab und ging  über den Jochenberg und an Wenzendorf vorbei. Über die kleine Saale führte ebenfalls eine kleine Steinbrücke. Vorbei am Floßamt ging es zur Kettenbrücke, über den Galgenberg nach Flemmingen zur Buchstraße. Da dieser Weg auch bald bei Fehden und Kriegszügen als Marschstraße diente, kam der Name Herrstraße auf.

1405

  1. Apr. Kauf von Gütern in Kreipitzsch (Reg.)

Die Domprobstei erwarb Äcker von Hans und Zacharia Ulstete aus Crölpa.

1406

  1. Mai Landgraf Balthasar verstirbt (Döring).

Erbe war sein Sohn Friedrich, der Friedfertige, dem Bischof Ulrich das Lehen der Rudelsburg bestätigte (Lepsius).

1407              

  1. Sep. Ersterwähnung der Saalhäuser (UB 2 Nr. 186. Dom-Reg 687*)

Die Mönche des Moritzkloster gestatteten den Zisterziensern die Benutzung des „gemeinen Weges“ zwischen dem „Sanctorum der Phortener“ und dem Winzerhaus der „Mauricianer“, den Saalhäusern. Dazu gehörten  Rektorberg, Klosterberg, Hirschberg, Abtsberg, Johannesberg, Moritzberg und Mönchsberg. Das Winzerhaus kam bei der Säkularisierung zum Georgenamt und die Bewohner waren noch bis weit ins 19. Jahrhundert in der Moritzkirche eingepfarrt und mußten ihre Toten auf dem dortigen Gottesacker bestatten.

  1. Sep. Vertrag über einen Verkauf an den Bischof (Dom-Reg. 688).

Vater und Sohn „Zcoph“ verkauften ihren Hof in „Krypsch“. Die Bischöfen vereinigten das Gut „Kreypitzsch“ mit den Gerichten der Rudelsburg und vergaben es dann als Mannlehen bischöflichen Dienstleuten.

1408

  1. Juni Notarielle Bestätigung eines Schiedsspruches (UB 2 Nr. 187).

Einer der Zeugen war „Johannes vinitore montis Salberg“.

1410

  1. Feb. Verkaufsurkunde Heinrich Schenk von Saaleck (UB 2 Nr. 192).

Heinrich, der als Wohnsitz Wiedebach (b. Weißenfels) angab, überließ den Zisterziensern seinen Hof mit Gastgerechtigkeit in Hassenhausen. bei der Säkularisierung kam der Hof an die Gemeinde, die ihn dann in Zeitpacht gab.

  1. Mär. Vereinbarung zum Floßzoll auf der Saale (MER C48Ic 1686).

Friedrich der Streitbare und sein Bruder Wilhelm (II.) beurkundeten in Saalfeld einen einheitlichen Zoll auf der Saale,der „ für Uns und Unsere Nachkommen“ Bestand haben sollte. Von jedem zwischen Saalfeld und Jena verkauften Floß wurde ein Gulden erhoben,  Flöße die zwischen Jena und Weißenfels verkauft wurden, zahlten zwei Gulden. Ausgenommen war das „Fürstengut“ und Flöße mit Freibriefen. Auch die willkürliche Wegnahme von Floßholz bei Beschädigungen an Brücken und Wehren wurde untersagt. Die Entschädigung sollte erst nach Begutachtung „Geschworener“ mit Geld abgegolten werden. Diese Regelung galt bis zur galt bis zur Leipziger Teilung, als die Grenze zwischen albertinischen und ernestinischen Gebiet zwischen Camburg und Saaleck gelegt wurde.

Das Geleit, wie das Saalecker waren davon nicht berührt, denn das war eine Benutzungsabgabe und kein Zoll. Die Geleitseinnahme wurde verpachtet.

  1. Juli Naumburger Teilung (Allg. Gesch., Ermisch II/172-175).

Weil Markgraf Wilhelm I. (gest. 1407) keinen männlichen Nachkommen hinterließ, wurde Meißen zwischen Balthasar und den Söhnen Friedrich des Strengen, Friedrich (IV.) der Streitbare und Wilhelm II. geteilt.

1411

             Der Schenk v. Tautenburg jagt im Buchholz Wölfe (Braun-Annalen, Köster 1892)

1412

               Der Naumburger Rat sichert die Brücke (Braun, Annalen)

Anlass war eine Fehde mit dem Hohnsteiner Grafen dessen Aufgebot man hier erwartete.

1415

  1. Sep. Erwerb schwarzburgischer Lehen (Dom-Reg.729).

Bischof Gerhard II. von Goch (1409-1422) erwarb verschiedene Güter, die die Grafen von Schwarzburg in Naumburg besaßen. Den Kaufvertrag beurkundete u. a. Schenk Rudolf von Tautenburg.

  1. Okt. Schlichtungsspruch des Naumburger Bischofs (DomStA I B3 Nr. 401).

Bischof Gerhard und der Burggraf von Nürnberg legten eine Streit der Brüder Friedrich und Wilhelm bei.

1416

  1. Feb. Schuldverschreibung des Bischofs Gerhard von Goch (Dom-Reg. 733/734).

Rudolf Schenk von Tautenburg und seine Söhne Söhne Rudolf d. J. und Busse bestätigten ihre Schulden gegenüber dem Bischof

     29. Sep. Bischöfliche Schuldurkunde (Dom-Reg. 738)

Hier bürgten Lengefelder Untertanen für den Bischof. Lengefeld gehörte dem Hochstift, die Bewohenr waren in Saaleck eingepfarrt.

1417

  1. Jan. Bischöfliche Kaufurkunde (Dom-Reg. 745).

Die Tautenburger Schenken Rudolph d. Ä, Rudolph d. J. und Busse überließen mit Zustimmung des Bischofs ihre bischöflichen Lehen in Wettaburg und Wetterscheid samt dem Halsgericht dem Domkapitel.

  1. Mär. Schlichtungsspruch auf der Neuenburg (DomStA I B3 Nr. 456).

Bischof Gerhard und Markgraf Wilhelm verständigten sich über die Gerichte im Weichbild der bischöflichen Städte.

  1. Mär. Bischof Gerhard weil auf dem Konstanzer Konzil (StA NMB).

Er begleitete Markgraf Friedrich und empfing dort vom Papst die Bestätigung der Besitzungen und Rechte seiner Kirche.

  1. Juni Kaiser Sigismund bestätigt dem Bischof alle Besitzungen und Rechte (Dom-Reg.746).

Das betraf alle  seit König Konrad II. der Naumburger Kirche überlassenen weltlichen Besitzungen, Gerichte und Einkünfte.

1419

  1. Jan. Naumburger Treffen (DomStA Nr II Bd. 4 9/12).

Die Markgrafen Friedrich und Wilhelm vereinigte sich gegen ihren Oheim, Landgraf Friedrich.

  1. Feb. Urkunde über eine Erbschaftsangelegenheit der Herren von Hagenest (Dom-Reg.761*).

Einer der Bürgen war der „Schencke Rudolff von der feste zcu Rotelsberg“.

1421

      25. Aug. Bischöfliche Belehnungsurkunde (Dom-Reg. 791).

Als Zeuge testierte der Bruder Schenk Rudolphs, Busse, „schengke zu Tutenberg, Vogt des Bischofs zu Salegke“.

1423

  1. Jan. Friedrich (IV.) der Streitbare wird mit Sachsen-Wittenberg belehnt (Allg. Gesch.).

Für die Unterstützung bei der Niederschlagung des Hussiten wurde Markgraf Friedrich mit dem aufgelassenen Herzogtum Sachsen-Wittenberg belehnt. Dazu kamen die Pfalzgrafschaft Sachsen, die Grafschaft Brehna und die Burggrafschaft von Magdeburg. An das Herzogtum Sachsen-Wittenberg war seit 1356 die Kurwürde gebunden, d.h. einer von 7 Landesherrschaften, die den deutschen König wählten. Als Friedrich I. Kurfürst von Sachsen und Erzmarschall des Heiligen Römischen Reiches rangierte er vor Land-, Mark- und Burggrafen, stand demnach im Rang über seinen Bruder Markgraf Wilhelm II. und seinem Cousin Landgraf Friedrich den Friedfertigen.

1424

      1. Feb. Schuldverschreibung der Tautenburger Schenken (Dom-Reg. 809/810).

Rudolph d. Ä. und sein Sohn Busse überliessen dem Domkapital Zinsen in Niedertrebra. Kurfürst Friedrich gab am 17. März seine Zustimmung..

1426

       Juni Heerbann in Thüringen und Meißen (Döring, DomStA XXVIII).

Wegen der drohenden Hussitengefahr erhob Bischof Johannes II. v. Schleinitz (1422-1434) in seiner Diözese einen Zehnt, um die Rüstungen zu finanzieren. Ein 20.000 Mann zählendes Aufgebot konnte aber die in der Mark Meißen eingefallenen Hussiten nicht aufhalten.

1428

  1. Jan. Tod Kurfürst Friedrich I. (Allg. Gesch.).

Sein Bruder Wilhelm II. war bereits 1425 verstorben und Friedrich war seither alleiniger Herrscher über Meißen und  dem Osterland. Sein ältester Sohn Friedrich der Sanftmütige  erbte die Kurfürstenwürde mit dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg und der Pfalzgrafschaft. Über Meißen, das Osterland übten er und seine Brüder Wilhelm (III.) und Heinrich (gest. 1435) die gemeinsame Regentschaft aus.

1430

            Einfall der Hussiten in der Mark Meißen (Allg. Gesch.).

Dabei stießen die Hussiten über Pirna, Dresden und Torgau in Richtung Magdeburg vor. Das Aufgebot von Bischof Günter von Magdeburg und dem Kurfürsten konnte zwar die Besetzung Leipzigs und einen weiteren Vorstoß über die Elster zur Saale verhindern (auch Naumburg wurde nicht belagert), jedoch nicht die Einnahme von Altenburg und Plauen und die Verheerung des Pleißenlandes.  Die Hussitengefahr veranlasste zahlreiche Städte in Thüringen und Meißen zur Verstärkung ihrer Befestigungsanlagen. Die verheerenden Züge endeten erst im Jahr 1438, als das Baseler Konzil ihnen  Religionsfreiheit zusicherte.

1431

     10. Nov. Erbpachtvertrag über den Klosterhof in Fränkenau (UB 2 Nr. 234, Dom-Reg. 848)

11 Hufen Land erhielten zu gleichen Teilen die Knechte „(C)lause Weiner, Albrechte Flucke, Ti(czi)l Vettir unde Michil Notter“. Sie und ihre Erben sollten die Wirtschaft führen, wie es „unse gotishuß lute...“ seit alters her getan hatten. Als Pacht vereinbarte man Zinsen und Naturalabgaben (1 Malter Weizen und ein Malter Hafer), die jährlich zu Michaelis im Kloster abzuliefern waren. Neben dem Acker erhielten die Pächter „den Teil des Holzes, das auf den Hof vom alten Weg fortführt und endet am Weg, der an unserer Kellnerei aufhört“. Dazu kam noch eine Teil „...auf dem Hinterberge gelegen und an das Schenkenholz und an die Flur von Niedermöllern.“ Der Vertrag wurde vom Bischoff bestätigt.

Nach Flemmingen gaben auch hier die Mönche die Klosterwirtschaft auf und verlegten sich auf die einträglichere Verpachtung. Damit begann aber auch der Niedergang des Klosters als Kulturbringer.

  1. Sep. Bestätigung der bischöflichen Privilegien (Dom-Reg. 852)

Kurfürst Friedrich II. der Friedfertige und sein Bruder Wilhelm „...bestetigin und confirmiren alle solliche friheit, redliche brive, privilegia, gnade und gerechtlickeit“.

1433

               Besetzung der Domfreiheit durch Kurfürst Friedrich II. (Rothe 792)

Einen Streit der Stadt mit dem Domkapitel nutzte Friedrich, versicherte sich des Beistands der Bürger der Domfreiheit und genehmigte den Bau von Mauer und Graben zwischen der Stadt und der Domfreiheit.

1435

  1. Aug. Dietrich von Creutz erwirbt Schloß und Dorf Heuckewalde (DStA Nr. 625).

Die Creutzens waren ebenfalls bischöfliche Gefolgsleute, die für ihre Dienste mit bischöflichen Lehen erhielten.

1437

             Lehensurkunde der Schenken (Lepsius Kl. Schriften).

Landgraf Friedrich bestätigte den Brüdern Conrad und Rudolf, Schenken zur Veste und ihren Vettern den Schenken zu Korbsdorf und Wiedebach ihre Lehen in Thüringen.

1438

               Treffen der kursächsischen Landstände in Leipzig (Allg. Geschichte).

1439

  1. Dez. Verpflichtung der Schenken von Tautenburg (Dom-Reg. 898*).

Gegenüber Peter von Schleinitz Bischof seit 1434 erklärte Schenk Rudolf: „Das genannte Sloß Salegke sal ouch uffen sin. dem genannten mynen herren von Nemburg adir sinen nachkomen zcu allen yren und des Stifftes Krigen adir noten. Musten ouch der genante myn herre von Nuemburg adir sine nachkomen krigeshalbin luthe kegin Salegke legin, daz soll geschen uff yr eygen koste, werde ouch Salegke vorrand adir belegert so gerede ich mergenannter Rudolff Schengke mich darynne zcu halten also mir truwe und ere lib ist unde daz Sloß vlissiglichin bewaren alle allis geverde.“ Die Verpflichtung bezeugten Marschall Gerhard von Gosserstedt, Erinhard von Meldingen, Ritter zu Lesten und Gerhard Selbweldiger zu Neidschütz.,

In der Urkunde wurde das Saalecker Geleit erwähnt, deren Einnahmen die „floßs Schillinge“ der Bischof bekam. Außerdem gewährte der Schenk dem Bischof ein Darlehen, mit 8 Prozent Verzinsung. Der Bischof verpflichtete sich im Gegenzug, dass die Vogtei solange beim Schenken bleibt, bis das  Darlehen getilgt war.  

1440            

            Bestätigungsurkunde des Schenken von Tautenburg (Lepsius Kl. Schriften).

Bischof Peter überließ auch die Saalecker Mühle den Schenken.

             Landgraf Friedrich der Friedfertige stirbt (Allg. Gesch.).

Er hatte keinen leiblichen Erben und die Landgrafschaft fiel an Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige und dessen Bruder Wilhelm (III.).

1441            

     Letzte urkundliche Erwähnung von Wenzendorf (S. Braun-Annalen).

Eine Ratsrechnung vermerkte, dass „Nickel von Kiki (Gieckau) und Christian von Iehne (Gr. Jena) gein Wenczelsdorff gein dem voite (Vogt) von Ekrißberg (Eckartsberga)“gingen.

Von Wenzensdorf, dass 1195 an die Zisterzienser kam, bleib nichts mehr übrig und auch die Brücke wurde nun als "Kösener" bezeichnet.

  1. Apr. Lehensbrief (Lepsius Kl. Schriften).

Kurfürst Friedrich II. und Herzog Wilhelm bestätigten das Erbe der Söhne des verstorbenen Heinrich von Bünau Rudolf, Günther und Heinrich. Dazu gehörten Droyßig, Schkölen, Elsterberg, Meyhen, Boblas und Gestewitz, die Rudelsburg und Großheringen. Demnach hatten die Bünaus dien schenken auf der "Feste" gefolgt. Die Bünaus wurden als bischöfliche Ministerialen seit 1277 erwähnt, so Günter (NUB 452, 467, 470), Rudolf (NUB 548, 612, 667, 804, 809), und Rudolf, Kastellan auf Schönburg (NUB 810, 812, Regesten 229, 255, 258, 268, 281 ff).

1443

             Hochwasserflut auf der Saale (Pahncke).

Dabei soll die Lochwitzer Mühle den Fluten zum Opfer gefallen sein. 1765 wurde diese Stelle noch als „Mühlstatt“ bezeichnet.

1444

  1. Apr.Vertrag zwischen Bischof Peter und Abt Jacob (UB 2 Nr. 261, Dom-Reg. 923).

Der Bischof erließ dem Kloster die Gastungspflicht (Lagergeld) gegen eine jährliche Zahlung von 36 Rheinischen Gulden.

1445              

           Unterschutzstellung des Stifts Naumburg (DStA Kop. 3)

Am Sonnabend nach dem Bartholomäustag erklärte Kurfürst Friedrich II. in Leipzig den Schutz des Bistums für 24 Jahre im Beisein des Bischofs, des Domprobst, des Kapitels sowie der Bürgermeister und Räte von Naumburg und Zeitz.

     25. Juni Schuldurkunde der Zeitzer Bürgerschaft (Dom-Reg. 929).

Diese verpflichtete sich zur Zahlung von Zinsen, die der Bischof dem Tautenburger Schenken Rudolf schuldete, wenn dafür die Einkünfte der Vogtei Saaleck nicht ausreichen sollten.

  1. Sep. 1. Teilung der Wettiner Erbländer (DD 6873/ WEI Reg. D 163).

Zur Vermeidung von Erbstreitigkeiten zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm, schlugen die Landstände in Altenburg eine Teilung des Besitzes vor. Kurfürst Friedrich sollte einen Teil des Osterland, die Mark Meißen und das Altenburger Land (Pleißenland) bekommen. Herzog Wilhelm neben seinen osterländischen Erbteil die Landgrafschaft Thüringen, das Lehen der Rudelsburg (Lepsius) und das Patronat der Bistümer Naumburg und Merseburg.  Freyburg wurde dem osterländischen Erbe Kurfürst Friedrichs zugeschlagen. Beide stimmten dem Plan zu und Wilhelm ließ sich von den thüringischen Adligen den Grafen von Schwarzburg, Stolberg, Gleichen, Mansfeld, Beichlingen und Hohnstein, dem Burggrafen vom Kirchberg und den Herren von Querfurt huldigen.

   Dez. „Hallescher Machtspruch (Allg. Gesch.)

Die Teilung sorgte schon bald für Streit unter den Brüdern. Unter Vermittlung des Erzbischofs von Magdeburg und der Bischöfe von Meißen, Naumburg und Merseburg wurde im Kloster Neuwerk zu Halle eine Nachbesserung ausgehandelt. Dabei wurde das Amt Freyburg gegen Altenburg getauscht.

1446              

     Sächsischer Bruderkrieg (Allg. Gesch.).

Herzog Wilhelm schloss mit Apel Vitzthum zu Roßla, dessen Bruder Busse, Vitzthum zu Dornburg, Bernhard von Kochberg und Friedrich von Witzleben auf Wendelstein einen „Ewigen Bund“ gegen Kurfürst Friedrich II. Als die Vitzthume markgräfliches Gebiet angriffen verheerte Kurfürst Friedrich daraufhin die vitzthumschen Besitzungen an der Ilm.

  1. Aug. Beistandspakt (Dom-Reg. 934,Döring)

Kurfürst Friedrich II. schloß mit dem Erzbischof von Magdeburg, den Bischöfen von Meißen, Merseburg, Naumburg-Zeitz und der Stadt Erfurt einen Beistandspakt auf 24 Jahre und die Offenhaltung der festen Plätze. Friedrich sagte im Gegenzug die Sicherung der Handelswege zu. Dem schlossen sich auch einige thüringische Adlige an wie die Grafen von Stolberg, Beichlingen und Mansfeld, die Herren von Querfurt und die Schenken von Tautenburg.

Danach zog der Kurfürst gegen Christian von Witzleben und eroberte den Wendelstein an der Unstrut.

  1. Nov. Fehdebrief Herzog Wilhelms gegen Bischof Peter (Koch S. 74).

Wilhelm wandte sich gegen den Bischoff, weil dieser sich auf die Seite des Kurfürsten gestellt hatte. Ein für Dezember geplanter Sturm auf Naumburg wurde abgesetzt.

  1. Dez. Querfurter Bündnis (DD 6956).

Der Kurfürst, der Erzbischof und die Bischöfe von Naumburg und Merseburg bekräftigten ihr Bündnis gegen Herzog Wilhelm.

1447

  1. Jan. Sturm auf Freyburg (Koch S.82/90-93).

Bischöfliche und kurfürstliche Aufgebote belagerten vergeblich das landgräfliche Freyburg. Anfang März kam es unter Vermittlung des Markgrafen von Brandenburg zum Waffenstillstand.

     Mär. Kriegszüge der kurfürstlichen gegen die herzoglichen Parteigänger (Wille, Döring).

Die Grafen von Beichlingen eroberten den Besitz der Vitzthume in Wiehe und Nebra. Der Graf von Gleichen zerstörte die Gegenden um Camburg, Darnstädt und Eckartsberga ein.

  1. Mai Frieden zwischen Bischof Peter und Herzog Wilhem (Koch ebd.)

Herzog Wilhelm bestätigte die bischöflichen Privilegien, die bereits Friedrich des Streitbare gewährte.

  1. Nov. Naumburger Treffen (DD Kop. 18 Bl. 15, Stadtarchiv Nbg.)

Im Gefolge des Kurfürsten, der sein Quartier in Naumburg nahm, waren die Fürsten von Anhalt, die Grafen von Stolberg, Mansfeld, Gleichen, Beichlingen und Hohnstein, der Burggraf vom Kirchberg, Brun zu Querfurt, die Brüder Rudolf, Busso, Burkhard und Hans, Schenken zu Tautenburg und Rudolf von Bünau. Ebenfalls zum Kurfürsten hileten die erzbischöflichen Städte Magdeburg und Halle sowie der Rat und die Freiheit von Naumburg. Im Gefolge des Herzogs der in Freyburg sein Lager aufschlug, waren die Grafen von Schwarzburg, Busso und Apel Vitzthum, Bernhard von Kochberg und Friedrich von Witzleben zu Wendelstein (n. Schöttgen, Diplomataria Bd. 1)

Am Freitag nach Kantate versuchten der Landgraf von Hessen, der Markgraf von Brandenburg, der Erzbischof von Magdeburg und die Bischöfe von Merseburg und Naumburg zwischen den Brüdern zu vermitteln. Doch noch während der Verhandlungen fielen die von Wilhelm zur Hilfe gerufenen böhmischen Truppen in die Diözesen Naumburg und Merseburg ein.

Zwar wurden die Verhandlungen am Sonntag nach dem Fest des heiligen Ägidius fortgesetzt, endeten aber nach 3 Wochen ergebnislos.

  1. Okt. Erfurter Versöhnung (Döring).

Überraschend kam in Erfurt doch eine Verständigung zustande, weil sich Wilhelm von den Vitzthumen lossagte. Doch kurz darauf überließ er ihnen einige südthüringische Ämter im Tausch gegen Roßla, Sulza und Reinstädt. Das wiederum erregte den Unwillen des Kurfürsten.

1448

      Mai Schwarzburger Hauskrieg (Döring).

Graf Günter XXII. der keinen männlichen Erben hatte, setzte seine Schwiegersöhne als Erben ein. Dagegen erhob Heinrich XXXI. von Schwarzburg-Arnstadt. Widerspruch. Kurfürst Friedrich folgte dem letzten Willen des Grafen Günter, während Herzog Wilhelm die Partei Heinrichs ergriff. Die Kämpfe flammten wieder auf.

1450              

     Juni Kriegszug des Kurfürsten (Döring).

Nachdem er die Böhmen aus Meißen vertrieben hatte, bezog Friedrich ein Lager beim Kloster Pforte. Dann zog er über das Vitzthum`sche Wickerstädt, gegen das schwarzburgische Stadtilm. Nach fünf Wochen wurde die Belagerung aufgegebenund auf dem Rückzug die landgräflichen Ämter Buttstädt und Eckartsberga verheert. Inzwischen fielen Wilhelm und seine Verbündeten in das Stift Naumburg-Zeitz ein, zerstörten die Vorstädte und zogen bis Altenburg und Gera.

   Die Rudelsburg wird von Kurfürst Friedrich II. belagert (Gotha diplomatica).

Nach der Vertreibung der Vitzthume vom Schloß Dornburg, belagerte und zerstörte Kurfürst Friedrich die landgräflichen Schlösser Gleißberg, Camburg, Burgheßler und „Ruttilingesberg a. d. Saala bei Pforta“. Daraufhin versagte ihm der Naumburger Bischof als Oberlehensherr die weitere Unterstützung. Nach der Chronik wurden bei diesem Zug erstmals Pulvergeschütze im thüringischen Raum eingesetzt.  

1451            

  1. Jan. Naumburger Friede (Allg. Gesch.).

Die Verständigung kam auf Vermittlung des Markgrafen von Brandenburg und des Grafen Heinrich von Schwarzburg zustande. Herzog Wilhelm III. Landgraf von Thüringen, Markgraf von Meißen und Kurfürst Friedrich II. Reichsmarschall, Pfalzgraf von Sachsen und Burggraf von Magdeburg akzeptierten die ihnen durch die Altenburger Teilung zustehenden Länder. Außerdem kam es zu einem Vergleich im Schwarzburger Erbstreit.

In der thüringisch-erfurtsche Chronik des K. Stolle wurde dabei die „brucken zu kosin“ erwähnt, über die Herzog Wilhelm nach Naumburg zog.

  1. Okt. Vertrag mit dem Bischof (Dom-Reg. 942).

Unter Vermittlung des Abtes von Hersfeld gelang eine Einigung. Herzog Wilhelm bestätigte die Gerichtsgrenzen des Hochstifts um Naumburg und Zeitz und Schönburg, wie sie Markgraf Dietrich von Landsberg 1278 festgelegt hatte. Den Vögten von Wissenuels (Weißenfels), Friburgk (Freyburg), Eckerßsbergk (Eckartsberga) und Ißembergk (Eisenberg) wurde jegliche Einmischung in Stiftsangelegenheiten untersagt. Die Beurkundung erfolgte im Kloster Pforte. Es bezeugten u. a. Graf Ernst von Gleichen, Herr zu Blankenhain, Hans von Maltitz, Johann von Scudnitz, Ritter Otto Spigel für doe herzogliche Seite und für den Kurfürsten Graf Adolf von Braunschweig, Graf Ludwig von Gleichen, Herr von Tonna und Blankenhain und Bernhard von Brandenstein. Diese Beurkundung kostete dem Bistum 680 Gulden, allerdings übernahm davon der Naumburger Rat 400 Gulden.

Noch im gleichen Jahr untersagte Wilhelm den Verkauf von Getreide und Lebensmitteln aus Thüringen auf dem Naumburger Markt und die Einfuhr von Naumburger Bier nach Thüringen. Für die Aufhebung dieses Verbots zahlte der Rat dem Herzog eine weitere Ablöse.

1454

  1. Nov. Untersuchungsbericht zu einem Überfall bei Hassenhausen (UB 2 Nr. 292).

Zur Vermählung des Sohnes von Kurfürst Friedrich mit der Tochter des Herzogs von Burgund, Karl dem Kühnen, war eine mit reichen Geschenken versehene Gesandtschaft auf dem Weg nach Wittenberg. Trotz des Geleits des erzbischöflichen Vogts von Erfurt nach Naumburg wurde diese Gesandtschaft am Stallberg bei Hassenhausen von den Vitzthumen Apel und Busse überfallen. Die Gesandten wurden auf den Burgen der Vitzthume festgesetzt.  

Auf Befehl Herzogs Wilhelm wurde der Abt mit der Untersuchung betraut, da Hassenhausen zu seinem Gerichtsbezirk gehörte. Der Abt bekannte, dass „unßer und unßer gotshues arme lute in Hassenhusen“ den Überfall nicht verhindern konnten.

Die Vitzthume traf nun der Zorn des Kurfürsten. Sie wurden in die Reichacht gelegt und verloren allen Besitz. Ihre Burgen und Städte wie Kapellendorf, Dornburg, Leuchtenburg, Isserstädt, Magdala, Mellingen, Camburg wurden gestürmt und gebrochen.

       Frondienste beim Bau der steinernen Brücke (Krottenschidt, Braun).

Nach Krottenschmidt wurde „Ao. 1454 als die Brücke zu Kösen gebauet worden, hat der Rat dazu mit seinen Wagen gedient und Steine helfen aufladen lassen“. Nach 50 Jahren war die Brücke vollendet. Die Brücke war 288 Fuß (90,5 m) lang, die drei Rund- und 5 Spitzbogen hatten eine Spannweite von 8 bis 8,5 Metern. Allerdings war sie mit 4,5 Metern sehr schmal, hatte eine steilen Anstieg und niedrige eine Brüstung . Die Benutzung erforderte von den  Fuhrleuten Geschick und Aufmerksamkeit.

1455

      6. Jan. Verkauf von Lehen der Tautenburger Schenken (Dom-Reg. 962).

Die Brüder Rudolph, Burkhard und Hans verkauften Bischof Peter ihre Lehen in Mollschütz. Den Verkauf genehmigte Herzog Wilhelm am 07. März 1456.

  1. Juni Bischöflicher Schiedsspruch (UB 2 Nr. 293).

Dieser entschied im Streit der Zisterzienser wegen der Frondienste von Klosteruntertanen in Plotha.

  1. Juli Bischöfliche Lehnsurkunde (Dom-Reg. 964).

Ritter Rudolph von Bünau, Heinrich von Bünau zu Teuchern und Heinrich Bünau zu Droyßig und „Rudolff Schencke“, bischöflicher Hauptmann waren die Zeugen, ebenso bei einer Urkunde vom 15. Juni 1456.

  1. Juli Altenburger Prinzenraub (Allg. Gesch.)

Die Söhne von Kurfürst Friedrich, Ernst und Albrecht wurden vom Ritter Kunz von Kauffungen aus dem Altenburger Schloß entführt, konnten aber unversehrt befreit werden.

1456

  1. Mär. Schuldverschreibung des Klosters gegenüber dem Domkapitel (Dom-Reg. 971).

Das in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Kloster borgte sich Geld beim Domkapitel, um die auf den Hof Gernstedt lastenden Schulden abzutragen.

1457

     Mär. Visitation des Klosters durch Herzog Wilhelm. (UB 2 Nr. 302,303,304).

Auf Grund der gegen den Abt Johann (III.) erhobenen Anschuldigungen im Zusammenhang mit den finanziellen Nöten des Klosters, betraute der Herzog die Äbte von Walkenried, Volkenroda, Altzelle und Buch mit der Untersuchung. Nach Sichtung der Unterlagen und Befragung des Konvents stellte sich heraus, dass die Anschuldigungen stark übertrieben waren oder auf Versehen beruhten. Da man keinen größeren Schaden feststellte, befahl der Herzog die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen.

1459

               Verpachtung eines Weinberges (UB 2).

„…an den Forderberge, ihenseits der sahlen gelegen, bis an den Frenckeler Weg ... um das halbe theil, was darinnen wechsett, es sey wein, hopfe oder obest...“ Gemeint war wohl der Nikolausberg, möglicherweise auch die Ilske, die zur Wenzendorfer Flur gehörten. Die Verpachtung für die Hälfte des Ertrages wurde nun gängige Praxis. Pächter waren zunächst meist Bauern aus Lißdorf oder Flemmingen, die nach und nach alle Weinberge in Halbpacht bekamen. Trat der Erbfall ein oder sollte verkauft werden, mußte das Kloster zustimmen.  

1462

  1. Nov. Herzogin Anna verstirbt auf der Eckartsburg (Döring).

Seine Gemahlin hatte Herzog Wilhelm war auf die Eckartsburg verbracht. Nach ihrem Tod ehelichte er Katharina von Brandenstein.

1464

  1. Sep. Tod des Kurfürsten Friedrich II. des Friedfertigen (Allg. Gesch.).

Ernst der Ältere erbte die Kurwürde mit Sachsen-Wittenberg, die Regentschaft des übrigen Erbe teilte er sich mit seinem Bruder Albrecht.

1465

  1. Aug. Kaiserliche Bestätigung der bischöflichen Privilegien. (Dom-Reg. 1049).

Unter der Maßgabe der Leistung des Lehnseides wurden dem neuen Bischof Dietrich III. v. Bocksdorf (1463 bis 1466) die Privilegien durch Kaiser Friedrich III. auf einer in Rom gesiegelten Urkunde bestätigt.

  1. Dez. Lehnseid des Bischofs (Stiftsbibl. Zeitz Bl. 36)

In Vertretung des Kaisers nahm Kurfürst Ernst die Eidleistung entgegen.

1466                

   Die Bezeichnung „Windlücke“ findet sich in Naumburger Ratsrechnungen (Pahncke).

Die Windlücke war ein von den Mönchen geschaffener Einschnitt in den Riegel des Käppelberges, um zum Vorwerk Kösen und zur Brücke zu kommen, wenn die Saaleaue wegen Hochwasser unpassierbar war.

1467

  1. Nov. Herzog Wilhelm der Tapfere tritt dem Grenzvertrag von 1451 bei (Dom-Reg. 1074).

Den Vereinbarungen über die Grenzen der Gerichtsbarkeit des Hochstifts stimmte der Herzog auf einer in Freyburg gesiegelten Urkunde zu.

1470

  1. Feb. Patronatserklärung Herzog Wilhelms (Dom-Reg. 1470).

Heinrich II. von Stammer (1466-1481), dem Domkapitel und der Einwohnerschaft der bischöflichen Städte wurde das herzogliche Patronat bestätigt.

1471

  1. Mär. Herzog Wilhelm visitiert das Kloster Memleben (Dom-Reg. 1109).

Wegen katastrophaler wirtschaftlicher Verhältnisse wurde der Konvent unter Aufsicht gestellt und das Amt Eckartsberga mit der Kontrolle der Klosterwirtschaft betraut. In der Folge wurde die Visitation der Klöster im Herzogtum verstärkt.

  1. Aug. Kaiserliche Bestätigung der bischöflichen Privilegien (Dom-Reg. 1115).

In Regensburg beurkundete Friedrich III. die Rechte des Bistums, vorbehaltlich der Ableistung des Lehnseides Bischofs Stammer gegenüber dem Herzog von Sachsen.

1472

  1. Juni Stadtbrand von Erfurt (Döring).

Diesen soll ein ehemaliger Zisterziensermönch aus Pforte im Auftrag der Vitzthume gelegt haben.

1479

  1. Juni Verkauf von Stiftslehen an Heinrich Reuß (Dom-Reg. 1179/ Lepsius Kl. Schriften).

Das betraf Lehen in (Frei)-Roda mit allen Rechten und Gerichten, wie es „des Hernfried, Schenk v. d. Veste, etwan zu Rottelsberg gesessen, gewest sind“.

Außerdem bestätigte der Bischof den Verkauf von 4 Äckern in der Lengefelder Flur an seinen Dienstmann Hans von Tümpling, dem Vogt von Saaleck.

1481              

  1. Mär. Urkunde des Bischofs Dietrich (IV.) von Schönberg (Dom-Reg. 1193).

Anläßlich seiner Wahl versprach er dem Domkapitel, das von seinem Vorgänger an den Tautenburger Schenken verpfändete „castrum Salecke“ wieder auszulösen.  

                Geschäft mit dem Naumburger Rat (Lepsius Kl. Schriften)

Lorenz, Schenk zur Veste erwarb für sich und seine Ehefrau beim Rat eine Leibrente. Dafür verzichtete er auf bestimmte Güter in der Stadt. Das bezeugten seine Brüder Ehrenfried, Schenk zur Veste, Heinrich Schenk zu Tanschau und Iring Schenk zu Kleßen.

            Erneuerung des Wehrdammes (UB 2 Nr. 344).

„Das wehr über dieser mohlenn ist steinern,.....von neues durch Apt Heinrich Marschalck gemacht.“  heißt es in dieser Urkunde.

1482

  1. Jan. Brief Abt Heinrichs an Herzog Wilhelm (UB )

Heinrich teilte dem Herzog mit, dass durch Unwetter die Ernte vernichtet war und die Dörfer keine Abgaben leisten können.

  1. Mai Kaiserliche Bestätigung des Bischofs (Dom-Reg.1198).

Friedrich bestätigte in Wien dem gewählten Bischof Dietrich II. von Schönberg (1482-1491) die Besitzungen und Privilegien und forderte den Lehnseid gegenüber Herzog Wilhelm.  

  1. Sep. Herzog Wilhelm III. der Tapfere stirbt in Weimar (Allg. Geschichte).

Wilhelm Besitz erbten seine Neffen, Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht. Damit bestand wieder die Gefahr eines Bruderkrieges.

1483

            Grundstücksverkauf in Lengefeld (Lepsius Kl. Schriften).

Heinrich, Schenk zur Veste, verkaufte seine sieben Höfe in Lengefeld an Hans von Tümpling und dessen Ehefrau.

1485            

  1. Juni Leipziger Teilung (Allg. Geschichte).

Am 26. August und am 11. November wurde der Vertrag beurkundet (WEI UR. Nr. 1051). Die Teilung erfolgte nach altsächsischem Recht, der ältere Bruder der Kurfürst teilte, der jüngere Bruder wählte. Albrecht nahm die Mark Meißen, die Ämter Leipzig, Delitzsch-Landsberg und Zörbig, die Pfalzgrafschaft Sachsen mit Freyburg, Sangerhausen und Weißensee, die Ämter Eckartsberga, Jena, Dornburg und Camburg. Ihn huldigten die Grafen und Herren von Schwarzburg-Sondershausen, Stolberg, Hohnstein, Mansfeld, Arnstein, Beichlingen, Leisnig, Querfurt und die Schenken von Tautenburg. Die Rudelsburg wurde dem Meißner Teil zugeschlagen, ebenso das Patronat über das Kloster Pforte. Die Albertiner verlegten ihre Residenz nach Dresden, in Leipzig wurden das Landgericht und die Landstände eingerichtet.

Kurfürst Ernst bekam den größten Teil der Landgrafschaft Thüringen, das Lehen des Vogtlandes und den nördlichen Teil des Osterlandes. Ihn huldigten u.a die Grafen der Schwarzburg-Rudolstädter Linie und die Reußen zu Kranichfeld. Er bekam das Patronat über die Bistümer Merseburg und Naumburg, während das Bistum Meißen sowie die Einnahmen aus den Städten Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen und die Bergwerke gemeinsamer Besitz blieben.  1486 bestätigte Kaiser Friedrich III. die Erbteilung, die das Haus Wettin schwächte und den Aufstieg Brandenburgs begünstigte.

           Bauern der Klosterdörfer verweigern die Abgaben (UB 2 Nr. 386)

Abt Heinrich Marschalk meldete „... villani in Listorff, Rogehußen, Dogwicz, Popal, Bendorff, Czebekur, Spelberg, Obermeller, Pomnicz, Neddermeller, Hassenhußen conspiravenut contra nos.“- konspirieren gegen uns“.

1486

  1. Aug. Tod von Kurfürst Ernst (Allg. Geschichte).

Ihm folgte sein ältester Sohn als Friedrich III. später der Weise genannt, Beschützer Luthers und Wegbereiter der Reformation. Seine Residenz im Kurfürstentum war Wittenberg, das übrige ernestinische Erbe regierte er gemeinsam mit seinem Bruder Johann, der Beständige genannt. Beide vereinbarten mit ihrem Oheim Herzog Albrecht den gegenseitigen Erbfall, falls es keinen leiblichen Erben gab.

  1. Juni Bischöfliche Urkunde (Dom-Reg. 1247).

Unter Vermittlung des Burggrafen Georg v. Kirchberg wurde vor dem geistlichen Gericht zu Erfurt ein Streit bischöflicher Untertanen wegen der Gerichtsbarkeit beigelegt. An Stelle des Bischofs war Hans von Tümpling, der Vogt zu Saaleck zugegen.

1487

  1. Okt. Heinrich Schenk schwört dem Bischof Urfehde (StiftsArch. Zeitz 1/382).

      9.  Okt. Kaiserlicher Befehl an den Probst und das Domkapitel (Dom.-Reg. 1260).

In Augsburg sammelte der Kaiser ein Heer zum Kriegszug gegen den Ungarnkönig wozu auch das Bistum ein Aufgebot zu stellen hatte.

  1. Okt. Bischöfliche Urkunde (Dom-Reg.1261).

Als Zeugen testierten die Bünaus, Heinrich zu Schkölen, Gunther d. J. von Droyßig und Gunther d. Ä. Domherr, Dekan und dectetorum doctor.

1489

  1. Okt. Verkauf von Zinseinkünften in Heiligenkreuz (Dom-Reg.1277).

Die Urkunde testierte Hans von Tümpling, Vogt von Saaleck.

1493

  1. Mär. Bischöfliche Bestätigung von Zinsverkäufen (Dom-Reg. 1296)

Hans v. Tümpling Vogt von Saaleck, sein Bruder Christoph und ihr Vetter verkauften die Zinsen ihrer bischöflichen Lehen in Heiligenkreuz dem Probst und dem Domkapitel.

  1. Aug. Bischöfliche Bestätigung (Dom-Reg. 1300).

Hier testierte neben dem Saalecker Vogt H. v. Tümpling, Abt Cyriakus.

1494

  1. Mai  Judenvertreibung in Naumburg (Dom-Reg. 1312).

Bischof Johannes III. von Schönberg (1492-1517) untersagte auf Druck des Rates und der Bürgerschaft den Juden jeglichen weiteren Handel. Lange hatte er sich gesträubt, da er sich von den Juden Geld lieh. Als Entschädigung versprach ihm der Rat jährlich 60 Rheinische Gulden oder 1200 Gulden als einmalige Zahlung.

1500

            Tod Herzog Albrechts (Allg. Gesch.).

Ihn beerbte sein Sohn Georg, der Bärtige, ein überzeugter aber pragmatischer Katholik, der das Vordringen der Reformation in den albertinischen Landen zu verhindern suchte, allerdings ohne die Mißstände in den Bistümern und Klöstern zu verkennen..

Albrecht hatte zuvor eine „Väterliche Ordnung“ erlassen, wonach das gesamte Erbe immer dem jeweils ältesten Sohn zufällt und dass dieser die jüngeren Brüder auszahlen muss. Damit sollte die Zersplitterung und Schwächung der Hausmacht vermieden werden. Die Ernestiner Linie behielt die Erbteilung unter allen erbberechtigten männlichen Nachkommen bei, was letztendlich zu bedeutungslosen Herzogtümern führte.

1501

             Hochwasserflut am Bartholomäustag. (NKZ Nr.156/1876)

In einer plattdeutschen Dokumentensammlung (Bln. Bibliothek Msc. Bor. Q. 349) wurde auf eine Hochwasserflut Bezug genommen, die eine so große Wassermenge brachte, dass diese noch an der Unterelbe zu spüren war. Wörtlich hieß es „kam so grot water… ut dem overlande, das de Zale, de Elster und de Elbe so grot worden,… und dede dem Kloster to der Porte groten Schaden….“

Möglicherweise war diese Flut der Grund, dass auf die Kösener Brücke das „Muttergotteshäuschen“ kam, denn derartige „unheilverhütende“ Mittel, wurden nach der Reformation und der Säkularisierung der Klöster in den lutherischen Landesteilen nicht mehr errichtet.

           Lehnsbrief Herzog Georgs (Lepsius Kl. Schriften).

Zum letztenmal wurden hier die Schenken Lorenz d. Ä. Diethrich, Rudolf, Ehrenfried, Hans und Bußo zur Veste erwähnt.

1504

  1. Mai Bestätigung eines Legats Günther von Bünaus (Lepsius Kl. Schriften).

In seinem Testament hatte der „Protonotarius Apostolicus, decretorum Doctor Decanus Numburgensis et sanctissimi Dni. Papae Cubicularis, familiaris continue commensalis“ v. Bühnau zu Droyßig, Schkölen und Rudelsburg verfügt, dass dem für sein Seelenheil zuständigen Geistlichen der Kapelle der Heiligen Elisabeth auf der Rudelsburg ein jährlicher Geldbetrag angewiesen wird. Außerdem sollte all denen, die hier an bestimmten Tagen beten würden ein päpstlicher Ablaß gewährt werden. Dieses Vermächtnis bestätigte der päpstliche Legat zu Straßburg Raymond.

Auf der Rudelsburg gab es demnach noch eine Burgkapelle und einen Geistlichen und man hoffte, dass der päpstliche Ablaß Bußwillige anlocken würde, die mit dem Ablass auch für den Lebensunterhalt des Burggeistlichen und den Erhalt der Kapelle beitragen könnten.  

1508

             Friedrich v. Etzdorf ist Vogt von Saaleck (DStA NMB Lib flav. 71)

1510

             Verhandlung des Amtmannes von Eckartsberga (Lepsius Kl. Schriften).

Das Burglehen der Rudelsburg hatte zwar eine eigene Gerichtsbarkeit aber keine Gerichtsstätte. Verbrecher wurden auf der Femestätte zu (Frei-)Roda hingerichtet. Das änderte sich als die Bünaus mit der Rudelsburg  aber ohne Roda belehnt wurden. Als ein Mörder zum Tode verurteilt wurde, fehlte die Gerichtsstätte und man steckte ihn in ein Faß und warf es über die Burgmauer in die Saale.

1513

  1. Mai Bestätigung für Günther von Bünau (Lepsius Kl. Schriften)

Der hatte für die Kapelle der Rudelsburg einen Ablass erbeten, was ihm mit einer von Kardinal Antonius in Rom ausgestellten Urkunde auch bewilligt wurde. G. v. Bünau starb 1519, sein Grabstein steht im Westchor des Naumburger Doms.

1515

      3. Aug. Einführung des Abtes Johannes Kahl (Pahncke).

Seine Person war typisch für den Niedergang der klösterlichen Ordnung. Mißwirtschaft, Verschwendungssucht und Selbstbereicherung führten unter dem Volk zur Mißstimmung. Dazu kam das ausufernde Ablaßwesen, dessen Erlös für kostspielige Bauten und Kunstsammlungen des Papstes verwendet wurde.

1516              

                    Revolte des Konvents gegen den Abt Johannes Kahl (Pahncke).

Dieser hegte den Verdacht, dass der Abt für seinen privaten Besitz in Naumburg, darunter ein Haus mit Braurechten samt Hausmeister und Magd, die er wie sein Weib behandelte, Einkünfte des Klosters verwendet hätte. Er und die Hofmeister von Kösen und Fränkenau, die ihn bei einem Fluchtversuch aus dem Kloster behilflich waren, wurden festgesetzt.

     Okt. Absetzung des Abtes (UB 2 Nr. 576 bis 581).

Herzog Georg setzte erneut eine Visitationskommission zur Untersuchung ein. Die erste Kommission setzte den Abt wieder ein und ließ die Rädelsführer der Revolte inhaftieren. Die zweite Kommission mit den Äbten von Altzella, Walkenried, Buch und Sittichenbach und zwei Amtmännern stellte dann doch den unsittlichen Lebenswandel des Abtes sowie die Veruntreuung und Verschwendung von Klostergut fest. Herzog Georg drang auf die sofortige Absetzung und die Neuwahl eines Abtes. Der Konvent verwies darauf, dass sich kein weltlicher Herr bei der Wahl eines Abtes einzumischen habe. Daraufhin drohte der Herzog, das Kloster zu sequestrieren.

  1. Okt. Amtseinführung des Abtes Peter (UB 2 Nr. 582).

Im gleichen Jahr wurde Philipp von Wittelsbach zum Naumburger Bischof gewählt. Doch der erschien nur zur Weihe und ließ sich dann in Freising nieder, wo er ein zweites Bischofsamt bekleidete. Die Administration des Stifts überließ er dem Domprobst und dem Kapitel. Er selbst erhielt eine ansehnliche Apanage aus den Einkünften des Stifts.

1518

  1. Mai Protokoll über das Verhör des abgesetzten Abtes Johannes Kahl (UB 2 Nr. 588).

Nach seiner Absetzung wurden ihm vom Neustädter Amtschreiber dreißig Fragen bezüglich der gegen ihn erhobenen Vorwürfe vorgelegt. Das Protokoll mit seinen Anworten beurkundete der Notar Wolffhart.

1519

            Henneberger Chronik (Lepsius Kl. Schriften).

Einer der Hofbeamten des Grafen Wilhelm VIII. von Hennberg war Lorenz, Schenk von der Veste.

            Erste sächsische Floßordnung (Andronov, Der Elsterfloßgraben).

Mit diesem Erlass regelte Herzog Moritz die Flöße auf den zu seiner Herrschaft gehörenden Flüssen und Gräben.

1521              

     Errichtung der Betsäule vor dem Kloster.

    24.  Apr. Kauf des Gutes Stendorf (DStA NMB Lib.flav. Bl.78).

Das Hochstift erwarb das Gut für 700 Rheinl. Gulden von Alexander Portzik zu Janisroda, Vogt zu Saaleck.

             Festlegung der Grenzen des Amtes Saaleck (Erbbuch d. Freiherrn von Feilitzsch*).

Bei einem Umritt wurden die Grenzen in Augenschein genommen und festgeschrieben. Daran nahmen im Auftrag des Naumburger Bischofs Fabian v. Preschwitz der Amtmann auf Schönburg, ein Advokat aus Naumburg, Gregor Gauser, ein Schreiber aus Zeitz und Alexander von Portzig, der bestallte Saalecker Amtmann teil.

Die (nördliche) Grenze verlief von „der hohen Straße über Kösen….alß man auf Eckartsberga zu gehet…. an dem Graben nach der Hellen und zwischen dem Eptischen Holz, für den Lengefelder Hölzern, biß an die Judenfort unter dem weißen Schloß gelegen … den Berg hinter dem Ruttelsberge biß an die Schloßmauer……außerhalb der Mauer biß zum Kammweg bei Kreipitzsch von dort bis an die Saale bei Kleinheringen“. Jenseits der Saale, von einem hinter dem Döbenschen Gehölz gesetzten Grenzstein ging es „…biß auf die Rothen Leiten… biß an den Steig der gehet von Hassenhausen gegen Heringen“. Kreipitzsch und die Rudelsburg hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit, während die Punschrauer Bauern beschworen, dass sie seit jeher zur Gerichtsbarkeit des Bischofs gehörten.    

1525

  1. Mai Naumburger Treffen (Allg. Gesch.).

Da Kurfürst Friedrich am gleichen Tag verstarb vereinbarte sein Bruder Johann,  der Gesandte des Erzbischofs von Mainz, der Kurfürst von Brandenburg und Herzog Georg von Sachsen gemeinsam gegen die aufständischen Bauern vorzugehen.

Herzog Georg hatte schon ein Aufgebot von 800 Reisigen und 1000 Knechten versammelt, als die Nachricht eintraf, dass ein Bauernhaufen aus dem Erfurter Raum mit 8000 Mann gegen Pforte und Naumburg ziehen wollte (Geschichte des Bauernkrieges). Georg verließ Naumburg und zog über Eckartsberga nach Buttstädt, wo er sein Lager aufschlug. Die Bauern wandten sich jedoch nach Heldrungen und weiter nach Frankenhausen, wo sie sich Thomas Münzer anschlossen. Hier gelang es dem katholische Herzog Georg und dem lutherischen Landgrafen von Hessen die Haufen zu stellen und ihnen am 15. Mai eine vernichtende Niederlage beizubringen.  

  1. Juni Stellungnahme des Abtes über die Beteiligung der Bauern (UB 2)

Nach der Niederlage bei Frankenhausen, ließ Herzog Georg Untersuchungen über die Beteiligungen der eigenen Untertanenen anstellen. Aus seiner Aufstellung ging hervor, dass es in „Hassenhawsen 23 besessene Männer, Listorff (31), Spilberg (20), Poppel (8), Benndorff (6), Rehawsen (10), Tauchwitz (6), Zebicker (15)“ gab und dass es nur zu vereinzelten Übergriffen von Bauern aus Poppel und Taugwitz auf das Vorwerk Gernstedt gegeben habe.

  1. Sep. Quittung des Herzogs über den Empfang des Strafgeldes (UB 2 Nr. 628).

Das Kloster musste 600 Rhein. Gulden Strafe an die herzogliche Kasse zahlen, weil sich Amtsuntertanen dem Aufruhr angeschlossen hatten.

1528

  1. Aug. Erlass Herzog Georgs zur Verwaltung der Klostergüter (UB 2 Nr. 629).

Um die Mißwirtschaft der Klöster zu unterbinden, sollte die Verwaltung der Güter Amtsleuten übertragen werden. Gleichzeitig ordnete Kurfürst Johann in seiner Herrschaft eine gründliche Kirchen- und Klöstervisistation an, ließ alle unfähigen, unsittlichen und korrupten Geistlichen und diejenigen, die sich der Reformation verschlossen, absetzen und verbot die Messe, die Beichte und den Ablasshandel.

1530

  1. Juni Augsburger Konfession (Allg. Gesch.)

Auf dem Reichtag zu Augsburg übergaben die Fürsten, die sich zur lutherischen Lehre bekannten, mit dem Kurfürsten von Sachsen an der Spitze, dem Kaiser ein von Melanchthon verfasstes Glaubensbekenntnis mit dem sie gegen die Diskriminierung der reformierten Stände protestierten.

  1. Sep. Anordnung zur Versorgung von Handelsleuten (UB 2 Nr. 644).

Der Abt wurde angewiesen, diejenigen, die mit herzoglicher Vollmacht die Messen in Naumburg und Leipzig besuchten, freie Unterkunft, Beköstigung und Futter zu gewähren, wie dies seit alters her üblich war.

1531

  1. Juni Zinsverzeichnis der Klostergüter. (UB 2 Nr. 662).

Herzog Georg belegte diese Zinsen mit „Arrest“ und zog sie als sog. „Türkenpfennig“ zur Finanzierung des Entsatzes des von den Türken belagerten Wien ein.

1532

  1. Juni Nürnberger Religionsfrieden (Allg. Gesch.)

Den seit 1531 im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen lutherischen Reichsständen wurde von Kaiser Karl V. die Religionsfreiheit in ihren Ländern zugesichert

  1. Aug. Kurfürst Johann der Beständige verstirbt (Allg. Gesch.)

Die Kurwürde und das ernestinische Erbe kamen an seinen Sohn Johann Friedrich, genannt der Großmütige. Durch seine Heirat erwarb er Ansprüche auf das Herzogtum Cleve. In Weimar huldigten ihn die Ämter Weimar, Jena, Eisenberg, Arnshaugk, Ziegenrück und Roda, in Gotha die südthüringischen Ämter.

1533              

  1. Aug. Herzog Georg interveniert bei der anstehenden Neuwahl eines Abtes (UB Nr.680, 682).

Der Konvent teilte mit, dass Abt Peter (I.) überraschend gestorben sei. Georg beauftragte den Domprobst von Zeitz und späteren Naumburger Bischof Julius von Pflug, die Wahl eines geeigneten Kandidaten zu veranlassen.

  1. Sep. Amtsantritt des Abtes Peter II.

1534

            Das Naumburger Hurenhaus wird geschlossen (S. Braun).

Wegen des damit verbundenen Verdienstausfalls erhielt der für das Haus zuständige Stadtvogt eine Entschädigung.

1535

  1. Mär. Visitationsprotokoll der herzoglichen Kommissare (UB 2 Nr. 736).

Im Auftrag des Herzogs sollten diese die Ordnungsmäßigkeit der Klosterwirtschaft prüfen und Mißstände beseitigen. Der Abt wurde aufgefordert, Kopien der Erbregister und Besitzurkunden von allen Einkünften, Rechten und Gerechtigkeiten, allen Besitzungen an Teichen, Wäldern, Gehölzen, Weinbergen, Äckern, Wiesen, Mühlen und Vorwerken, der Offizianten und Verwalter, die ausstehenden Verbindlichkeiten sowie die Schulden und das Inventar aufzulisten. Diese Verzeichnisse und die Originalurkunden sollten den Landständen auf der Pleißenburg in Leipzig übergeben werden. Dem Konvent wurden noch drei Köche, ein Bäcker, ein Schmied und ein Schweinehirt zugestanden, alle übrigen Bediensteten sollten entfernt werden. Die Kommissare verboten die kostenfreie Beherbergung sowie die Beköstigung von Reisenden, die keine Freipässe vorweisen konnten. Diese Anordnung mußte am Klostertor angeschlagen werden.

  1. Apr. Bittschreiben des Abtes (UB 2 Nr. 744).

Unter Verweis auf die althergebrachten Satzungen, Rechte und Privilegien wollte er vom Herzog die Rücknahme der strengen Auflagen erreichen.

  1. Nov. Tauschurkunde von Äckern in Hassenhausen und Fränkenau (UB 2 Nr. 751)

Dabei wurde ein „...convents brudere Conradus Hylliger, im closter zu Pforten schweynmeyster und hoffemeister zu Frenckow“ erwähnt.

           Graf Botho v. Stollberg beantragt ein Salzwerk (Schöttgen, Diplomataria Bd. 1)

Das Vorhaben in der „Guldenaue unter der (Beyer)-Naumburg“ wurde vom Schwarzburger Grafen rundweg abgelehnt.

1536

  1. Juli Kardinal Albrecht beglaubigt die Kopien der klösterlichen Urkunden (UB 2 Nr. 761)

Alle 485 Originalurkunden des Klosters wurden auf die Pleißenburg gebracht und  befinden sich heute im Sächsischen Staatsarchiv Dresden. Die Kopien wurden im „Transsumptbuch“ zusammengefaßt, auf dass sich dann Lepsius und Corrsen sowie Wolff und Böhme zurückgriffen und veröffentlichten.

1537

  1. Jan. Schreiben der Landstände (UB 2 Nr. 776).

Dem Herzog wurde die Übergabe der klösterlichen Urkunden auf der Pleißenburg bestätigt.

  1. Juli Empfangsbestätigung der hinterlegten Kleinodien (UB 2 Nr. 790).

Dem Abt wurde die Ablieferung der Kleinodien des Klosters quittiert. Außerdem überließ Peter den Landständen das dem Kloster gewährte Steuerbewilligungsrecht in den Klosterdörfern. Damit endete die eigenständige Klosterwirtschaft. Vorübergehend blieb es bei einer Selbstverwaltung, wofür erhebliche Geldabgaben zu leisten waren.

1538              

     Belehnung der Bünaus mit Stiftslehen (Lepsius Kl. Schriften).

Bischof Philipp bestätigte den Söhnen des Domdechanten Günther, Heinrich d. Ä. Rudolf zu Teuchern und Heinrich d. J. zu Thierbach das Erbe der Stiftsgüter. Heinrich d. Ä. besaß die Rudelsburg, Kreipitzsch und 9 Hufen Land in der Vogtei Camburg sowie die Gerichte „wie seine Vorfahren inne gehabt und hergebracht“.

               Bitte des Abtes auf Erhaltung des Konvents (UB 2 Nr. 808)

Abt Peter bat, darum dass alle Mönche bis zu ihrem Lebensende im Kloster verbleiben dürfen und ihnen alles was sie benötigten wie bisher belassen sollte, darunter „...in der faste - item so grune lechse gefangen werden, es sey bey der möle zu Kosen“.

1539

  1. Okt. Tod Herzog Georgs (Allg. Geschichte).

Noch im Jahr zuvor war Georg dem „Heiligen Bund“ beigetreten, eine Vereinigung der katholischen Reichsstände. Das Erbe fiel an seinen Bruder Heinrich, der sich zum Luthertum bekannte. Nach der Huldigungsreise durch die albertinischen Ämter begann eine Kirchenvisitation in deren Folge die ersten Klöster geschlossen wurden.

1540

  1. Jan. Schreiben des Eckartsbergaer Amtmannes B. Bruhl (UB Nr. 37 Nachtrag).

Dieser bat Herzog Heinrich, den Abt anzuweisen, Steine zur Ausbesserung der Kösener Brücke anfahren zu lassen.

  1. Juni „Sequestrationsakte“ (UB 2 Nr. 814).

Die Abgesandten Herzog Heinrichs verlangten „....eyn clar, ordentlich verzaichnis aller des closters und zugehöriger hofe, forwerg und nutzunge, eynnahme und außgabe“ anzufertigen. Außerdem wurde ihm befohlen, die rückständigen Zinsen an die Landstände zu zahlen und den Verkauf von Klostergütern zu unterlassen. Mit der Kontrolle wurde der Freyburger Amtmann betraut.

Der Konvent zählte neben dem Abt noch 17 Mönche: Caspar Sutorius (seit 38 Jahre im Kloster), Petrus Hammer (seit 56 Jahren), Donatus Bauch, Antonius Wagner, Nicolaus Merseburgk (alle 40 Jahre), Conradus Hilger (38), Jacobus Sander, Johannes Reimann (je 21), Heinrich Schup (6), Melchior Rost, Johannes Gunther (je 14), Jacob Pistoris (14), Johannes Kronach (50), Hans Hammer (21), Hans Ansorge (12), Wolff Horn und Hans Becholt (je 5)

  1. Juni Abt, Prior und Konvent bitten um Verbleib im Kloster (UB 2 Nr. 815).

 [nbsp Juni Verzeichnis der Klostergüter (UB 2 Nr. 817 u. 818).

Darunter finden sich Angaben zu den Vorwerke Kösen, Fränkenau und Kukulau.

Vyhezcucht......habe ytzt zu Koesen nicht mehr dan 26 Khue.

Mholln.......Ein mhol zu Koesen mit 3 geschirren, tregt ierlich ungefehrlich 30 malder. Mastunge von de mholn.....12 schweyn zu des closters teyl die mhoel in Koesen ….. Die mhol vor diesem hoff zu erhalten gesteht vil unkost. Deßgleich muß die steinerne brugk über die Sael daselbst zur landstrass erhalten werden.“

Koesen: Der hoff ist mit in des closters landerey ytzgemelt gerechnet, hat nichts, dan die vihezcucht vor das closter helt man do......schefferey. Das Kloster erhielt jährlich zwei vierjährige Ochsen, zwei ältere Kühe, 10 bis 12 Kälber, mindestens 10 Enten, fünf einjährige Schweine, 10 Gänse, 15 Hühner, 12 Schock Eier, ein gutes Federbett samt Kissen und 20 Ellen Leinwand. Dazu kamen mehrere Faß Butter und Käse. Außerdem wurde angemerkt, dass: „...von disen hoff hat man das getreyde gar ins closter furen mussen, alleyn vor dy bröttigen yn vorrathe gelasen, auch gersten und weyneß und hafer und dy huner..“ Darum kümmerten sich 8 Bedienstete unter Anleitung eines bursarius, dem Mönch J. Sander.

Gocklaw: Agkerbaw: 12 huf landes ungefehrlich. Keyn holtz noch wießen, wiewol eyn schefferey, ... und eine viheczucht.

Frencklawe: XIII hufe landes ungefehrlich. Hat auch kein holtz noch wießen, aber ein schefferey muß sich graß und holtz beym closter erholen wie dan die vorangezcaigten zwene höfe.

       9. Nov. Beurkundung der Schließung des Klosters (UB 2 Nr. 831).

Der Abt und die Mönche mußten das Kloster verlassen. Allerdings erhielten sie eine lebenslange Rente von jährlich 30 Gulden und einen Malter Roggen. Das konnten sie zweimal jährlich persönlich beim Schösser Martin Bendeleben in Empfang nehmen. Falls sich der Ausgabe um mehr als zwei Tage verzögerte und der Empfänger vor dem Tor warten mußte, wurde er kostenlos verpflegt.

1541    

  1. Jan. Julius von Pflug wird zum Bischof gewählt (Allg. Gesch.)

Nach dem Tod Philipps in Freising wählte das Generalkapitel den Zeitzer Domprobst v. Pflug. Kurfürst Johann Friedrich, der das Patronat hatte, wollte im Bistum einen Bischof einsetzen, der sich zur lutherischen Lehre bekannte. Auch die Mehrheit der Stiftsuntertanen, die Bürgerschaft von Naumburg und Zeitz, sowie einige Domherren und Mönche bekannten sich inzwischen dazu. Er erklärte die Wahl für ungültig, während der Papst die Wahl bestätigte. Pflug bat sich Bedenkzeit aus.

     Mai Auflistung des Klosterbesitzes (UB Nr. 832)

Angeführt wurden: „...wilde fischerey in der Saell vom Wehre zu Koesen biß schier an die Rospachische fhere dem stieft zustendigk,.......das holtz an closter unter am berge biß kegen Goglaw hat etzliche namen....Eptischholtz gnant, gensit der brucken.....stücklein holtz, eins Nicklasbergk gnant, das ander die Elßa gensit der brucken,........1 muhll zw Koesen mit 3 gengen, steiget und fellt....Zu Koesen hat der moller etzliche zceit 6 schmaltz-schweyn gemast....“

  1. Juli   Einsetzung eines kurfürstlichen Stiftshauptmanns (Hoffmann S. 115ff).

Der Kurfürst übertrug Melchior von Kreutz die Verwaltung der Stiftsgüter.

  1. Aug. Tod Herzog Heinrichs (Allg. Geschichte).

Sein Sohn, Herzog Moritz, begründete die Evangelisch-Lutherische Landeskirche im albertinischen Herzogtum Sachsen und stellte sich an die Spitze der evangelischen Reichsstände.

  1. Sep. Ernennung Nikolaus v. Amsdorf zum Bischof (Döring).

Daraufhin befahl der Kaiser der Bürgerschaft und den Kirchen von Naumburg und Zeitz Pflug als Bischof anzuerkennen.

Inzwischen geriet der Kurfürst mit dem Herzog Moritz wegen des Patronats im Bistum Meißen in Streit. Obwohl sich beide zum Luthertum bekannten, blieb selbst die Vermittlung des Reformators erfolglos.

1542

  1. Jan. Annahme der Bischofswahl durch Julius v. Pflug.

Der päpstlichen und kaiserlichen Bestätigung folgend erklärte v. Pflug nach einem Jahr Bedenkzeit in Freyburg die Annahme der Wahl noch vor der Weihe Amsdorfs.

  1. Jan. Bischofsweihe (Allg. Geschichte).

Der Kurfürst war mit einem ansehnlichen militärischen Aufgebot erschienen, um der Anerkennung durch den Konvent den erforderlichen Nachdruck zu verleihen. Im Dom empfing Nikolaus v. Amsdorf die bischöflichen Insignien aus den Händen Luthers, assistiert von Melanchthon.

Dennoch verweigerten zahlreiche Domherren, bischöfliche Vögte und Lehnsleute die Anerkennung. Dazu erregte der Stiftshauptmann mit überzogenen Forderungen das Mißfallen des Rates und der Bürgerschaft. Daraufhin beschwerte sich Amsdorf beim Kurfürsten über ihn.

1543

  1. Jan. Beschluss der albertinischen Landstände (Allg. Gesch.).

Auf Vorschlag von Christoph von Carlowitz sollten einige der geschlossenen Klöster als Landesschulen eingerichtet werden.

  1. Mai   Erlass des Herzog Moritz zur Gründung von Landesschulen.

Johannes Rivius, der Berater für geistliche Angelegenheiten am herzoglichen Hof zu Dresden hatte die Klöster Meißen, Grimma und Pforte vorgeschlagen, die Landstände stimmten zu und Herzog Moritz erteilte seine „Allerhöchste“ Genehmigung, womit dies als Stiftungstag galt.

  1. Juni Befehl des Herzogs zur Neubestellung des Schulverwalters (Pahncke)

Michael Lämmermann trat die Nachfolge Bühnaus an und der Amtmann von Eckartsberga war Zeuge der Übergabe. Dabei wurde anhand der Besitz- und Inventarverzeichnisse festgelegt, welche Güter die Schule benötigte, um die Schüler, Lehrer und übrigen Bediensteten zu beköstigen, unterzubringen und zu bekleiden und die Unterhaltung der Gebäude dauerhaft zu gewährleisten. Aus dem Klosterbezirk, den Vorwerken Kösen, Fränkenau, Kukulau, Gernstedt und die dem Gerichtsstuhl Hassenhausen angehörenden Dörfer wurde eine Schulamt mit den Gerichten und der Kirchenaufsicht. Wichtigste Einnahmequelle waren die Pachten und Abgaben. Die Amtsuntertanen wurden zur Fron bei der Unterhaltung der Schulgebäude und der übrigen baulichen Anlagen wie Wege, Brücken, Wehre, Kunstgerinne herangezogen.

Die zum Gerichtsstuhl Flemmingen gehörenden Dörfer, die Höfe in Porstendorf und Vehra, die Stadthöfe in Naumburg und Erfurt und alle übrigen außerhalb des Amtsbezirkes befindlichen Klostergüter wurden verkauft. Die Bestätigung der Stiftung erfolgte 1550.

  1. Aug. Erbregister des Schössers Lämmermann (UB 2 Nr. 833, WER D 34 I Nr. 1)

Auf Befehl des Herzogs hatte er die zinspflichtigen Untertanen der Amtsdörfer aufgelistet. Demnach gab es in den 11 Dörfern westlich der Saale, sowie in Roßbach, Darnstedt und der Emsenmühle insgesamt 260 zinspflichtige Hausstellen, davon wurden 21 Höfe von Witwen geführt.

             Pestepedemie in Thüringen (Binhard).

Nach Binhard fielen in Naumburg 3.000, in Jena 1.600 und in Eckartsberga 110 Menschen der Seuche zum Opfer.

1544

               Einrichtung der Stiftsverwaltung (Dr. Berger, Bau- und Kunstdenkmäler ..1905).

Dazu gehörten die Ausübung der Hochstiftsgerichtsbarkeit im Burgward der Schönburg und der Burg Saaleck mit Dorf Saaleck, Lengefeld, Kleinheringen, Rödigen, Lachstädt, Punschrau, den Wüstungen Döben und Hohendorf, dem Vorwerk Kreipitzsch, dem Gut Stendorf und Abtlöbnitz angegliedert. Der Sitz der Verwaltung wurde im ehemaligen Georgenkloster eingerichtet, daher die Bezeichnung "Georgenamt".

               Aufnahme des planmäßigen Schulbetriebes (Pahncke).

In der Schule konnten 100 Schüler aus dem albertinischen Gebieten aufgenommen werden. Diese wurden von drei Magistern und einem Kantor unterrichtet. Diese durften nicht verheiratet sein. Der erste rector portensis war Johannes Gigas, der aus Nordhausen stammte und in Leipzig studiert hatte. Der erste Schüler (Alumnus) war Nikolaus Lutze aus Kindelbrück im Amt Weißensee.

1545

  1. Jan. Schreiben des Rektors Johannes Gigas (H. Prescher in G. Agricola-Komm. S 54)

Der Empfänger war Georgius Agricola der Verfasser der „De re metallica“ der „12 Bücher vom Bergwerk“ und betraf dessen Neffen Martin und Georg, die somit zu den ersten Schülern der Fürstenschule gehörten.

  1. Aug. Bischof v. Pflug erhält die Stiftslehen (Allg. Gesch.)

Nachdem er den Lehnseid gegenüber Kaiser Karl V. ugeleistet hatt, bestätigte ihm dieser die Stiftsgüter wobei die Entfernung Amsdorfs gefordert wurde. Es gab nun zwei „rechtmäßige“ Bischöfe..

             Einrichtung von Konsistorien im albertinischen Sachsen (Allg. Gesch.).

Die kirchliche Oberbehörde für das Schulamt war in Merseburg.  

1546              

  1. Juni Geheimbund zwischen Kaiser Karl V. und Herzog Moritz (Allg. Gesch.)

Der Kaiser nutzte die Differenzen zwischen Herzog Moritz und Kurfürst Johann Friedrich wegen dem Patronat über das Bistum Meißen und stellte ihm Sachsen-Wittenberg und die Kurwürde, das Patronat über das Erzbistum Magdeburg und das Bistum Halberstadt in Aussicht, falls er sich den kaiserlichen anschließen würde. Zunächst wahrte Moritz Neutralität, dafür sanktionierte der Kaiser die Säkularisierung der Klöster im Herzogtum.

  1. Aug. Reichsacht über den Schmalkaldischen Bund (Allg. Gesch.)

Nachdem der Schmalkaldische Bund die Feindseligkeiten gegen Kaiser und Reich in Süddeutschland eröffnete, wurden Kurfürst Johann Friedrich und Landgraf Philipp von Hessen in die Acht getan. Die Vollstreckung der Reichsacht übertrug Karl V. Herzog Moritz, der seine Neutralität aufgab, in das Kurfürstentum einfiel und Wittenberg belagerte.    

  1. Nov. Herzog Moritz besetzt den Hochstift Naumburg-Zeitz (Allg. Gesch.).

„8 fehnlein (5000 Mann unter dem Obristen Sebastian v. Wallwitz und Graf Hans Georg von Mansfeld) sampt einer großen Anzahl von Reisigen (.) Die Ihre Manheit am meisten beweiset mit fressen, Sauffen, Unzucht und erschrecklichen Gotteslestern“. (Bürgers Annalen)  

1547

  1. Jan. Besetzung des Amtes Pforta durch kursächsische Truppen (Pahncke).

Auf die Nachricht über das Herannahen des Kurfürsten zogen sich die herzoglichen Truppen auf Leipzig zurück. Naumburg und Pforta wurden zum Winterquartier eingerichtet.

  1. Mär. Rückzug aus der Mark Meißen (Allg. Gesch.)

Herzog Moritz hatte sich bis zum Erzgebirge zurückgezogen. Hier vereinigte er sich mit der kaiserlichen Streitmacht und zog elbabwärts.

  1. Apr. Aufgebot des Landvolks des Stifts (Bürger Annalen).

Die Kunde vom Herannahen kaiserlich-böhmischer Truppen verbreitete Angst und Schrecken. Daraufhin ersuchte der Naumburger Rat den Saalecker Amtmann Georg von Peris, die wehrfähigen Landsassen zur Verteidigung nach Naumburg zu schicken. Zusammen mit den Freyburger Amtsuntertanen kamen 450 Mann, die einquartiert und verköstigt werden mußten.

  1. Apr. Einschließung von Naumburg durch kaiserliche Truppen (Bürger Annalen)

In der Neuenburg lagen 400 herzogliche Reiter, Zeitz und Droyßig eingenommen. Als der Schösser von Pforte Merten Schneidewind sein Habe in Sicherheit bringen wollte, wurde er von kaiserlichen Streifscharen ausgeplündert, der Klostervogt Johann Hopf mißhandelt. Vor dem Tor kam es zu einem Scharmützel mit kurfürstlichen Reitern, wobei deren Anführer getötet und etliche Knechte gefangen wurden. Der Kösener Pass wurde gesperrt. Damit war Entsatz durch kurfürstliche Truppen aus Gotha, Eisenberg und Arnshaugk, um die der Rat gebeten hatte, nicht mehr möglich.

  1. Apr. Schlacht bei Mühlberg a.d. Elbe (Allg. Gesch.)

Den Kaiserlichen unter Führung von Alba und Herzog Georg gelang in der Lochauer Heide der entscheidende Sieg über Johann Friedrich und den Schmalkaldischen Bund. Der Kurfürst geriet dabei in Gefangenschaft.

  1. Mai Naumburg ergibt sich den herzoglichen Befehlshabern (Bürger Annalen).

Herzog Moritz hatte am 30. April gefordert, dass der Rat sich dem „erwehlten Bischoff Herrn Julius“ ergeben sollte, wobei sie „bey der wahren Christlichen Religion, wie wir die itzo hetten, bleiben und geschützt werden sollten“. Die Erklärung sollte der Freyburger Befehlshaber verkünden, was aber trotz Vermittlung durch den Schösser von Pforte Lemmermann und dem Domdechant Günther von Bünau nicht erfolgte.

  1. Mai Wittenberger Kapitulation (Allg. Gesch.)

Kurfürst Johann Friedrich entband die Besatzung von Wittenberg vom Treueeid und diese ergab sich dem Kaiser. Dafür wurde das über ihn verhängte Todesurteil aufgehoben und in lebenslange Haft umgewandelt. Letztendes verzichtete er für sich und seine Nachkommen auf die Kurwürde samt dem Kurkreis.

Den Söhnen Johann Friedrichs, Johann Friedrich (II.) der Mittlere, Friedrich Wilhelm und Johann Friedrich d. J. beließ man die Ämter Weimar, Kapellendorf, Buttstädt, Buttelstädt, Roßla, Jena, Saalfeld, Weida, Orlamünde, Dornburg, Camburg, Kahla, Arnshaugk und Ziegenrück sowie Eisenach, Creuzburg, Gotha und Salzungen. Da die Söhne noch minderjährig waren, übernahm Moritz die Vormundschaft.

  1. Mai Herzog Augusts Truppen lagern vor Naumburg (Bürger, Annalen).

Die 10 Fähnlein Fußvolk und 1500 Reiter zogen am 18. Mai nach Thüringen und lagerte zwischen Sulza und Darnstedt.

  1. Juni Herzog Moritz wird mit dem Kurkreis belehnt (Allg. Gesch.).

Sachsen-Wittenberg, die Mark Meißen, Teile der Landgrafschaft Thüringen, die Pfalzgrafschaft Sachsen, der Burggrafschaft Magdeburg, das Osterland, das Oberlehen über das Vogtland und das Patronat der Bistümer kamen an die Albertiner. Moritz gehörte nun zu den mächtigsten deutschen Fürsten und obwohl er auf Seiten der Kaiserlichen kämpfte, bekannte er sich zur lutherischen Lehre, die er auch bei seinen Untertanen nicht in Frage stellte.

Mit der Kurwürde wurden die albertinischen Erbländer nun allgemein als Kursachsen bezeichnet.

  1. Juni Befehl Kurfürst Moritz an die Landesschule und das Floßamt (S. Braun).

Zur Versorgung der kaiserlichen Truppen sollte Brennholz und Langstroh in der Naumburger Aue angefahren und Mehl, Brot, Fleisch und Bier an das Naumburger Jacobstor gebracht werden.

  1. Juni Karl V. und der Herzog von Alba ziehen in Naumburg ein (S. Braun, Bürger Annalen).

Die deutschen Landsknechte wurden in der Stadt einquartiert, die Söldner blieben vor den Toren. Der Kaiser nahm Quartier beim Bürgermeister Veit Leubens am Markt. Johann Friedrich I. wurde im Georgenkloster und der Landgraf von Hessen im Armenhaus untergebracht und streng bewacht.  

Ein Bericht über dieses Ereignis stammt vom Floßschreiber zu Kösen, Daniel Schirmer. „Merckwürdigkeiten bei dem Einzuge Kayßer Caroli quinti und seiner Armada zu Naumburg“ (Quelle „Historische Merkwürdigkeiten und Erholungen“ Bd. 1 Neustadt a. d. Orla 1822).

Nach der Leipziger Teilung wurde die Zollgrenze an den Wehrdamm verlegt und ein Floßschreiber mit der Zollerhebung betraut. Dessen Wohnung lag am Fahrweg nach Naumburg gegenüber der kleinen Saale. Damit ist die heutige Konditorei Schoppe mit über 500 Jahren das zweitälteste Anwesen.

   05. Aug. Kanzleianordnung zur Verwaltungsreform des albertinischen Kursachsens (Allg. Geschichte).

Unter Kurfürst Moritz entstand eine dreigeteilte Verwaltungsorganisation, zentral, regional, lokal. Die Ämter wurden zu Kreisen zusammen gefasst. Der Thüringer Kreis mit der Kreisstadt Langensalza hatte zwei Distrikte. Zum oberen Distrikt gehörten die Ämter Langensalza, Sachsenburg, Weißensee, und Sangerhausen, zum  unteren die Ämter Weißenfels, Freyburg und Eckartsberga. Der Hochstift mit dem Georgenamt und das Schulamt mit den Vorwerken Kösen, Fränkenau, Kukulau und Gernstedt, sowie den Dörfern Ober- und Niedermöllern, Pomnitz, Hassenhausen, Taugwitz, Poppel, Benndorf, Zäckwar, Spielberg, Rehehausen, Lißdorf und Roßbach sowie der Emsenmühle behielten eine Sonderstellung und wurden vom Bruder des Kurfürsten, Herzog August administriert.

1548

     Dez. Leipziger Interim (Allg. Gesch.).

Kurfürst Moritz hatte das Interim des Kaisers nicht unterschrieben und hielt an einer eigenen Glaubensformel fest. Dennoch bestätigte er dem Bischof Besitz, Rechte und Gerechtigkeiten.

                  Julius von Pflug bestätigt Heinrich von Bünau die Stiftslehen (Lepsius).

Durch das Leipziger Interim konnte v. Pflug die Söhne Heinrich d. Ä. Heinrich d. J., Günther und Rudolf mit Kreipitzsch und der Rudelsburg belehnen.

1550

            Kurfürst Moritz beurkundet den Stiftungsbesitz der Landesschule (WEI DS 2209).

Das „Privilegium – Stifftunge, Ordnunge und Bestätigunge der neuen Schule im Closter zu Pforta bey der Saale über der Stadt Naumburg in Thüringen gelegen“ zählt alle der Schule zugestifteten Güter und Vorwerke, die Einkünfte der Amtsdörfer, Zinsen und Naturalabgaben, Rechte und Gerechtigkeiten auf, darunter die „Schäfferey zu Kösen, die kann man im Gemenge über Winter ungefehrlich bey 600 Schafe zu halten. Zu der Schäfferey gehören Hauß, Hoff, Ställe, Trifft, Hut, Pferche und Weiden, und andere Gerechtigkeiten“. Dazu wurden die zur Versorgung der Schüler und Lehrer bestimmten Gelder für Lebensmittel, Bekleidung und Schulmaterial festgesetzt. Darüber hinaus sollte die Schule bestimmte Güter zur Versorgung der Domkapitel von Naumburg und Erfurt liefern.

1551

     Amtserbbuch der Fürstenschule (WER D 34 I Nr. 3 u. 4)

„Und sind die ersten Güter des Klosters Pforta zu Cusane itzund Cösen genannt, anfänglich gewest das Gefilde und Ackerbau zu Cösen und Lochwitz mit der Lochmühle, die hat etwa an der Sahle, dem Hinder-Bergen gegenüber gen Mittag, da wo man noch heute die alten Pfähle, wenn das wasser klein ist, sehen kann, gelegen. Darnach sind gewest der Zehnde der Äcker und Wiesen zu Cösen mit dem zugehörenden Walde, welcher nach seinen Grenzen anfahet an dem Grunde des Torrenti über Kukelowe an der wenigen Aue bey der Sahle und geht nach der Lenge hinunter gegen Morgen bis zu dem Grunde under Aldenburg an dem Wall oder Schanzgraben unterm Berge (.) Aber nach der Breite gegen Mitternacht geht der Wald von Cösen mit dem Wasser der Sahle und Fischerey bis an die Grenze Hollandensium. Nach Mittag gehet der Wald von dem Bett der Sahle über das Gebirge, die Windlücke genannt und andre hohe Berge ...“

Auf den weiteren 1000 Seiten hatte der Amtsschöffer Ernst Brotuff, seit 1550 Nachfolger von Lämmermann,   den gesamten Besitz der Fürstenschule in einem Generalinventar erfasst.

Dazu gehörten 30 Dörfer und Wüstungen und 15 Ritterlehen, 58 Weinberge in 27 Lagen, die allesamt für die Hälfte der Ernte verpachtet waren, egal ob Wein, Hopfen, Obst oder Walnüsse.  Allein der erzeugte Most wurde auf 1 464 Naumburger Eimer   geschätzt, d.h. fast 200.000 Liter. Vier dieser Weinberge lagen an der „Windlucke“, fünf im „Morthal“, sechs an den „Forderbergen, an einander über der Brücke zu Kösen gelegen“ und vier an den Hinterbergen. Eine dem Erbbuch beigefügte Weinbergsordnung* regelte in 13 Paragrafen die Pflichten der Halbwinzer und der Schule bei der Pflege, der Unterhaltung und der Düngung der Berge.

Weiter hieß es: „Kößen ist ein Forwergk disseit der Sahla vor der steinern Brucken gelegen, wol erbauet, hat steinerne Gebeude.....Zu diesem Forwerge ist eine Schefferey gehorigk, darauf einschurigk Vihe gehalten wirdt, hat ein Wonhauss, Schaffstall und zwene Krautgertchen hinderm Stalle und underm Hause gelegen.“

Die Lochmühle befand sich „Item etliche Eldern (Erlen) und Widen mit wilden Obstbäumen am Graben, der aus der kleinen Sahle nach der Lochmühle fällt..“

„Frankenows, eine Wüstung, ufm Niclasberge überm Steinbruch gegen Mittag gelegen, ist eine große Flur, hat etliche Hofstate……und ein großes Holz, das äptische Holz bei der Landstraße und gehet bis an den Graben des Wasserlaufs, welcher vom wüsten Dobene nach der Salen gehet…; ist etwan der Äbtissin zu Quedlinburg unde den Schenken von Vargula, der Zeit Herren zu Saaleck, gewesen.   Unterm Berge ist eine Kirche zu St. Nicolaus gelegen… ist die Pfarre auf beide Frankenow gewesen.“

Über den Verlauf der Handelsstraße von Eckartsberga bemerkt er: „Die eine gehet über den Kreisgraben nach der Kösener Brücke, und gehet über die Brücke zu Kösen durch den Mühlweg uf Flemmingen gegen der Naumburgk. Die ander gehet über Frenkenau bey Schenkenholze abe durch den Aldenburgische Fort durch die Sal auf Naumburgk. Daraus volget daß der Wegk an und neben der Pforten nicht zur Landtstraßen gehörigk und mag sie weren (verbieten) oder faren lassen...“. Dem Amt Eisenberg waren hier die Gerleite verwehrt und die Verbindung von Pforte nach Kösen bzw. Almrich war demzufolge noch der ausschließlichen Nutzung der Schule vorbehalten.

1552

  1. Aug. Freilassung von Herzog Johann-Friedrich (Döring)

Noch im Jahr zuvor hatte Kurfürst Moritz die von Kaisers Karl V. über Magdeburg verhängte Reichsacht durchgesetzt. Doch dann überwarf er sich mit dem Kaiser, schlug im Mai 1552 die Kaiserlichen und zwang Karl zur Flucht. Herzog Johann Friedrich I. wurde aus dem Gewahrsam entlassen. Ein Restitutionsbrief bestätigte ihm den nach der Schlacht von Mühlberg verbliebenen ernestinischen Besitz. Wittenberg war verloren und der Herzog wählte Weimar als Residenz. Sein Einzug am 26. September bei dem ihm Maler Lukas Cranach begleitete, gestaltete sich zum Triumph.

1553      

  1. Juli Kurfürst Moritz von Sachsen verstirbt (Allg. Gesch.)

In der Schlacht von Sievershausen bei Braunschweig gegen das Aufgebot des Margrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach wurde Moritz tödlich verwundet. Die Kurwürde ging an seinen Bruder August (geb. 1526).

  1. Aug. Huldigung der Landstände (Allg. Gesch).

August I. vollendete die Reformen erließ zahlreiche Landesordnungen (Berg-, Münz-, Forst-, Kirchen-, Schul- und Justizordnung ) und machte aus Kursachsen einen „lutherische Modell- und Musterstaat“.

Sein besonderes Interesse galt den Manufakturen und Bergwerken. Außerdem widmete er sich der Verbesserung der Salzversorgung. Der Kochsalzbedarf Kursachsens lag bei schätzungsweise 7 kg/Einwohner/Jahr, rund 4.000 t. August I. den seine Zeitgenossen als „Freund der Mathematic und Physik“ bezeichneten, bemühte sich intensiv der Verbesserung der Salzversorgung.

Zunächst setzte er auf den Import von Meersalz (Baysalz) aus Hispanien. Das kam als Ballast per Schiff in die Hansestädte und wurde dann elbaufwärts gebracht.. Es war stark verunreinigt, und mußte umgesotten werden, um es verkaufsfähig zu machen. All dies verursachte hohe Kosten und verteuerte das Salz. Daher bemühte sich August um die Erschließung von Salzquellen im eigenen Land. Auleben bei Kelbra im Thüringer Kreis machte den Anfang. 1563 ließ August einen Solebrunnen abteufen und eine Saline errichten. Der Schacht war 20 Klafter tief, die Pumpen wurden durch eine Roßkunst mit 18 Pferden (6 pro Schicht) angetrieben. Die beiden Siedehäuser brachten 45 Stück Salz pro Woche. Doch bald waren die Grenzen erreicht. Die Pumpen konnten das eindringende Wildwasser nicht wältigen und schon bald fehlte es an brauchbarem Brennholz. Auleben wurde aufgegeben. (s. dazu Otto Fürsen: Die Geschichte des kursächsischen Salzwesens vor 1586, Teil 1, 1897 in UB Jena Hist. un. VIII, 133/48, Diss. cam 78 (5) und J. Thölde: Haliographia 1612). Im Stift Merseburg beteiligte sich der Kurfürst an der gewerkschaftlichen Saline Teuditz (heute Tollwitz ein OT von Bad Dürrenberg), die einzige über den Eigenbedarf produzierende Anlage in Kursachsen.

1554

  1. Feb. Coburger Erbe (Allg. Gesch.)

Herzog Johann Friedrich I. erbte nach dem Tod seines Bruders Johann Ernst dessen hennebergisches Erbe, die Pflege Coburg mit dem südthüringischen Sonneberg und Hildburghausen, das seit 1541 bestehende Herzogtum Sachsen Coburg.

  1. Feb. „Freundbrüderliche Vereinigung“ zu Naumburg (Allg. Gesch).

Kurfürst August versöhnte sich mit Herzog Johann Friedrich I. und dessen Söhnen. Er erkannte den Herzogstitel an und überließ ihnen als Zeichen seiner freundschaftlichen Gesinnung die Ämter Altenburg, Sachsenburg, Herbisleben, Triptis und Pößneck. Dazu noch das Amt  Eisenberg jedoch ohne die Dörfer  Flemmingen und Altenburg, die zum kursächsischen Amt Freyburg kamen.

Als Herzog Johann Friedrich am 3. März starb, fiel das Erbe an seine Söhne Johann-Friedrich II.  Johann-Wilhelm und Johann-Friedrich d. J. Ersterer übernahm die Vormundschaft für die beiden minderjährigen Brüder.

1555

  1. Nov. Dr. Georgius Agricola stirbt in Chemnitz (H. Prescher)

Agricola, eigentliche Georg Bauer wurde am 24. März 1494 in Glauchau geboren. Sein Hauptwerk „De re metallica libri XI“ (Vom Bergwerk 12 Bücher) erschien 1556 in Basel und gilt als das umfassendste Werk über die mittelalterlichen Bergbaukunst. Das Buch 12 beschreibt die verschiedenen Arten der Kochsalzgewinnung und der dazu erforderlichen Verfahren und Maschinen, die noch 200 Jahre später bei der Erschließung der hiesigen Solschächte angewendet wurden.

Da seit dem Augsburger Religionsfrieden die Ausübung der Religion vom Glauben des Landesherrn bestimmt wurde, durfte der Katholik Agricola nicht im kursächsischen Chemnitz begraben werden. Deshalb wurde er in das katholische Bistum Naumburg-Zeitz überführt und im Zeitzer Dom beigesetzt.

1556

  1. Sep. Erste deutschsprachige Chronik des Klosters Pforte (Pahncke).

Brotuff, der vormalige Amtsschöffer, beschrieb in seiner „Kaiser Historie“ die „erbawunge des Closters Pforta in Türingen“. „Die Mönche haben das Kloster zu Schmölln mit allem Zubehör dem Bischof und Stifte zu Zeitz und Naumburg gegeben, dagegen der Bischof jenen den Ackerbau zu Cösen mit Lochwitz, das Dorf mit der Lochmühle bey der Cösener Brücke unter und neben der Anger-Wiese nach den Hinder-Weinbergen zu (.) Und sind das die Güter, welche Bischof Udo den Mönchen zu Pforta für das Kloster bey Schmölln zuerst gegeben hat, nehmlich fünfzig Hufen Artland zum Vorwerk Cusne gehörig, das Dorf Lochwitz mit der Mühle daselbst, die Lochmühle genannt,den Wald auf dem Gebirge, welcher sich anfänglich bey dem Hofe Gogelaw unter der alten Rutilingesburg, a torrente vom Wassergraben daselbst und geht bey Gogelaw über das Moorthal und weiter gegen Morgen über die Flämische Landstraße hinunter in den Grund unter dem alten Schloß Aldenburg, bis auf den alten Wall und weiter nach Mitternacht bis an die Saal und das Fischwasser wieder hinauf bis gegen Cusana an das Mühlenwehr bey der Brücke.“ (n. Wolff) „Als nun solche Permutation (Tauschgeschäft) geschehen und der Aptt Adalbertus mit den Mönnichen in die Porta zu Cusenn kommen, haben sie mit Hülf Bischoffen Udonis an die Sahla daselbst im volgenden Jahre also anno domini 1134 (?) das neue Closter die Portta zu Cusana itzund Coesenn genannt gebauett, an welchen Orte alda die Landstraße durch zwei Hochgebirge über die Sahla in Dohringen gleich als durch die Pfortta gehet und von Alters her die Pfortta zu Coesenn genannt worden.“ Diese Deutung wurde aber in neuerer Zeit verworfen.

  1. Okt. Kurfürst August wird die Administration des Bistums bestätigt (DStA NMB Urk.).

Damit unterlag das Bistum mit einer mehrheitlich lutherischen Bevölkerung und einem katholischen Bischof an der Spitze verwaltungsrechtlich dem lutherischen Kursachsen.

1559

               Inbetriebnahme der Saline Altensalz (in DD Loc. 1337).

Altensalz im Vogtland bei Plauen war eine gewerkschaftliche Saline und wurde bis 1697 betrieben.

1561

  1. Jan. Fürstentag zu Naumburg (s. Dr. phil. Robert Calinich, bei Perthes, Gotha 1870).

Das Treffen hatte König Ferdinand einberufen, um die lutherischen Reichsstände allen voran Kursachsen (August) und das Herzogtum Sachsen (Johann Friedrich II.) zur Anerkennung des Tridenter Konzils zu bewegen.

               Fischereiordnung (Hoppe, Heimatbuch 1930).

Die von Herzog Moritz 1556 erlassene Fischereiordnung galt nun auch den Amtsbereich der Landesschule zwischen dem Wehrdamm und Roßbach. Damit sollte die Überfischung, die Zerstörung der Laichplätze und die Beeinträchtigungen durch Mühlen und Wehre eingeschränkt werden.

1563

  1. Apr. Kurfürstlicher Vererbungsbrief (Lepsius Kl. Schriften).

Das der Landesschule gestiftete Vorwerk Gernstedt mit 20 Hufen Acker, Wiese und Weide sowie eine Kapelle, das bisher Konversen bewirtschafteten, wurde in 22 Hofstellen geteilt und Bauern aus Hassenhausen, Rehehausen, Poppel und Taugwitz in Erbpacht gegeben. Davon ausgenommen waren 64 Äcker Weinberge, ein Kelterhaus und die Schäferei mit den Triften und Weideplätzen. Der Hof Gernstedt war nun ebenfalls ein Amtsdorf.

1564

  1. Sep. Tod des Bischofs Julius von Pflug (Allg. Geschichte).

Damit endete das katholische Hochstift. Das Stiftsgebiet fiel wie schon Merseburg (1561) an August I. „Postulierter Administrator“ wurde sein Sohn Alexander, dem am 27. August gehuldigt wurde.

1565

               Einrichtung des Georgenamts (S. Braun).

Nach dem frühen Tod Alexanders übernahm Kurfürst August persönlich die Administration, seine Huldigung erfolgte am 24. November. Er trennte die Stiftsverwaltung und setzte in Zeitz dem wesentlich größeren Bereich eine eigenständige Verwaltung ein. Wolf von Weidenbach der bisher Amtmann von Saaleck war übernahm das Georgenamt mit den Gerichten von  Saaleck-Stendorf, Lengefeld, Punschrau und Hohndorf, Großwilsdorf und Großjena,   Schönburg, Possenhain und Plotha. Das Lehnsgut Kreipitzsch mit den Gerichten der Rudelsburg blieb eigenständig.

  1. Feb. Erste Landesteilung der Ernestiner (Allg. Gesch.).

Trotz der Warnung des Vaters teilten Johann-Friedrich II. und Johann-Wilhelm das väterliche Erbe. Johann-Friedrich des Jüngere verzichtete auf eine Mitregentschaft und verstarb. Bei der Teilung, die zunächst auf 6 Jahre befristet war, erhielt Johann-Wilhelm Weimar und Johann-Friedrich (II.) Eisenach, Coburg und Gotha. Seine Residenz war der Grimmenstein.

1566

  1. Feb. Grumbacher Handel (Allg. Gesch.).

Wilhelm von Grumbach, einem fränkischen Adligen, der wegen Landfriedensbruchs der Reichsacht verfallen war, gewährte Herzog Johann-Friedrich II. auf dem Grimmenstein Schutz. Als er von Kurfürst August aufgefordert wurde, Grumbach dem Reichsgericht zu übergeben, lehnte der Herzog ab. Daraufhin wurde auch über ihn die Reichsacht verhängt. Das und sein Bestreben sich als „geborener Kurfürst von Sachsen“ nicht mit dem Verlust der Kurwürde abzufinden, nahm Kurfürst August zum Anlass, gegen den Herzog die Acht zu vollziehen.

1567

  1. Apr. Übergabe von Gotha (Döring).

Nach dreimonatiger Belagerung ergab sich Herzog Johann-Friedrich. Grumbach und Genossen wurden hingerichtet, der Grimmenstein geschleift. Johann-Friedrich kam nach Wien, wo er bis an sein Lebensende in kaiserlichen Gewahrsam blieb. Sein Bruder Johann-Wilhelm, der sich der Reichsexekution angeschlossen hatte, behielt als Vormund der Söhne Johann-Friedrichs das ernestinische Erbe, mußte aber den Neustädter Kreis mit den Ämtern Arnshaugk, Weida und Ziegenrück an Kursachsen als Enschädigung für die Aufwendungen bei der Durchsetzung der Reichsacht abtreten. Dazu das Amt Sachsenburg, das somit wieder an den Thüringer Kreis kam. Damit endeten die Bestrebungen der Ernestiner wieder in den Besitz der Kurwürde zukommen, zugleich war das ernestinische Erbe letztmals ungeteilt.

1569

            Befehl des Kurfürsten August an den Rector portensis (S. Braun).

Erstmals wurden auch 20 Alumnen aus dem Hochstift Naumburg-Zeitz aufgenommen.

1570

            Bau eines Kunstgerinnes für die Saline Teuditz (in DD Loc. 1337).

Für die im Stift Merseburg gelegene Saline Teuditz (heute Tollwitz) verbesserte sich damit zwar das Aufschlagwasser für den Pumpenantrieb und damit die Fördermenge. Doch es fehlte an Brennholz für den Siedeprozeß, denn nach J. Thöldes Haliographia „helt der Centner Sole am Saltz 5 loht“, war also sehr gering.

             Teilung der Schwarzburger Herrschaft (Allg. Gesch.).

In Speyer wurde die Teilung in Schwarzburg-Rudolstadt mit Arnstadt und Schwarzburg-Sondershausen mit Frankenhausen zwischen den Söhnen des Grafen Günther XI. vorbereitet.

1572

  1. Nov. Erfurter Teilung der Ernestiner (Allg. Gesch.)        

Die auf dem Reichstag zu Speyer im Jahr 1570 beschlossene Teilung wurde nun umgesetzt. Johann-Wilhelm v. Weimar mußte den Erbteil seines Bruders Johann-Friedrich II. (Eisenach, Gotha, Coburg), seinen Neffen Johann-Casimir und Johann-Ernst überlassen, für die Kurfürst August die Regentschaft ausübte. Herzog Johann-Wilhelm behielt die an der Saale gelegenen Ämter Saalfeld, Leuchtenburg, Jena, Dornburg und Camburg sowie Weimar, Roßla, Altenburg, Bürgel, Roda, Kapellendorf und Eisenberg.

       Erster Bericht über die Scheitholzflöße auf der Saale (A. Beier, Geographus Jenensis 1672)

Hier ging es um einen Holzliefervertrag zwischen dem Rat zu Jena und Christoph vom Thüna zu Lauenstein. Die Heinrich Ritter von Thüna, Kurfürstl. Rat und Hauptmann war 1506 von Friedrich d. Weisen mit der Burg und einiger umliegender Dörfer belehnt worden. Der Holzreichtum der umliegenden Wälder und die Loquitz, ein Nebenfluss der  bei Eichicht in die Saale mündete, ermöglichte es den Thünas, Brennholz zunächst bis nach Jena abzuflößen. Die Einnahmen gewährten ihnen den großzügigen Ausbau der Burg, die bis 1622 im Familienbesitz blieb. Der neue Besitzer der Markgraf von Kulmbach-Bayreuth gehörte dann auch zu den Holzlieferanten der "Commun-Flöße". Demnach war die Scheitholzflöße bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein wichtiger überregionaler Handelsaustausch worauf auch die Aufzeichnungen des Floßschreibers Schirmer und des Stadtschreibers von Naumburg Sixtus Braun verweisen.

Die Scheitholzflöße sollte zunächst den Mangel an Brennholz am Mittellauf der Saale abhelfen. Die Versorgung der wachsenden Bevölkerung in den Städten mit Lebensmitteln hing davon ab. Brenner, Brauer, Bäcker und Fleischhauer brauchten mehr und besseres Brennmaterial. Das galt auch für die Herstellung von Baumaterial (Branntkalk, Ziegel), von Bekleidung (Färberei) und von Schmiederzeugnissen. Deutliches Anzeichen für den Brennstoffmangel war die von den Räte angeordnete Schließung der öffentlichen Badestuben, die als sinnvolle Einrichtung im Kampf gegen die Pest überall entstanden und zum geselligen Treffpunkt der Bürgerschaft geworden waren.

1573

  1. Mär. Herzog Johann-Wilhelm I. von Sachsen-Weimar verstirbt (Allg. Gesch.)

Für seinen Sohn und Nachfolger Friedrich- Wilhelm I. (geb. 1562) übernahm Kurfürst August I. die Vormundschaft. Kurfürstliche Statthalter waren Anton von Lützelburg und Hans Wolf von Schönberg, die in Weimar residierten.

1574

     Mai Vertrag zur Scheitholzflöße (WEI B 12161).

Der Rat von Jena vereinbarte mit Wolff-Friedrich von Thüna zu Etzelbach die Anflöße von Brennholz aus seinen Gehölzen und den Gehölzen des Christoph von Thüna zu Lauenstein. Der Preis für den Klafter (3 x 3 x 2 Ellen, d. s. 1,7 x 1,7 x 1,13 m = 3,2 Raummeter) betrug 26 Groschen. Der Rat verpflichtete sich, jährlich einen Vorschuß von 600 Gulden zu zahlen, der mit der gelieferten Jahresmenge verrechnet wurde. Der Vorschuß entsprach der Lieferung von 277 Klaftern, die Jahresmenge dürfte damit ca. 300 bis 400 Klafter betragen haben. In Jena gab es bereits ein Rechen, der bei der Ankunft der Scheite gezogen wurde. Diese Kosten sowie das Auswerfen und Stapeln der Scheite übernahm der Rat. Der Vertrag war unbefristet und galt auch für die Erben der v. Thüna . Der Familiensitz diese Zweiges war die Weißenburg bei Uhlstädt-Kirchhasel. Das Gro des Holzes kam  

  1. Juni Antrag des Jenaer Rates (WEI B 12161)

Zur Erleichterung der Flöße beantragte der Rat beim kursächsischen Statthalter in Weimar einen Freibrief mit dem Hinweis, dass diese Flöße und das Holz auch der „Hochlöblichen Fürstlichen Hohen Schulen Nothdurfft“ zu Gute kämen. Die Bewilligung erhielt der Rat bereits im Juli.

           Einrichtung von Scheitholzstapeln an der Weißen Elster (Leonardi, Erdgeschichte…)

Auch hier wurden Plätze eingerichtet, wo die aus den vogtländischen Kammerforsten angeflößen Scheite ausgezogen und aufgesetzt wurden. Die Flöße und der Verkauf wurden noch privat betrieben, dem Fiskus blieben die Einnahmen aus den geleiten und Zöllen. Zwar kam dabei ein ansehnlicher Betrag zusammen. Doch wenn widrige Wasser- und Wetterverhältnisse die Flöße behinderten oder ganz ausfallen ließen, waren die privaten Unternehmer einfach überfordert. Dazu kamen der Holzdiebstahl und Behinderungen und Schadensersatzforderungen der Anlieger an den Floßgewässern.

Das alles war nicht im Interesse des merkantilistisch eingestellten Kurfürsten und seiner Kammerräte, die andere Lösungen suchten, um die Brennholzflöße effizienter zu gestalten. 1579 konnte Kursachsen ein kaiserliches Mandat erwirken, dass es den Greizer und Geraer Reußen untersagte, die kurfürstliche Flöße auf der Weißen Elster durch ihr Gebiet zu behindern.

1577

  1. Feb. Befehl zum Aufbau der Saline Poserna (DD Loc. 1337, Andonov: Der Elsterfloßgraben).

Der Salzbedarf der schätzungsweise 556.000 Einwohner Kursachsens von rund 4.000 Tonnen (Andonov) konnte von den Salinen Teuditz, Frankenhausen, Artern und Altensalza nicht gedeckt werden. Nach der Einstellung von Auleben bei Kelbra erwarb Kursachsen 1573 Anteile an der gewerkschaftlichen Saline Poserna im Stift Merseburg. Diese war 1517 eingerichtet und 1521 wegen der wilden Wasser wieder eingestellt worden. Unter der Leitung des Bergverwalters und Oberbergmeisters Martin Planer und des Kunstmeisters Fritzsche wurden 150 bis 200 Arbeiter aus den fronpflichtigen Dörfern aufgeboten, um einen neuen Schacht abzuteufen und die Saline aufzubauen, für die man die noch verwendungsfähigen Teile aus Auleben antransportierte. Planer ließ einen Kunstturm über dem Schacht und zum Antrieb der Pumpen ein unterschlächtiges Wasserrad errichten, dass von einem Kunstgerinne, dass vom Rippach-Bach abzweigte, angetrieben wurde.

1578

  1. Apr. Anordnung zum Bau des „Großen Elsterfloßgrabens“ (Andonov).

Kurfürst August wollte in Poserna die „centrale Siedestätte“ Kursachsens mit 96 Pfannen und 960 m² Siedefläche einrichten. Dabei spielte der geringe Salzgehalt keine Rolle, denn Holz gab es in den vogtländischen Wäldern zur Genüge, man mußte es nur heranholen.

Doch nicht nur die Saline Poserna benötigte Holz, auch Zeitz und Lützen sowie der Stift Merseburg brauchten immer mehr Holz, waren doch alle brauchbaren Wälder schon abgeholzt. In Anbetracht dessen und nachdem 1577 das Vogtland endgültig an Kursachsen gekommen war (vogtländischer Kreis) entschloß sich August zum Bau dieses letztlich rund 93 km langen und damit Europas größten Kunstgrabensystems. Eigentlich hätte man auch auf der Weißen Elster selbst flößen können, aber zahlreiche Windungen sowie Mühlen und Wehrdämme behinderten die Flöße. Der Elsterfloßgraben zweigte südlich von Zeitz bei Trebnitz (später bei Crossen) von der Weißen Elster ab, verlief fast parallel dazu, ging dann westlich an Zeitz vorbei. Zwischen Werben und Meuschen ging der Floßgraben nach Südwesten zum Grünebach und weiter zum Rippach. Diesen 56 km langen Abschnitt baute Martin Planer in nur 2 Jahren. Die Flöße wurde dem Oberaufseher der Flöße Chr. Kohlreiber verpachtet. Dieser brachte 1579 25.000 Klafter auf der Elster bis zum Podebulser Rechen, die 1580 nach Poserna weitergeflößt wurden.

             Ermittlung des Salzbedarfs in Kursachsen (Bürger-Annalen)

Auf Anweisung des Kurfürsten wurde in allen Dörfern und Städten der Salzbedarf der Haushalte erhoben.

1580

  1. Jan. Kurfürst August erwirbt die Saline Artern (in DD Loc. 1337, Schröcker).

Das Amt Artern zur Grafschaft Mansfeld gehörend, kam 1579 an Kursachsen und der Kurfürst kaufte für 40.000 Gulden die 1477 erstmals erwähnte Saline den derzeitigen Besitzern Dr. Candler und Cramer v. Clausenburg ab. Den Wiederaufbau der Saline, diesmal innerhalb der Stadtmauern, leitete der Landbaumeister Irmscher. J. Thölde (Haliographia) berichtete: „Zu Artthern in der Herrschaft Manßfeld / ist ein Saltzbrunn / ungefehr ein Büchsenschoß von der Stadt / nahe bey dem Kalckthal gelegen / welch Churfürst Augustus zu Sachsen Hochlöblicher Gedechtnüs / in die Rinckmaure bringen /und auffs new mit zwey und zwantzig ansehnlichen Sölden erbawen lassen / der Brunnen mit Dannen Bolen ins Gevierdte gefasset / darüber ein Kunsthaus erbawet / Das wilde Waßer hat getrieben ein Rad / damit die Sole mit Pumpen ins Gerinne gehoben / und fort in Rinnen von der Solden in die andern geleitet worden.“

    27.  Juli Rudolf und Günther von Bühnau verkaufen Kreipitzsch und die Rudelsburg.

In seiner „Descript. Salae fluvii eidemque adjacentium urbium, arcium etc…“ erschienen 1585 in Leipzig schrieb Groitzsch „Rudelsburgum arx pulcherrima Nobilium de Bunau“ – „ein ansehnlicher Sitz der Edlen von Bünau“.

  1. Nov. Salzmangel in Stift und Stadt Naumburg (Bürger-Annalen).

Daraufhin bfahl der Kurfürst das Salz aus Artern zu holen.

1581              

                  Bestätigung des Kreipitzscher Lehens mit der Rudelsburg und (Frei)-Roda (Lepsius).

Neuer Lehnsherr war Hans Georg v. Osterhausen sen. auf Gleina und Gatterstädt, kurfürstlich-sächsischer Rittmeister und Amthauptmann von Freyburg, Eckartsberga und Weißenfels. Kurfürst August bestätigte ihm die Lehen und die Patrimonialgerichtsbarkeit. Gleichzeitig wurde v. Osterhausen zum Oberaufseher über die Saaleflöße ernannt. In Kreipitzsch richtete er den Herrensitz ein, womit die Rudelsburg nun endgültig als Wohnsitz aufgegeben wurde und verfiel. Dennoch blieb sie juristisch ein selbständiges, schriftsässiges, mit Erb- und Obergerichten ausgestattetes Mannlehen, deren jeweiliger Besitzer zur Ritterschaft des Thüringer Kreises gehörte und mit Sitz und Stimme im kursächsischen Landtag vertreten war. Zum Gerichtsbezirk gehörten Freiroda, Crölpa, Löbschütz, Kaatschen und Lengefeld.  

  1. Mai Herzog Friedrich-Wilhelm I. besichtigt das Sulzaer Salzwerk (Chron. M. Wille).

Um 1550 hatte der Rat mit Geld der Fugger das Salzwerk wieder erhoben. 1568 gab es hier das erste „Lepperwerk“ (Thölde, Haligraphia 1603). Hier wurde mit Hilfe der Sonne das „süße Wasser“ verdunstet und so der Gehalt der „geringe Sole“ angereichert, was etlichen Brennstoff beim eigentlichen Siedeprozess einsparte. Ein Lepperwerk bestand aus einem Holzkasten, in dem ein 2 Meter hohes überdachtes Holzgerüst stand, in das Reisig- oder Strohbündel waagerecht eingelegt wurden. Mit Schaufeln oder Eimern wurde die Sole auf das Reisig gebracht, dabei tropfte die Sole ab, wobei ein Teil des Wasser verdunstete. Nach rund acht Tagen und 10 Werkgängen galt die Sole als ausreichend angereichert. Trotz der Gradierung und des herzoglichen Interesses wurde das Salzwerk wegen Unrentierlichkeit im Jahr 1590 eingestellt.

  1. Aug. Kurfürstliches Mandat zur Saaleflöße (WEI B 12153).

Kurfürst August I. von Sachsen genehmigte auf Schloß Colditz dem Grafen Reinhardt von Barby die zollfreie Flöße von 15.000 Klaftern Scheitholz auf der Saale nach Naumburg.

Die Genehmigung hätte eigentlich der Herzog Friedrich-Wilhelm, der nun volljährig war, erteilen müssen. Doch Kurfürst August behielt die Administration über das Herzogtum Weimar (wie auch Eisenach und Coburg) bis zu seinem Tod 1586. Im Dezember bestätigte dann auch der Amtmann von Kahla die ungehinderte Durchflöße. Weitere Freibriefe wurden dem Burggrafen 1582 und 1584 erteilt. Burkhard von Barby war 1570 kurfürstlicher Statthalter der thüringischen Ordenskomtureien Liebstädt an der Ilm und Zwätzen bei Jena und somit mit der Brennholzflöße wohl vertraut.

Das Holz lieferte Christoph von Thüna auf Lauenstein aus seinen Wäldern an der Loquitz. Allerdings gab es Problem, denn gleichzeitig wurde auch von dort das für den Jenaer Rat bestimmte Holz geflößt und man konnte man nicht mehr auseinanderhalten, welches Holz zu welcher Flöße und für welchen Stapel bestimmt war. Daher wandte sich der Rat von Jena an den kursächsischen Statthalter in Weimar und verlangte, dass die Flöße für die Stapel in den herzogl. weimarischen Ämtern Jena, Dornburg und Camburg vorgehen soll und erst nachdem die Scheite angekommen und ausgeschleppt waren, könnten weitere Flößen erfolgen. Dadurch vermied man zwar die Vermischung der Hölzer, andererseits wurden die Wasserverhältnisse bei fortschreitender Jahreszeit immer ungünstiger, vor allem, wenn ein langer Winter oder Hochwasser die Vorflöße verzögerte.

1582

             Einrichtung des Stapels Merseburg (Leonardi, Erdgeschichte….)

Der Elsterfloßgraben mündete südlich von Lützen in den Ellerbach, der nach Teuditz (Tollwitz) führte und über den die dortige Saline aus der Elsterflöße mit Scheitholz versorgt werden konnte. Der Ellerbach wiederum mündete oberhalb von Merseburg in die Saale. Dadurch konnte hier ein Stapel angelegt werden, der zunächst aus der Elsterflöße belegt wurde.

  1. Dez. Floßholzkontrakt (DD, 10001 , Ältere Urkunden Nr. 12124, Loc. 37113 ff.)

Bereits 1529 hatte Erzbischof Albrecht von Magdeburg bei Herzog Georg von Sachsen vorgesprochen, ob auf der Elster, die ja südlich von Ammendorf in die Saale mündete, Brennholz für die Talsaline zu Halle angeflößt werden könnte. Das wurde abgelehnt, weil nach den Berechnungen des Küchenmeisters Francke die Pfännerschaft ca. 700 Klafter für ein „ganzes Sieden“ (6 Tage) verbrauchte, was bei 43 Siedewochen rund 30.000 Klafter bedeutete.

Als die Verbindung des Elsterfloßgrabens mit der Saale durch den Ellerbach erfolgte wurde in Merseburg ein Stapel eingerichtet. Nun baten der Rat zu Halle, die Innungsmeister und die Gewerkschaft im Salztal um Scheitholz, um den drohenden Niedergang der Salzfabrikation wegen akuten Holzmangels abzuwenden. Unterstützt wurden sie dabei vom Administrator des Erzstiftes Magdeburg, dem brandenburgischen Markgrafen Joachim-Friedrich, der sich in dieser Angelegenheit und nicht ganz uneigennützig an seinen fürstlichen Vetter wandte.

Trotz erheblicher Bedenken, dass wegen der großen Menge die Versorgung des eigenen Landes leiden könnte, befahl Kurfürst August dem Jägermeister Gröbel und dem Küchenmeister Francke zu prüfen, ob die Saale zwischen Merseburg und Halle überhaupt zur ungebundenen Flöße geeignet sei, denn ein Landtransport kam wegen der hohen Kosten nicht in Frage. Gemeinsam mit dem Rat, den Innungsmeistern und Pfännern wurde der Flussabschnitt zwischen Merseburg und Halle in Augenschein genommen. Das Ergebnis war positiv und da alle Beteiligten ausreichende Vollmachten besaßen, kam es im Anschluss an die Begehung in Merseburg zum Vertragsabschluss.

Jährlich sollten 8.000 Klafter (nach den angegebenen Maßen hatte der Klafter rd. 5,8 Raummeter) in den folgenden 6 Jahren (1583 bis 1589) angeflößt werden. Das Holz sollte von den kursächsischen Floßbeamten bis nach Halle gebracht, auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Platz ausgeworfen und getrennt nach harten und weichen Holz aufgesetzt werden. Nach  der Vermessung, für die dem Rat ein genormter Maßstab übergeben wurde, erfolgte die Übergabe an die Beauftragten von Stadt und Pfännern. Diese kontrollierten und quittierten die angelieferte Menge. Die Abrechnung erfolgte zweimal jährlich zur Leipziger Messe. Kursachsen verlangte zunächst 2/3 der Summe in Gold, was kategorisch abgelehnt wurde, worauf August schließlich einwilligte, dass auch mit Silber gezahlt werden könne. Kursachsen richtete dann in Leipzig die Floßkasse ein, über die der Zahlungsverkehr der Saale- und Elsterflöße abgewickelt wurde.

Nach Klotzsch „ Sammlung zur Sächsischen Geschichte“ bewährte sich dieser Handel in den folgenden 100 Jahren, doch er führte auch zur Stagnation des kursächsischen Salzwesens, denn er „trug vieles zur Verminderung des Eifers“ bei, den Kurfürst August bisher auf den Ausbau inländischer Salzwerke verwendet hatte.

1583

   Apr. Erste Brennholzflöße nach Halle (T. Hohl, Beiträge zur Flößerei auf der Saale, Jena 1921).

Das fiskalisches Unternehmen kommentierten Zeitgenossen mit den Worten „brinstu holtz, kristu soltz!“.

Damit der Scheitholzeinschlag nicht zu Lasten der bäuerlichen Arbeiten ging, wurde den vogtländischen Waldbesitzern befohlen, ihre Untertanen nicht zur Saat- und Erntezeit in die Floßgehaue zu schicken.

1585

  1. Jan. Befehl zur Einstellung der Saline Poserna (Andonov)

Die Saline blieb trotz der immensen Summe von 160.000 Gulden glücklos und wurde aufgegeben. Die verwendbaren Teile kamen nach Artern. Der Abzweig  vom Elsterfloßgraben zum Rippach-Bach wurde wieder verfüllt, um dem Floßgraben nicht unnötigerweise Wasser zu entziehen.

  1. Jan. Verkauf der Arterner Saline (RUD 5-12-1060/843).

Im Interesse ihrer Frankenhausener Saline boten die Schwarzburger Grafen Hans-Günter, Wilhelm und Albrecht Kurfürst August den Kauf an. Verhandlungsführer auf kursächsischer Seite waren der Stallmeister Balthasar Wormb, Hans von Berlepsch zu Großbodungen und Gabriel Schulze, Kanzler zu Merseburg. Vereinbart wurden 40.000 Gulden für die mitten in der Stadt liegenden Saline samt Zubehör, zahlbar in Raten von jährlich 4.000 Gulden jeweils zum Leipziger Neujahrsmarkt. Die rückständige Summe wurde nicht verzinst. Zur Sicherheit diente der Frankenhausener Zoll, der dortige Zöllner wurde auch mit der Zahlungsabwicklung betraut.

Kursachsen verpflichtete sich darüber hinaus, falls man zukünftig im eigenen Land Salzquellen erschließen und Salinen erbauen würde, die Einfuhr von Frankenhausener Salz nach Kursachsen nicht zu behindern. Der Verkauf der nicht sehr produktiven Saline fiel Kursachsen um so leichter, da nun die mit der Pfännerschaft abgeschlossenen Verträge die Salzversorgung Kursachsens entscheidend verbesserten und man sich die bislang aufwändige und wenig erfolgreiche eigene Salzproduktion ersparen konnte.

  1. Feb. Kursächsischer Holzliefervertrag mit den Geraer Reußen (Hohl, Beiträge….).

Mit Heinrich Reuß d. Ä. wurde die Lieferung von jährlich 24.000 Klaftern für vier 4 Jahren vereinbart. Anschlußverträge gabe es 1599, 1601, und 1604. Für die Reußen ergab sich dadurch eine lukrative Einnahmequelle, denn ohne die Abflöße nützte ihnen ihr Waldreichtum nicht viel.

  1. Mär. Inventarverzeichnis der Saline Artern (RUD 5-12-106, E XII 1f Nr. 3).

Das Salinengelände war nun eine schwarzburgische Exklave im kursächsischen Artern. Zur Vermeidung von Irritationen wurde ein Verzeichnis der Einrichtungen angelegt und deren Übergabe quittiert.

  1. Juni Dauerregen und Gewitter (Bürger-Annalen)

Nach tagelangen Regengüssen steigt die Saale, bringt die Camburger Brücke teilweise zum Einsturz und reißt in Lengefeld und Almrich fast alle Häuser mit sich.

1586

  1. Feb. Tod Kurfürst August I. (Allg. Geschichte).

Ihm folgte sein Sohn Christian I. (*1560). Mit dem Tod Augusts endete auch die kursächsische Administration von Sachsen-Weimar und Herzog Friedrich-Wilhelm I. übernahm die Regentschaft.

  1. Feb. Privileg zur Ausbeutung der Saline Teuditz (Andonov).

Christian I. überließ den fiskalischen Anteil seinen Regierungsbeamten, auch eine Folge der Verträge mit Halle.  Allerdings trugen das Brennholz aus der Elsterflöße und das zusätzlichre Aufschlagwasser aus dem Elsterfloßgraben dazu bei, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Saline verbesserte, was ihren Bestand auf lange Zeit sicherte.

1587

  1. Jan. Schreiben der kursächsischen Kammer (RUD 5-12-1060 E XII 1f Nr. 3).

Darin wurde die fristgemäße Zahlung der Kaufpreisraten für die Arterner Saline bestätigt.

       Jan. Herzoglicher Staatsvertrag (Döring)

Herzog Friedrich-Wilhelms jüngerer Bruder Johann überließ diesem die alleinige Regierung im Herzogtum und erhielt dafür die Ämter Altenburg, Ronneburg und Eisenberg als Apanage.

  1. Juli Fürstentag zu Naumburg (Bürger-Annalen)

Erneut trafen sich die Hauptvertreter der protestantischen Reichsstände Kurfürst Christian I. Johann Christian, Kurfürst zu Brandenburg, sein Sohn Johann Friedrich der Administrator des Erzbistums Magdeburg, Landgraf Wilhelm von Hessen, die Herzöge von Sachsen ernestinischer Linie Friedrich Wilhelm, Johann, Johann Casimir und Johann Ernst, die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und Christian von Anhalt.  

  1. Sep. Verhandlungen zum Abschluss eines neuen Floßkontraktes (Hohl, Beiträge..).

Bei den zum Leipziger Michaelismarkt abgehaltenen Verhandlungen setzte Kursachsen eine Preiserhöhung bei Hartholz von 3 Groschen durch. Allerdings hielt sich der Anteil von geflößtem Hartholz in Grenzen, da es den größten Teil des Sinkholzes ausmachte.

1588

  1. Dez. Abschluss des zweiten Holzkontrakts mit Halle (DD Loc. 37115, Hohl, Beiträge…).

Noch vor dem Auslaufen des ersten Vertages vereinbarten der Geheime Rat Hans v. Ponickau und der Rentmeister Caspar Tiller mit den halleschen Abgeordneten einen Anschlussvertrag, der die Lieferung von 150.000 Klafter in den kommenden 10 Jahren vorsah. Nach dem nun gültigen Maß 3 Zwickauische Elle hoch und breit und 10/4 Ellen lang, (1 Elle maß ca. 57 cm) waren das über 60.000 Raummeter Holz pro Jahr.

Doch diese Menge war aus der Elsterflöße nicht mehr aufzubringen.

1589

               Kursächsische Floßordnung (Andonov).

Auch wenn diese in erster Linie für die Holzkohleversorgung der Hüttenbetriebe im Meißener Kreis galt, war sie richtungsweisend, da hier der schonende Holzeinschlag, der Transport zu den Einwurfplätzen, das sorten- und maßgerechte Aufsetzen der Stapel und der Einwurf geregelt wurden.

Bei der Flöße sollten ausreichend Arbeiter „an fleßen, Krömmen, Wehren, greben, daran sichs Leichtlichen Vorsetzen, Vorsincken und liegen bleiben kann, forthelffenn“ Zum Schutz der Rechen wurde angeordnet „Es sollen auch die Floßmeister, wann sie flößen, Die floßrechen mit übrigem holtze nicht beschweren, besonders mit Arbeitern gefast sein. Wann das Holtz am rechen ankömpt, das Sie solches In die floßgreben, so balde einen umb den Andern außwerffen laßen, damit den Rechen, wann übrigk holtz daran angehalten Und uhrplötzlichen eiß Waßer anlauffen sollte, nicht schaden zugefüget werde“.Die Arbeiter wurden im Gedinge entlohnt.

1590

  1. Mai Regelung der Fischereirechte auf der Saale (WER Pforta II Nr. 943).

Das Rittergut Kreipitzsch erhielt die Fischereirechte und die Gerichtsbarkeit auf dem linken Saaleufer von der Saalecker Judenfurt bis zum Wehrdamm. Unterhalb begannen die Gerichte der Fürstenschule.

1591

            Tod Kurfürst Christian I. (Allg. Geschichte).

Für den noch minderjährigen Christian II. (*1583) übernahm nun Herzog Friedrich-Wilhelm I. von Sachsen-Weimar die Administration Kursachsens sowie die Administration des Hochstifts. Er wählte Schloß Hartenfels in Torgau zum Sitz und sorgte mit dem Codex Augusteum für die weitere Hebung des Landes.

1592

  1. Juni Abschluss eines Floßkontraktes (WEI Floßwesen B 12153, RUD E IX 6a Nr. 1)

Friedrich-Wilhelm I. von Sachsen-Weimar und sein Bruder Johann (III.) vereinbarten mit den Schwarzburger Grafen die ungehinderte Durchflöße von Scheitholz aus den kursächsischen Wäldern des Neustädter Kreises und dem herzoglichen Amt Saalfeld auf dem schwarzburgischen Teil der Saale. Gleichzeitig begannen die Verhandlungen über den Ankauf von Brennholz aus den schwarzburgischen Besitzungen an der Schwarza und ihren Nebenflüssen sowie aus den Gehauen an der Ilm. Den Grafen erschloß sich hier eine bedeutende Einnahmequelle, denn ohne die Abflöße war ihr Waldreichtum nahezu wertlos, denn schon der   jährliche Zuwachs überstieg den Eigenbedarf des Landes bei weitem.

1593

     Mai Holzliefervertrag mit den Schwarzburgern (RUD E IX 6a Nr. 1)

Innerhalb der kommenden 10 Jahr wurden jährlich 7000 Klafter vereinbart.  Der Klafter hatte 3 Ellen und 2 Finger im Quadrat und 2 Ellen in der Länge. Für den Klafter der auf der Saale nach Kursachen ging wurden 15 Groschen vereinbart, auf der Ilm kostete der Klafter für die herzogliche Residenz Weimar 20 Groschen.

Nach Vertragsabschluss begann an den schwarzburgischen Floßgewässern eine rege Bautätigkeit, u.a. wurden Rechen und Einwurfplätze eingerichtet.

  1. Juli Abschluss eine Holzkontraktes mit der Pfännerschaft (DD Loc. 37116).

Wegen der Überbeanspruchung der Elsterflöße hatten sich erhebliche Rückstände zu dem 1587 zwischen Kursachsen und der Pfännerschaft abgeschlossenen Vertrag angesammelt. Dazu kam der Mehrbedarf der kursächsischen Ämter und Städte. Allein Leipzig brauchte jährlich 3.000 Klafter, Pegau und Weißenfels zusammen 1.400 Klafter, Zeitz 1.700 Klafter und auch der Administrator von Halle, Brandenburgs Markgraf Joachim Friedrich bestand für seine Vermittlung auf 1.000 Klafter.

In Anbetracht der mit den Schwarzburgern ausgehandelten Verträge konnte Herzog Friedrich-Wilhelm den Wünschen der halleschen Pfännerschaft entgegenkommen und sagte die Anflöße von insgesamt 180.000 Klaftern innerhalb der nächsten 15 Jahren aus der Saaleflöße zu.

Der herzoglichen Flöße auf der Saale bis nach Halle stand nicht im Wege. Allerdings mußte der kurfürstlichen Elsterflöße der Vortritt gelassen werden. Erst wenn diese beendet war und das Holz in Halle auf Stapel lag, durfte das herzogliche Holzkontingent folgen. Dann war aber oftmals das Wasser so gering, dass eine rasche und damit wirtschaftlich sinnvolle Abflöße nur noch eingeschränkt möglich war. Außerdem beharrten die kursächsischen Ämter und Stifte auf Ersatz für Schäden, die durch das frei treibende Holz an ihren Ufern entstand und reklamierten die Hölzer, die bei Hochwasser angeschwemmt wurden bzw. am Ufer hängenblieben als „Strandgut“. Der Verlust an Holz und demzufolge auch die finanziellen Einbußen waren erheblich, so dass man nach Alternativen suchte.

1595

             Ernennung des „Oberaufsehers der Holzflößen auf der Sahlen“ (H. Rothen, T. Hohl).

Nach der Ernennung des kursächsischen Oberfloßaufsehers v. Osterhausen auf Kreipitzsch wurde nun auch ein herzoglich-weimarischer Floßaufseher durch Herzog Friedrich-Wilhelm ernannt, der für Saale und Ilm zuständig war. Beide Beamte sollten die Brennholzflöße koordinieren, den Diebstahl und unangemessene Behinderungen seitens der Uferanlieger unterbinden.

1596

            Aufteilung des Herzogtums Sachsen-Coburg-Eisenach (Allg. Gesch.)

Dabei entstanden die Herzogtümer Sachsen-Coburg (bis 1633) und Sachsen-Eisenach (bis 1638).

1598/99        

     Die Pest wütet im Amtsbezirk.

1599

  1. Sep. Schreiben Herzog Friedrich-Wilhelm I. (WEI Floßwesen B 12161).

Die Geheimen Kammerräte und Hauptleute Hans von Wollfensdorf zu Weißenfels und Hans Georg von Osterhausen zu Freyburg wurden „wegen eines Auffanges, dessen der Rath zu Naumburgk ans Mühlenwehr zu Kösen befugt sein will“ hierher beordert, um sich darüber gutachterlich zu äußern.

Um die Scheite der herzoglichen Flöße möglichst wie saaleabwärts zu bringen, um den zeitlichen Abstand zur Vorföße aus der Elster möglichst einzugrenzen, suchte man nach einer geeigneten Stelle wo man mittels einer Sperre das Holz solange aufhalten konnte. Der in Vorschlag gebrachte „Auffang“ am Kösener Wehrdamm, war insofern günstig, da er einmal an einer recht engen Stelle des Flusses unmittelbar hinter der kursäschsischen Grenze lag, die Krümme den ankommenden Scheiten den Schwung nahm, hier bereits ein Floßzoll eingerichtet war und die anliegenden Wiesen auch die Möglichkeit boten, Scheite auszuziehen, falls die ankommenden Mengen zu groß waren.

  1. Nov. Schwarzburger Teilung (Allg. Gesch.).

Es entstanden die Linie Schwarzburg-Rudolstadt mit den Ämtern Stadtilm, Blankenburg, Schwarzburg, Leutenberg, Frankenhausen und Kelbra und die Linie Schwarzburg-Sondershausen mit den Ämtern Greußen, Keula, Clingen, Arnstadt und Gehren. Die Saale- und Ilm-Flöße blieb gemeinsamer Besitz.

1600

            Erprobung von Strohleckwerken auf der Saline Teuditz (in DD Loc 1337).

Der Salzbrunnen „helt der Centner Sole an Saltz 5 loth“ war also sehr gering, weshalb Matthias Meth hier ein Rieselwerk einrichtete, das J. Thölde in seiner Haliographie beschrieb: „Es wird ein Gebew angerichtet schmal und und lang /welche Fach nicht außgemawert oder gekleibt sind / doch das die Lufft solches gebew wol durchstreichen kann / ziemlich hoch geschatzt / ungefehr eines Mannes hoch uber der erden / damit unten kann zugesehen werden / ob Mangelung der Kasten wegen außlauffens fürfallen möchte. Diese Gebew werden gemeiniglich auffgeführet von etlichen Schuhen breit / und ein hundert / anderthalb hundert /oder wol biß in die zweyhundert Schuhe lang.

Wegen der Unzulänglichkeit und die im Stroh enthaltenen Verunreinigungen ergab sich nur ein graues und daher schlecht absetzbares Salz.

1601

  1. Nov. Antrag der Stadt Halle zum Neuabschluss eines Floßholzvertrages (DD Loc. 7313).

Aus dem kursächsischen Zehnjahresvertrag von 1589 waren bis 1599 nur 82.641 Klafter aus der Elsterflöße in Halle eingetroffen, es fehlten noch 49.000 Klafter, also rund 1/3 der vereinbarten Menge. Daher rieten die kursächsischen Kammerräte dem Herzog von Sachsen-Weimar von einem Anschlußvertrag ab, da die Fehlmengen noch geliefert werden mußten. Außerdem benötigte die Saline Teuditz größere Mengen Brennholz. Kurfürst Christian II. der kurz vor der Volljährigkeit stand, signalisierte zwar sein Einverständnis, für den Neuabschluss, schloß sich dann aber doch der Auffassung seiner Räte G. v. Schleinitz, Dan. v. Watzdorf und Matth. Hanitz an und lehnet einen neuen Vertag ab, sagte aber die Erfüllung des bestehenden Vertrages verbindlich zu.

1602              

  1. Juli Herzog Friedrich Wilhelm verstirbt I. (Döring).

Das Herzogtum Sachsen-Weimar wurde aufgeteilt. Friedrich-Wilhelms Bruder Johann erbte die Residenz Weimar mit den  Ämtern Jena, Kapellendorf, Buttstädt, Buttelstädt und Rastenberg. die Söhne Friedrich-Wilhelms die Ämter Altenburg, Ronneburg, Eisenberg, Roda, Saalfeld, Dornburg, Camburg und Sulza, nunmehr ein selbständiges Herzogtum Sachsen-Altenburg. Da sie noch minderjärig waren, übernahm ihr Oheim Herzog Johann die Vormundschaft.

Die Scheitholzflöße ging zu gleichen Teilen an Sachsen-Altenburg und Sachsen-Weimar.

1603

     Jan. Verhandlungen zur Leipziger Neujahrsmesse (DD Loc. 37115).

Wieder kam kein Abschluss zwischen den „verordneten Holzherren“ der Stadt Halle und dem kursächsischen Rentamt zustande. Auch die Treffen zum Ostermarkt und im Dezember 1604 endeten ergebnislos.

1604

  1. Jan. Holzliefervertrag mit dem Grafen Heinrich Reuß d. Ä. (DD Loc. 37115).

Kursachsen kaufte 96.000 Klafter, die in den kommenden vier Jahren zur Elsterflöße kamen.

  1. Juli Holzliefervertrag zwischen dem Herzogtümern und Halle (DD Loc 37116).

Obwohl der Floßholzvertrag von 1593 weder erfüllt noch beendet war und die Flöße mit erheblichen Problemem zu kämpfen hatte, versprach der Herzog Johann auch als Vormund der Herzöge von Sachsen-Altenburg die Lieferung weiterer 100.000. Klafter, wobei die Länge der Scheite von 10/4 Ellen auf 7/4 Ellen und damit auch der Preis von 65 Groschen auf 46 Groschen der Klafter verringert wurde.

1605

            Tod Herzog Johann III. v. Sachsen-Weimar (Allg. Geschichte)

Für seine acht minderjährigen Söhne übernahm Kurfürst Christian II. ebenfalls die Vormundschaft. Ihm bescheinigten die Zeitgenossen eine besondere Fürsorge für die wirtschaftliche Entwicklung der Herzogtümer.

1608

  1. Apr. Kursächsischer Holzliefervertrag mit der Pfännerschaft (DD Loc 37115).

Nachdem die im Vertrag von 1587 vereinbarte Menge vollständig angeflößt war, kam nun ein neuer Hauptvertrag zustande. 80.000 Klafter wollte Kursachsen in den kommenden 10 Jahre aus der Elsterflöße anflößen. Bei den ersten beiden Flößen sollten noch 16.000 Klafter 10/4 Ellen messendes Holz angeflößt werden, dann nur noch Scheite von 7/4 Ellen. Bezahlt wurde zum Oster- bzw. Michaelismarkt in Leipzig. Als Preis wurden 60 Silbergroschen für den Klafter (21 Groschen = 1 Gulden) vereinbart, für die kürzeren Scheite 46 Groschen. Die Pfänner erklärten sich bereit, jährlich bis zu 2.000 Klafter über die vereinbarte Menge abzunehmen. Im Gegenzug versprach Kursachsen zuerst die mit Halle vereinbarten Mengen anzuflößen und dann erst die eigenen Stapel zu belegen. Den energischen kursächsischen Kammerräten Siegmund und Hans von Berbisdorf und dem Landrentmeister J. Meissner war es zu verdanken, dass die Flöße ohne Probleme ablief. Es kam soviel Holz nach Halle, dass man 450 Arbeiter aus den kursächsischen Ämtern Freyburg, Delitzsch, Bitterfeld, und Weißenfels nach Halle zum Ausschleppen beorderte werden mussten.

  1. Juli Herzog August weilt in Naumburg (Notabilia).

August, ein jüngerer Bruder Christian II. wurde als Administrator des Stifts gehuldigt.

1609

     Mai Erste gemeinsame Scheitholzflöße auf der Saale (WEI Floßwesen B 12162).

Von der 1593 zwischen dem Herzogtum Sachsen-Weimar und der Stadt Halle vereinbarten 180.000 Klaftern (ohne Waldeingabe) waren bis 1608 ganze 153.000 Klafter ausgezogen. 27.000 Klafter fehlten. Das führte zu Differenzen zwischen Kursachsen und den Herzogtümern. Da aber keiner der Beteiligten auf den lukrativen Holzhandel verzichten wollte, brauchte man einen Platz an passender Stelle, um festzustellen, ob die Verluste auf dem herzoglichen oder dem kursächsischen Teil der Saale entstanden waren. Daher verständigten sich die Oberfloßaufseher und Rentmeister von Kursachsen, Sachsen-Weimar und Sachsen-Altenburg auf eine „Commun-Flöße“ bis an die kursächsische Zollgrenze, dem Wehrdamm, wo der Umschlag erfolgen sollte. Die von den Beteiligten je zu einem Drittel beizusteuernde Menge sollte dem Bedarf der herzoglichen und kursächsischen Stapel entlang der Saale und einen Teil der der halleschen Pfännerschaft zugesagte Menge bringen. Das Holz aus den Gehauen der Teilhaber bzw. von den Schwarzburgern, wurde im Frühjahr in die Gebirgsbäche und Floßgerinne eingeworfen. Um das Holz zu einer Drift zu vereinigen wurden die auf Schwarza, Sormitz, Loquitz, Wisenta, Orla, und Roda ankommenden Mengen an der Mündung in die Saale zunächst aufgehalten. Die Hauptdrift übernahmen herzoglich-weimarische bzw. altenburgische Beamte bis an den Kösener Wehrdamm. Hier wurden die Scheite aufgehalten und von herzoglichen Untertanen ausgeschleppt und auf maßgerecht auf Stapel gesetzt. Dann erfolgte die Abnahme durch den kursächsischen Floßschreiber und den herzoglichen Gegenschreiber. Waren alle Formalitäten erledigt, übernahmen die kursächsischen Floßbeamten die Abflöße bis Halle. Damit war nun  feststellbar wo die Verluste entstanden. Das brachte mehr Ordnung und Diebstahl konnte wirksam unterbunden wurde. Zum anderen brauchte man das Ende der Elsterflöße nicht mehr abzuwarteten, weil es egal war, aus welcher Flöße das Holz nach Halle kam. Ein erster Versuch verlief zufriedenstellend und die noch strittigen Punkte wurden geklärt. Das betraf die jährliche Menge, die von 18.000 auf 15.000 Klafter reduziert werden sollte. Die „Commun-Flöße“ pachtete von der Landschule einige Landstücke an der kleinen Saale, ließ hier die Stapel anlegen, befestigte die Ufer und die Floßgerinne wie den Scheitbach. Größtes Vorhaben war der Bau eines Rechens oberhalb des Wehrdammes, weil der Aufsatz auf dem Damm bei höherem Wasser zuviel Holz durchließ und die Gefahr des Durchbrechens bestand.

  1. Juni Holzliefervertrag mit den Herren von Waldenfels zu Lichtenberg (WEI B 12162).

In Anbetracht der „Commun-Flöße“ schloß Kurfürst Christian II. den Vertrag als Vormund der beiden herzoglichen Linien. Vereinbart wurde die Lieferung von 200.000 Klaftern, mindestens 12.000 Klafter jährlich. Der Klafter hatte hier zwei Zwickauer Ellen in der Länge und drei Zwickauer Ellen in Höhe und Breite, d. s. 2,7 Raummeter der Klafter.

               Wiederinbetriebnahme des Sulzaer Salzwerks (Chron. M. Wille)

1605 zeigte sich im Bett der Ilm eine salzhaltige Quelle, was das Interesse der Herzogin Anna-Maria von Sachsen-Altenburg weckte, die persönlich die Quelle besichtigte. Ein Jahr später stieß man auf eine zweite Quelle am Emsenbach. Das Probesieden fiel positiv aus. Für die Radkünste wurde die von der Ilm ein Kunstgraben abgezweigt. 1609 ging das Salzwerk in Betrieb.

1610

               Fertigstellung des Leipziger Floßgrabens (Andonov)

Von Stöntzsch ging der Elsterfloßgraben nach Pegau, wo er wieder die Weiße Elster erreichte. Bei Wiederau zweigte er erneut ab, ging vorbei an Zwenkau, Zöbigker und Gautzsch, um dann in der Pleiße zu münden. Damit konnte der „Kurfürstliche Holzhof“ zu Leipzig neben der Pleißenflöße auch aus der Elsterflöße belegt werden, was natürlich zu Lasten des Halleschen Stapels ging. Das mußte dann aus der Saaleflöße ausgeglichen werden.

1611            

  1. Feb. Holzliefervertrag mit Heinrich Reuß d. J. über 124.000 Klafter (WEI B 12126).

    10.  Apr. Commun-Floßcontract (DD Loc 37116, WEI Floßw. B 12162, WER D 34 /1 Nr. 928).

In Leipzig besiegelten die kursächsischen Beamten Siegmund v. Berbisdorf, Hans v. Berbisdorf und der Landrentmeister Meissner, der herzogl. altenburgische Kammerrat Georg Albrecht von Krombsdorff und der Rentmeister Michael Heidtmann und die herzogl-weimarischen Kammerräte Wolf Philipp v. Traxdorf und Johann Euander den Vertrag über die gemeinsame Scheitholzflöße.

Den Vertrag ratifizierte Kurfürst Christian II., auch als Vormund der Herzöge von Sachsen-Weimar und Sachsen-Altenburg.

Der Vertrag galt für 15 Jahre, in denen 225.000 Klafter, (15.000 Klafter jährlich)abgeflößt werden sollten. Den Herzogtümer oblag die Abflöße des kursächsischen Kontingents bis zum Kösener Rechen wo das Holz ausgeschleppt, gestapelt, vermessen und den kursächsischen Floßbeamten übergeben wurde. Kursachsen bezahlte den Herzogtümern das von ihnen zur Eingabe gebrachte Holz entsprechend den vereinbarten Preisen. Für die Herzogtümer endete hier die Flöße.

Die Schule Pforta erhielt für die von der Commun-Flöße gepachteten Flächen jährlich 80 Klafter. Schäden an Ufern, Brücken, Wehren und Mühlen sollten nach entsprechender Begutachtung beglichen werden.

Oberhalb des Wehrdammes wurde ein stabiler Rechen errrichtet, der dem anliegenden Bergsporn den Namen gab. Für den Rechen wurden Stämme in Doppelreihen in das Flußbett gerammt und gegen die Strömung abgesteift. Ein Teil des Rechens ließ sich aufziehen um die Langholzflöße durchzulassen. Auf dieser Pfahlkonstruktion verlief ein Bohlenweg, von dem die Arbeiter die Scheite zum Ufer und weiter zum Einfall der kleinen Saale dirigierten. Flußaufwärts waren Rechenbäume angeschlagen, die den ankommenden Scheiten den Schwung nahmen und verhindern sollten, dass sich zu viel Holz vor dem Rechen staute. Hinter der Brücke über die kleine Saale lag der Holzplatz, wo die Scheite ausgeschleppt, auf Stapel gesetzt und vermessen wurden. Nach den Übergabeformalitäten wurden die Hölzer in den Scheitbach geworfen und kamen so wieder in die Stromsaale. Der „wilde Graben“ war mit einem Schütz am Einfall der kleinen Saale versehen und wurde nur zur Flöße bewässert.

Die herzogliche Untertanen, die hier die Scheite ausschleppten, hatten zur Unterkunft zwei Stuben neben dem Vorwerk oberhalb des Wehrdammes. Allerdings war das Bierschenken und die Krämerei verboten, dagegen die Schulbeamten   angewiesen, die Leute mit „Bier und Brot billich“ zu versorgen.

Neben der festgelegten Eingabe der „Commun Flöße“ kamen weitere Kontingente zur Abflöße für die Stapel in den Ämtern, Stiften und Residenzen wie Rudolstadt, Kahla, Jena, Dornburg, Camburg, Sulza, Naumburg, Weißenfels und Merseburg, insgesamt bis zu 50.000 Klaftern.

Für die private Lang- und Bauholzflöß war die fiskalische Scheitholzdrift eine Hindernis. Die Langholzflöße mußten noch vor Beginn Scheitflöße den Kösener Rechen passiert haben. Dann wurde der Rechen „verzogen“. Wer es nicht schaffte, blieb manchmal wochenlang oberhalb des Rechens liegen und mußte warten, bis dieser wieder passierbar war. Das kostete Zeit und Geld und traf diejenigen besonders hart, die an den saaleabwärts liegenden Zoll- und Geleiteinnahmestellen zur Kasse gebeten wurden und nun auf den Verkaufserlös aus der Ostermesse angewiesen waren.

  1. Juni Holzliefervertrag zwischen Kursachsen und Halle (DD Loc 37116).

Infolge der „Commun-Flöße“ schloß Kursachsen, mit der Stadt Halle und der Pfännerschaft einen weiteren Liefervertrag ab, der an den Vertrag von 1608 anschloss. Dabei sollten in drei Jahren jährlich 5.000 Klafter 10/4 elliges Holz angeflößt werden.

  1. Juni Kurfürst Christian II. verstirbt (Allg. Gesch.)

Das Erbe trat sein Bruder Johann Georg I. (bis 1656) an, der bis 1615 die Regentschaft in Sachsen-Weimar hatte. Der jüngste Bruder August, Administrator des Stiftes Naumburg-Zeitz starb 1615.

  1. Sep. Begräbnis des Floßschreibers Johann Mönig (Staffel; Notabilia)

Dabei handelte es sich um den  „gewesenen Floßschreiber uff der Freyheit“ zu Naumburg.

1612

  1. Jan. Holzliefervertrag zwischen Kursachsen und Halle (DD Loc 37116).

Zur Leipziger Neujahrsmesse vereinbarte Kurfürst Johann Georg I. auf der Basis des mit den fürstlichen Häusern Weimar und Altenburg im Vorjahr abgeschlossenen Holzkontrakt einen langfristigen Anschlussvertrag. Insgesamt 150.000 Klafter sollten in den kommenden 15 Jahren. angeflößt werden. Außerdem verpflichtete man sich, die noch ausstehenden Mengen aus dem herzoglichen Vertrag von 1593 zu liefern. Als Preis wurden 50 Silbergroschen vereinbart.

Bereits im laufenden Jahr kamen 22.000 Klafter bis Kösen. Davon gingen 18.000 Klafter nach Halle, dazu kamen weitere 13.000 Klafter aus der Elsterflöße. Das bescherte der kursächsischen   Rentkammer einen Reingewinn von 8.000 Gulden. In den nächsten Jahren kamen jeweils 30.000 Klafter nach Halle, der größte Teil davon aus der Saaleflöße. Hauptabnehmer war die Pfännerschaft und der Rat, 100 Klafter erhielt der Rat von Merseburg, 1.195 Klafter gingen an Rittergüter und Herrschaften, 134 Klafter erhielt der Oberfloßaufseher v. Trotha zu Schkopau als Entschädigung für die ihm entgehenden Zoll- und Geleitseinnahmen.

  1. Sep. Protokollbuch von Kreipitzsch (J. Stangenberger, Gedenkbuch der Rudelsburg 1853)

Hofmarschall von Osterhausen beauftragte einen Ziegeldecker aus Eisenberg „uff Schloß Rudelsburgk die eingesunkenen, Träger, Balken, Stühle und Sparren wieder mit notthdürftig Unterstütz erheben, ausbessern …. auch die Giebel über den Kapellen mit Rinnen…“ zu versehen. Dazu sollte er sich einen Gehilfen nehmen, die Zimmererarbeiten im Herbst und die Eindeckung im Frühjahr erledigen. Als Lohn waren 50 Gulden ausgehandelt.

               „Chronicon portense“ von J. Bertuch (Pahncke).

Justinus Bertuch war der zehnte Rektor portensis. Die Chronik hatte mehrere Auflagen.

               „ Haliographia“ des Johann Thölde

Thöldes „Salzkunde“ war die erste umfassende Veröffentlichung zum Thema „Kochsalz“, die dem damaligen Kenntnisstand wiederspiegelte. Neben Halle, Lüneburg und Nauheim wurden auch die kleineren mitteldeutschen Salinen Artern, Auleben, Sulza, Kötzschau und Teuditz beschrieben.

1613

  1. Mai Thüringer Sintflut (Allg. Gesch).

Schwere Gewitter zwischen Saale, Ilm und Unstrut ließen die Flüsse über die Ufer treten und richteten verheerenden Schäden an der mittleren Saale und in Nordthüringen an. In Sulza zerstörten die Fluten der Ilm 29 Häuser und die Saline. Die gesamte Aue am Zusammenfluß von Saale und Unstrut stand unter Wasser (Staffel, Notabilia).

               Wiederaufbau der Saline Kötzschau durch Kurfürst Johann Georg ( Andonov).

Da die Saline Teuditz wegen Unrentabilität geschlossen werden sollte, wurde diese Kötzschau Saline wieder ertüchtigt, der Solschacht abgeteuft, Siedekote und Kunstgräben gebaut. Das Brennholz kam aus dem Elsterfloßgraben, von dem südlich von Lützen ein weiteres Kunstgerinne abzweigte, nach Kötzschau gingdann weiter nach Wallendorf, wo es in der Luppe mündete, die ebenfalls der Saale zufloß. Damit war der endgültige Ausbau des Elsterfloßgrabens erreicht.

         Dez. Fürstentag zu Naumburg (Staffel: Notabilia,, Bürger: Annalen, Döring).

Hier trafen sich Kurfürst Johann-Georg, sein Bruder August, die Herzöge Johann-Casimir von Coburg, Johann-Ernst von Eisenach, die Herzöge von Altenburg Johann-Philipp, Friedrich, Wilhelm und Friedrich-Wilhelm, die Herzöge von Weimar Johann-Ernst d. J., Friedrich, Wilhelm und Albrecht, der Kurfürst von Brandenburg, sein Bruder, der Erzbischof von Magdeburg, die Markgrafen von Bayreuth, Kulmbach und Ansbach, sowie die Landgrafen von Hessen. Ohne die kursächsische und coburgische Dienerschaft zählte man 1.584 Personen und 2.556 Pferde.

Ein Ergebnis war die Regelung der Erbfolge für den Fall des Aussterbens der kurfürstlich-albertinischen Linie. Dann sollte die herzogl. altenburgische Linie das Erbe antreten..

1615

            Johann-Ernst übernimmt die Regentschaft im Herzogtum Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.).

Damit endete die Administration Kursachsens. Johann-Ernst übernahm die alleinige Regentschaft und überließ seinen minderjährigen Brüdern eine Apanage.

1616

  1. Mär. Huldigung Johann-Georgs als Administrator des Stifts Naumburg (Notabilias)

Nach dem Tod von Herzog August, wurde der Kurfürst von den „capitulares“ gewählt. Dazu überließ ihm das Kapitel und der Stadrat die „Koppell“- Jagd im Weichbild von der Grenze zum Amt Eisenberg über das Buchholz bis zur Weichau. Die Hegesäulen, die diese Gebiet markierten, setzte der Holzförster der Schulpforte, Georg Voigt.

  1. Juni „ Gericht gehalten uff der Rudelsburg“ (Lepsius Kl. Schriften).

In der fünfbändigen „Historischen Erquickstunden“ Bd. IV. S 228 die im gleichen Jahr erschien wurde mehrere Gefängniszellen erwähnt „welche mit sehr starken Thüren vermachet und tief seyn“  Weiter hieß es: „Nicht weit von der Schulen Pforten, etwa eine klein viertheil Meile, wann man nach Eckartsberge geth, da haben vor zeiten drey vornehme Schlösser oben auf dem Berge, fast in einem Dreyangel gegen über gelegen, welche mann noch heutiges Tages nennt die Raubschlösser… Das eine (Kreipitzsch) ist wieder auf gebawet und ein stattlicher Edelsitz daraus gemachet, … das eine welches fast ganz über den Haufen gefallen ist (Saaleck). In deme, welches noch zimlicher Maßen stehet (Rudelsburg) siehet man   wie mit großem Fleiße und Unkosten, und wie starck es gebawet ist. Es hat noch starke hohe Mawern....... Inwendig hat es noch alte starcke Gebewde und stattlichen Umfang und wohnet ein Mann darauf, solches denen, so hinn kommen, zeigen kann.“ Es gab noch eine „gemahlte Stube“ und einen „hölzernen Predigtstuhl“. In der vom Gras überwucherten Vorburg waren noch die Reste der „ Hoffe“ der Burgmannschaft zu erkennen. Außerdem gab es hier einen tiefen sorgfältig ausgemauerten Schacht. Über dessen Zweck mutmaßte der Autor, dass er „zur Sala gehen, da man etwa heimliche Gänge finden sollte“ oder „er gehe hinunter bis an das Waßer, und die Räuber haben die Todten erschlagenen Körper da hinunter geworfen, aber daß ist nicht glaubhaft“.

  1. Okt. Kurfürst Johann Georg besucht die Landesschule (Notabilia)

Hier fand eine mehrtägige Jagd im Liesgen und im Bucholz statt, die mit einem Festmahl des Naumburger Rates beschlossen wurde.

1617

  1. Apr. Pfändung eines „oberländischen“ Flößers (Notabilia).

Der Naumburger Rat hatte ihm 18 Stämme gepfändet, weil er sein Holz keinem Einheimischen sondern einem Weißenfelser verkaufte. Das zeigt die strenge Abgrenzung der Amtsgerichtsbarkeit, die dem freien Warenverkehr und Handel enge Grenzen setzte. Ein ähnliches Beispiel schilderte Staffel. Demnach hatte der Rat in Rudolstadt einen aus dem Naumburger Gefängnis entflohenen Verbrecher aufgespürt und wollte ihn zur Aburteilung zurückholen. Der Stadtvogt und die Gerichtsknechte brauchten dazu 2 Tage, mußten sich aber in allen Gerichtsbezirken, die sie betraten bei den dortigen Amtspersonen melden und den Zweck ihrer Reise nachweisen. Erst dann durften sie den Gerichtsbezirk passieren, wie den „pfortischen, camburgischen, dornburgischen, jenischen, reiteselischen und kahlischen“. Für die Genehmigung waren Gerichtsgebühren fällig.

1618

             Bau eines Rechens an der Ilmmündung für die Saline Sulza (Chron. M. Wille).

Nach dem Hochwasser von 1610 lagen das Salzwerk und der Solebrunnen nieder. 1614 stieß der Salzverwalter Chr. Schlichter auf eine neue Quelle mit einem Salzgehalt von 7 Prozent. Das Salzwerk wurde wieder aufgebaut und produzierte jährlich 2.079 Werke (n. Andonov). Das Werk hatte 54 kg was jährlich 2.245 Zentnern entsprach. Trotz Strohgradierung waren dazu 4.606 Klafter, d.s. fast 13.000 Festmeter nötig. Die kamen aus der altenburgischen Eingabe zur „Commun-Flöße“. Um die Scheite aufzuhalten und auszuschleppen wurde an der Ilmmündung ein Rechen errichtet, der bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bestand.

  1. Mai Der Prager Fenstersturz leitet den Dreißigjährigen Krieg ein (Allg. Gesch.).

Kurfürst Johann Georg I. wurde von den Protestanten die Krone angetragen, er nahm aber zunächst Partei für Kaiser Ferdinand. Die Ernestiner, voran der Herzog von Sachsen-Weimar stellten sich auf die Seite der protestantischen Union.

1619

  1. Mai Neuabschluss eines Holzliefvertrages (DD Loc 37115, Hohl, Beiträge…).

Nach dem Auslaufen der Verträge von 1608 und 1611 kam erneut ein Anschlussvertrag zustande, der den von 1612 ergänzte. Halle hatte auf eine 30- bis 40jährige Laufzeit gedrungen, doch Kursachsen verpflichtete sich nur für 12 Jahren und die Lieferung von insgesamt 120.000 Klafter 7/4elliges Holz, jeweils zur Hälfte aus der Saalen und Elsterflöße. Der Preis für den 7/4 elligen Klafter betrug in den ersten sechs Jahren 46 Groschen und stieg dann auf 48 Groschen. Der Vertrag wurde in Leipzig ausgehandelt und am 15. Mai in Dresden ratifiziert.

               Erlaß einer neuen Schulordnung (WEI DS 2092).

Durch Mißwirtschaft des Verwalters war der Schulbetrieb fast zum Erliegen gekommen, was Kurfürst Johann-Georg zum Eingreifen veranlaßte. Er erließ eine neue Ordnung, die die Versorgung und Beköstigung des Rektors, des Lehrkörpers und der Alumnen regelte und daher auch „Speise-Ordnung“ genannt wurde.

  1. Dez. „Mandat wider die Holtz-Deuben auf dem Elster- und Saalstrohm (in Hohl, Beiträge…)

Johann-Georg I. wies alle „Prälaten, Grafen, Herrn, denen von der Ritterschaft, Haupt- und Ambtleuten, Verwaltern und Schössern, Bürgermeistern, Richtern und Räthen der Städt, Schulheißen, Gemeinden“ an, mit allen Mitteln gegen den Diebstahl von Scheitholz aus der Flöße vorzugehen.

1620

  1. Jan. Beginn der Naumburger Musterung (Nobilitas).

Um seiner Treue zum Reich unter Beweis zu stellen, machte der Kurfürst an verschiedenen Orten mobil, darunter auch im Stift Naumburg. Zunächst ließ sich der Quartiermeister Ernst von Weißenbach die Unterkünfte für die Obristen und Kapitäne zeigen, dann wurde dem Rat befohlen, für die Offiziere und Mannschaften ausreichend Lebensmittel, Getränke und Futter anzuschaffen und einzulagern. Butter und Käse lieferten z. B. die v. Osterhausen auf Kreipitzsch und Gleina und die Ökonomie der Schulpforte. Das „Einfourieren“ war noch nicht abgeschlossen, da traf die Kompanie des Rittmeisters Pöllnitz mit 100 Pferden ein. Am 2. Februar meldeten die Regimenstquartiermeister die Ankunft von zehn Fähnlein mit jeweils 300 Mann. Am 8. Februar rückten diese aus ihren Quartiern in die Stadt ein und erhielten hier ihren Sold. Dann kamen die Heerwagen aus Dresden mit Uniformen, Musketen, Hieb- und Stichwaffen. Nach der Ausrüstung der Truppe und der Ernennung der Kommandeure wurde mit den Fähnlein vor den Stadttoren exerziert. Am 18 Februar traf Kurfürst Johann-Georg ein und musterte das auf dem Markt angetretene „gelbe Regiment“, die eine Woche dauerte. Dann begab sich der Kurfürst nach Mühlhausen. Einige Fähnlein wurden in Eckartsberga, Laucha, Freyburg, Mücheln, Weißenfels, Merseburg und Schkeuditz einquartiert, der Rest blieb in Naumburg. Nach seiner Rückkehr übernachtete der Kurfürst in Naumburg bevor er sich in Merseburg mit dem Administrator des Erzbistums Magdeburg (Markgraf Christian Wilhelm v. Brandenburg) in Halle traf.

1621

  1. Apr. Aufbruch kursächsischer Truppen nach Thüringen (Notabilia).

Zur Verstärkung des Fähnleins des Grafen von Mansfeld wurden auch „Defensionisten“ aus Naumburg und Weißenfels ausgehoben. Das waren Stadtbürger auf die das Los der Heerfolge gefallen war. Wohlhabende konnten sich zumeist durch Bestechung der Offiziere entziehen, bei den ärmeren Familienvätern löste es erhebliche Unruhe aus, blieb doch die Familie unversorgt zurück. Das Aufgebot zog bis Kirchheim, kehrte aber bereits am 23. April zurück. Dann kam die Nachricht, dass Herzog Johann-Ernst d. J. von Sachsen-Weimar sich Naumburg bemächtigen will, als Vergeltung für den Schaden den die Truppen im Herzogtum angerichtet hatten. Die Nachricht hatte der Eckartsbergaer Amtsschösser dem Schulverwalter Johann Becker und dieser dem Rat überbracht. Nun geriet die Bürgerschaft in helle Aufregung. Die Tore wurden geschlossen, Kanonen in Stellung gebracht, Gewehre und Pulver ausgeteilt. Doch die Kunde erwies sich als falsch.

Die unruhigen Zeiten, verteuerten die Lebensmittel und Dienstleistungen, die Kammereinküfte stagnierten oder sanken. Daher genehmigten die Landesherren die Einrichtung zahlreicher Münzstätten, aus deren Pachten und Einkünften sie sich einen erheblichen Gewinn versprachen. Allerdings profitierten davon nur die Münzmeister, Wucher und Münzverschlechterung waren die Folge. Auch in Naumburg wurde eine Münze im ehemaligen Steinschen Haus (Neustraße) eingerichtet, die aber auf Intervention des Rates und des Schössers des Georgenamtes wieder geschlossen wurde.

1622

             Holzkontrakt zwischen Kursachsen und der Saline Groß-Salze (Fürssen….)

Kursachsen ließ Holz auf der Elbe nach der im Stift Magdeburg gelegenen Saline Groß-Salze flößen und erhielt in den kommenden 150 Jahren von dort das Salz für die kursächsischen Salzniederlagen in Wittenberg und Torgau.

  1. Mai Kurfürst Johann Georg übernachtet in Naumburg (Notabilia).

Gemeinsam mit dem bereits vorausgeschickten Fähnlein sollte er dem protestantischen Herzog Christian von Braunschweig den Durchmarsch durch Thüringen verwehren, um diese Gefahr für die in Süddeutschland operierenden Ligatruppen abzuwenden. Auch hier wurden per Los die „Defensionisten“ aufgeboten, die dann aber durch angeworbene Söldner abgelöst wurden.

  1. Juni Mandat der herzogl.-weimarischen Kammer gegen Holzdiebe (RUD E IX 6b Nr. 3).

Ertappte Diebe wurden mit 10 Gulden belegt, wer kein Geld hatte, kam  8 Tage ins Gefängnis. Außerdem wurde der Dieb mit einem auf den Rücken gebundenen Scheitholz in einen am Ufer angebrachten Korb oder Kasten gesteckt und zur Abschreckung untergetaucht. Allen Amtspersonen wurden die Verfolgung, Haussuchung und Bestrafung der Täter befohlen. Auch ihnen drohten Strafen bei Nachlässigkeiten.

Dieses für Saale und Ilm geltende Mandat wurde dann vor jeder Flöße öffentlich angeschlagen.

  1. Sep. Eintreffen des kurfürstlichen Aufgebots (Notabilia)

Nach dem Abzug aus Thüringen wurden die 10 Fähnlein am Halleschen Anger abgemustert und entlohnt. Da man der Mannschaft den Sold in schlechter Münze auszahlte, kam es zum Tumult.

            Georg Sebastian von Osterhausen wird mit Rudelsburg und Kreipitzsch belehnt (Lepsius).

Sein Wohnsitz war das Rittergut, von wo aus er auch die Inspektion der Landesschule wahrnahm.

1623

             Verlegung der Saline zum Heringer Feld (Chron. M. Wille).

Seit 1622 war der Arzt Dr. Johann Agricola (1590 bis 1668) Oberaufseher der herzoglich-altenburgischen Saline. Er ließ an der Ilmmündung neue Siedekote mit 22 Pfannen errichten, dem heutigen Unterneusulza, um den Landtransport der Scheite einzusparen. Nachdem die Sole im Lepperwerk aufkonzentriert war, kam sie über eine 3 km lange Röhrenfahrt zu den Siedehütten. Zu Michaelis wurde hier das erste Salz gesotten. Agricola selbst leitete die Saline bis 1632 und ging dann nach Naumburg, wo er bis 1638 als Arzt wirkte.

  1. März Verlängerung des Floßvertrages mit den Schwarzburgern (WEI Floßwesen B 12153).

      5.  Aug. Niederlage der Protestanten bei Stadtlohn (Allg. Gesch.).

Dabei fielen die Herzöge Wilhelm von Sachsen-Weimar und Friedrich-Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg in die Hände von Tillys Ligatruppen, wurden aber ein Jahr später freigelassen.

             Neufassung des Amtserbbuchs (WER D 34 I Nr. 5/6)

1624

  1. Apr. Rezess zu den laufenden Holzverträgen mit der Pfännerschaft (DD Loc 37117).

Der kriegerischen Auseinandersetzungen führten zu einer allgemeinen Teuerung, so dass die in den bestehenden Verträgen vereinbarten Preise nicht mehr zu halten waren. Die kursächsischen Kammerräte vereinbarten mit den hallischen Rastdeputierten einen Preis von 70 Groschen für den Klafter für die noch anzuflößenden Mengen aus dem Vertrag von 1612 der bis 1627 lief und dem aus dem Jahr 1619 der 1631 endete.

1625

  1. Aug. Abschluss eines Scheitholzvertrages (WEI Floßwesen B 12153).

Die Herzöge Johann-Ernst von Sachsen-Weimar und Albrecht von Sachsen-Altenburg vereinbarten mit den Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt die Lieferung von 100.000 Klaftern (rd. 300.000 Raummeter) aus den Floßgehauen an der Schwarza, in Jahresmengen zwischen 15.000 und 20.000 Klaftern, mindestens 12.000 Klafter jährlich, innerhalb von 5 bis 7 Jahren. Als Preis wurden 24 Groschen für jeden angekommenden Klafter vereinbart. Die Schwarzburger brachten auf eigenes Risiko die Scheite bis zur Mündung der Schwarza in die Saale. Hier übernahmen sie die herzoglichen Floßaufseher und begleiteten die Drift bis Kösen. Schäden entlang der Schwarza gingen zu Lasten der Grafen, auf der Saale waren die Herzogtümer in der Pflicht. Für den Einschlag und den Transport zu den Einwurfplätzen gabe es einen Vorschuss, der bei der Endabrechnung abgesetzt wurde. Der Schwarzburger Graf Karl-Günther erhielt aus der Jahresflöße 1000 Klafter für seinen Hofstaat in Rudolstadt, Graf Ludwig-Günther 300 Klafter die dort aaudgezogen werden mußten. Den mit der Kontrolle an den Einwurfplätzen und der Begleitung des Nachtriebs auf schwarzburgischen Gebiet betrauten herzoglichen Beamten wurde Amtshilfe bei Diebstahl und Unterschlagung zugesichert.

daneben erhielten die Grafen das Recht, Speisesalz aus der schwarzburgischen Saline in Frankenhausen in den herzoglich-sächsischen Ämtern zu verkaufen. Über die Vertragsverhandlungen gibt es ein umfangreiches Archivmaterial (RUD E IX 6a Nr. 1, 6b Nr. 3,4,6,9, die Jahre 1623 bis 1626 betr.)

1628

               Zusammenstellung der Einnahmen der kursächsischen Floßkasse (DD Loc 37117).

In den Jahren 1618 bis 1628 hatte die Leipziger Floßkasse aus dem Verkauf des Holzes aus der Elster- und Saalenflöße 708.736 Gulden eingenommen. Nach Abzug aller Aufwendungen blieb ein Reingewinn von 34.736 Gulden.

1629

  1. Nov. Hochzeit des Floßbeamten Johann Georg Maul (Diarium).

Maul, gebürtiger Sulzaer, hatte sich in Naumburg als Advokat niedergelassen und war kurz zuvor zum kurfürstlichen Floßbeamten zu Kösen mit einem Jahresgehalt von 200 Meißner Fl. ernannt worden. Er kaufte ein Haus auf der Südseite des Marktes und heiratete die Stieftochter des Schulverwalters zu Pforte Adam Voigt. Dass sein Amt von einiger Bedeutung waren, geht aus seiner Aufstellung der Hochzeitsgeschenke und deren Schenker hervor. Darunter waren Kurfürst Johann-Georg, die Herzöge Philipp von Sachsen-Altenburg und Wilhelm von Sachsen-Weimar, den Teilhabern der „Commun-Flöße“. Es folgten Christian Freiher Schenk zu Tautenburg, der Schulinspektor von Pforta, die kurfürstl. Schulinspektoren und Superintendenten von Freyburg, Eckartsberga, Meyhen, Würchwitz und Flemmingen, die gesamte Lehrerschaft der Schule, die kursächsischen Amtsschösser des Naumburger Georgenamts, von Eckartsberga, Weißenfels, Freyburg, Zeitz, Wendelstein und Hechendorf. Dazu kamen die Floßbeamten, der Floßaufseher Jost Christian Römer, die Floßmeister Johann Abel Fickurth (Kursachsen), Friedrich Altenburg (Roda), Krumbhar (Weimar), Meusel (Pegau), Keusel (Merseburg), Fuhrmann (Halle) sowie die Pfännerschaft von Halle. Auch die Hofmeister von Fränkenau und Kukulau sowie die beiden Pachtschäfer wurden aufgeführt, ebenso die Wassermüller zu Kösen und Almrich. Außerdem kamen Geschenke von den Verwandten aus Grimma, Sulza, Leipzig sowie vom Naumburger Rat und zahlreichen weiteren Bürgern, insgesamt von 123 Personen. Der Wert der Geschenke belief sich auf 339 Taler. Mit dieser Auflistung begann sein „Diarium“, wo er die Kriegsereignisse um Naumburg, Pforte und Kösen beschrieb und mit äußerster Akribie die Schäden auflistete, die ihm durch die kriegsführenden Parteien bei den zahlreichen Einquartierungen entstanden waren.

  1. Mär. Vertrag der Herzöge von Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.)

Diese regelten die Modalitäten, um bei mehreren regierungsfähigen Nachkommen eine weitere Aufteilung des Herzogtums zu vermeiden.

   Nov. Jenaer Treffen der Ernestiner (Allg. Gesch.).

Diese strebten nun ein Bündnis mit Kursachsen an, da vom kaiserlichen Restitutionsedikt alle protestantischen Reichsstände betroffen waren, auch die die bisher loyal zum Reich gestanden hatten.

             Jahresrechnung der Brennholzflöße nach Halle (DD Loc 37117)

Insgesamt waren in Halle 17.866 Klafter eingetroffen, 10.506 aus der Elsterflöße und 4.107 aus der Saaleflöße. Das war nur noch 1/3 der vor 1620 angeflößten Menge, eine Folge der unruhigen Zeiten. Für Kursachsen lohnte das Geschäft dennoch. Allein bei der Saaleflöße wurden 77.000 Gulden Einnahmen verzeichnet, die Hälfte davon war Reingewinn.

1630

     Juni J. G. Maul bezieht das Floßhaus in Kösen (Diarium).

Maul mußte auf Befehl des Kurfürsten seinen Wohnsitz im Floß-Haus zu Kösen nehmen. Das Gehöft stand nun schon 100 Jahre und war für den gutsituierten Naumburger Bürger sicherlich kein angemessener Wohnsitz. Indessen quartierte der Naumburger Rat den Wachtmeister eines altenburgischen Kürassierregiments samt Dienern in seinem Haus ein. In den elf Wochen der Einquartierung leerte der 22 Fass Bier, die hier eingelagert waren. Dazu kammen noch diverse Lebensmittel, was Maul auf 280 Gulden bezifferte.

           Holzliefervertrag zwischen Kursachsen und Schwarzburg-Rudolstadt (DD Loc 37117).

Kursachsen kaufte von den Grafen 100.000 Klafter zum Preis von 70 Groschen, die als Eingabe zur „Commun-Flöße“ gedacht waren. Damit bestand die Möglichkeit mit der halleschen Pfännerschaft Anschlußverträge auszuhandeln, auch wenn die unruhigen Zeiten die Flöße und damit auch die Salzproduktion behinderten.          

  1. Sep. Vertrag von Coswig (Allg. Geschichte).

Das Restitutionsedikt führte zum Bruch zwischen dem Kaiser und dem Kurfürsten. Johann Georg I. verbündete sich mit dem Schwedenkönig, unterstellte seine Truppen dem schwedischen Oberkommando und stellte Kursachsen als Operationsbasis zur Verfügung

  1. Sep. Vorstoß der Kaiserlichen unter Tilly nach Sachsen (Allg. Gesch.)

Pforta und Naumburg wurden von Oberst Holk besetzt. Es kam zu Plünderungen, Schüler und Lehrer flohen, der Schulbetrieb ruhte.

  1. Sep. Schlacht von Breitenbach bei Leipzig (Allg. Gesch.).

Nach der für Schweden siegreichen Schlacht vertrieben kursächsische Truppen die an der Saale stehenden Holkschen Truppen.

  1. Sep. Herzogs Wilhelm IV. wird schwedischer Statthalter (Allg. Geschichte).

Der Herzog von Sachsen-Weimar (Regentschaft seit 1626), war Statthalter von Thüringen und richtete sein Hauptquartier im kurmainzischen Erfurt ein.

1632

  1. Sep. Truppen Wallensteins besetzen Naumburg und Umgebung (Allg. Gesch.).

Wallenstein, nach dem Tod Tillys Oberbefehlshaber der Ligatruppen, hatte die Sachsen aus Böhmen verdrängt und war durch herzoglich-sächsisches Gebiete nach Kursachsen vorgedrungen, um hier im „Feindesland“ die Winterquartiere aufzuschlagen. Der Hauptarmee folgten die Abteilungen von Holk, Gallas und Pappenheim. Der Vorstoß veranlaßte den Schwedenkönig seinen Zug in Süddeutschland abzubrechen, um einen möglichen Seitenwechsel Kursachsens zu verhindern. Im Thüringer Wald vereinigte er sich mit dem Aufgebot des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar.

  1. Okt. Die Kaiserlichen besetzen Naumburg und Pforta (Vgl. Naumburger Kreisblatt 1826).

Erneut wurde der Schulbetrieb eingestellt.

  1. Okt. Die schwedische Vorhut erreicht Naumburg.

Vom Kösener Berg über die Brücke zog das Aufgebot unter Oberst v. Brandenstein nach Naumburg. Die kaiserliche Besatzung von 36 Mann wurde ausgehoben, der Ersatz unter Oberst Breda traf zu spät ein. Das Gros der Kaiserlichen lagerte dann zwischen Weißenfels und Leipzig.

  1. Okt. König Gustav Adolf von Schweden trifft mit der Hauptmacht ein (Allg. Gesch.).

Auf der Via Regia von Erfurt über Buttstädt kommend, ließ er auf der Kösener Höhe halten. Entgegen den ursprünglichen Plan, bis Naumburg vorzustoßen, blieb er mit dem Hauptquartier in Punschrau. Zahlreiche Regimenter kamen nach Burgheßler und Klosterhäseler. Von Punschrau aus wurde die Gegend rekognisziert.

  1. Okt. Übergang über die Saale (Haubold Heimatbuch 1930)

Da sich die Kaiserlichen von der Unstrut auf Weißenfels zurückgezogen hatten und von dort keine Bedrohung der Flanke zu erwarten war, gingen die Schweden und ihre Verbündeten über die Saale, die Kavallerie durch die Almricher Furt, die Infanterie ging über die Kösener Brücke. Naumburg wurde besetzt, die Stadtbefestigung durch Schanzen verstärkt und die Fähren an der Unstrut für einen eventuellen Rückzug gesichert. Gustav Adolf verlegte am 1. November sein Hauptquartier nach Naumburg, übernachtete jedoch im Feldlager. Am 3. November wurde die gesamte Infanterie in Naumburg einquartiert. Die Reiterei wurde auf die umliegenden Dörfer verteilt. In Pforte lagen finnische Reiter, die die Schule für ein Kloster hielten und hohen Schaden anrichteten. Am 5. November zogen die Truppen in Richtung Weißenfels.

  1. Nov. Bankett im Maulschen Haus (Diarium).

Diesmal war der Kgl. Schwedische Oberstallmeister v. d. Schulenburg bei Maul einquartiert und hatte die Fürsten Franz-Albrecht von Sachsen, Ernst von Anhalt, den Grafen von Eberstein-Lobenstein und über 20 weitere Adlige zu einem Bankett geladen. Das kostete Maul 56 Gulden. Außerdem versuchte der Herzog Franz-Albrecht noch Mauls Eheweib zu schlagen.

  1. Nov. (16. Nov. n. gregor. Kalender) Schlacht bei Lützen (Allg. Gesch.).

Wallenstein gelang es unter Aufbietung aller Kräfte das Gleichgewicht herzustellen. Damit kam es zu keiner Entscheidung. Auch der Tod des Schwedenkönig änderte daran nichts, denn Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, der das Oberkommando übernahm, konnte das Schlachtfeld behaupten.

1633

             Die Schweden unter Baner lagern im Stiftsgebiet (Diarium)

Aber auch die Verbündeten der Sachsen requirierten, was ihnen gefiel. Erneut ist Maul betroffen „120 Fl. an 4 schönen Pferden, sind mir an der Kösener Brücke genommen worden….“

            Sachsen-Coburg fällt zurück an Sachsen-Eisenach (Allg. Gesch.)

1635

  1. Mai Friedensschluss von Prag (Allg. Gesch.).

Dabei wechselte Kurfürst Johann-Georg die Front und forderte die Schweden auf, Sachsen und Thüringen zu verlassen.

1636

  1. Nov. Die Schweden unter Baner besetzen Naumburg (Diarium).

Nach dem Sieg bei Wittstock richteten die Truppen in Kursachsen ihr Winterquartier ein. Als kurfürstliche Beamter mußte Maul neben den Kosten der Einquartierung 200 Gulden als Kontribution zahlen. Da er sich zunächst weigerte, wurde er in seinem „Schreib Cabinetgen“ festgesetzt und von den Schweden solange mit Tabaksqualm traktiert, bis er ihnen den Schmuck seiner Ehefrau aushändigte.

In Sulza brannten die Schweden den Soleturm ab, worauf die Saline wieder einging. In Halle wurde das gesamte Floßholz von den Schweden in Brand gesetzt und da es von den Pfännern bereits übernommen war, bestand Kursachsen auf die vollständige Bezahlung (s. „Die Geschichte des hallischen Salzwercks“, Halle 1793).    

1637    

       Jan. Erneut kommt Baner nach Naumburg (Diarium).

Im Haus von Maul wurde Baners Regiments-Schultheiß mit Frau, Kindern, Magd, Knecht und Burschen einquartiert. Maul notierte: „Dieses war ein gottloses Teufels Pack….Sie luden ihresgleichen gottlose Leute zu Gaste, frassen, soffen und hureten Tag und Nacht…“.

  1. Feb. Besetzung Naumburgs durch die Kaiserlichen (Diarium).

Die Schweden hatten Naumburg beim Nahen der Kaiserlichen geräumt. Aber auch Kursachsens Verbündete ob Hatzfelder, Nassauer oder Kalksteiner Einheiten benahmen sich nicht anders als die Schweden. Sie forderten Kontributionen ein und plünderten.

            Der Lehrbetrieb an der Fürstenschule kommt zum Erliegen (Thür. u. d. Harz, 3. Bd. 1840).

Für die 150 Plätze, jeweils 25 waren ein Jahrgang, meldete sich kaum noch ein Schüler denn es hieß: praclusa fuit Porta.

1638

             Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Eisenach-(Coburg) (Allg. Gesch.).

Dabei fielen 1/3 des Territoriums an Sachsen-Altenburg und 2/3 an Sachsen-Weimar.

1639   

  1. Feb. Wieder liegen die Schweden unter Baner in Naumburg (Diarium).

    29. Sep. Durchzug des schwedischen Generals Königsmarck (Diarium).

Den Floßbeamten Maul traf es erneut, denn als er sich in Sicherheit bringen wollte „da wurden mir zu Lengenfeld meine neu erkaufften 4 schönen Pferde, die ich zum Holtzfahren haben muste, genommen.“

  1. Okt. Besetzung von Amt und Stift durch den kursächsischen General Schleinitz (Diarium).

Der legte seine 4 böhmischen Regimenter in die Stadt, weil er vom Rat beleidigt worden war.

1640

  1. Jan. Die kursächsische Besatzung flieht (Diarium).

Die Schweden unter Königsmarck zogen durch die geöffneten Tore.

  1. Jan. Die Schweden ziehen ab, die sächsischen Truppen kehren zurück (Diarium).

    30. Mär. Die kursächsische Besatzung zieht sich wieder zurück (Diarium).

Maul weigerte sich, dem Obristen Seidewitz die Floßkasse auszuhändigen, weil der keine Order vorweisen konnte.

  1. Mär. Königsmarck besetzt den Stift und verlangt weitere Kontributionen (Diarium).

    12.  Okt. Floßholzvertrag Sachsen-Altenburg mit Schwarzburg (RUD E IX 6a Nr. 1)

Trotz des Krieges vereinbarte Herzog Friedrich-Wilhelm mit den Grafen die Lieferung von 4000 Klaftern.

  1. Nov. Die Regimenter der Generale Thorstenson und Dörffling besetzen den Stift (Diarium).

Nun mußte Maul die Floßkasse hergeben, um sein Leben und das seiner Familie zu retten. Doch seine im Wochenbett liegende Ehefrau erkrankte, das Neugeborene und zwei weitere Kinder starben. Die restlichen Floßgelder hinterlegte Maul im Beisein seines altenburgischen Floßschreibers beim Oberpfarrer.

               Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.).

Daraus entstanden ein verkleinertes Herzogtum Sachsen-Weimar (bis 1672), das Herzogtum Sachsen-Eisenach (bis 1644) und das Herzogtum Sachsen-Gotha (bis 1680).

1641

  1. Mär. Einquartierung des General-Adjudanten Goriz (Diarium).

Maul versuchte nun seine Familie in Sicherheit zu bringen: Weil ich nun nichts mehr geben konnte schickte ich mein Weib mit den Kindern mit 2 Pferden in die Schul Pforte … in der Hoffnung sicher zu seyn“.

  1. Apr. Streifzüge marodierender Landsknechthaufen (Haubold, Heimatbuch 1930)

Pforte und die Rudelsburg wurden von Franzosen und Schweden unter den Generälen de Guebrian und Rose gebrandschatzt.

Auch Mauls Familie war betroffen, denn „die frantzösischen Völker jagten uns fort und plünderten alles aus, wir ließen alles in Stiche und flohen auf das Saltz Werk, dahin ich meine zwey Ochsen von Lengefeld bringen ließ (..) Auf dem Saltz Wercke Kösen muste ich meine zwey Ochsen lösen mit 10 f und muste ein Pferd hergeben vor 10 f.“.“

Diese Anmerkung Mauls stellt eigentlich alle bisher bekannten Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Erschließung der Solequellen in Frage, denn das würde bedeuten, dass hier bereits vor dem 30jährigen Krieg Salz produziert wurde. Bislang fehlten dafür weitere Anhaltspunkt. Da alle Amtsunterlagen von Pforte aus der Zeit vor 1630 vernichtet wurden, muss man wohl diesem Beamten, der derart akribisch Buch über seine Lebensumstände führte, Glauben schenken

1642

     Mai Landesvisitation im Herzogtum Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.).

Die Aufnahme ergab, dass die Hälfte der Wohnstätten zerstört, zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen wüst lagen, der Viehbestand völlig vernichtet und die Bevölkerung insbesondere auf dem Land durch Krieg, Gewalt, Hunger und Seuchen auf ein Minimum dezimiert war. Die Zustände in Kursachsen waren vergleichbar.  

26. Nov. Fertigstellung des ersten Strohgradierhauses in Altensalz (Lehman : "Sachsen kann alle arme Saltz-Quelle..." 1721).   

Das Gradierhaus war 168 Ellen (rd. 100 m) lang und 11 Ellen hoch (rd. 7m) hoch. Die Bespeisung erfolgte über Pumpenkünste. Das Salzwerk gehörte dem Ober-Landjägermeister Hans Georg von Carlowitz, der eine Erweiterung der Anlage auf 2 Gradierwerke jedes rund 300 Ellen lang erwog, weil dafür die Sole reichte. Carlowitz starb ein Jahr später. 1650 sollte das Gradierhaus an eine Stelle versetzt werden, an der die Windverhältnisse günstiger waren, was 1652 zumindest teilweise erfolgte. Allerdings brannte  die Anlage 1656 ab, das Salzwerk kam zum Erliegen.  

1643

     Okt. Wiederaufnahme eines geordneten Schulbetriebes (Haubold, Heimatbuch 1930)

1644

             Erbfall im Herzogtum Sachsen-Eisenach (Allg. Gesch).

Das Gebiet teilten sich die Herzöge von Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha.

1645

               Kursächsisch- schwedischer Waffenstillstand (Haubold Heimatbuch 1930).

Die Schule war verödet das Vorwerk Kösen niedergebrannt ebenso die Vorwerke Fränkenau und Kukulau. Zahlreiche Bauernhöfe waren verlassen, die Felder, Weinberge und Obstgärten lagen brach.

  1. Mär. Holzliefervertrag Kursachsens mit der Pfännerschaft (DD Loc. 1073).

Obwohl der Vertrag von 1619 noch nicht erfüllt war, wollte Kursachsen zusätzlich zu den Fehlmengen in den kommenden 8 Jahren jährlich 15.000 Klafter 7/4elliges Holz anflößen, der Klafter zu 46 Groschen. Die Bezahlung erfolgte nicht mehr an bestimmten Terminen, sondern wurde dem Rhythmus des Siedebetriebes angepasst. Der Bedarf für ein „ganzes Sieden“ (5-6 Tage) wurde ermittelt und dafür 600 Taler vereinbart. Das Geld übernahm der  kursächsische Floßschreiber. Weiterhin verpflichtete sich die Pfännerschaft, ausschließlich Brennholz von Kursachsen zu beziehen und Kursachsen versprach die Abnahme des halleschen Salzes zum Preis von für 30 Groschen pro Stück (ca. 60 kg).

Den Vertrag handelten auf kursächsischer Seite der Oberaufseher Winckelmann sowie Römer, Kilian Kessel und der Floßmeister Hans Abel Fieker aus.

  1. Nov. Vertrag zwischen Schwarzburg und Kursachsen (DD Loc. 37117).

Um den Vertrag mit Halle zu erfüllen, mußte Kursachsen auch die Lieferverträge mit den Schwarzburgern erneuern. Kursachsen orderte 10.000 Klaftern jährlich. Als Preis wurden 8 Groschen anstelle der bisher gezahlten 18 Groschen vereinbart. Dafür erließ Kursachsen den Salzgrenzzoll für Frankenhausener Salz, dass durch den Thüringer Kreis in die schwarzburgischen Ämter Arnstadt und Rudolstadt gebracht wurde.

1646

  1. Okt. Floßholzkontrakt (WER D 34 Anh. 1 Nr. 928)

In Altenburg vereinbarten die Floßbeamten von Sachsen-Altenburg und Kursachsen (der Vertreter aus Weimar fehlte), die Weiterführung der „Commun-Flöße“ auf der Saale für die kommenden 6 Jahren. Damit sollte der für alle Beteiligten vorteilhafte Handel mit der Pfännerschaft wiederbelebt werden. Vereinbart wurden jährlich 12.000 Klafter, 4000 pro Teilhaber Der Klafter maß 7/4 Ellen in der Länge, 3 Zwickauische Ellen und 5 Zoll in der Höhe und Breite (ca. 3,4 Festmeter). Um den Schwund auszugleichen sollten je 100 Klafter 6 Klafter zusätzlich zu Einwurf kommen, die nicht vergütet wurden. Wie bisher oblag den herzoglichen Beamten die Flöße bis Kösen, ebenso das Ausschleppen und auf Stapel setzen. Wenn es die Umstände zuließen, konnte auch darauf verzichtet werden. Dann wurde Kösen nicht belegt und die kursächsischen Beamten übernahmen das über den Wehrdamm gehende Holz und brachten es nach Halle, wo es ausgeschleppt und vermessen wurde. Die Kosten dafür wurden dann auf die Teilhaber umgelegt. Würde ein Teilhaber seinen Anteil ganz oder teilweise nicht zur Eingabe bringen oder den Einwurf verpassen, durften die anderen diese Differenz aus eigenem Aufkommen ausgleichen. Nach dem Aussetzen in Halle sollten die Stapel sofort der Pfännerschaft übergeben werden. Kursachsen verpflichtete sich, die beiden herzoglichen Teilhaber umgehend auszuzahlen. Als Preis waren 39 Meißnische Groschen für den normalen Klafter vereinbart, für Stücke und Klötze gab es weniger. Möglich war auch, dass im man im Zweijahresrhythmus und dann die doppelte Menge geflößt wurde, womit aber die Gefahr des Durchbrechens des Rechens bestand, wenn größere Mengen gleichzeitig ankamen. In diesem Fall sicherte man sich gegenseitige Hilfe und eine Kostenteilung zu. Für die Verpachtung der Stapel und Schäden an den Ufern sollte die Schule 50 Klafter aus der „Commun-Flöße“ erhalten. Auch mit dem Rittergutsbesitzer von Osterhausen auf Kreipitzsch strebte man einen Vergleich an, im Fall, dass die Flöße an den zu seiner Gerichtsbarkeit gehörenden Ufern Schaden anrichten würde oder die Fischerei behinderte.

Daneben durfte die altenburgischen Flöße auch weiterhin auf eigene Rechnung nach Kösen bzw. bis Halle flößen, allerdings mußten dann eigens vereidigte Beamte die Flöße begleiten. Der Vertrag wurde von Johann Reichhardt, Hans Fr. v. Brandt, Hans Abel Fieker und Jost Chr. Römer ausgehandelt.

1647

               Novellierung des herzoglich-sächsischen Holzvertrages von 1625 (WEI 12153).

Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Gotha-Altenburg verlängerten ihre   Lieferverträge mit den Schwarzburger Grafen.

1648

  1. Apr. „Testimonium“ für J. G. Maul (Diarium).

Die vier Prediger der Wenzelskirche bescheinigten dem „Ehrenfesten, Wohlgelahrten Herrn, Herr Johann George Maul, Notarius publicus, Churf. Sächsischer Floss-Beamter und Bürger zu Naumburg“, dass er 16 Jahre gottesfürchtig und mit seiner tugendsamen Hausfrau hier gewohnt habe. Maul führte sein „Diarium“ mit der Auflistung der während des Dreißigjährigen Krieges erlittenen Schäden bis 1656. Insgesamt bezifferte er seinen finanziellen Verlust auf 4.450 Gulden wovon die Einquartierungskosten teilweise vom Rat erstattet wurden.

  1. Juli Floßholzkontrakt zwischen Sachsen-Altenburg und Schwarzburg (RUD E IX 6a Nr. 1)

Herzog Friedrich Wilhelm orderte 6000 Klafter für die kommende Flöße.

1649

             Abteufung eines neuen Schachtes in der Saline Sulza (Chron. M. Wille).

Der neue Schacht, den der Salzverwalter Backher abteufen ließ, brachte eine ergiebige wenn auch geringe Sole, für deren Versiedung erhebliche Brennstoffmengen gebraucht wurden. Daher wurde versucht die Lepperwerke effizienter zu gestalten.

  1. Okt. Anordnung zur Instandsetzung der Schäferei (DD 10036 Finanzarchiv).

Der Platz "dorauf die Schäferey gestanden" hatten die Schweden „gentzlichen wegkgebrennet unde in die Asche gelegen“

1651

  1. Juli Novellierung des Floßkontraktes von 1646 (WEI 12153, WER D 34 1/. 928).

In Rochlitz trafen sich die kurfürstlichen Beamten mit den Bevollmächtigten der fürstlichen Häuser Weimar und Altenburg, um den im kommenden Jahr endenden Vertrag um weitere 4 Jahre zu verlängern. Jährlich sollten wieder 21.500 Klafter angeflößt werden, den Klafter für 43 Meißnische Groschen. Die übrigen Vertragsbedingungen blieben unverändert.

1652

  1. Feb. Floßholzkontrakt Sachsen-Altenburg mit Schwarzburg (RUD E IX 6a Nr. 1)

Herzog Friedrich Wilhelm orderte 60. 000 Klafter für die nächsten 10 Jahre.

1656

  1. Mär. Prolongierung des Floßholzkontraktes mit der Pfännerschaft (DD Loc 37118)

In den kommenden 8 Jahre sollten weitere 120.000 Klafter auf der Saale und der Elster nach Halle geflößt werden. Als Preis für den Klafter wurden 48 Groschen vereinbart.

             Ernennung von Georg Zschackwitz zum Floßmeister (WER D 34/1/208).

Er kam aus Zeitz, wo er der Elsterflöße vorstand und bezog wie seine Vorgänger das Floßhaus an der kleinen Saale. Das Anwesen war ein Vierseithof mit Wohnhaus, Scheunen und Ställen.  Neben dem Floßmeister wohnte hier noch der Floßschreiber und zeitweise der Floßgegenschreiber, während der  Rechenwärter eine eigene Behausung unmittelbar neben dem Rechen hatte.  

1657            

  1. Apr. Freundbrüderlicher Hauptvergleich zu Dresden (Allg. Gesch.).

Kurfürst Johann- Georg I. hatte zum Erben den ältesten Sohn Johann Georg (II.) bestimmt und für dessen drei jüngere Brüder die Einrichtung von Sekundogenituren, selbstständige Fürstentümer mit enger Bindung an das Kurfürstentum, verfügt.

Zum Herzogtum Sachsen-Zeitz (bis 1718) gehörten das Amt Tautenburg,  der Hocstift Naumburg-Zeitz und die Ämter Pegau und Weida. Herzog Moritz residierte bis zur Fertigstellung des Zeitzer Schlosses „Moritzburg“ in Naumburg.   Herzog August von Sachsen-Weißenfels (bis 1746) bekam die Ämter des Thüringer Kreises wie Freyburg, Heldrungen, Weißensee und Tennstedt. Hierzu gehörte Bibra, später als Bad der Herzöge von Sachsen-Weißenfels bekannt geworden. Christian von Sachsen-Merseburg (bis 1738) machte aus Lauchstädt seinen Sommersitz und ließ hier ebenfalls ein Bad einrichten.

Die landesherrlichen Regale wie Bergrechte und Zölle verblieben beim Kurfürsten. Zur angemessenen Versorgung der Residenzen entlang Saale gehörte auch die kontinuierliche Bereitstellung von Feuerholz aus der landesherrlichen Flöße. Neben dem Naumburger Holzplatz am Halleschen Anger ließ der Kurfürst in Weißenfels einen „Holzhof“ am rechten Saaleufer anlegen. Hier wurden zum Ausschleppen der Scheite alle Pferdebesitzer und das Gesinde der umliegenden Rittergüter aufgeboten (O. Schäfer in Weißenfelser Heimatblätter 1939).

            Inventarbeschreibung der Schäferei (DD 10037 Finanzarchiv).

Das bestand aus zwei Ställen. Der eine maß 21 x 12 Ellen (12 x 7 m), der andere war aus Bruchsteinen gemauert und maß 51 x 18 Ellen (29 x 10 m). Beide Gebäude sind auf dem Plan des Markscheiders Schmieder aus dem Jahr 1680 vermerkt. In einem der Ställe hatte auch der Schäfer seine Wohnung. Nicht aufgebaut wurde das Vorwerk (Romanisches Haus)

1659

            Einrichtung der Kreiskommission Tennstedt für den Thüringer Kreis (Leonardi).

Dazu gehörten die Ämter Pforta, Tautenburg, Treffurt, Weißenfels, Freyburg, Sachsenburg, Weißensee, Eckartsberga, Sangerhausen, Langensalza, Wendelstein und Sittichenbach.

            Verkauf des schriftsässigen Rittergutes Stendorf (Lepsius Kl. Schriften).

Herzog Moritz von Zeitz, verkaufte als Administrator des Stiftes Naumburg das zum Georgenamt gehörende Vorwerk Stendorf, die Burg und das Dorf Saaleck als schriftsässiges Rittergut mit den Erbgerichten seinem   Kanzler J. H. Menius.

Das Rittergut wurde später an die v. Creutzens auf Kreipitzsch verkauft, danach fiel es an die von Schönbergs (1774) und kam 1783 durch Erbvergleich an die Familie v. Feilitzsch, die es bis 1945 besaß.

  1. Dez. Novellierung des Scheitholzvertrages (DD Loc. 37118).

Wegen der ständigen Teuerung versuchte Kursachsen einen höheren Holzpreis durchzusetzen. Schließlich einigte man sich auf 54 Groschen für den Klafter. Außerdem zahlte die Pfännerschaft 500 Taler extra je angelieferte 2.000 Klafter. Dafür bekannte Kurfürst Johann Georg II. „damit die Klafterwerterhöhung den Pfännern nicht zu Abgang ihrer Salznahrung gereicht, wollen wir hierauf förderlich Verordnung ergehen lassen, dass in unsern Kurfürstentum und Landen soviel möglich, nur hallisches Salz eingeführt wird.“

Diese Klausel sollte bis 1778 Vertragsbestandteil bleiben. Die unbeschränkte Einfuhr des halleschen Salzes führte zum Ausbau des Leipziger „Salzlizentgebietes“, wo das kurfürstliche Salzregal aufgehoben wurde. Das eingeführte Salz wurde mit einem „Lizent“ belegt, die an Lizentnehmer verpachtet wurde.      

1661

             Hochwasserflut der Saale (Thür. Chron.).

1662

  1. Jan. Lehensurkunde für Kreipitzsch und die Gerichte der Rudelsburg (Lepsius Kl. Schriften).

In vierter Generation wurden Georg Rudolf und Hans Georg von Osterhausen und ihren vier unmündigen Brüdern die Stiftslehen vom Administrator dem Herzog Moritz von Sachsen- Zeitz bestätigt.

  1. Mär. Kurfürstliches Salzmandat (Hohl, Biträge….)

Ämter, Rittergütern u. dgl. die der Hauptsalzkasse zugehörten wurde der Vertrieb auswärtigen Salzes außer dem aus Halle verboten.

1665

  1. Mär. Neuer Floßholzkontrakt mit Halle (DD Loc 37118, Salzcopiale).

Vereinbart wurden 200.000 Klafter zum Preis von 56 Groschen.

1667

  1. Feb. Befehl des Herzogs von Sachsen-Weißenfels zur Bauholzflöße (Schäfer, WSF- Heimat).

Für den Bau des Weißenfelser Schlosses Neu-Augustusburg hatten die Beamten für den in Halle als Administrator des Erzstifts Magdeburg residierenden Herzog August in Kahla 300 starke Stämme und 120 Rüsthölzer erhandelt, die abgeflößt werden sollten.

  1. Sep. Abteufung eines weiteren Salzschachtes in Sulza (Chron. M. Wille).

Da die Solequelle zu versiegen drohte, hatte auf Befehl des Herzogs von Sachsen-Altenburg der Hofrat Hanns Dietrich von Schönburg auf Goldschau einen Rutenschreiber auf das Sulzaer Werk beordert. Nach dessen Angaben schlugen der Salzschreiber Jacob Abraham Christner und der Pfannenmeister Johann Christoph Zöllich einen neuen Schacht ein und stießen auf eine geeignete Sole. Bezüglich des Rutengehens wurde angemerkt: „ob man denn die Salzquelle nicht ohne die Wünschelruten hätte finden und antreffen mögen, wenn man sich nach dem Flore Salis oder Sinter oder nach den Salzquellen aufm Griese oder anderen gesalzenen oder salpetrischen Adern und Orten gerichtet hätte.“ Für die erfolgreiche Abteufung erhielt dann Christner zweihundert Taler vom Herzog Friedrich Wilhelm.  

1669

  1. Juli Geburt von Johann Ehrenfried Zschackwitz (Wikipedia).

Der Sohn des Floßmeisters Georg Wilhelm Zschackwitz besuchte das Stiftsgymnasium in Zeitz, studierte in Leipzig Theologie, Jura und Geschichte. Dann folgte eine Anstellungen beim Herzog von Sachsen-Gotha, ging dann als Sekretär des kursächsischen Statthalters nach Dresden. Weitere Stationen waren Leipzig, Eisenach, Coburg und Hildburghausen, bevor er 1731 als Professor für Reichsgeschichte und Recht in Halle tätig war, wo er auch am 28. Oktober 1744 starb. Zschackwitz galt als einer der bedeutendsten Heraldiker seiner Zeit.

1671               

                      Verkauf von Kreipitzsch und der Rudelsburg (Lepsius Kl. Schriften).

Die Brüder v. Osterhausen verkauften die Stiftslehen von Kreipitzsch, Lengefeld und der Rudelsburg und der Fischerei auf der Saale an Wolf Albrecht von Creutz.

           Das Schulamt verklagt den Floßmeister Zschackwitz (WER D 34/1/929).

Dieser ließ sein Vieh auf den Scheitplatz weiden, was lt. Vertrag der Schule zustand, wenn die Plätze nicht belegt waren.

1672

  1. Juli Erbteilung des Herzogtums Sachsen–Altenburg (Allg. Gesch.).

1633 war das Herzogtum Sachsen-Coburg an Sachsen-Eisenach gekommen, 1638 wurde Sachsen-Coburg-Eisenach zwischen Sachsen-Altenburg (1/3) und Sachsen-Weimar (2/3) wieder aufgeteilt. 1640 waren durch Erbteilung die Herzogtümer Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha und Sachsen-Eisenach entstanden. Letzteres kam nach dem Tod Herzog Albrechts 1644 zu gleichen Teilen an Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha. Als nun Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg verstarb, fiel das Herzogtum zu einem Viertel an die Linie Sachsen-Weimar (1/4) zu drei Viertel an die Linie Sachsen-Gotha (3/4), das sich nun Herzogtum Sachsen- Gotha-Altenburg nannte.

Die Solequellen an der Ilm sowie die Siedehütten in Neu-Sulza verblieben beim Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg, während Sulza selbst mit dem Amt Roßla an das Herzogtum Sachsen-Weimar kam. Die sich aus dieser Trennung ergebenden rechtlichen Differenzen zwischen dem Rat zu Sulza und der Saline Neusulza wurden 1675 bzw 1677 mit einem Rezeß der beiden herzogl. Kammern beigelegt.

Zu diesem Zeitpunkt schied der Salzschreiber Christner aus dem altenburgischen Dienst aus und ging in das benachbarte Kursachsen.

1678

  1. Mär. Novellierung des Floßholzkontrakts (DD Loc 37118)

Kursachsen orderte 200.000 Klafter zum Preis von 66 Groschen.

1680                

             Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg (Allg. Gesch.).

Da es sieben erbberechtigte Söhne gab, wurde  das Herzogtum in sieben Zwergfürstentümer geteilt, die aber bei Erlöschen der jeweiligen Linie wieder vereinigt wurden, wie Gotha-Altenburg mit der Saline Neu-Sulza, Eisenberg (bis 1707), Hildburghausen (bis 1702), Römhild (bis 1710), Coburg (bis 1735), Meiningen und Saalfeld. Zusammen mit Sachsen-Weimar, Sachsen-Jena und Sachsen-Eisenach gab es 10 ernestinische Kleinstaaten. Dazu kamen die Grafschaften Schwarzburger-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen sowie die Herrschaften der Reußen von Gera, Greiz und Lobenstein. Alle bestanden auf ihre Souveränität, was die wirtschaftliche Entwicklung Thüringens, das nun einem politischen Flickenteppich glich, hemmte.

             Errichtung des Schulengasthofs (DD 10088 Rep. AII Nr. 931).

Für die zahlreichen Flößer und Holzhändler, Kaufleute, Fuhrleute und Reisende gab es an diesem frequentierten Ort weder Essen noch Trinken, kein Nachtlager, kein Futter für die Tiere und keinen Vorspann. Gasthöfe gab es zwar in Hassenhausen und Neuflemminge und  den Vorspann besorgten die dort ansässigen Bauern. Doch während der Aussaat und der Ernte fehlten deren Zugtiere. Dass an dieser Stelle ein Gasthof dringend geboten sei, war wohl nicht nur dem Floßbeamten klar. Ihren Vorstellungen folgte die Dresdener Kammer und befahl der Schule an einer Stelle nahe beid er Brücke, dem Rechen und den Stapeln in der Näher des Fahrweges auf einem geeigneten Platz einen Gasthof zu errichten und in Pacht zu geben.

Der Gasthof wurde neben den Resten des zerstörten Schulenvorwerks errichtet. Einige der Kellergewölbe wurden überbaut bzw. einbezogen. Das Haus maß 20 x 11,5 Meter war zweigeschossig und grenzte direkt an den westlichen der beiden Schafställe. Allerdings fehlten alle für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendigen Scheuen und Stallungen, sowohl für das eigene Vieh als auch für die Zug- und Reittiere der Einkehrenden. Es fehlte an Acker, Wiese und Weide. Die Lebensmittel und das Futter mussten von der Ökonomie der Schule bezogen werden. Noch gravierender war das Fehlen der Brau- und Brennrechte und auch die Getränke kamen aus dem Brau- und Brennhaus in der Schule. Dafür bekam der Gasthof ein "jure prohibendi" dass einen weiteren Gasthof zwischen Hassenhausen und Altenburg verhindern sollte.

Erst nach dem Brand von 1710 beim Wiederaufbau wurden einige Ställe und Scheunen, ein Backhaus und eine Schmiede gebaut. Dazu wurden einige Äcker, Wiesen und Weiden am anderen Saaleufer zwischen dem Äbtischen Holt und der Ilske mit verpachtet. Doch die Brau- und Brennrechte behielt Pforte und statt dessen gewährte das Verbietungsrecht ein Monopol für den Ausschank, das Gästesetzen, Beherbergen und den Vorspann im Amtsbereich, dass bis  1832 bestand.

Der erste nachweisbare Pächter war Eberhardt Linsgen (1695-1702 (WER D 34 V9. Nr. 2) dem Samuel Mose folgte. Der Gasthof nannte sich von Beginn an „Mutiger Ritter“, allerdings gibt es keine nachvollziehbare Erklärung für den zu dieser Zeit nicht alltäglichen Namens.