Von den Anfängen bis zur Erschließung der Solequellen

Vor 1000 Jahren bildete die Saale die Grenze zwischen der zum ostfränkischen Reich gehörenden Thüringer Mark und den slawischen Siedlungsgebieten. Mit der Ostexpansion der ersten deutschen Könige wurde die Grenze bis zur Elbe vorgeschoben und dieses Gebiet, die Mark Meißen  eingerichtet. Parallel dazu stifteten die Ottonen drei Bistümer, Meißen, Merseburg und Zeitz, die dem Erzbistum Magdeburg unterstanden. Durch Schenkungen und Privilegien kamen die Bistümer im 11. Jahrhundert zu einem ansehnlichen Eigenbesitz. Da sich die bäuerliche Landnahme in diesen nur schwach besiedelten aber fruchtbaren Gebieten östlich der Elbe in engen Grenzen hielt, holten die Markgrafen und Bischöfe Mönchsorden vornehmlich  Benediktiner und den Zisterzienser in ihre Gebiete, und die Klöstern begannen mit der Kultivierung des ihnen zugestifteten Besitzes. Somit wurde die Ansiedlung vornehmlich fränkisch-thüringischer Bauern, aber auch von Flamen, vorbereitet, die mit der slawischen Urbevölkerung zwischen Elbe und dem Erzgebirge verschmolzen.

Das Nebeneinander und Miteinander der kirchlichen und weltlichen Herrschaften und die sie prägenden Persönlichkeiten sind Gegenstand des 1. Teils der Chronologie, wobei in diesem Zeitraum das Vorwerk „Cusne“ kaum eine Rolle spielte. Nichtsdestoweniger sind die Daten und Fakten, insbesondere die Expansion des Klosters St. Marien zu Pforta, bedeutsam für das Verständnis der Entwicklung vom Hochmittelalter bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert. 

 

(Anm. Erläuterung der im Text häufig auftretenden Begriffe

  1. Hufe: auch Hofstelle, eine Fläche, mit deren Ertrag ein Bauer seine Familie im Jahr ernähren kann (rund 30 Morgen, 1 Morgen je nach Region ca. 3500 m² = 1/3 Hektar)
  2. 1 Mark (Silber): keine Münze sondern eine Gewichtseinheit entspricht 233 g Silber.

 

vor 900          

Nach der Zerschlagung des Thüringer Reiches durch die Merowinger (531) gehörte das Gebiet zwischen dem Harz, der  Saale und dem Thüringer Wald als „Orientalis Franci“ zum fränkischen Reich. Zur Zeit des Frankenkönigs Karl dem Großen entstanden Verwaltungsbezirke wie den Hassegau (Allstädt, Memleben, Roßbach, Merseburg) und den Helmegau (Nordhausen, Kyffhausen, Tilleda, Artern), mit denen königliche Gefolgsleute belehnt wurden. Diesen Gaugrafen oblag die Gerichtsbarkeit, sie sorgten für die Erhebung der Abgaben z. B. der den Thüringern auferlegte „Schweinezins“ und sollten Übergriffe der benachbarten Slawen verhindert bzw. diese durch eigene Unternehmen niederhalten.

Die Christianisierung Thüringens ging vom Erzbistum Mainz aus. Einer der namhaftesten Missionare war Bonifatius, später Erzbischof von Mainz (746).  Im 9. und 10. Jahrhundert kamen  die Klöster Hersfeld und Fulda zu umfangreichen Besitzungen und Einkünften in Thüringen, die ihnen von der  Krone und Adligen zugestiftet wurden. In den Zehntverzeichnissen von 899/900 finden sich  die frühesten schriftlichen Hinweise auf Ansiedlungen hiesiger Gegend wie Benndorf (Bebendorf), Hassenhausen (Hassenhuseno marca), Lißdorf (Luzuchesdorfeno marca) Spielberg (Spiliberc), Stendorf (Steindorf), Kleinheringen (Heringa), Gernstedt (Garostat  957) und Möllern (Melre  998).

Östlich der Saale, dem  „Limes sorbicum“ siedelten Westslawen, auch Wenden, Sorben oder Reußen genannt. Zahlreiche Ortsnamen mit den slawischen Endungen -itz-, -itze-, -zik weisen noch heute darauf hin. Doch auch westlich der Saale gab es etliche slawische Siedlungen wie Taugwitz, Pomnitz, Zäckwar, Gößnitz oder die später wüsten Dörfer Tauschwitz, Thesnitz und Rostewitz.

839 wurde das Gebiet zwischen Werra, Saale und Harz in den Fuldaer Annalen als „Ducatus Thoringiae cum marchis suis“ bezeichnet: Demnach war das Land ähnlich wie die ostfränkischen Stammesherzogtümer zum Heerbann verpflichtet und genoß eine gewisse Selbständigkeit unter  Thakulf (dux Thuringorum) und Poppo (comes et dux Sorabicus limitis). Durch die Schwäche der Karolinger gewannen aber immer mehr thüringische Grafengeschlechter an Macht, vermehrten ihren Eigenbesitz und vererbten ihre Lehen.

Nördlich an Thüringen grenzte das Stammesherzogtum der Sachsen. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich vom Niederrhein über die Weser bis zur Unterelbe.  Nach dem Untergang des Thüringer Reiches fiel ihnen Nordthüringen mit dem Harz und dem Mansfelder Land bis zur Unstrutmündung zu. Nach der Niederlage in den Sachsenkriegen und einer raschen Christianisierung wurde das Stammesherzogtum in das ostfränkische Reich eingegliedert und zum Heerbann verpflichtet.

 

903

              Burkard, Herzog der Sorbenmark (Allg. Geschichte, Rothe, 220).

Der Begründer der Bucconendynastie und Herzog der „marchio Thuringiorum“ wurde vom  letzten König der Karolinger Ludwig, das Kind (899-911)  als „fideles, primates regni nostri“ bezeichnet.

 

908/909

              Erster Einfall der Ungarn (J. Binhard, Thür. Chronica).

Aus der pannonischen Ebene kommend, zogen die Reiterscharen durch Bayern und Franken  und  entlang von Saale und Werra nach Norden. Ein thüringisch-sächsisches Stammesaufgebot wurde bei Eisenach geschlagen, wobei Herzog Burkard fiel. Thüringen wurde verheert. Die Situation nutzte der Sachsenherzog Otto, der Erlauchte und brachte das Erbe der Söhne  Burkards im  Grabfeld an sich und nannte sich Gaugraf von Südthüringen. 

 

911

              Krönung des ersten ostfränkischen Königs Konrad I. (Allg. Gesch.).

Das Unvermögen des letzten Karolingers, der unter der Vormundschaft des Mainzer Erzbischofs Hatto stand, führte dazu, dass die ostfränkischen Herzöge einen König aus den eigenen Reihen wählten.

 

912

             Tod des Sachsenherzogs Otto (Thietmar v. Merseburg I/7)

Ihm folgt sein Sohn  Heinrich, der 905 die Elbslawen vom Stamm der Dalmenitzer unterworfen und das Gebiet dem Herzogtum angegliedert hatte. 906 ehelichte er die Tochter des Grafen Erwin von Mersburg, die als Mitgift einen Teil des Hassegaues einbrachte, den er auch behielt, als die Ehe annulliert wurde. Durch die Mitgift seiner zweiten Ehefrau Mathilde von Wallhausen kam Heinrich in den Besitz des  Helmegaues. Heinrich wurde 916 als „„Saxonum et Thuringorum praepotens dux“  anerkannt. Zur Festigung seines Herrschaftsanspruchs ließ er Orte wie Merseburg und Wallhausen ausbauen und legte zahlreiche Pfalzen und Höfe an, darunter Memleben, Tilleda, Balgstädt, Ritteburg, Allstedt, Vargula bei Erfurt, die Altenburg bei Eckartsberga und den Kapellenberg bei Kleinjena.

In dieser Zeit kam es zu weiteren verheerenden Streifzügen der Ungarn, denen das ostfränkische Reich nur durch hohe Tribute  und  Stellung von Geiseln Einhalt gebieten konnte.

 

919

              Königskrönung des Sachsenherzogs Heinrich I. (Allg. Gesch.).

Der Begründer der Ottonendynastie auf dem deutschen Thron sollte als „dux consensu Francorum, Allemanorum, Bavarorum, Thuringorum et Saxonum rex eligitur“ gelten, doch zunächst wurde er nur vom fränkischen und sächsischen Adel anerkannt. Der Sage nach erhielt Heinrich die Krone beim Vogelfang Vogelherd bei Quedlinburg. Durch eine kluge Politik erreichte er 921 auch die Anerkennung  der  Herzöge von Schwaben und Bayern und letztendlich auch die des Herzogs von Lothringen.

Heinrich begann mit der planmäßigen Unterwerfung  der Slawen östlich von Elbe und Saale, deren Gebiete nach fränkischen Recht Königsland wurden.

 

924/926

             Waffenstillstand mit den Ungarn (J. Binhard/Döring).

Durch die Freilassung eines gefangenen ungarischen Adligen und dem Versprechen jährlicher Tributzahlungen, gelang es Heinrich I. einen Friedensvertrag für 9 Jahre abzuschließen. Diese Zeit nutzte er für den Ausbau der Reichsverteidigung. Neben dem Aufbau einer schlagkräftigen Panzerreiterei wurde die Burgwardverfassung eingeführt. Dazu wurden die Gaue aufgeteilt und in jedem Bezirk eine zunächst noch einfache hölzerne Verteidigungsanlage errichtet. Für den Bau und die Unterhaltung wurde die zum Burgward gehörende Bevölkerung herangezogen. Jeweils 8 männliche Einwohner hatten einen Krieger samt Bewaffnung, Ausrüstung und Verpflegung zu stellen. Daraus rekrutierten sich die Panzerreiterei und das die Verteidigungsanlagen zu besetzende Fußvolk. Die Burgherren wurden in den Dienstadel erhoben, erhielten den Burgward und die Gerichtsbarkeit als Dienstlehen.  

 

928/929

             Kriegszug Heinrich I. gegen die Wenden (Allg. Gesch., Spalatin).

Der Zug war eine Generalprobe für die neu geschaffenen militärischen Einheiten. Nach der siegreichen Schlacht bei Lenzen wurde Meißen gegründet, ein vorgeschobener   befestigter Posten auf dem rechten Ufer der Elbe.  Die Niederschlagung der Wenden verhinderte gleichzeitig, dass die Ungarn von den  slawischen Stämmen unterstützt würden.

Zum Schutz der Ostgrenze Thüringens wurden Pfalzen und Königshöfe entlang der Saale eingerichtet bzw. befestigt, darunter Saalfeld, Kirchberg b. Jena und Dornburg.

 

932     

             Heinrich I. verweigert den Ungarn weitere Tributzahlungen (Allg. Gesch., Binhard).

Mit der Übergabe eines räudigen Hundes, dem man die Ohren und den Schwanz abgeschnitten hatte, wurde der Frieden auf drastische Weise aufgekündigt.

 

933

  1. Mär. Schlacht an der Unstrut (Allg. Gesch., Rothe, Binhard).

Weil die Unterstützung der Dalmenitzer ausblieb, gelang es den sächsischen Panzerreitern  einzelne Abteilungen der umherschweifenden Ungarn zu vernichten. Inzwischen hatte Heinrich das Reichsaufgebot zusammengezogen, das die Ungarn an der Unstrut bei Riade (Kalbsrieth?) stellte. Weitere Siege gelangen bei Jechaburg, einem Ortsteil von Sondershausen und bei Merseburg (am Keuschberg bei Dürrenberg).

 

936           

  1. Aug. Krönung Otto I. in Aachen (Allg. Gesch.).

König Heinrich war in seiner Lieblingspfalz Memleben/Unstrut verstorben. Zuvor hatte er eine „Hausordnung“ erlassen, die dem erstgeborenen Sohn die alleinige Thronfolge sicherte. Otto I. huldigten die Herzöge von Bayern, Schwaben und Lothringen sowie der gesamte fränkische, sächsische und thüringische Adel.

 

  1. Sep. Schenkung Otto I. an das Nonnenklosters Quedlinburg (Allg. Gesch.).

Zum Gedenken an seinen Vaters überließ Otto I.  dem von seiner Mutter Mathilde gestifteten Kloster zahlreiche Besitzungen aus dem Krongut, darunter Einnahmen aus der Pfalz Dornburg (Dobenecker Bd. 1, Nr. 354), Güter und Zinsen in Rehehausen, Hassenhausen, Darnstedt und Sulza, einen Wald am westlichen Saalehang zwischen den Dörfern Döben (oberhalb von Lengefeld) und der Gemarkung des unteren Dorfes Fränkenau am Nikolausberg. Daran erinnert noch der  Flurname „Äptisches-(Äbtissinnen)-Holz“.  

 

937

             Belehnung Geros mit der sächsischen Mark durch Otto I. (Allg. Gesch.)

Gero (*900), ebenfalls aus dem sächsischem Grafengeschlecht der Luidolfinger stammend,  folgte dem verstorbenen Markgrafen Siegfried. Zur (ost)sächsische Mark gehörten die slawischen Siedlungsgebiete östlich der Mittelelbe und der Saale, das heutige Sachsen, das südliche Sachsen-Anhalt,  Ostthüringen und  die Niederlausitz.

Zur Sicherung der Gebiete wurden an den Flußläufen einfache, von Palisaden umgebene Wallanlagen errichtet in denen die sächsisch-thüringischen Schutz und Unterkunft fanden. Zum Bau und zum Unterhalt der Besatzungen wurde die slawische Urbevölkerung herangezogen.   

 

938

             Belehnung Geros mit der Grafschaft Merseburg (Thietmar v. Merseburg II/2)

Mit dem Allodial der Ottonen im Hasse- und Helmegau sowie dem Friesenfeld wurde ab 972 ein    Pfalzgraf belehnt. 1002 fiel die erbliche Pfalzgrafenwürde an die Grafen von Goseck. Nach dem Erlöschen der Ottonen wurde die Pfalzgrafschaft Sachsen Erblehen des Reiches.

 

945

  1. Mai Schenkungsurkunde Otto I. (Dobenecker Urkundenbuch 1/366).

Markgraf Gero erhielt das Dorf Tribunice (das heutige Flemmingen), trans Salam fluvium (jenseits der Saale) im comitatu Thietmari (der Grafschaft Dietmars) in pago lingua Sclavorum Zitice nominato (im Gau, welcher in slawischer Sprache Zeitz genannt wird).

 

947/48

            Beginn der Christianisierung der Elbslawen (Allg.Gesch.)

Ausgangspunkt war das Kloster zum Heiligen Mauritius in Magdeburg.

 

951

  1. Juli Schenkungsurkunde Otto I. (Dob. 1)

Markgraf Gero erhielt Land im Gau Serimunt in der  Grafschaft Thietmars.

 

955

  1. Aug. Sieg Otto I. über die Ungarn auf dem Lechfeld (Allg. Gesch.)

Dem Reichsaufgebot und der Panzerreiterei gelang ein vernichtender Schlag. Nun war die Ungarngefahr dauerhaft gebannt. 

 

  1. Okt. Sieg Ottos über die slawischen Obodriten (Allg. Gesch.)

Zur Sicherung des Gebietes zwischen Elbe und Oder wurden zahlreiche Befestigungen angelegt.

 

961

             Schenkungsurkunde Otto I. (Allg. Gesch.)

Dem von ihm gestifteten Moritzkloster in Magdeburg überließ Otto im Gau Nedlice, die Burg Giebichenstein und die dort zu Tage tretenden „süßen und salzigen“ Wasser. Das ist der erste urkundlich erwähnte Nachweis auf Solevorkommen am Mittellauf der Saale. 

 

962

              Kaiserkrönung Otto I. (Allg. Gesch.).

Die Heirat mit Adelheid, der Witwe des italienischen Königs, führte Otto nach Italien, zunächst zur Sicherung der Mitgift seiner Gattin, aber bald schon mischte er sich in die Machtkämpfe zwischen den weltlichen Herrschern und dem Papst.  Ganz in der Tradition Karls des Großen ließ er sich schließlich zum Kaiser krönen. Für ihre imperiale Politik brauchten die Ottonen die Unterstützung des deutschen Adels und des Klerus, die dafür umfangreiche  Schenkungen und Privilegien erhielten. 

In Rom bat Otto I. Bei Papst Benedikt XII. Magdeburg zum Erzbistum zu erheben und in Merseburg ein Bistum zur Bekehrung der heidnischen Sorben einzurichten. Der Papst erteilte hierzu am 21. Februar die Genehmigung (Dob. Bd. 1/419)

 

963

             Gero beginnt mit der Eroberung der Lausitz (TvM II/14).

Von  Meißen als vorgeschobener Brückenkopf   erfolgte der Vorstoß  nach Norden über die Elbe in die  slawischen Gaue Selpuli und Lusizi.

 

965   

  1. Mai Tod Markgraf Geros (Allg. Gesch.).

Danach wurde dessen Mark aufgeteilt, nordöstlich der Elbe die Nordmark (Kernland der Mark Brandenburg), östlich davon bis zur Oder die Mark Lausitz, mit der  Graf Hodo I. belehnt wurde und die ostsächsische Mark zwischen der unteren Saale und der Elbe, das spätere Stammland der Wettiner. Das Gebeit zwischen Saale, Elbe und Erzgebirge wurde dreigeteilt. Mit der Mark Merseburg (Gau Chutizi) wurde der thüringische Graf Günter (geb. 949), der Begründer der Dynastie der Ekkehardiner belehnt, Meißen kam an Wigbert, Zeitz an Wigger. Nach Naumann (1924) gehörten zur Mark Zeitz die Gaue Orla, Sluppenice, Weitaha, Tucherin, Puonzowe, Geraha, Plisna, Dobno und Zwickowe

 

967

20. Apr. Urkunde Papst Johannes XIII.  (Naumburger Urkundenbuch NUB, Nr. 1, Dob. Nr. 438f.)

Auf der Synode zu Ravenna wurde die von Benedikt XII. erteilte Genehmigung zur Gründung des Erzbistums Magdeburg bekräftigt, konkretisiert und erweitert. Dem von Otto I. eingesetzten und vom Papst geweihten ersten Erzbischof Adalbert wurden die zur Heidenmissionierung gegründeten Bistümer Merseburg, Meißen und Zeitz (Cici) zugewiesen. Die Einsetzung (Investitur) der Bischöfe behielt sich Kaiser Otto vor und machte damit deutlich, dass er nicht nur die weltliche Führung im Heiligen Römischen Reich beanspruchte, sondern auch den geistlichen Führungsanspruch für sich reklamierte.  

 

968     

  1. Okt. Das Kloster Bibra kommt an das Erzbistum Magdeburg (Dob. 1/438 u. 439).

Die Urkunde stellte Kaiser Otto I.  in Ravenna aus.  

 

  1. Feb. Stiftung des Erzbistums Magdeburg (Allg. Gesch. Dob. 1/442-444)

Nach dem  Tod des Bischofs von Halberstadt und des Erzbischofs von Mainz setzte Otto hier seine  Favoriten ein. Aus „Dankbarkeit“ überließ der Halberstädter Bischof Hilliward mit Einwilligung des Mainzer Erzbischofs einen Teil seines Bistums  dem Erzbistum Magdeburg.   

Der Sprengel, in dem das Erzbistum den Kirchenzehnt erheben konnte, umfasste das Gebiet  entlang des „Friedrichwegs“ zwischen Ohre, Elbe und Bode, sowie Teile des Hassegaues von der „Bösen Sieben“, einem Flüßchen zum Süßen See, über den Salzigen See bis zur Saale und das Gebiet der unteren Unstrut bis zur Helme mit  Wallhausen (TvM II/20). 

 

      Okt. Päpstliche Bestätigung des Erzbistums und der Ost-Bistümer (Dob. 1/440 f).

Johannes XIII. bekräftigte in Gegenwart Ottos I. die Erhebung der Magdeburger Kirche zum Erzbistum über das ganze Volk der Slawen jenseits von Elbe und Saale und erlaubte dem Erzbischof die Weihe der  Bischöfe von Brandenburg (Thietmar) und Havelberg (Tudo), sowie der   Bistümern Zeitz, Merseburg und Meißen. Der Vertraute Otto I. der Missionar Boso wählte das ruhige, weil gut gesicherte Merseburg. Meißen kam an Burchard und der Unruheherd Zeitz an Hugo, die im Dezember geweiht wurden (Germ Sacra 1).Gleichzeitig verpflichteten sich die Markgrafen Wigger, Wigbert und Günther zum Gehorsam gegenüber dem Erzbischof und dem Schutz der Bistümer, der Diözese der Mark entsprach.

 

   970

            Bischof Boso von Merseburg verstirbt (TvM II/36)

Das Bistum verfügte bereits über etliche Besitzungen, darunter Äcker in Mimenlevo (Memleben), Thorburg (Dornburg) und Kirberg (Kirchberg bei Jena) und die Burg Medeburn im Gau Chutizi  (Magdeborn b. Leipzig). Boso gründete  Kloster Posa (Bosau) bei Zeitz. Sein Nachfolger war  Giselher.

 

971

             Die Pfalz Thorburg (Dornburg a.d. Saale) brennt nieder (TvM II/35).

 

973

  1. Mai Otto I. verstirbt in der Pfalz Memleben (Allg. Gesch.)

Er stand im 62. Lebens- und im 37. Regierungsjahr. Während das Stammland der Ottonen weiterhin Herzogtum blieb, wurde Thüringen zur Markgrafschaft. Der erste mit Thüringen belehnte Markgraf war  Graf Günther von Merseburg , der 968 erstmals urkundlich erwähnt wurde.  

Nachfolger Otto des Großen war sein gleichnamiger Sohn  Otto II. (geb. 955).

 

974

            Schenkungsurkunde Otto II. (Dob. 1/ 469).

Das Bistum Merseburg erhielt einen Forst im Gau Chutizi, zwischen Saale und Mulde in den Ländern Sinsili und Plisni (Pleißenland). Weil der Kirche die Gerichtsbarkeit nicht zustand, mußte man sich bei allen Rechtsgeschäften der weltlichen Gerichtsbarkeit bedienen.     

 

975

  1. Juni Diplom Otto II. für den Zeitzer Bischof (Dob 1/480).

Hugo wurde die Aufsicht über die Kirchen in Zeitz und Altenburg sowie über weitere 36 Pfarreien in den Gauen Plisni, Ponzawa, Ducharin, Weta, Geraha, Dohna, Strubenice und Wisenta bestätigt. Damit reichte die Diözese von der Saale vom Thüringischen Schiefergebirge bis Weißenfels,  ostwärts bis über die Mulde und im Südosten bis zum Kamm des Erzgebirges. Später beteiligten sich hier die  Bischöfe  auch an der Ausbeutung der Silberbergwerke.

 

976

            Schenkungsurkunde Otto II. (Dob. 1/ 485).

Das Bistum Zeitz erhielt aus dem königlichen Krongut die Burgen Zeitz und Altenburg mit dem dazugehörigen Burgward.     

 

            Schenkung Otto II. an das Bistum Merseburg (TvM III/1)

Giselher erhielt die Abtei Pöhlde/Harz, die Burg Zwenkau und Wälder in den Gauen Siusuli und Plisni  zwischen Saale  und Mulde.

 

977

            Einfall eines böhmischen Heeres in der Markgrafschaft (Germania Sacra 1).

Unter Führung des Wettiner Grafen drangen die Böhmen bis nach Zeitz.

 

981

  1. Sep. Auflösung des Bistums Merseburg (Dob. 1/, TvM III/11-13-16)

Um die Nachfolge des verstorbenen Erzbischofs Adalbert bewarb sich der Merseburger Bischof Giselher. Für die ihm zu gewährende Unterstützung versprach er im Fall seiner Wahl, die Auflösung des Bistums und die Aufteilung der Einkünfte und Besitzungen den Bischöfen von Halberstadt, Meißen und Zeitz. Der Papst bestätigte im Einvernehmen mit dem gerade in Rom weilenden Kaiser Otto II. Der Erhebung Giselhers zum Erzbischof und  die Auflösung seines Bistums. Dabei fielen dem Bistum Zeitz unter Bischof Friedrich (979-990) die merseburgischen Stiftsgüter in den Gauen Plisni, Vedu und Tucherini (Pleißen-Wethau-Teuchern) zu.

 

982

              Vereinigung der Marken Merseburg, Meißen und Zeitz (Allg. Gesch.).

Nach dem Tod Markgraf Günters von Merseburg (982), der seit dem Tod des Markgrafen Wigger (981) auch mit der Zeitzer Mark belehnt war und des Markgrafen Thietmar von Meißen (979) wurde Rikdag, ein sächsischer Feudalherr aus dem Harzgau mit der zur marchia misenensis  vereinten Marken belehnt. Rikdag intensivierte die Unterwerfung und Christianisierung der Slawen, was deren Widerstand verstärkte.

 

983

              Slawenaufstand (Allg. Gesch., Binhard, TvM III/17).

Die Stämme nördlich und östlich der Elbe (Lutizen, Obodriten und Heveller) zerstörten die  Bischofssitze Brandenburg und Havelberg, vertrieben den Klerus und die sächsischen Besatzungen und erlangten für 150 Jahre wieder ihre Unabhängigkeit. In der Mark Meißen konnte Markgraf Rikdag den Aufstand verhindern.

 

  1. Dez. Tod Otto II. in Rom (Allg. Gesch.).

Da sein Sohn Otto (III.) noch unmündig war, begehrte dessen Oheim der Bayern-Herzog Heinrich der Zänker die Vormundschaft und veranlaßte die Böhmen zum Einfall in die Mark Meißen.

 

984

              Die Burg Meißen wird von den Böhmen erobert (Allg. Gesch.).

Herzog Heinrich von Bayern hatte den Böhmenherzog Boleslav II. zum Einfall in die Mark Meißen bewogen, um so seinen Ansprüchen auf die Königskrone Nachdruck zu verleihen.

 

  1. Juni Reichstag im thüringischen Ort Rohr (Allg. Gesch.).

Heinrich der Zänker beugte sich dem Spruch des Reichsgerichts und die Vormundschaft übernahm  die Mutter Otto III. der Byzantinerin Theophanu, gemeinsam mit der Witwe Otto I. der Äbtissin von Quedlinburg Mathilde. Dafür wurde Heinrich als Herzog von Bayern bestätigt.

Neben den Sachsenherzog Berhard setzte sich der Markgraf Ekkehard (I.) von Thüringen für Otto III. Ein. Er war der Sohn des Markgrafen Günther von Merseburg und der Dubrowka einer Tochter des Böhmenherzogs Boleslaw I.  Er heiratete Suanhilde, die Witwe Thietmar I. (Markgraf der Ostmark, gest. 978), eine Tochter Hermann Billungs und Schwester des Herzogs Bernhard von Sachsen. Der Stammsitz der Familie war der Kapellenberg oberhalb von Kleinjena.  Unterhalb der mit einem einfachen Wall umgebenen Anlage lag die „urbs geni“ eine Kaufmannssiedlung.   

 

              Markgraf Rikdag verstirbt (Allg. Gesch.)

Die Mark Meißen beanspruchte nun der Polenherzog Mieszko für seinen Sohn Boleslav, der mit einer Tochter Rikdags verheiratet war.

 

985     

              Graf  Ekkehard (I.) wird mit der Mark Meißen belehnt (TvM IV/6/39).

Ekkehard gelang die Rückeroberung der Burg Meißenm und die Unterwerfung des Böhmenherzogs. Aber auch der Polenherzog Miezco I. erhob Ansprüche für seinen Sohn Boleslav, der mit einer Tochter des verstorbenen Markgrafen Rikdag verheiratet war.

“Ekkihardus, ex nobilissimis Thuringiae australis natalibus huis genealogica ortum ducens” „marchio amabilis“ oder „summus consiliarius“ wie er von Kaiser Otto III. genannt wurde, verfügte nun über eine  ansehnliche, den Herzogtümern gleichkommende Machtbasis. Dank seiner hervorragenden Stellung am Hof Otto III. wurden ihm auch Reichslehen im Gau „Weithaha“ östlich der Saale als Eigengut überlassen.

 

986

            Kriegszug Otto III. zur Unterwerfung der Elbslawen (Allg. Gesch.)

Unter der Führung des Markgrafen Ekkehard und im Bündnis mit dem Polenherzog Mieszko I. gelang es die Meißen besetzt haltenden Böhmen unter Boleslav II. zu vertreiben. Nach der Wiedereinsetzung des Bischofs Folkold wurde Ekkehard I. mit den Burgen Meißen,  Strehla und Rochlitz belehnt.

 

990

            Feldzug gegen den Böhmenherzog (TvM IV/11).

Der Polenherzog Miezcko I. (gest. 992) hatte sich mit der Bitte um Hilfe an die Äbtissin von Quedlinburg gewandt, die für den in Italien weilenden Kaiser Otto III. als Reichsverweserin fungierte. Das Aufgebot führten der Erzbischof Giselher, Markgraf Ekkehard und Graf Sigfried, der Vater Bischofs Thietmar von Merseburg.

 

991/992

            Otto III.  zieht gegen die Luitizen und Obodriten (TvM Anh.).

Erneut kämpften der Polenherzog Mieczko und nach seinem Tod sein Sohn Boleslav I. Chobry an der Seite Otto III. wobei Boleslav die Unterwerfung und nachfolgende Belehnung mit dem Milzener Land anstrebte.

 

993

            Schenkungsurkunde Otto III. (Dob. 1/ 561).

Markgraf Ekkehard I. wurde mit dem Dorf Holzhausen (bei Leipzig), dem Burgward Keuschberg (bei Dürrenberg) und Schkölen belehnt.

 

997/998

            Markgraf Ekkehard I. begleitet Otto III. nach Rom (TvM IV/30).

Unter seiner Führung wurde die Engelsburg erstürmt, und der weltliche Herrscher Roms Crescentius Gegenspieler des Papstes getötet. 

 

  1. Nov. Schenkungsurkunde Otto III. (Dob. 1/585).

Das Kloster Memleben erhielt Reichsgüter u.a. in Melre (Möllern).

In der Pfalz, dem Sterbeort Heinrich I. und Otto I. hatten Otto II. und dessen Ehefrau Theophanu 979 ein Kloster gestiftet und reich ausgestattet. Dazu gehörte der Kirchenzehnt im Hasse- und Friesengau und zahlreiche Eigengüter.

 

999

            Anerkennung des Polenherzogs durch Otto III. (TvM Anh.)

Nach dem Vasalleneid erhob Otto III. Boleslav Chobry zum Herzog, was den Unmut des sächsischen Adels hervorrief.

 

1000

              Otto III. visitiert die Mark Meißen (TvM IV/45).

In Zeitz traf er mit Bischof Hugo II. zusammen, begab sich dann nach Meißen zu Bischof Eged und reiste in Begleitung Markgraf Ekkehards an den Hof des Polenherzogs.

 

1002

Einfall des Polenherzogs in die lausitz (TvM V/11-18; Allg. Gesch.)

Boleslav Chobry nahm Bautzen und drohte bei der Burg Strehla über die Elbe zu gehen.

 

  1. Jan. Kaiser Otto III. verstirbt (Allg. Gesch.)

Da er keinen leiblichen Thronfolger hatte, gab es mehrere Thronbewerber, den Sohn des Bayernherzogs Heinrich, einem Enkel Otto I., den Markgrafen von Thüringen und Meißen, Ekkehard I. sowie den Herzog von Schwaben.

 

  1. Apr. Ermordung Markgraf Ekkehard I. im Kloster Pöhlde (TvM IV/52)

Nachdem die sich auch die Mehrheit des thüringisch-sächsischen Adels für den Sohn Heinrich des Zänkers entschieden hatten, bot Ekkehard dem Schwabenherzog seine Unterstützung an. Auf dem Weg dahin, fiel er im Kloster Pöhlde einem Komplott sächsischer Adliger zum Opfer (TvM V74). Begraben wurde er …in sua urbe nomine Gene in parrochia Mogontiensi in loco ubi Sala et Unstrod confluent (in seiner Stadt namens Gene in der Parochie Mainz, ein Ort wo Saale und Unstrut zusammenfließen). Ekkehard hinterließ sechs Kinder, darunter Hermann und  Ekkehard (II.) die späteren Markgrafen sowie Mathilde (Mechthild).

 

  1. Juli Königskrönung in Merseburg (TvM V/15).

Anwesend waren u.a. der Magdeburger Erzbischof Giselher, die Bischöfe von Meißen (Eged) und Zeitz (Hugo II.), Herzog Bernhard von Sachsen, Markgraf Gero (Lausitz) und der Pfalzgraf von Sachsen. Die Huldigung der thüringischen Grafen leistete  Graf Wilhelm von Weimar.

Dann belehnte Heinrich II. den Grafen Gunzelin von Kuckenburg, den Bruder Ekkehard I. mit der Mark Meißen. Anstelle eines Markgrafen von Thüringen wurde Graf Wilhelm von Weimar zum obersten Landrichter bestimmt. Die Söhne Ekkehard I. behielten ihre  Allodien an der Unstrutmündung und die Erblehen im Gau Wethau und die Burglehen von  Strehla und Rochlitz.

Anerkennung fand Heinrich II. bei Adel, Klerus und Volk  weil er die „Schweineabgabe“ abschaffte, die seit der Zerschlagung des Thüringer Reiches durch die Merowinger von Thüringen als Tribut zu liefern war.

Herzog Boleslav I. leistete Heinrich den Treueeid und wurde mit dem östlichen Teil der Mark Lausitz belehnt. Den westlichen Teil erhielt Gero (II.), ein Sohn des 978 verstorbenen Markgrafen Thietmar von Meißen und der  Suanhilde.  Deren  Sohn aus zweiter Ehe mit Markgraf Ekkehard I., Hermann, wurde noch im gleichen Jahr mit Reglindis, der Tochter des Polenherzogs Boleslav Chobry verheiratet, die Tochter Mathilde mit Dietrich von Wettin, dem Sohn Graf Dedos, der 1017 Graf von Eilenburg  und 1032 Markgrafen der Lausitz wurde.  

 

1003

            Burchard von Goseck wird mit der Pfalzfgrafschaft Sachsen belehnt  (Allg. Gesch.).

 

            Graf Wilhelm II von Weimar verstirbt (Allg. Gesch.)

Damit endete zunächst auch die Linie der thüringischen Markgrafen.

 

1004

  1. Jan. Tod von Erzbischof Giselher (TvM V/39).

Auf dem Weg zur Pfalz Dornburg verstarb Giselher in seinen Gut Thriburi (Trebra b. Apolda).

 

  1. Feb. Weihe Taginos zum Erzbischof von Magdeburg (TvM V/44).

Bei seinem Aufenthalt in Merseburg bzw. auf der Burg Givikansten (Giebichenstein) ordnete Heinrich II. die Wiederherstellung des Bistums Merseburg und die Rückgabe der den Bistümern Halberstadt und Zeitz zugefallenen Gebiete an.

 

  1. Mär. Schenkungsurkunde Heinrich II. (Dob. 1/ 606).

Als Entschädigung für die an das Bistum Merseburg zurückgegebenen Gebiete bekam Bischof Hildeward von Zeitz aus dem Krongut drei Dörfer im Gau Tucherin (Teuchern).

 

Kriegszug gegen den Polenherzog Boleslav (TvM VI/2).

Markgraf Gunzelin erzwang den Abzug der Polen aus Meißen und sein Neffe der Sohn Ekkehards I.   Hermann wurde mit dem Milzener Land belehnt.

 

1007

            Feldzug Boleslav  Chobrys gegen das Milzener Land (TvM VI/37 ff).

Hermann konnte das Land halten und wurde daraufhin mit der Burg Bautzen belehnt.

 

1009

  1. Apr. Thietmar wird Bischof von Merseburg (TvM VI/37 ff).

Nach dem Tod Wigberts wurde Thietmar, der erst 1004 von Erzbischof Tagino im Beisein König Heinrichs  in den Priesterstand erhoben wurde, in Neuburg /Donau geweiht. Thietmar ein Sohn des Grafen Siegfried und Enkel des Grafen Luithars von Wahlbeck, wurde durch seine  Chronik bekannt.

 

               Fehde  zwischen den Söhnen Ekkehard I. und  Markgraf Gunzelin  (TvM VI/53).

Gunzelin belagerte die Burg Strehla und zerstörte Rochlitz, die Erblehen seiner Neffen.  Thietmars vermerkte dazu in seiner Chronik „Herimannus et Ekkihardus confratres castellum quoddam iuxta Salam situm, quod Guncelinus unice sibi dilectum muris....et divisa omni congerie radicatus illud dejiciunt ac incendio consumunt.“ Die zerstörte Burg oberhalb der Saale wird zumeist mit der Altenburg  bei Almrich in Verbindung gebracht. Die Zerstörung war so gründlich, dass 100 Jahre später in der Stiftungsurkunde des Zisterzienserklosters nur noch der Burgwall erwähnt wurde.  

 

             Hermann I. wird mit der Mark Meißen belehnt (Allg. Gesch. /TvM VI/54/55).

König Heinrich II.  setzte Gunzelin wegen Begünstigung der Polen ab  und übergab ihn als Hochverräter dem Bischof von Halberstadt. Erst 1017 kam er wieder frei und zog sich auf sein Allodial Kuckenburg bei Querfurt zurück. Die Burg  Meißen fiel an den Wettiner Friedrich von Eilenburg, die Mark Meißen an Hermann.

Gleichzeitig wurde der von Ekkehard I. begonnene Bau der „Neuen“-Burg auf dem gegenüber der Unstrutmündung gelegenen Bergsporn vollendet. 1012 wurden die sterblichen Überreste des Markgrafen in die „civitatem Nuenburch“ überführt. Zum Seelenheil des Verstorbenen und der Unterhaltung der Grablege stifteten seine Söhne das Benediktinerkloster St. Georg.

 

1012

  1. Aug. Erzbischof Waltered von Magdeburg verstirbt (TvM VI ff).

Waltered, der Nachfolger Taginos starb nur 4 Wochen nach seiner Weihe.

Die Abwesenheit König Heinrichs nutzten die Polen und fielen in die Mark Meißen ein. Die Königin, mit der Regentschaft betraut, ließ zwar bei Merseburg ein Aufgebot sammeln, brach dann das Unternehmen ab und befahl die Befestigung der Grenzgaue entlang der Saale. Strategisch wichtige  Punkte wurden befestigt, aus denen dann die Burgenketten auf den Ostufern von Saale und Weißer Elster entstanden. Allein im Gau Weta entstanden neben der  „Nuenburch“ die Schönburg, die Burg Saaleck und die Camburg. Weiter saaleaufwärts im Orlagau der Gleißberg, der Kirchberg, die Lobdeburg, die Leuchtenburg, Weißenburg, Burgk und  Ziegenrück,  Walsburg, Saalburg und Burg Lobenstein. Den meisten dieser Befestigungen war ein Burgward zugeordnet., dessen bewohner für den Unterhalt der Burg und deren Besatzung herangezogen wurden. Mit der Burg, den Burgward und der Advokatie wurden Gefolgsleute aus dem niederen Adel  auf Lebenszeit belehnt.

 

1014

            Treueschwur des Polenherzogs (TvM VI/90/91).

Nachdem König Heinrich die Freilassung des Sohns Boleslavs, Mieczko (II.) aus böhmischen Gewahrsam erwirkte, leistete der in Merseburg den Treueeid und wurde mit der Mark Lausitz und dem Milzener Land belehnt.  

 

1015

            Feldzug gegen Boleslav und Miezcko II. (TvM VII/16ff).

Trotz der Vermittlung Markgraf Hermanns waren die Polen erneut in der Mark Meißen eingefallen, wurden aber von einem Aufgebot des Herzogs Bernhard von Sachsen wieder vertrieben. Bei den Kämpfen fiel Markgraf Gero II.

 

  1. Okt. Merseburg bekommt die Pfarreien Schkeuditz und Wurzen (TvM VII/24).

 

1017

  1. Nov. Merseburg bekommt die Pfarreien Leipzig und Geusa (TvM VIII/66).

 

1018     

                Friedensschluss von Bautzen (Allg. Gesch.).

Heinrich II. und Boleslav I. beschworen im Beisein des Erzbischofs Gero v. Magdeburg,  des Bischofs Arnulf von Halberstadt, Markgraf Hermann und Graf Dietrich (II.) v. Wettin den Frieden.  Boleslav verzichtete auf alle Ansprüche an der Mark Meißen für die Bestätigung des Lehens der Mark Lausitz. Zur Festigung des Bundes heiratete Boleslav Oda die Schwester Markgraf Hermanns, eine  Tochter Ekkehard I. und der Suanhilde.

 

            Fehde zwischen Bischof Thietmar und den Ekkehardinern (TvM VIII/19).

Es ging dabei um einen Forst  an der Mulde  in der Nähe von Rochlitz den  Otto II. dem Bistum 974 geschenkt hatte und in dessen Besitz die Ekkehardiner nach Auflösung des Bistums gekommen waren. Bischof Thietmar berief sich nun auf die königliche Anordnung, dass die dem Bistum einst gehörenden Ländereien zurück zu geben seien. Hermann und Ekkehard sahen sich aber im rechtmäßigen Besitz und ließen hier ein  Wildgehege einrichten, dass der Bischof auf dem Weg nach Kohren vorfand. Da Thietmars noch im gleichen Jahr verstarb, wurde die Sache nicht weiter verfolgt. 

 

1024

             Tod des letzten Ottonen, Heinrich II.  (Allg. Gesch.)

Mit Konrad II. übernahm das fränkischen Geschlecht der Salier für rund 100 Jahre die Krone. Während dem Markgrafen von Meißen das Lehen und den dortigen Bischöfen ihre Güter bestätigt wurden, sahen sich die Salier als rechtmäßige Erben der Krongüter in Thüringen und der Pfalzgrafschaft Sachsen.

Doch die Grafen und Herren, die inzwischen ihren Eigenbesitz mit ehemalige Reichsgütern vermehrt hatten, wehrten sich gegen die Bestrebungen des Saliers, die thüringischen Krongüter einzuziehen. Dabei unterstützten sie auch Teile des Klerus ebenso wie die zahlreichen freien Bauern. Zur Demonstration seiner Ansprüchen liessen die Salier Reichsburgen (Sachsenburg, Kyffhausen, Harzburg) anlegen und die Königspfalzen (Saalfeld, Allstedt, Dornburg) befestigen und mit rheinfränkischen Ministerialen besetzen, was dann zu erbitterten Auseinandersetzungen führte.

 

1027

  1. Dez. Schreiben Papst Johann XIX. (NUB Nr. 24).

Für den Schutz der Kirche im slawischen Siedlungsgebiet war die Nähe von Burgen wie z. B. Meißen und Merseburg sinnvoll. Dem Bistum Zeitz fehlte indessen ein derartiger Schutz, weshalb   Bischof Hildeward den Schutz vor den zahlreichen „Heiden“  als unzureichend ansah. Diesen Umstand nutzten die Ekkehardiner, dem Bischof die Verlegung des Bistums in den Schutz der  „Neue Burg“ anzutragen.

Damit wurde auch die Grablege der Familie aufgewertet, weil diese an einem Bischofssitz gebunden war. Sowohl der Magdeburger Erzbischof Hunfried als auch König Konrad II. befürworteten die Verlegung, nicht zuletzt im Hinblick auf die nach wie vor bestehende Bedrohung der Mark Meißen durch die Polen. Mit den Worten „liceret (.) inventum episcopatum Siticensem (.) consecratum Nuemburgum“ ...“ weil dort ein befestigter Ort ist, der weit von den Feinden entfernt ist, die es gewohnt sind, den Ort (Zeitz) zu plündern“ genehmigte der Papst die Verlegung von Zeitz nach Naumburg..

 

1028

      Dez.  Verlegung des Bistums  (Allg. Gesch. Dob 1/ 686).

Allerdings wehrte sich der Zeitzer Konvent gegen die Verlegung weil damit eine Rückstufung zum Archidiakonat verbunden war. Spätere Bischöfe bevorzugten jedoch wieder Zeitz als dauerhaften Sitz und ließen auch hier ein ansehnliches Gotteshaus errichten.    

 

1029

  1. Aug. Verleihungurkunde Konrad II. (Dob. 1/ 690).

Dem Ritter Elfericus wurde das Stadt- und Festungsrecht in Sulza, Dornburg (Doringeburg-Thüringerburg) und Jena verliehen. Dazu gehörte das Recht, in Sulza Salz zu kochen und zu verkaufen. Der erste urkundliche Nachweis über die Kochsalzgewinnung an der Ilm.

 

1030

  1. Mai Lehnsurkunde (Dob. 1/ 693).

Markgraf Hermann wurde mit dem Gau Chunthici (Schkölen) belehnt.

 

  1. Nov. Schenkung Kaiser Konrad II. (NUB Nr. 26, Dob. 1/ 694).

Bischof Kadeloh (auch Kadalus oder Cazo genannt, 1030-1045) bekam das Recht zum Holzeinschlag und der Jagd  im Reichsforst östlich der Saale von der Mündung der Wethau in die Saale (loco ubi confluunt Sala et Wetaa), saaleaufwärts bis zu einer Steinburg gegenüber Steindorf  (inde contra descensum Salae usque Steinburg, inde ad Steindorf) in einer direkten Linie ostwärts bis Punkewitz (inde recta linea orientem versus usque ad villam Bounkowize) und an der Wethau zur Saale (inde deorsum per alveolum Wetaa usque… in salam). Bei der Steinburg müßte es sich um die Burg Saaleck handeln, zumal das am anderen Ufer gelegenen „Steindorf“ das heutige Stendorf, bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnt wurde. Allerdings wird die „Steinburg“ auch mit der „Altenburg“ oberhalb Almrich gleichgesetzt. Auf Kadeloh gehen die Flurnamen „Katze und „Katerberg“ zurück.

 

1031

               Friedensschluss zwischen König Konrad II. und Herzog Miescko II. (Allg. Gesch.)

1030 war Miesczko erneut in der Mark Meißen eingefallen und bis zur Saale vorgestoßen. Ein Aufgebot unter König Konrad II.  wehrte den Vorstoß ab und als der Polenherzog verstarb, hörten die Einfälle der Polen endgültig auf. Mit der Mark Lausitz wurde der Wettiner  Graf Dietrich I. der Schwager Markgraf Hermanns I. belehnt.

 

1032

     Mär.  Päpstliche Deklaration (Dob. 1/702).

Johannes XIX. bestätigte die Verlegung des Bistums von Zeitz nach Naumburg

 

  1. Dez. Schenkungsurkunde (Dob. Nr. 1/703).

Auf Bitten Markgraf Ekkehards erhielt Bischof Kadeloh der Königshof  Balgstädt im pagus Thuringia, der erste bischöfliche Besitz westlich der Saale und somit nicht innerhalb der Diözese. 

 

1033            

      Juli  Marktprivileg  Konrads II. (Allg. Geschichte).

Markgraf Hermann I. hatte den Einwohnern der „urbs Gene Zollfreiheit und Handelsprivilegien versprochen, wenn sie sich bei seiner Burg auf dem Ostufer niederlassen (Dob. 1/707 u. 708). Dieser Ansiedlung (suburbinum) verlieh der König das Marktrecht (forum regale). Vorteilhaft war die Lage am Kreuzungspunkt zweier alter Fernhandelswege. Die Franken- bzw. Buchstraße (1204 erstmals urkundlich. erwähnt), die von Nürnberg über Jena nach Leipzig verlief und die  „strata regia“ (Königsstraße erstmals 1252 urkundl. erwähnt) von Frankfurt über Erfurt nach Halle.  Von dieser führte ein Abzweig durch die Almricher Furt nach Naumburg. Insbesondere die via regia war eine wichtige Ost-West-Handelsverbindung für die schon frühzeitig das Erfurter Geleit eingerichtet wurde.

 

1034

             Belehnung Ekkehard II.  mit der  Lausitz  (Allg. Gesch.).

 

1035

            Markgraf Ekkehard II. leitet das Reichsgericht (Dob. 1/712).

 

1037

            Lehnsgesetz  König Konrad II. (Allg. Gesch.).

Angehörigen des Dienstadels (Ministeriale, Kastellane, Vögte) wurde damit die Vererbung ihrer Lehen im männlichen Stamm (Ganerbe) gestattet. Damit wurde sanktioniert, was ohnehin schon praktiziert wurde.  Allerdings musste die Weitergabe  vom jeweiligen Oberlehnsherrn noch förmlich bestätigt werden. Beispielhaft sind die Burglehen wie die der Schönburger Familie des Hugo oder der Vögte von Saaleck, die über Jahrzehnte hinweg in bischöflichen bzw. klösterlichen Urkunden als Zeugen auftreten. 

 

1038

             Ekkehard II. wird Markgraf von Meißen (Allg. Gesch.).

Nach dem Tod seines Bruders Hermann mit dem er sich seit 1032 die Herrschaft teilte, erbte  Ekkehard  Meißen und die Lausitz. Verheiratet war er mit der Askanierin Uta von Ballenstedt. 

 

            Friedrich  I. wird mit der Pfalzgrafschaft Sachsen belehnt (Allg. Gesch.)

Friedrich von Goseck war der jüngste Sohn Burchhards (gest. 1017) und der Oda, der Tochter des  Pfalzgrafen Siegfried II. von Merseburg (gest. 1038). Friedrich I. starb 1042, ihm folgte sein Sohn Dedo (1043-1056) und diesem Friedrich II. (1056-1088).     

 

1039

  1. Mär. Belehnung der Ludowinger durch Konrad II. (Dob. 1/729, Spalatin).

Der Franke Ludwig (der Bärtige) war durch die Heirat mit Cäcilie von Sangerhausen, einer Verwandten der Kaiserin Gisela  in den Besitz umfangreicher Güter im Helmegau gekommen. Dazu erwarb er weitere Güter von den Käferbergern und den Grafen von Gleichen am Inselsberg.  Beim Hoftag in Goslar wurde er damit förmlich belehnt, in den  Grafenstand erhoben.

 

1040

  1. Jan. Schenkung König Heinrichs III. (NUB Nr. 42; Dob. 1/736).

Auf Bitten Ekkehard II. überließ der Nachfolger Konrads Bischof Kadeloh eine „villa Kusenti“ im „pago qui vocatur Zurba“.

Nach C. P. Lepsius handelte es sich hierbei um das Krongut Keuschen (Keuschberg bei Dürrenberg) im  Gau Zorbau östlich der Saale zwischen Weißenfels und Merseburg. Dennoch wurde dieses Datum  immer wieder als urkundliche Ersterwähnung Kösens genannt, dem auch   Wiesner (Germania Sacra 1996) folgte.

 

  1. Juli Schenkung König Heinrich III. (Dob. 1/738 ).

Bischof Kadeloh erhielt 5 Dörfer „pago qui dicitur Weyta“ (Gau entlang der Wethau), darunter Punkewitz und Beuditz. Damit kam das Gebiet in dem der Bischof bislang den Jagd- und Forstbann  inne hatte an das Bistum. Zusammen mit der ekkehardinischen Schenkung bildete es das Kerngebiet des späteren Hochstifts. Das Patronat und die Gerichtsbarkeit oblag den Burgherren der markgräflich-meißenschen Schönburg, der Burg Saaleck und der Camburg.  Einhundert Jahre später stiftete Bischof Udo I. einen Teil des Wethaugaues dem Zisterzienserkloster zu Pforte und ließ auf  einem Bergsporn an der südlichen Grenze des Stifts die Rudelsburg bauen. 

 

1041

  1. Jan. Schenkung Markgraf Ekkehard II. (Dob. 1/749).

König Heinrich III. nannte den Markgrafen „fidelissimi fidelis noster“, den Getreusten meiner Getreuen. 

 

              Pfalzgraf Friedrich I. stiftet in Goseck ein Benediktinerkloster (Döring).

Der Stammsitz der Grafen von Goseck wurde auf die  Weißenburg (Zscheiplitz a.d. Unstrut) verlegt. Ein Jahr später verstirbt Friedrich I. Die Pfalzgrafschaft fällt zunächst an Wilhelm IV. von Weimar, bevor sie an Friedrichs ältesten Sohn Dedo fällt.

Pfalzgrafen Friedrich und Dedo überließen ihrem Bruder Adalbert, dem Bischof von Bremen, ihr Erbe am Kloster. Somit kam Goseck an die Diözese Bremen, wogegen der Halberstädter Bischof protestierte. Eine Kommission von drei päpstliche Legaten bestätigte dann aber den Anspruch Bremens, den 1206 der Papst und 1209 der Kaiser bestätigten.

 

1044

  1. Aug. Lehnsurkunde König Heinrich III. (Dob. 1/773).

Ludwig dem Bärtigen wurden seine Besitzungen in bei Catterfeld und Georgenthal bestätigt, ebenso die Schauenburg, (bei Friedrichroda) dem Stammsitz der Ludowinger.

 

1046            

   Tod Markgraf Ekkehard II. (Allg. Geschichte).

Das Geschlecht der Ekkehardiner erlosch. Mit der „marchia Misenensis“ wurde Graf  Wilhelm IV. von Weimar,  Sohn Wilhelms III., dem „Thuringorum pretor“ und Enkel des 978 verstorbenen Markgrafen Thietmar, mit der Mark Lausitz und der Mark Thüringen wurde der Wettiner Dedo I. von König Heinrich III. belehnt.

Die ekkehardinischen Eigengüter  in der Großjenaer, Wilsdorfer und Roßbacher Flur waren als  Mitgift ihrer Schwester Mechthild-Mathilde an den Wettiner Dietrich II. gekommen. 1271 stiftete sie Markgraf Dietrich, der Bedrängte dem Georgenkloster. Die Witwe Ekkehards, Uta von Ballenstedt stiftete ihr Leibgedinge der dortigen Kirche

Der Eigenbesitz östlich der Saale war mit der ekkehardinischen Schenkung bereits dem Bistum zugefallen. Bistum und Georgenkloster sorgten für die Pflege der Familiengrablege. Später entstand hier der Dom, wo den Markgrafen und ihren Gemahlinnen Uta und Reglindis als Stifter ein bleibendes Denkmal gesetzt wurde.

 

              Lehnsurkunde König Heinrich III.  (Dob. 1/783).

Das betraf die aufgelassenen ekkehardinischen Burglehen Rochlitz, Leisnig und Colditz in der Markgrafschaft Meißen.

 

  1. Sep. Schenkung König Heinrich III. (Dob. 1/784).

Naumburgs Bischof Eberhard (1045-1079) bekam „villa Chrolpae“ im Burgward der Reichsfeste Sulza. Nach Lepsius (Kl. Schriften) gehörte zur „villa Chrolpa“ der Höhenzug zwischen dem Berg „Kater“ und dem Burgward Saaleck, auf dem die Rudelsburg entstand.

 

1047

  1. Sep. Lehensurkunde König Heinrich III. (Dob. 1/787).

Das ekkahardinische Lehnsgut Weißenfels fällt an Pfalzgraf Friedrich I.  von Goseck.

 

1051

  1. Mär. Königliche Bestätigungsurkunde (Dob. 1/796).

Heinrich III.  bestätigte dem Bistum Naumburg den Besitz der bisher zugestifteten Reichsgüter einschl. des Königshofs Balgstädt.

 

1053

  1. Apr. Resignierungsurkunde ekkehardinischer Güter (Dob. 1/803).

Das vom Kloster Hersfeld getragenen Lehen in Lizichensdorf in pago Spiliberc im comitatu Macellini  sowie das Lehen Rogehusen fielen an die Krone.

Zum Gau Spielberg gehörten neben Lißdorf auch Benndorf und Zäckwar, die Grafschaft Macellini reichte bis Eckartberga. Rogehusen- Rehehausen  gehörte  zum Burgward von Sulza.

 

1056

  1. Juli Schenkungsurkunde König Heinrich III. (NUB Nr. 53, Dob 1/800).

Bischof Eberhard erhielt die Dörfer Buttelstädt, Vippach und Flurstedt als Dank für die Hilfe bei der Rückgewinnung der thüringischen Krongüter. Im Oktober verstirbt der König.

 

            Ludwig der Bärtige verstirbt (Rothe, Spalatin)

Ihn folgte sein ältester Sohn Graf Ludwig (II.), der „Salier“ und später der  „Springer“ genannt. 1067 soll er den Bau der Wartburg begonnen haben, die 1080 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie bildete den westliche Eckpfeiler des Herrschaftsbereichs der Ludowinger. Von seinem Oheim Beringer erwarb er den Sangerhäuser Besitz und Beringer erwarb die Grafschaft Hohnstein am Südrand des Harzes wo er das Geschlecht der Hohnsteiner Grafen begründete.

 

            Friedrich II. erbt die Pfalzgrafschaft Sachsen (Allg. Gesch.)

Nach dem Tod Dedos erbt dessen jüngerer Bruder die Pfalgrafschaft mit dem Stammsitz der  Weißenburg

 

1062

            Graf Otto I. erbt die Markgrafschaft Meißen (Allg. Gesch.)

 

1064

  1. Dez. Schenkungsurkunde König Heinrich IV. (Domkap. MER, Chronik M. Wille).

Pfalzgraf Friedrich II. wurde mit Sulza „in pago Thuringiae, in Comitatu Ottonis Marchionis sito“ belehnt, verbunden mit dem Marktrecht  (liberum exerceri Mercatum permisimus), der Zoll- und Münzgerechtigkeit sowie dem Recht, die Salzquellen auszubeuten (Cocturam Salis). Der dem König zustehende Salzanteil überließ dieser dem 1063 von Friedrich gegründeten  Augustiner Chor-Herrenstift  in Bergsulza.

In  Sulza gab es 120 Siedepfannen. Das Salz wurde über Gernstedt und der Via Regia  in die Pfalzgrafschaft transportiert.

 

1066

  1. Nov. Bestätigungsurkunde König Heinrich IV. (Dob. 1/ 854).

Erneut wurden Bischof Eberhard von Naumburg die Stiftungen, Einkünfte und Privilegien bestätigt,  zu denen inzwischen die  Abtei Schmölln gekommen war. 

 

      Nov. Schenkungsurkunde König Heinrich IV. (Dob. 1/ 855).

Diese Urkunde in „Eggehardesberc“ gesiegelt, ist somit der erste urkundliche Nachweis dieser Burg. Über die Person des Erbauers gibt es verschiedenen Ansichten. Rothes Chronik von  1421 heißt es:  „Dißer marggrave Erckenbrecht der buwete zu erst den Eckerßberg unde nante das noch seyme namen. Er buwete ouch zu der Nawenburg sente Georgienkirche“. Dem schloß sich Binhard 1621 an: „Der alte Marggraff Eckbrecht bawete aber zu dieser zeit den Eckersberg und stifftete S. Georgen Kloster bey der Naumburg.“ Somit war einer der Ekkehardiner, die geleichermaßen  Markgrafen von Meißen und von Thüringen waren, die Erbauer der Burg. In der Spangenbergerschen Sachsenchronik um 1570 heißt es dagegen: „oppidi Echardisbergi tribuitor Ecberto Seniori Marchiani Saxonia..“ ebenso in der Lateinischen Chronik des Klosters Reinhardsbrunn  „fundatorem … castri Eckhardisbergi nominat Ecbertum filium Ditzmanni marchionios  de Landsberg“. Hier wurde auf markgraf Ekbert den Sohn des Grafen Dietrich von Landsberg und der Mathilde, der Tochter des Markgrafen Ekkehard I. und Schwester der Markgrafen Hermann und Ekkehard II. Verwiesen.

 

1067

               Markgraf Otto von Weimar-Orlamünde verstirbt (J. Binhard).

Otto war der letzte thüringische Markgraf von Meißen. Seine Witwe heiratete den Markgrafen der Lausitz,  Dedo II, womit weimarische Güter an den Wettiner kommen.  Die Mark kam an Ekbert I. einem Braunschweiger. Der starb bereits im folgenden Jahr und die Mark erbte sein Sohn Ekbert II. der mit Oda, der Tochter des Grafen Otto von Weimar-Orlamünde verheiratet war.

Die Erblichkeit der Lehensgüter hatte sich nun endgültig durchgesetzt und wurde nun auf die aus ehelichen Verbindungen der Töchter oder Witwen hervorgehenden Söhne ausgedehnt.  

Da Ekbert noch unmündig war, wurde vom König ein Burggraf für Meißen eingesetzt.

 

1069

              Reichstag in Worms (Allg. Gesch.).

König Heinrich IV. bestätigte dem Mainzer Erzbischof das Recht auf die Einnahme des „Zehnten“ in Thüringen. Das verstärkte den Unwillen des dortigen Adels und des Klerus.              

 

1073

  1. Mär. Königliche Bestätigungsurkunde (Dob. 1/897).

In Erfurt bekräftigte König Heinrich IV. das Zehnt-Recht des Mainzer Erzbischof. Nun protestierten  auch die Äbte von Fulda und Hersfeld, da dies auch ihre thüringischen  Klostergüter betraf. Daraus entwickelte sich der  

 

               Thüringer Adelsaufstand-Zehntkrieg (Allg. Gesch.).

Unter der Führung Otto von Northeims und des Halberstädter Bischofs, dem sich zahlreiche  sächsische und thüringische Adlige u.a. Markgraf Ekbert II. Graf Dedo II. von Wettin und der Pfalzgraf von Sachsen, Friedrich II., sowie weitere Prälaten und Grafen anschlossen, wurde die Harzburg belagert. Die Besatzung musste aufgeben,  Heinrich zog sich nach Süddeutschland zurück, die Harzburg und weitere Befestigungen der Salier wurden geschleift. 

 

  1. Jan. Bischöfliche Urkunde (NUB Nr. 81, Dob. 1/ 903).

König Heinrich übertrug seinem Vasallen Boto die Lehen Owerstetten (Auerstädt), Rudichisdorf (Reisdorf), Rogehusen (Rehehausen) und eine „villa chusinza in locis ad Eggehardesberc in pago Dyringen“. Zwar gibt es hier eine Namensähnlichkeit mit Kösen, doch wegen der lage dürfte es sich um Gößnitz handeln.

 

1075/76

  1. Juni Schlacht bei Langensalza (Homburg a.d. Unstrut) und Oberspier (Allg. Gesch. Binhard).

Nach dem kurzen Frieden von Gerstungen (1074) fiel König Heinrich IV. in Thüringen, sein Schwager, der Böhmenherzog Vratislav in Meißen ein. Ein Aufgebot der Thüringer Grafen, das mehrheitlich aus Bauern bestand, die sich wegen des ausufernden Burgenbaus und der Unterdrückung durch die „süddeutschen Stämme“ dem Aufstand angeschlossen hatten, wurde bei Langensalza geschlagen.

 

  1. Okt. Friedensschluß im thüringischen Adelsaufstand (Döring).

Der Adel musste sich im Frieden von Sondershausen bedingungslos  unterwerfen. Markgraf Ekbert II. wurde das Lehen der Marken Meißen und Lausitz entzogen und der Böhmenherzog Vratislav II.  belehnt. Ebenso traf es den Pfalzgrafen Friedrich.

Inzwischen hatte der Investiturstreit seinen Höhepunkt erreicht und Heinrich IV. wurde von Papst Gregot VII. mit dem Bann belegt. Heinrich zog nach Italien, um beim Papst den bann zu lösen (Canossa 1077). In dieser Zeit wählte der sächsische-thüringische Adel Rudolph von Rheinfelden zum Gegenkönig.

 

1079

            Günther von Wettin, Bischof von Naumburg (Germania sacra).

Der Sohn des Grafen Günthers, ein Wettiner stand auf die Seite Heinrichs IV. und somit gegen die meisten Adligen seiner Diözese

 

1080

  1. Okt. Schlacht bei Hohenmölsen (Allg. Gesch.)

Von Erfurt kommend vereinten sich Heinrich IV. Aufgebote mit denen des Böhmenherzog Vratislav  Bei Hohenmölsen an der Weißen Elster stellte Heinrich die  thüringisch-sächsische  Streitmacht unter  dem Kommando von Otto von Northeim, Markgraf Ekbert II. Obwohl in harter Bedrängnis war es für König  Heinrich wie ein Sieg, denn  Rudolf von Rheinfelden verlor seine „Schwurhand“ und sein Leben. An den Machtverhältnissen änderte sich nichts. Vratislav blieb Markgraf von Meißen und der Lausitz bis 1089.

 

1085

  1. Feb. Ermordung des Pfalzgrafen von Sachsen, Friedrich III. (Rothe, Spalatin).

Der Sohn Friedrich II. wurde der Sage nach von Graf Ludwig II. von Thüringen dem Liebhaber seiner Frau Adelheid von Stade  ermordet. Beigesetzt wurde Friedrich im Kloster Goseck.  Nach seinem Tof gebar Adelheid einen Sohn, Friedrich IV. der 1088 seinen Großvater als Pfalzgraf folgte.

 

1086

  1. Feb. Reichsacht gegen Markgraf Ekbert II. (Dob. 1/945).

Den Versuchen der Befestigung der königlichen Macht wiedersetzte sich der thüringisch-meißnische Adle an deren Spitze Ekbert II. Nach dem Verlust der  Markgrafenwürde von Meißen (1076) verlor er nun auch seine Eigengüter. 1090 starb Ekbert, der letzte Markgraf von Thüringen.

 

              Graf Ludwig ehelicht die Witwe des Pfalzgrafen Friedrich III.  (Rothe, Spalatin)

Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod des Pfalzgrafen wurde die Ehe geschlossen. Ludwig übernahm die Vormundschaft über den nachgeborenen Sohn Friedrich IV.  und begann 1090 mit dem Bau der Neuenburg auf dem Bergzug zwischen dem Pfalzgrafenkloster Goseck und der Weißenburg. Er gründete Freyburg, verlieh dem Ort das Markrecht und befreite ihn von der  Gerichtsbarkeit der Pfalzgrafschaft. Die Ludowinger verfügten nun mit der Wartburg und der Neuenburg über einen ansehnliches Eigentum zwischen Hörsel und Unstrutmündung und waren nun in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bistum Naumburg-Zeitz.

Der Sage nach wurde Ludwig wegen dieses Verbrechens auf der zum Erzbistum Magdeburg gehörenden Burg Giebichenstein gefangen gehalten, von der er mit einem kühnen Sprung in die Saale entkam und seither der „Springer“ genannt wurde.

 

1089            

 Heinrich I. von Eilenburg wird mit der Mark Meißen belehnt (Allg. Gesch.).

Heinrich der Sohn des Wettiners Dedo II. (Markgraf der Lausitz von 1046 bis 1075) und der Oda, der Witwe des Markgrafen Otto I. von Weimar-Orlamünde. Seine Witwe heiratete den Markgrafen der Lausitz,  Dedo II, womit weimarische Güter an den Wettiner kommen.  Das Geschlecht der Wettiner stammte aus dem Harzgau,  hatte sich in der ostsächsischen Mark entlang der  unteren Saale  festgesetzt und mit Rikdag bereits einen Markgrafen gestellt.

1081 wurde er von König Heinrich IV. mit der Mark Lausitz belehnt.  1103 starb Heinrich I. Die Marken fielen an seinen gleichnamigen aber noch minderjährigen Sohn, für den zunächst seine Mutter die Vormundschaft inne hatte.  

 

1105

            Bäuerlichen Landnahme im Osterland und der Mark Meißen (Allg. Geschichte).

Bisher war es nur sporadisch zur Ansiedlung von fränkisch-thüringisch-niedersächsischen Bauern im Schutz der zahlreichen Burgen und Wehranlagen gekommen. Wiprecht von Groitzsch  (bei Pegau) war der erste Adlige der nachweislich mainfränkische Bauern auf seinem Familienbesitz  ansiedelte. Die Bauern erhielten Land, in den ersten Jahren waren sie von Abgaben befreit und die Herren sorgten für ihren Schutz. Neben der Wiederbesiedlung aufgegebener sorbischer Dörfer kam es zu zahlreiche  Neugründungen in den Marken Meißen und Lausitz. Zu denen, die aktiv die Landnahme beförderten, gehörte auch der Naumburger Bischof Walram.

In diese Zeit datierten auch C. P. Lepsius die Einrichtung der „Grangia Cusne“ auf deren Überresten sich heute das „Romanische haus“ erhebt. Neuerdings wird der Bau in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert und damit den Zisterzienser zugeschrieben (Schmidt).

 

1109

             Privileg Bischof Walrams für das Georgenkloster (Dob 1/1006).

Die Benediktiner des von den Ekkehardinern gestifteten Klosters durften einen Kunstgraben zum Betrieb einer Wassermühle in der Altenburger (Almricher) Flur anlegen. Wolff und einige andere Autoren meinten, dass es sich dabei um die kleine Saale gehandelt habe. Doch erst der Wehrdamm bei der Grangia Cusne gewährte einem Kunstgerinne wie der kleinen Saale genügend Wasser und eine angemessenes Fließgeschwindigkeit und dessen Bau wird nun eindeutig den Zisterziensern zugeschreiben.

Bei diesem Kunstgraben der auf bischöflichen Besitz angelegt wurde, handelte es sich offenbar um einen  Abzweig oder einen Durchstich an einer der Schleifen der Stromsaale bei Almrich.  Durch Steinschüttungen im Fluß konnte dann genügend Aufschlagwasser über diesen Graben der Mühle des Georgenkloster   zugeführt werden.

 

1112

             Belehnung Wiprecht von Groitzsch (Dob. 1/1076).

Heinrich V. König seit 1106 belehnte den Grafen mit der Eckartsburg, die nach dem Eröschen der Markgrafenwürde in Thüringen als erledigtes Reichslehen eingezogen und nun an Parteigänger des Saliers gegeben wurde.

 

  1. Mai Ulrich II. von Weimar-Orlamünde stirbt (Allg. Gesch.).

Da er keinen leiblichen Erben hinterließ, zog Heinrich V. die Grafschaft als erledigtes Reichslehen ein und belehnte damit den Pfalgrafen bei Rhein. Dagegen wandten sich Ludwig II. von Thüringen und Herzog Lothar von Sachsen, denen sich auch Wiprecht von Groitzsch anschloß. Doch in den nachfolgenden Auseinandersetzungen siegte   Heinrich. Wiprecht geriet in Gefangenschaft, sein Sohn Wiprecht d. J. mußte Groitzsch dem König auflassen, erreichte aber, dass sein Vater 1117 freigelassen wurde. Über Graf Ludwig wurde die Reichsacht verhängt. 1114 kam er für drei Jahre in königliche Gefangenschaft.

 

1115

  1. Feb. Schlacht am Welfesholz (Allg. Gesch.).

Gegen die königliche Politik verbündeten sich der Herzog Lothar von Sachsen,  der Pfalzgraf Friedrich von Sommerseburg und die Söhne Ludwigs und Wiprechts. In der Schlacht am Welfesholz bei Hettstedt erlitt das  königliche Aufgebot unter dem Grafen Hoyer von Mansfeld eine vernichtende Niederlage. Die Reichsburg Kyffhausen die vom Pfalzgrafen Friedrich IV. gegen den jüngeren Bruder Ludwigs d. Springers verteidigt wurde, ergab sich nach zweijähriger Belagerung. Naumburgs königstreuer Bischof Dietrich I. ergab sich den Verbündeten und Wiprecht d. J. konnte den Familienbesitz Groitzsch wieder an sich bringen 

 

1119

            Das Moritzkloster kommt an die Augustiner Chorherren (Germ. sacra).

Die Benediktinerinnen gingen nach Frauenpriesnitz, das später das Hauskloster und die Grablege der Schenken von Tautenburg .

 

1121

             Frieden von Würzburg (Allg. Gesch.)

König Heinrich V.  Bestätigte dem thüringisch-sächsischen Adligen ihre Privilegien. Ludwig der Springer wurde mit der strategisch wichtigen Eckartsburg belehnt (Stift. Dome u. Schlösser SA).

 

1123

             Tod des Markgrafen Heinrich II. v. Eilenburg (Allg. Gesch.).

Heinrich V. zog die Marken Meißen und Lausitz ein und belehnte damit Wiprecht von Groitzsch, mit dem er sich inzwischen ausgesöhnt hatte. Dagegen protestierte Graf Konrad von Wettin, der Großneffe Heinrich  von Eilenburg, der die Marken als Erbe der Wettiner begehrte.

 

1124

             Ludwig der Springer stirbt. (Allg. Gesch).

Auf Anraten des Papstes hatte Ludwig das Kloster Reinhardsbrunn und es großzügig aus dem  Familienbesitz samt der Schauenburg ausgestattet. Adelheid von Stade stiftete auf der Weißenburg (Zscheiplitz) ein Kloster in dass sie als Witwe eintrat. Ihr ältester Sohn Ludwig (III.) war mit Hedwig einer Tochter des Sachsenherzogs Lothar von Supplingburg, verheiratet. Er erbte einen ausgedehnten Streubesitz der inzwischen von Hessen bis Sachsen reicht und durch eigene sowie Lehnsburgen gut gesichert ist.

 

1125           

 Konrad von Wettin wird mit der Mark Meißen belehnt (Allg. Gesch.)

Nach dem Tod Wiprechts fiel die Mark an Konrad, dem Sohn Graf Thimos von Wettin und Enkel des Herzogs Otto von Northeim. 1098 geboren erhob er 1121 Ansprüche auf die Mark Meißen, nachdem ihm Brehna (1116), Eilenburg (1123) und die Grafschaft Camburg (1124) zugefallen waren. Nach dem Todd König Heinrichs V. und Wiprechts von Groitzsch (1124) wählte eine Fürstenopposition der sich Konrad anschloß den Sachsenherzog Lothar als Lothar III. zum König, der Konrad nun auch förmlich mit der Mark belehnte. 1136 kamen die Lausitz und 1143 das Milzener Land hinzu, verbunden mit dem Patronat und der Obervogtei der Diözesen von Merseburg, Meißen und Naumburg-Zeitz. Auch Konrad förderte die bäuerliche Landnahme zwischen Saale, Elbe und Oder, wurde der  „Große“ genannt und war  Begründer der am längsten in Deutschland regierenden Adelsdynastie.

Im gleichen Jahr verstarb der Erbe der Pfalzgrafschaft Sachsen, Heinrich Palatin, der Enkel Friedrich III.  Friedrich (V.) Probst in Sulza

 

            Udo I. von Thüringen wird zum Naumburger Bischof geweiht (Germ. sacra).

Der Sohn Ludwig des Springers war Parteigänger König Lothars und stellte sich dann auf die Seite  König Konrads III:. Beide bestätigten die bischöflichen Stiftsgüter in der Mark Meißen und in Thüringen. Auch er beteiligte sich bei der Landnahme und förderte die Niederlassung flämischer Bauern in dem von den Slawen aufgegebenen Dorf  Tribun (Dob. 2 Nr. 3, NUB 210). 

 

            Lothar von Supplingenburg wird vom süddeutschen Adel anerkannt (Allg. Gesch.)

Für ihre Unterstützung bestätigte Lothar seinen Parteigänger die Reichslehen und überließ ihnen  weitere Güter und Privilegien.

 

1130            

           Thüringen wird zur Landgrafschaft erhoben (Allg. Gesch.)

Das bedeutete die Gleichstellung mit den Stammesherzogtümern Sachsen, Schwaben und Bayern. Zu den Privilegien gehörten die Vergabe von Reichslehen, das Landgericht und die Durchsetzung der Landfriedensordnung. Damit löste sich Thüringen endgültig vom Herzogtum Sachsen und wurde „reichsunmittelbar“. Erster „principales comes Thuringiae“ war Hermann II. von Winzelburg, der  wegen einer Fehde mit einem Verwandten König Lothars in Ungnade fiel und ihm das Lehen entzogen wurde.     

 

1131

            Die Ludowinger werden mit der Landgrafschaft belehnt (Allg. Gesch.)                 

Graf Ludwig III.  (geb. 1085) war der älteste Sohn Ludwig des Springers und der Adelheid von Stade,  Stiefbruder des Pfalzgrafen Friedrich IV. Als Landgraf nannte er sich Ludwig I. galt als Herzog und stand so über den Mark- bzw. Pfalzgrafen. Ihm huldigten die Grafen von Schwarzburg, Gleichen, Käfernburg, Orlamünde, Weimar, Mühlhausen, Brandenburg, Beichlingen, Lora, Rabenswalde, Stolberg, Mansfeld und Hohnstein, das sog. Erbhofgesinde.  Das Landgericht wurde in Mittelhausen bei Erfurt eingerichtet. Machtbasis des Landgrafen waren die Wartburg und die Neuenburg, sowie die Reichsburgen Sachsenburg am Unstrutdurchbruch bei Heldrungen, die Creutzburg  und  die Eckartsburg.

Ludwigs Ehe mit Hedwig, einer Tochter des hessischen Gaugrafen Giso und der Witwe seines 1130 verstorbenen Bruders Heinrich brachten ihm Güter in Marburg, Hersfeld und Fritzlar, so dass die  Ludowinger ihren Familienbesitz nach Hessen erweiterten.  

Gleichzeitig hatten die Ludowinger auch die Obervogtei über die in der Landgrafschaft bestehenden Klöstergüter, wie die zwischen Dornburg und Fränkenau gelegenen Besitzungen des Quedlinburger Stiftes. Lehnsnehmer waren thüringische Ministerialen, darunter ein Kunemund von Varila. Varila, ein Krongut bei Erfurt (heute Großvargula) war Stammsitz des 1139 zum Erbschenken des Landgrafen ernannten „Walter von Varila“ (Lepsius Kleine Schriften).

 

1132

            Urkunde der Gründung des Zisterzienserklosters zu Schmölln (NUB Nr. 129, Dob. 1/1266)

Ein Konvent wurde der Zisterzienser aus Walkenried übernahm das von den Benediktinern aufgegebene Kloster im Pleißengau.

 

1137

  1. Okt. Stiftung des Marienkloster zu Pforte (Walkenrieder Schrift/R. Pahncke).

Nach dem um 1280 abgefassten Diplomatarium, auf das sich Brotuff und Bertuch bezogen, war Pforte eine Zweitgründung. Wie oben angemerkt, hatte Graf Bruno vom Pleißengau einem Konvent der Walkenrieder Zisterzienser das von den Benediktinern aufgegebene Klosters zu Schmölln überlassen. Als auch dieses wegen der ständigen Übergriffen der umliegenden zumeist slawischen  Bevölkerung nicht aufkam, habe Graf Bruno den Bischof Udo von Naumburg um Hilfe gebeten, zu dessen Diözese die Abtei Schmölln seit 1066 gehörte. Daraufhin verprach Udo dem Abt Adalbert im Tausch einen Klosterbezirk innerhalb des Hochstifts, der ihrer Ordensphilosophie, dem „Statuta Capitulorum Generalium Ordinis Cisterciensis ab anno 1116“  entsprach. Umgeben von steilen Bergen und sumpfigen Flußauen war das  sogenannte  „Wolfsgeschlinge“ der ideale Ort, wo sich Armut, Arbeit und Abgeschiedenheit realisieren liessen.

Dass Graf Bruno der Stifter des Schmöllner Klosters und demzufolge auch des Klosters Pforte war, ist nach neueren Forschungen nicht haltbar. Die im Diplomatarium wiedergegebene Gründungsgeschichte sei eine Fälschung, womit die Zisterzienser nachzuweisen suchten, dass sie einen weltlichen Stifter hatten, dessen Wille der Bischof nur umgesetzt habe. Das  Kloster wäre demnach nicht dem Bistum verpflichtet. (Kunde; Dorfmüller).   

 

1138

  1. Jan. Stiftungsurkunde (Boehmes Urkundenbuch Teil 1; Nr.2, NUB 139, Dob. 1/1350 u.1352).

In Rom bestätigte Papst Innozenz II. den zwischen Bischof Udo und Abt Adalbert geschlossenen Tauschvertrag  zwischen dem „Portuensem locum - pro Zmolnensi loco“.

Das Geschäft war für den Bischof vorteilhaft, da er dem Konvent 50 Hufen Land stiftete und in Schmölln 1100 Hufen bekam. Allerdings verpflichtete er sich, dem Kloster nach und nach weitere Besitzungen zu übertragen, was seine Nachfolger Bruno, Udo II. und Bertold dann auch erfüllten. Zahlreiche private Stiftungen verhalfen den Zisterziensern zu einem umfangreichen Besitz in der Markgrafschaft Meißen und in der Landgrafschaft Thüringen. Pforte wurde zum reichsten  Kloster Mitteldeutschlands und beteiligte sich rege an der Gründung von Tochterklöstern  in der Lausitz, in Schlesien und in Livland

Zum eigentlichen Stiftungsbesitz gehörten die „grangiam in Lohhewice, und die „grangiam in Cusne“. Nach Wilhelm Corssen bedeutet „cusne“  „umgrabenes Land“, was auf eine slawischen Siedlung hindeuten würde.  Treffender dürfte die Herleitung vom slawischen Wort -Coza- für Ziege sein, da der karge Boden den Tiere genügte. Die Siedlung Lochwitz lag in der Saaleaue, wo der Gießbach aus dem Mordtal in die Saale mündete. Lochwitz war vermutlich eine kleine slawische Fischersiedlung, deren Bewohner dem Kloster zinspflichtig wurden. Die Zisterzienser machten das Überschwemmungsgebiet der Saale durch Kanäle und Dämme landwirtschaftlich nutzbar, errichteten Brücken, Wehre und Mühlen, intensivierten die Schafzucht, den Wein- und Ackerbau und betrieben Fischfang und  Fischzucht.

Bis die ersten Klostergebäude  bezugsfertig waren, gewäherte die Grangie Cusne dem Konvent  Obdach, wodurch sich die Annahme ergab, dass die Zisterzienser zunächst hier ein Kloster gründeten und es dann nach Pforte verlegten.

 

1140

    Jan. Decretum domini Udonis I. Neunburgensis episcopi …. (UB Nr. 3, NUB Nr. 148)

Bischof Udo I. bestätigte den Zisterziensern die Übertragung des „Portensem locum quem sic nominandus ex Dni. Innocenti Papae -„dem Ort Pforte, wie er von Papst Innocent genannt wurde.“ Weiter heißt es in der Übersetzung von Wolff:

„Folgendes aber sind die Besitzungen des Klosters Pforte: Das Vorwerk Lochwize, das Vorwerk Cusne mit allem Zubehör und dem Zehnten dieser Vorwerke, der anliegende Wald, in der Länge  nämlich dem wilden Wassergraben (torrente) jenseits Kokolov bis zum alten Wall der Altenburg, in der Breite von dem Kloster selbst bis zu den Grenzen der Holländer (Flemmingen), ferner die Mühle mit dem Wasserlauf (aquae decursi) und seinem kleinen Flußbett (alveole) auch die Benutzung der Fischerei auf der Saale  Die Grenze aber nach Mittag (Süden) erstreckt sich vom genannten Flußbett über den Scheitel des vorliegenden Berges und geht bis an den Fußweg, welcher der Holländer Weg genannt wird“.

Demnach lag der Stiftungsbesitz am rechten Ufer der Saale an dem sich auch die erwähnte Mühle befand, demnach war es nicht die Mühle am anderen Ufer  gegenüber der Grangia Cusne. Die Südgrenze war die Erosionsrinne von der Crölpaer Höhe zur Saale, die Nordgrenze der Weg von Flemmingen über den Kamm der Altenburg und die Ostgrenze die Höhe von Flemmingen nach Kukulau.  

Als Zeugen wurden angeführt, der Bischof und der Abt von Merseburg, Probst, Dekan und die Stiftsherren von Naumburg, Markgraf Konrad, sein Sohn Otto, Heinrich (Raspe II.) der Bruder des Landgrafen Ludwig, Luf von Camburg und Reinhard von Bobeluz (Boblas). Außerdem testierte  „Hermannus advocatus de Saleke“, womit dies die urkundliche Ersterwähnung der Burg Saaleck war. Burg Saaleck hatte demnach die markgräfliche Stiftsvogtei im unmittelbar angrenzenden Stiftsgebiet inne, von dem nun der größte Teil an die Zisterzienser kam, die nun auch der Vogtrei von Saaleck zugeordnet blieben.

Nach neueren Forschungen soll diese Urkunde eine Fälschung der Zisterzienser sein (H. Kunde, Köln 2003).

 

       Feb. Einzug der Mönche in das Kloster (Pahncke).

Nach drei Jahren waren die ersten Gebäude des Klosters bezugsfertig, die nun die Übersiedlung der Mönche ermöglichten.

 

       Feb. Constitutio et confirmanto domini Conradi regis romanorum.... (UB Nr. 4, Dob. 1/1387).

König Konrad II. stellte das Kloster und seinen Besitz unter seinen Schutz „Daher  (.) machen wir bekannt, daß wir das Kloster in Pforte mit allen seinen Besitzungen unter den Schild unserer Verteidigung nehmen und jenen Tausch, der von dem ehrwürdigen Bischof Udo in Naumburg mit dem Zmolner und Pforten Ort (.) für gültig erklären (.) daß er sowohl als alle seine Nachfolger  den Brüdern in Pforta, welche für Großes nur Mäßiges bei dem Tausch erhalten haben, von den Besitzungen des Bistums (.) zu ergänzen suchen.“ (n. Wolff)

König Konrad schenkte dem Kloster den „Nuenhagen“ ein Waldgebiet zwischen Billroda, Memleben und Lossa, womit die Zisterzienser bereits kurz nach Gründung die ersten Güter westlich der Saale bekamen. Da es sich hier um thüringisches Gebiet handelte, war auch Landgraf Ludwig I. unter den Zeugen. In einer weiteren Urkunde (Nr. 1391) bestätigten auch Markgraf Konrad der Große und dessen  Sohn und Nachfolger Otto (der Reiche) diese Zustiftung.

 

                Einrichtung von Archidiakonaten (Allg. Gesch. NUB Nr. 152).

Zur besseren Verwaltung der bischöflichen Diözese, wurden neben den Präpositerien Naumburg und Zeitz, die Archidiakonate Pleißen und Transmuldam eingerichtet. Naumburg behielt die  Sprengel Schönburg, Saaleck, Camburg und Lobdeburg. Die Aufteilung genehmigte Markgraf Konrad.

 

                Einrichtung von Burggrafschaften im Altenburger und Pleißenland (Allg. Gesch.)

Nach dem Aussterben der Grafen von Groitzsch fiel deren Allodial an das Reich. Lothar III. und  inbesondere Konrad III. König seit 1138, sicherten ihre Ansprüche und belehnten ihre Gefolgsleute  Altenburg, Leisnig und Zwickau.  

 

                Vergleich zwischen Udo. I und Markgraf Konrad (NUB Nr. 153).

Der Bischof überließ dem Markgrafen für die Stiftsvogtei den Forst- und Jagdbann in den dem Bistum gehörenden Wäldern um Naumburg. Den Vergleich genehmigte 1144 König Konrad III.   gt.

 

               Landgraf  Ludwig I. verstirbt (Allg. Gesch.)

König Konrad III. bestätigte dem 1128 geborenen und noch minderjährigen Ludwig II. das Erbe und stimmte der Verlobung mit Jutta, der Stiefschwester des späteren Kaisers Friedrich Barbarossa zu.

Der Sage nach nutzte der thüringische Adel Ludwigs Unmündigkeit, um die Bevölkerung zu bedrücken.  Als Ludwig sich bei der Jagd verirrte und bei einem Schmied in Ruhla ein Nachtlager fand, soll dieser mit den Worten „Landgraf Ludwig werde hart“ auf die Mißstände im Land aufmerksam gemacht haben. Ludwig nahm sich nach seiner Rückkehr der Dinge an und erhielt dann den Beinamen der „Eiserne“ . 

 

1142

  1. Mär. De Porta confirmanto Innocenti II. Papae super... (UB Nr. 5, NUB 156, Dob. 1/1446).

Innozenz bestätigte den erweiterten Klosterbesitz. Zu den 1138 gestifteten Besitzungen und der Schenkung König Konrads bei Lossa waren „das Vorwerk Wicouge (?), das Vorwerk Wisgeraba (Wischroda) mit der Mühle und dem anliegenden Wald, in der Stadt Naumburg einen Hof (curiam) und sieben andere Häuser mit allem Grund und Boden“ gekommen. Der Ertrag der Klostergüter übertraf wohl schon den Eigenbedarf. Daher der Erwerb des Naumburger Hofs, wo der Überschuss eingelagert und auf dem Markt verkauft werden konnte.

Außerdem wurde ein Tausch mit dem Abt Rainald zu St. Georgen in Naumburg „mit eurem Land, welches an die Abtei stößt und einen anderen Vorwerk (.)“ anerkannt (n. Wolff), womit die  Zisterzienser begannen, aus ihrem Streubesitz ein geschlossenes Wirtschaftsgebiet zu schaffen. 

In dieser Urkunde wird der vollständige Name „monasterii Sancte Marie de Porta“ genannt.

Im 19. Jahrhundert entspann sich ein Streit über die Herkunbft des namens „Porta“. Eine der jüngeren Thesen besagt, dass „Porta” auf das Portal einer hier um 1000 von Markgraf Ekkehard begonnenen romanischen Kirche zurückzuführen sei. 1906 wurde ein mächtiger Gurtbogen bei Umbauarbeiten im Mühlengebäude freigelegt, die 1931 unter der Leitung des Reg.-Bauführers Dr. Wilhelm Hirschfeld näher untersucht wurden und dem Baustil der ältesten Kirche Kölns St. Pantaleon, der Grablege der Gemahlin Kaiser Otto II. der Byzantinerin Theophanu ähnelten. Hirschfeld meinte, dass dies die Reste der Grablege Markgraf Ekkehard I. die von einem Meister der Kölner Bauhütte begonnen, aber nach Ekkehards Tod 1002 nicht beendet wurde. Sicher ist, dass der Platz zum Allodial der Ekkehardiner gehörte, mit der Schenkung an den Naumburger Bischof kam und von diesem den Zisterziensern zugestiftet wurde (KAZ 1933).

Andere Deutungen (Boehme, Corssen), bezogen sich auf die topografische Lage an einem Engpass des Saaletales der „Thüringer bzw.  Kösener Pforte“. Aber auch der Bezug zur „Himmelspforte“ wurde hergestellt.

 

1144

     Apr. Konrad III. genehmigt einen Gütertausch in Hechendorf (Dob. 1/1484).

Hugo von Brisenize (Prießnitz) ein königl. Ministeriale, tauschte mit den Zisterziensern einige Güter in Hechendorf (in pago Thuringie) gegen 11 Hufen in Druice (Droitzen) und 4 Hufen in Gostice (Gestewitz). Hechendorf rundete den bisher den Mönchen geschenkten Besitz „Nuenhagen und Wisgeraba“ an der Finne  ab. Die Neben Konrad III. und dem Bischof von Naumburg unterschrieb auch Markgraf Konrad die Urkunde.

 

                         Bestätigungsurkunde Konrad III. (Dob. 1/1508).

Dem Bistum Merseburg wurden Schenkungen in Mellere und Puomeniz bestätigt.

 

     Sep. Tauschurkunde zwischen Pforta und dem Georgenkloster (Dob. Nr. 1/1511).

Bischof Udo I. hatte den Zisterziensern einige Äcker die zum Maria-Magdalenen-Hospital gehörten überlassen, die man nun gegen näher gelegene Äcker des Georgenkloster in der Flur Thesnitz tauschte. Thesnitz, eine slawische Siedlung die wüst wurde (heute der OT Weinberge) gehörte zur Obervogtei des Landgrafen (NUB 169).

 

1145              

     Sep. Item decretum domini Udonis super concambio.... (UB Nr. 8, NUB 171, Dob. 1/1539).

Udo I. bestätigte nochmals alle dem Kloster bisher zugestifteten Besitzungen: „... hec sunt: grangia Kusenze, grangia Lochwize cum omnibus appendiciis decimisque ipsarum adiacens silva...“.

„Überdies haben wir ihnen einen Acker übergeben an dem Ufer des Flusses, neben dem Fuß des Berges, der Saalberg genannt wird, den der erste Abt Adelbert von zwei Leuten, deren Namen Rodest und Roduan sind, erkaufet hat, mit Zulaßung Heinrich von Altenburg, dem er als Lehen gehörte, wobei wir ihnen freie Hand gab, auf dem gedachten Berg Erde zu graben und Stein zu brechen, zu notwendigen Gebrauch des Klosters“ (n. Wolff). Der Saalberg war der gesamte Höhenzug von Kösen bis Roßbach und die Verkäufer kamen aus einem der dortigen slawischen Dörfer Tauschwitz, Thesnitz und Rostewitz. Die Urkunde testierten neben einigen Geistlichen, Markgraf Konrad, sein Sohn Otto, Heinrich der Bruder des Landgrafen, Luf von Camburg, Reinhard von Bobeluz (Boblas) und  „Hermannus, advocatus de Saleke“.

 

1148

03.Jan  Schenkungsurkunde des Naumburger Dechanten an das Kloster (NUB 187).

Auch hier testierte „Hermannus advocatus“.

 

             Bischof Udo I. von Thüringen verstirbt auf dem Heimweg vom Kreuzug (Allg. Gesch.)

Sein Nachfolger Wichmann von Seeburg-Querfurt, ein Vetter des Markgrafen Konrad wurde 1152  zum Erzbischof von Magdeburg geweiht.

 

1151

  1. Dez. Erhebung der Pfarrkirche des Georgenklosters (Dob. Nr. 1678).

Zu den Zeugen dieser bischöflichen Urkunde gehörte Vogt Hermann von „Saleka“

 

1153              

  1. Jan. Cyrographum domini Wigmanni episcopi ...(UB Nr. 10, NUB Nr.213, Dob. Bd. 2/66).

Der Nachfolger Udo I. Wichmann bestätigte den Zisterziensern ihren Besitz. Neben dem von Udo I. gestifteten Gütern „das Vorwerk Lochwitz, das Vorwerk Kusene, beides mit allen Zubehör und Zehnten, die Mühle mit der Ableitung des Baches, die Nutzung der Fischerey und den Vortheil jeder andern Arbeit auf dem Saalfluß“ gehörten inzwischen „einige Häuser in Naumburg (.) einen Meierhof in Hechendorf, acht Hufen (.) in Langendorf, das Dorf Kemerize (.) und die Fähre über den Fluß (.) eine Hufe in Droitzen (Droyßig.) zwei Hufen in Trisene (.)“ dazu. Wichmann erklärte „ Ich selbst habe ihnen zwei Hufen in Hesslere, ein Holländische Hufe in Tribune, ferner in Naumburg zwei Hufen mit einem Hof .“ (n. Wolff) überlassen. Das Vorwerk Lochwitz mit der Wassermühle wurde hier zum letztmalig erwähnt. Bis in das 18. Jahrhundert wurde die Flur an der Mündung des Scheitbaches noch als „Mühlenstatt“ bezeichnet.

Als Zeugen dieser Urkunde wurden ausschließlich Stiftsangehörige und die Äbte der Klöster St. Moritz und St. Georg, sowie von Bosau, Walkenried, Bürgel, Sittichenbach, Pegau und Goseck aufgeführt.. 

 

1154               

08.Mär. Item Wigmanni episcopi super vinea ante portam... (UB Nr. 12, NUB 216, Dob. 2/65)

Bischof Wichmann bestätigte die Schenkung Hermanns, Canonicus zu Zeitz. Der hatte den Zisterziensern „um die Frömmigkeit zu unterstützen (.) der Kirche in Pforta im Dorf was Tribun heißt eine Holländische Hufe übergeben (.) damit davon ein Weinberg bebaut und der Winzer unterhalten werde.“ Ferner bestimmte der Stifter „daß der Wein für kranke Klosterbrüder und kranke Arme aufgehoben werde. Sollte nach Jahr und Tag, wenn der neue Wein trinkbar wird, von dem alten etwas erübrigt sein, so sollen es die Klosterbrüder gemeinschaftlich haben.“ (n. Wolff).  Bischof Wichmann bestätigte die Schenkung. Zeugen waren Graf Sizzo, Graf Heinrich von Buch(a), Reinhard von Boblas, Luf von Camburg, Heinrich von Heuckenwald, Heinrich von Altenburg 

Damit begann die Aufrebung des Käppels unmittelbar vor den Klostermauern. Zwar wurde Weinbau schon seit 998 betrieben, wie aus einer Urkunde des Stiftes Hersfeld das Kloster Memleben betreffend, hervorgeht. Doch die Zisterzienser intensivierten Weinbau an allen dafür geeigneten Lagen an Saale, Ilm und Unstrut.

 

             Bischöfliche Urkunde über einen Gütertausch (NUB 221).

Als Zeuge testierte u. a. „Hermannus advocatus“.

 

1156

            Bischöfliche Urkunde (Dob.  2/120).

Der Nachfolger Wichmanns Bischof Berthold I. von Boblas (1154 bis 1161) gewährte  den Salzfuhrleuten aus Halle in seiner Diözese (Transmuldam, Vogrland) Zollfreiheit. 

 

             Erste  Landesteilung der Wettiner  (Allg. Gesch.).

Konrad überließ seinem ältesten Sohn Otto, der später wegen der Silberfunde im Erzgebirge der Reiche genannt wurde,  die Markgrafschaft  Meißen und die Grafschaft Camburg. Der zweitälteste Sohn Dietrich erhielt die Mark Niederlausitz und die Grafschaft Eilenburg, Heinrich die Grafschaft Wettin, Dedo die Grafschaft Groitzsch und Friedrich die Grafschaft Brehna. Konrad trat als Laienbruder in das von ihm gestiftete Augustinerkloster auf dem Petersberg bei Halle ein, wo er 1157 starb.

 

1157

  1. Aug. Imperatoris friderici super villa osforde... (Wolff)

Kaiser Friedrich I. bestätigte die Rechtmäßigkeit der Schenkung des Grafen Heinrich von Buch(a) über das bei Memleben gelegene Dorfes Osforde. 1356 tauschten die Zisterzienser diesen Besitz  mit den Edlen v. Witzleben (Burgherr von Wendelstein) gegen deren Güter in Crölpa, Tultewitz, Rudersdorf, Rehehausen, Freiroda und Lißdorf. Darüber hinaus genehmigte Friedrich Barbarossa  dem Kloster den freien Erwerb bzw. Tausch von Reichsgütern.  Zeugen waren Markgraf Dietrich, seine Brüder Heinrich und Dedo, Kuno v. Wippra, Burkhard von Querford u. a.  

 

                Ersterwähnung der Schönburg (Lepsius Kl. Schriften).

Die Burg samt der Vogtei waren mit der ekkehardinischen Schenkung an den Bischof gekommen, die Burgmannschaft waren nun bischöfliche Ministerialen, wie Ulricus et Sifridus de Sconenberg,    Berthold (1166, 1170, 1185, 1195), Gunter (1171, 1176), Hugo (1166, 1174,1187) und Bodo (1187). Von den Schönburgern wurden später zwei Bischöfe, Dietrich IV. (1481-1492) und Johann III. (1492-1517) gestellt. Eine weitere Linie, die  im mittelsächsischen Waldenburg und Leisnig begütert war, erwarb ein halbes Jahrtausend später das Stiftsgut Kreipitzsch samt  der Rudelsburg (Aquilitas 1000 Jahre Rudelsburg).    

 

1158     

             Das Pleißenland fällt an das Reich (Allg. Gesch.)

Das Erbe der Grafen Groitzsch, das Altenburger Land und die von Konrad III. eingerichteten Burggrafschaften bilden nun ein geschlossene Reichsgebiet. Zur Sicherung der Ansprüche des Reiches werden zwischen Pleiße und Zwickauer Mulde zahlreiche Burgen angelegt.

 

1161

               Weihe Bischofs Udo. II von Veldenz  (Meißner, Germania sacra).

Der Neffe Udo I. war sowohl mit den Ludowingern als auch mit den Wettiner Markgrafen Otto und Dietrich sowie Graf Dedo verwandt und ein Parteigänger des Stauferkaisers.

 

1164/65

               Bischöfliche Urkunden (NUB 251, 252, Dob. 2/290).

Hier testierte ebenfalls  „Hermannus advocatus de Salecke“.

 

1166

               Urkunde Markgraf Ottos (Dob. 2/330).

Ausgestellt wurde sie im „castro meo Kamburg“, demnach ein markgräflich-meißensches Lehen.  Zeugen waren die Herren von Lobdeburg sowie die Kastellane vom Kirchberg, Orlamünde, Wethau, Camburg und Priesnitz.

 

1168               

               Adelhold wird Abt des Klosters (Pahncke).

Nach der Sulzaer Chronik von Wille erwarb der Abt mit Zustimmung des Bischofs und des Landgrafen für 200 Mark von den Sulzaer Chorherren Äcker, Wiesen und Weiden bei Punkewitz  an der Wethau.  Damit kam es auch hier zu einer Arrondierung des klösterlichen Besitzes. Die Überschüsse der Klosterwirtschaft konnten dann auf dem Naumburger Markt verkauft werden, nachdem die Mönche durch ihren Besitz innerhalb der Stadtmauern auch bestimmte Bürgerrechte inne hatten.

 

  1. Nov. Cyrographum Udo II. super conconcambiis... (UB Nr.16, NUB 266, Dob. 2/369)

Bischof Udo II. (1161-1168) bestätigte den Zisterziensern ihren Besitz  „quod Portensem locum cum“ . Dazu gehörten die „grangia Cusene“, die „molendium aqua decursu“, der Wald zwischen „Kokolowe“ und Altenburg, die Grangia Hechendorp (1144), der Wald Nuenhagen (1140), Odesfort a. d. Unstrut (1157), die mit dem Georgenkloster getauschten Güter am Saalberg sowie die Grangia Steinbach. Damit wäre das Versprechen Udo. I. das Kloster für den Landverlust bei der Verlegung, erfüllt. Als Zeugen testierten Hartmann von Lobdeburg, Dietrich von Kirchberg, Reinhard von Boblas und Vogt „Hermannus de Salekke“.

 

               Bau der Runneburg in Weißensee (Allg. Gesch.).

Auf dem Weg von der Wartburg zur Neuenburg entstand eine weitere landgräfliche Festung, allerdings auf dem gebeit der Grafen von Bleichlingen. Deren Protest wurde von Friedrich Barbarossa abgewiesen mit Rücksichtnahme auf seinen landgräflichen Schwager.    

 

1169

           Bischöfliche Schenkungsurkunde (NUB 271, Dob. 2/388).

Unter den Zeugen testierte „Herimannus de Salecke“.

 

1171

  1. Mai Bischöfliche Schenkung an das Kloster Bosau (NUB 279; Dob. 2/424).

Gemeinsam mit dem „nobilis“ Hermann von Saaleck testierte „ministerialis Hugo de Ruthelebesburch“, somit der erste urkundliche Nachweis der Burg.

Ihre Bauzeit wird in die Mitte des 12. Jahrhunderts datiert und aomit sit sie rund 100 Jahr jünger als die Saaleck.  Während Saaleck ein Lehen der Markgrafen von Meißen war die Rudelsburg ein  Lehen der Bischöfe von Naumburg, die diesen Bergsporn in der Flur der „villa chrolpae“ von König Heinrich III. 1040 bekamen. Die Burg diente dem Schutz des Bistums, es fehlten Burgward und Vogtei und der Burgherr Hugo gehörte zu den bischöflichen Ministerialen der Schönburg.

Die Annahme, dass die Rudelsburg vom Markgrafen von Meißen zum Schutz der von der Via Regia abzweigenden Handelsstraße und hier durch die Saale führenden Handelsstraße erbaut wurde, ist  unwahrscheinlich, denn dazu hätte Saaleck bzw. deren Verstärkung ausgereicht, ganz abgesehen von den Kosten für den Neubau einer Burganlage dieser Größe.  

Entscheidend dürfte das gestiegene Schutzbedürfnis des Bistums gewesen sein. Zwar hatten die Markgrafen von Meißen Patronat und Vogtei über das Bistum, aber Udo I. von Thüringen  suchte auch das Patronat der inzwischen mit der Landgrafschaft belehnten Ludowinger zu erringen und sein neffe der „eiserne“ Landgraf Ludwig II. war bestrebt, die Macht der Ludowinger an der Grenze zu den Wettinern auszubauen. Ein Burglehen auf dem östlichen Ufer der Saale unmittelbar gegenüber einer der meißenschen Burgen war daher willkommen.

Mit dem Erbe der Landgrafschaft fiel die Burg an die Wettiner und kam nach der ersten Landesteilung Heinrichs den Erlauchten erneut an die thüringischen Landgrafen. Alle Landgrafen waren dem Naumburger Bischof als Oberlehnsherrn verpflichtet. 

 

1172

  1. Mai Bestätigungsurkunde (UB Nr. 17, NUB 284, Dob. 2/446,447) .

„Wir (.) erklären für gültig jenen Tausch, den die Pfortenbrüder gemacht haben mit den Klosterbrüdern zu St. Georg (1144) mit der Gemeinschaft des daran grenzenden Berges, der Saalberg heißt (.) Im Laufe der Zeit  haben die genannten Pfortenbrüder die vier Hufen vertauscht (.) behielten aber zurück den Anteil an dem Berg, den sie (.) nebst einem Acker am Fuß jenes Berges erhielten. Ebenso haben die Brüder von St. Georg den Pfortenbrüdern (.) zur Ausbesserung  des Saalewehres vollständige Gemeinschaft an dem schon genannten Berge (.) nebst einigen Besitzungen in Kokelowe einstimmig überlassen....“

Den Vertrag bezeugten die Äbte von Bosau und St. Georg, der Probst und die Stiftsherren, und als  Laien Friedrich und Hermann von Saaleck, Heinrich und Berthold von Altenburg die Ministerialen Rudolf von Bünau, Hugo et Bodo, fratres de Ruthleifisberg,  Heinrich von Heuckenwalde, Bernhardt und Adelbert von Grobitz.

 

  1. Sep. Landgraf Ludwig II. stirbt (Allg. Gesch.)

Zuvor weilte sein Schwager Kaiser Barbarossa auf der Neuenburg. Dabei entstand die Sage von der „Lebenden Mauer“, und die vom „Edelacker“, wonach der Landgraf seine Herren, die die Bauern bedrückten vor den Pflug spannen  und einen Acker pflügen ließ.

Die Nachfolge trat Ludwig III. der Milde an. Der erhob Anspruch auf die Grafschaft Weimar und versicherte sich dabei den Beistand des Kaisers. Aus Furcht vor weiteren Begehrlichkeiten des Landgrafen verkauften etliche thüringische Adlige ihre Besitzungen dem Markgrafen von Meißen, Otto den Reichen und ließen sich damit wieder rückbelehnen. Ludwig verlangte von Otto, den Erwerb von Dörfern, Städten und Burgen in der Landgrafschaft zu unterlassen. Da Otto die Warnung missachtete, zog  Ludwig gegen ihn, nahm ihn gefangen und sperrte ihn auf der Wartburg ein. Auf Intervention der Kaisers  kam Otto wieder frei, musste aber alle Lehen in der Landgrafschaft auflassen (n. Spalatin).

 

1174

               Besitzurkunde (UB Nr. 18)

Bodo de Sconenberg et frater ejus Hugo de Rutheleibisberg, ministeriales testierten den Zisterziernsern den Besitz der „grangiam in Cusne cum appendiccis  und die „piscationem in fluvio Sale“ (Fischerei auf der Saale). Auch hier wird deutlich, dass die ersten Burgherren der Rudelsburg und mit denen der Schönburg eng verwandt und demzufolge der Bischof Lehnsherr der Burg war.

 

1175

              Bezug des Klosters Altenzella (Allg. Gesch.) 

Markgraf Otto, der Reiche gründete das Kloster 1162 als Grablege und stiftete es dem Zisterziensern  und hatte vom Pfortaer Abt um die Entsendung eines Konvents  gebeten.

 

1177

  1. Juli Bestätigung des Papstes (Wolff)

Dominus Alexander III. confirmat locum portensem et grangias Cusene, Hechendorp, Odesforde, Lepiz, Borsendorp et ceter bona ecclesiae et quasdam ordinis libertates.

 

1178

  1. Juli Privilegium Ludewici lantgrafii (UB Nr. 20, Dob. 2/534).

Ludwig III. gewährte den Zisterziensern den Schutz ihres Besitzes in der Landgrafschaft und bestätigte den Erwerb von 18 Hufen samt allen Höfen, Äckern, Weideplätze, Weinbergen, Weidicht und 60 Morgen Unterholz, mit Gewässern und Abflüssen, sowie der Mühle an der Wethau in Mertendorf von den Brüdern Friedrich, Ulrich und Gerhard (n. Wolff). Die in Naumburg ausgestellte Urkunde bezeugten die Brüder des Landgrafen Friedrich und Hermann, Graf Heinrich von Buch(a), Gothebold, Burggraf der Neuenburg, Cunemund von Varila, Schenk Rudolf (v. Vargula), Marschall Heinrich (v. Ebersberg), Truchseß Günter (v. Schlotheim) und Kämmerer Heinrich (v. Fahner), die markgräflichen Ministerialen  Hermannus et Fridericus des Saleke sowie der bischöfliche Ministeriale  Hugo von der Rudelsburg et alii multi.

Die Urkunde wurde in Naumburg gesiegelt und durch die Anwesenheit von Angehörigen der landgräflichen Familie als auch sämtlicher Hofbeamten, sowie des markgräflichen Vogtes, zeigt das besondere Interesse der beiden Territorialgewalten am Bistum.

Nach weiteren Erwerbungen (1217, 1250, 1255, 1306) war das Kloster im den Besitz der gesamten Dorfflur mit den Ober- und Untergerichten.

 

1179

              Super molendium consensus episcopi Everhardi … (Wolff)

Die Zisterzienser erwarben vom Merseburger Bischof eine Mühle bei Lepiz an der Luppe.  Sie durften ein Mühlrad betreiben und verpflichteten sich, wenn durch ihren Wehrdamm die oberhalb gelegenen Äcker überflutet würden, Schadensersatz zu leisten und falls der Damm noch weiter erhöht werden sollte, zuvor die Zustimmung der Anlieger einzuholen. Darüber hinaus verpflichteten sich die Mönche, statt der durch den Anstau nicht mehr passierbaren Furt, eine für Pferd und Wagen taugliche Brücke zu errichten.

In einer weiteren Urkunde von 1184 bestätigte der Merseburger Bischof, dass die Pfortenbrüder seinen Ministerialen Schadenersatz geleistet hätten und verwies sie darauf, nur soviel Wasser für ihre Mühle abzuleiten, wie es zu deren Betrieb erforderlich ist.

 

1180             

   Istud scriptum Lantgravii de clausura in cusane.... (UB Nr. 23, Dob. 2/590).

Nach Wolff heißt es in der Urkunde: „Ich Ludwig III. (.) tue zu wissen, daß der ehrwürdige Abt Adelhold zu Pforta (.) mit Cunemund von Varila um den Preis von 6 Mark (.) darüber einig geworden sind, daß das Wehr ihrer Mühle dauerhafter gemacht und hergestellt werden könnte (pro firmanda clausura molendini sui a littore), von dem Ufer, was auf ihrer Seite ist, bis zum entgegengesetzten Ufer, was an seine Ländereien stößt (.) Folgender Vertrag ist aber zwischen ihm und den vorgenannten Klosterbrüdern gemacht worden: Wenn der Fluß durch Überschwemmung im Winter oder bei Not mit dem Eis aus seinem Bett tritt und auf seine Ländereien über dem Wehr Schaden verursachen sollte, so sollen sie nicht verpflichtet sein, diesen Schaden zu ersetzen.  Hat der Fluß aber, ohne aus dem Bett zu treten, eine Beschädigung an seinen Ländereien oberhalb des Wehres getan, so soll von Seiten des Klosters  dieser Schaden gut getan werden.“

Demnach besaßen die Zisterzienser eine Wassermühle gegenüber der Grangia Cusane auf landgräflichen Gebiet. Der zur Verbesserung des Aufschlagwassers vorgesehene Damm sollte allerdings auch den Bau des Kunstgerinnes zum Kloster ermöglichen. Um die dafür erforderliche Stauhöhe von fast 2 Metern zu erreichen reichte eine einfache Steinschüttung wie für die Lochwitzer bzw. Altenburger Klostermühlen nicht aus. Daher war ein massiver gemauerter Damm erforderlich, der an beiden Ufern „festgemacht“ wurde. Das Westufer war  landgräfliches Lehen, und daher mußten sich die Mönche mit dem Lehensnehmer einigen, der wiederum die Genehmigung seines Lehnsherrn einholte. Cunemundus  de Varila war landgräflicher Ministeriale, stammte wie  die  landgräflichen Schenken aus Varila (Vargula) war mit der Vogtei Eckartsberga belehnt.

Der Vermerk auf der Rückseite der Urkunde de retentaculo aque in Wencendorf“ verweist auf die Lage des Dammes.

Der Bau war für die technischen Mitteln der damaligen Zeit eine Meisterleistung. Das Flußbett wurde abschnittsweise trockengelegt. Dazu rammte man von einem Floß mit Eisen beschlagene Holzpfähle in doppelter Reihe in den Flussgrund, so dass sie einen Kasten bildeten. Der Zwischenraum wurde mit Ton ausgefüllt, der das Wasser abhielt. Dann wurden zwei Reihen Eichenpfähle in entsprechenden Abstand quer zur Strömung eingerammt. Diese fixierten die aus starken Hölzern bestehende Grundschwelle im Ober- und  im Unterwasser, die am stärksten der  Strömung  ausgesetzt war. Zwischen diesen Widerlagern wurde der eigentliche Damm gewölbt. Das Innere bestand aus einer vermörtelten Packlagen, die äußere Lage bildeten behauene Kalksteine.  War ein Abschnitt fertiggestellt, wurde der Spundkasten entfernt und für die Trockenlegung des nächsten Bauabschnittes verwendet.

Der Bau dürfte sich rund 10 Jahre hingezogen haben (die umfassende Erneuerung mit vergleichsweiser  Technik zu Beginn des 19. Jahrhunderts dauerte mit Unterbrechung durch Hochwasser 4 Jahre). 1194 wurde erstmals die kleine Saale erwähnt, die ohne den Damm nicht denkbar ist und deren Bau sich anschloß. 

Das Mühlengerinne am Westufer war absperrbar. Am Ostufer befand sich ein Fischgerinne mit einer Lattenfischerei. Zum Lachsfang wurde die Wehrkrone mit einer Fanganlage versehen. 

 

  1. Okt. Confirmatio imperatoris Friderici concambio Zmolensis .. (NUB 306, Dob. 2/574,575).

Kaiser Friedrich bestätigte den Besitz der Zisterzienser, den diese bisher erworben hatten. In einer zweiten Urkunde wurde die Überlassung eines Waldes im Finnegau (in pagus Uinne) aus dem Lehen des Grafen v. Beichlingen bestätigt. Dieser Wald rundete den Besitz beim Vorwerk Hechendorf ab.  Das bezeugten Herzog Bernhard v. Sachsen, Markgraf Otto v. Meißen, Markgraf Dietrich v. Landsberg, Graf Dedo von Groitzsch, Graf Friedrich v. Brehna, Graf Heinrich v. Schwarzburg, Graf Heinrich v. Buch(a) , Hartmann v. Lobdeburg, Friedrich v. Bobeluz u. a.  

 

               Reichstag in Gelnhausen (Allg. Gesch.)

Zwischen dem Sachsenherzog Heinrich (der Löwe), einem Enkel Kaiser Lothars und seit  1156  mit dem Herzogtum Bayern belehnt und dem Staufer Friedrich Barbarossa kam es 1177 zum Zerwürfnis.  Auf dem Hoftag zu Worms (1179) wurde Heinrich, der nicht erschien, die Reichsacht angedroht. Nun erfolgte die Oberacht und Landgraf Ludwig wurde mit dem Vollzug betraut. Heinrich der Löwe verlor Bayern, das Herzogtum Sachsen wurde aufgeteilt. Westfalen und Engern bis zur Weser kamen an das Erzbistum Köln, Ostfalen bis zur Unterelbe an den askanischen Grafen Berhard von Anhalt, der Sohn Albrecht des Bären. Die Pfalzgrafschaft Sachsen, einst Allodialgut der Ottonen im Hasse- und Helmegau erhielt Landgraf Ludwig III. als Entschädigung für seinen Aufwand beim Vollzug der Reichsacht. Ludwig verzichtete auf diesen Titel zu Gunsten seines Bruders Hermann. Die Pfalzgrafschaft wurde dann dem jeweils zweitgeborene Sohn des Landgrafen überlassen.

 

1181

               Erfurter Reichstag (Allg. Gesch.)

Heinrich der Löwe wehrte sich gegen die Entmachtung, fiel in Thüringen ein, brannte die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen nieder. Landgraf Ludwig III. und dessen Bruder Hermann gerieten in seine Gefangenschaft. Heinrich bot ihre Freilassung und seine Unterwerfung an, in der Hoffnung, die Reichsacht aufzuheben. Doch das Urteil von Gelnhausen und die Aufteilung  des Herzogtums Sachsen wurde von König Heinrich VI. dem Sohn Friedrich Barbarossas bestätigt. Heinrich der Löwe ging drei Jahre ins Exil nach England, der Heimat seiner Gattin. 1185 kehrte er nach Braunschweig zurück. 1194 wurden die Welfen mit ihren Familiengut um Lüneburg und Braunschweig belehnt. Heinrichs Sohn Otto wurde 1198 Gegenkönig und 1209 vom Papst als einziger Welfe zum Kaiser erhoben, sein Enkel 1235 mit dem Herzogtum belehnt.  

 

  1. Nov. Istud cyrographum est imperatiros Friderici .... (Dob. 2/598).

Kaiser Friedrich bestätigte in Altenburg den Zisterziensern die Übertragung von Gütern der Brüder Heinrich und Werner von Stechowe in Porstendorf, bei Jena. Zeugen waren die Markgrafen Otto, Dietrich und Dedo, Hartmann und Otto von Lobdeburg, Meinher Burggraf von Werben, Gotheschalk von Scudiz, Friedrich von Owenburg, Rheinbodo und Godescalk von Lobdeberch (n. Wolff).

 

1182               

               Urkunde des Landgrafen Ludwig III. (Dob. 2/634).

Die Königspfalz „Duringeb(urch) castro nostro“, war nun auch ein Lehen der Ludowinger.

 

  1. Mär. Auflassungsurkunde (NUB 314, Dob. 2/629).).

Die Bestätigung für einen bischöflichen Ministerialen von der Schönburg testierten  „Hermannus et Fridericus de Salec“ und  „ministrales Hugo de Rutlewesberc.

 

   Item Uto super concambio Katzenrode et libertate.... (UB Nr. 27, NUB 316, Dob. 2/645).

„Wir Udo Bischof von Naumburg der zweite machen bekannt, daß wir unsern lieben Brüdern in Pforta einen Weidicht, der zwischen der Saale und ihrem Mühlenwehr liegt (.) überlassen haben. Auch bestätigen wir den Eintausch von Besitzungen in Catzenrode (.) gegen ihr Landgut (.) im Dorf (.) Eigene (Gene-Klein Jena?) zugleich mit der Mühlstelle, die unten an der Saale liegt und den daran liegenden Weidicht. Weiterhin genehmigen wir den Vertrag (.) der zwischen den Klosterbrüdern in Pforta und unsern Stiftsbrüdern gemacht worden ist, daß nehmlich der Weidicht, welcher um ihr und der Stiftsherren Wehr herum ist (.) für immer den Pfortenbrüdern gehören und gebraucht werden solle zur Ausbesserung ihres Wehres. Ferner auch, daß die Pfortenbrüder, um ihre Wehre auszubessern (ad reparandam clausuras) freie Gewalt haben sollen, Steine zu brechen (.) auf dem daran stoßenden Berge, welcher  den Stiftsherren gehört, auch verwilligen wir ihnen freien Gebrauch des Weges  und ebenso das Recht, die Quelle, die aus diesem Berg entspringt, zu ihrem Gebrauch zu leiten, wohin sie wollen. Damit dies unverbrüchlich bleibt bekräftigen wir es (.) und bestimmen, daß die oft genannten Brüder verpflichtet sind, die Hälfte des Wehres herzustellen (.) und den übrigen Teil sollen die Stifstherren zu bessern verbunden sein.

Dies bezeugten u. a. Hermann v. Brantberg, Friedrich v. Boblenz, Fridericus de Salekke et frater eius Hermannus“ Heinrich von Aldenburg und die Ministerialen Rudolph v. Bünau, Hugo de Rutleibisberg et frater eius Bodo de Sconenberg“ (n. Wolff).

Durch den Eintausch der Flur Katzenrode am  linken Saaleufer unterhalb des Berges „Kater“ wurde der südliche Teil des Stifts abgerundet. Geblieben ist hier die Bezeichnung „Katze“.

Ausdrücklich wurde den Zisterziensern das Recht bestätigt allein oder gemeinsam mit den Mönchen des Georgenklosters auf dem Saalberg Steine für „ihre Wehrdämme“ zu brechen, den unterhalb des Saalberges gelegenen Weg sowie eine dort  entspringenden Quelle zu nutzen.

Demzufolge mußten die Zisterzienser mehrere Wehrdämme unterhalten, einen zusammen mit dem Georgenkloster für die altenburger Klostermühlen, dazu die Dämme für die Lochwitzer und die  Kösener Mühle. Die Steinbrüche auf dem Saalberg zwischen Fränkenau und dem Göttersitz sind noch heute gut erkennbar.

 

1183               

  1. Sep. Urkunde über ein Schenkung von Gütern in Gernstedt (UB Nr. 31, Dob. 2/658).

Heinrich von Gernstedt überließ dem Kloster 2 Hufen Land.  Diesen Vertrag testierte neben den  (Dorf)-Richtern von Gocerstede, Mellere und Weta, Kunemund von Vargula,  Vogt  der Eckartsburg.

 

               Privilegium sifridi bremensis archiepriscopi … (Wolff)

Erzbischof Siegfried von Bremen genehmigte den Verkauf vovon 16 Ackern in Gernstedt die dem Benediktinerkloster zu Goseck gehörten. Die Pfortenbrüder zahlten 130 Mark Silber dem durch „Nachläßigkeit und Verschleuderung“ in wirtschaftliche Not geratenen Kloster.

Dazu überließ Markgraf Otto den Zisterziensern die Vogtei, die der Graf von Werben aufgelassen hatte. Damit wurde das Dorf zum Klostergut, dass 1563 aufgelöst und die Feldmark an Bauern aus den umliegenden Dörfern verkauft wurde.

 

1184

               Urkunde über einen Vergleich des Probstes Bruno (NUB 323).

Als Zeuge testierte Vogt  „Fridericus de Salecci“.

 

1185

               Landgräfliche Bestätigungsurkunde (Dob. 2/719).

Als Zeugen testierten u.a. die Ministerialen Arnold von Neuenburg, Hermann von Sulza und Christian von Eckartsberga.

 

1186

               Erbteilung der Schönburger Burgherren  (Dob. 2/737).

Das Testament des bischöflichen Ministerialen Hugo de Sconinberg, dass Bischof Udo I. genehmigte, zeigte die komplizierten Lehensverhältnisse  der Schönburger Burgherren.  Zu den fünf Söhnen gehörten Bodo de Sconenberg et frater ejus Hugo de Rutheleibesberg, ministeriales.

 

  1. Dez. Ludewicus Lantgravius super puncwize.... (UB Nr. 33).

Ludwig überließ den Zisterziensern Güter und Gerichte in Punkewitz, die bisher den Sulzaer Chorherren zustanden samt der Vogtei für 200 Mark Silber. Neben Klerikern testierten Pfalzgraf Hermann, Graf Friedrich v. Brehna, Graf Heinrich v. Buch(a), Graf Heinrich v. Heldrungen, Heinrich von Alderstete (Allstädt), Luph v. Roßla, Kunemund von Eckartsberga, Bertold v. Thuteleben, Hermannus et fridericus fratres de saleke und  Christian von Eckartsberga.

 

1190

  1. Juni Confirmatio bertoldi II. Episcopi super borsendorp.... (NUB 1/316, Dob. 2/854).

Bischof Bertold II. (1186-1196), Nachfolger Udo II. bestätigte dem Kloster den Besitz vor seinem Amtsantritt, sowie die Zuerwerbungen während seines bisherigen Amtes. Dazu gehörten die Grangie Porstendorf mit Mühle und Wehr., die Heinrich v. Gleißberg für 5 Mark verkauft hatte,  verschienens Güter in Mertendorf von den Brüdern Ulrich und Friedrich (62 Mark), von Timo (62 Mark) und  Gerard (84 Mark) sowie die landgräflichen Güter in Punkewitz. Bertold selbst schenkte dem Konvent eine Hufe in Gernstedt „um nicht hinter unsern Vorgängern zurück zu stehen“, verkaufte ihnen ein Landgut für 3 Mark und bestätigte ihnen den Erwerb einiger Acker neben ihrer Mühle in Altenburg, die sie für 16 Mark gekauft hatten, samt Haus, Hof und einen Steinbruch in „Aldenburg auf dem Berg“ (n. Wolff).

 

  1. Sep. Landgräfliche Bestätigungsurkunde (UB Nr. 36, Dob. 2/866).

„Wir Hermann, Landgraf  von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen machen bekannt, daß die Klosterbrüder in Gernstedt gekauft haben: für 80 Mark 5 Hufen die Hermannus, advoc. de Saleke und seine Erben sowie Manegoldus de Rode und seine Erben (Freiroda) zum Lehen trugen“. Vogt Hermann war demnach ebenso landgräflicher Lehnsmann und dies  „bona fide et justo titulo“- seit jeher. Die Urkunde bezeugten: Comes fridericus frater noster, Heinricus comes de buch (Bucha), Albertus de mellere (Möllern), Conradus sculthedus de mannestete (Mannstedt), Kunemundus de ekehardisberg cum filiis suis, Cunemundo seniore et marscalco Heinrico, Wolfinus de gostlice, Gothefriedus de tuteleiben (Teutleben), Ekehardius notarius, Albertus capellanus, Gozwinus et Gothefridus frater ejus de wangen, Albertus de muchele (Mücheln), Ekehardus de domo, Hermanus de tundorf, Guntherus dapifer.

Gegen den Verkauf der Gernstedter Güter erhob das Kloster „Zum Neuen Werk“ zu Halle Einspruch, dem zwei Jahre später bei  einer Synode in Erfurt beigelegt wurde.

 

           Privilegienurkunde des Mainzer Erzbischofs (Dob. 2/876).

Den  Pfortenbrüdern wurde die Zahlung des Viehzehnt für ihre zur Mainzer Diözese gehörenden Grangien Hechendorf und Porstendorf erlassen.

 

  1. Sep. Landgraf Ludwig III. verstirbt (Allg. Gesch.).

Der Tod ereilte ihn während des Kreuzzuges ebenso wie seinen Schwager Kaiser Barbarossa.  Ludwig der Milde hinterließ keinen männlichen Nachfolger. Dafüpr wurde sein Bruder Hermann, mit Thüringen, Hessen und der Pfalzgrafschaft Sachsen belehnt

Landgraf Hermann (I.) ging zwar durch den Sängerkrieg  auf der Wartburg als kunstsinniger Förderer in die Geschichte ein, brachte aber durch seinen ständigen Bündniswechsel im Machtkampf zwischen dem Sohn des Staufers Friedrich Barbarossa, Philipp von Schwaben und dem Sohn des Welfen Heinrich des Löwen, Otto IV. von Braunschweig der Landgrafschaft viel Ungemach.

 

             Markgraf Otto der Reiche verstirbt (Allg. Gesch.)

Ottos ältester Sohn Albrecht, der Stolze, wurde Markgraf. Der jüngere Sohn Dietrich (der Bedrängte) erbt die Grafschaft Weißenfels. Als Albrecht versuchte, Dietrich auch diesen Teil streitig zu machen, bat der den Landgrafen Hermann um Hilfe. Doch erst als Dietrich in die Heirat mit Jutta (1182 -1235) der Tochter des Landgrafen aus dessen erster Ehe mit Sophia, der Witwe des Grafen Heinrich von Wettin einwilligte, bekam er die erbetene Unterstützung. Hermann zwang Markgraf Albrecht die Belagerung von Weißenfels abzubrechen.

 

1192

  1. Apr. Bestätigungsurkunde Landgraf Hermanns (Dob. 2/897).

Hier testierte Heinrich Schenk (v. Vargula). 

 

              Bestätigungsurkunde (UB Nr. 38)

Hier testierten  „Hermannus advocatus de Saleke et alii

 

  1. Dez. Beilegung des Rechtsstreit mit dem Kloster «Zum neuen Werk» (Dob. 2/919).

« Dazu hatten die Brüder von Pfortaden, von welchem sie die genannten Güter gekauft hatten, nemlich den Vogt Hermann von Saaleck mit sich gebarcht, welcher dann (.) erklärte (.) daß jene Güter die Seinigen gewesen wären, und er sie « bona fide et justo titulo » seit langer Zeit besessen habe »  Der Probst des Erfurter Marienkloster entschied dann zu Gunsten der Pfortenbrüder. Nach Lepsius bezeugten dies die Klerikern Theodoricus transaquam, magister gerlacus, seibodo sacerdos scti georgii, ludowicus canonicus nuenburgensis, hermanus clericus de aldenburg, hermanus advocatus sowie Hermannus advokatus de saleke et alii quamplures ejusdem civitates tam clerici quam layci.

 

1193

  1. Okt. Privilegium Conradi archiepiscopati mogentius de hospitalis... (Dob. 2/934).

Erzbischof Konrad von Mainz überließ den Zisterzeinsern das Georgenhospital zu Erfurt und zwei Hufen in Ramsla (bei Buttelstädt).

 

1194

              Hermanni lantgravii privilegium de boni manegoldis de rode (UB 40/41, Dob. 2/969-970).

Landgraf Hermann I. bestätigte  die Rechtmäßigkeit des Gernstedter Erwerbs vom Kloster Goseck,  Heinrich von Gernstedt,Manegold von Rode und Hermann von Saaleck, „was alles (.) durch richterlichen Spruch bestätigt worden ist“. Die Urkunde testierten, Meinherus de werbene (Werben), gotheboldus burggravius, hermanus de thuchere (Teuchern), gozwinus et gothefridus frater eius de wangen (Wangen), Ekehardus notharius, albertus capellanus, Albertus de muchele (Mücheln), Ekchardus de domo (Hausen), hermanus de tundorf (Donndorf), guntherus dapifer.

 

              Privilegium Hermanni lantgravii super insula et fossa sub monte salberg (Diplomatarium)

„Cunemundus de Varila, ministerialis“ überließ mit Zustimmung seiner Brüder und der Genehmigung des Landgrafen den  Zisterziensern eine Insel mit Weidicht und einen Graben beide …silas sub monte, qui dicitur Salberg citra Salam - unter dem Berg, der Saalberg heißt, diesseits der Saale“. Die Urkunde bezeugten die landgräflichen Hofbeamten Truchseß Günther, Marschall Heinrich und Schenk Rudolf (n. Wolff).

Dabei handelte es sich um eine Stück der Wenzendorfer Flur und den Fränkenauer Hohlweg.

 

  1. Apr. Bertoldi II. Nuenburgensis episcopus super curia.... (UB Nr.42, NUB 1/382, Dob. 2/956) .

Bischof Bertold überließ den Zisterziensern 9 Acker und einen Hof in Thesnitz, den Bertold Weiß gegenüber Konrad Keselinc, der gegenüber Hermann von Teuchern und dieser dem Bischof aufgelassen hatte. Außerdem 3 Acker die der Custos Volquin und einen Hof den Bertold Copperbein  aufgelassen hatten.

„Ferner einen Steinbruch (.) welcher sich erstreckt oben in der Länge bis an den oberen Wald. Außerdem haben wir einige Äcker, die vom oberen Fußweg und dem Wallgraben der Stadt Aldenburg  bis zum kleinen Hügel und von da bis zum kleinen Bett der Saale  (usque ad inforiorem alveolum salae) sich erstrecken“

Zeugen waren Conrad v. Helpede, Hermann v. Teuchern, Rudolph v. Bunowe, Schenk Gerhard, Conrad v. Burnescowe, Hugo v. Heuckewalde, Heinrich u. Bertold v. Aldenburg (n. Wolff).

Als „alveolum Sale“ wird allgemein das von den Zisterziensern erbaute Kunstgerinne vom Einfall am Saalewehr bis zur Altenburger Flur bezeichnet. Erst nach der Vollendung des Wehrdammes, dessen Stauhöhe eine ausreichende Strömung und genügend Wasser gewährte, war die Flutung des rund 3000 Meter messenden Kanals vom Wehrdamm bis in das Kloster möglich. Um die wilden Wasser, die bei heftigen Niederschlägen oder Schneeschmelze aus dem Mordtal (Mortel, Moortal)  kamen, ohne Schaden für  den Kunstgraben in die Stromsaale zu leiten, bauten die Mönche hier eine Trogbrücke, die mit einer Kette gesperrt werden konnte, woher sich ihr Name ableitete.

Das Kunstgerinne brachte dem Klosterbezirk gleich mehrere Vorteile. Es diente als Brauchwasser, ermöglichte die Anlage von Fischteichen und die Bewässserung des Klostergartens. Später kam ein Mühle hinzu und nicht zuletzt diente die kleine Saale auch als Floßgewässer, um Bauholz von der Stromsaale ohne Landtransport ins Kloster zu bringen.

An der Nordseite des Klosters mündet das Kunstgerinne in einen natürlichen Wasserlauf, die „kleine Saale“, die sich am Fuß des berges schlängelt und hier von einer Quelle gespeist wird. Wäre dieser Wasserlauf nicht vorhanden gewesen, hätten die Mönche sicher den direkten Weg vom Kloster zur Altenburger Flur gewählt. Wasserlauf mündet in der Altenburger Flur in den vom Georgenkloster angelegten Mühlgraben. Durch den Kunstgraben wurde allerdings das Aufschlagwasser für die dortigen Klostermühlen wesentlich verbessert sowie die Saaleaue entwässert, die dann als Weidefläche genutzt werden konnte.

 

             Urkunde des Erzbischofs von Mainz (Lepsius Kl. Schriften).

Dieser bestätigte einen Gütertausch zwischen „Theodericus Pincerna noster de Apolda“ und der Pröbstin zu Quedlinburg. Die Apoldaer Vizthume (Vicedomini), stammten wie die Erbschenken, die  Pincerna aus Vargula, sie waren erzbischöflich-mainzische Ministerialen, in Eckolstädt und Trebra begütert hatten die Vogtei über das Kloster Heusdorf (bei Apolda) testierten.

 

1195

              Tod Markgraf Albrecht des Stolzen (Allg. Gesch.).

Da Albrecht keinen männlichen Erben hienteließ, zog König Heinrich VI. die Mark Meißen als erledigtes Reichslehen ein und vereinigte sie mit dem 1158 von Friedrich Barbarossa dem Reich übereigneten Pleißenland mit Altenburg, Leisnig, Colditz und Lausigk. Dabei negierte er den Erbanspruch des jüngerer Bruders Dietrich (der Bedrängte), der im gleichen Jahr das Augustiner Chorherren Kloster zu Camburg stiftete, das 1210 nach Eisenberg verlegt wurde.

 

  1. Okt. Privilegium Heinrici sexti imperatoris de concambio wencendorf (UB Nr. 43,44,45)

Kaiser Heinrich VI. versprach in Gelnhausen den Pfortenbrüdern den Erwerb der „que dicitur Wincendorph“ mir allem Zubehör. Wenzendorf gegenüber der Grangia Cusne stand teils im markgräflichen teils im landgräfliches Besitz. Daher war neben der Zustimmung der Landesherren auch die ihrer Lehensnehmer (Nonnenkloster Quedlinburg, Kunemund von Vargula) erforderlich, sowie Vereinbarungen über die Ersatzleistungen für die wenzendorfschen Güter.

Die Pfortenbrüder verzichteten zugunsten des Markgrafen auf Güter in den Dörfern Lindenberg, Neustedt, Sehna, Vargula, Buttstädt und Hassenhausen.

Am 10. November bestätigte die Äbtissin von Quedlinburg, dass sie für ihr Lehen in Wenzendorf von den Zisterziensern „possessiones que  Vinne dicitur“- Güter an der Finne“ erhalten habe, deren jährlicher Ertrag 3 Talente nützlicher wäre, als der des halben Wenzendorfs (n. Wolff).

In einer weiteren Urkunde bestätigte Landgraf Hermann I. die Auflassung der Wenzendorfer Lehen  des Afterlehnsnehmer des Burgrafen Meinher von Werben, Kunemund von Vargula. Diese Urkunde die „in nostro castro“ Eckartsburg gesiegelt wurde bezeugten Graf Günter v. Käfernburg, Heinrich v. Heldrungen, Udenscale v. Wicenburg, Marschall Heinrich v. Eckartsberga und Hermann von Tundorf. Die Urkunde siegelte der Landgraf „in nostro castro“ Eckartsburg (n. Wolff).

Durch den Tausch der „villa quandam Wincendorp“ und die „possesionibus in Wincendorp“ waren die Zisterzienser im uneingeschränkten Besitz der Flur unterhalb des südlichen Saalberges am Fränkenauer Hohlweg bis zur Saale einschließlich der Mühle. Dafür gab man Streubesitz, auch wenn der zunächst wertvoller war, wie die der Äbtissin überlassenen Güter an der Finne.

Miit Wenzendorf begann der planmäßigen Erwerb eines geschlossenen Wirtschaftsgebietes zwischen Fränkenau und Gernstedt, die nach der Säkularisierung zum Schulamt Pforte gehörten. 

 

1197

            Dietrich, der Bedrängte erkämpft die Mark Meißen (Allg. Gesch.).

Bei der Nachricht vom Tod Heinrich VI. kehrt Dietrich aus dem Heiligen Land zurück und erobert mit Unterstützung seines Schwiegervaters Landgraf Hermann die Mark Meißen. Die Burg Meißen kommte als Lehen an den Grafen Meinher von Werben.

Da der Sohn Heinrich VI. noch minderjährig ist, werden von den deutschen Adelsfraktionen  zweier Könige gewählt, der Bruder Heinrichs Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig der Sohn des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen.

 

            Bestätigung des Gernstedter Erwerbs (NUB 398).

Die Urkunde des Naumburger Bischof bezeugten «Hermannus advocatus de Salekke et frater eius Fridericus» sowie und «Hugo de Rutteleburc». Es folgten Bestätigungen von Abt Widerold von Goseck sowie der Erzbischof Ludolf von Magdeburg und am 27. April die Anerkennung durch Papst Innocenz (Wolff)

 

1198

  1. Mär. Huldigung König Philipps in Mühlhausen (Allg. Gesch.)

Landgraf Hermann I. und Markgraf Dietrich wurden in ihren Erblanden Thüringen, Meißen und der Pfalzgrafschaft Sachsen vom König bestätigt. Dietrich begann mit dem Aufbau einer straffen Landesverwaltung durch die Einrichtung von Vogteien, denen die militärische Gewalt, die Gerichtsbarkeit und die Finanzverwaltung oblag. Landgraf Hermann wechselte dann auf die Seite Ottos IV. gegen Philipp, und im staufisch-welfischen Machtmacht wurde die Landgrafschaft von mehreren Kriegszügen heimgesucht.

 

             Urkunde Burggraf Albert v. Leißnig (Dob. 2/1091).

Hermann von Saaleck und Heinrich von Camburg bezeugten den Verkauf von Gütern des Burggrafen an das Kloster Eisenberg. 

 

              Urkunde Markgraf Dietrichs von Meißen (Dob. 2/1092).

Diese  Urkunde  testierten  Hermann von Saaleck und Heinrich von Camburg.

 

1199              

  1. Juni Privilegium bertoldi episcopi et canonicorum... (UB Nr. 52; NUB 403 Dob. 2/1097).

Bischof Bertold und das Domkapitel tauschten mit den Pfortenbrüdern weitere 2 Hufen in Gernstedt gegen 4 Hufen in Lissen bei Zeitz.  Als  Zeugen testierten die „canonici“ Ludwig von Saaleck, der Burggraf Meinher v. Meißen, Burggraf Heinrich v. Bornstedt, Heidenreich v. Wethau sowie  die Brüder  Hermann und Friedrich von Saaleck .

 

  1. Nov. Urkunde des Landgrafen Hermann I. (Dob. 2/1104).

Dieser bestätigte auf der Eckartsburg die Verfügung der Witwe seines Ministerialen Kunemund von Vargula, zum Gedenken ihrer im Kreuzzug verstorbenen Söhne, dem Kloster zu Ichtershausen bei Erfurt Güter in Vargula zu stiften. Dies bezeugten Schenk Heinrich und Herdegen, Burgmann der Eckartsburg.

 

  1. Dez. Cyrographum babenbergensis episcopi de Kokelowe... (UB Nr.53, Dob. 2/1106).

Bischof Thimo von Bamberg überliess den Zisterziensern 3 Hufen in Kukulau, die Hartmann von Lobdeburg  auf Verlangen des Grafen Siegfried von Orlamünde  aufgelassen hatte. Kukulau eine   slawische Siedlung wurde wie Gernstedt zum Klostergut umgewandelt.

 

1200

           Cyrographum hermanni lantgravii et palatini de osforde (Wolff)

Nach dem Tod des Grafen Heinrich v. Buch(a) hatte sein Sohn Hugo von den Zisterziensern eine Entschädigung für die Güter bei Osforde verlangt, die sein Vater den Pfortenbrüdern vor 40 Jahren überlassenen hatte. Die zahlten 60 Mark und wurden nun vom Landgrafen als rechtmäßige Besitzer bestätigt. Dies bezeugten Graf Friedrich v. Beichlingen, Burggraf Heinrich v. Neuenburg, Heinrich v. Volkstedt, Udenscale v. Weißenburg, Ludolf v. Berlstedt, Albert v. Wippra, Otto v. Crebizvelt, Tammo v. Werben, Marschall Heinrich, Truchseß Günter, Gozwin v. Sangerhausenm, Gothefried v. Teutleben, Albert und Walter v. Mücheln, Otto v. Schirmbach. 

 

1202

     Jan. Beschwerde gegen Papst Innozenz (Dob. 2/1216).

Der Bischof von Naumburg, Landgraf Hermann, Markgraf Dietrich und der Graf von Orlamünde verbaten sich jegliche Einmischung Roms in staufisch-welfischen Auseinandersetzungen.

 

1203

             Cyrographum hermanni lantgravii super manso in Ebirstete  (Wolff)

Landgraf Hermann bestätigte den Pfortenbrüdern den Erwerb einer Hufe Land in Eberstedt mit der Vogtei und der Abgabenfreiheit. Zeugen waren neben den Naumburger Stiftsherren Gerlach v. Heldrungen und Hugo v. Scheidungen, Manegold v. Tannroda, Gozmar v. Kirchberg, Eckard v. d. Neuenburg, Heinrich der Marschall und Cunemund v,. Scherenberg.

 

             Bischöfliche Urkunde (Diplomatarium)

Den  Zisterziensern wurde der Tausch von Gütern in Cotewitz gegen bischöflichen Besitz in Scobkowe (bei Flemmingen) bestätigt, die Erkenbold v. Greislau aufgelassen hatte. Zeugen waren Herzog Bernhard v. Sachsen, Gerlach v. Querfurt, Meinher v. Werben u. Meißen, Burggraf Dietrich v. Kirchberg, Albert v. Droyßig, Heinrich v. Zangenberg, Hugo v. Heuckenwalde, Rudolf u. Günter v. Bünau, Reinhardt v. Minckwitz und Reinhard v. Strehla.

 

             Kriegszug König Philipps (Allg. Gesch.)

Die Parteinahme für König Philipp hatte dem Landgrafen Hermann das Patronat der Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen sowie die Belehnung mit Saalfed und Ranis eingebracht, Als er sich an die Seite Otto IV.  stellte, fiel Philipp in Thüringen ein und wurde von etlichen thürinischen Grafen unterstützt. Daraufhin rief Hermann die Böhmen zur Hilfe, die in das Osterland einfielen. Landgraf Hermann mußte sich dennoch nach der erfolgreichen Belagerung der Runneburg Philipp unterwerfen.

 

1204               

  1. Mär. Bertoldus II. Nuemburgensis episcopus super Kokelove...  (UB Nr. 59, NUB 416).

Der Bischof bestätigte, dass die Zisterzienser vom Moritzkloster den Saalberg und vom   Georgenkloster Güter in Kukulau bekommen und ihnen dafür das Wasser zweier Gerinne (ad duos canalea) für die  „molendino in pede montis sito - Mühle am Fuße des Berges“, die den Georgen- und Moritzbrüdern gemeinsam gehörte, überlassen hätten.  Außerdem wurde vereinbart, dass die Zisterzienser die Unterhaltung des vom Kloster kommenden Gerinnes auf einer Länge von 64 Ellen ab der Klostermauer, das Moritzkloster bis zur Altenburger Brücke und den Rest das Georgenkloster übernimmt. Die Urkunde bezeugten Graf Meinher v. Werben, Dietrich v. Kirchberg, Albert v. Droyßig, Hugo v. Heuckewalde, Rudolf und Günter v. Bünau sowie Hermann und Friedrich v. Saaleck. (n. Wolff)     

Demnach bestand nun eine Verbindung der kleinen Saale mit dem Altenburger Mühlgraben, der das Aufschlagwasser der dortigen Mühlen wesentlich verbesserte und die Klöster teilten sich in die Unterhaltung des Gerinnes von der nördlichen Klostermauer bis zur Mündung in die Saale. Über die Altenburger Mühlgrabenbrücke ging der Abzweig des Handelsweges von der Via Regia durch die Altenburger Furt nach Naumburg.

 

1205

             Bertoldus nuenburgensis episcopus super concambio flemingen  (NUB 418, Dob. 2/1270).

Der Bischof bestätigte den Pfortenbrüdern den Besitz des Dorfes Tribun (Flemmingen), nachdem es  miles Albert gegenüber Bertold v. Boblas und der es dem Markgrafen von Meißen aufgelassen hatte. Die Zisterzienser versprachen Bertold von Boblas  700 Mark und 200 Fuder Wein, als entschädigung seiner Vasallen. Den ansässigen flämischen Kolonisten, die fränkischen Recht unterlagen, wurden entschädigt, wenn sie ihren Besitz freiwillig räumten. Der Markgraf bekam im Tausch Besitzungen der Zisterzienser im Pleißenland. Dies bezeugten canonicus Ludwig v. Saaleck,  Burggraf Dietrich v. Kirchberg, Burggraf Gerhard v. Leißnig, Albert v. Droyßig, Erkenbold v. Greißlau, Reinhard v. Boblas, Heidenreich v. Wethau, Vogt Hermann v. Saaleck, Heinrich v. Altenburg, Heinrich v. Gernstedt, Friedrich v. Polenz, Heinrich v. Camburg, Günter v. Bünau und die landgräflichen Hofbeamten Marschall Heinrich und Kämmerer Konrad.

In einer zweiten Urkunde erklärte der Bischoff, dass er mit dieser Schenkung dem versprechen seines Vorgängers Udos I. Nachgekommen wäre. Dies bezeugten „Lodewicus de Salecke“ und  Hermann von Saaleck (UB Nr. 60, NUB 425, Dob. 2/1290).

 

1206

  1. Apr. Dominus Innocentius II. confirmat locum portensem …... (UB Nr. 61, Dob. 2/1305).

Der Papst stellte das Kloster unter seinen Schutz und bestätigte Abt Wichmar die Unabhängigkeit des Klosters, die Steuerfreiheit und Unantastbarkeit von allen weltlichen Ansprüchen. Die Stiftsgüter darunter „grangia Cusene, de Wincendorp, de Cocolou....et pascua (Weideplätze) de Cazenrode cum omnibus pertinensis sius (mit allem Zubehör), sowie die Höfe in Scopecov, Borsendorp, Gernstete, Cranewicze, Hechendorp, Odesforde, Lepicz, Mirtendorp und Tribun“ durften aber nicht verkauft, nur verpachtet bzw. getauscht  werden.

Die Urkunde wurde im Zusammenhang mit der Amtsenthebung Bischof  Berthold II. ausgestellt, und sollte die Rechtmäßigkeit des Besitzes der Pfortenbrüder beweisen. Nach neueren Forschungen soll diese Urkunde gefälscht sein, wie auch die Stiftungsurkunde selbst.

 

1207

           Privilegium engelhardi nuenburgensis episcopi de tribun  (UB  Nr. 62, Dob. 2/1338)

Engelhard (1206-1242) bestätigte die von seinem Vorgänger getätigte Übertragung der Güter, Zinsen und Gerichte in Flemminge. Dies bezeugten u. a. Markgraf Dietrich v. Meißen, Konrad Markgraf der Lausitz, Burggraf Dietrich von Kirchberg, Albert v. Droyßig, Erkenbold v. Greißlau, Heidenreich v. Wethau, Rudolf von Bünau und  „Ludowicus de Salecke“.

 

1208

              Tod König Philipp (Allg. Gesch.)

König Otto IV. nun allgemein anerkannt, begann mit Hilfe der Grafen von Beichlingen und Stolberg die dem Thüringer Landgrafen von Philipp verliehenen Güter wieder zu entreißen, was ein  Aufgebot  der landgräflichen Hauptleute Schenk Walter von Vargula und Graf Heinrich von Schwarzburg verhinderte.   

 

               Privilegium lantgravii super X mansi quos dedit ecclesiae .... (Dob. 2/1370).

Landgraf Hermann bestätigte auf der Eckartsburg, dass Gerlach v. Heldrungen, sein Bruder Heinrich und dessen Söhne Hartmann und Dietrich den Zisterziensern 10 Acker in Vehra (b. Erfurt) überlassen hatten.  Als Zeuge dieser Urkunde testierten Graf Hugo v. Buch, Manegold v. Rode, Dietrich v. Apolda, Dietmar v. Willerstedt, Herdegen v. Gosserstedt, sowie  Schenk Rudolf (n. Wolff).

 

1209

  1. Dez. Otto quartus Romanus imperator confirmat bona ecclesiae... (UB Nr. 68, Dob. 2/1437).

Nach seiner Kaiserkrönung stellte Otto IV.  in Terni das „monasterium Porta ordinis Cisterciensis“ unter seinen Schutz und bestätigte alle von den Römischen Kaisern, Freien oder Reichsministerialen  dem Kloster überlassenen Güter, Privilegien und Gerechtigkeiten, namentlich die Höfe „Cusene mit Zubehör, einen andern der Wencendorf heißt, einen andern der Kokelov heißt, Borsendorp, Scopecov, Hummelstete mit der Mühle, überdies die Weinberge, welche bei Wenzendorf, dem oben genannten Meierhofe angrenzen nebst der Mühle, der Fischerei, Gebüsch und Weidich. Ferner einen Meierhof der Gernstete heißt, die Landgüter in Crenewicze, Hechendorp, Osforde, mit der Fischerei auf dem Wasser welches Hunstruta heißt (.) Lepicze mit der Mühle und dem anliegenden Wasser, welches Luppe heißt, Mertendorp mit dem Weinberg, Rieth und Mühle, einen der Flemmingen heißt und die Weideplätze von Catzenrode mit einer anliegenden Stätte eine Mühle aufzubauen, den Hof der Vera heißt mit der Fischerei...“ Anwesend waren bei der Beurkundung u. a. Herzog Bernhard v. Sachsen, Landgraf Hermann und Markgraf Dietrich (n. Wolff).

70 Jahr nach Gründung verfügte das Kloster bereits einen ansehnlichen Besitz, vorzugsweise in der Landgrafschaft Thüringen.

 

1210

            Belehnung Dietrichs mit der Mark Lausitz (Allg. Gesch.).

Für 10.000 Mark Freiberger Silber (2.340 kg) erwarb Dietrich das Lehen von Otto IV.  Dazu die Lehen der Grafschaften Eilenburg und Groitzsch. Bischof Engelhard bestätigte ihm die Hochstiftsvogtei.

 

            Privilegium Sifridi mogentini archiepiscopi..... (Wolff)

Erzbischof Siegfried v. Mainz überließ den Pfortenbrüdern Güter in Henschleben (bei Straußfurt), die Graf Lampert von Gleichen aufgelassen hatte.

 

1211

            Privilegium lantgravii hermanni super  super manso.... (Wolff)

Landgraf Hermann bestätigte, dass Bernulf v. Rudestedt mit den Pfortenbrüdern Besitz in Vehra und Ramlsa getauscht habe.  Zeugen waren Heinrich, Vogt v. Saaleck und Heinrich der Marschall.

 

            Gesandschaft des Landgrafen an den Hof des Ungarnkönigs.         

Nach Lepsius (Kl. Schriften) gehörten Schenk Walter und dessen Sohn Rudolf von Vargula zur  Gesandtschaft die die Tochter des Ungarnkönigs, Elisabeth, auf die Wartburg holten, wo sie mit Ludwigs (IV.) verlobt wurde.

 

             Reichstag zu Naumburg (Bürgers Annalen, Dörings Chronik).

Nach dem päpstlichen Bann über Papst Kaiser Otto IV. trafen sich in Naumburg der König von Böhmen, die Herzöge von Bayern und Österreich, der Landgraf von Thüringen, der Markgraf von Meißen sowie die Erzbischöfe von Mainz und Magdeburg und wählten den Enkel Friedrich Barbarossas, Friedrich II. zum König, dem auch die Grafen von Henneberg, Anhalt, Querfurt, Schwarzburg, Orlamünde, Käfernburg, Beichlingen, Mühlberg, Hohenstein, Stolberg und Ziegenhain anerkannnten.

 

1212

     Sep. Privilegium erfordense super curia erfordensi et libertate... (Dob. 2/1493).

Graf Lampert v. Gleichen, Vogt von Erfurt, Dietrich, Vizedomus von Apolda, sein Bruder Dietrich, der Kämmerer v. Erfurt  sowie die Bürger der Stadt Erfurt  bekannten, dass der Streit zwischen den Bürgern und den Pfortenbrüdern wegen der Zerstörung des Kloster-Hospitals und der Entwendung des Inventars der Kapelle mit der Überlassung eines Hofes (curiam) an der Nicolai-Kirche samt Gerichtsbarkeit beigelegt wurde (n. Wolff). Hier konnten dann die Erzeugnisse der thüringischen Klostergüter gestapelt und verkauft werden.

 

  1. Mär. Vertrag zwischen Otto IV. und Markgraf Dietrich von Meißen (Dob. 2/1500).

Als Ottos IV. mit Heeresmacht gegen Friedrich II. zog, wechselten etliche Adlige wieder die Seiten. Markgraf Dietrich schwor dem Welfen die Treue und versprach, sich nicht dem Staufer anzuschließen. Als Bürgen stellte er die Grafen Gebhard von Querfurt und Heinrich von Schwarzburg, den Saalecker  „Advocatus Hermannus“ einen „Nobilbius infeudatis“ sowie Heinrich von Camburg und dessen Sohn Volkmar.

Dagegen hielt Landgraf Hermann zu Friedrich II. Bei den Kämpfen in Thüringen wurde Sulza verwüstet und die Salzquellen verschüttet und zur Belagerung der Runneburg erstmals eine Steinschleuder (Blide) eingesetzt. Da auch der Erzbischof von Magdeburg  zu Friedrich II. stand verheerten die welfischen Aufgeboet die erzbischöflichen Diözesen wie Naumburg-Zeitz.

 

1213               

           Cyrographum marchionis theodoricus de misne de monte ….. (UB Nr. 74, Dob 2/1564).

Wir Dietrich misnensis et orientalis marchios bekennen, daß wir dem dominus de porta überlasssen haben superiorem partem montis ab utraque vinea Portensium usque ad supercilium montis porrectam iuxta Wenzendorf - den oberen Teil des Berges von den Weinbergen der Portenser bis zur Spitze der Berge oberhalb Wenzendorfs“. Zeuge war  u. a. Schenk Conrad (n. Wolff).

 

            Privilegium dominae Sophiae abbatissae de quitelinburg... (UB Nr.75, Dob. 2/1565).

Äbtissin Sophie v. Quedlinburg bestätigte, dass das Kloster für die den Pfortenbrüdern 1195 überlassene „que dicitur Wencendorf“ sowie eines dortigen Weinberges, den Markgraf Dietrich aufgelassen hatte, bessere Güter bekommen habe.

 

    Sep. Privilegium engelhard episcopi ,... nuenburgensis.... (UB Nr. 76, NUB 2/13, Dob. 2/1563).

Bischof Engelhard hatte den Pfortenbrüdern die Schenkungen seines Vorgänmgers streitig gemacht. Nun einigte man sich, dass der Bischof als Ausgleich eine Hufe in Eberstädt, für das Weidicht an der Saale 6 Mark, 10 Mark für Reparaturen an bischöflichen Gebäuden sowie 6 Schock als Zehnt für die Überlassung von Kukulau bekommt.

Zeugen waren die Äbte von St. Georg und St. Moritz, Vogt Hermann von Saaleck, Bertold, Arnold, Rudolf und Hatto von Schönburg, Friedrich von Polenz sowie  „Albertus et frater eius Petrus et Bertoldus Spigel de Rutelebesberc“.

 

     Nov. Privilegium Ludowici custodis  super mansum in hassenhusen (Dob. 2/1585)

Ludwig, Kustos des Naumburger Domes und sein Bruder Hermann, Vogt von Saaleck verkauften dem Georgenkloster eine Hufe Land  in Hassenhausen für 18 Mark Silber.

 

1214

  1. Juni Fridericus secundus Romanorum rex licentiat (Dob. 2/1590).

Friedrich II. bestätigte die Rechtmäßigkeit und Unantastbarkeit des Besitzes der Pfortenbrüder im Beisein von Bischof Engelhard, Landgraf Hermann v. Thüringen, Markgraf  Dietrich, Heinrich Graf von Schwarzburg und Friedrich Graf von Beichlingen, der Vögte von Weida, Albert von Droyßig, Hermann von Saaleck, Heinrich von Camburg und Rudolf von Berlstedt.

 

  1. Nov. Tauschurkunde (Wolff)

Rudolf, Marschall v. Trebra genehmigte den Tausch von 5 Äckern und einen Weinberg in Flurstedt mit dem Verwalter der Grangia Gernstedt im Auftrag der Pfortenbrüder. Dies bezeugten Ritter Ekkehard v. Sulza, Berthold v. Rehehausen, Heinrich v. Ebersberg und Bruder Rüdiger, der Aufseher von Gernstedt (n. Wolff). Heinrich von Ebersberg, Marschall am landgräflicher Hof, war mit der Eckartsburg belehnt und nannte sich auch Heiinrich von Eckartsberga.

 

1215

  1. Jan. Privilegienurkunde (UB Nr. 78, Dob. 2/1610).

Friedrich II. erneuerte das uneingeschränkt Recht der Pfortenbrüder, Besitz von Reichsvasallen durch Schenkung, Tausch oder Kauf annehmen. Neben dem Landgrafen testierten die Grafen  von Orlamünde, Schwarzburg, Schauenburg, Mansfeld und Hohnstein.

 

  1. April Landgräflicher Schiedsspruch auf der Neuenburg (Dob. 2/1622).

Diese Urkunde testierte u. a. Hermann Vogt von Saaleck neben Rudolf „pincerna de Varila“. Danach werden die saalecker Vögte nicht mehr erwähnt, stt dessen wurde Rudolf Schenk von Vargula mit „Schloß und  Stadt“ Saaleck samt der Vogtei und dem Burgward mit Stendorf, Döben, Wenigenheringen, und Hohendorf vom Landgrafen Ludwig belehnt.

 

  1. Aug. Urkunde über die Beilegung eines Streites (NUB 21, Dob. 2/1634).

Die päpstlichen Kommissare Degenhart und Hartmann von Bibra vermittelten in einem Streit zwischen „Guntherum militem de Rutelesberkg et fraterem suum Hugonem“ und dem Domkapitel um die Besitzrechte bestimmter Güter in Bocksrode (Wüstung oberhalb der Kohlenstraße). Beim Vergleich auf der Neuenburg verzichteten Gunther und Hugo zugunsten des Kapitels. Den vergleich bezeugten seitens der Geistlichen. Cunradus prepositus, Ludowicus custos, Hugo, Gerlachus, Hugo, Engilgerus, Theodericus, Siboto, Burchardus, Volcmarus, Reinhardus, Otto scholasticus, Hademarus, und als Laien: meinherus burcgravius de misene (Meißen), Esino de wirbene (Werben), Bertoldus de sconeberch (Schönburg), Rudolfus de bunowe (Bünau), Meinherus et Guntherus de sconeberch, Albertus de vlemingen (Flemmingen), Ludewicus de caldenvelt.

 

  1. Sep. Landgräfliche Schenkungsurkunde (Dob. 2/1638).

Als Zeuge testierte Rudolf, Schenk von Vargula, nach Lepsius der Sohn von Schenk Walter von Vargula..

 

  1. Dez. Privilegium theoderici Misnensis marchionis …. (UB Nr.79, Dob. 2/1642).

Markgraf Dietrich befreite die Pfortenbrüder alle in der Mark Meißen verkauften Eigenprodukte der Klosterwirtschaft von Zöllen  und Geleiten. Zeugen der in Groitzsch ausgestellten Urkunde waren: die Grafen Friedrich v. Brehna, Friedrich v. Beichlingen, Heinrich v. Schwarzburg, die Herren von Lobdeburg, Droyßig, Greißlau, Burggraf Abert v. Altenburg, Heinrich von Kohren, Vogt Heinrich v. Weida, Volrad v. Landsberg, Gunter v. Rochsburg, Bodo v. Eilenburg, Friedrich v. Groitzsch.

 

1216

           Friderici halverstatensis episcopi super decima (Wolff)

Der Bischof von Halberstadt erließ den Zisterziensern den Zehnt  des zu seiner Diözese gehörenden Gutes Osforde.

 

1217

            Schenkung des Bischofs Engelhardt (Dob. 2/1730).

Die Pfortenbrüder bekamen Güter in Flemmingen die Albert von Grobitz zum Lehen trug und der dafür andere Güter aus dem bischöflichen Besitz erhielt. Die Urkunde testierten Erkenbold v. Greißlau, Manegold v. Tannroda sowie Bertholdus de Sconenberg senior, Bertholdus junior, Hatto senior et Boto. (n. Wolff)

 

            Schenkung das Bischofs v. Würzburg (Wolff)

Die Zisterzienser erhielten ein praedium, ein Landgut in Cranewitz (Wüstung bei Gernstedt), das die Grafen Albert und Hermann von Orlamünde aufgelassen hatten.

 

            Tod Landgraf Hermann I. (Allg. Gesch.).

Die Landgrafschaft Thüringen und Hessen fielen an seinen 1200 geborenen Sohn Ludwig IV. der Heilige. Er ehelichte 1221 die 14 jährige ungarische Königstochter Elisabeth, die seit 1211 als seine Verlobte auf der Wartburg erzogen wurde. Zu den engsten Vertrauten des landgrafenpaares zählten die Schenken von Vargula, die dafür mit zahlreichen Gütern belehnt wurden.

 

1218

            Urkunde Landgraf Ludwig IV. ( Dob. 2/1813).

Eine der ersten Urkunden die der landgraf nach seiner Schwertleite ausstellte, testierten Schenk Rudolf und sein Bruder Dietrich.

 

1220

           Privilegum vhere et piscationis eius (Wolff)

Der Abt von Hersfeld überließ den Pfortenbrüdern einen Hof in Vehra (bei Straußfurt) mit der Fischerei frei von Gerichten und Abgaben gegen jedermann (n. Wolff)

 

1221

            Tod Markgraf Dietrichs (Allg. Gesch. Dob. 2/1954).          

Die Mark kam an den Sohn aus seiner Ehe mit Jutta von Thüringen. Für den noch minderjährigen  Heinrich (geb. 1215) wurde sein Onkel Landgraf  Ludwig IV. Bestellt. Im März wurde die Vormundschaft des landgrafen vom meißenschen Adel anerkannt. Darüber sollte Ludwig, falls Heinrich noch vor dem Erreichen der Volljährigkeit sterben sollte, als nächsten Verwandten die  Mark erben.

 

  1. Sep. Schenkung Ludwigs IV. und der Elisabeth (Dob. 2/1796).

Unter den landgräflichen Ministerialen urkundete Rudolf  Schenk von Vargula.

 

  1. Nov. Päpstliche bestätigung eines Landerwerbs (Wolff).

Honorius III. bestätigte die Rechtmäßigkeit des Erwerbs von 9 Hufen und einer Mühle in Henschleben (bei Straußfurt), den Besitz in Vehra und in Porstendorf.

 

1222

             Schutzurkunden Ludwig IV. (Dob. 2/2019 u. 2020).

Zeuge der auf der Neuenburg ausgestellten Urkunde war Schenk Rudolf.

 

1223

             Ludewicus lantgravius super tribus  mansis in ver et henscesleiben (Dob. 2/2051).

Landgraf Ludwig überträgt den Zisterziensern drei Hufen aus seinem Familiengut in Henschleben und weiterer drei Hufen  in Vehra, die die Grafen von Orlamünde aufgelassen hatten. Auch hier war es wieder Schenk Rudolf der diese bezeugte.

Im gleichen Jahr heiratete die Witwe des Markgrafen den Grafen Poppo von Henneberg und verlangte nun die Vormundschaft unterstützt von einem Teil des osterländischen Adels. Ludwig besetzte daraufhin Weißenfels und Leipzig, und 1225 verzichtete Jutta von Thüringen auf der Neuenburg auf alle Ansprüche.

 

1224

  1. Dez. Beilegung eines Streits mit der Naumburger Klöster (NUB 55).

Der Bischoff vermitttelte in einem Streit wegen der Nutzung der kleinen Saale (qui vulgo parva Sala nominatur) für die Klostermühle .

 

1225        

      Sep. Resignierungsurkunde (NUB 61, Dob. 2/2235, 2/2330).  

Landgraf Ludwig überließ die Vogtei über das Georgenkloster, die die Ludowinger seit 1140 inne hatten, dem Bischof Engelhard der sie dann dem Abt Johannes übertrug, was u. a. Schenk Rudolph  erstmals als pincerna de saleke bezeugte.

Somit war ein hochrangiger landgräflicher Gefolgsmann mit einem markgräflichen Burgward belehnt worden, was in die Zeit der landgräflichen Vormundschaft in der Markgrafschaft in Zusammenhang steht. Rudolph von Vargula, der seinen Vater auf der Ungarnreise begleitet hatte und stets an der Seite des Landgrafen Ludwig und der Elisabeth zu finden war, wurde für treue Dienste mit der Burg, dem Burgward, der Fischerei und der Geleitseinnahme zu Saaleck belehnt. Weitere Güter besaßen die Schenken in Möllern und Hassenhausen.

Nicht mehr zum Saalecker Lehen gehörte die Vogtei über die Kirchen von Naumburg und Pforte,  auf die der Landgraf zu Gunsten des Bischofs und des Abtes mit einer Urkunde vom 6. November verzichtete, was Schenk Rudolf und Marschall Heinrich von Eckartsberga bezeugten. Am 20. Dezember 1226 bestätigte Papst Honorius die Auflassung der Saalecker Vogtei (NUB 2/67, Dob. 2/2361).

 

1226

  1. Juni. Eventualbelehnung Landgraf Ludwig IV. (Dob. 2/2330).

Kaiser Friedrich II. bestätigte ihm in Borgo San Domino die Belehnung mit Meißen und der Lausitz, falls sein Mündel, der  Wettiner Heinrich noch vor Erreichen der Volljährigkeit versterben sollte. Als Gegenleistung fand sich Ludwig bereit, am Kreuzzug mit dem gesamten thüringischen Adel teilzunehmen.

 

      Juni Protection fratria Hermanni magistri domus theutonicae..  (Wolff).

Der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hermann v. Salza,  verkaufte den Pfortenbrüdern das Landgut des Ordens  in Porstendorf für 520 Mark Silber.

 

              Protestatio comitum de novo castro super bona speculi (Wolff)

Hermann und Heinich von Mansfeld, Burggrafen der Neuenburg, bestätigen, dass Berthold Spigel (cognomento B. Speculum), Kastellan in Ruthleybisberc,  seine Frau und ihr gemeinsamer Sohn Berthold ihre Güter in Altenburg gegenüber dem Burggrafen Meinher v. Meißen resigniert und  dieser sie den Pfortenbrüdern überlassen habe (n. Wolff).

 

1227

  1. Sep. Landgraf Ludwig IV. der Heilige verstirbt (Allg. Gesch.).

Am Juni war Landgraf Ludwig IV. zum Kreuzzug aufgebrochen, im Gefolge zahlreiche thüringische Adlige, wie die Grafen von Käfernberg, Brandenberg, Mühlberg, Stolberg, Gleichen, die Hofbeamten Schenk Rudolf von Vargula, Marschall Heinrich von Eckartsberga, Truchseß Hermann von Schlotheim und Kämmerer Heinrich von Fahner, die Herren von Heldrungen und Querfurt u.v.a. Thüringen wurde indessen von Ludwigs jüngeren Bruder Heinrich Raspe regiert. Wegen des  Todes des Landgrafen in Otranto bricht Friedrich II. den Kreuzzug ab und der thüringische Adel begleitet die sterblichen Überresten zur landgräflichen Grablege im Kloster Reinhardsbrunn.

Ihn folgt sein  Sohn aus der Ehe mit Elisabeth der fünfjährigen Hermann II. dem auch die Eventualbelehnung mit Meißen und der Lausitz gewährt wurde. Als Vormund werden seine Oheime Heinrich Raspe (IV.) und Konrad. Bestellt. Die Vormundschaft  für Heinrich, den Erben der Mark Meißen fiel an Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg.

 

      Sep. Super porte nemoris tutenberg ad molendinum dorndorf spectantis  (Dob. 2/2442).    

Ritter Tuto von Tautenburg resiegnierte seine Mühle bei Dornburg und den anliegenden Wald, den sein lehnsherr nun den Pfortenbrüdern zueignete.

 

1228

  1. Mai Heinricus lantgravius confirmant contractum fratre suo lantgravio .. (Dob. 3/14).

Heinrich Raspe bestätigte die Rechtmäßigkeit des Verkaufs der Güter Henschleben und Vehra vom Jahr 1223. Als Zeugen testierten Rudolf, Schenk von Vargula und Heinrich, Marschall von Eckartsberga (n. Wolff).

 

  1. Nov. Urkunde Papst Gregor IX. (Dob 3/34 u. 35).

Bestätigt wurde die Rechtmäßigkeit der 1028 erfolgten Verlegung des Hochstifts von Zeitz nach Naumburg und die Unterstellung des Zeitzer Kapitels.

 

1229

      Sep. Beilegung eines Streites mit den Pfortenbrüdern (UB Nr. 99, Dob. 3/71)

Die hatten zum Schutz ihrer Äcker bei Henschleben und Vehra einen Damm entlang der Unstrut angelegt, den die Herren von Straußfurt eingerissen hatten, weil bei Hochwasser ihre Felder überschwemmt wurden. Der von Heinrich Raspe entsandte Schlichter „Rudolfen familiarem nostrum Pincernam Rudolfum de Saleke“ entschied für die Pfortenser was Theodericus de vipeche, Albertus smelinc, Johannes de heuersleben, Ekehardus de sumeringen, Heinricus de bendeleiben, Ulricus de arnsberc, Euerherus iunior et frater eius Ekehardus, Bertoldus fratruelis domini Euerheri,  sowie die Pfortenmönche Bruno ollarius, Wasmundus forensis magister, Fridericus cellarius, Baldewinus camerarius, Degenhardus magister uini. monachi de porta, Rudolfus conuersus, frater Beringerus, frater Sefridus de porta, Hermannus de stufforde, Gothefridus caput agni, Theordericus ricus calvus.“ bezeugten (n. Wolff). Drei Jahre später vermittelte der Landgraf beim Dingtag zu Mittelhausen zwischen den Pfortenbrüdern und Eberhardt von Weißensee wegen des Dammes.

 

1230

            Privilegium Sifridi moguntiaci archiepiscopi de ecclesiae in Borsendorf (Wolff)

Erzbischof Siegfried von Mainz bestätigte den Pfortenbrüdern den Besitz des Porstendorfer Hofes.

 

1231

  1. Jan. Privilegium Heinrici misnensis marchionis monasterio concessum (UBNr.102, Dob. 3/180).

Markgrafen Heinrich (der Erlauchte) bestätigte den Pfortenbrüdern alle Güter und Privilegien in der Markgrafschaft, wie sie sein Vater Markgraf Dietrich 1215 bereits bestätigt hatte (n. Wolff).

Heinrich nunmehr volljährig, übernahm unangefochten die Mark Meißen und die Lausitz ohne förmliche Belehnung durch Friedrich II. Gleichzeitig erübrigte sich die Eventualbelehnung der Ludowinger.

 

     Sep. Schenkungsurkunde des Landgrafen Heinrich Raspe (Dob. 3/212).

Neben den Thüringer Grafen von Orlamünde, Rabensberg, Stolberg, Beichlingen, Schwarzburg, Berka, Mühlberg, Wiehe, Tannroda und Heldrungen wurden die Schenken Rudolf d. Ä. und Rudolf d. J. Aufgeführt.

 

1233

  1. Nov. Vergleich Landgraf Konrads (Dob. 3/369).

Eine Urkunde des  jüngeren Bruders Heinrich Raspe bezeugte  Schenk Rudolph von Vargula.

 

1234              

  1. Feb. Urkunde König Heinrich VII. (UB Nr. 106, Dob. 3/396).

Der Enkel Kaiser Friedrich I. bestätigte in Frankfurt den Pfortenbrüdern das Recht, reichsunmittelbare Güter zu erwerben oder zu tauschen.

 

  1. Mär. Kaufurkunde (Dob. 3/404).

Siegfried Staconnarius aus Naumburg und sein Weib Gertrud  verkauften den Pfortenbrüdern ihr Gut in Flemmingen für 6 Mark und der Maßgabe, des Nießbrauchs der Hälfte der Ernte, die ihnen der Hofmeier nach Naumburg bringen mußte. Da der Konvent die Gerichte in Flemmingen hatte, brauchtt amn die Vögte nicht mehr und Prior Konrad, Subprior Konrad, Johann der Kellermeister und der gesamt Konvent bezeugten den Vertrag.

 

      Sep. Urkunde Landgraf Heinrich Raspe (Dob. 3/447).

Zeugen waren Rudolf (II.) Schenk von Vargula und sein  Sohn Hermann.

 

1236

  1. Mai Heiligsprechung der Elisabeth von Thüringen (Allg. Gesch.)

Elisabeth lehnte eine Wiederverheiratung ab und und begab sich 1228 mit ihren Kindern nach Marburg. Von ihrem Leibgedinge stiftete sie ein Hospiz in das sie als einfache Schwester eintrat und auch 1231 starb. Anwesend waren Kaiser Friedrich II. D und die regenten der Landgrafschaft Heinrich Raspe und Konrad.

 

  1. Juni Tauschurkunde Heinrich Raspe IV. (Dob 3/618).

Als Zeugen testierte u. a. Rudolf Schenk von Vargula.

 

              Kaiser Friedrich II. bestätigt dem Kloster die 1234 gewährten Privilegien (UB Nr.109).

Zeugen waren der Landgraf von Thüringen, die Burggrafen von Nürnberg und Magdeburg sowie Konrad v. Tannroda.

 

1237

  1. Sep. Schenkung Hartmanns von Lobdeburg (Dob. 3/693).

Einer der Zeugen war Schenk  Rudolf (II.) von Vargula.

 

              Urkunde über einen Tausch von Gütern in Hechendorf (Wolff)

Albert von Rabenswalde bestätigte den Vertrag zwischen Konrad von Wiehe und den Pfortenbrüdern.

 

1238

  1. Apr. Heinricus misnensis marchio super 4 mansis in Thuswitz (Diplomatarium)

Markgraf Heinrich erklärte, dass er den Pfortenbrüdern die Reichslehen seines Vaters in Tauschwitz (4 Hufen und einen Weinberg) schenkt, wenn die eine Schuld seines Vaters erlassen würden. Zeugen waren Graf Heinrich v. Schwarzburg und Heinrich Burggraf von Kirchberg.

 

  1. Apr. Vergleich zwischen Heinrich und Bischof Engelhardt (UB Nr.111, NUB 168, Dob. 3/754).

Der ansehnliche Besitz des Bistum in der Mark Meißen, neben Landbesitz auch Burgen und Anteile am Silberbergbau war bischöflichen Ministerialen wie denen von der Schönburg, den Bünaus und den Droitzesn und dem Markgrafen zum Lehen gegeben. Wechselte die Person des Lehensnehmers wurden Belehnung und Schutzverpflichtungen erneuert. Während Heinrich dem Bischof die Stiftsvogtei und die Unantastbarkeit der kirchlichen Güter bestätigte, die Befestigung der bischöflichen Residenzen erlaubte und sich verpflichtete keine  bischöflich-naumburgischen Münzen zu prägen bestätigte der Bischof dem Markgrafen die Obervogtei und alle bischöflichen Lehen, darunter „castrum et oppidum Ruteleibespergk“. Heinrich versprach, die Lehnsburgen  instand zu setzen und dem Bischof zum persönlichen Schutz offen zuhalten.

Am 26. November wurde der Vergleich in Groitzsch besiegelt. Die bischöflichen Ministerialen Hugo und Bodo wurden durch markgräfliche Kastellane ersetzt, denen in verschiedenen Oorten der Umgebung Dienstlehen zugewiesen wurden, da das Burglehen nur aus dem ummauerten Burgbezirk bestand und ein üblicherweise der Unterhaltung der Burg und der Besatzung angeschlossener   Burgward fehlte.

 

1239

  1. Aug. Bestätigungsurkunde Landgraf Heinrichs (Dob 3/810).

Heinrich d. Ä.  von  Hesilere, seine drei Söhne und sein Neffe Heinrich v. Hardisleben  überließen  den Zisterziensern 89 Morgen Buschholz in der Flur von Häßler, die sie gegenüber dem Bischof aufgelassen hatten. Zeugen der auf der Neuenburg gesiegelt Urkunde waren u. a. Graf Dietrich v. Berka, Friedrich v. Beichlingen, Hermann v. Mansfeld und Otto v. Bucha.

 

      Sep. Super molendio in dorndorff (Wolff)

Im Streit um die Dornburger Mühle zwischen den Pfortenbrüdern und dem Ritter Werner von Bürgel kam unter Vermittlung der Schenken Heinrich und Volkmar in Camburg ein Vergleich zustande. Die Mönche gaben 2 Mark Silber, 1 Malter Getreide und zwei Paar Schuhe, dafür ließ Ritter Werner das Lehen gegenüber dem Burggrafen vom Gleißberg auf und übergab die Mühle dem Hofmeister, dem Schäfer und dem Wagenmeister des Porstendorfer Hofes. 

 

      Okt. Super curia in dorndorf (Wolff)

Lukardis von Steudnitz die Schwester der Schenken Conrad, Dietrich, Heinrich und Rudolf d. J. überlässt mit Zustimmung ihrer Töchter Lukardis und Mechthild den Pfortenbrüdern  einen Hof in Dornburg und erhält im Kloster ihre Begräbnis. Das bezeugten Abt Conrad, Prior Conrad, Albert der Hofmeister von Porstendorf, Heinrich v. Mücheln ein Schwiegersohn von Lukardis und ihr Leibdiener Heinrich. Die Vereinbarung wurde vom Naumburger Bischof zu dessen Diözese der Hof gehörte, bestätigt.

 

1241

  1. Jan. Landgraf Hermann II. stirbt (Allg. Gesch.)

Da der Neunzehnjährige keinen männlichen Nachkommen hatte, fiel das Erbe an seinen Onkel, den Bruder Ludwig IV. Heinrich Raspe IV, der seit inzwischen dass Amt des Reichsverwesers bekleidete. Der jüngste Bruder Konrad seit 1239 Hochmeister des Deutschen Ordens war 1240 verstorben.

 

1242

  1. Mai Schenk Heinrich verkauft Güter dem Kloster Reifenstein (Dob. 3/1034,1036).

Dem stimmten seine Brüder Rudolf (III.), Konrad und Dietrich zu was u.a. Heinrich, Vogt von Vargula, Gerhard von Vargula und Heinrich von Tautenburg sowie Heinricus Curtefrund ein Kastellan der Rudelsburg bezeugten.Langraf Heinrich bestätigte den Verkauf am 17. Mai (

1232 wurden „fideles nostri Rudolfus pincerna de Varila Rudolfus et Henricus, frater eius“ „die Söhne unseres  Schenken Rudolf (II.) von Vargula, Rudolf (III.) und sein Bruder Heinrich“ von  Friedrich II. mit dem „castrum Tautenburg cum pertinentiis“ belehnt und in den Stand von Reichsministerialen erhoben und Rudolf ließ die Kirche bauen (Anno. dni. MCCXXXII Rudolphus secundus huius nominis obstruxit hanc capellam (Lepsius Kl. Schriften).

Nach E. Kaufmann (NTB v. 26. Apr. 2008) starb Heinrich ohne männlichen Nachkommen. Das Erbe fiel an seine  Brüder Rudolf (III.) und Konrad, von denen die Linien Dornburg (Lepsius) und   Niedertrebra ausgingen. Dietrich gilt als Begründer der Nebraer Linie. Die Grablege der Tautenburger Schenken war das Kloster Frauenprießnitz (A. Trinius) 

 

  1. Mai Schenkung von Äckern in Zäckwar (UB Nr. 117, Dob. 3/1035).

Ritter Ulrich von Balgstädt schenkte den Pfortenbrüdern eine Hufe in Cebecur mit Zustimmung des Landgrafen Heinrich Raspe dem „procurator sacri imperii per Germaniam - Statthalter des Heiligen Deutschen Reiches“. Zeugen waren Graf Dietrich v. Berka, Marschall Heinrich v. Ebersberg und Ritter Conrad v. Schmon.

1277 überließen  Friedrich von Balgstädt, 1286  Friedrich und Gebhardt von Haldeck, 1287 Otto von Gostenitz, 1288 die Marschälle von Trebra und Eckartsberga dem Kloster weitere Güter in Zäckwar. 1290 waren die Pfortenbrüder im Besitz der Vogtei und des Blutbanns. Dann erwarben sie von  Heinrich Marschall zu Nebra weitere neun Hufen und tauschten 1301 mit dem  Domkapitel die Pfarrei.  1321 gehörte die gesamte Dorfflur den Pfortensern

 

            Dietrichs von Wettin wird Bischof von Naumburg (Allg. Gesch.)

Markgraf Heinrich war maßgeblich an der Wahl seines Halbbruders beteiligt, der dann mit dem  Bau des spätromanischen Doms begann.

 

1243

  1. Jan. Urkunde des Landgrafen (Dob. 3/1051)

Als Zeugen testierten Rudolf Schenk von Vargula und  Heinrich Marschall von Ebersberg.

 

  1. Apr. Heinrici Lantgravii super molendino in rivo Emesa (Dob. 3/1081).

Heinrich Raspe überläßt den Pfortenbrüdern eine Mühle zwischen dem allodium Gernstedt und dem Wald Lindenloh an der Emse für einen jährlichen Zins von 24 Solidus Die in Weißensee ausgestellte Urkunde bezeugten Hermann Burggraf der Neuenburg, Dietrich v. Berka, Friedrich v. Beichlingen, der Burggraf von Querfurt, Marschall Heinrich v. Ebersberg, Truchseß Bertold v. Schlotheim, Schenk  Rudolf v. Vargula, Rudolf v. Hausen. 

 

  1. Juni Privilegium Ottonis de Lichtenhain (Wolff)

Die Pfortenbrüder hatten Otto einen jährliche Zins von 65 Mark Silber und 4 Fuhren Wein auf Lebenszeit für einen Landerwerb versprochen, waren aber im Rückstand. Nun verständigte man sich auf eine einmalige Zahlung von 200 Mark Silber und jährlich 20 Mark, sowie vier Fuhren Wein. Eine Fuhre kam von „quae dicitur dominae Berthae“, zwei Fuhren weißer und eine Fuhre roter Wein von Wuezendorff . Den Vertrag bezeugten die Naumburger Stiftsherren, der Probst von Zeitz sowie Eberhard v. Greifenberg, Volkmar v. Camburg und Hugo v. Prießnitz. 

 

  1. Juni Eventualbelehnung Markgraf Heinrich (Allg. Geschichte).

Landgraf Heinrich Raspe erreichte bei Frioedrich II. die Eventualbelehnung seines Neffen Heinrichs, dem Sohn Markgraf Dietrichs von Meißen und der Jutta von Thüringen, mit der landgrafschaft und der Pfalzgrafschaft Sachsen, und legte gleichzeitig das Amt des Reichsverwesers nieder (Lehnsurkunde WEI Nr. 947).

 

1244

     Mai Ablösung des Zehnts für den Hof Vehra (Wolff)

Die Pfortenbrüder einigten sich mit dem Abt von Hersfeld auf einen festen Betrag von jährlich 5 Mark Silber und einer einmaligen Zahlung von 70 Mark.

 

  1. Okt. Super concambio ...possessiones sub dornburg(UB Nr. 121, Dob. 3/1189).

Heinrich Schenk von Tautenburg (Heinricus pincerna dictus de thutenberg) tauschte mit den Pfortenbrüdern einen Mühlplatz (aream molendni), einen Uferstreifen (ut in littore eiusdem fluvii purgamenta commode possent emundari) und ein Gehölz (quod forestum dicitur) am Saaleufer bei Dornburg gegen 3 Morgen Ackerland am gegenüberliegenden Ufer. 

Dem Tausch stimmten Heinrichs Brüder „Rudolfi pincerne de Saleke, Cunradi et Heinrici fratrum meorum“ zu.  Weitere Zeugen waren: Heinricus de kornere et frater eius Jrinfridus, Guntherus des rosla, Theodericus de alstede, Werherus et frater eius Werherus de wirichusen, Heinricus junior de meldingen, Cunradus scubel, Heinricus de grohsen, Conradus de butheniz, Heinricus curefrunt, Heinricus hering de sunthusen, Hartmut de dobersten, Heinricus sagittarius“.  “

 

1245

                Landgräfliche Bestätigung der Emsenmühle (Lepsius Kl. Schriften).

Außerdem wurde der Erwerb von Gütern im pago villae quae anticuus Damsla dicitur genehmigt, stätigt, die Helwig der Münzmeister zu Sulza aufgelassen hatte..  

 

1246

  1. Mai Landgraf Heinrich Raspe wird zum König gewählt (Allg. Gesch.)

Nach der Exkommunizierung Friedrich II. und seines Sohnes Konrad wurde der Landgraf von den drei Erzbischöfen zum „Pfaffen“-König gewählt. Die weltlichen Kurfürsten verweigern die Wahl.

 

1247

  1. Feb. Heinrich Raspe IV. verstirbt auf der Wartburg (Allg. Geschichte).

Da aus seinen drei Ehen kein männlicher Erbe hervorging, fielen landgrafschaft und Pfalzgrafschaft an den Wettiner Heinrich, der umgehend als Landgraf urkundete.

 

  1. Dez. Hermann II. von Weimar-Orlamünde verstirbt (Allg. Gesch.)

Seine Söhne begründen die Linien Weimar und Orlamünde.

 

1248   

 Thüringer Grafenaufstand (Allg. Geschichte, Döring).

Sophia, die Tochter Ludwig  IV. und der Heiligen Elisabeth, inzwischen mit dem Herzog von  Brabant verheiratet, bezeichnete sich in Marburg als rechtmäßige Herrin in Thüringen und Hessen   und erhob für ihren 1244 geborenen Sohn Heinrich (das Kind) Ansprüche auf die Landgrafschaft. Neben dem hessischen Adel, dem Deutschen Orden und der Stadt Eisenach wurde sie auch von Teilen des thüringischen Adels unterstützt, die dem Wettiner die Anerkennung verweigerten. Gegen die ging Heinrich mit  Waffengewalt vor.  In der Schlacht von Mühlberg besiegte ein Aufgebot unter der Führung der Schenken Rudolf und Walter und dem Burggraf von Kirchberg das gräfliche Aufgebot. Heinrich selbst belagerte die Runneburg und die Eckartsburg.

 

1249

     Juni Urkunde über eine Kaufpreiszahlung (Wolff)

Graf Albert v. Wiehe bezeugte, dass die Pfortenbrüder dem Ritter Reinfeld v. Hentschleben 8 Mark Silber zur Beilegung des Streits um die dortige Mühle gezahlt hätten. Zeugen waren die Ritter Meinhard v. Donndorf, Heinrich v. Nausitz, Heinrich v. Gehofen und der Hofmeister von Hechendorf. 

 

  1. Juli Treueschwur der Thüringer Grafen (Dob. 3/1721).

In Weißenfels wurde Heinrich von den Käfernburger, Schwarzburger, Beichlinger, Honsteiner, Orlamünder, Anhalter und Stolberger Grafen anerkannt, denen er ihre Besitzungen bestätigte. 

Den Schenken wurden die zur Mark Meißen gehörenden Burglehen Saaleck und Tautenburg bestätigt.

Außerdem konnte sich Heinrich mit der Herzogin von Brabant vergleichen. Sie entsagte bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes auf dessen Ansprüche, setzte Heinrich als Vormund ein und überließ ihm auf zehn Jahre die Wartburg und Hessen. Dann sollte das Reichsgericht über die Rechtmäßigkeit der Erbfolge entscheiden.

 

1250

  1. Feb. Bestätigungsurkunde über einen Zinsabtrag (Dob. 3/1721).

Die Urkunde testierten Rudolf Schenk und Heinrich von Vargula.

 

      Dez. Pachtverträge mit Flemminger Bauern (UB Nr.124, Dob. 3/1860).

Abt Conrad bestätigte im Einverständnis mit dem Konvent, dass er die Äcker des Flemminger Freigutes den Bauern für einen jährlichen Zins überlassen habe und dies solange auch ihre Frauen und Erben das Land bearbeiten und den Zins zahlen würden. Wer wegen Betrug, Spielsucht, Mord oder Holzfrevel verurteilt wurde, verlor sein Lehen.

Den Vertrag unterzeichneten Proir, Subprior, Kellner, Kämmerer, Pförtner, Küster, Kantor, dem  Hofmeister von Naumburg und dessen Bruder, sowie den Mönchen Jacob, Friedrich, Tammo und Robert .

In Anbetracht der zahlreichen Güter war die Eigenbewirtschaftung der Klosterhöfe an die Grenzen gestoßen. Daher wurde mit der Verpachtung begonnen zumal man sich dabei auch eine effektivere Bewirtschaftung und damit einen höheren Gewinn versprach. Darüber hinaus verfügte das Kloster auch über die Gerichte, denen die Pächter unterlagen.  Nach und nach wurden die meisten Äcker, Wiesen und Weinberge sowie die Viehherden, die Mühlen und die Fischerei in Erb- bzw. Zeitpacht zu geben. Während die Pachtzahlungen in natura abnahmen, stieg der Anteil der Geldzinsen. Dies und die Einnahmen aus der Gerichtsbarkeit und der Kirchenaufsicht brachten den Pfortenbrüdern erhebliche Gelder, die zum Ausbau des Klosters und weiteren Gütererwerb verwendet aber auch zinsbar verliehen und zur Gründung von Tochterklöstern verwendet wurden.

 

  1. Juni Kaufvertrag über das Dorf Leutenthal (Wolff)

Für 130 Mark Silber erwarben die Zisterzienser vom Nonnenkloster  im fränkischen Wichterswinkel die Flur zwischen Liebstedt und Sachsenhausen (bei Buttelstest) mit allen Rechten und Gerechtigkeiten einschl. der Mühle.  Zeugen neben den Mönchen waren Albert v. Hechendorf, Albert v. Mellingen, Meinhard v. Donndorf, Johann v. Mannstedt, Hermann v. Wolmirstedt, Hermann v. Buttstedt und Friedrich v. Sachsenhausen. Nach der Genehmigung durch den Würzburger Bischof, zu dessen Diözese das Nonnenkloster gehörte, stimmte auch Heinrich d. Erlauchte zu. Das bezeugten die Grafen Dietrich v. Vippach, Gunther v. Kefernberg, Albert v. Rabenswalde, Heinrich v. Schwarzburg, Dietrich v. Kirchberg, Albert v. Klettenberg, Heinrich v. Heldrungen, Gunter v. Blankenburg, Leutolf und Heinrich v. Allerstedt, Heinrich und Ludwig v. Mellingen, Hugo v. Salza, Albert v. Ebeleben, Heinrich, Rudolf und Bertold v. Isserstädt, Eberhard und Hugo v. Ballhausen.  

 

  1. Juli Theodoricus neunburgensis episcopus de molendino in mertyndorf (Wolff)

Bischof Dietrich genehmigte einen Vergleich über die Mertendorfer Mühle. Davon gehörten 4 Teile den Pfortenbrüdern und je ein Teil dem Bischof und dem Ritter Ulrich zu Mertendorf. Die Unterhaltung sollte im Verhältnis auf die Anteilseigner umgelegt werden, doch weil man sich nicht einigte, war die Mühle verfallen. Zunächst verzichtete Ulrich auf seinen Anteil zugunsten der Pfortenbrüder für jährlich 30 Scheffel Roggenmehl aus der Punkewitzer  Mühle.  Zeugen waren Heinrich v. Casekirchen, Heinrich Spigel, Gottschalk v. Mertendorf, Heinrich v. Kötzschau und der Hofmeister von Weißenfels und seitens der Mönche der Kellner, dessen Gehilfe, der Kämmerer, und die Hofaufseher von Gernstedt und Mertendorf. Vier Jahre später verzichtete auch der Bischof auf seinen Anteil zugunsten der Pfortenser.

 

1251

  1. Mär. Grundsteinlegung für den hohen Chor der Klosterkirche (Allg. Gesch.).

Darauf verweist eine Inschrift am Strebepfeiler des Chores „Anno Domini MCCLI Kla. Aprilis positum est fundamentum“.

Die gute wirtschaftliche Lage ermöglichte dem sechsten Abt Heinrich, eine ansehnliche Kirche anstelle der bisherigen Gebetsstätte, von der noch die Abtskapelle erhalten ist, zu errichten. Es fehlte auch nicht an fronpflichtigen Bauern, Steine und Kalk lieferten die klostereigenen Steinbrüche und Brennöfen. Problematisch waren ausreichendes und geeignetes Stammholz für die  Dach- und Deckenkonstruktionen.  

 

1252

            Förmliche Belehnung Heinrich des Erlauchten (Allg. Gesch).

König Wilhelm v. Holland belehnt Heinrich mit Thüringen und Hessen und wies den Anspruch der Herzogin von Brabant ab.

Wilhelm, wie auch die folgenden Grafenkönige, nutzten die Gegensätze der einzelnen Territorialgewalten aus, um ihre eigene Machtposition zu stärken, durch wechselnde Bündnisse und die Vergabe von Privilegien, den Einzug erledigter Reichslehen und die Stärkung reichsunmittelbarer Stände, wie Reichsritter und Reichsstädte.

Heinrich gebot über die Landgrafschaft Thüringen, die Markgrafschaften Meißen und Lausitz und die Pfalzgrafschaft Sachsen. Die Mitgift der Verlobten seines ältesten Sohnes Albrecht (geb. 1240) einer Tochter des Staufers Friedrich II. brachte ihm das Pleißenland mit Altenburg, Chemnitz und Zwickau ein und im Vertrag von Grimma erkannten die  Vögte von Gera, Weida und Plauen den Wettiner als Oberlehnsherrn an. Heinrich überließ im folgenden Jahr die Regentschaft über Thüringen seinem ältesten Sohn Albrecht.

 

1254

  1. Apr. Privileg des Erzbischofs von Magdeburg (UB Nr. 137)

Rudolf bestätigte die den Pfortenbrüdern von seinem Vorgänger Albert (1209-1233) gewährte Zollfreiheit beim Erwerb von Heringen, Wachs, Seife und Salz sowie von 2 Fuhren Leder und Schaffellen auf dem halleschen Markt für den Bedarf des Klosters.  Sie selbst durften ihren Wein und andere Klosterprodukte abgabefrei verkaufen. 

 

     Juli  Verkauf von einem Gehölz bei Niedermöllern (UB Nr. 139).         

Das Nonnenkloster Zscheiplitz, das zur Diözese Halberstadt gehörte, verkaufte aus wirtschaftlichen Nöten 21 Morgen Buschholz „que Inferior Meller dictur“ für 2 Mark Silber. Neben dem Konvent waren als Zeugen zugegen: Albert v. Hechendorf, Albert v. Porstendorf, Vitego Stiftsherr zur  Hlg. Maria zu Erfurt, Walter v. Tennstädt, Eberhardt v. d. Neuenburg und Volkmund v. Freyburg.

1353 erwarben die Zisterzienser die Güter und die Gerichte von den Orlamünder Grafen und 1366 von dem Moritzkloster das restliche Dorf samt der  Advokatie.

 

1255

  1. Feb. Erwerb von Gütern in Hentschleben (Wolff)

Die Pfortenbrüdern erwarben von den Dienstmannen des Klosters Hersfeld 9 Hufen. Für die  Zustimmung des Konvents wurden 17 Mark gezahlt. Die Auflassung des Lehens bestätigten die Grafen von Gleichen. Dann tauschen sie mit Albert von Herbsleben 2 Hufen in Henschleben gegen 2 Hufen in Gebesee, mit Zustimmung der Grafen von Klettenberg.

 

1256

  1. Jan. Erwerb von Gütern in Klein-Memleben (Wolff)

Das Kloster Hersfeld genehmigte dem Tochterkloster Memleben den Verkauf von 3 Hufen des Freigutes Klein-Memleben für 73 Mark Silber. Am 13. Januar erklärte Graf Albert v. Rabenswalde dass die Übergabe in seiner Gegenwart erfolgt sei und bekräftigte dies nochmals im Juni auf dem Landding in Bottendorf. Das bezeugten Meinhard v. Donndorf, Probst Alexander v. Roßleben, Heinrich v. Pfiffelbach, Albert v. Hechendort und Heinrich v. Osforde. 

 

1257

  1. Mai Beilegung eines Streits über eine Insel in der Saale bei Dornburg (Dob. 3/2546).

Der Streit zwischen den Pfortenbrüdern und den Herren von Golmsdorf wurde auf dem Landding in Mittelhausen von Graf Hermann v. Henneberg zu Gunsten der Pfortenser entschieden, weil diese nachwiesen, seit 40 Jahren die Insel zu besitzen.  Beisitzer waren Burggraf Dietrich v. Kirchberg, Dietrich v. Vippach, Rudolf Schenk v. Vargula, Rudolf v. Isserstädt und Heinrich v. Liebstedt.

 

  1. Aug. Genehmigung zum Bau einer Brücke bei Dorndorf (Dob. 3/2574).

Neben einem Damm für ihre 1244 erworbene Mühle wurde den pfortenbrüdern auch die Anlage einer Brücke bewilligt. Dazu hatten sie am gegenüber liegenden Ufer einen Streifen Land erworben, um Damm und Brücke „fest zu machen“. Außerdem wurde ihnen zur Finanzierung der „ponte“ ein Ablaß gestattet und jedem der einen Almosen gab, wurde für ein Jahr die Buße für etwaige Verfehlungen erlassen

 

1258               

  1. Jan. Edikt des Papstes Alexander II. (Dob. 3/2623).

Der drohte Schenk Rudolf von Vargula mit Exkommunizierung falls er einen Dechanten überfallen, beraubt und gefangengesetzt habe

 

  1. Juni Erwerb einer Sägemühle bei Ziegenrück (UB Nr. 164, Dob. 3/2650).

Die verkauften die Brüder Hermann, Otto und Albert, Grafen von Orlamünde  und ihre Schwester Sophia, Vögtin von Weida, den Pfortenbrüdern, mit dem gleichen Recht wie die Nachbarn,  diese Stämme zusammen zu fügen (fluxibilibus arboribus jungendis) und flußabwärts zu flößen (que vloiz loquendo lingua maternaliter appellatur). Auf orlamündischen Gebiet wurde ihnen die freie Passage der Wehre (in transitu aggerum) und die Befreiung von den sonstigen Abgaben und Geleiten befreit bewilligt. Zur Mühle gehörte die Fischerei und ein Weiderecht sowie ein Mühlenwehr. Das für die Reparatur des Wehres benötigte Holz durfte aus den umliegenden Wäldern genommen werden.

Die in Weida ausgestellte Urkunde bezeugten Graf Heinrich v. Schwarzburg, Gunter v. Blankenburg, die Pfarrer von Orlamünde und Rudolstadt, der Burggraf von Orlamünde, Hermann v. Eichelborn und Bertold v. Isserstädt.

Damit ist dies die urkundliche Ersterwähnung der Langholzflöße auf der Saale, die sicher schon länger betrieben wurde, sich nun wegen des Holzbedarfs für die Klosterkirche bis zum Mittellauf der Saale ausdehnte. Dank der Großzügigkeit der Orlamünder stand Bauholz in ausreichender Quantität und Qualität zur Verfügung und konnte dank der kleinen Saale bis in den Klosterbezirk geflößt werden.

Der am weitesten oberhalb gelegene Einbindplatz für Stammholzflöße war Harra. Von dort bis an den Kösener Wehrdamm waren es 190 Flußkilometer, für die man je nach Wasser zwischen 7 und 10 Tagen benötigte. Geflößt wurde im März/April nach der Schneeschmelze, wo die Strömung „schnelle Fuhren“ ermöglichte und das kalte Schmelzwasser die Flöße besser trug. Trotz  zahlreicher Behinderungen durch die Uferanlieger entwickelte sich die Flöße zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor.

 

1259

  1. Feb. Befreiung des Klosters vom Camburger Floßzoll (UB Nr. 165, Dob. 3/2708).

Heinrich d. Erlauchte genehmigte die zollfreie Durchflöße von Stammholz für den Bedarf der Pfortenbrüder „de lignis ad usum Portae deducensis in Sala prope Campurgk dadem fuit.” Den in Seißelitz bei Meißen gesiegelten Vertrag bestätigte sein Sohn Landgraf Albrecht und wies den Schösser von Eisenberg an, die Einhaltung dieser Befreiung zu überwachen..

         

      Apr. Ausbruch des Thüringisch-Hessischen Erbfolgekrieges (Allg. Gesch.).

Nachdem die Tochter der Heiligen Elisabeth, Sophia von Brabant ihre Tochter mit dem Herzog Albrecht von Braunschweig verheiratete hatte, machte sie im Verein mit dem Braunschweiger die Ansprüche ihres Sohnes auf Thüringen mit Waffengewalt geltend.

 

  1. Apr. Vertrag von Seißelitz (Dob. 3/2720).

Bischof Dietrich von Naumburg hatte sich zunächst auf die Seite der Herzogin von Brabant gegen seinen Halbbruder gestellt, musste dann aber die von seinem Vorgänger den Wettiner überlassene Obervogtei und das Patronat des Wettiners anerkennen.

Inzwischen belagerte Schenk Rudolf die Stadt Eisenach, die zur Herzogin von Brabant hielt, und baute einen Belagerungsturm, den Rudolfstein (Rothe 499). 

 

  1. Okt. Beurkundung eines Lehenswechsels in Nebra (Dob. 3/2753).

Die Herren von Lobdeburg überließen ihren dortigen Besitz mit der Vogtei dem Querfurter Grafen.

 

1260

    April Schenkung der Adelheid von Döben (Wolff)

Zum Seelenheil ihres Mannes bekamen die Pfortenbrüder jährlich einen halben Malters Getreide von ihrem Gut Badra nach Hechendorf oder Osforde geliefert, was Schenk  Rudolf bezeugte. 

 

     Mai Anordnung des Grafen Hermann von Orlamünde (Wolff)

Die Pfortenbrüder durften eine angefangene Mühle samt dem Damm am Trogebach abbrechen, die für den Betrieb ihrer Obermühle hinderlich war. Wenige Monate überließen die Orlamünder den Mönchen noch eine „molendium sito sub castro cygenruke super salam

 

     Juni  Schenkungsurkunde von Gütern in Wethau (Wolff)

Die Söhne des Burggrafen Erkenbert v. Starkenberg erklärten, dass sie in Erfüllung des letzten Willens ihres Vaters  den Pfortenbrüdern 38 Morgen Holz und einen Weinberg mit einem Jahresertrag von 7 Talenten und 56 Hühnern überlassen und dafür ihre Schwester 40 Mark erhalten soll.  

 

  1. Okt. Bestätigung eines Kaufvertrag von Gütern in Thesnitz (Dob. 3/2836).

Die Brüder Konrad, Heinrich, Albert und Burkhardt bestätigten, dass ihr Vater Ritter Konrad Scaroch von Weißenfels 2 Hufen in Thesnitz, diesseits der Saale, und eine Insel mit Weidicht den Pfortenbrüdern 1236 für 21 Mark Silber verkauft habe. Zuvor habe Dietrich von Altenburg vor den Mönchen Friedrich von Punkewitz, Heinrich von Flemmingen und Peter von Weißenfels auf seine   Ansprüche verzichtet. Das bezeugten Prior, Subprior, der Kellner, die Mönche Baldewin, Walter, Berthold, Adelbert und drei Konversen. Damit keine weiteren Differenzen bestehen, bestätigte der Burggraf der Neuenburg den Vertragf (n. Wolff). 

 

1261

           Privilegienurkunde Papst Urban IV. (Wolff)

Mit der in Viterbo gesiegelten Urkunde wurden dem Abt und dem Konvent des „Monasterii St. Maria de Porta“ alle  Freiheiten, Gerechtsame und Güter, die ihnen von Päpsten, Königen und Fürsten überlassen wurden, bestätigt. 

 

     Juli Gütererwerb der Pfortenbrüder in Wethau (Wolff)

Markgraf Dietrich bestätigte den Erwerb von 6 Hufen und die Verkäufer verpflichteten sich, ihr Lehen auf dem Landding zu Schkölen gegenüber Landgraf Albrecht aufzulassen. Das bezeugten Graf Günter v. Blankenbur, Graf Meinher v. Vitzenburg, Heinrich v. Gröben, Gunter v. Bünau, Johann v. Haldecke, Heinrich v. Vesta und Manegold v. Weißenfels.

 

1262

     Juni   Hochwasser der Saale (Rothe 506).

Ein Unwetter auf der Höhe zwischen  Jena und Apolda löste eine Hochwasserwelle von Ilm und Saale aus, die zahlreiche Schäden im Stiftsgebiet anrichtete.

 

  1. Okt. Rudolf von Vargula testiert eine Urkunde Landgraf Albrechts (Dob. 3/3010).

 

1263

             Überlassung der Fischereirecht in der Unstrut bei Vehra (Wolff)

Für 10 Mark Silber überließ Eberhard v. Salza im Einverständnis mit seinen Brüdern Heinrich, Bertold, Dietrich und Eckehard und ihrer Schwester Jutta die Fischwerei den Pfortenbrüdern. Das bezeugten Dietrich v. Vippach, Giselher v. Tullstädt, Heinrich v. Liebstädt, Heinrich der Vogt v. Vehra, Ludolf v. Stotternheim, Heinrich v. Grüningen, Dietrich Magister in Weißensee, Heinrich v. Ballhausen, Johann, Marktmeister v. Weißensee.

 

  1. Okt. Entscheidung im Erbfolgekrieg (Allg. Gesch.).

Der Herzog von Braunschweig war in Thüringen eingefallen und hatte das Gebiet zwischen Naumburg und Merseburg verheert (Rothe 504, Binhard, Spalatin). Einem Aufgebot unter der Führung des Schenken Rudolf von Vargula und der Söhne Heinrichs (Albrecht und Dietrich) gelang es,  Herzog Albrecht bei Besenstedt im Mansfeldischen vernichtend zu schlagen und gefangen zu nehmen.

Ein Jahr später kam Herzog Albrecht frei nachdem er den Frieden zwischen der Herzogin und Heinrich vermittelt hatte. Sophie von Brabant und ihr Sohn Hermann verzichteten auf ihre Ansprüche in Thüringen und Heinrich der Erlauchte verzichtete für sich und seine Erben auf Hessen. Damit wurde die Abtrennung Hessens von Thüringen  endgültig vollzogen. 

 

               Teilung der Wettiner Besitzes  (Allg. Gesch.).

Albrecht der ältere Sohn bekam die Landgrafschaft Thüringen und die Pfalzgrafschaft Sachsen, dazu kam das Pleißenland, die Mitgift seiner Gemahlin.

Dietrich der jüngere Sohn (geb. 1242) erhielt das zur Mark Landsberg erhobene Gebiet zwischen Saale und Mulde,  Heinrich selbst behielt die Mark Meißen und die Mark Lausitz und das Patronat über das Bistum Meißen .

Albrecht und Dierich beschworen die Unantastbarkeit des bischöflichen und klösterlichen Besitzes in den ihnen zugefallenen Territorien.

 

            Urkunde des Schenken Rudolf von Vargula (Dob. 3/3144).

Dieser bestätigte den Pfortenbrüdern, dass diese nicht verpflichtet sind, jemanden einen Schaden zu ersetzen, derihm durch die Dornburger Brücke entstand. Das betraf die Behinderung der Flößerei, für die die Brücke ein Hindernis bildete.

 

1264

      Feb. Grunderwerb in Henschleben und Heygendorf(Wolff)

Ritter Heinrich v. Gebesee verkaufte den Pfortenbrüdern 2 Äcker und Reinhard v. Monra 3 Hufen mit Haus und Hof, 15 Morgen Wald, die Mitbenutzung von Gewässern, Weiden und Wegen. Letzterer resignierte das Lehen gegenüber Meinher v. Vitzenburg und der Abt von Hersfeld als Oberlehensherr bestätigte den Verkauf. Neben dem Hofmeister von Hechendorf waren Meinhard, Pleban v. Kindelbrück, Johann v. Etzleben und Heinrich v. Gehofen zugegen.

 

  1. Mai Anordnung der Grafen von Orlamünde (Wolff)

Zum Schutz der Ziegenrücker Mühle wurde die Errichtung weiterer Dämme oder Mühlen in deren Nähe untersagt. Zeugen waren die Plebane von Ziegenrück und Orlamünde, Heinrich v. Oberitz und Dietrich Vogt v. Uhlstädt

 

  1. Juni Befreiung vom schwarzburgischen Floßzoll (Dob. 3/3187).

Den Pfortenbrüder wurde der Zoll in „Crepule super salam“ Ober- bzw Niederkrossen bei Rudolstad erlassen.

 

  1. Juni Verkauf von Gütern in Dornburg (Dob. 3/3191)

Ritter Berengar von Prießnitz verkaufte den Zisterziensern 3 Weinberge, 5 Hausplätze und die Fischerei auf der Saale von der „Diebesfurt“  bis Steudnitz für 150 Mark. Zeugen waren Heidenreich v. Berka sowie Gunther und Heinrich v. Bünau

 

1265

    Mär. Vereinbarung über einen Tausch (Wolff)

Heinrich v. Liebstädt tauschte mit den Pfortenbrüdern den Ertrag von 3 Hufen in der Nähe von Pfiffelbach gegen jährlich ein paar Stiefel für den Pleban von Liebstedt.. Das bezeugten Bertold v. Liebstädt, Heinrich und Bertold v. Isserstädt, Bertold der Vizedomus v. Apolda, die Schenken Heinrich und Dietrich v. Apolda, Dietmar v. Willerstädt, Ernfried v. Gröst und Heinrich v. Roßla.      

 

  1. Sep. Verkauf der Schenken von Apolda (UB Nr. 185, Dob. 3/3323).

Heinrich und Dietrich verkauften für 174 Mark 7 Hufen samt Zubehör und Gerechtigkeiten sowie  eine Mühle in der Nähe von Vieselbach, dass sie gegenüber den Schwarzburger aufgelassen hatten und Heinrichs Schwiegervater, Walter von Vargula seinen Verzicht erklärt hatte. Die Urkunde wurde im Erfurter Pfortenhof von Mönchen und Konversen testiert, darunter Heinrich v. Liebstädt,Guntherus Magister in Cusende“, der Wirtschaftsvogt des Kösener Hofes, Gottfried Magister hospitum, Konrad der Vogt von Porstendorf und Heinrich von Guthmannshausen. Walter von Vargula, der  Schwiegervater des  Schenken Heinrich erklärte seinen Verzicht auf das Heiratsgut, dass seine Tochter in die Ehe mit Heinrich eingebracht hatte. 14 Tage später bestätigte Markgraf Heinrich in Freiberg den Verkauf.

 

1266

  1. Mär. Bestätigung der Floßzollfreiheit in der Grafschaft Orlamünde (UB Nr.189).

Alles Holz für das „Cysterciensi ordinis“, ob gekauft, geschenkt oder selbst geschlagen, konnten die Pfortenbrüder ohne Abgaben durch die Grafschaft flößen. 

 

  1. Okt. Schenkung von Gütern in Auerstädt (Dob. 3/3489).

Landgraf Albrecht bewilligte in Eckartsberga die Auflassung und Überlassung von 6 Äckern die Merbod der Verwalter von Gernstedt zum Lehen trug. Als Zeugen testierten Graf Hermann v. Mansfeld, Berenger von Prießnitz, Heinrich Marschall von Eckartsberga und Heinrich von Schönburg.

 

1267

             Bestätigungsurkunde der Grafen von Rabenswalde (Wolff)

Die Brüder Albrecht, Friedrich und Berthold bestätigten die Rechmäßigkeit des vertrages aus dem Jahr 1237 über den Tausch von Gütern in Hechendorf . Im gegenzug verzichteten die Pfortenser auf Geltendmachung von Schadensersatz gegenüber den Grafen.

 

1268

  1. Sep. Weihe des gotischen Chores der Klosterkirche (Wolff)

Während der Naumburger Bischof mit den Söhnen Heinrichs einen Vergleich aushandelte, weihte der Merseburger Bischof das Gotteshaus. Ablaßbriefe des Bischöfe von Havelberg, Würzburg und Bamberg forddeten die Hgläubigen auf, die Kirche zu besuchen und sich durch Almosen von ihren Sünden freizukaufen.  

 

  1. Sep. Beilegung Vergleich der Söhne Heinrichs d. Erlauchten (UB 209).

Im  Kloster Pforta versöhnten sich Landgraf Albrecht und Markgraf Dietrich.

 

  1. Sep. Schutzurkunde Papst Clemens IV. für die Pfortenbrüder (UB 212).

 

  1. Nov. Schenk Rudolf testiert auf einer landgräflichen Schenkungsurkunde (Dob. 3/3497).

 

  1. Nov. Schiedsspruch des Schenken Rudolf (Dob. 3/3498).

Im Streit um die Fischereirechte auf der Unstrut beim Hof Vehra einigten sich die Anrainer mit den Pfortenbrüdern.

 

               Tausch eines Weinberges in Thesnitz (Wolff)

Abt und Konvent genehmigten die Weitergabe eines Pachtweinberges bei Thesnitz an den Siechenmeister, im Tausch gegen andere Güter, wobei der Siechenmeister sich verpflichtete, einen Teil des Ertrages für die Kranken zu verwenden und dem Konvent ein Essen auszurichten.

 

1269

  1. Mär. Urkunde Markgraf Dietrichs (Dob 4/328).

In Goseck bestätigte er der Kirche zu Weißenfels ihre Besitzungen in Zscheiplitz. Als Zeuge testierte Dietrich, Schenk zu Saaleck.

 

1270

24.Apr. Tausch- und Kaufurkunden (UB Nr.220, NUB Nr. 377; Dob 4/272)

Das Kapitel, Probst Meinher und Dietrich, Dechand der Domkirche tauschten mit den Pfortenbrüdern einen Acker bei dem Weinberg „Frau Bertha“ gegen einen Acker in der Saaleaue und bewilligte den Kauf eines Weinberges „quandam vineam sitam directe contra domum, que domus piscarie - gegenüber dem Haus der Fischer“, dem Fischhaus. Nach und nach erwarben die Pfortenbrüder die Weinberge am Saalberg, wie den Allerheiligenberg „mons omnium sanctorum“, den Siechenberg und den „vineam Bechtae“.

 

  1. Apr. Versöhnung von Landgraf Albrechts und Markgraf Heinrich (Dob 4/492).

Der Sohn gelobte dem Vater den Verzicht auf jegliche Gewaltanwendung bzw. keinen Pakt mit  seinem Bruder  Dietrich v. Landsberg gegen ihn einzugehen.

Im gleichen Jahr floh die Landgräfin Margarethe mit Hilfe des Schenken von der Wartburg, da ihr der Landgraf wegen seiner Verbindung mit  Kune von Eisenberg nach dem Leben trachtete. Die   Söhne Friedrich (der Gebissene) und Dietzmann wurden dann ihrem Onkel Markgraf Dietrich übergeben der jüngste Sohn Heinrich, genannt Ohneland, kam zu seinem Großvater.  

 

      Juli Gütererwerb in Hechendorf (Wolff)

Die Grafen von Rabenswalde, Albert, Friedrich und Berthold bestätigten, dass die Söhne Hermanns von Wiehe den Pfortenbrüdern ein Freigut (allodium) im Rieth neben dem Hof Hechendorf für 100 Mark verkauft und ihnen das Lehen aufgelassen hatten. Sie selbst bekamen 25 Mark für die Zustimmung und für eine Wegerecht vom Hechendorfer Hof zum Freigut. Zeugen waren der Hofmeister von Hechendorf, Burggraf Otto von Kirchberg, Meinhard von Monra, Hermann von Benndorf, Heinrich von Nausitz, Berthold von Häßler, Berthold von Gehofen.

 

  1. Okt. Urkunde Landgraf Albrechts (Dob. 4/537).

Die Brüder Rudolf und Ludwig von Auerstädt hatten 1 Hufe mit drei Höfen aufgelassen, mit der Bitte diese den Pfortenbrüdern zu überlassen. Zeugen waren Friedrich und Heinrich von Schönburg.

 

               Kaufurkunde  (Wolff)         

Der Probst des Klosters zum heiligen Petrus zu Sulza verkaufte den Pfortenbrüdern für 9 Mark eine Hufe in der Wüstung Damsla, bezeugten der Pleban von Rehehausen und Ekkehard von Sulza. Im darauf folgenden Jahr bestätigte er den Zisterziensern alle bisherigen Erwerbungen in und um Damsla, sowie der Emsenmühle mit dem Lindenloh. Dies bezeugten Hermann von Eberberg und Heinrich von Schönburg.  

 

1271

  1. Apr. Landgräfliche Schenkungsurkunde (Dob. 4/607).

Auf der Eckartsburg beurkundete Albrecht die Übertragung von Höfen in Camburg, die ihm Ritter Friedrich von Schönburg aufgelassen hatte.

 

     Mai Gütertausch in Hechendorf (Wolff)

Die Pfortenbrüder tauschten ihre 15 Äcker zwischen Wiehe und Allerstädt gegen 12 Äcker zwischen Wiehe und Hechendorf, weil die näher am dortigen Hof lagen. Zeugen waren Heinrich von Nausitz, Berthold von Gehofen, Dietrich von Wolmirstedt, Dietrich von Blankenhain, Heinrich von Krautheim, Berthold von Donndorf. 

 

  1. Juli Kaufurkunde über Land in Poppel (Popal) (UB Nr. 227).

Hermann v. Mansfeld-Osterburg, Kanonikus zu Naumburg  verkaufte mit Zustimmung seiner Brüder Meinher, Domprobst zu Naumburg, Günther, Domprobst zu Halberstadt, Burchard, Hermann, Heinrich und Heinrich d. J. allesamt Grafen von Mansfeld  den Pfortenbrüdern eine Hufe Land für 21 Mark, aus dem Nachlass ihres Vaters Hermann, Burggraf zur Neuenburg.

Dem stimmten auch die Tochter des Burggrafen Elisabeth, Gräfin von Rabenswald und die Enkelin Mechthild, Gräfin von Orlamünde zu, denen die Erträge aus diesen Gütern als Leibgedinge zustanden.

 

  1. Juli Kaufurkunde (Dob 4/646).

Albrecht bestätigte den Pfortenbrüdern den Kauf einer Wiese am Emsenbach (bei Sulza) und die Auflassung durch die Söhne des  Sulzaer Münzmeisters Helvicus. Der Kaufpreis betrug 10 Mark Silber. Die Beurkundung erfolgte in „Dobene“ (die Wüstung Döben oberhalb Stendorf) und wurde  durch Friedrich von Treffurt, Heinrich von Schönburg, Marschall Hermann von Ebersberg-Eckartsberga und Otto von Laucha bezeugt.

 

  1. Juli Schenkung des Grafen Hermann von Orlamünde (Dob. 4/652).

Die „molendium situm sub loco, qui Cunrode dicitur, ubi etiam quondam fabrica sita“ zwischen Ziegenrück und Gössitz konnten die Pfortenbrüder je nach Bedarf abreißen oder wieder aufbauen.

 

  1. Juli Bestätigung einer Kaufurkunde (UB Nr. 229, Dob. 4/653).

1264 hatten die Pfortenbrüder von Berengar, miles dictus de Brisenitz einen Hof und 9 Weinberge in Dornburg erworben, aber bislang die Bezahlung verweigert. Ein Schiedsgericht stellte die Rechtmäßigkeit des Kaufs fest. Die Klosterbrüder mußten neben dem Kaufpreis von 150 Mark weitere 20 Mark wegen der Verzögerung bezahlen. Darüber hinaus kauften sie für 68 Mark 12 Weinberge, 6 Morgen Acker, 13 Höfe, die Fischerei auf der Saale, das Weidicht und Obstbäume zwischen Dornburg und Camburg.

Die mit dem Siegel der Bünaus versehene Urkunde bezeugten  Fridericus de Muchele (Mücheln), Peter de Nidsize (Neidschütz), Otto de Luchowe (Laucha) et frater ipsius Heinricus, Theodoricus Bathsen, Heinricus Curtefrund milites (Ritter), Albertus de Rode (Freiroda), Heinricus de Heringin (Heringen) et Albertus de Scudize (Steudnitz?) castellani in Ruthleibisberch.

Erstmals nach 60 Jahren wurde die Rudelsburg wieder in einer Urkunde erwähnt. Bei der Teilung der wettinischen Erbländer war die Rudelsburg an Albrecht gefallen, der in Anbetracht der Fehde mit seinem Bruder, die Burg befestigt und mit einer ansehnlichen Mannschaft besetzt hatte. Da der Rudelsburg der Burgward fehlte, beschränkte sich das Burglehen der Kastellane auf die Vorburg, und bot ihnen und ihren Familien keine ausreichende Ernährungsbasis. Daher erhielten sie Dienstlehen in den Orten ihrer Herkunft, die zu ihrem Unterhalt beitrugen. Die Gerichtsbarkeit der Burgmannschaft beschränkte sich auf den Burgbezirk, darüber hinaus gab es keine Vogteirechte.

In verschiedenen weiteren Urkunden werden die Kastellane allein oder zu mehreren mit oder ohne Zusatz der Burg aufgeführt.

Dem Schiedsgericht wohnten sie als einfache Zeugen bei, ebenso die Burgbesatzung der Burg Hessilere, die ebenfalls vom Landgrafen Albrecht mit mehreren Kastellanen, Wolfer von Bibra, Berthold von Häseler und sein Bruder Ekkehard, Gelfrad von Laucha und  Hugo von Scheidungen bemannt war.

 

  1. Aug. Verkaufsurkunde (Dob. 4/656).

Heinrich v. Allerstedt verkaufte Pforte „quator agros sitos penes molendiam Portense super Emesam habentes- Felder neben der Emsenmühle“, die Helwich von Sulza resigniert hatte. Als Zeugen testierten die Söhne Schenk Rudolfs (III.), Konrad und Dietrich.

 

1272

  1. Feb. Gütertausch mit Hermann von Ebersburg (Wolff)

Die Pfortenbrüder tauschten 1 Hufe in Sulza gegen  1 Hufe und einen Weinberg bei Damsla und bezahlten 25 Mark als Wertausgleich.

 

  1. Apr. Bestätigung Gerichtsbarkeit in Flemmingen (UB Nr. 237, Dob. 4/760).

Landgraf Albrecht bestätigte den Pfortenbrüdern den uneingeschränkten Besitz mit der hohen und niederen Gerichte. Als Zeugen testierten die Grafen von Honstein und Beichlingen sowie Heinrich von Schönburg.

 

      Okt. Verpfändung von Gütern bei Tautenburg (Wolff)

Schenk Rudolf verpfändete für ein Darlehen von 17 Mark den Pfortenbrüdern 23 Morgen Wald und erklärte, faölls er nicht binnen 2 Jahren die Schuld zurückgezahlt hätte, würde der Wald uneingeschränktes Eigentum der Pfortenbrüder. Dies bezeugten Konrad von Wichmar und Hermann von Döbritzschen.

 

  1. Dez. Bestätigung der Gerichtsbarkeit in Punkewitz (UB 240, Dob. 4/850).

Markgraf Dietrich bestätigte den Pfortenbrüdern den Blutbann über einen Hof in Mertendorf und mehrere  Höfe  in Wethau.  Zeuge war u. a. Bruno Vogt „de novo castro

 

1273

  1. Mär. Bestätigung eines Grundstücktauschs (UB Nr. 241, NUB 407, Dob. 4/896).

Bischof Meinher von Neuenburg (1272-1280) genehmigte den Tausch von Äckern bei Tauschwitz  „...pro vineis in monte sile iuxta montem Saleberch“, nachdem der Lehnsnehmer gegen die Zahlung von 1 Mark auf alle Ansprüche am „Portenberg“ verzichtet hatte. Als Zeugen testierten Abt Winemar und der gesamte Konvent.

 

  1. Apr. Befreiung vom Floßzoll in „Crepule“ (UB Nr. 242, Dob. 4/896).

Graf  Günther von Schwarzburg bestätigte den Pfortenbrüdern erneut die Befreiung vom Floßzoll an dieser Zollstation, mit der Auflage, dass dies nur für  Holz galt, das die Mönche auf ihrem eigenen Grund und Boden schlugen und nicht von Dritten erworben hatten. 

 

1274

  1. Feb. König Rudolf I. stellt das Kloster unter seinen Schutz (UB Nr. 249, Dob. 4/1024).

Den Pfortenbrüdern wurden alle Besitzungen, Privilegien, Freiheiten und Rechte bestätigt, wie sie  Kaiser Friedrich II. und dessen Vorgängern gewährten.

 

1275

  1. Mär. Tauschvertrag (UB 253 Dob. 4/1154).

Die Pfortenbrüder erhielten aus dem bischöflichen Besitz eine Streifen Land an der Saale und versprachen ihm und seinen Nachfolger dafür jährlich ein halbes Fuder Wein.

 

1276

  1. Feb. Vergleich zwischen Markgraf Dietrich und Bischof Meinher (NUB 439, Dob. 4/1274).

In Anbetracht der Differenzen zwischen den Söhnen Heinrichs des Erlauchten ließ der Bischof zum eigenen Schutz, um den Dombezirk eine Mauer zu errichten. Dabei berief er sich auf das dem Bistum einst von Markgraf Konrad verliehene Recht zur Befestigung der Stiftsgüter. Dagegen wandte sich Landgraf Albrecht, der damit einen Affront gegen das landgräfliche Patronat sah. Sein Bruder Dietrich, gleichermaßen Patron des Bistums, erklärte sein Einverständnis und verbündete sich mit Meinher gegen seinen Bruder. Die Urkunde testierten Otto von Arnshaugk, Konrad von Wernigerode, Gerhard von Querfurt, Gunther und Heinrich von Schwarzburg, Albert Graf von Gleichen, Bodo von Torgau und Dietrich von Nebra. 

 

1277

  1. Apr. Gütertausch mit den Nonnenkloster Hausdorf (Wolff)

Zur Beilegung eines Streits überließen ihnen die Pfortenbrüder ein Stück Land an der Ilm  an der Obertrebraer Mühle. Zeugen waren Mathias von Rehehausen, heinrich von Trebra, die Hofmeister von Flurstedt und Heusdorf, Schenk Heinrich von Apolda und Hermann von Ebersberg.

 

1278

  1. Jan. Festsetzung der Grenzen der Gerichtsbarkeit des Hochstifts (NUB 462/ Dob 4/1567).

Markgraf Dietrich bestätigte dem Bischof die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit in den Städten Naumburg, Zeitz und dem Burgward Schönburg und quac vulgariter Weichbilde vel Buergward dicuntur.

Saaleaufwärts war die Grenze „...per viam Eselsweg, usque ad molendium, quod dicitur Kegelsmol, in Parvam Salam, et descendendo in Parva Sala usque ad Magnam Salam...am Eselsweg über die Kegelsmühle, entlang der kleinen Saale bis dahin, wo sie in die große Saale mündet. Hier begann die klösterliche Gerichtsbarkeit.

 

  1. Nov. Bestätigungsurkunde Markgraf Dietrichs (Dob. 4/1582).

Dietrich versprach dem Bischof, dass er den Handel der markgräflichen Diözesen nicht behindern und kein Bündnis mit den Städten gegen ihn eingehen werde. Außerdem bestätigte er die bischöflichen Gerichte über Mertendorf und die „Kroppen“. Die Urkunde testierten Schenk Konrad und sein Bruder Dietrich.

 

  1. Dez. Schenkungsurkunde (Wolff)

Ulrich und Friedrich von Balgstädt gestatteten den Pfortenbrüdern die Mitbenutzung ihres  Steinbruchs unterhalb des Bagstädter Berges. Zeugen waren die Ritter und Kastellane der Neuenburg.

 

1280

  1. Mai Schenkungsurkunde (NUB 479).

Cunradus et Theodoricus fratres pincerne dicti de Vargila  überließen dem Naumburger Bischof einige Güter, was „domino Frederico de Muchele, Alberto de Schuditz, Heinrico von Rode, Thimone de Muchele bezeugten.

 

  1. Juni Verkaufsurkunde (Dob 4/1807).

Das Moritzkloster verkauften den Pfortenbrüdern wegen drückender Schulden Waldungen bei Roda und bei Gößnitz für 21 Mark die sie für den Freikauf von der Vogtei in Vippach, Berlstädt und Eckstedt den Schenk Konrad von Vargula schuldeten.

 

  1. Okt. Vertrag zwischen Landgraf Albrecht und Graf Otto von Schwarzburg (Dob. 4/1839).

Die Urkunde testierte u.a. Hermann von Ebersberg, Marschall zu Eckartsberga.

 

1281

              Zerwürfnis zwischen Landgraf Albrecht und seinen Söhnen (Döring). 

Der Landgraf hatte nicht nur dem Sohn seiner Geliebten Kune von Eisenberg das Erbe der Landgrafschaft in Aussicht gestellt, sondern war in erhebliche Schulden geraten, so dass er gezwungen war ganze Ämter wie Weißensee zu verpfänden. Seine inzwischen volljährigen Söhne Diezmann und Friedrich (der Gebissene) versuchten im Verein mit ihrem Oheim dem Markgrafen  Dietrich von Landsberg und etlichen thüringischen Grafen ihr Erbe zu sichern. Daraufhin verbündete sich Albrecht mit den Grafen von Mühlberg, Gleichen und Käfernberg, dem sich auch Erfurt anschloß, nachdem Albrecht den Bürgern Schutz und Privilegien sowie die Zerstörung der Schlösser der Schenken in Vargula verprochen hatte.

Bei den Kämpfen geriet Friedrich der Gebissene in die Gefangenschaft seines Vaters aus der er 1282 befreit wurde.

 

1282

  1. Juni Verzichtsurkunde Landgraf Albrechts (Dob 4/2037).

Den Pfortenbrüdern wurden die Zinsen der Emsenmühle erlassen. Das bezeugte Marschall Hermann v. Ebersberg, Vogt zu Eckartsberga und  Inhaber der Markt- und Siederechte von Sulza.

 

  1. Juni Überlassungsurkunde (Dob 4/2046).

Der älteste Sohn Landgraf Albrechts, Friedrich der Gebissene, überließ dem Nonnenkloster in Eisenberg Güter in Camburg, den ein Ministeriale der  Schönburg aufgelassen hatte.

Friedrich war aus der haft auf der Wartburg freigekommen und hatte

 

  1. Sep. Urkunde zur Übertragung der Vogtei an das Moritzkloster (NUB 498).

Die landgräfliche Urkunde in Pforte abgefasst, bezeugte u. a. „ H. dictus Corzefrunt“.

 

1283

  1. Okt. Urkunde des Schenken Rudolf von Vargula (Dob. 4/2242).

Dieser verkaufte der Erfurter Bürgerschaft einige Güter, womit der Streit beigelegt wurde. Den Kauf bezeugten die Brüder Eckbert und Dietrich v. Vargula. 

 

1284

  1. Mär. Unterschutzstellung des Bistums Merseburg (Dob 4/2288).

Dietrich, Markgraf von Landsberg versprach, dass er und die Söhne Landgraf Albrechts, Friedrich und Diezmann keine Ansprüche auf den bischöflichen Besitz und Gerechtigkeiten erheben werden, ausgenommen der Ansprüche, die sein Vater Heinrich der Erlauchte geltend machte.

 

1285

  1. Okt. Schenk Dietrich von Saaleck testiert eine markgräfliche Urkunde (Dob. 4/2465).

 

             Markgraf Dietrich von Landsberg verstirbt (Allg. Gesch.).

Die Mark erbte sein Sohn Friedrich Tuta, der Stammler. Indessen hatte Albrecht zum Zeichen des guten Willens seinen Sohn Friedrich die herrschaft in der Pfalzgrafschacht Sachsen und Dietrich im Pleißenland überlassen (Döring).

 

1286

  1. Feb. Schenkungsurkunde (Dob. 4/2525).

Das Bistum erhielt Güter bei Zeitz, Meuselwitz und Crossen, nachdem Bischof Bruno seinen Wohnsitz nach Zeitz verlegt hatte.  In Naumburg verblieben Domprobst und kapoitel.

 

  1. Okt. Kaufurkunde (Dob. IV/2508).

Die Brüder Hermann und Heinrich „dicti in novo castro“genehmigten den Verkauf einer Hufe in Zäckwar der brüder von Haldeke an die Pfortenbrüder.

 

  1. Dez. Beistandspakt der Bischöfe von Meißen, Merseburg und Naumburg (Dob. 4/2593).

Wegen der ständigen Fehden verbündeten sich Withego von Meißen, Heinrich von Merseburg mit  Bruno v. Langenbogen, Bischof von Naumburg-Zeitz gegen die Landfriedensbrecher.

 

1287

  1. Feb. Erfurter Landfriedensschwur (Dob. 4/2667).

Die Bischöfe von Naumburg und Merseburg sowie Markgraf Friedrich Tuta von Landsberg schlossen erklärten den Landfrieden, den Erzbischof Heinrich II. von Mainz für Thüringen und das Osterland ausgerufen hatte, einzuhalten.

 

  1. Apr. Zeitzer Appell (Dob. 4/2775).

Die Bischöfe von Naumburg, Merseburg und Meißen, die Söhne Landgraf Albrechts und ihr Oheim Markgraf Dietrich sowie zahlreiche thüringische und osterländische Adlige baten König Rudolf, mit aller Strenge gegen die Landfriedensbrecher vorzugehen.

 

  1. Juni Landerwerb in „Meller situs“ (UB Nr. 275).

Friedrich von Balgstädt verkaufte den Pfortenbrüdern 3 Hufen und einen Wald für 5 Mark. Der jährliche Ertrag sollte vom „magistro hospitum“ für die Kranken und Reisenden verwendet werden.

 

  1. Aug. Beistandspakt mit den Bürgern von Naumburg (NUB 588, Dob 4/2777).

Diezmann und Friedrich bestätigten der Gemeinde, dass diese „seit alters her“ das Recht habe, sich mit einer Stadtmauer zu umgeben. Als Zeuge testierte Konrad Schenk von Vargula.

 

  1. Nov. Gütererwerb in Zäckwar (Dob. 4/2807).

Friedrich von Balgstädt bestätigte den Pfortenbrüdern die Rechtmäßigkeit des Erwerbs einiger  Hufen Land und den Erbgerichten, die ihnen Otto v. Gößnitz sowie Friedrich, Hermann und Konrad von Balgstädt verkauft hatten.

 

      Dez. Schenkungsurkunde (Dob. 4/2831, Lepsius).

Die Schenken Rudolf (IV.) und Heinrich von Tautenburg und Dornburg überließen mit Zustimmung ihres Vaters Rudolf (III.) den Besitz ihres Großvaters Rudolf (II.) in Flurstedt dem Kloster Heusdorf. „Theodericus pincerna senior de Appolde, cum consensu filiorum Heinrici et Theoderici, et filiae Jutta curiam unam in Flurstett adjacentem allodio Eccles. in Husdorf, quem jure… Albertus Cozzefrunt monasterio tradunt.”  Die Urkunde testierten  Theod. Vicedom de Appolde et Bertholdus filius suus et Albertus et Hermannus milites de Appolde.

 

1288               

  1. Jan. Bestätigungsurkunde Naumburger Bischof (Dob 4/2841).

Bruno bestätigte dem Landgrafen die Lehen der Vogtei über Eckartsberga, Buttstädt, Rastenberg Bucha und Beichlingen.

 

  1. Feb. Kaufurkunde des Bischofs Bruno (NUB 593, Dob. 4/2848).

Cunradus Pincerna de Salecke“, ein Sohn oder  Enkel des Schenken Rudolf (I) testierte die nUrkunde.

 

  1. Dez. Kauf bischöfliche Güter in Poppel (UB 277, Dob. 4/2972).

Für 31 Mark erwarben die Pfortenbrüder zwei Hufen, die 1284 die Söhne des Burggrafen der Neuenburg (Novo Castro) zunächjst dem Domkapitel verkauft hatten.

 

             Bündnis zu Grimma (NUB 604, Dob 4/2975).

Die Söhne Landgrafs Albrechts versprachen den Bischöfen von Naumburg, Meißen und Merseburg den Schutz ihrer Besitzungen und Hilfe gegen das Räuberunwesen.

 

  Markgraf Heinrich, der Erlauchte stirbt (Allg. Geschichte).

Die Mark Meißen erbten zu gleichen Teilen sein Sohn, Landgraf Albrecht und sein Neffe Friedrich Tuta. Sein Enkel Diezmann erbte die Mark Lausitz, sein Bruder Friedrich der Gebissene sollte Meißen gemeinsam mit seinem Vater Abrecht regieren. Was Albrecht ablehnte und seinen Neffen mit einigen Gütern abfinden wollte. Daraufhin nahm Friedrich seinen Vater gefangen und hielt ihn in der Feste Landsberg in Haft. Durch Vermittlung kam am Neujahrstag 1289 in Rochlitz ein Vergleich zustand. Albrecht räumte seinen jüngeren Sohn Besitzungen und Bürgschaften ein. Den Vergleich bezeugten u. a. der Burggraf von Querfurt sowie die Grafen von Rabenswalde und Stolberg. Albrecht wurde freigelassen und veranlasste die Belehnung seiner Söhne durch die Äbte von Fulda und Hersfeld, soweit es sich um deren Lehen handelte. Die Landgrafschaft Thüringen  sollte der Sohn aus zweiter Ehe erben, obwohl absehbar war, dass das Erbe wegen der Schulden des Landgrafen stark vermindert wurde.

 

1289

  1. Apr. Schenkung von Gütern in Möllern und Hassenhausen (UB 282).

Landgraf Albrecht bestimmte dass die jährlichen Erlöse zum einen zum Unterhalt des „domino hospitum“ der andere Teil der „pontis de Wentzendorff qui dicitur salam protenditur“ verwendet werden sollen.

Damit wurde erstmals ein Flußübergang zwischen dem Vorwerk Cusne und der am westlichen Ufer  gelegenen slawischen Siedlung Wenzendorf erwähnt. Diesen hatten die Pfortenbrüder angelegt, um den Verkehr zu den immer größeren Besitz in Thüringen zu erleichtern. Der Übergang war eine Holzkonstruktion, die auf Pfählen stand und mit Bohlen belegt war und daher nach jedem Hochwasser bzw. Eisgang repariert werden mußte.

Allerdings endete damit auch das alleinige Nutzungsrecht der Mönche und über die Brücke führte  nun ein Abzweig der „Via Regia“, den die Salzfuhrleute nutzten, die von Frankenhausen in das Pleißenland zogen, sowie die Waidhändler aus dem nordthüringischen Raum.  Allerdings kam es hier zu keiner Ansiedlung, wie sie sonst an derart frequentierten Flußübergängen üblich waren.

 

  1. Mai Schenkung des Kastellans Christian de Rode (NUB 612).

Das testierten  „Hermanno de Muchele, Alberto de Nitschitz“, Ritter der Rudelsburg.

 

              Erwerbung verschiedener Güter (Wolff)

Hermann und Heinrich, Grafen von Osterfeld, Ministerialen der Grafen vom Gleißberg verkauften mit deren Zustimmung  den Pfortenbrüder eine Wiese zwischen Golmsdorf und der Saale, sowie einige Äcker bei Porstendorf, was der Schenk von Dornburg bezeugte und die Grafen von Gleißberg .

Hermann und Dietrich, Marschällen von Holzhausen verkauften ihnen für 7 Mark Silber eine Hufe in Zäckwar. Das bezeugten der Münzmeister von Eckartsberga, der Unterkellner des Klosters und der Hofmeiste von Gernstedt.

 

  1. Dez. Erfurter Hoftag (Spangenberg, Döring, Wolff).

Zur Durchsetzung der Landfriedensordnung befahl König Rudolph die Zerstörung von 66 Burgen in Thüringen und dem Osterland, deren Bemannung sich als Räuber hervorgetan hatten, darunter die Burg  Gleißberg, oberhalb von Kunitz, sowie Dornburg, Camburg und  Kyffhausen.

Außerdem gelang eine Aussöhnung zwischen dem Landgrafen und seinen Söhnen. Albrecht  gelobte, ohne ihre Einwilligung die Landgrafschaft weder zu veräußern noch anderweitig zu vererben und übergab seinen Söhnen einige Burglehen als Pfand.

Mit  der Pfalzgrafschaft Sachsen wurde von König Rudolph der Welfenherzog belehnt.

 

1290

      Jan. Überlassungsurkunde von Land in „Ober-Meller“ (UB Nr. 286).

Das Kloster erhielt vom Grafen von Osterfeld ½ Hufe. 1366 überließ dann das Georgenkloster den Zisterziensern die Gerichte zusammen mit denen von  Niedermöllern und Pomnitz.

 

  1. Feb. Schutzurkunde König Rudolphs (UB Nr. 287).

Den Pfortenbrüdern wurden alle Privilegien und Besitzungen bestätigt, insbesondere Befreiung von Zöllen und Abgaben für alle zum eigenen Verbrauch bestimmten Handelsgüter.

 

  1. Apr. Erwerb der Vogtei der „villa Zebekur“ (UB Nr.287).

Landgraf Albrecht überließ den Pfortenbrüdern die landgräfliche Advokatie, verbunden mit dem  Erwerb der Vogtei, die sie dem Marschall von Trebra für 24 Mark abgekauft hatten. Die Urkunde die auf der Nuenburg ausgestellt wurde, bezeugten u. a. der Graf von Schwarzburg und der Friedensrichter für Thüringen . 

 

  1. Apr. Erwerb von Land in Lisingestorff – Lißdorf (UB Nr. 288, 298).

Conrad, Berthold und Herrmann von Yserstädt verkauften den Pfortenbrüdern 4 Hufen mit einem Jahresertrag von 10 Mark für 66 Mark Silber. Die Verkäufer Isserstädter waren Lehnsleute der  Grafen von Rabenswald, die Lehnsnehmer der Grafen von Orlamünde und diese waren vom Kloster Hersfeld belehnt worden, alle stimmten dem  Verkauf und der Überlassung des Lehens zu.

1304 verzichtete das Kloster Hersfeld auf das Oberlehen, ebenso die Orlamünder, die 1307 die Vogtei aufließen. 1314 und 1319 verkauften die Marschälle von Eckartsberga die Hand- und Halsgerichte. 1432 wurden noch einige Güter vom  Moritzkloster erworben.  

 

             Stiftung des Zisterzienserinnenklosters Marienthal (Reg. Erzbischöfe v. Mainz, Nr. 172).

Marienthal gehörte zur  Vogtei der Eckartsburg, der Bischof war Oberlehnsherr.

 

1291

  1. Apr. Schenkung von Einkünften in Punschrau (UB Nr. 296).

Schenk Konrad von Saaleck überläßt mit Zustimmung seiner Erben den Pfortenbrüdern die jährlichen Einkünfte einer halbe Hufe und eines Hof in Bontzscheraw, die „ad restauracionem pontis“ zur Wiederherstellung der Brücke zu Wenzendorff verwendet werden sollen. Die Urkunde bezeugten Heinrich von Schönberg, Berthold von Sulza, Konrad von Heringen, Gunter der Advokat der Küster und „frater Johannes magister pontis“, ein Konverse der die Aufsicht über die Brücke hatte.

 

  1. Mai Kauf von Besitzungen in Lasan (UB Nr. 297)

„Christianus dictus de Winkele miles et castellanus in Rutleibesberg“ verkaufte mit Zustimmung des seines Lehnsherrn, dem Landgrafen den Pfortenbrüdern 4 Hufen mit 9 Höfen, Wiese, Weide und Gehölz die jährlich 45 Solidi Ertrag brachten. Dazu weitere Abgaben wie 45 Scheffel Korn, 2 Scheffel Hafer, 40 Hühner und 9 Bündel Flachs für 19 Mark Silber. Die in Eisenach gesiegelte Urkunde bezeugten Thimo und Friedrich von Hagenest sowie Heinrich, genannt Kurtefrunt,  Kastellane der Rudelsburg. Lasan lag zwischen Großwilsdorf und Niedermöllern und wurde zur Wüstung.

 

      Sep. Tod Friedrich Tutas (Allg. Gesch.).

Da er keinen Erben hatte, fiel sein Besitz an Landgraf Albrecht und seine Söhne.  Die mark Landsberg und das Osterland wurde geteilt. Den nördlichen Teil ging an Landgraf Albrecht und den südlichen Teil teilten sich  Diezmann und  Friedrich. Dagegen forderte der im gleichen Jahr  zum König gewählte Adolf von Nassau das Osterland als erledigtes Reichslehen für die Krone.

 

            Grunderwerb der Pfortenbrüdern (Wolff)

Graf Friedrich von Rabenswalde verkaufte eine Hufe samt Hof in Dietrichsroda. Die in Wiehe gesiegelte Urkunde bezeugte sein Schwiegersohn, Graf Hermann von Orlamünde.

Die Nonnen des Kloster Zscheiplitz verkauften wegen finanzieller Nöte und mit Zustimmung des Abtes von Reinhardtsbrunn 5 Hufen und ein Gehölz bei Niedermöllern für 35 Mark Silber. Das bezeugten Heidenreich und Berthold von Größt, Friedrich und Gebhardt von Haldecke, Konrad und Berthold von Zscheiplitz.        

Die Brüder Berthold und Heinrich von Rehehausen verkauften mit Zustimmung des Landgrafen eine Hufe in Zäckwar.

Probst und Äbtissin des Klosters Kapellendorf verkauften eine Hufe mit Hof in Sehna für 7 Mark Silber. Zeuge war u.a. der Pleban Dietmar von Rehehausen.

 

1292

             Grunderwerb in Hassenhausen und Wethau (Lepsius Kl. Schriften, Wolff).

Ritter Berthold von Rehehausen schenkte den Pfortenbrüdern eine Hufe seines Erbgutes in Hassenhausen. 

Probst und Äbtissin des Klosters Grünberg (Hessen) verkauften 7 Hufen in Wethau für 80 Mark Silber.

 

  1. Juli Verpachtung der Altenburger Mühle (Wolff)

Der Konvent des Moritzklosters verpachtete aus finanziellen Nöten und mit Zustimmung des Bischofs seinen Anteil an der Mühle einem Naumburger Bürger. Zeuge dieser Urkunde war Wolphard, Pleban in Ruteleibisberg, der Nachweis, dass auf der Rudelsburg eine Filialkirche bestand.

 

1293              

  1. Feb. Überlassungsurkunde (UB Nr. 308).

Heinrich von Golmsdorf, Ritter und Kastellan der Rudelsburg verzichtete auf seine Anteil an einer  „Insel mit Weidicht“ in der Saale, den er von seinem Vater geerbt hatte. Dafür gaben ihm die Pfortenbrüder 2 Fuder Wein.

Als Zeugen testierten: „Henricus de Rode, Iohannes de Lochowe (Laucha), castellani in Roteleibisberg, Theodericus de Schoepz, castellanus in Salecke et alii...“

 

  1. Juni Stiftungsurkunde für eine Kapelle auf dem Gottesacker des Moritzklosters (NUB 687).

„Petrus de Nitshitz (Neidschütz) miles, et Albertus et Henricus de Rode (Freiroda) fratres, Castellani in Rutelisburg“, deren Vorfahren im Naumburger St. Moritzkloster beigesetzt wurden, stifteten zum Gedenken diese Kapelle. Als Zeugen testierte  „Wolphardus plebanus in Rudelisburg“ .Außerdem testierten: dominus plebanus in Vlemingen (Flemmingen), dns. Fridericus plebanus ecclesie Scti. Othmari in Nuenburg, dns. Bertoldus Shidingen (Scheidungen), dns. Albertus de Scuditz (Steudnitz), milites Thymo et Fridericus fratres dicti de Hogeniste, Castellani in Rudelisburg“.Thimo von Hagenest wurde 1356 in der Klosterkirche von Pforte beigesetzt. Seine Grabplatte befindet sich noch heute dort.

 

1294

             König Adolf von Nassau fällt in  Thüringen ein  (Spangenberg Sächs. Chronik).

Landgraf Albrecht hatte dem „Grafenkönig“ das Anrecht auf die Landgrafschaft für 12.000 Mark Silber verkauft, allerdings mit der Einschränkung, dass die Übernahme erst nach seinem Tod . Erfolgen sollte. Doch Adolf wollte die Landgrafschaft sofort in seinen Besitz bringen. Er richtete  bei Eisleben ein Heerlager und seine Truppen zogen plündernd und mordend durch die  thüringischen Grafschaften Stolberg, Hohnstein, Beichlingern Schwarzburg und Heldrungen. Dann fielen sie in das Osterland ein, belagerten Freyburg und die Neuenburg, verwüsteten Groitzsch, Pegau, Borna und Leipzig (Döring). Einem Aufgebot dser Söhne Albrechts, Dietrich und Friedrich gelang bei „Raspenbergk“ (Rastenberg) ein Teilsieg (Rothe 565). Adolf zog sich zurück, die zerstörte neuenburg wurde wieder aufgebaut.

 

            Schenkung der Grafen von Mansfeld (Wolff)

Die Pfortenbrüder bekamen 6 Hufen zwischen Meyhen und Schkölen, die einer ihrer Lehnsmänner  ein Kastellan der Schönburg resigniert hatte. Einer der Zeuge war Heinrich Kurtefrund.  

 

1295

  1. Jan. Kauf von Gütern in Poppel (UB Nr. 312/313, NUB 709)

Die Brüder Günther, Probst von Halberstadt und Kanoniker des Naumburger Doms, Hermann ebenfalls Kanoniker, sowie die Burggrafen der Neuenburg Hermann und Heinrich verkauften eine Hufe für 14 Mark Silber, die Heinrich und Berthold von Häßler resigniert hatten. Zeuge dieser Urkunde war „Conradus pincerna de Salekke, canonici Nuenburgensis“.  

 

24. Apr. Tausch von  Äckern in Pomnitz (UB Nr. 314).

Zur Abrundung ihrer dortigen Besitzungen tauschten sie mit den Herren von Tannroda 2 Hufen in Größt und gegen 3 Hufen in Pomnitz.

Weitere Erwerbungen erfolgten 1295, 1301, 1305, 1322 und 1325. 1353 überließen ihnen die Orlamünder Grafen und 1366 das Georgenkloster  die  Gerichte.

 

             Vergleich mit Werner von Gleißberg (Wolff)

Im Streit um das Porstendorfer Wehr wurde den Pfortenbrüder der uneingeschränkte Zugang und die Nutzung der anliegenden Weiden bewilligt, wofür sie 8 Mark Silber zahlten.

 

1296

     Jan. Erwerb von Zinseinkünften in Wilsdorf (Wolff)

Die Zscheiplitzer Nonnen verkauften aus wirtschaftlichen Nöten mit Zustimmung des Abtes von Reinhardsbrunn ihre Zinseinkünfte in Wilsdorf für 8 Mark Silber.

 

  1. Feb. Erwerb von Höfen in Altenburg-Almrich (UB Nr. 318-321,323 NUB 727,729)

Zunächst resignierte der Naumburger Bürger Christian v. Bachern das Lehen seiner 5 Höfe samt Zubehör gegenüber dem burcgravius Ber(toldo) dicto Speculum castellano Ruteleybisberc“. Der wiederum resignierte sie gegenüber dem Burggrafen von Meißen, der sie seinerseits dem Landgrafen aufließ und der sie dem Naumburger Bischof als Oberlehnsherrn resignierte. Bischof Bruno bestätigte die Resignierung und überließ das Lehen den Pfortenbrüdern.

 

  1. Mai. Befehl zur Herausgabe der Eckartsburg und der Neuenburg (NUB 736).

König Adolf war erneut in das Osterland eingefallen und Markgraf Friedrich mußte Grimma, Leisnig und Rochlitz aufgeben. Nach Rothe (Chron. 568) wurden Freyburg belagert und die Neuenburg belagert und nach der Einnahme geschleift. Nach seinem Abzug wandte sich Friedrich an seine Verbündeten die Grafen von Käfernberg, Mühlberg und Gleichen (Rothe 574).

 

  1. Mai Bestätigung der Advokatie in Zäckwar (UB Nr. 322)

König Adolf, der, der hier als Landgraf von Thüringen urkundete, bestätigte den Pfortenbrüdern das „ advocatium in Zebcur“ und Lasan mit einem jährlichen Ertrag von 10 Mark Silber. Außerdem bestätigte er ihnen den Besitz des Brandsees bei Brembach den sie 1279 erworben hatten, allerdings räumte er einen Rückfall ein, falls sich das Kloster in königliche Ungnade fällt.

 

  1. Nov. Erwerb von Land in Hassenhausen (UB Nr.324).

Ritter Berthold von Rehehausen verkaufte den Pfortenbrüdern eine Hufe mit Zubehör für 2,5 Mark Silber.

 

1297

            Erwerb einer Wiese im Hechendorfer Rieth b. Wiehe (Wolff)

Ludolf von Allerstädt bestätigte, dass der Hofmeister von Hechendorf drei Mark Silber dafür bezahlt habe. Zeugen waren die Brüder Alexander und Siegfried, rector und magister de hechendorp. 

 

1298     

            Tod König Adolphs (Allg. Gesch.).

Sein Nachfolger Albrecht von Habsburg entzog den Wettinern die Reichslehen  Meißen und Lausitz und belehnte damit den böhmischen König. Als dieser die Marken an sich bringen wollte, stieß er auf den geschlossenen Widerstand des dortigen Adels und der Kirche.

 

  1. Jan. Erwerb von Land an der Buchstraße (UB Nr. 331).

Landgraf Albrecht bestätigte auf der Wartburg, dass ihm Peter von Neidschütz castellanus noster in Rothleibesberg und seine Brüder Heinrich, Hugo und Konrad auf der Wartburg  sex mansos agri Buchstrasse vulgaliter - sechs Hufen an der Buchstraße“ resigniert hatten, mit der Bitte, diese den Pfortenbrüder zu übereignen. Zeugen waren die Mönche Gerling und Johannes, Prior und Kellner.

 

        Mai Urkunde des Schenken Konrad von Saaleck (Wolff/Bau- und Kunstdenkmäler).

Gerhard v. Pomnitz, ein Naumburger Bürger, hatte seine 7 Äcker in Pomnitz der Gerichtsbarkeit des Schenken überlassen, obwohl diese der Gerichtsbarkeit des Moritzklosters angehörten. Daraufhin machte der Schenk diesen Vertrag rückgängig. Zeugen waren Peter von Neidschütz, der Kanonikus Schenk Konrad, Hermann von Steudnitz, Thilo von Döschwitz, Konrad von Heringen, Ludwig von Hausen.

 

  1. Juni Erwerb von Rehehausen (UB Nr. 333, NUB 763).

Berthold von Rockhausen resignierte gegenüber dem Landgrafen seinen ummauerten Hof (curia incastellata) mit allen Zubehör, einer Mühle, Wiese, Wald, Weide, Gewässer und Höfe im „pago villae rogehusen“, mit der Bitte, diese den Pfortenbrüdern zu überlassen. In einer weiteren Urkunde bestätigten Beringer von Mellingen und Berthold von Isserstädt, dass Berthold aus Not und mit Einwilligung seiner Ehefrau verkauft und den Kaufpreis erhalten habe.

Langraf Albrech bestätigte die Auflassung des Lehens und den Verkauf des Leibgedinges. Neben Berthold gehörten auch seinen Neffen Johannes einige Hufen Rehehausen, allerdings als Lehnsnehmer der Herren von Tannroda, die wiederum das Lehen vom Landgrafen trugen. Albrecht überließ aber auch diesen Teil den Pfortenbrüdern, mußte sich aber noch das Einverständnis des Naumburger Bischofs, dem Oberlehnsherrn von Rehehausen einholen.

Iin einer weitern Urkunde erklärten die Grafen von Tannroda, dass sie neben den drei Hufen, die sie als Lehen des Landgrafen trugrn, weitere Reichslehen in Goldschau und Löbitz den Pfortenbrüdern für 45 Mark Silber verkauft hätten.

    

       Okt. Überlassungs der Parochie Rehehausen (Wolff)

Zu den von den Pfortenbrüdern erworbenen Gütern gehörten mehrere Hufen, von deren Ertrag der Zehnte für die dortige Kirche bestimmt war. Um sich von der Zehntzahlung zu befreien, überließen die Pfortenser dem dortigen Pleban ein Hufe Land, ein Gehölz, einen Obst- und einen Kräutergarten, deren Ertrag den Zehnt sogar überstieg. Der Probst des Erfurter St. Marien Klosters dem die Parochie zustand, stimmte zu. Zeugen waren der Erzpriester von Flurstedt, der Pleban von Trebra, Heinrich von Obertrebra, Poppo von Mattstedt und Dietrich von Pfiffelbach.    

 

               Erwerb von Güter in Hechendorf  und Henschleben (Wolff)

Ritter Herbort von Pfiffelbach verkaufte mit Zustimmung der Grafen von Rabenswalde eine Wiese dem Hofmeister von Hechendorf für 5 Mark. Zeugen waren Werner von Scheidungen und Heinemann von Monra.

Zur Abrundung ihres Besitzes in Henschleben (bei Gebesee) tauschten die Pfortenbrüder mit der Kirchengemeinde von Werningshausen einige Äcker.

 

1300

             Verkaufsurkunde der Brüder Otto und Heinrich von Gostenitz (Lepsius).

Diese überließen den Pfortenbrüdern drei Hufen „in villa Hohendorf quae est deserta, inter Deben et Rogehusen – Hohendorf lag zwischen Döben und Rehehausen und wurde wüst.

 

             Verkaufsurkunde der Schenken von Saaleck (Lepsius)

„Conradus dictus Pincerna, residens in Saleke“ veräußerte mit Zustimmung seiner Söhne Rudolf, Konrad, Heinrich und Rudolf d. J. in Stedten im locum dictum Burghstadel einige Güter mit den Gerichten dem Kloster Volkeroda. Die gleiche Urkunde stellten die  Schenken zu Nebra aus, im  Konsens der  Kinder Diethrichs I., Conrad, Diethrich II., Rudolf, Elisabeth, Kunigunde und Lukardis. 

 

  1. Juni Bischöfliche Bestätigung (UB 344)

Bischof Bruno von Langenbogen bestätigte den Pfortenbrüdern den Erwerb bischöflicher Lehen  in Roßbach, am Rödel, in Kothewitz, Teschnitz, Tauschwitz, Altenburg und Rehehausen.

 

  1. Juli Kaufvertrag mit dem Nonnenkloster Quedlinburg (UB 345, Wolff).

Prior und Konvent verkauften aus wirtschaftlichen Nöten und im Einvernehmen mit ihren Ministerialen und Lehensnehmern den Pfortenbrüdern 26 Hufen in Liebstedt an der Ilm, 12 Hufen in Rödigsdorf, 16 Hufen in Darnstedt, 6 Hufen in Sulza, 10 Hufen in Hassenhausen, 1 Hufe in Rehehausen mit Höfen, Wald, Feld, Weide, Gärten, Triften, Wasserläufen und einer Mühle bei Darnstedt einschließlich der Vogtei für 180 Mark Silber. Durch Boten werden die Einwohner der betreffenden Dörfer vom Gehorsam gegenüber den Nonnen entbunden und den Pfortenbrüdern verpflichtet. Landgraf Albrecht erklärte, dass er auf die verkauften Güter keinerlei Anspruch habe und der Verkauf somit rechtswirksam sei.

 

            Kaufvertrag mit  Christian v. Bachere (Annales Numburgensis, Wofff).

Christianus dictus de Bacchare civis Numburgensis omnia sua  bona (.) videlicet quator mansos in Rosbach & novigum ibidem (Fähre) duos mansos in Rodeling, tres mansos in Rosteuitz, unum mansum in Thesnitz, vineam  Tuschuitz & duos mansos  in Aldenburg (.) unter der Bedingung, dass die Pfortenbrüder Zeit seines Lebens für seinen Unterhalt und den seiner Familie zu sorgen hätten. Da die Güter zur bischöflichen Diözese gehörten, bestätigte Bruno Episcopus Numburgensis die Schenkung an Theodorico Abbata Monasterij Portensi.

 

1301

  1. Feb. Tauschurkunde (UB 352).

Bischof Bruno und das Domkapitel überließen den Pfortenbrüdern die Vogtei über 13 Hufen in Zäckwar und erhielten dafür einige Äcker in  confinio nostri castri Sconenberg.

 

  1. Apr. Kaufvertrag über Vogteirechte (UB Nr. 353).

Ritter Eckart von Sulza verkaufte die Vogtei über 7 Hufen in Darnstädt den Pfortenbrüdern für 18 Mark Silber. Zeugen waren  „Heinricus de Rode, Hermannus de Scuditz, Fridericus de Tuchern, Otto de Lochowe, castellani in Ruthleybesberg et alii quam plures (.) Acta haec sunt in castro Rudeleibisberg a. d. MCCCI. womit dies die einzige auf der Rudelsburg gesiegelte Urkunde ist.

 

  1. Nov. Erwerb von Vogteirechten in Hassenhausen (UB 360, Wolff)

Ritter Otto von Gößnitz verkaufte den Pfortenbrüdern die Vogtei über 6 Hufen für 6 Mark Silber, was „Conradus pincerna de Salecke, canonici Nuenburgensis“ bezeugte.

 

            Erwerb verschiedener Güter (Wolff)

Dietrich von Henschleben verkaufte mit Zustimmung seines Lehnsherrn den Pfortenbrüdern 24 Acker neben dem Klosterhof für 32 Talente.

Ritter Otto von Gößnitz verkaufte mit Einwilligung seiner Lehnsherrn, den Grafen von Osterfeld, den Pfortenbrüdern 4 Hufen und 9 Höfe in Friedrichsrode, einer Wüstung zwischen Balgstädt und Burkersrode für 18 Mark. Zeuge war Schenk Konrad von Saaleck.

Bischof Bruno und der Konvent überlassen den Pfortensern 9 Hufen in Zäckwar, und erlassen ihnen die Zinsen von den bereits erworbenen Hufen und bestätigen ihnen die Vogtei, die Marschall Heinrich von Trebra ihnen verkauft hatte.

Die Grafen von Osterfeld genehmigen die Schenkung eines ihrer Lehnsleute von einer Hufe und eines Hofes in Pomnitz, den ihr Lehnsmann 

Landgraf  Albrecht überläßt den Pfortenbrüdern ein Gehölz bei Gernstedt, dass der Münzmeister von Eckartsberga aufgelassen hatte.

 

1302           

  1. Mär. Kauf von Gütern in Benndorf und Zäckwar (UB 362).

Heinrich, Gerhard und Dietrich, die Marschälle von Eckartsberga verkauften mit Einwilligung ihrer Mutter den Pfortenbrüdern  eine Hufe und zwei Höfe in „Cebekur“und eine halbe Hufe in „Bennendorff“  für 6 Mark Silber verkauft haben.

 

  1. Mär. Privileg des Markgrafen Dietrich (UB 363).

Dietrich von Wettinbestätigte den Pfortenbrüdern alle Besitzungen, die ihnen sein Vater überlassen hatte und stellte das Kloster unter seinen besonderen Schutz. Die Urkunde wurde in Leipzig ausgestellt. Einer der Zeugen, Rudolf  von Bünau ein bischöflicher Ministeriale und Kastellan der Schönburg.

 

  1. Apr. Erwerb der Vogtei von Rudersdorf b. Buttstädt (UB 365/366).

Schenk Konrad von Saaleck verkauft wegen hoher Schulden mit Zustimmung seiner Söhne Konrad, Domprobst zu Naumburg, Heinrich und Rudolf von Vitzenburg die Vogtei über 14 Hufen,  die er als Lehen der Äbtissin von Quedlinburg trug, den Pfortenbrüdern für 45 Mark.

Zeugen waren seine Neffen Schenk Rudolf zu Dornburg und Schenk Konrad zu Nebra. Die Urkunde wurde  auf  Burg Saaleck (Acta sunt hec in castro Saleke) ausgefertigt.

 

     Apr. Erwerb von Gütern in Neustedt b. Eckartsberga (Wolff)

Die Äbtissin und der Konvent des Klosters Kapellendorf bestätigten, dass sie 1 Hufe, die ihnen Schenk Konrad von Saaleck überlassen und eine weitere Hufe, die er ihnen für 7 Mark verkauft hatte, den Pfortenbrüdern für 13 Mark verkauft haben.

 

     Sep. Erwerb von Gütern in Sachsenhausen b. Buttelstädt (Wolff)

Schenk Rudolf von Käferburg verkaufte mit Einwilligung seines Lehnsherrn, dem Burggrafen von Kirchberg, den Pfortenbrüdern 6 Hufen mit einem jährlichen Ertrag von 2 Mark Silber. Sein Vetter der Schenk von Tautenburg, der Miteigentümer der Hufen war, wurde von den Pfortenbrüdern abgefunden.   

 

  1. Nov. Vertrag zwischen dem Bischof und dem Abt (UB 369, NUB 810)

Weil ihre Äcker östlich der Klostermauer sowie der Verbindungsweg (communis transitus) zwischen dem Kloster und der Altenburger Mühle ständig vom Saalehochwasser bedroht waren, wollten die Mönche einen Damm am rechten Saaleufer bis zur Altenburger Kegelsmühle errichten. Weil aber die Felder am anderen Ufer, die dem Stift gehörten, wesentlich stärker dem Hochwasser ausgesetzt waren, überließ der Bischof den Pfortenbrüdern die betreffenden Äcker zwischen Tauschwitz und Roßbach und gestattete ihnen   „..concedentes insuper liberam facultatem Portensibus litora firmandi ad suorum munimen agrorum..”- zum Schutz ihrer Äcker einen Damm zu errichteten. Das kostete den Pfortensern 213 Mark Silber. Die Urkunde bezeugten Rudolfus de Bunowe, Heinricus de Schonenberg, Ulmannus de Gusowe, Erkenbertus, Siffridus castellani in Schonenberg.

 

       Dez. Bestätigung der Herren von Tannroda (Wolff)

Die bestätigten die Lehnsauflassung über einen Wald bei Möllern, den Christian von Bachere den Pfortenbrüdern verkauft hatte.

 

1303

  1. Jan. Beurkundung einer Schenkung (NUB 816).

Dabei  testierten „ Henricus de Rode, Petrus Niczczicz burgen(ses) in Rutheleibisberg.“

 

  1. Apr. Kauf der Altenburger Mühle (NUB 821, 827).

Abt und Konvent des Moritzklosters zu Naumburg verkauften aus wirtschaftlichen Nöten ihren Anteil an den Einkünften der Mühle für 25 Mark. Außerdem verpflichteten sie sich für den Fall, dass die Mühle durch Feuer zerstört würde, den Pfortenbrüdern als Ersatz bestimmte Güter zu überlassen. Dem Verkauf stimmte der Bischof und der Konvent zu, darunter „Conradus pincerna, canonici ecclesie Nuemburgensis“.

 

     Mai  Grunderwerb in Niedermöllern (Wolff)

Die Äbtissin  und der Konvent des Klosters Marienthal verkauften  den Pfortenbrüdern eine Hufe in Niedermöllern, die jährlich 1 Pfund Naumburger Denare und 9 Hühner brachte, für 6 Mark Silber.

 

  1. Nov. Bestätigung Ritters Eckard von Sulza (UB Nr. 379, 380).

Der erklärte die Rechtmäßigkeit des Verkaufs der Vogtei in Darnstedt, nachdem er sich mit den  Pfortenbrüdern auf die zusätzliche Zahlung von drei Mark Silber geeinigt hatte. Das bezeugten: Albertus et Heinricus de Rode, fratres, Heinricus de Muchelde, Petrus de Niscitz, Otto de Luchowe, Hermann de Scuditz et Wirnherus Curtefrunt, castellani in Rotilleybisburch.

In einer zweiten Urkunde erklärt Eckard, dass er mit Einverständnis seiner Erben den Pfortenbrüdern einen Weinberg und ein Gehölz bei Sulza, ein Lehen des Quedlinburger Nonnenkloster,  für 10 Mark und einem befristeten Rückkaufsrecht verkauft habe.  

 

1304

  1. Feb. Grunderwerb in Benndorf (UB Nr. 387).

Die Marschälle von Gosserstedt verkaufen den Pfortenbrüdern 4 Hufen, mit einem jährlichen Ertrag von 1 Mark Silber samt der Vogtei und der Halsgerichtsbarkeit für 45 Mark. Neben der Einwilligung ihrer Mutter, der Ehefrauen und Kinder stimmen auch ihre Vetter die Marschälle von Holzhausen und Trebra zu. Den verkauf bezeugten u.a. Ritter Eckard von Sulza, Gelfrad der Vogt von Eckartsberga und Dietrich und Albert von Gosserstedt.

Danach verkauften die Marschälle  von Trebra die ihnen allein gehörende Hufen  für 11 Mark. 

 

  1. Apr. Patronatserklärung des Markgrafen Dietrich (DomStA NMB, Lib.flav Bl. 89,135).

Die auf Burg Colditz ausgestellte Urkunde bestätigte dem Bischof Ulrich (1304-1315) die Unantastbarkeit des bischöflichen Besitzes in der Markgrafschaft. Am 18. Mai erneuerte auch Landgraf Albrecht das Patronat und ein Jahr später Markgraf Friedrich der Freidige. Dagegen bestätigte der Bischof die den Wettinern überlassenen bischöflichen Lehen.. 

 

      Mai Schenkung verschiedener Güter (Wolff)

Ritter Heidenreich von Größt schenkte den Pfortenbrüdern mit Einwilligung seiner Söhne eine Hufe bei Millingsdorf zu seinem Seelenheil.

Die Grafen Hermann von Mansfeld, seine Brüder Graf Hermann von Osterfeld, Stiftsherr der Domkirche und Heinrich von Osterfeld schenken den Pfortensern 5 Hufen in Poppel zu ihrem Seelenheil. Die Schenkung bewilligten die Tochter Graf Hermanns, Elisabeth Gräfin von Rabenswalde und seine Enkelin Mechthild, Gräfin von Orlamünde.

Der Laienbruder Konrad von Flemmingen und seine Neffen schenkten den Pfortenbrüdern eine Viertelhufe und einen Hof in Flemmingen, den sie in ungeteilter Erbschaft besaßen, mit der Bedingung, dass der den Hof bewirtschaftende Bauer für die Seelenmesse der Familie dem Flemminger Pleban jährlich zwei Schillinge und dem Torwärter der Pforte 3 Schillinge und 7 Schock Eier für die Armen und Reisenden geben muß.    

 

      Juni Zug gegen Graf Otto I. von Kirchberg (Allg. Gesch.)

Zur Durchsetzung des Landfriedens belagerte ein Aufgebot der Bürger von Nordhausen, Mühlhausen und Erfurt den Burggrafen. Kirchberg, Windberg und Greifberg  wurden erstürmt und zerstört, übrig blieb nur der Turm des Greifbergs, der heutige Fuchsturm. 

 

      Juli Grunderwerb in Bottendorf (Wolff)

Ein Bürger von Wiehe verkaufte den Pfortenbrüdern mit Einwilligung der Herren von Heldrungen dem Hofmeister des Klosterguts Hechendorf eine Wiese am rechten Ufer der Unstrut für 3 Mark.  

 

              Tausch von Gütern mit dem Kloster zu Hersfeld (Wolff)

Abt und Konvent überließen den Pfortenbrüdern 16 Hufen in Lißdorf, die im Lehen des Grafen von Rabenswalde standen und 10 Hufen in Brembach, Lehen der Grafen von Orlamünde. Beide hatte die Lehen resigniert. ImGegenzug bekam Hersfeld Güter und das Kirchenpatronat in Liebstädt, dass die Pfortenser vier Jahre zuvor von der Quedlinburger Äbtissin erworben hatten.

 

1305    

  1. Mär. Lehnsaufauflassung (Chron. M. Wille, Wolff)

Eckard von Sulza resignierte die Hufen in Hassenhausen, die er den Pfortenbrüdern verkauft hatte gegenüber den Herren von Tannroda und die Hufe in Darnstedt gegenüber dem Burggraf vom Kirchberg.

 

      Mär. Erwerb von den Saalecker Schenken (UB Nr. 401, 402, 403 ).

Konrad, Probst der Domkirche und seine Brüder Dietrich, Heinrich, Rudolf verkauften wegen drückender Schulden und im Einverständnis mit ihrer Schwester Lukardis und deren Sohn Konrad von Prießnitz den Pfortenbrüdern 3 Hufen samt der Oberherrschaft und der Gerichtsbarkeit sowie  86 Morgen Wald bei Nieder-Möllern (prope Meller situm) für 43 Mark Silber. Zuvor hatte Juvenis, Castellanus noster in Saleke, sein Afterlehen von 15 Ackern aufgelassen und sie selber hatten den Wald gegenüber Landgraf Albrecht resigniert. Der Wald grenzte im Osten an die Landstraße auf dem Saalberg (Via Regia), im Westen an die Felder der Bauern aus Niedermöllern und nach Süden an den Wald, den die Pfortenbrüder von der Äbtissin von Quedlinburg erworben hatten.

Die Urkunden bezeugten u. a. Guntherus et Hermannus de schafstete Castellani noster in wizenburg und ihre Kastellane von Saaleck Juvenis von Heringen iund Gering. Erhalten blieb der Name „Schenkenholz“.

 

     Mär. Lehnsauflassung (Wolff)

Eckhard von Sulza resignierte sein Lehen in Hassenhasen und Darnstedt, die er 1301 und 1302 den Pfortenbrüdern verkauft hatte, gegenüber den Herren von Tannroda bzw. dem Burggrafen von Kirchberg.

 

      Apr. Schenkung der Grafen von Osterfeld (Wolff)

Zu ihrem Seelenheil überließen sie den Pfortenbrüdern 2 Hufen in Obermöllern und 1 Hufe in Pomnitz, die Gelfrad von Laucha zum Lehen trug. Zeugen waren u.a. die Kastellane von Osterfeld.

 

             Erwerb von Gütern in Lißdorf (Wolff)

Die Brüder Rudolf, gerhardt, Heinrich und Hermann, Märschälle von Eckartsberga verkaufen den Pfortenbrüdern ihre Eigen- und Lehnsgüter, sowie ihren Anteil am Kirchenpatronat für 23 Mark Silber. Den Verkauf der Lehnsgüter bewilligt der Graf von Rabenswalde.

 

     Juni Erstattung von Zinseinkünften in Zäckwar (Wolff)

Bischof Ulrich erklärte, dass die Pfortenbrüder für die der Stiftskirche zustehenden Zinsen der von ihnen erworbenen Güter einen gleichwertigen Ersatz geleistet haben.

 

1306

     Jan. Übertragung des Kirchenpatronats in Häseler (Wolff)

Hermann, Kanoniker der Siftskirche und Archidiakon im Pleißenland überliess den Pfortenbrüder das Kirchenpatronat zu seinem Seelenheil.

 

     Mär. Unterschutzstellung des Klosters zu Pforta (Wolff)

Friedrich der Freidige befahl bei seiner Anwesenheit im Kloster  den Vögten und Untervögten, in deren Gerichten die Pfortenbrüder Güter besaßen, sich ohne ausdrückliche Genehmigung nicht in die Angelegenheit des Klosters einzumischen und bestätigte den Besitz aller bislang erworbenen und gestifteten Güter sowie alle Privilegien.

 

      Mai Landerwerb in Pomnitz (Wolff)

Gelfrad von Laucha verkaufte  mit Einverständnis seines Lehnsherrn, dem Grafen von Rabenswalde und dessen Ehefrau, 2 Hufen den Pfortenbrüdern zum uneingeschränkten Eigentum für 19 Mark. Zeugen waren Gelfrad von Eckartsberga und Heinrich von Steinbach.

 

  1. Juli Beilegung des Streits mit den Schenken von Tautenburg (Wolff)

Beim Erwerb der Güter in Sachsenhausen (1302) von der Käfernburger Linie der Schenken waren die Tautenburger, die ebenfalls Lehnsnehmer der hier verkauften Güter waren, übergangen worden. Nun einigte sie sich mit den Pfortenbrüdern, die ihnen 20 Mark für die Überlassung der Güter einschließlich der Vogtei zahlten.

 

    Aug. Kriegszug König Albrechts (Allg. Geschichte).

Nach Albert von Nassau versuchte auch sein Nachfolger aus dem Hause Habsburg die Landgrafschaft und die Mark Meißen als erledigtes Reichslehen einzuziehen.

Friedrich besetzte die von einem königlichen Landvogt verteidigte Wartburg und wurde hier von einem Aufgebot der Städte Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen belagert. Doch es gelang einem Aufgebot der Grafen von Schwarzburg, Beichlingen, Hohnstein und Stolberg, der Herren von Querfurt und der Schenken von Vargula die Burg zu entsetzen (Binhard Chronica). 

 

           Tausch von Gütern in Rostewitz (Wolff)

Ehrenfried, Schatzmeister des Domstifts tauschte im Auftrag des Bischofs mit den Pfortenbrüdern 2 Höfe mit Zubehör in Rostewitz (bei Roßbach) gegen bestimmte Zinseinkünfte an der Naumburger Münze die ein bischöflicher Ministeriale den Zisterziensern verkauft hatte.          

 

            Kauf der Altenburger Mühle (Lepsius, Wolff).

Probst und Konvent des Moritzklosters verkauften mit Einwilligung des Bischofs wegen hoher Schulden den Pfortenbrüdern ihre Mühle an der kleinen Saale samt Zubehör für 70 Mark Silber. Dazu kamen 2 Malter Getreidezinsen von der Mertendorfer Mühle. Gleichzeitig verkauften der Probst und der Konvent des Georgenklosters  wegen hoher Schulden ihre ebenfalls an der kelienen Saale gelegenen Kegelsmühle für 40 Mark Silber. Beide Mühle waren nun uneingeschränktes Eigentum der Zisterzienser, die die Kegelsmühle eingehen ließen und durch den Ausbau der kleinen Saale in der Altenburger Flur die andere Mühle ertüchtigten, die letztlich bis heute betrieben wird.

 

1307

  1. Mai Schlacht bei Lucka (Allg. Gesch.).

Gemeinsam versuchten die Söhne Albrechts ihre Erbansprüche gegen das reich durchzusetzen. Während Friedrich d. Freidige Gotha belagerte, zog Aufgebot der königstreuen Städte unter Führung des Grafen von Weimar-Orlamünde vor Sangerhausen. Diezmann entsetzte die Stadt und belagerte nun seinerseits Weimar. Inzwischen vertrieb Friedrich die Besatzung der  Eckartsburg (Binhard). D

In der Nähe von Leipzig gelang es dann den Brüdern mit Unterstützung der Leipziger Bürgerschaft die Streitmacht König Albrechts zu schlagen.

Im Oktober starb Diezmann und Friedrich, der Freidige empfing die Huldigung des thüringischen und meißnischen Adels, nachdem sein Vater auf alle Ansprüche verzichtet hatte.

 

Überlassung von Gütern in „Dockwitz“-Taugwitz  (UB 419, Wolff).

Heinrich Graf von Beichlingen schenkte den Pfortenbrüdern 4 Hufen Land die Hermann und Heinrich von Ebersberg ihm aufgelassen hatten, sowie sechs Hufen mit denen Otto v. Gößnitz und der Schönburger Kastellan Johann Schütz (sigittarius) belehnt waren. Zeugen waren u. a. Hermann von Rastenberg und Hermann von Kölleda, Kastellane in Beichlingen

Der Landgraf überließ ihnen eine Viertel Hufe, die Heinrich von Saaleck aufgelassen hatte.

 

              Bestätigung des Gütertauschs der Äbte von Hersfeld und Pforta (Wolff)

Graf Heinrich von Orlamünde bestätigte den Tausch der Güter und des Kirchenpatronats von  Liebstedt  und Lißdorf vom Jahr 1304.

 

  1. Nov. Bischöfliche Schenkung (UB 424, Domregesten 243).

Für die Schäden, die den Pfortenbrüdern bei einer Fehde zwischen dem Bistum und dem Markgrafen Heinrich von Brandenburg entstanden waren, überliess ihnen  Bischof Ulrich 5 Hufen mit allen Rechten und Zubehör, Höfen, Gärten, Wiesen, Weiden, Bäumen, die sich westlich von der „Schweinswarten“-Brücke am Weg nach Flemmingen bis in die Saaleaue zwischen der Flur von Altenburg und den Besitzungen der Stiftsherren erstreckten. Diese  Urkunde,  testierte u. a. „Guntherus advocatus noster de Bunowe“, der wie Rudolphus de Bunowe, castellani de Sconenberch zu den bischöflichen Ministerialen gehörte.

 

  1. Nov. Vereinbarung mit dem Rat zu Naumburg (Wolff)

Die Pfortenbrüder hatten Güter im Weichbild der Stadt erworben. Dazu gehörten eine halbe Hufe in Tauschwitz und einen Weinberg, der „Magister hospitum“ sowie 37 Acker in der Saaleaue zwischen Altenburg und den Feldern der Stiftsherren an der „Schweinswarte“ für 127 Mark von Johann von Weißenfels, 15 Acker in der Altenburger Aue von  Gerhard von Zeitz für 31 Mark, 11 Acker von Dietmar von der Neustadt für 28 Mark, 7 Acker von Dietmar Risener für 17 Mark, 9 Acker von Johann  Dreyfus für 21 Mark und 6 Acker von Johann Pabst für 17 Mark. Da die Verkäufer allesamt Bürger von Naumburg waren, ließen sich die Pfortenbrüder die Rechtmäßigkeit des Verkaufs und die uneingeschränkte Nutzung von den Ratsherren bestätigen.

Soweit es sich um Lehnsgüter handelte, wurden diese den jeweiligen Lehnsherren wie den Landgrafen  und den Burggrafen  von Meißen aufgelassen, was diese dann urkundlich bestätigten.

 

1308

              Bestätigung der bischöflichen Lehen (Krottenschmidt)

Nach dem Tod König Albrechts bestätigte Bischof Ulrich dem Landgrafen die Lehen in der Mark Meißen  u.a. Oschatz, Grimma, Ortrand und Rochlitz sowie die Grafschaften Aspe, Beichlingen und Buchen, die „Häuser“ Buttelstädt, Eckartsberga und Rastenberg und die Gerichte in Eisenberg und Groitzsch.

 

1310

     Mär. Tausch von Gütern in Wethau und Tauschwitz (Wolff)

Bischof Ulrich überliess mit Einwilligung des Konvents den Pfortenbrüdern sämtliche der Stiftskirche gehörenden 69 bebauten und unbebauten Acker in Tauschwitz (bei Roßbach) ausgenommen ein Freigut und zwei Weinberge, sowie 2 kleine Weinberge und 37 Morgen Wald beim Dorf Lasan im Tausch gegen 3 Hufen, 3 Höfe und einen Wald bei Wethau, die jährlich 3 Mark Ertrag hatten.

 

  1. Aug. Verkauf von Quedlinburger Stiftsgütern (Wille, Chron.)

Abbatissa Gertrudis, Sophia,  Praep. und Armegradis, Decana verkauften den Pfortenbrüdern die ihnen von  Kaiser Otto I. gestifteten Güter in Liebstädt, Sulza, Darnstedt, Rudingsdorf und Hassenhausen, die bisher der Sulzaer Münzmeister zum Lehen trug.

 

  1. Nov. Verkauf eines Weinberges der Saalecker Schenken (Lepsius).

Die Brüder Heinrich und Rudolf übereigneten den bei Vargula, dem Stammsitz der Familie,  gelegenen Berg dem Kloster Volkerode.   

 

  1. Dez. Förmliche Belehnung Friedrich des Freidigen (Allg. Gesch.).

König Heinrich VII. entsagte allen Ansprüche des Reiches und belehnte Friedrich mit der Landgrafschaft und der Mark Meißen. Allerdings erhob er Ansprüche auf die Pfalzgrafschaft Sachsen und das Pleißenland sowie die Erbteile an der Mark Meißen und der Mark Landsberg, die sein Bruder bzw. sein Vater verkauft hatten.

 

1312

  1. Apr. Tangermünder Vertrag (Allg. Gesch.)

In den Auseinandersetzungen mit den Askaniern geriet Friedrich in Gefangenschaft und musste seine Freiheit teuer erkaufen. Neben einem ansehnlichen Geldbetrag verzichtete auf das Pleißenland, die Mark Landsberg und die Mark Lausitz, sowie die Städte Dresden, Meißen und Leipzig. Inzwischen waren  der Burggraf von Nürnberg und der Landgraf von Hessen  in Thüringen eingefallen und auch die  Vögte von Weida, Gera und Plauen nutzten die Zeit und versuchten gemeinsam mit Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen Friedrichs Macht zu beschneiden.

 

  1. Juli Bestätigung der Klosterprivilegien (UB 444).

Landgraf Friedrich bestätigte den Klosterbrüdern im „castro wizenuels“- Schloss Weißenfels alle Schenkungen und Stiftungen, die ihnen sein Vater überlassen hatte. 

 

  1. Dez. Übereignung bischöflichen Besitzes (Reg. 255, Wolff).

2 Hufen bei Tauschwitz, die der Landgraf  und 3 Hufen bei Altenburg, die die Burggrafen von Meißen dem Bischof resignierten, wurden den Pfortenbrüdern überlassen. Die Bürger von Naumburg wurden ermahnt, den Besitz nicht zu beeinträchtigen.

Gleichermaßen tauschten Stiftskirche und Kloster 5 Hufen mit Höfen und Weinbergen in Tauschwitz gegen 16 Hufen in Wethau. Damit gehörte den Pfortenbrüdern fast die gesamte Flur vom Dorf Altenburg bis zum Weichbild von Naumburg beiderseits der Saale.

Außerdem bestätigte auch der Bischof die Rechtmäßigkeit des Kaufs der 108 Acker unter der „Schweinswarthe“, von denen ihm aber der Zehnt und die Gerichte verblieben. 

 

               Verzicht der Herren von Gleißberg (Kunitz) (Wolff)

Die Söhne Heinrichs von Gleißberg verzichteten auf alle etwaigen Rechte und Ansprüche in der Flur des Klosterhofs Porstendorf.

 

               Gütererwerb in Langenroda b. Wiehe (Wolff)

Hermann, Graf von Orlamünde bewilligte den Erwerb von 18 Ackern für 6 Mark, die ihm ein Lehnsmann aufgelassen hatte.

 

1313            

             Überlassung der Gerichte in Tauschwitz (Wolff)

Hermann, Graf von Orlamünde überlässt mit Einwilligung seiner Erben den Pfortenbrüdern die Gerichte, nachdem der Abt seine Schulden von 19 Mark bei der Stadt Naumburg eingelöst hatte. Dazu kamen 20 Acker bei Hechendorf  und die Bestätigung der Schenkung in Brambach seines  n Schwiegervaters, des Grafen von Rabenswalde.

 

      Mai Wiederbelehnung von Gütern in Lißdorf (Wolff)

Hermann von Gosserstädt, der seine Güter in Lißdorf den Grafen von Orlamünde aufgelassen und diese den Pfortenbrüdern überlassen hatten, erhielt die gleichen Güter aus der Hand des Abtes zum Lehen. Zeugen der Belehnung waren Beringer von Mellingen, Marschall Rudolf von Sulza, Marschall Dietrich von Holzhausen und Heinrich von Weimar.

 

  1. Juni Schiedspruch mit den Herren von Golmsdorf (UB 449).

Im Streit um den Besitz einiger Acker bei Porstendorf entschieden die als Schlichter eingesetzten Ministerialen gegen die Golmsdorfer, die daraufhin allen Ansprüchen entsagten. Die Verhandlung erfolgte in der Curia Cosene, im Beisein der Zeugen Wernerus dictus Curcefrunt et Petrus Nail de Tutenberg, supra dicti, item Conradus de Muchelde, Petrus de Nyschitz, Fridericus dictus de Monte, Hermannus de Scuditz castellani in castro Ruteleybesburg“.

 

1314

     Mär. Schenkung einer Wiese bei Henschleben (Wolff)

Auf die Bitte seines Lehensnehmers, der die Wiese aufgelassen hatte, schenkte sie der Landgraf den Pfortenbrüdern.

 

     Nov. Tod Landgraf Albrechts. (Allg. Gesch.)

Er starb im 64. Lebensjahr in Erfurt, wo er nach seinem Verzicht auf die Landgrafschaft  wohnte.

 

1315

              Allgemeiner Landfrieden (Allg. Gesch.).

Die zahlreichen Fehden und Kriegszüge in Thüringen und Meißen folgten folgten Teuerung und Hungersnöte. Zahlreiche Dörfer wurden zur Wüstung. In den Wäldern hausten Entwurzelte, die sich zu Banden zusammenschlossen. Nicht besser sah es bei den Ministerialen und Kastellanen aus, die ihren Lebensunterhalt durch  Raub und Plünderungen bestritten. Dem wollte Landgraf Friedrich  mit der Ausrufung begegnen.    

 

     Feb. Gütererwerb in Lißdorf (Wolff)

Heinrich und Gerhard, Marschälle von Gosserstedt verkauften den Pfortenbrüdern ihre Anteile an den Zinseinkünften, einem Hof und dem Lohholz für jeweils 21 Mark, um ihre Schulden bei den Juden in  Wiehe abzulösen. Außerdem verzichteten sie zu ihrem Seelenheil auf ihre Patronatsrechte an der dortigen Kirche und der Gerichtsbarkeit.

 

      Mai Erlass der Zölle in Anhalt (Wolff)

Graf Bernhardt von Askanien, Fürst von Anhalt-Bernburg und Aschersleben Graf von  befreite die Pfortenbrüder von den Zöllen und bewilligte freie Geleit in seinen Land, dass man auf dem   Handelsweg nach Magdeburg, dem Sitz des Erzbistums passieren musste.

 

  1. Nov. Gütererwerb in Neustedt und Rudersdorf (Wolff)

Heinrich und Dietrich, Kastellane zu Rastenberg verkauften wegen drückender Schulden den Pfortenbrüdern 3 Hufen in Neustedt, die sie als landgräfliches Lehen inne hatten, sowie 4 Hufen Eigengut in Rudersdorf für 30 Mark Silber. Nachdem der Bestätigung durch Landgraf Friedrich, wurden sie vom Abt damit rückbelehnt. Zeugen waren Marschall Heinrich und der Pleban von Gosserstedt, Daniel und Ehrenfried, Kastellane in Rastenberg, der Mönch Konrad von Häseler, Heinrich der Hofmeister von Gernstädt und Bruder Busso von Auerstädt.

 

              Schenkung und Kauf von Gütern in Henschleben (Wolff)

Graf Hermann von Gleichen überläßt den Pfortenbrüdern eine halbe Hufe, die sein Lehnsnehmer Albert von Gebesee aufgelassen hatte, ebenso den Verkauf von 6 Hufen eines weiteren Lehnsnehmers.

Schenk Rudolf bewilligte den Verkauf von 2 Acker seines Lehnsmannes daselbst, für die der  Schäfer des Klosterguts Vehra 2 Mark bezahlte.

 

1316

               Gütererwerb in Taugwitz (Lepsius, Wolff).

Siffridus, dictus Sigittarius et Johannes filius ejusdem, castellani in Schonenberg verkauftenden Pfortenbrüdern 2 Hufen mit Höfen in Dockwitz in pago Thuringiae, die sie vom Beichlinger Grafen  zum Lehen trugen den Pfortenbrüdern für 9 Mark. Den Verkauf bezeugten Peter Portzig, Kastellan zu Schönburg und Friedrich v. Balgstädt, sowie Günther v. Bünau, Gerichtsvogt der Schönburg, Nikolaus, Vizepleban, Johannnes Schaffrad und Konrad von Häßlere, Mönche in Pforta, sowie die Kastellane der Schönburg Hermannus de Geusau, miles et Erkenbertus.    

 

               Erwerb von Zinseinkünften in Lißdorf (Wolff)

Gerhardt, Marschall von Gosserstedt verkauft mit Einwilligung seines Bruders erneut wegen drückender Schulden die jährlichen Zinseinkünfte seiner Güter, mit denen er von den Pfortenbrüdern belehnt worden war, diesen für 24 Mark. Zeugen waren der Prior, der Subprior, sowie die Laienbrüder, der Bäcker, der  Hofmeister und der Kornschreiber von Gernstedt.

Ein Jahr später verkaufte er weitere Zinsen für 32 Mark, was der Subprior  Konrad von Häseler, der Laienbruder Busso von Auerstädt, der Pleban von Lißdorf und zwei Kastellane der Eckartsburg bezeugten.

 

  1. Nov. Gütererwerb in Obringen b. Weimar (Wolff).

Ritter Eckard von Sulza verkaufte mit Einwilligung seiner Erben und des Landgrafen den Pfortenbrüdern 6 Hufen. Die  Afterlehnsnehmer der dazugehörenden Höfe werden nun Vasallen der Pfortenser.

 

1317

     Juni Schenkung von Gütern in Taugwitz (Wolff)

Graf Heinrich von Beichlingen schenkte den Pfortenbrüdern zu seinem Seelenheil 6 Hufen mit Zubehör und Rechten. Mit den überlassenen Höfe waren Kastellanen der Eckartsburg wie  Otto von Gößnitz, Johann von Schönburg und Konrad Weise belehnt, die diese Lehen nun von den Pfortensern empfingen.

 

             Schenkung von Güter in Roßbach (Wolff)          

Die Herren von Tannroda übereigneten einen befestigten Wirtschaftshof (munitam curiam), 6 Hufen samt Wald, einen Weinberg und der Fischerei, die ihnen von Lehensnehmern mit der Bitte aufgelassen wurde, dies den Pfortenbrüdern zu überlassen. 

 

             Bestätigung der Staurechte unterhalb vom Gleißberg b. Kunitz (Wolff)

Graf Heinrich von Beichlingen versicherte den Pfortenbrüdern, dass sie seit jeher die Saale bei ihren Hof in Porstendorf, gegenüber vom Gleißberg, anstauen dürften und niemand ihnen das Wehrrecht streitig machen darf.

 

            Gütererwerb in Henschleben (Wolff)

Drei Lehnsleute aus Straußfurt resignierten ihre dortigen Besitz und baten den Grafen von Beichlinge diesen zu ihrem Seelenheil den Pfortenbrüdern zu überlassen. Zeugen waren der Aufseher und der Kellner des Klosterhofs Vehra sowie Rudolf von Tunzenhausen . 

 

             Frieden von Magdeburg (Allg. Gesch.)

Die Askanier übergaben die im Tangermünder Vertrag abgetretenen Städte und Landgraf Friedrich verzichtete auf die Mark Landsberg und die Mark Lausitz.

 

1318

    Jan. Kauf eines Waldes bei Porstendorf (Wolff)

Der Burggraf von Kirchberg überließ das Gehölz am Gönnabach, dass Heinrich von Wormstedt den Pfortenbrüdern zu seinem Seeleheil aufgelassen hatte.

 

           Gütererwerb in Punschrau und Hohendorf (Wolff)

Der Graf von Orlamünde bestätigte den Verkauf einer halbe Hufe in „Buntscherowe“ und von zwei Hufen in „Hophindorff“ die im Lehen der Kastellane von Häßler standen, die es zunächst dem Benediktinerkloster zu Memlebenen aufgelöassen hatten.

 

            Gütererwerb in Niedermöllern (Wolff)

Die Erben der Marschälle von Holzhausen (bei Eckartsberga) verkauften den Pfortenbrüdern 3 Gehöfte, einen Lehnshof und das Loholz, wobei die Gerichte und das Kirchenpatronat dem Naumburger Moritzkloster verblieben,. Dazu kam eine halbe Hufe, ein Weinberg und ein Wald in inferior meller.

 

1319              

              Verzichtserklärung der Marschälle von Gosserstedt (Wolff)

In Einverständnis mit ihren Erben verzichteten sie auf alle ihnen noch verbliebenen Güter, Rechte und Gerichte in Lißdorf gegenüber den Pfortenbrüdern und dem Moritzkloster.

 

           Erlass Papst Johannes XXII. (Wolff)

Nach einer Beschwerde der Pfortenbrüder über die immer zahlreicher werdenden Eingriffe in die Klostergüter und Gerechtigkeiten wurden den Dekanen der Stiftkirchen zu Naumburg und Merseburg sowie dem Abt des Erfurter Augustinerklosters  befohlen, das Kloster wie bisher mit   kirchlichen Abgaben und Kollekten zu verschonen. Die weltlichen Herren vom Landgrafen bis zum Untervogt war es verboten, Zölle zu erheben, Tiere in die Klosterhöfe einzustellen, Kranke zur Pflege und Beköstigung im Kloster unterzubringen, von den Untertanen des Klosters kein Geld zu fordern und für die bisher entnommenen Güter Schadensersatz zu leisten.

Die Urkunde wurde in Avignon ausgefertigt und zeigt, dass sich die Übergriffe der weltlichen Herren auf die Klostergüter häuften.  

 

  1. Mai Erwerb der beiden Dörfer Fränkenau (UB Nr. 484, 485).

Pincerna de Saleck, dicti de Vargila Heinrich, Rudolf und Dietrich, sowie die Söhne Heinrichs verkauften den Pfortenbrüdern duas villas dictas utrasque Frenckau die sie als Lehen des Quedlinburger Nonnenklosters trugen für 80 Mark Silber.

Das obere Dorf una sita est in supercilio montis Salberg, inter stratam regiam et vineam - auf dem Saaleberg zwischen der Via Regia und dem Weinberg gelegen, umfasste 5 Hufen mit allem Zubehör.  Das untere Dorf war zu der Zeit bereits eine Wüstung (est deserta) und lag weiter südlich, unterhalb des Saalberges, grenzte an die Schlucht eines Wildbaches (ad fossatam torrente) der von der Döbener Flur (oberhalb von Lengefeld) zur Saale ging, und das Äbtissinnen-(Ebtische) Holz.

Ein zweiter Wald, stand im Lehen von Otto dictus de luchau, quondam Castellanus de Rudelsburgk, der sein Afterlehen den Schenken aufließ. Zur Wüstung gehörte auch eine Filialkirche, die dem Heiligen Nikolaus geweiht war, von dem der Berg seinen Namen bekam, die aber dann einging. Einzig auf dem Gottesacker diente noch bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts den Bewohnern der umliegenden Dörfer und des Vorwerks Fränkenau als Begräbnisstätte.

Die Lehnsauflasssung gegenüber dem Quedlinburger Konvent wurde auf Burg Saaleck beurkundet. Zeugen waren Konrad, rector ecclesiae in Ruteleibisberg, Albert plebanus zu Saaleck, Beringer v. Meldingen ein Schwager (sororium) der Schenken, Conrad v. Priesnitz (n. Lepsius ein Enkel des Saalecker Schenken Konrad und der Lukardis), Friedrich v. Teuchern, Hermann v. Steudnitz und Friedrich v. Berg, alles Kastellane der Rudelsburg, dazu auch die Pfortenbrüder frater Hermannus de arnstete, frater cunradus de Hessler, frater Johannes de numburgk, frater albertus de Cranchborn Monachi de porta.

Die Anwesenheit mehrere Kastellane sowie eines „rector ecclesiae“ zeigt, dass die Burg neben einer ansehnliche Besatzung auch über eine eigene Kirche verfügte. Allerdings ist dies deren letzter Nachweis.

 

  1. Nov. Vertrag mit den Quedlinburger Nonnen (UB Nr. 490).

Äbtissin und Konvent bestätigen die Lehnsauflassung der Schenken an den duas videlicet villa dictas untrasque Franchowe, quarum una sita est in supercilio montis Salberg inter regiam stratam et vineam, que dicitur Vetus mons, cum areis suis, curiis, curtibus, ortis, pomeriis, silvis et silvulis….“ und die Übertragung der Hals und Handgerichte samt dem Kirchenpatronat an die Pfortenbrüder. Darüber hinaus verkauften sie wegen  „Verfall“ ihres Klosters ihre gesamten übrigen Güter zwischen dem Dorf Spielberg und der Saale. Das betraf 4 ½ Hufen in der Flur Döben, von denen 3 im Lehen der Schenken bzw. als Afterlehen an „Juvenis et Gerwicus castellani noster in Salecke standen und 1 ½ Hufen im Lehen der Brüder Berthold und Dietrich von Isserstädt und 5 ½ Hufen in Hohendorf (zwischen Regehausen und Döben), davon 3 im Lehen der Marschälle von Gosserstedt, ½ Hufe im Lehen der Schenken und 2 Hufen im Lehen der Isserstädter.

 

  1. Dez. Resignierungsurkunde Friedrich des Freidigen gegenüber dem Kloster (UB Nr. 492)

Auf der in Gotha ausgestellten Urkunde zeugte: „Heinricus de Salecke pincerna“.

 

      Dez. Gütererwerb in Obringen bei Weimar (Wolff)

Friedrich und Berthold von Isserstädt verkauften den Pfortenbrüdern 15 Hufen, die sie dem Landgrafen aufliessen. Die Bestätigung des Landgrafen mit der Übereignung wurde in Gotha ausgefertigt und als Zeugen  waren Schenk Heinrich von Saaleck und Dietrich, Vizedomus von Apolda anwesend.

 

1320

  1. Feb. Resignierungsurkunde (UB Nr. 494, 495).

Heinrich Schenk zu Saaleck bestätigte die Auflassung seiner Hufe in der Flur von Hohendorf, die er als Lehen der Marschälle von Gosserstedt trug und damit seinen Vogt „Guntherus dictus advocati de salecke“ und dessen Ehefrau Gutta belehnt hatte.

 

  1. Apr. Erwerb von Gütern Hohendorf (UB Nr. 498).

Otto und Heinrich von Gößnitz verkauften den Pfortenbrüdern ihre 3 Hufen in der wüsten Flur zwischen Rehehausen und Döben, die im Lehen von Berthold Platte, Konrad von Golmsdorf und Otto von Schöps, alles Kastellane von Saaleck, standen. Zeugen waren Schenk Heinrich von Saaleck, Friedrich und Nikolaus von Balgstädt sowie Berthold von Laucha. 

 

  1. Mai Bericht Bischof Heinrichs zu den Zuständen in der Diözese (Dom-Reg. 290).

Papst Johannes XXII. hatte dem Erzbischof von Magdeburg und den Suffraganbischöfen befohlen in den Diözesen die für den Heiligen Stuhl bestimmten Einkünfte von den nicht besetzten kirchlichen „Beneficien, Personaten, Dignitäten und Officien“ einzutreiben. Doch die Zustände in den Präpositerien Zeitz und Naumburg sowie den Archidiakonaten Pleißen und „Transmuldam“ waren geradezu katastrophal. Durch die kriegerischen Ereignisse und  zahlreicher Adelsfehden, die immer mit der Verwüstung der Dörfer des Gegners einhergingen, war das Land völlig verarmt. Dazu kamen Missernten gefolgt von Hungersnöten, was durch Übergriffe „kommunistisch“ lebender Räuberbanden noch verschärft wurde. Aber auch der Adel trug seinen teil dazu bei.. So plünderten die  Herren von Camburg und Tautenburg die Kirchensprengel Wethau und Casekirchen.

 

     Sep.  Gütererwerb beim Hof Vehra (Wolff)

Die Pfortenbrüder erwarben hier 5 Hufen und 10 Acker  mit Zubehör, Zinseinkünften, Hand und Halsgerichten für 84 Mark. Die Lehen waren dem Grafen von Gleichen aufgelssen worden. Den Verkauf bezeugten der Probst des Erfurter Liebfrauenklosters und der Magister von St. Peter zu Erfurt in deren Diözese die Güter lagen, sowie die Pfortenbrüder Konrad von Häseler, Albert von Kranichfeld, Johann von Naumburg und Albert von Tautenburg.    

 

               Belagerung und Eroberung der Eckartsburg (Rothe 639, Binhard, Döring).

Der Burgherr, ein Ritter Beringer von Scheidungen, ein Verwandter des Rudelsburger Kastellan Bertold von Scheidungen plünderte die Gegend zwischen Erfurt und der Neuenburg.  Daraufhin zogen ein Aufgebot der Erfurter mit Einwilligung des Landgrafen als Lehnsherrn vor die Burg. Bei der Belagerung. Mit dem Beschuss durch  eine „blide“ gelang die Einnahme der Burg. Beringer entkam mit knapper Not und die übrige Besatzung erhielt freien Abzug, da man sie wegen  fehlender  Vorräte nicht auf der Burg gefangen halten konnte. Ein hartes Schicksal erlitt das Schloss „Raspenberg“(Rastenberg), dass nach der Erstürmung dem Erdboden gleich gemacht wurde.

 

1321

  1. Mär. Bestätigung des Bischofs (Reg. 292).

Bischof Heinrich bestätigte die Übertragung von Äckern in der Flur Czebkur-Zäckwar seines Amtsvorgänger an die Pfortenbrüder.

 

      Mär. Erwerb eines Weinbergs bei Golmsdorf (Wolff)

Heinrich Schenk von Tautenburg genehmigte als Lehnsherr den Verkauf.

 

  1. Mai Verkauf der Vogtei in Gosserstedt (Reg. 293/294)

„Heinricus pincerna de Salecke, advocatus“ verkaufte dem Domprobst die Vogtei in superiori Gosserstete und inferiori Eckolstedte für 29 Mark Silber. Dies bezeugten Magister Johannes Pileatorius perpetuus vicarius Ecclesie Nuemburgensis, Conradus presbiter rector Ecclesie scti Othmari in Nuenburg, Strenui viri, Conradus dictus de Brizenicz et Hermannus de Wynecke armigeri, Wyckerus de Sulcze civis Nuenburgensis et plures alii fide digni.

 

              Gütererwerb in Döben und Hohendorf (Wolff)

Berthold und Dietrich von Isserstädt verkauften mit Einwillligung ihrer Familie den Pfortenbrüdern 1 ½ Hufen in Döben, die Albert von Bunscherowe im Afterlehen hatte und ½ Hufe in der Wüstung Hohendorf, mit den Hand- und Halsgerichten. Das Lehen hatten sie dem Quedlinburger Konvent resigniert.

 

       Aug. Bestätigung des Grafen von Schwarzburg (Wolff) 

In seinem Amt als Landfriedensrichter hatte er die Kaufurkunden über Güter in der Vogtei der Eckartsburg geprüft, zu der Lißingsdorff, Zebekur,Bennendorff, Popal, Rogehusin, Rodigsdorff, Dokewitz und Haßenhusin gehörten, die die Pfortenbrüder von der Äbtissin von Quedlinburg, dem Abt von Hersfeld  und den Grafen von Orlamünde zusammen mit den Gerichten und dem Kirchenpatronat erworben hatten. Dazu gehörten auch die Urkunden mit der Verzichtserklärung des Landgrafen Albrecht und der Zustimmung Markgraf Friedrichs, seines ältesten Sohnes.

Der Graf bestätigte die Rechtmäßigkeit des Erwerb und befahl dem Vogt, die Pfortenser in diesen Besitzungen nicht einzuschränken und mit Steuern zu belegen.  

 

1322

    Mai  Vergleich im Streit um den Zehnt der Fränkenauer Kapelle (Wolff)

Für die Kapelle, eine Filialkirche von Spielberg, bekam der dortige Pleban den Kirchenzeht. Nach dem Erwerb lösten die Pfortenbrüder den Zehnt ab und überließen dem Pleban als Ersatz eine Hufe in  Dokwitz-Taugwitz. Den Vergleich genehmigte der Probst Heinrich von Häseler als Patron der Spielberger Kirche. Zeugen  waren die Plebane von Rehehausen und Häseler. 

 

     Nov. Vergleich mit den Vizthumen von Apolda (Wolff)

Im Streit um die Nutzung eines Backhauses in Sachsenhausen (bei Weimar) einigte man sich darauf, die Nutzung im Verhältnis der Anteile an den Gerichten im Dorf zu regeln. Demnach bekamen die Pfortenbrüder 1 Teil, die Vizthume 3 Teile.  Zeugen waren  Prior, Kellner und Küster und ein Laienbruder, der Pleban von Apolda und der Kastellan Bernhard Spiegel.

 

             Privileg des Erzbischofs von Magdeburg (Wolff)

Die Pfortenbrüder durften bis zu einem Wert von 2 Mark Salz, Fische, Honig, Wachs, Felle, Leder, Seife und Pech für den eigenen Bedarf auf dem Markt zu Halle zollfrei kaufen. Zuständig für die richtige Berechnung war der Salzgraf. Damit wurde das Privileg von 1254 erneuert.      

 

             Ende der Pfalzgrafschaft Sachsen (Allg. Gesch.)

Mit dem Tod des letzten Pfalzgrafen aus der Linie der Welfenherzöge  endet  die Pfalzgrafschaft als territorial eigenständige Einheit. Es verbleibt das Amt Allstedt mit dem Landgrafen als Oberlehnsherren.

 

1323

             Verzicht auf das Kirchenpatronat  in Rudersdorf (Wolff)

Dietrich von Raspenberg (Rastenberg), dass er auf alle Rechte an dem 1315 den Pfortenbrüdern verkauften Patronat verzichtet. Das bezeugten Rudolf von Kannawurf, Heinrich von Monra, Heinrich Marschall von Gosserstedt, und Ludwig von Sulza.

 

            Verzicht auf die Güter in Tauschwitz (Wolff)

Die Orlamünder Grafen verzichteten auf alle Ansprüche auf die Güter, die ihr Großvater, der Graf von Rabenswalde den Pfortenbrüdern verkauft hatte und überließen ihnen außerdem die Fähre über die Saale. Dafür zahlten die Pfortenser 80 Mark Silber.          

 

              Tausch ders Kirchenpatronats in Tauschwitz (Lepsius, Wolff).

Der Konvent des Klosters St. Georg überließ den Zisterziensern mit Genehmigung des Bischofs das jus patronatus und die Einkünfte der dortigen Kapelle. Das Dorf war „durch frevelhafte  Räubereien und Drangsale dergestalt verwüstet worden, daß kaum noch ein bewohnbares Haus da anzutreffen sei.“  Zum Patronat gehörten der Zehnt, Äcker, Höfe und Wald, das bislang dem Pleban von Klein-Jena zustand. Als Ersatz bekam er in Kleinjena eine Hufe, die die Pfortenbrüder für 15 Mark erworben hatten. Da Tauschwitz dem Bistum Mainz angehörte, war die Einwilligung der Diözese Erfurt erforderlich.

 

1324

     Apr. Gütererwerb in Porstendorf (Wolff)

Die Schenken von Dorndorf bewilligten den Verkauf einiger an den dortigen Klosterhof angrenzenden Äcker, die Heinrich von Golmsdorf den Pfortenbrüdern für 30 Mark überlassen hatte.zeugen waren der Pleban von Dornburg, Heinrich und Albert von Gebesee, Johann von Holzhausen, Heinrich von Sachsenhausen, Kastellane vom Gleißberg (Burg Kunitz), die Brüder Heinrich von Halle, Friedrich von Weißensee, Konrad von Heseler und die Laienbrüder Johannes von Bachra, Johann von Eckstädt und Heinrich von Schönewerda.

Danach verzichteten die Burgherren von Gleißberg für 4 Mark auf ihre Ansprüche an den Äckern.

 

           Schenkung von Gütern in Lasan (Wolff)

Die Marschälle von Sulza, Holzhausen und Gosserstedt schenken den Pfortenbrüdern 1 ½  Hufe, die Gelfrad, Otto, und Berthold von Laucha sowie  Friedrich und Wilhem von Pleismar, Burgmänner zu Häßler zum Lehen hatten.

 

             Gütererwerb in Taugwitz (Wolff)

Die Grafen von Beichlingen bezeugen, dass sie 1 ½ Hufen, die ein Schönburger Kastellan zum Lehen hatte, den Pfortenbrüdern überlassen hätten. 

 

  1. Juni Bischof Heinrich (I.) v. Grünberg bestätigt die Stiftslehen (WEI Nr. 4691).

Landgraf Friedrich der Freidige war 1323 verstorben, sein Sohn Friedrich (II. der Ernsthafte) war noch minderjährig. Die Vormundschaft übernahmen seine Mutter, die Gräfin von Arnshaugk, gemeinsam mit Graf Heinrich IX. von Schwarzburg und nach dessen Tod mit Heinrich II. Reuß von Plauen. Heinrich von Grünberg (1316-1335) bestätigte dem Landgrafen die Stiftslehen und der  bestätigte dem Bischof das Patronat und die Unantastbarkeit des bischöflichen Besitzes.

Gleichzeitig wurde verlobte sich Friedrichs mit der Tochter König Ludwigs, eines Wittelbachers. Als Mitgift kam das Pleißenland (Altenburg, Chemnitz, Zwickau) wieder an die Wettiner.

 

      Dez. Zollerlass für die Flemminger Bauern (Wolff)

Dem Dorf, dass den Pfortenser Gerichten unterstand, wurde die dem Bistum zustehe Abgabe für Waren die auf dem Naumburger Markt verhandelt wurden, gegen die Zahlung einer jährlichen Pauschale erlassen.

 

1325

            Gütererwerb in Henschleben (Wolff)

Eberhardt von Straußfurth bewilligte den Verkauf von zwei Wiesen seines Lehnsmannes Konrad Eisenhut an den Aufseher des Klosterhofes Vehra für 8 Mark.

 

            Gütererwerb in Hassenhausen (Wolff)

Die Herren von Tannroda verzichten zugunsten der Pfortenbrüder auf 4 Hufen, die ihr Lehnsnehmer Eckard von Sulza verkauft hatte. Darüber hinaus verzichteten sie auf 1 ½ Hufen un Döben und eine Hufe in Pomnitz, die Heinrich von Balgstädt den Pfortenbrüdern verkauft hatte.

Durch die Flur von Groß- und Klein Döben verlief die „Strata Regia“ die Königsstraße, deren Benutzung für die Käufer kostenfrei war, allerdings beschränkte sich das auf den Teil innerhalb der Döbener Flur. Außerhalb der Dorfflur mussten auch die Pfortenser das Erfurter Geleit an den jeweiligen Vogt entrichten.  

 

1326

     Nov. Bestätigung des Erwerbs in Hassenhausen (Wolff)

Konrad von Tannroda bestätigte die Rechtmäßigkeit  des Tausches von 7 ½ Hufen zwischen Otto Burggraf von Kirchberg und den Pfortenbrüdern.

 

1327

    Apr. Erwerb von Gütern in Sachsenhausen b. Weimar (Wolff)

Die Pfortenbrüder, die bereits ¼ der Güter der Vizthume von Apolda erworben hatten, kauften ihnen die übrigen  ¾ samt Höfen, Häusern und Zubehör, den hohen und niederen Gerichten und dem Kirchenpatronar für 170 Mark (rd. 38 kg Silber) ab. Zeugen waren der Pleban von Apolda, Tammo von Wickerstedt, Kunemund von Stotternheim, Vogt in Eckartsberga, sowie die Buttelstedter  Kastellane  Heinrich von Flurstedt, Konrad von Sömmerda.

Für die Genehmigung der Lehnsübertragung erhielten die Burggrafen von Kirchberg 30 Mark Silber. Letztlich bestätigte auch der Landgraf die Rechtmäßigkeit des Verkauf, womit man möglichen späteren Ansprüche der Lehnsherren und Lehnsnehmer abwehren wollte.

Nach dem Verkauf erklärten die Pfortenbrüder, da sie den vereinbarten Kaufpreis nicht allein aufbringen konnten hätten sie sich mit den Afterlehnsleuten, den Kastellanen von Buttelstedt verständigt, dass diese sich am Kaufpreis beteiligen und dafür von den Pfortensener in ihren Lehen bestätigt wurden.

 

             Tausch der Hechendorfer Mühle (Wolff)

Auf Bitten des Abtes und des Aufsehers des Klosterhofes, überließen die Grafen von Orlamünde-Weimar den Pfortenbrüdern die dortige Mühle  mit allen rechten und der Fischerei im Mühlgerinne. Dafür erhielten sie von den Pfortenbrüdern einen Hof in Wiehe und zwei Höfe in Garnbach.

 

              Grunderwerb in Töttleben b. Erfurt (Wolff)

Der Graf von Gleichen genehmigte den Verkauf von Gütern, mit denen er Erfurter Büüger belehnt hatte.

 

1328

             Gütererwerb in Auerstädt und Pomnitz (Wolff)

Kunemund von Stotternheim verkaufte den Pfortenbrüdern die Zinseinkünfte seiner dortigen Lehen, die er dem Landgrafen aufgelassen hatte. Die landgräfliche Einwilligung bezeugten Graf Günther von Schwarzburg und Heinrich Reuß d. J. Vogt von Plauen.  

 

  1. Apr. Gütererwerb in Sachsenhausen bei Weimar (UB Nr. 534, 540, 541).

Die Burggrafen von Kirchberg verkauften 2 Hufen, die ihnen die Schenken Heinrich (d. J.) und Rudolph von Saaleck im Einverständnis mit  „domine Margerete uxeri patri nostri Heinrici pincerne de Salecke“, der Witwe des Schenken Heinrich (d.Ä.) resigniert hatten und verzichteten auch für die bisher verkauften Güter und Einkünfte auf jegliche Ansprüche.

Mit einer der verkauften Hufe wurden die Schenken von Saaleck von den Pfortenbrüdern wieder belehnt.

 

  1. Juni Kaufvertragsabschluss in Pforte (Reg. Nr. 337).

Graf Heinrich v. Beichlingen verpfändete dem Naumburger Bischof Heinrich eine Saline (Salzwerk) in Frankenhausen, ließ sich aber damit wieder belehnen.

 

      Okt. Gütererwerb in Mölsen b. Erfurt (Wolff)

Die Herren von Isserstädt verkauften eine Hufe, mit der die Erfurter Bürger Heinrich von Saaleck und Johann von Greußen belehnt waren,  für 2 Mark und ein Fuder Wein. Die Lehnsnehmer wurden den Pfortenbrüdern zugewiesen.

 

              Gütererwerb in Henschleben (Wolff)

Friedrich und Burkhardt von Heringen verkauften ihre Lehnsgüter samt Zubehör und Gerichten für 10 Mark. Zu den Zeugen gehörten Bruder Konrad Eisenhut, Aufseher des Klosterhofes Vehra, Dietrich von Magdala, Aufseher des Klosterhofes Osforde (bei Memleben) und Heinrich von Gehofen, Aufseher der Meierei zu Pforta. Die Afterlehnsnehmer wechselten zu den Pfortenbrüdern. 

 

1329

  1. Feb. Bischöfliche Urkunde (Reg. 340).

Bei den Auseinandersetzungen zwischen der Stadtarmut und dem Stadtrat von Naumburg vermittelten die bischöflichen Ministerialen Milites Rudolfus de Bunowe und  Hermannicus et Hinricus de Drutzin, dessen Sohn 1344 vom Bischof mit der Vogtei der Burg Saaleck belehnt wurde. 

 

  1. Juni Regalienbrief König Ludwig des Bayern (Allg. Gesch.)

Vogt Heinrich Reuß von Plauen,  Weida und Gera wurde in den Stand eines erblichen Reichsfürsten erhoben.

 

  1. Dez. Schutzbündnis zu Grimma (DD 2539).

Bischof Heinrich und Landgraf Friedrich II. schworen sich gegenseitigen Beistand.

 

1330

  1. Jan. Schenk Rudolph d. J. von Saaleck (Dom-Reg. 353, 359, 363, 364, 371).

Als thesaurar (Schatzmeister) und custos bekleidet er hohe Laienämter des Domkapitels.

 

1331

     Jan.  Gewährung der Zollfreiheit in der Diözese Magdeburg (Wolff)

Das bislang für Halle geltende Privileg galt nun für alle dem Erzbischof gehörenden Städte, Dörfer, Burgen und Schlösser. Befreit von allen Zöllen, Geleiten und Abgaben beim Kauf und Verkauf waren Wein und Getreide, Pferde und Vieh, Leder, Fische, Heringe, Felle, Spezereien, Wachs, Seife, Butter und Talg, soweit diese in den Klostergütern hergestellt bzw. für den eigenen Bedarf erworben wurden.

 

  1. Feb. Burglehen von Heuckewalde (Dom-Reg. 365, 366).

Miles Hermannus de Druyczschin erwarb für 300 Schock Prager Groschen das bischöfliche Lehen mit der Gerichtsbarkeit und übrigen Zubehör.

 

1332

             Strafexpedition gegen Straßenräuber an der Unstrut (Rothe 658, Döring).

Landgraf Friedrich (II.) wandte sich gegen adlige Wegelagerer, wie die von Bayernaumburg und den Kastellane der Neuenburg. Er forderte die Herausgabe gestohlener Handelsgüter und die Freilassung der Gefangenen. Wer dem nicht nachkam, dessen Burg wurde geschleift. Dabei kritisierte Rothe die Untätigkeit des Naumburger Bischofs, weil sich auch bischöfliche Lehnsleute  an den Räubereien beteiligten und kaum die  Strafe ihres Oberlehnsherren zu befürchten hatten.

 

1333

  1. Feb. Die Lobdeburger verpfänden ihren Besitz den Schwarzburger Grafen (Allg. Gesch.)

Die im Oberlehen des Wettiner stehende Leuchtenburg, Kahla und Roda kamen an die Schwarzburger.  

 

  1. Aug. Gütererwerb in Altenburg-Almrich (UB 552, Wolff).

Bischof Heinrich und der Konvent überließen den Pfortenbrüdern Lehen, mit denen der Burggraf von Meißen belehnt war und die er Naumburger Bürger als Afterlehen vergeben hatte. Allerdings behielt der Bischof die Gerichtsbarkeit. Die Überlassung bezeugten die Zeitzer Domherren und der Ritter Hermann von Droitzen. Wegen etlicher Unstimmigkeiten zwischen dem Bistum und dem Burggrafen liess dieser erst drei Jahre später das Lehen auf und verzichtete auf alle Ansprüche.

 

  1. Sep. Verpflichtung zum Schutz der Diözese (Dom-Reg. 386, 387,389, 390)

Heinrich der Ältere, Vogt von Plauen und sein Sohn, die Herren von Waldenburg sowie  Fritsche von Schonenburg, Herr zu Crimmitschau schworen dem Bischof Schutz und Unversehrtheit der bischöflichen Güter und erklärten sich bereit, den Befehlen der bischöflichen Hauptleute Hermann von Droitzen  und Ludwig von Sylewitz zu gehorchen.

 

  1. Sep. Anordnung zur Ausrüstung von Reisigen und Fußvolk. (Dom-Reg. 391).

Zum Schutz der Diözese und des Stifts vor dem um sich greifenden Räuberunwesen wurde von  den Stiftsuntertanen Abgaben zur Ausrüstung einer bischöflichen Streitmacht erhoben.

 

  1. Dez. Schutzbündnis gegen den Landgrafen (DomStA NMB Nr. 347/350).

Wegen der Bestrebungen des Landgrafen Friedrich des Ernsthaften, die Privilegien des thüringischen Adels einzudämmen, verbündeten sich die Vögte von Plauen, die Grafen von Orlamünde-Weimar, Schwarzburg und Beichlingen, der Burggraf von Leisnig, die Herren von Schönburg und Waldenburg, die Städte Erfurt und Mühlhausen und die Herren von Lobdeburg. Später schlossen sich die Burggrafen von Kirchberg und die Herren von Kranichfeld, Heldrungen und Blankenhain sowie  Bischof Heinrich an. 

 

1335

  1. Juni Anrufung eines Schiedsgerichts im Streit mit dem Landgrafen (DD 2697)

Federführend war hierbei Bischof Heinrich, der jedoch kurz darauf starb, noch bevor im Oktober  ein Waffenstillstand ausgehandelt wurde.

 

             Unterschutzstellung des Klosters (Wolff)

Wegen der Unruhen hatten Abt und Konvent König Ludwig den Bayern um Schutz gebeten, was dieser ihnen für das Kloster und sämtliche bisher erworbenen Güter auch bestätigte.

 

1336

  1. Jan. Weißenfelser Treuegelöbnis Bischof Withegos (DD 2715).

Der Nachfolger Bischof Heinrichs, Withego von Ostrau (bis 1348) stellte sich nach dem Friedensschluss von Eisenach wieder auf die Seite des Landgrafen, bestätigte ihm alle Stiftslehen in der Diözese. Auch den Pfortenbrüdern und deren Güter gewährte er seinen Schutz und untersagte seinen Vögten und Beamten jegliche Eingriffe in die Klosterprivilegien.

 

  1. Feb. Bestätigung der Privilegien des Schenken von Nebra (Dom-Reg. 406).

Landgraf Friedrich der Ernsthafte bestätigte dem späteren Bischof und derzeitigen Dekan Rudolfus dictus Pincerna de Nebir (Nebra), die ihm von bereits von seinem Großvater dem Landgraf Albrecht verliehenen Güter und Gerechtsame.

 

1337

              Schenkung des Heinrich von Steudnitz (Wolff)

Die Schenkung von 1 Hufe bewilligten als Lehnsherren die Schenken von Dornburg. Der jährliche Zins sollte dem Hospital der Pfortenbrüder zufließen. Zeugen waren die Camburger Kastellane Johannes von Beuditz, Apetz von Gebesee, Konrad und Eckehard von Gosserstedt und Thimo von Tümpling.

 

1338

  1. Nov. Erlass einer Landfriedensordnung (Mägdefrau).

Damit hatte der Landgraf ein Instrument um gegen diejenigen vorzugehen, die gegen die Ordnung verstießen oder sich nicht dem  Spruch der Landfriedensrichter unterwarfen.

 

1339

            Verkauf des Frankenhausener Salzwerkes (Sondershäusener Urk.-Reg.  565).

Die Grafen von Beichlingen überließen den Salzbrunnen den Grafen Günther und Heinrich von Schwarzburg für 7000 Mark Silber. Dagegen intervenierte der Landgraf, der als Lehns- und Landesherr die Salzregale für sich beanspruchte.

 

            Übergabe der Güter in Sachsenhausen (Wolff)

1327 hatte die Pfortenbrüder die dortigen Güter den Vizthumen von Apolda abgekauft und die Kastellane von Buttelstedt, die einen Teil des Kaufpreises beisteuerten, damit belehnt. Nunmehr verkauften diese ihre Lehen den Pfortenbrüdern für 70 Mark Silber, womit das Dorf fast  vollständig in deren uneingeschränkten Besitz war.

 

1340

  1. Feb. Der Deutsche Orden übernimmt den Stammsitz der Schenken in Vargula (Allg. Gesch.).

Während die Stammlinie der Schenken von Vargula endete, blieben die Nebenlinien Saaleck, Tautenburg, Dornburg und Nebra.

 

1341

             Belagerung und Erstürmung Nebras (Rothe 667, Binhard).

Die von Rothe geschilderten Ereignisse standen offenbar mit dem Ausbruch der Thüringer Grafenfehde im engen Zusammenhang. Nebra war ein Lehen der Querfurter Grafen, die sich der Fronde gegen Landgraf Friedrich angeschlossen hatten.  

 

1342

  1. Mär. Bischöfliche Urkunde (Dom-Reg.436).

Hier urkundete „miles Otto dictus Spigel“ Ministeriale des Landgrafen und einer der Kastellane der Rudelsburg.

 

  1. Mär. Urkunde über eine Testamentsvollstreckung (Dom-Reg. 437).

Das Testament des 1340 verstorbenen Dekans Rudolf Schenk von Nebra beurkundeten Rudolfus, prepositus ecclesie Sulcensis und Theodoricus vicedominus de Appoldia, Nachkommen der Schenken,  die in Apolda und Sulza geistliche bzw. Verwaltungsämter inne hatten.

 

  1. Sep. Arnstädter Bündnis - Beginn der Thüringer Grafenfehde (Allg. Geschichte)

Landgraf Friedrich hatte am 23. April einen Teil der Grafschaft Orlamünde von der   osterländisch-meranische  Grafenlinie erworben. Daraufhin verbündeten sich in Arnstadt die Linie  Weimar-Orlamünde mit den Grafen von Schwarzburg und Hohnstein.  Dem Bündnis schlossen sich der Erzbischof von Mainz, die Vögte von Plauen, die Herren von Jechaburg, Schönburg und Salza an. Letztere fielen in  Erfurter Gebiete ein, daher stellte sich Erfurt an die Seite des Landgrafen. Ihre Aufgebote zerstörten die den Grafen von Orlamünde-Weimar gehörenden Burgen zu Heßler, Vippach und  Wiehe.

 

Thüringer Flut (Rothe 668).

Saale und Werra traten nach heftigen Niederschlägen über die Ufer und rissen alles mit sich fort. Dabei wurde im „Chronicon St. Petri Erfordium“ die Brücke von Wenzindorff erwähnt, die ebenfalls den Wassermassen zum Opfer fiel.

 

1343

  1. Mai Würzburger Frieden (Schöttgen, Diplomataria Bd. 1).

Unter Vermittlung des Kaisers kam ein Vergleich zustande. Die Orlamünder erkannten den Landgrafen als Oberlehnsherren an und den Schwarzburgern wurde der Besitz von Frankenhausen bestätigt. Am 14. Dezember schloss Friedrich mit den Vögten von Plauen einen Separatfrieden, die ihn ebenfalls als Oberlehnsherren anerkannten und dafür mit  dem Vogtland belehnt wurden.

 

  1. Okt. Wechsel des Dornburger Lehens (Schöttgen Diplomataria Bd. 1)

Nachdem die Grafen von Hohnstein ihre Lehen den Grafen von Schwarzburg überlassen hatten, verkaufte Schenk Heinrich von Dornburg sein Afterlehen für 1000 Schock Groschen und erwarb  den Gleißberg (Kunitz) auf der anderen Saaleseite. Als dann noch die Schenken Heinrich und Dietrich ihre Lehen in Dornburg sowie in Zimmern, Flurstädt und den beiden Dörfer Trebra den Schwarzburgern verkauften, intervenierte Landgraf Friedrich. 

 

  1. Dez. Überlassung des Kirchenpatronats in Sachsenhausen (UB Nr. 560).

Die Brüder Konrad, Rudolf und Heinrich, Schenken und Herren auf Saaleck (pincerne et domini in Salecke) verzichteten auf den Rat ihres Stiefvaters, des Marschalls Heinrich von Gosserstedt, zu Gunsten der Pfortenbrüder auf ihren Anteil am Patronat und schenkten ihnen eine halbe Hufe. Zeugen waren neben Marschall Dietrich einem Stiftsherrn von St. Severi zu Erfurt, die Pfortenbrüder Dietrich von Brembach, Heinrich von Sömmerda und Werner von Nausitz.

 

1344             

     Jan. Unterschutzstellung des Klosters (Wolff)

Landgraf Friedrich erklärte in Pforta die Freiheit und Immunität des Klosters und befahl den Vögten von Eisenberg, Weißensee, Buttelstedt, Neumark, Eckartsberga, Nebra, Freyburg und Weißenfels den in diesen Vogteien gelegenen Besitz von  jeglichen Frohnen, Zöllen, Geleiten und Steuern zu verschonen.   

 

  1. Feb. Verkauf von Burg und Dorf Saaleck (Dom-Reg. 439).

Die Brüder „Conzce, Rudolf und Henich, Schenken zu Salecke“ verkauften das Burglehen mit den Gerichten für 700  Schock Zahlgroschen dem Bischof Withego. Neben dem „Schloß und Stadt“ Saaleck innerhalb der Mauern, die Häuser um den Kirchhof und das Fischerhaus, gehörten die Vogtei über „Bunscherowe, Lachstete, Dobene, Ridichin, Wenyngen Heringin“ dazu. Die Geleiteinnahme die Fischerei, die Mühle und alles was nicht ausdrücklich im Kaufvertrag erwähnt wurde, behielten die  Schenken. Zum Schluss dieser in deutsch abgefassten Urkunden heißt es:  „Dirre Rede sint getzuge die Erbarn unde Fromyn Lute Wolfhard, Probist zcu Sante Mauricien, Herr Dithrich der Tumherre zcu Sante Sever zcu Erford, unde Heinich sin Bruder, die Marschalce von Gossirstete unde Henich von Snoydicz, die ir Insigile gehangin habein an dissen Briv mit der vorgescribin Schenckin Insigile, die da miteynanderr Kunczin des Eltern Schenckin Insigile gebruchin, 1344 an deme Dunristage vor deme Suntage als man singgine Esto mihi.“

Die Burg kam als Lehen an Johann von Drutzen (Droyßig), dessen Vater  Hermann mehrfach in bischöflichen Urkunden genannt wurde (NUB 400, 411, 853, Reg 298 ff). Die Rudelsburg ohnehin bischöfliches Oberlehen verblieb im Lehen des Landgrafen.

 

1345

  1. Apr. Frieden zu Dresden ( Allg. Gesch.)

Graf Friedrich von Orlamünde erkannte den Landgrafen als Oberlehnsherrn an und wurde mit Orlamünde rückbelehnt. Die Gebiete nördlich von Weimar bis zur Finne fielen 1365 mit dem Ende der Linie Weimar-Orlamünde, endgültig an den Landgrafen.

 

      Juni Gütertausch in Wethau (Wolff)

Die Pfortenbrüder tauschten mit der Vikarie  St. Kilian mit Einverständnis des Bischofs Withego 2 ½ Hufen in Wethau, mit einem jährlichen Etrag von 2 ½ Mark gegen 3 Hufen in der Flur von Tauschwitz mit Höfen, Weinbergen und Wald. 

 

  1. Juli Friedensschluss zu Weißenfels (Allg. Gesch).

Nachdem Friedrich die seit 1333 den Schwarzburgern gehörende Burg Kahla eroberte und fünf Wochen Dornburg belagert hatte, kam ein Frieden zustande. Die Schwarzburger verzichteten auf das Amt Kahla und bestätigten Friedrich die Stiftsvogtei über Saalfeld und den Besitz von Jena. Dafür blieb ihnen Dornburg, dass sie 1358 gegen Sondershausen eintauschten. 

Friedrich hatte sich mit den Grafen von Weimar-Orlamünde, Hohnstein, Gleichen und Beichlingen, den Vögten von Plauen,  den Herren von Heldrungen versöhnt und mit der Mark Meißen, dem Pleißenland und der Pfalzgrafschaft  gebot er über das größte  zusammenhängende Territorium auf deutschem Boden. Dazu kam das Patronat der Bistümer Naumburg, Merseburg und Meißen, das Patronat der Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen und mit Einschränkungen auch von der zum Erzbistum Mainz gehörenden Stadt Erfurt.

 

            Gütererwerb in Vehra (Wolff)

Dietrich von Weringhausen verkaufte 1 Hufe mit Tzubehör mit Einwilligung seines Lehnsherrn, dem Abt von Hersfeld. Allerdings behielten die Hersfelder das Oberlehen und bekamen dafür von den Pfortenbrüder jährlich ein Pfund Wachs. 

 

            Erwerb von Zinseinkünften in Lißdorf (Wolff)

Die Lehnsnehmer, die mit dem Verkauf der Güter der Gosserstedter und Holzhausener Marschälle von den Pfortenbrüder übernommen wurden, verkauften die Zinsen die ihnen die  Afterlehnsleute entrichteten.

 

1346

     Mär. Landerwerb von den Schenken in Sachsenhausen (UB Nr. 567).

Rudolf und Heinrich,  Schenken von Dornburg verkauften 1 Hufe iund verzichteten für sich und ihre Erben auf sämtliche Ansprüche.

 

  1. Sep. Vermittlung des Saalecker Vogts Johann v. Droitzen (Lepsius Kl. Schriften, Hoppe 21).

Der Streit zwischen „Tone, Ecke unde Hence bruder genannt von Tumplink“ und „Johns von mucheln unde concen von wiethausen dy dazu mal  ratesmeister waren“ konnte durch einen Vergleich beigelegt werden, den  „Otte Spigel, fritze von der Moil, Merretich von Glyna  und conce von bresenitz“ bezeugten. Auche einen anderen Streit zwischen dem Rat und den Herren von „Kervenberg“ und von „Dorenburg“ schlichtete „Johan von Drutzinfrit zu Salecke“.

 

1347              

  1. Apr. Vergleich zwischen Landgraf Friedrich und Günther von Schwarzburg (Allg. Gesch.).

In Eisenach trafen sich der Landgraf und der 1349 zum deutschen König gewählte Graf Günter XVII. Nach Schöttgens „Diplomatica“ Landgraf Friedrich der Ernsthafte erklärte sich bereit, die Einfuhr und den Verkauf von halleschen Salz im Pleißenland westlich der Mulde zu unterbinden und dafür die Einfuhr von Frankenhausener Salz zu gestatten.  Die Salzfuhrleute sollten dazu von Wiehe kommend ihren Weg über die „Wantzendorffer“ Brücke weiter nach Naumburg und Weißenfels nehmen. Als Gegenleistung für die Gestattung des Salzhandels erhielt der Landgraf  von allen Wein- und Kornfuhren, die den Frankenhausener Zoll passierten den dritten Pfennig.

Außerdem wurde vereinbart, dass die Landstraße von Frankenhausen über die Wenzendorfer Brücke bis ins Pleißenland gebührend beschützt und unterhalten wird. Eine Brücke über die Unstrut bei „Bretla“(Bretleben) sollten die Schwarzburger auf eigene Kosten errichten.  

Die Salzfuhrleute mussten einen Salzzoll entrichten, der am Salztor erhoben wurde (s.a. Salzstraße, Salzgasse). Die Erhebung oblag bischöflichen Bediensteten, die einen Teil für den eigenen Küchenbedarf behielten, einen Teil der Bürgerschaft verkauften und aus den Erlösen die  Unterhaltung der Saalebrücke und des Fahrweges im Stiftsgebiet bestritten (s.a.  Notizen des Sixtus Braun in Naumburger Annalen, Köster 1892).

Bald schon wurde die Wenzendorfer Brücke auch für andere Fuhrleute freigegeben, wie die Waidhändler aus dem nordthüringischen Raum, die zur Naumburger Messe fuhren und als  Rückfracht das in ganz Thüringen beliebte Naumburger Bier mitnahmen. Der übrige Fernhandel blieb auf der Via Regia, für die das Erfurter Geleit galt.

 

              Gütererwerb in Roßbach (Wolff)

Heidenreich von Roßbach verkaufte seine 2 Acker  an der Saale für 11 Schock Groschen unter Einräumung eines Rückkaufs zum gleichen Preis binnen 4 Jahren.

 

1348

  1. Mär. Schlichtungsverhandlungen (Wiessner, Germania sacra).

Die Verhandlungen zwischen dem Naumburger Rat und bischöflichen Ministerialen zur Beilegung verschiedener Streitigkeiten fanden in Zeitz, Eisenberg und im Kloster Pforte statt. Bei einem der Treffen in Weißenfels war auch der Landgraf anwesend.

 

  1. Apr. Belagerung und Erstürmung der Rudelsburg (Lepsius Kl. Schriften).

Hinweise auf diese Ereignis finden sich weder in den thüringisch-sächsischen Chroniken (Rothe-1421, Spalatin, Binhard-1613, Döring 1848, Phillipp: Geschichte des Stifts Naumburg-Zeitz, J. Bürgers Annales, noch in den Archiven des Domkapitels, obwohl zahlreiche andere Burgen der näheren Umgebung die zu Beginn des 14. Jahrhunderts im Zuge der Bekämpfung des Räuberunwesens und bei der Durchsetzung des Landfriedens gestürmt und zerstört wurden, in den zeitgenössischen Chroniken Erwähnung fanden zumal der Naumburger Bischof Oberlehnsherr und der Landgraf Lehnsnehmer, der die Burg mit zahlreichen Kastellanen bemannt hatte. Ein derartiges Unternehmen hätte sicherlich unter den Zeitgenossen entsprechendes Aufsehen erregt.

Doch dieser Vorgang wurde erst in neuerer Zeit publik. Carl Peter Lepsius, Ende des 17. Jahrhunderts Gerichtsherr der Schönbergschen Gerichte zu Kreipitzsch und Rudelsburg, dann Stadtrichter in Naumburg und seit 1816 Landrat des Kreises beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte des Kreises und der Stadt Naumburg. Bei der Sichtung alter Unterlagen, stieß er auf eine Ratskämmerei-Rechnung, in der es hieß: „Item feria quinta in passione divivimus ad expeditionen super Kurtefrunde et pincerna de Tutenburg consumsimus XV gs. in vigilia Georgii ivimus in Rothelvesberg p. destructionem“. Frei übersetzt – gab es einen Zug gegen einen Kurtefrund und den Schenken von Tautenburg, bei dem die Rudelsburg zerstört wurde. Lepsius datierte die Notiz in das Jahr 1348, ging jedoch weder auf das Geschehen noch auf die Umstände ein. 1892 veröffentlichte der San.-Rat Dr. Köster die „Naumburger Annalen des Sixtus Braun“. Doch auch der von 1592 bis 1613 als Bürgermeister tätige Braun erwähnte dieses für die Stadtgeschichte doch bedeutsame Ereignis mit keinem Wort. Nur der Stadtschreiber Nikolaus Krottenschmidt (gest. 1561) merkte in seinen Aufzeichnungen beiläufig an, dass der „Rhat das Schloß Rudelsburch destruieren und zerstören helfen“.

1977 veröffentlichte die LDZ  (16. Juli Teil I bis 27. Aug. Teil V.) einen Beitrag, der die Erstürmung der Burg kritisch beleuchtete. Der Verfasser schrieb: „Eine wirklich kriegerische Fehde läßt sich nur einmal aus den Kämmereirechnungen … konstruieren. Im Jahre 1348 als Tycze von mercvicz und henze eldeste, d.h. Dietrich von Merwitz und Heinrich d. Ä. Bürgermeister waren, lag der Rat im Rechtsstreit mit einigen Edelleuten der Umgebung…. Es sind die Zehrkosten notiert, die sich während der langwierigen Verhandlungen auf dem Rathaus, in Schkölen und Eckartsberga zwischen dem Rat und einem Edlen mit dem auffälligen Namen Kurtefrund und dem Schenken von Tautenburg, den Herren von Dornburg, von Käfernberg und von Tümpling ergaben. Dazu kamen die Kosten für drei Ritter und einige Männer von der Partei der Käfernberger und Kurtefrunds, die im Rathaus gefangen saßen, sowie drei Leichenbegängnisse. Zunächst scheinen die Worte ganz einwandfrei einen ausgedehnten Kriegszug anzudeuten, den die Stadt gegen fünf Rittersitze unternahm und der zur Erstürmung von drei Burgen führte. Doch…Naumburg war keine (freie) Reichstadt … dies  blieb nur dem weltlichen Schirmvogt des Bistums dem obersten Kriegsherrn, den Landgraf.“

Dem Rechtsstreit folgte die „destructionem“ der Rudelsburg, angenommen, ohne dass es dafür gesicherte Belege gab.

Sicherlich hatten die Rudelsburger Kastellane, wie viele andere auch ihren Lebensunterhalt durch Raub und Plünderung aufgebessert, wie das schon aus der Schilderung des Bischofs über die  Zustände in den Dörfern der Diözese hervorgeht (s. 1320). Und auch Überfälle auf Handelsleute, die zur Naumburger Messe wollten, dürften zum Unmut des Bischofs und der Bürger beigetragen haben.

Üblicherweise versuchte man sich in derartigen Fällen zu vergleichen, ein kostspieliges und auch unsicheres Unternehmen, wie die Belagerung einer landgräflichen Burg durch ein städtisches Aufgebot wäre außergewöhnlich, das leisteten sich nur die Reichsstädte im Verein mit dem Landesherren. Wiessner (Germania sacra) der sich hier auf Borkowsky bezog, meinte dagegen, dass der auf Ausgleich bedachte Bischof Withego den Bürgern freie Hand gelassen habe, gegen die Burg vorzugehen. Der energische Johann von Miltitz, dem ein militärisches Vorgehen eher zuzutrauen war, wurde erst im Oktober 1348 zum Bischof geweiht. Fraglich ist auch, weshalb die Ministerialen der Burg Saaleck, die ja seit 1344 bischöflicher Besitz war, dem Unwesen der Rudelsburger Einhalt geboten haben, zumal der Burgherr von Droitzen im Rang eines bischöflichen Hauptmannes stand und bei den bisherigen Differenzen zwischen dem Kurtefrund, den Tautenburgern und den Tümplingern einerseits und den Bürgern von Naumburg stets vermitteln konnte.

Doch die von Lepsius in seinen „Kleinen Geschichten“ veröffentlichte Vermutung war dann der eigentliche Anstoß zur Legendenbildung, das mit „Minna von Rudelsburg“ im Zuge der romantischen Burgenschwärmerei begann und mit Paul Schreckenbachs Roman „Die letzten Rudelsburger“ seinen Höhepunkt erreichte.

Folgt man diesem Roman so hatte die Bürgerschaft, der Überfälle der Rudelsburger auf die Handelswege überdrüssig, zu den Waffen gegriffen und sich unter Führung des bischöflichen Vogtes von Saaleck aufgemacht, um die Rudelsburger zu vertreiben. Die Beschießung habe nur 5 Tage gedauert, dann fielen die Mauern und die Burg wurde im Sturm genommen. Das Hauptverdienst kam dabei einem Büchsenmeister zu, der für viel Geld angeworben, mit seinem Feuerinstrument die Mauern zum Einsturz brachte.

Wohl kannte man seit den Kreuzzügen solche Instrumente, belegt ist ihr Einsatz bei der Belagerung von Cividale im Jahr 1331 und nördlich der Alpen in der Ritterschlacht von Crecy im Jahr 1346. Die ältesten Funde aus Thüringen stammen aus dem letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts. Das Kaliber der aus Eisen gegossenen Rohre war so klein, dass man damit weder Steine noch Eisenkugeln verschießen konnte, sondern Lanzen mit denen man aber keine Mauern zum Einsturz brachte. Die Schußfolge belief sich auf 3 Schuss pro Tag bei guten Büchsenmeistern. Der Einsatz hatte daher eher moralische Wirkung. Als Mauerbrecher nutzte man Steinschleudern, sogenannte Bliden, deren Antransport und Aufbau gerade im bergigen Gelände äußerst umständlich und zeitraubend war. Wirkungsvoller war der Einsatz von Brandpfeilen und nötigenfalls setzte man auf das Aushungern der Besatzung. Allerdings bereitete auch die Versorgung der Belagerer erhebliche Probleme und nicht selten gaben die dann schon nach wenigen Tagen auf.

Daher bestehen erhebliche Zweifel an der historischen Wahrheit über die Erstürmung der Rudelsburg durch die Naumburger im Jahr 1348, ebenso wie an der Geschichte von der Belagerung Naumburgs durch die Hussiten gut einhundert Jahre später. Seit dem Roman „Die letzten Rudelsburger“ wurde aber das Ereignisse als historische Tatsache betrachtet.

 

  1. Juni „Weltuntergang“ (Döring).

Der für diesen Tag prophezeite Weltuntergang, bescherte dem nordthüringischen Raum heftige Erdstöße, der die Einwohner auf das freie Feld trieb. Belegt ist allerdings die Ausbreitung der  Pest. Der 4 Jahre wütenden Seuche fiel ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer, viele Dörfer wurden wüst. 

 

1349

  1. Apr. Verzicht der Schenken auf ihre Lehen in Sachsenhausen (UB Teil 2, Nr. 3).

Die Söhne Schenk Rudolfs, Heinrich und Dietrich, Schenken von Dornburg und Rudolf der Jüngere, Schenk von Tautenburg verzichten auf ihre Erblehen und verweisen ihre Lehnsnehmer an die Pfortenbrüder. Da es sich hier um Reichslehen handelte, die die Pfortenser frei erwerben durften, war keine Resignation erforderlich..

 

  1. Juli Beistandspakt zwischen Bischof Johann und Landgraf Friedrich (DD Kop. 25 Bl. 8).

Der auf der Wartburg abgeschlossene Pakt beendete die Differenzen und der Landgraf verzichtet auf eine Entschädigung für bestimmte Beschränkungen seiner vom Bischof erhaltenen Lehen.

 

  1. Nov. Landgraf Friedrich (II.) der Ernsthafte stirbt (Allg. Gesch.).

Noch kurz zuvor war ihm die Königskrone angeboten worden, die er aber abgelehnt und dem Böhmen Karl huldigte. Das Erbe trat sein ältester Sohn Friedrich III. (der Strenge)an, gleichzeitig Vormund über seine minderjährigen Brüder Wilhelm, Balthasar und Ludwig. Friedrich, Balthasar und Wilhelm einigten sich dann auf eine gemeinsame Regierung. Ludwig schlug die kirchliche Laufbahn ein, wurde Bischof von Halberstadt, 1366 Bischof von Bamberg und 1374 Erzbischof von Mainz.

 

1350

      Feb. Belehnung durch König Karl IV. (Döring)

Friedrich, Balthasar und Wilhelm wurden mit Thüringen, Meißen, dem Oster- und dem Pleißenland, den Grafschaften Orlamünde, Groitzsch und Rochlitz belehnt.  Außerdem durften sie die Judensteuer in Naumburg und Zeitz einnehmen. Durch seine Heirat mit der Tochter des Henneberger Grafen erhielt Friedrich als Mitgift Coburg und Schmalkalden.

 

1351

               Rudolf, Schenk zu Nebra wird Bischof in Naumburg (Lepsius).

Rudolf war vermutlich ein Sohn des 1336  erwähnten Dekans gleichen Namens, einer Seitenlinie der Schenken die in Nebra, Döbritzschen und Bedra begütert waren.

Seinem Vorgänger Johann von Miltitz war der Sage nach sein ausschweifendes Leben zum Verhängnis geworden. Bei einem Festmahl auf Burg Saaleck anläßlich seines Namenstags traf ihn inmitten seiner Gespielinnen der Schlag, als es nach üppigen Essen zum Tanz ging „viel er snel durch gottes strafung un vorhencknuß dernider un starb an dem tantz nicht als  eyn bischoff sonder  als eyn puler, praßer, hoffirer, leichtfertiger und weltlicher Man des geligen todes.“ (n. Lepsius Kl. Schriften, s. a. Rothe, Thüringer Chronik, und „Die Ritterburgen und Bergschlösser Deutschlands“ Band 5 von Fr. Gottschalck, 1821, die auf den Mönch Benedikt Taube zurückgeht. 

 

1352

  1. Jan. Bestätigung der hohen Gerichtsbarkeit (UB 2 Nr. 6).

Landgraf Friedrich der Strenge bewilligt den Pfortenbrüdern die Blutgericht über Räuber, Mörder und Diebe, die Untertanen des Klosters oder Klosterbesitz geschädigt hatten und die nach gehöriger Untersuchung entsprechend bestraft wurden. Eine Hinzuziehung des jeweiligen Vogtes in dessen Gerichtsbezirk sich die Tat zutrug, war nicht mehr erforderlich. Damit konnten auch Todesurteile ausgesprochen und vollstreckt werden. Die Richtstätte war der „Galgenberg“.

 

             Vergleich über einen Gütererwerb in Punschrau (Wolff)

1322 hatten die Pfortenbrüder von den Saalecker Schenken Güter in Bunscherowe erworben über die es, nachdem die Schenken 1344 Saaleck samt Zubehör dem Bischof von Naumburg verkauft hatten, Differenzen wegen der Oberlehen gekommen war. Die Pfortenser zahlten eine Ablöse und wurden vom Bischof mit den 2 Hufen und 4 Höfen belehnt.

 

  1. Mai Bestätigung der Blut- und Halsgerichte (UB 2 Nr. 14).

Nach den bereits 1272 überlassenen Gerichten bestätigte der Landgraf nochmals die alleinige Gerichtsbarkeit über die Klosterbesitzungen in Altenburg (Almrich) und Flemmingen,  sowie  „Lißingstorff, Poppal, Bennyndorff, Dokwicz, Rogehusen, Hassinhusen, und Czebkur“.

 

  1. Nov. Belehnung mit den Mertendorfer Gütern (UB 2 Nr. 20)

Der Domprobst belehnte die Pfortenbrüdern mit den von ihnen erworbenen Güter, soweit diese im  Oberlehen des Bistums standen.

 

1353

             Der Klosterhof zu Vehra wird durch Blitzeinschlag zerstört (Rothe 694).

Der Klosterhof kam danach offensichtlich in Verfall und wurde schließlich aufgegeben.

 

            Gütererwerb in Sachsenhausen (Wolff)

Albrecht von Flurstedt verkaufte mit Einwilligung seiner Erben 2 ½ Hufen mit Zubehör für 30  Mark . Eine weitere Hufe stifteten seine Erben eines Ritters zu ihrem Seelenheil und Johann von Sachsenhausen verkaufte die Zinseinkünfte für 9 Schock Groschen und ließ das Lehen auf.               

 

  1. Juni Kaufvertrag mit den Grafen von Orlamünde (UB 2 Nr. 12, 15).

Mit Einwilligung des Landgrafen erklärten die Grafen: „Wir Fridrich unde Herrmann, Graven von Orlamunde, Gebrudere … bekennen offentlichen an diesem brive, das wir mit gutem Willen unde rate unsir liebin  gnedigin Hern, Hern Fridrich und hern Balthasar, margraven zcu misne…. recht unde redlichen verkauf habin unde verkaufin, den erbarn, geistlichen Lutin Apte Albrechten unde siner sampnunge zcur Pfortin diese unse Dorffere Obirmellir, Nidirmellir, Pomnicz, Hopfindorff, Lasan unde Rospach mit allem rechte, Herschaftin, eren, friheitin unde nutzin, mit zcinsin unde guldin, mit gerichten in Belde unde in Dorffe, obir Hals unde Hand, unde auch mit alle dem, das zcu den Dorffin gehört… als wir sy bisher gehabt habin..

Dieser Red und Din gezeug sint unser vorgeschriebene Manne, Ritter und Knechte her Beringer, techant zu Bibra, unser Notarius und die geistlichen Luthe  Ditrich, Prior, Christian - Großkeller, Nicklaus - Unterkeller, Dietrich Petanz-Meister, Reinhardt Hofmeister in Gernstädt, Nicklaus der Siechenmeister, Mönche und Brüder zu der Pforten.

Datum anno dni.MCCCLIII dominica Misericordia Domini.

Die Pfortenbrüder zahlten dafür 170 Mark.

Dem Erwerb widersprach der Bischof weil einige der Fluren dem Stift gehörten. Für seinen Verzicht erhielt er 200 Schock Groschen. Lasan oberhalb von Großwilsdorf hatte 18 Hufen Land,  einige Höfe, 2 Weinberge und 75 Acker Holz und gehörte zum Landding Hassenhausen.  

 

             Lehnsauflasung der Tauschwitzer Güter (Wolff)

Einer der lehnsnehmer, der beim Verkauf der Güter der Herren von Tannroda an die Pfortenbrüder gekommen war, ließ ihnen sein Lehen auf.

 

1354

  1. Nov. Patronat über den Hochstift Naumburg-Zeitz (Dom-Reg. 469).

Friedrich, der Strenge und seine Brüder Balthasar und Wilhelm, Landgrafen v. Thüringen, Markgrafen von Meißen und dem Osterland, Grafen von Orlamünde, Herren des Pleißenlandes gelobten in Weißenfels dem Bischof Rudolf den Schutz vor jeglichen Eingriffen in die Besitzrechte der Kirche. Davon  ausgenommen waren das Reich, der „Römische König Karl“ und dessen Brüder Johann und Wenzel. Weiterhin erkannten sie die beiderseitigen Rechte und Gerechtigkeiten an, legten Streitigkeiten ihrer Lehensleute bei und entsagten jeglicher Unterstützung von Fehden, die sich  gegen den Bischof richten würden. Dafür erneuerte der Bischof alle bisherigen Stiftslehen, zu denen die Rudelsburg gehörte.

 

1355

      Jan. Unterschutzstellung des Klosters (Wolff)

Kaiser Karl IV. stellte das Kloster und deren Besitz unter seine Schutz und drohte mit einer Strafe von 1000 Pfund. Zeugen waren Gerlach, Erzkanzler und Erzbischof von Mainz, der Erztruchseß und Pfalzgraf bei Rhein Rupert d. Ä. und der Erzmarschall und Herzog Rudolf von Sachsen.  

 

  1. Apr. Verpfändungen des Bischofs Rudolf von Nebra (Dom-Reg. 471).

Zum Abtrag der Schulden seines Vorgängers überließ er die Schönburg dem Domkapitel für 88 Schock Groschen und für 500 Mark kam Schloß Saaleck wieder an die Schenken.

 

1356

  1. Apr. Vergleich zwischen den Erben Kurtefrunds und dem Naumburger Rat (Lepsius).

„Sie haben geteidingt (geschworen) und gemacht vor unsin geheißes (auf unser Geheiß)  eine fruntliche suhne (einen friedlichen Vergleich) unb berichtunge eweglich zu halten (und erklärt für immer zu halten), ane arglist….umb Wernhers Kurtzefrundis eliche Wirtin, der god genad und umb alle bruche un uflaufte (wegen aller Differenzen und Aufläufe) dy waren gesehen zwissen (geschehen zwischen) den burgern und Stat zcu Naumburg und dem vorgenannten Kurztfrund un sinen erben und mit allen den, dy us beide siten damite begriffin (die auf beiden Seiten damit begriffen), also daz wir sie von den obgen. Werners und der sache  wegen nymer mer angeteidingen fulln noch wulln.“ 

Landgraf Friedrich bestätigte, dass seine Räte, der Hofrichter Chr. v. Witzleben und der Kanzler H. Kottewitz mit Zustimmung Bischofs Rudolph von Nebra in Leipzig diesen Vergleich abgeschlossen hätten. Demnach waren es wohl bedeutsame Differenzen, weshalb der Landgraf zwei hochrangige Beamte nach Leipzig sandte, um die Differenzen zwischen den Erben des Burgherrn und dem Naumburger Rat zu beseitigen. Der Markgraf sagte der Bürgerschaft zu, diese wegen der Angelegenheit nicht weiter in Anspruch zu nehmen und übertrug die Burg mit Einwilligung des Bischofs als Oberlehnsherrn der Ehefrau als Leibgedinge.

 

             Schenkung eines Weinberges in Roßbach (Wolff)

Landgraf Friedrich überläßt den Pfortenbrüdern den neben der dortigen Kirche gelegenen  Scherwitzberg, den der Naumburger Bürger Christian von Möllern zum Lehen trug und an das Kloster gewiesen wurde.

 

  1. Mai Tausch von Gütern in Crölpa und Tultewitz (UB 2 Nr. 32,33).

Die Pfortenbrüder hatten dem landgräflichen Hofrichter Christian von Witzleben den Hof in Osforde bei Memleben mit 18 Hufen und den Gerichten belehnt. Dafür überließ ihnen Witzleben seine landgräflichen Lehen von 3 ½ Hufen in „Krolp“ und 2 Hufen mit 2 Höfen in Tultewitz, einem Hopfengarten und ein Gehölz in der Camburger Flur, sowie jeweils ½ Hufe in Rudersdorf und Rehehausen, mit Zubehör und den Gerichten. Dazu kamen 1 Hufe mit drei Höfen in (Frei-)Rode und 1 ½ Hufen in Lißdorf, die er als Lehen des Bischofs von Meißen, der Grafen von Orlamünde-Weimar und der Burggrafen von Kirchberg trug.

Die Auflassung und Übertragung der landgräflichen Lehen bezeugten“ „die edlen Grafen Dietrich, Her zu Honstein unser Hauptmann, Friedrich von Wanghenheim unser Marschalk und die gestrengen Kristan von Witzleben, Hofrichter, Heinrich von Kotewitz unser Canzler und Arnold Judmann unser Cammermeister, Cunrad Wurm und Ulrich von Tenstete, Ritter“

Dem folgten die Bestätigung der übrigen Lehnsherren, wobei die Afterlehnsnehmer, wie die Brüder  „Dyche und Cuno von Tumplink“ an das Kloster verwiesen wurden.

 

     Juni  Lehnsauflassung in Sachsenhausen (Wolff)

Die Brüder Konrad, Hermann und Nickel,  Ritter resignieren den Pfortenbrüdern ihre Lehen samt den Zinseinkünften  und der neun Afterlehnsnehmer. Das betraf Gerhard von Sachsenhausen (1 Hof, ½ Hufe der 4 Pfennige, 4 Hühner, 1 Malter Korn, 1 Malter Gerste jährlicher Zins gab), Dietrich Alsen (½ Hufe, 1 Hof mit 1 Malter Korn, 1 Malter Gerste, 1 Malter Hafer Zins), Konrad Klewe (½ Hufe, ½ Malter Hafer Zins), Heinrich Bubach, Niclas Selich und Nickel Quager (jeweils ¼ Hufe, 3 Scheffel Hafer), Konrad von Zottelstedt (1 Hof, 1 Hufe, 1 Malter Korn, 1 Malter Gerste), Hans Gieseler (½ Hufe, ½ Malter Korn) und Hans Ladesack (1 Hof, ½ Hufe, 18 Pfennige und 2 Hühner).  

 

             Bestätigung der Gerichte in Leutental b. Buttelstedt (Wolff)

Landgraf Friedrich, Markgraf von Meißen, dem Osterland und Landsberg, Graf zu Orlamünde und Herr des Pleißenlandes, bestätigte den Pfortenbrüdern die ihnen 1278 von Landgraf Albrecht gewährte  Unabhängigkeit von den landgräflichen Gerichten.

 

1357

     Nov. Graf Heinrich von Schwarzburg verstirbt (Döring, Schöttgen).

1348 wurde Günter, der Vater des Grafen zum deutschen König gewählt. Er verzichtete jedoch ein Jahr später für eine ansehnliche Summe (20.000 Mark Silber) auf die Krone zugunsten des bömischen Königs und verstarb noch im gleichen Jahr. Nun war auch sein Sohn verstorben und da er keinen leiblichen Erben hatte, versuchte Landgraf Friedrich der Strenge die Lehen Arnstadt und die Stadt Frankenhausen mit dem Salzbrunnen, die die Schwarzburger 1340 erworben hatten. einzuziehen und geriet dabei in Streit mit den Vettern des Grafen. Bei einem Vergleich verzichtete der Landgraf auf die Lehen und behielt seinen Anteil am Frankenhausener Zoll. Darüber hinaus überließen ihm die Schwarzburger Stadt und Schloss Dornburg, die Lobdeburg und den Windberg bei Jena sowie die Tautenburger  Lehen und zahlten 3000 Mark Silber.

Nach einer Fehde mit dem Vogt Heinrich Reuß von Plauen überließ dieser dem Landgrafen mehrere Orte darunter Ziegenrück, Ronneburg und Weida.

 

              Gütererwerb in Hassenhausen und Punschrau (Wolff)

Heinrich von Breitenbach verkaufte den Pfortenbrüdern 2 Hufen mit 2 Höfen in Hassenhausen und 1 Hufe mit 2 Höfen  in Punschrau samt den Zinsen seiner Afterlehnsleute. Zeugen waren die Brüder Reinhardt, Hofmeister von Fränkenau, Heinrich  der Kämmerer und Nikolaus der Petenzmeister, sowie die Veit, Heinrich und Carl von Scheidungen und Heinrich, Günter und Oswald von Pleismar.   

 

1358

  1. Aug. Befehl des „executor statuorem provincialem sacri consilii“ (Dom-Reg. 482)

Zur Unterbindung von Übergriffen auf die Besitzungen des Domkapitels in der Stadt befahl ein  „Exekutor“ den städtischen Pfarrern von St. Wenzel und St. Othmar, dass sie ihre  Gemeinden davon abzuhalten haben und darüber hinaus der begonnene Bau eines Grabens zwischen der Bürgerstadt und der Domfreiheit beendet werden muss. Diejenigen, die sich nicht daran hielten sollten exkommuniziert werden.

 

1359

             Befreiung von Abgaben in der Wüstung Neustedt b. Buttelstedt (Wolff)

Landgraf Friedrich erläßt den Pfortenbrüdern die Abgaben und bestätigt ihnen die Hand- und Halsgerichte wie in Leutental.

 

             Lehnsauflassung in Crölpa (Wolff)

Friedrich Titze von Roda resigniert sein landgräfliches lehen von ½ Hufe und verkauft sie den Pfortenbrüdern für 5 Schock Groschen.

 

1360

  1. Mär. Vergleich mit dem Bischof (UB 2 Nr 58/59, Dom-Reg.493).

1353 hatten die Pfortenbrüder von den Grafen von Orlamünde verschiedene Güter in Rossbach, Möllern und Pomnitz erworben, mit denen sie von Landgrafen belehnt waren und ihm gegenüber resigniert hatte. Allerdings trug der Landgraf diese Güter als Lehen des Bischofs, der seinerseits Ansprüche geltend machte.

Die Pfortenbrüder zahlten 200 Schock Groschen für den Verzicht des Bischofs Gerhardt von Schwarzburg (1359-1372), der wegend der von seinem Vorgänger hinterlassenen Schulden in Geldnöten steckte.

 

  1. Mai Der Schenk von Saaleck als Zeuge (UB 2 Nr. 60/61).

„Eadem die placitavismus cum domino abbati de Porta nomine Henrici de Salecke/eria secunda Penthecostes placitavismus cum domini abbati de Porta pro negociis Henrici de Salecke nostri coucivis...“ verweisen, dass die wieder Saaleck besitzenden Schenken auch bei Verträgen der Pfortenbrüder als Zeugen urkunden, 

 

  1. Okt. Bestätigung der uneingeschränkten Gerichtsbarkeit (UB 2 Nr. 62).

1321 hatte der thüringische Landrichter  dem Kloster die Gerichte in Lißdorf, Zäckwar Benndorf, Poppel, Rehehausen, Taugwitz und Hassenhausen bestätigt. 1353 waren die von den Grafen erworbenen Güter in Ober- und Niedermöllern, Pomnitz, Hopfendorf, Lasan und Roßbach hinzu gekommen. Nun befahlen die Landgrafen Friedrich und Balthasar, dass die Pfortenbrüder in ihren Besitzungen nicht vor landgräflichen Vögten verklagt werden dürfen, sondern sie selbst entscheiden würden. Daraufhin wurde in Hassenhausen der Gerichtsstuhl eigerichtet, dem auch die Wüstungen Tauschwitz, Thesnitz, Reußdorf, Lonitz, Darnstädt, die Vorwerke Fränkenau und Gernstedt, Spielberg, der Naumburger Hof   und die Sulzaer Emsenmühle unteerworfen waren. Ein zweiter „Dingstuhl“ kam nach Flemmingen, zuständig für Altenburg-Almrich, Flemmingen, Wethau, Mertendorf und Punkewitz.

 

1361

            Lehnsauflassung in Sachsenhausen (Wolff)

Johann von Sachsenhausenresignierten gegenüber den Pfortenbrüdern seinen Teich und einen Acker Feld, samt dem den Zins seines Afterlehnsnehmers von jährlich 3 Hühnern.

 

            Vergleich mit den Bürgern von Wiehe (Wolff)

Im Streit um die Nutzung einer Wiese beim Hechedorfer Hof, entschied der Herzog von Braunschweig, Herr von Sangerhausen zugiunsten der Pfortenbrüder.

 

1362

            Gütererwerb in Leutental (Wolff)

Jutta, die Witwe des dortigen Schulheiß verkaufte den Pfortenbrüdern ihre gesamten Güter für 12 Pfund Erfurtsche Denare, samt den Zinsen der Pächter, jährlich 4 ½ Malter Getreide.

 

1365

  1. Mär. Bestätigung des Porstendorfer Besitzes (UB 2 Nr.81)

Heinrich d. Ä. und Heinrich d. J. bestätigten den Pfortenbrüdern den uneingeschränkten Besitz der ihnen verkauften Güter. Neben Friedrich von Heldrungen und den Brüdern Heinrich der Prior, Nikolaus der Kellner und Dietrich der Brotmeister unterzeichnete  „Conradi pincerne de Salecke“ diese Urkunde.

 

  1. Mär. Erwerb eines Mannlehens in Lißdorf (UB 2 Nr.83)

Hans und Bertold von Ködderitzsche verkauften den Pfortenbrüdern  1 Hufe und 2 Höfe  für 36 Schock Zahlgroschen, ein Lehen der Schenken „Nos pincerna Conradus Miles, Rudolfus et Heinricus fratres nostri pincerne de saleke … donavimus…. mansum in villa Lissingistorf cum omn. util.“ Den Verkauf und die Auflassung bezeugte Friedrich von Heldrungen.

 

1366

      Jan. Gütererwerb in Obermöllern und weiteren Dörfern (Lepsius, Wolff).

Zunächst verkaufte der Konvent des Moritzklosters wegen finanzieller Nöte den Pfortenbrüdern 9 ½ Hufen samt den darauf stehenden Höfen und den Gerichten für 60 Schock Groschen. Dann verkaufte der Konvent des Gorgenklosters ebenfalls wegen drückenden Schulden 2 Hufen mit einem jährlichen Zins von 44 Groschen in Obermöllern, 2 ½  Hufen in Niedermöllern mit einem Jahreszins  von 2 ½ Malter Weizen, 5 Scheffel Hafer, 25 Groschen und zwei Hühner, in Pomnitz 2 Hufen und einen Hof der 40 Groschen und 1 Malter Getreide jährlich zinst,in Hassenhausen  1 Hufe und ein Hof  mit 1 Malter Getreide und 25 Groschen, in Rudersdorf 2 Hufen samt Höfen, mit einem Zins von 1 Schock 20 Groschen, in Wickerstedt 11 ½ Hufen die 3 Schock Groschen zinsen samt Zubehör und Gerichten für 138 Schock 20 Groschen. Beide Klöster trennten sich damit von ihren restlichen Besitz westlich der Saale.

 

             Bestätigung des Zinses für den Spielberger Pleban (Wolff)

Der beim Erwerb der Fränkenauer Kirche dem Spielberger Pleban 1322 für den Wegfall des Zehnts überlassene Besitz wurde seitens des Abtes unds des Konvents bestätigt.

 

1367

             Bestätigung des Erwerbs in Leutental (Wolff)

Die Erben des Schulheiß verzichteten auf ihre Ansprüch an den von ihrer Mutter Jutta den Pfortenbrüdern verkauften Gütern und überließen ihnen ihren Anteil an dem dortigen backofen, sowie eine  ½ Hufe und  4 Höfe, wofür sie 14 Pfund Erfurter Denare erhielten. Zeugen waren Ekkehard von Kannawurf, Vogt zu Buttelstedt und Konrad der Vogt von Eckartsberga. 

 

1368

              Saalecker Straßenwache (Köster 1892).

Nach den Annalen des Sixtus Braun erhielt ein „Präposito“ vom Naumburger Rat  eine Entschädigung für seine Dienste. Allerdings findet sich kein Hinweis auf die Person und die geleistete Wache. 

 

1369

  1. Mär. Privileg für die Stadt Kahla (Löbe: Die Saalebrücke bei Kahla, 1874).

Die Thüringer Landgrafen Friedrich, Balthasar und Wilhelm gestatten dem Rat, dass wenn Flöße „dy prucke oder wehre do selbin schedelich rurte“ diese „ufhalden“ und Schadenersatz in natura einfordern durften.

Gleiches dürfte für die Wenzendorfer Brücke bestanden haben, zumal ein Pfortenbruder als  „magister pontus“ für die Unterhaltung der Brücke zuständig war.

 

      Mai  Erwerb von Zinsen in Altenburg-Almrich (Wolff)

Utz und Hans von Balgstädt verkauften den Zins ihrer Lehen an der Schweinswarte (jährlich 1 Hecht und 1 Gans)und bekommen dafür von den Pfortenbrüdern 3 Schock Groschen und das Bauholz für einen Kelter.

 

              Erwerb der Mühle Beuditz (Wolff)

Die Äbtissin von Beuditz hatte mit Einwilligung des Bischofs die Mühle zunächst der Landgräfin Katharina für 11 Schock Groschen verkauft und diese überließ sie den Pfortensern, die von den Zinsen den von der Landgräfin gestifteten Altar zu Ehren der Jungfrau Maria unterhalten sollten.

 

1372

  1. Okt. Päpstlicher Erlass zum Tausch der Bistümer (Kehr & Schmidt, Urk. S. 289 Nr. 1055).

Gerhard von Schönburg hatte um seine Versetzung aus dem hochverschuldeten Bistum Naumburg nach Würzburg gebeten, anstatt des Bischofs Withego II. Hildbrand, der sich hier nicht durchsetzen konnte und nun nach Naumburg kam, wo er bis 1381 wirkte.

 

1374

  1. Mai Beistandspakt (DD Kop. 26 Bl.111).

Die Landgrafen Friedrich, Balthasar und Wilhelm, der Erzbischof von Magdeburg und Bischof Withego beschwören einen gegenseitigen Beistand gegen jedermann, ausgenommen dem Reich und dem Kaiser.

 

1375

  1. Jan. Schuldverschreibung des Bischofs Withego II. (Dom-Reg. 546).

Withego II. hatte bei seinem Amtsantritt versprochen, die Schulden seiner Vorgänger nach und nach abzutragen, was ihm einige seiner Ministerialen verbürgten, wie Conrad von Eczilsdorf, Vogt zu Saaleck. Demzufolge saß auf der Burg ein bischöflicher Amtmann, wenngleich die Schenken mit der Burg belehnt waren, nach der sie sich immer noch benannten.

Die Etzdorf waren wie die Bünaus und die Droitzens bischöfliche Gefolgsleute. Hermann von Eczilsdorf war Dekan in Zeitz, dann Domherr und „thesaurius“, Schatzmeister, Johannes von Eczilsdorf war „perpetuus vicarius“ der Kapelle des Heiligen Ambrosius im Dom (Wiessner Germania sacra 2).

 

  1. Nov. Verpfändung der Schönburg (Archiv DomSt. Nbg Bl. 143).

Bischof Withego erhielt vom Domkapitel 700 Schock Groschen, um damit die  Schulden seiner Vorgänger abzutragen, wofür er die Burg als Sicherheit gab.

 

1378

25.Apr. Pachturkunde (Dom-Reg. 563)

Abt, Prior und Konvent des Klosters verpachteten dem Domherrn H. von Eczilsdorf „ihre Kelnerei in ihrem Vorwerk in der Phorten“.

 

              Erwerb eines Ackers bei Tauschwitz (Wolff)

Probst, Prior, Kustos und Konvent des Moritzklosters überließen den Pfortenbrüdern eine Brache zwischen dem Gastberg und dem Weißberg gegenüber Altenburg und erhielten jährlich 2 Filzschuhe und 6 Schillinge.

 

1379

               Neustädter Vertrag (Allg. Gesch.).

Nach dreißig Jahren der gemeinsamer Regierung teilten die Wettiner das Land. Friedrich erhielt das Osterland, Wilhelm Meißen und Balthasar Thüringen.

 

1380

  1. Feb. Verzichtsurkunde (Dom-Reg. 568)

Ritter Günther von Bünau läßt das Burglehen der Schönburg dem Domprobst.

 

  1. Nov. Auflassungsurkunde der Domprobstei (Dom-Reg. 572).

Als Zeuge testierte „Nicolaus Zwicksruff, Hofemeister zu Kösen“, ein Konverse der das Vorwerk unter sich hatte..

 

1381

  1. Apr. Vertrag der Schwarzburger Grafen mit dem Naumburger Rat (Dom-Reg.573).

Als Zeuge testierte „Conradt Schengke von Saleck“.

 

  1. Dez. Vereinbarung zwischen Bischof Christian und dem Domkapitel (Dom-Reg. 578).

Christian v. Witzleben, Nachfolger Withegos, verpflichtete sich für den Fall, dass er vom Erzbischof bestätigt würde, die Schulden seiner Vorgänger abzutragen, den Domherren keinen Schaden zuzufügen und ihnen ihre Privilegien zu belassen. Weiterhin versprach er, seine Parteigänger zu entschädigen, falls er nichtgewiht würde und diese daher Schaden erleiden sollten. Für den Fall seiner Nichtbestätigung verlangte er als Ersatz seiner Aufwendungen, dass ihm das „Haus zu Salegke“ vom Domkapitel wieder zurück gegeben wird. Zeuge dieser Vereinbarung war u. a.  Rudolf Schenk zu Tautenburg.

 

1382

             Zinserwerb in Stockhausen und Großobringen (Wolff)

Die Brüder Hermann und Hans von Hagenest überlassen den Pfortenbrüdern den Zins ihrer Güter zum Seelenheil ihres Vaters, der in Pforte begraben war.

Heinrich, Laienbruder und Schmied des Klosters erwirbt mit Einverständnis des Konvents auf eigene Kosten 4 Pfund Zinseinkünfte, die er dem Konvent zum Erwerb der jährlich benötigten Butter überläßt.

 

  1. Nov. Chemnitzer Vertrag (Allg. Gesch., Ermisch I/51).

Nach dem Tod Landgraf Friedrich des Strengen im Jahr 1381 wurde die Teilung von 1379 geändert, Grundlage war das „Registrum dominorum marchionum Missnensium“ ein Verzeichnis aller Güter und Einkünfte der Wettiner. Balthasar behielt die  Landgrafschaft Thüringen u. a. die Ämter Eckartsberga, Buttelstädt, Buttstädt und Wiehe, sowie das Erfurter Geleit  und Wilhelm (I.), der Einäugige die Mark Meißen. Die Söhne Friedrichs Friedrich (IV.) Wilhelm (II.), und Georg erbten das Osterland dazu die Grafschaft Orlamünde und die Ämter Kahla, Lobdaburg, Dornburg und  Camburg. Die Stiftsvogtei sowie wie die Salz- und Floßzölle sowie die Bergregale blieben gemeinsamer Besitz. Nach der Aufteilung wurden für die einzelnen Landesteile Lehnsbücher angelegt.

Nach Lepsius (Kl. Schriften) waren „Rudolf, Schenken zur Veste, gesessen zu Rottelsburg, zugleich mit Conrad, Schenken zu Korbestorf und Rudolf d. J. welche insgesammt Schenken zu Saaleck genannt werden“ Lehnsleute Landgraf Balthasars.  Heinrich Schenk  zur Rottelsburg geriet dann  mit dem Bischof in Streit, der durch Vermittlung Schenk Rudolfs von Tautenburg, Gerhards von Eberberg und Peter von Neidschütz beigelegt wurde.

 

1383             

05.Apr. Erwerb von Gütern  und  Gerichten in  Spielberg (UB 2 Nr. 127, 128, 129).

„Apte unde siner Sampnunge des clostirs zcur Pfortin“ kauften  von „Heinrich schencke zu Salekke, herre zcu Rotilsberg, Heinrich, Conrad, Gunther unnd iunge Rudolff....unde Dorff  Spilberg, unse rechteigin (Erbgut) mit allin rechtin Kirchlehin, zcinsin und mit allir siner zeugehorungen“ für 600 Schock Meißner Groschen. 

Darunter waren 2 Hufen, die sie als Lehen des Landgrafen trugen, alles übrige waren bischöfliche bzw. Reichslehen. Den Vertrag bezeugten Konrad von Etzelsdorf, Günter von Bünau, Rudolf Schenk, Ludolf Marschall und Heinrich von Flurstedt. Der Bischof ebenso Landgraf Balthasar bestätigten die lehnsauflassung und die Übertragung auf die Pfortenbrüder.

Spielberg gehörte seit dem 12. Jh. zur Vogtei der Eckartsburg, mit der einst Kunemund von Vargula belehnt war (1183).

 

  1. Sep. Beistandspakt zwischen dem Bischof und dem Landgrafen (Ermisch I/80, DD 4418).

Christian v. Witzleben (1381-1394) und Balthasar gelobten sich gegenseitigen Beistand gegen alle Feinde, ausgenommen das Römische Reich, dem Erzbischof von Magdeburg und dem Bruder des Landgrafen.   

 

1384

  1. Mai Vertrag mit Markgraf Wilhelm (DD 4448).

Bischof Christian bestätigte ihm und seinen Erben die  Stiftslehen in der Markgrafschaft.

 

  1. Aug. Beitritt zum Landfrieden (Ermisch I/118, UB Vögte 2/298).

Die Bischöfe von Naumburg, Meißen und Merseburg, sowie Markgraf Wilhelm beschworen in Chemnitz dem Landfrieden.

 

               Verkauf der Obertrebraer Mühle (Wolff)

Für eine jährliche Lieferung von 4 Maltern Getreide an den Gernstedter Hof überließen die Pfortenbrüder die Mühle Heinrich von Flurstedt.

 

1385

  1. Feb. Tausch zwischen Pforte und dem Domkapitel (Reg.599).

Der Konvent des Klosters  „Phorthen“ überließ dem Dechanten  der Kirche „Unsrer Lieben Frauen“ einen Acker an der Wethau  gegen  Weinberge am Saalberg bei Tauschwitz.

 

1387

     Juni Gütererwerb in Hassenhausen (Wolff)

Hermann und Hans von Hagenest, gesessen zu Janisroda verkauften den Pfortenbrüdern 1 Lehnshufe für 14 Pfund samt den Zinsen. Eine Hälfte war an Klaus Heinemann für 16 Pfennige und 4 Hühner jährlich verpachtet, die andere Hälfte an Heinrich Kotzow für 8 Pfennige. Der Zins sollte zur Verbesserung der Roßbacher Weinberge verwendet werden.   

 

  1. Nov. Erbvertrag zwischen Balthasar und Wilhelm I. (Allg. Gesch., Ermisch I/133).

Die Brüder setzten sich gegenseitig als Erben in Thüringen und Meißen ein, falls ein leiblicher Erbe fehlt.

 

1388

  1. Mär. Verpfändung der Eckartsburg an Brun von Querfurt (Ermisch I).

Für 2.500 Schock Freiberger Groschen überließ ihm Landgraf Balthasar „Eckirsberge hus unde stat“. Die hatte Balthasar Eckartsberga am 21. Nov. 1387 seiner Gemahlin Margarethe als Leibgedinge überlassen, weshalb sie ebenfalls zustimmte.

 

1391

              Gütererwerb in Roßbach (Wolff)

Konrad von Tannroda überließ den Pfortenbrüdern einen Weinberg, den er als Lehen der Bischöfe trug und legte fest, dass vom Zins sein Vetter Erkenbrecht, ein Pfortenbruder, zeitlebens 6 Pfennige jährlich erhält. Mögliche Ansprüche des Bischofs versprach er abzuwehren.

Ulrich von Balgstädt verkaufte mit Einverständnis seiner Söhne den Pfortenbrüdern einen neben dem Weinberg gelegenen Acker.

 

  1. Dez. Beschwerde der Pfortenbrüder bei König Wenzel (Ermisch I/416).

Graf Johann II. vom Schwarzburg, vom König eingesetzter Landfriedensrichter, hatte den Landfrieden auch in Flemmingen und Altenburg (Almrich) verkündet. Dagegen protestierten die Pfortenbrüder und der König ließ den Grafen wissen, dass  ihm die Verkündung in den Dörfern, die zur Gerichtsbarkeit des Kloster gehörten nicht zusteht. 

 

1392

               Naumburger Treffen des thüringischen Adels (Annalen S. Braun)

Dazu gehörten der Landgraf Balthasar, der Markgraf Wilhelm (I.), die Söhne Friedrich des Strengen, Friedrich (IV.) und Wilhelm (II.), die Grafen von Schwarzburg, die Schenken von Tautenburg, der Vizthum von Apolda, die Herren von Beichlingen und Brun von Querfurt, Herr der Eckartsburg. Weitere Treffen, an denen sich auch die Bischöfe von Naumburg, Merseburg und Meißen beteiligten, fanden 1393 und 1397 statt.  

 

1393              

  1. Mär. Erlass Friedrich IV. und Wilhelm II. (Ermisch I/485)

Zur Erleichterung der Langholzflöße auf der Saale, befahlen die Söhne Friedrich des Strengen, Friedrich IV. und Wilhelm II.  ihren Amtsleuten in Saalfeld, Weißenburg, Orlamünde und Kahla  von den für Jena bestimmten  Flößen nur den üblichen Zoll und keine Abgaben für Schäden an den Ufern und den Wasserbauten zu erheben. Dies sollten die Flößer mit Fischereipächtern und Wassermüllern selber regeln. Der Befehl wurde in Weißenfels erlassen.

 

   Zerstörung der Saalebrücke (Sixtus Braun/Krottenschmidt; Naumburger Annalen).

200 Jahre später schrieb S. Braun „Hunde Leisering und Heinrich Rockhausen, zwei Ratsfreunde sind an die Brücke zu Kösen geschickt, dieselbe abzuwerfen, weil man gewarnt worden, daß der Feind herein wollte“. Bei einer Fehde zwischen dem Naumburger Rat und  dem Mansfelder Grafen sowie den Herren von Balgstädt erwartete man deren Aufgebote aus Richtung Freyburg, wollte aber sichergehen, dass der Mansfelder nicht doch über das Schenkenholz zur Saalebrücke vordrang und damit in den Rücken des Naumburger Aufgebotes stand. Beim „Abwerfen“ wurden einfach der Plankenbelag entfernt, womit der Flußübergang erst einmal unpassierbar war. Seit der Landgraf 1347 die Brücke dem alleinigen Verfügungsrecht der Pfortenbrüder entzogen   und als Handelsweg für bestimmte Güter bestimmt hatte, wurde der Übergang auch in militärischer Hinsicht aufgewertet und konnte so im Gefahrenfall gesperrt werden. Offensichtlich mit Einwilligung des Bischofs, dem der Brückenzoll zustand, durfte der Rat den Übergang sperren, wobei dieser auch zur Wiederherstellung verpflichtet war.  

Die bereits  mehrere Jahre andauernde Fehde wurde noch im gleichen Jahr in Merseburg durch Vermittlung des Landgrafen Balthasar, des Markgrafen Wilhelm, der Bischöfe von Würzburg und Naumburg sowie der Grafen von Anhalt und Schwarzburg beigelegt.

 

1395

  1. Okt. Verpflichtungen des Bischofs (Dom-Reg. 620, Hoppe Nr. 66).

Nachdem Ulrich II. von Radefeld  (1394-1409) die Freiheit der Bürgerstadt bestätigt hatte, verpflichtete er sich gegenüber dem Konvent, mit der ihm zustehende Rente vom Rathaus zu Zeitz das dem Konvent verpfändete Schloss Saaleck einzulösen.

 

1397

  1. Aug. Naumburger Treffen (Rats-Archiv).

Die Bischöfe von Naumburg und Merseburg legten die mit Markgraf Wilhelm bestehenden Differenzen bei.

 

1398

  1. Jan. Urkunde Friedrich IV. und Wilhelm II. (Ermisch II/149).

Beim Streit um die Pflege Camburg beeideten Hans v. Hagenest, Otto v. Tümpling und Heinrich v. Gosserstedt sowie die Dorfältesten von Schmiedehausen, Gosserstedt, Crauschwitz, Sieglitz, Leislau, Gestewitz, Tultewitz, Heringen und Crölpa, dass die Herren von Prießnitz in der Pflege keine  Hals- und Handgerichtsbarkeit inne gehabt hatten.

 

             Der Bischof überläßt dem Rat den Salzzoll (Hoppe Nr. 72, S. Braun 1479).

Seit 1347 benutzten die Salzfuhrleute aus dem schwarzburgischen Frankenhausen den Weg die  „Wentzendorffer“ Brücke, bevor in Naumburg nach dem Durchfahren des Salztores der Salzzoll  in Natura erhoben wurde.   Da es dem Bischof zu umständlich war, überließ er die Erhebung der  Bürgerschaft. Der ihm zustehende Teil, 1402 waren es 41 Stück Salz, 1411 46 Stück Salz wurde verkauft und dem Bischof in ausgezahlt. Darüber hinaus kaufte der Rat das Salz, das in der Stadt gebraucht wurde. Zur Einlagerung wurden  elf „Salzkästen“ aufgestellt. Den Verkauf übernahmen Salzhändler die dafür 25 Groschen zahlten. Erst nach Erlegung des Zolls durften die Fuhrleute weiter zum Pleißenland fahren. 

 

1401

     Feb. Tausch der Beuditzer Mühle (Wolff)

Wolfert von der Pforte, ein Weißenfelser Bürger, überläßt den Pfortenbrüdern seinen Weinberg neben der Roßbacher Kirche und übernimmt die Mühle, wobei sich die Pfortenser den Zins sichern.

 

              Kaufurkunde (Sixtus Braun, Annalen Köster 1892).

Als Zeuge unterschrieb der Saalecker Schenk, allerdings mit dem Zusatz „gesessen zu Bedra“ (Badra b. Kelbra)

 

1402

  1. Aug. Beurkundung der Auflassung von Saalecker Burglehen (Dom-Reg.648).

Die Brüder Heinrich und Hans von Molhusin (Mühlhausen) beurkundeten die Auflassung ihrer Lehen  unter der Maßgabe, dass der Bischof die Verpfändung der Burg einlösen würde. Außerdem resignierten sie ihre landgräflichen Lehen im Burgward.

 

1403

  1. Mär. Freiberger Vertrag (Allg. Gesch.).

Den zwischen Landgraf Balthasar und seinem Bruder Markgraf Wilhelm I. abgeschlossenen gegenseitigen Erbvertrag bestätigten auch ihre Neffen Friedrich IV. der Streitbare und Wilhelm II..  Ihr jüngster Bruder  Georg war 1401 verstorben und wurde in Pforte beigesetzt.

 

1404             

  1. Jan. Verkauf Saalecker Burglehen (Dom-Reg. 659).

Heinrich und Hans v. Molhusin verkauften für 100 Schock Meißner Groschen ihre Burglehen und ihren Anteil an Feldern und Wiese in und um Saaleck, darunter 4 ½ Hufen Acker, 12 Acker Holz, ein Vorwerk im Dorf, die Zinsen einiger Unterpächter, eine Waidmühle, sowie Zinsen aus den Dörfern Dockwitz-Taugwitz und Buntzerow-Punschrau.

 

   Die Brücke über die Saale (S. Braun-Annalen).

„Anno 1404 ist die prück zu Khosen gebauet, und der rat hat auf ansuchen des marggrafen mit einem wagen und pfert 6 wochen dorzu gedinet“ notierte der Stadtschreiber, allerdings erst 200 Jahre später. 

Die laufende Reparatur der Holzbrücke war wohl inzwischen recht hoch, wobei das „Abwerfen“ des Belags durch die Naumburger noch eines der kleineren Übel war, denn hier war der Verursacher zur Widerherstellung verpflichtet. Anders bei Hochwasser und Eisgang, was  regelmäßig größere Schäden verursachte, wobei dann die Brücke für längere Zeit nicht passierbar war. Darüber hinaus bildete der hölzerne Übergang ein Hindernis für die  Langholzflößerei. Ein Über- oder Unterflößen war nach dem Übergang über den Wehrdamm mit erheblichen Gefahren für die Flöße und die Bemannung verbunden. Dazu kam, dass die  Nachfrage nach geeignetem  Bauholz aus dem Oberland über Kösen hinaus in Naumburg, Weißenfels und Merseburg ständig zunahm. Nicht zuletzt bildeten die Floßzölle und Geleite eine ansehnliche Einnahmequelle für die landesherrliche Kasse. Das alles zusammengenommen war wohl auch der Grund, hier eine steinerne Brücke zu bauen, deren Pfeiler Hochwasser und  Eisgang widerstanden und das gefahrlose Passieren der Flöße ermöglichte. Allerdings kostete eine Brücke viel Geld, das nur vom Landesherrn vorgeschossen werden konnte. Beispiel ist die 1365 erstmals erwähnte Holzbrücke von Kahla, die wegen ihrer Anfälligkeit 1563 von einer mehrbogigen Steinbrücke ersetzt wurde, deren Bau der Landesherr finanzierte (s. E. Löbe 1874).      

Eine Abbildung der achtbogigen Brücke in der Enzyklopädie von Gruber und Ersch zeigt die achtbogige Brücke, die der steinernen Brücke über die Werra bei Creuzburg ähnelt, die Landgraf Ludwig IV. 1223 errichten ließ. Allerdings hatte die hiesige Brücke zwei unterschiedliche Brückenbögen, im Uferbereich waren es Rundbögen in der Mitte 5 Spitzbögen. Möglicherweise war dies der Passage der Flöße geschuldet, denkbar ist aber auch, dass zunächst noch eine hölzerne die Flußmitte überspannte, ähnlich der Brücke über die Unstrut in Freyburg. Der Weiterbau erfolgte möglicherweise erst nach dem Ende des Sächsischen Bruderkrieges, was die Ausführung der mittleren Bögen als Spitzbogen erklären würde. Der überregionale Handelsweg zweigte nun bei Hassenhausen von der Via Regia ab. Die Mausaschlucht am Jochenberg wurde überbrückt, ebenso die kleine Saale. Gestatteten es die Witterungsverhälnisse nahmen die Fuhrwerke ihren Weg über das Kloster, wo auch die Möglichkeite der Beherbergung und Beköstigung bestand weiter über Altenburg nach Naumburg. Für die Unterhaltung der Brücke sowie des Fahrweges im Klosterbezirk bekamen die Pfortenbrüder die Zinsen bestimmter Güter zugewiesen und die Pächter der Klostergüter waren zu Frohndiesten verpflichtet.

 

1405

  1. Apr. Kauf von Gütern in Kreipitzsch (Reg.)

Die Domprobstei erwarb Äcker von Hans und Zacharia Ulstete aus Crölpa. Zusammen mit weiteren Erwerbungen und den Gerichten wurde Kreipitzsch ein Mannlehen für bischöfliche Gefolgsleute.

 

1406

  1. Mai Landgraf Balthasar verstirbt (Döring).

Ihm folgte sein Sohn Friedrich, der Friedfertige, dem Bischof Ulrich das Lehen der Rudelsburg bestätigte (Lepsius).

 

1407              

              Lehnseid (Wolff)

Konrad Zwickfuss wurde mit dem Erbgut in Henschleben belehnt und gelobte die Zinsen gewissenhaft beim Hofmeister von Wehra abzuliefern.

 

  1. Sep. Ersterwähnung der Saalhäuser (UB 2 Nr. 186. Dom-Reg 687)

Durch Vermittlung des Kantors der Magdeburger Kirche und des Probst zu Bautzen tauschten die  Pfortenbrüdern mit den Brüdern des Moritzkloster einen Weinberg und einigten sich über die Nutzung und die Unterhaltung des Weges zwischen dem „Sanctorum der Phortener“ und  dem Winzerhaus der „Mauricianer“.

1.) Das Kloster Pforte bekam den Weinberg den das Moritzkloster neben dem Allerheiligenberg angelegt hatte, einschl. des dort befindlichen Brunnens.

  1. ) Das Moritzkloster bekam den Weinberg den die Pfortenbrüder neben dem Winzerhaus angelegt hatten.

3.) Der Platz zwischen den Weinbergen wurde geteilt.

4.) Alle Obstbäume und Weiden entlang der Saale vom Allerheiligenberg behält das Moritzkloster.

5.) Die Winzer und das Gesinde des Moritzklosters erhielten freien Zugang zum Brunnen im Sanctorum und durften außerdem einen eigenen Kahn zum Übersetzen über die Saale bei Altenburg benutzen.  

6.) Den Weg zwischen den Weinbergen und den Obstpflanzungen entlang der Saale durfte von beiden Klöstern gleichermaßenm benutzt werden.

Durch diesen Tausch hatten beide Klöster eine geschlossene Lage am Saalberg und die Brüder des  Moritzkloster konnten ohne Behinderungen ihr Winzerhaus erreichen.

Die Weinberge des Moritzklosters (Rektorberg, Klosterberg, Hirschberg, Abtsberg, Johannesberg, Moritzberg, Mönchsberg) und das „Winzerhaus“ wurden nach der Säkularisierung vom  Georgenamt verwaltet. Die Bewohner der Saalhäuser waren noch im 19. Jahrhundert in der Moritzkirche eingepfarrt und mußten ihre Toten auf dem dortigen Gottesacker bestatten.

 

  1. Sep. Vertrag über einen Verkauf an den Bischof (Dom-Reg. 688).

Vater und Sohn „Zcoph“ verkauften ihren Hof in „Krypsch“. Daraus entstand dann das von den Bischöfen vergeben  Lehensgut „Kreypitzsch“, dass da es keine Dorfflur hatte mit den Gerichten der Rudelsburg  zusammengelegt wurde. 

 

1408

  1. Juni Notarielle Bestätigung eines Schiedsspruches (UB 2 Nr. 187).

Einer der Zeugen war „Johannes vinitore montis Salberg“ der die Auffsicht über die klösterlichen Weinberge hatte.

1409

             Zinserwerb in Großobringen (Wolff)

20 Schock Freiberger Silbergroschen zahlten die Pfortenbrüder für 1 ½ Malter Hopfen und 14 Schilllinge.

 

1410

  1. Feb. Gütererwerb in Hassenhausen (UB 2 Nr. 192).

Konrad, Schenk zu Saaleck, gesessen zu Wiedebach (b. Weißenfels), verkaufte den Pfortenbrüdern seinen Hof mit der Gastgerechtigkeit und ½ Hufe für 15 Schock Freiberger Groschen.

Den Hof mit der Schenk- und Gastungsgerechtigkeit erwarb die Dorfgemeinde nach der Säkularisierung und vergab ihn dann in Zeitpacht.

 

  1. Mär. Vereinbarung zum Floßzoll auf der Saale (MER C48Ic 1686).

Die Bauholzflöße hatte in den letzten Jahrzehnten zugenommen, obwohl sie, trotz des landesherrlichen Befehls von 1393, immer wieder behindert wurde und darüber hinaus weitere Abgaben erhoben wurden. Nun setzten Friedrich der Streitbare und sein Bruder Wilhelm (II.) mit der in Saalfeld gesiegelten Urkunde einen einheitlichen Zoll auf der Saale fest, der  „ für Uns und Unsere Nachkommen“ Bestand haben sollte. Demnach hatte jedes Floß, das  zwischen Saalfeld und Jena verkauft wurde, einen Gulden zu entrichten. Flöße die zwischen Jena und Weißenfels verkauft wurden, zahlten zwei Gulden. Ausgenommen vom Zoll blieben die Lieferungen, die als „Fürstengut“ deklariert und mit Freibriefen versehen waren.  Auch die willkürliche Wegnahme von Floßholz bei Beschädigungen an Brücken und Wehren wurde untersagt. Die Entschädigung sollte erst nach Begutachtung „Geschworener“ mit Geld  abgegolten werden. Diese Bestimmungen zeigen, dass die Langholzflöße auf dem Friedrich und Wilhelm gehörenden Teil der Saale zwischen Saalfeld und Weißenfels erstmals einheitlich und kalkulierbar geregelt wurde. Das wiederum beförderte die Flöße außerordentlich und galt bis zur albertinisch-ernestinischen Teilung, als das  die Grenze zwischen Camburg und Saaleck gelegt wurde.

Das Geleit, wie das Saalecker waren davon nicht berührt, denn das war eine Benutzungsabgabe und  kein Zoll. Die Geleitseinnahme wurde verpachtet. Die Höhe der Abgabe, die jedes durchgehende Floß zu entrichten hatte, war festgelegt, allerdings herrschte oftmals die Willkür der Einnehmer. 

 

  1. Juli Naumburger Teilung (Allg. Gesch., Ermisch II/172-175).

Nach dem Tod Wilhelm I. (gest. 1407), der keinen Erben hinterließ, wurde die Mark Meißen wie  1403 vereinbart, zwischen Balthasar und den Söhnen Friedrich des Strengen, Friedrich (IV.) der Streitbare und Wilhelm II. aufgeteilt.

 

             Erklärung des Naumburger Bischofs (Wolff)

Der bestätigte, dass nach umfassender Prüfung die päpstliche Bulle von 1319, die den Pfortenbrüdern den Schutz und die Immunität gewährte, echt sei und damit Bestandskraft habe.

 

             Verkauf der Wilsdorfer Güter (Wolff)

Abt, Prior und Konvent verkauften Bertold von Nißmitz ihre Hufen in Wilsdorf und einen Hof ein Freyburg  für 54 Schock und 36 Kreuzgroschen, um bestimmte Schulden abzutragen, behielten  aber nominell die Lehnshoheit. 

 

1411

              Der Schenk v. Tautenburg jagt im Buchholz Wölfe (Braun-Annalen, Köster 1892)

 

1412

               Sicherung der Saalebrücke (Braun, Annalen)

Als Schutz vor einem Überfall bei einer Fehde mit dem Hohnsteiner Grafen ließ der Rat die Brücke bewachen.

 

1413

      Juli Belehnung mit der Pfarrvikarie von Lißdorf (Wolff)

Die Vikarie bringt jährlich 10 Malter Korn Zins, von denen der Lehensnehmer 4 Malter erhält und die Pfortenbrüder sich 6 Malter „orir incorparation wegen“ reservieren.

 

1415

  1. Sep. Erwerb schwarzburgischer Lehen (Dom-Reg.729).

Den Kauf den Bischof Gerhard II. von Goch (1409-1422) mit Zustimmung des Kapitels abschloss bezeugte u. a. Schenk Rudolf von Tautenburg.

 

  1. Okt. Schlichtungsspruch des Naumburger Bischofs (DomStA I B3 Nr. 401).

Bischof Gerhard und der Burggraf von Nürnberg vermittelten zwischen Friedrich IV. und Wilhelm II. wegen bestimmter Differenzen bei der Aufteilung ihres Erbes in der Mark Meißen.

 

             Zinserwerb in (Mark)Röhlitz (Wolff)

Konrad von Tannroda überläßt den Pfortenbrüdern den Zehnt seiner 10 ½ Hufen zur Seelenheil seiner Elternund verzichtet auf alle Ansprüche auf die von seinen Eltern 1390 den Pfortenbrüdern überlassenen Weinberg in Roßbach.

 

1416

  1. Feb. Schuldverschreibung des Bischofs Gerhard von Goch (Dom-Reg. 733/734).

Die Urkunde bezeugten Rudolf Schenk von Tautenburg und seine Söhne  Söhne Rudolf d. J. und Busse.

 

  1. Sep. Bischöfliche Schuldurkunde (Dom-Reg. 738)

Das betraf Schulden, für die Untertanen des zum Stift gehörenden Dorfes Lengefeld bürgten. Lengefeld wurde hier erstmals erstmals urkundlich erwähnt und dürfte aus den Wüstungen Döben und dem unteren Fränkenau hervorgegangen sein. Die begrenzte Feldfläche und die Nähe zur saale deuten darauf hin, dass sich die Bewohner neben dem Fischfang auch bei der Langholzflöße ihren Lebensunterhalt verdienten.

 

             Verpachtung des Pfortenhofes in Erfurt (Wolff)

Den neben der „Lemansbrücke“ am anderen Ufer der Gera gelegenen Hof pachteten mehrere Ministeriale der St. Nikolaikirche zu Erfurt  für 1 Rheinischen Gulden und dem Versprechen, den Hof in baulichen Zustand zu erhalten.

 

1417

  1. Jan. Bischöfliche Kaufurkunde (Dom-Reg. 745).

Die Tautenburger Schenken Rudolph d. Ä, Rudolph d. J. und Busse verkauften mit Zustimmung des Bischofs ihre bischöflichen Lehen in Wettaburg und Wetterscheid samt dem Halsgericht dem Domkapitel.

 

  1. Mär. Schlichtungsspruch auf der Neuenburg (DomStA I B3 Nr. 456).

Bischof Gerhard und Markgraf Wilhelm II. verständigten sich über die Gerichte im Weichbild der  bischöflichen Städte.

 

  1. Juni Kaiser Sigismund bestätigt dem Bischof alle Besitzungen und Rechte (Dom-Reg.746).

Anläßlich seiner Teilnahme am Konstanzer Konzil wurden dem Bischof alle seit König Konrad II.  überlassenen Besitzungen, Gerichte und Einkünfte bestätigt.

 

1419

  1. Jan. Naumburger Treffen (DomStA Nr II Bd. 4 9/12).

Dabei berieten die Markgrafen Friedrich IV. und Wilhelm II. über das weitere Vorgehen gegenüber  dem Landgrafen Friedrich d. Friedfertigen.

 

  1. Feb. Vererbungsbrief der Herren von Hagenest (Dom-Reg.761).

Einer der Bürgen für die gegenüber dem Landgrafen  von Thüringen und dem Markgrafen von Meißen abgegebenen Erklärung war der „Schencke Rudolff von der feste zcu Rotelsberg“.

 

1421

25.Aug. Bischöfliche Urkunde (Dom-Reg. 791).

Als Zeuge testierte der Bruder Schenk Rudolphs, Busse, „schengke zu Tutenberg, Vogt des Bischofs zu Salegke“. Demnach waren die Schenken der Tautenburger Linie mit der Vogtei  von Saaleck belehnt worden.

 

1422

              Verkauf von Gehölzen (Wolff)

Abt und Konvent überlassen dem Hospital zum heiligen Geist zu Naumburg 20 Acker Holz in einer wüsten Dorfmark bei Wethau für 80 Groschen Freiberger Münze, behalten aber das Oberlehen.

 

  1. Nov. Verzicht des Landgrafen (Wolff)

Friedrich der Friefertige überläßt den Pfortenbrüdern sämtliche landgräflichen Güter und Rechte  mit den Gerichten in Vehra und Henschleben in der Pflege Weißensee als Entschädigung für ihre  Aufwendungen, den Brandsee bei Großbrembach, den sie 1296 erworben und wieder als Fischgewässer hergerichtet hatten, entschädigungslos dem Landgrafen Balthasar überlassen mussten.

„Dieser Sache, Frihunge unde Eigintschaft sind Gezeugin unsir heimlichin unde liebin getruwin Rethe unde Manne, der edele Grave Friedrich von Bichelingen, herre doselbis und zcu Wyhe, unsir Hofemestir, unde die gestrengin, Er Dittrich von Wiczeleben, Er Busse Vicztum, Rittere, Er Urban von Gruthusen, unsir Obirschreibir, Rudolff von Meldingen, unser Wertynne, Hovemeistir George von Heitingisborg, Gorge von Dhenstete unsir Void zu Wimar unde ander erbargloubhaftige lute gnuk, gegebin zcu Wimar..“

 

1423

  1. Jan. Friedrich (IV.) der Streitbare wird mit Sachsen-Wittenberg belehnt (Allg. Gesch.).

Für seine Hilfe bei der Niederschlagung der Hussiten belehnte Kaiser Sigismund den markgrafen mit dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg.  Als Herzog von Sachsen-Wittenberg gehörte er zu den  sieben Kurfürsten, die seit 1356 die den deutschen König wählten und bekleidete das Hofamt des Erzmarschalls. Er nannte sich nun Friedrich I. Kurfürst von Sachsen und Erzmarschall des Heiligen Römischen Reiches, Landgraf vom Thüringen, Markgraf von Meißen, Pfalzgraf von Sachsen, Burggraf von Magdeburg und stand somit vor seinen Bruder Wilhelm II. und seinem Cousin Landgraf Friedrich den Friedfertigen. 

 

            Tod Markgraf Wilhelms II. (Allg. Gesch.)

Da er keinen Erben hinterließ, fielen sein Erbteil der Mark Meißen, der Mark Brehna und des Osterlandes an seinen Bruder Friedrich IV.  nunmehr Kurfürst Friedrich I.

 

            Erwerb der Witzlebenschen Güter (Wolff)

Christian von Witzleben, Herr von Berka  verkaufte den Pfortenbrüdern 2 Wiesen bei henschlebenm für 100 Rheinische Gulden sowie 15 Höfe mit Zubehör und Gerichten in Auerstädt und Rudersdorf, die er dem Landgrafen aufließ .

 

1424

  1. Feb. Schuldverschreibung der Tautenburger Schenken (Dom-Reg. 809/810).

Rudolph d. Ä. und sein Sohn Busse überliessen mit Einverständnis des Landgrafen dem Domkapital Zinsen in ihrer landgräflichen Lehen in Niedertrebra. 

 

1425

             Gütererwerb bei Buttelstedt (Wolff)

Hans Herting, gesessen zu Buttelstedt und Lutolf von Arnstadt, gesessen zu Zoppoten verkauften den Pfortenbrüder ihre Lehnsgüter  in Sachsenhausen, Leutental und Obringen mit Zinsen und Zinsleuten  für 200 Rheinische Gulden, wobei sich Herting ein Rückkaufsrecht auf sechs Jahre bedingt.

 

               Einrichtung einer Femestätte in Spielberg (Wolff)

Nach dem Erwerb der Dorfflur samt den Gerichten genehmigte der Landgraf die Herauslösung aus der Vogtei der Eckartsburg und den Pfortenbrüdern eine eigene Femestätte auf dem Hühnerberg.

 

1426

       Juni  Heerbann in Thüringen und Meißen (Döring, DomStA XXVIII).

Wegen der drohenden Hussitengefahr erhob Bischof  Johannes II. v. Schleinitz (1422-1434) in seiner Diözese  einen Zehnt, um die Rüstungen zu finanzieren. Doch das 20.000 Mann zählende Aufgebot wurde vernichtend geschlagen. 

 

1428

  1. Jan. Tod Kurfürst Friedrich I. (Allg. Gesch.).

Das Herzogtum Sachsen-Wittenberg erbte sein Sohn Friedrich II. der Sanftmütige, das übrige Erbe  der Markgrafschaften Meißen und Brehna sowie das Osterland, regierte er gemeinsam mit seinem Brüdern Wilhelm (III.) und Heinrich (gest. 1435).

 

1429

            Erwerb weitere Lehnsgüter (Wolff)

Dietrich Heseler und Ulrich Worm verkauften den Pfortenbrüdern ihre Lehen in Sachsenhausen und Leutental für 30 Rheinische Gulden.

Darüber hinaus genehmigte der Landgraf seinem geheimen Rat Jürgen von Heitingisborg die Überlassung von Zinsen bestimmter landgräflicher Lehen zu dessen Eltern Seelenheil.

 

            Geldverleih an den Kanonikus des Erfurter Marienkirche (Wolff)   

Die Pfortenbrüder hatten 50 Gulden für einen Jahreszins von 2 Gulden verliehen. Da Geldgeschäfte den Mönchen verboten waren, verwendete man eine Formulierung, die dies verschleiern sollte. 

           

 

1430

             Einfall der Hussiten in der Mark Meißen (Allg. Gesch.).

Bei diesem Einfall stießen die Hussiten über Pirna, Dresden und Torgau in Richtung Magdeburg vor. Das Aufgebot des Kurfürsten verhinderte die Belagerung Leipzigs  und einen weiteren Vorstoß über die Elster zur Saale (auch Naumburg wurde nicht belagert), jedoch nicht die Einnahme von Altenburg und Plauen und die Verheerung des Pleißenlandes Wegen der Hussitengefahr verstärkten zahlreiche Städte in Thüringen und Meißen, darunter auch Naumburg ihre Befestigungsanlagen.  Die verheerenden Züge endeten erst im Jahr 1438, als das Baseler Konzil ihnen die Religionsfreiheit zusicherte. 

 

1431

  1. Nov. Verpachtung des Fränkenauer Hofes (UB 2 Nr. 234, Dom-Reg. 848)

Die Pfortenbrüder überließen den Hof und 11 Hufen Land zu gleichen Teilen den Klosteruntertanen Nicolaus Werner,  Albert Fleck, Dietrich Vetter und Michael Notter“, die den Hof führen sollten, wie es „unse gotishuß lute...“ seit alters her gehalten hatten. Als Pacht sollten  jährlich zu Michaelis 10 Malter Weizen und 10 Malter Hafer sowie 16 Hühner im Kloster abgeliefert werden. Mit verpachtet wurde ein Gehölz „von der alten Straße nach Frenckenau bis an den Weg neben dem Weinberg, den man die Kelnerey nennt“ und einen Teil des Waldes „auf dem Berge der an das Schenkenholz und an die Aecker der Bauern von Unter-Mellere grenzt.“

Mit der „alten Straße“ ist der Teil der Via Regia gemeint, die nun, nachdem die steinerne Wenzendorffer Brücke dem überregionalen Verkehr offenstand, kaum noch benutzt wurde. Die Fränkenauer Höhe zwischen dem Äbtischen und dem Schenkenholz war damals dicht bewaldet und wurde nach und nach gerodet. Übrig blieben die Hänge des Nikolausberges, die für Ackerbau und Viehzucht nicht geeignet waren.

Die Pfortenbrüder hatten in den letzten Jahrzehnten immer wieder Klosteruntertanen mit einzelnen Hufen und Höfen belehnt, nun wurde erstmals eine ganze Grangia gegen Geld- und Naturalzins verpachtet. Da dem Kloster der Verkauf von Gütern untersagt war, wurden die Güter in Erbpacht gegeben und man behielt das Oberlehen meist verbunden mit einer Rückfallklausel.

 

1432

               Erklärung der Beichlinger Grafen (Wolff)

Die Pfortenbrüder hatten um die Verlängerung einer 1417 bewilligten Berechtigung gebeten, dass der Hechendorfer Hof ohne Einschränkungen an ihre Klosteruntertanen verpachtet werden kann. Die Grafen als Oberlehnsherren bewilligten weitere 21 Jahre, versprachen den Schutz der Pächter und untersagten ihren Vogt jegliche Eingriffe in die Gerechtigkeiten des Klosters. Dafür mussten ihnen der Hechendorfer Hof jährlich 30 Malter Getreide sowie eine Tonne Hering zur Fastenzeit nach Wiehe liefern.

 

              Gütererwerb in Lißdorf und Taugwitz (Wolff)

Die Pfortenbrüder hatten vom Moritzkloster bereits die Hälfte der Einkünfte von deren dortigen Gütern erworben. Nun verkauften die Moritzbrüder wegen drückender Schulden auch die andere Hälfte ihrer Zinseinkünfte für 250 Rheinische Gulden.

 

  1. Sep. Privilegienbrief des Kurfürsten (Dom-Reg. 852, Wolff)

Kurfürst Friedrich II., der Friedfertige und sein Bruder Wilhelm „...bestetigin und confirmiren alle solliche friheit, redliche brive, privilegia, gnade und gerechtlickeit...“die die Bischöfe bisher inne hatten.Ein ähnlicher Privilegienbrief bestätigte die Güter, Einkünfte und Privilegien der Pfortenbrüder.

 

1433

               Besetzung der Domfreiheit durch Kurfürst Friedrich II. (Rothe 792)

Einen Streit der Stadt mit dem Domkapitel nutzte Friedrich, um sich von den Bürgern der Domfreiheit huldigen zu lassen. Als Gegenleistung genehmigte er den Bau von Mauer und Graben zwischen der Stadt und der Domfreiheit.

 

1435

  1. Aug. Dietrich von Creutz erwirbt Schloß und Dorf Heuckewalde (DStA Nr. 625).

Die  Familie stand in bischöflichen Diensten und wurde mit einem Stiftgut belehnt.

 

1437

              Lehensurkunde des Landgrafen (Lepsius Kl. Schriften).

Friedrich IV. bestätigte den Brüdern Conrad und Rudolf, Schenken zur Veste und ihren Vettern den Schenken zu Korbsdorf und Wiedebach die landgräflichen Lehen.

 

1438

               Zusammenkunft der kursächsischen Landstände in Leipzig (Allg. Geschichte).

 

1439

               Anordnung des Landgrafen (Wolff)

Dem landgräflichen Vogt und dem Geleitseinnehmer zu Eckartsberga wurde befohlen, nicht in die Gerichtsbarkeit der Pfortenmönche in den nahe bei Eckartsberga liegenden Dorffluren einzugreifen.

 

  1. Dez. Verpflichtung der Schenken von Tautenburg (Dom-Reg. 898).

Gegenüber dem 1434 zum Bischof geweihten Peter von Schleinitz erklärte Schenk Rudolf: „Das genannte Sloß Salegke sal ouch uffen sin. dem genannten mynen herren von Nemburg adir sinen nachkomen zcu allen yren und des Stifftes Krigen adir noten.“ Weiter hieß es „Musten ouch der genante myn herre von Nuemburg adir sine nachkomen krigeshalbin luthe kegin Salegke legin, daz soll geschen uff yr eygen koste, werde ouch Salegke vorrand adir belegert so gerede ich mergenannter Rudolff Schengke mich darynne zcu halten also mir truwe und ere lib ist unde daz Sloß vlissiglichin bewaren alle allis  geverde.“ Die Verpflichtung bezeugten Marschall Gerhard von Gosserstedt, Erinhard von Meldingen, Ritter zu Lesten und Gerhard Selbweldiger zu Neidschütz.,

Daneben hatten die Schenken aus dem Saalecker Geleit, den „floßs Schillinge“ dem Bischof ein Darlehen gewährt. Das Darlehen wurde mit  8 Prozent verzinst und der Bischof verpflichtete sich außerdem, dass die Vogtei den Schenken nicht entzogen werden kann, solange das Darlehen nicht getilgt ist.  

 

1440             

Bestätigungsurkunde des Schenken von Tautenburg (Lepsius Kl. Schriften).

Bischof Peter überließ die  Saalecker Mühle den Schenken, mit der Maßgabe, dass  diese  wiederherzustellen sei.

 

Landgraf Friedrich der Friedfertige stirbt (Allg. Gesch.).

Da er keinen leiblichen Erben hinterließ, erbten Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige und dessen Bruder Wilhelm (III.) die Landgrafschaft.

 

1441             

   Letzte urkundliche Erwähnung von Wenzendorf (S. Braun-Annalen).

Eine Ratsrechnung vermerkte, dass „Nickel von Kiki (Gieckau) und Christian von Iehne (Gr. Jena) gein Wenczelsdorff gein dem voite (Vogt) von Ekrißberg (Eckartsberga)“gingen. 

Von Wenzelsdorf,, dass 1195 an die Zisterzienser kam, zeugen weder Baureste noch erhielt sich der Name in einer Flurbezeichnung. Die Brücke wurde nur als Kösener Brücke bezeichnet. Wiesen und Triften wurden dem Vorwerk Kösen bzw. Fränkenau zugeschlagen. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstand hier das Dorf Neu-Kösen.

 

  1. Apr. Lehensurkunde (Lepsius Kl. Schriften).

Kurfürst Friedrich II. und Herzog Wilhelm bestätigen den Söhnen des verstorbenen Heinrich von Bünau Rudolf, Günther und Heinrich ihre Lehnsgüter. Neben Besitzungen in Droyßig, Schkölen, Elsterberg, Meyhen, Boblas und Gestewitz gehörten auch die Rudelsburg und Großheringen dazu, demzufolge die von Bünaus den Tautenburger Schenken zur Veste folgten. Die Bünaus waren  bischöfliche Ministerialen, die in zahlreichen bischöflichen Urkunden erscheinen, wie  Günther, der 1277 urkundlich erwähnt wurde (NUB 452, 467, 470), Rudolf  (NUB 548, 612, 667, 804, 809) und Rudolf, Kastellan der Schönburg (NUB 810, 812, Regesten 229, 255, 258, 268, 281 ff).

            Bewilligung eines Ablasses für die Pfortenbrüder (Wolff)

Auf Bitten des Abtes bewilligte der päpstliche Legat Kardinal Ludwig von Arles den Zisterziensern die Vergebung auch von Sünden, die bislang dem Bischof vorbehalten waren. Das betraf nicht nur die Klosterinsassen sondern alle, die das Kloster aufsuchten. 

Das für den Ablaß auferlegte Bußgeld, durfte zunächst für ein Jahr und ein Quartal für die „Erbauung, Herstellung und Ausschmückung“ des Klosters verwendet werden.

 

            Gütertausch mit dem Moritzkloster (Wolff)

Die Pfortenbrüder überließen den Moritzbrüdern zwei Höfe in der Naumburger Vorstadt (Michelsgasse) und bekamen zwei Höfe in Altenburg-Almrich, weil sie bequemer lagen.

 

1443 

             Hochwasser der Saale (Pahncke).

Dabei soll die Lochwitzer Mühle den Fluten zum Opfer gefallen sein. Die befand sich an der Mündung des Flutgrabens aus dem Mordtal in die Saale, wie aus einer Karte von 1765 hervorgeht, wo diese Stelle als „Mühlstatt“ bezeichnet wurde.

 

1444

  1. Apr.Vergleich zwischen Bischof Peter und Abt Johannes (UB 2 Nr. 261, Dom-Reg. 923).

Die Pfortenbrüder waren verpflichtet den Naumburger Bischof samt Gefolge jährlich von Lätare bis zum Mittwoch vor Gründonnerstag im Kloster beherbergen und beköstigen. Weil der Bischof öfters abwesend war, zahlten das Kloster dem Bischof ein jährliches „Lagergeld“ in Form von Naturalien als Ausgleich. Als Abt Johannes das Lagergeld verweigerte, kam es zum Streit, der durch ein Schiedskollegium beigelegt wurde. Demnach zahlte der Abt jährlich 36 Rheinische Gulden und der Bischof verzichtete auf das Lager, durfte aber einmal jährlich für eine Nacht im Kloster unterkommen, falls er es wünscht. Außerdem erkannte der Abt den Bischof entgegen den Ordensregeln den Bischof als Herrn an. Dieser wiederum erhob den Abt zum Prälaten, verbunden mit dem Tragen des bischöflichen Ornats samt Tiara.

Einer der von den Pfortenbrüdern gewählten Richtern war Hermann von Burkersroda, der als Vogt zur Pforten bezeichnet wurde. Mithin bedienten sich die Mönche inzwischen eines weltlichen Richters..

 

1445              

            Schutzbrief für den Domstift (DStA Kop. 3)

Kurfürst Friedrich II. versprach dem Bischof Peter, dem Domprobst, den Kapiteln sowie den Bürgermeistern  und den Räten von Naumburg und Zeitz seinen Schutz für  24 Jahre. 

 

25.Juni Schulderklärung der Zeitzer Bürgerschaft (Dom-Reg. 929).

Diese verpflichtete sich zur Zahlung von Zinsen, die der Bischof dem Tautenburger Schenken Rudolf schuldete. Offenbar reichten die Erträge der Vogtei Saaleck, mit der der Schenk belehnt war, nicht aus, um diese im vollen Umfang zu begleichen.

 

  1. Sep. Teilung der Wettiner Erbländer (DD 6873/ WEI Reg. D 163).

Nach fünfjähriger gemeinsamer Herrschaft erfolgte eine Landesteilung. Friedrich, Kurfürst und Herzog von Sachsen-Wittenberg, bekam die Mark Meißen und das Altenburger Land,  Wilhelm die Landgrafschaft Thüringen und die Hälfte des Osterlandes zu dem das Amt Freyburg geschlagen wurde. Nach Lepsius fiel die Rudelsburg an  Wilhelm, der den Titel eines Herzogs von Sachsen annahm, ebenso das Patronat der Bistümer Naumburg und Merseburg. Freiberg die Silberstadt blieb gemeinsamer Besitz. Wilhelm ließ sich von den Grafen von Schwarzburg, Stolberg, Gleichen, Mansfeld, Beichlingen und Hohnstein, dem Burggrafen vom Kirchberg und den Herren von Querfurt huldigen. 

 

    Dez. „Hallescher Machtspruch (Allg. Gesch.)

Weil sich danach beide Brüder übervorteilt wähnten, drohte Krieg, den ihre Schwigersöhne der Markgraf Albrecht von Brandenburg und der Landgraf Ludwig von Hessen im Verein mit dem Erzbischof von Magdeburg und den Bischöfen von Merseburg. Naumburg und Meißen zu verhindern suchten. Im Kloster Neuwerk zu Halle einigten sich die Brüder, Wilhelm überließ seinem Bruder Freyburg und Burgau (b. Jena) und bekam die Altenburger Pflege.

 

 

1446              

  1. Aug. Beistandspakt (Dom-Reg. 934, Döring)

Apel Vizthum zu Roßla, dessen Bruder Busse, Vizthum zu Dornburg, Bernhard von Kochberg und Friedrich von Witzleben auf Wendelstein, die engsten Berater Herzog Wilhelms schlossen einen „Ewigen Bund“ gegen Kurfürst Friedrich II. Daraufhin verlangte Friedrich von seinem Bruder, dass er sich von seinen Vasallen trennen soll, und schloß mit dem Erzbischof von Magdeburg, den Bischöfen von Meißen, Merseburg, Naumburg-Zeitz und der Stadt Erfurt einen Pakt über einen  gegenseitigen Beistand für 24 Jahre und die Offenhaltung fester Plätze. Friedrich sagte im Gegenzug die Sicherung der Handelswege zu. 

Dem Pakt schlossen sich auch die Grafen von Stolberg, Beichlingen und Mansfeld, die Herren von Querfurt und die Schenken von Tautenburg an. 

 

Sächsischer Bruderkrieg (Dr. H. Koch in Jahrbücher der Kgl. Akademie zu Erfurt Bd. 35)

Wilhelm weigerte sich, der Aufforderung seines Bruders nachzukommen und bestand darauf, dass das Bündnis mit den Bischöfen von Naumburg und Merseburg aufgelöst wird, da die Bistümer  nach der Altenburger Teilung an ihn gefallen war. Da weder die Bischöfe noch der Kurfürst darauf eingingen, und die Vizthume drängten, erhob Wilhelm die Waffen. Daraufhin schlossen sich die Grafen von Stolberg, Beichlingen und Mansfeld, die Herren von Querfurt und die Schenken von Tautenburg dem Kurfürsten an.

Kurfürst Friedrich wandte sich zunächst gegen den Stammsitz der Vizthume Niederroßla und verheerte dann die Besitzungen um Camburg, Dornburg, Isserstädt, Kapellendorf, Sulza, Wiehe und Magdala und belagerte den Wendelstein, die Burg derer von Witzleben.

 

  1. Nov. Fehdebrief Herzog Wilhelms gegen Bischof Peter (Koch S. 74).

Wilhelm sagte  dem Bischof offen den Kampf an, weil dieser sich dem Kurfürsten angeschlossen  hatte. Ein für Dezember geplanter Sturm auf Naumburg wurde abgesetzt. 

 

  1. Dez. Querfurter Bündnis (DD 6956).

Der Kurfürst, der Erzbischof und  die Bischöfe von Naumburg und Merseburg bekräftigten ihr Bündnis gegen Herzog Wilhelm. 

 

              Verkauf von Klostergütern (Wolff)

In Anbetracht der unruhigen Zeiten überließen die Pfortenbrüder einige der weitab liegenden Güter in Straußfurth und Hopfgarten dem Abt von Walkenried, ihrem Mutterkloster.

 

1447

  1. Jan. Sturm auf Freyburg (Koch S.82/90-93).

Dem kurfürstlichen Aufgebot gelang es nicht, die Stadt zu nehmen. Die Grafen von Beichlingen verheerten die Güter der Vizthume in Wiehe und Nebra. Der Graf von Gleichen fiel in die Dörfer um Camburg, Darnstädt und Eckartsberga ein.

 

  1. Feb. Waffenstillstandsverhandlungen in Naumburg (DD Kop. 18 Bl. 15, Stadtarchiv Nbg.)

Im Gefolge des Kurfürsten befanden sich die Fürsten von Anhalt, die Grafen von Stolberg, Mansfeld, Gleichen, Beichlingen und  Hohnstein, der Burggraf vom Kirchberg, Brun zu Querfurt, die Brüder Rudolf, Busso, Burkhard und Hans, Schenken zu Tautenburg und Rudolf von Bünau. Im Gefolge Herzog Wilhelms, der in Freyburg sein Lager aufschlug, waren die Grafen von Schwarzburg, Busso und Apel Vizthum, Bernhard von Kochberg und Friedrich von Witzleben zu Wendelstein (n. Schöttgen, Diplomataria Bd. 1).

Noch während der Verhandlungen fielen die von den Vizthumen zur Hilfe geholten Böhmen in die Diözese von Naumburg ein. Nach deren plötzlichen Abzug wurden die Verhandlungen fortgesetzt.

Lepsius meinte, dass auf Grund des Einfalls der Böhmen und deren plötzlicher Abzug, der einem  Wunder gleichkam, die Kirschfestsage von der Belagerung der Stadt durch die Hussiten ihren ursprung hatte.

 

  1. Mai Friedenschluss zwischen Friedrich und Wilhelm (Koch ebd.)

Dabei wurden auch die Differenzen mit dem Naumburger Bischof beigelegt. Herzog Wilhelm bestätigte ihm alle von seinen Vorfahren überlassenen Güter und Privilegien und der Bischof Wilhelm die Stiftslehen in Thüringen. Allerdings gingen die Fehden und Übergriffe weiter.

 

  1. Okt. Erfurter Versöhnung  (Koch ebd.).

Der Naumburger Friede wurde erneut beschworen, nachdem sich Wilhelm offiziell von den Vizthumen losgesagt hatte. Doch dann überließ er dem Apel Vizthum seine fränkischen Besitzungen und übernahm die vizthumschen Besitzungen an der Ilm wie Niederroßla, Sulza und Reinstädt.

 

1448

      Mai Schwarzburger Hauskrieg (Döring).

Günter XXXII. von der Wachsenburger Linie, der keinen männlichen Erben hatte, setzte seine Schwiegersöhne als Erben ein, worauf Heinrich XXXI. von der Arnstädter Linie und Günter XXXI. von Schwarzburg ihre Erbansprücje geltend machten. Kurfürst Friedrich als Oberlehnsherr folgte dem Willen des Grafen Günter während Herzog Wilhelm die Partei Heinrichs ergriff. Daraufhin flammten die Kämpfe in Thüringen erneut auf.

Im Oktober kam es zu einem Waffenstillstand, der 1449 mehrfach verlängert wurde, aber ständig durch Kriegszüge gebrochen wurde

 

1450              

  1. Juni Wiederaufnahme der Kämpfe zwischen den Brüdern (Koch ebd.).

Die herzoglichen Aufgebote sammelten sich bei Eckartsberga und Auerstädt, während der Kurfürst, nachdem er die „Lausitzer Differenzen“ sein Aufgebot in Magdala zusammen zog. Auf dem Weg dorthin verheerte er Camburg, Wickerstädt und Niederroßla und wandte sich dann dem  schwarzburgische Stadtilm zu. Inzwischen fielen Wilhelm und seine Verbündeten in die Mark Meißen ein, belagerten Zeitz, Altenburg und Gera.  Daraufhin zog Friedrich vor Freyburg und verheerte Laucha und Mücheln und zog dann vor Eckartsberga, das er als Vergeltung für die Verheerung der Mark Meißen zerstörte ebenso die Städte Wiehe, Bibra, Rastenberg, Buttstedt, Brembach, Auerstedt und Neustedt.

 

   Belagerung der Rudelsburg durch Kurfürst Friedrich (Gotha diplomatica Rudolphi ?).

„Ruttilingesberg a. d. Saala bei Pforta“ wurde erobert und zerstört.

 

  1. Okt. Herzog Wilhelms Vorstoß nach Naumburg (K. Stolle Thüringisch-Erfurtische Chronik)

„Darnoch zcoch diser an dem Salberg by Franckow, kein deme closter zu den Pforten (.)  unnde meynete sich vor Numburg zu legen unnde das zu gewynnen...“

 

1451             

  1. Jan. Friedensverhandlungen in Naumburg (K. Stolle, Thüringisch-Erfurtische Chronik)

Kurfürst Friedrich hatte sich in Naumburg einquartiert, sein Bruder Wilhelm in Freyburg. Hier war auch der Markgraf Albrecht von Brandenburg der den Frieden vermitteln sollte, eingetroffen und „mußte länger denn 14 Tage stets und täglich über die „bruckin zu kosin“ reiten, weil die Saale Hochwasser führte und weder Furt oder Fähre nutzbar waren. Am 27. Januar konnte er zwischen den Brüdern den Frieden vermitteln.

Aus der „Wenzendorfer Brücke“ wurde nun nach Untergang des Dorfes die „Kösener Brücke“.   

 

  1. Okt. Beschwörung des Friedens (Dom-Reg. 942).

Im Kloster Pforte schworen sich Kurfürst Friedrich und Herzog Wilhelm ewigen Frieden. Sie  akzeptierten  die Altenburger Teilung und den Halleschen Machtspruch. Außerdem legten sie ihre Differenzen beim Schwarzburger Hauskrieg bei.

Die Beurkundung erfolgte im Kloster Pforte. Als Zeugen waren anwesend Graf Ernst von Gleichen,  Herr zu Blankenhain, Hans von Maltitz, Johann von Scudnitz, Ritter Otto Spigel für die herzogliche Seite und für den Kurfürsten Graf Adolf von Braunschweig, Graf Ludwig von Gleichen, Herr von Tonna und Blankenhain  und Bernhard von Brandenstein. Diese Beurkundung kostete dem Bistum 680 Gulden, allerdings übernahm davon der Naumburger Rat 400 Gulden.

Noch im gleichen Jahr untersagte Wilhelm den Verkauf von Getreide und Lebensmitteln aus Thüringen auf dem Naumburger Markt und die Einfuhr von Naumburger Bier nach Thüringen. Für die Aufhebung dieses Verbots  zahlte der Rat dem Herzog eine weitere Ablöse.

 

1452

              Umwandlung des Kirchenzehnts (Wolff)

Die Pfortenbrüder entrichteten von ihren Gütern, die zu den Gerichten des Hochstifts gehörten  (Roßbach, Altenburg, Wethau), wie alle übrigen Besitzer den Zehnt an die Naumburger Kirche. Nun vereinbarten das Domkapitel mit dem Abt, anstelle des Zehnts die Abgabe von jährlich 10 Scheffel Roggen und 10 Scheffel Hafer.

 

1454

  1. Nov. Untersuchung eines Überfalls bei Hassenhausen (UB 2 Nr. 292).

Anläßlich der bevorstehenden Vermählung des Sohnes von Kurfürst Friedrich mit der Tochter des  Herzogs von Burgund, Karl dem Kühnen, hatte dieser eine mit reichen Geschenken versehene Abordnung nach Wittenberg gesandt. Trotz des Geleits  des erzbischöflichen Vogts von Erfurt  wurde die Gesandtschaft am Stallberg bei Hassenhausen von den Vitzthumen Apel und Busse überfallen, die Gesandten gefangen und auf  verschiedenen Burgen der Vitzthume gebracht.  

Herzogs Wilhelm befahl dem  Abt, den Überfall auf die Gesandtschaft untersuchen, da er sich in den Gerichten des Klosters zugetragen hatte. Danach bekannte der Abt, dass „unßer und unßer gotshues arme lute in Hassenhusen“ den Überfall nicht verhindern konnten.

Die Vizthume wurden in die Reichacht gelegt und verloren nun auch iohre fränkischen Güter um Coburg, die sie von Herzog Wilhelm im Austausch gegen ihre thüringischen Besitzungen  (Kapellendorf, Dornburg, Leuchtenburg, Isserstädt, Magdala, Mellingen, Camburg) 1447 erhalten hatten.

 

   Notiz im Naumburger Stadtarchiv (Krottenschidt, Braun).

„Ao. 1454 als die Brücke zu Kösen gebauet worden, hat der Rat dazu mit seinen Wagen gedient und Steine helfen aufladen lassen“. Damit dürfte in dieser Zeit  der Bau der steineren Brücke zum Abschluss gekommen sein. Nach Hinsche (Heimatbuch 1930) hatte sie eine Länge von 288 Fuß (90,5 m), die drei Rund- und 5 Spitzbogen eine Spannweite von  8 bis 8,5 Metern. Die Breite, wie man älteren Karten entnehmen kann, betrug 4 Meter. Die recht steile Auffahrt erforderte von den Fuhrleuten erheblichees geschick, wenn sie sich auif der Brücke begegneten. Doch dies war zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich nachteilig.

Trotz zahlreicher Hochwasser, Eisgänge und Kriegshandlungen überdauerte sie vier Jahrhunderte. 

 

1455

  1. Jan.Verkauf von Lehen der Tautenburger Schenken (Dom-Reg. 962).

Die Brüder Rudolph, Burkhard und Hans verkauften Bischof Peter ihre Lehen in Mollschütz. Den Verkauf genehmigte am Herzog Wilhelm am 07. März 1456.

 

  1. Juni Bischöflicher Schiedsspruch (UB 2 Nr. 293).

Dieser entschied im Streit der Pfortenbrüder mit ihren Klosteruntertanen in Plotha.

 

  1. Juli Bischöfliche Lehnsurkunde (Dom-Reg. 964).

Neben dem Rittern Rudolf von Bünau, Heinrich von Bünau zu Teuchern und Heinrich Bünau zu Droyßig testierte „Rudolff Schencke“ bischöflicher Hauptmann.

 

  1. Juli Altenburger Prinzenraub (Allg. Gesch.)

Die Söhne von Kurfürst Friedrich, Ernst und Albrecht wurden vom Ritter Kunz von Kauffungen aus dem Altenburger Schloß entführt, konnten aber unversehrt  befreit werden.

 

1456

  1. Mär. Schuldverschreibung (Dom-Reg. 971).

Abt Johann borgte sich beim Domstift Geld, um bestimmte Schulden abzutragen. Da es den Kirchen nicht erlaubt war, Geld zu verleihen bzw. Zinsen zu erheben, wurden Formulierungen gewählt, die als Tauschgeschäfte den eigentlichen Zweck verschleierten.

 

              Kauf eines Weinberges bei Weringshausen (Wolff)

Graf Sigmund von Gleichen erlaubt den Erwerb von seinem Lehnsmann, weil es dem Hof Vehra an Wein mangelt, Zins und Lehen verbleiben beim Grafen.

 

    Nov. Bestätigung der Abgabenfreiheit des Klosters (Wolff)

Der Erzbischof von magdeburg bestätigte wie bereits seines Vorgänger Rudolf, Albert, Burkhard und Otto den Pfortenbrüdern, den abgabefreien Kauf von Salz, Wachs, Seife, Fischen, Heringern, Leder, Fett, Spezereien, Butter und Schmer auf den Märkten im erzbischöflichen Stift.

 

1457

     Mär. Visitation des Klosters durch Herzog Wilhelm. (UB 2 Nr. 302,303,304).

Zur Untersuchung der vom Konvent gegen den Abt Johann (III.) erhobenen Anschuldigungen wegen verschiedener Verstöße gegen die Klosterordnung, befahl der Herzog die Äbte von Walkenried, Volkenroda, Altzelle und Bucha nach Pforte. Nach Sichtung der Unterlagen und Befragung des Konvents stellte sich heraus, dass die Anschuldigungen stark übertrieben waren oder auf Versehen beruhten. Da man keinen größeren Schaden feststellte, stellte der Herzog die Untersuchung ein.

 

              Verkauf der Beuditzer Mühle (Wolff)

Herzog Wilhelm hatte die Mühle, deren Zins die Pfortenbrüder erworben hatten, einem Bürger von Weißenfels verkauft und überließ ihnen als Entschädigung  einige Zinsen in Zschorgula. 

 

1458

             Zinserwerb in Sachsenhausen und Leutental (Wolff)

Die Äbtissin von Oberweimar verkaufte mit Einwilligung des Schössers Johann von Trebra und des Weimarer Untervogts den Pfortenbrüdern den Jahreszins ihrer dortigen Klostergüter für 75 Schock Groschen.

         

1459

               Verpachtung eines Weinberges am Hasenloch (Erbbuch 1551) 

„Wir Johann, Abt, Hieronymus, Prior, Georgius Große, Kellner, und wir die Sammung gemeiniglich des Klosters zur Pforten bekennen für und alle, unsere Nachkommen und tun kund, alle die diesen Brief  sehen, hören oder lesen, daß wir mit gutem Verstand und bedachten Mut, recht und redlich ausgetan und ausgelassen haben  unsern Weinberg jenseits der saale gelegen, an den Vorderbergen, genannt das Hasenloch, mit dem Holz bis an den Fränkenauer Weg dem beschiedenen Nickel Schladerbach, Elsen seiner Hausfrau und allen ihren Pachterben, gesessen zu Flemmingen erblich zu haben, zu betreiben als Erbpacht und Gewohnheit ist,  um den halben Teil was darinnen wächst, es sei Wein, Hopfen oder Obst.

Als wenn man den Wein liest, so sollen wir den gleichen miteinander teilen vor dem Berge und den Trester in den Kelter fahren lassen in unserem Kloster. Was daraus gereicht wird, sollen wir auch vor dem Keller gleich teilen. Den obgenannten Winzern ihr Teil, da sollen sie uns anbieten und verkaufen vor einem anderen. Wo aber, das uns nicht fügsam zu kaufen wäre, somit müssen sie damit tun nach ihrer Bequemlichkeit.

Die obgenannten Winzer sollen auch das Gebirge und Gefäße mit aller erdenklichen Arbeit zur rechten Zeit fertigen, also daß das Gebirge von Tag zu Tag gebessert und nicht gespart werde und alle Jahr zwanzig Fuder Mist vor den Berg schicken, auf ihre Kosten und Lohn und zur rechten Zeit einbringen. Auf das nützlichste den Mist den wir ihnen überlassen sollen aus unserm Hof zu Kösen, als daß sie für ein Fuder sechs Pfennige geben sollen.

Wenn auch der obgenannte Nickel, Else seine Hausfrau oder ihre Erben, solch Gebirge versetzen oder verkaufen  müssen (.) so sollen sie das tun mit Recht und Wissen des Herrn und das versetzen oder verkaufen an Leute, die unserm Gotteshaus bequem und andere ausgeschlossen sind, also daß sie uns wohl gefällig und bessern mögen und uns dazu behaglich sind.

Werden auch obgenannte Winzer an solcher obgenannten Arbeit säumig, es wäre von Armut, Krankheit (.) daß solchen Gebirge nicht genugsam geschehe, ihrer Verstimmung halber (.) so müssen wir uns zu dem Gebirge  halten, ohne Ansprache der obgenannten Winzer und ihrer Erben oder eines jeglichen, nach unseres Klosters Bequemlichkeit. 

Das alle Stücke und Artikel dieses Briefes stets ganz ungebührlich und ungefährlich gehalten werden, haben wir diesen Brief verfaßt  und unseres Abtes und Sammung angehangenes Insiegel wissentlich hier anhängen lassen. Gegeben nach Christi unseres Herrn Geburt ...“    

 

1462

  1. Nov. Herzogin Anna von Österreich verstirbt auf der Eckartsburg (Döring).

Herzog Wilhelm hatte sein Eheweib auf die Eckartsburg verbannt und heiratete im folgenden Jahr seine Mätresse Katharina von Brandenstein, der er Schloß Ranis schenkte. Beide Ehen blieben ohne männlichen erben  aus beiden Ehen .

 

1464

  1. Sep. Tod des Kurfürsten Friedrich II. des Friedfertigen (Allg. Gesch.).

Ernst der Ältere erbte die Kurwürde mit Sachsen-Wittenberg, die Regierung der übrigen Länder  teilte er sich mit seinem Bruder Albrecht.

 

               Zinserwerb in Sachsenhausen (Wolff)

Wolf und Henze von Tromsdorf verkauften den Pfortenbrüdern den Zins ihrer dortigen Güter für 7 alte Schock Freiberger Groschen

 

1465

  1. Aug. Kaiserliche Bestätigung der bischöflichen Privilegien. (Dom-Reg. 1049).

Unter der Maßgabe der Leistung des Lehnseides wurden dem neuen Bischof Dietrich III. v. Bocksdorf (1463 bis 1466) die Privilegien durch Kaiser Friedrich III. auf einer in Rom gesiegelten Urkunde bestätigt.

 

  1. Dez. Lehnseid des Bischofs (Stiftsbibl. Zeitz Bl. 36)

In Vertretung des Kaisers nahm Kurfürst Ernst den  Eid entgegen.

 

1466                

   Die  „Windlücke“  wird erstmals erwähnt (Pahncke).

Der Naumburger Rat verbuchte Kosten für die Instandsetzung des Fahrweges an der „Windlücke“  beim Kloster Pforten. Während die Pfortenbrüder ihren Weg zur Grangia Cusne und der Brücke noch über den Käppelberg nahmen, hatte man nach dem Bau der steinernen Brücke den Käppelberg mit einem Einschnitt versehen, um die Passage für die Fuhrwerke, zu erleichtern. Der Unterhalt des Fahrweges sowie der Brücke oblag demzufolge dem Rat zu Naumburg. Die Handelstransporte gingen nicht durch den Klosterbezirk, sondern blieben auf dem verbindungsweg außerhalb der Klostermauer. Über die kleine Saale führte eine steinerne Brücke. Dennoch sprachen immer mehr Reisende am Tor des Klosters vor, verlangten Speise und Trank aber auch Unterkunft und Futter für die Zugtiere, was nach der Klosterregl auch teilweise kostenlos gewährt werden musste, die Möglichkeiten der Klosterwirtschaft aber überstieg.

 

1467

  1. Nov. Herzog Wilhelm der Tapfere tritt dem Grenzvertrag von 1451 bei (Dom-Reg. 1074).

Die Gerichtsgrenzen des Hochstifts Naumburg-Zeitz sowie der Schönburg, wie sie Markgraf Dietrich von Landsberg 1278 festgelegt wurden bestätigt und den Vögten von Wissenuels (Weißenfels), Friburgk (Freyburg), Eckerßsbergk (Eckartsberga) und Ißembergk (Eisenberg)  jegliche Einmischung in Stiftsangelegenheiten untersagt.

 

1469

              Änderung der Frohnbezirke (Wolff)

Herzog Wilhelm legte fest, dass die den Pfortenbrüdern lehnspflichtigen Dorbewohner von Spielberg den herzoglichen Acker- und Frohndienst nicht mehr in der gesamten Vogtei  Eckartsberga sondern nur noch auf einem bestimmten Bereich am Lindenberg zu leisten hatten.

 

1470

  1. Feb. Patronatserklärung Herzog Wilhelms (Dom-Reg. 1470).

Bischof Heinrich II. von Stammer (1466-1481), das Domkapitel und die Einwohner der bischöflichen Städte wurden unter herzoglichen Schutz gestellt.

 

1471

  1. Mär. Herzog Wilhelm visitiert das Kloster Memleben (Dom-Reg. 1109).

Wegen katastrophaler wirtschaftlicher Verhältnisse wurde der Konvent unter Aufsicht gestellt und das  Amt Eckartsberga mit der Kontrolle der Klosterwirtschaft betraut. In der Folge wurde die Visitation der Klöster im Herzogtum verstärkt.

 

  1. Aug. Kaiserliche Bestätigung der bischöflichen Privilegien (Dom-Reg. 1115).

In Regensburg beurkundete Friedrich III. die Rechte des Bistums, vorbehaltlich der Ableistung des Lehnseides  Bischofs Stammer gegenüber dem Herzog von Sachsen.

 

1472

  1. Juni Stadtbrand von Erfurt (Döring, Wolff).

Ein entlaufener Zisterziensermönch aus Pforte, soll den Brand im Auftrag eines Ritters von Tannroda  bzw. der Vizthume gelegt haben. Apel und Busso rächten sich am Erfurter Rat, der an der Seite des Kurfürsten die vizthumschen Besitzungen verheert und wie Kapellendorf erworben hatten. Der Brand war verheerend, noch viele Jahre später lagen große Teile der Stadt in Trümmern darunter auch der Dom und St. Severi.

 

1473

              Geldverleih des Klosters zum neuen Werk zu Halle (Wolff)

Die Pfortenbrüder borgten sich 200 Rheinische Gulden auf Wiederkauf und stellten als Sicherheit die Zinsen verschiedener Klostergüter. Der Wiederkauf war eine übliche Klausel bei Geldgeschäften, die der Kirche eigentlich verboten waren.

 

1477

             Richterspruch des Herzogs Wilhelm, Landgraf zu Thüringen (Wolff)

1432 hatten sich die Pfortenbrüder verpflichtet, den Grafen von Beichlingen des jährlichen Zins der Hechendorfer Güter am Schloss Wiehe abzuliefern. Nachdem die Herren von Werthern Wiehe erbten und belehnt wurden, hatten die Pfortenbrüder den Zins nicht abgeliefert. Nun entschied  Herzog Wilhelm, dass wie bisher 20 Malter Getreide und 1 Tonne Heringe jährlich den jeweiligen Herren von Wiehe gegeben werden müssen.

 

1479

  1. Juni Verkauf von Stiftslehen (Dom-Reg. 1179/ Lepsius Kl. Schriften).

Graf Heinrich Reuß erwarb mit Zustimmung des Bischofs die Lehen in (Frei)-Roda mit allen Rechten und Gerichten, wie sie „des Hernfried, Schenk v. d. Veste, etwan zu Rottelsberg gesessen, gewest sind“

Außerdem bestätigte der Bischof den Verkauf von 4 Äckern in der Lengefelder Flur an Hans von Tümpling, dem Vogt von Saaleck.

 

1481             

  1. Mär. Urkunde des Bischofs Dietrich (IV.) von Schönberg (Dom-Reg. 1193).

Nach seiner Wahl versprach er dem Domkapitel, das von seinem Vorgänger dem Tautenburger Schenken verpfändete „castrum Salecke“ auszulösen.  

 

Geschäft mit dem Naumburger Rat (Lepsius Kl. Schriften)

Lorenz, Schenk zur Veste erwarb für sich und seine Ehefrau beim Rat eine Leibrente. Dafür verzichtete er auf bestimmte Güter in der Stadt. Das bezeugten seine Brüder Ehrenfried, Schenk zur Veste, Heinrich Schenk zu Tanschau und Iring, Schenk zu Kleßen. 

 

            Erneuerung des Wehrdammes (UB 2 Nr. 344).

„Das wehr über dieser mohlenn ist steinern,.....von neues durch Apt Heinrich Marschalck gemacht“heißt es in dieser Urkunde.

 

1482

  1. Jan. Brief Abt Heinrichs an Herzog Wilhelm (UB )

Heinrich teilte dem Herzog mit, dass verheerende Unwetter die Ernte vernichtet hatten und daher die Klosteruntertanen den Zehnt nicht leisten könnten.

 

  1. Mai Privilegienurkunde (Dom-Reg.1198).

Friedrich III. bestätigte in Wien dem Bischof Dietrich II. von Schönberg (1482-1491), die bischöflichen  Besitzungen und Privilegien, nachdem dieser gegenüber Herzog Wilhelm den Lehnseid geleistet hatte.  

 

  1. Sep. Herzog Wilhelm III. der Tapfere stirbt in Weimar (Allg. Geschichte).

Da Wilhelm keinen leiblichen Erben hatte, seine Neffen, Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht die Landgrafschaft. Damit endete die politische und territoriale Eigenständigkeit der Landgrafschaft und es bestand die Gefahr eines erneuten Bruderkrieges.

 

                Erwerb eines Weinberges vor den Toren Erfurts (Wolff)

Die Witwe eines Erfurter Bürgers verkaufte dem Hofmeister von Vehra und dem Hofmeitser des Erfurter Pfortenhof einen Weinberg vor dem St. Andreas Tor, den ihr Mann als kurmainzisches Lehen trug und der 6 Erfurtische Groschen jährlich abwarf. Den Berg hatten die Domherren der Severikirche als Sicherheit für eine Hypothek von 60 Gulden gegeben, die sie aber umgehend einlösen wollten undauf den berg eingeräumt, die jährlich 4 Gulden Zins brachten. Die  Kaufsumme betrug 32 Mark Silber, die teils in Geld teils mit Waren abgetragen wurde.

 

              Erwerb in Großobringen (Wolff)

Der Abt Heinrich Marschalk erwarb vom weimarischen Schösser mehrere Hufen, die dieser als Lehen des Klosters Heusdorf (b. Apolda) trug, allerdings ohne Zinsen und Gerichte. Das Oberlehne blieb bei Heusdorf.

Im gleichen Jahr legte Abt Heinrich Marschalk neben dem Hof Porstendorf Nuwengynne (Neuengönna) an . Zum Zeichen der klösterlichen Gerichtsbarkeit errichtete er einen Galgen, den der Jenaer Amtmann niederreißen läßt und die Ansiedler vor seine Gerichte zwingt. Auf Intervention des Abtes wird der Jenaer durch Fürstenspruch abgewiesen.

 

 

1483

            Grundstücksverkauf in Lengefeld (Lepsius Kl. Schriften).

Heinrich, Schenk zur Veste, verkaufte seine sieben Höfe in Lengefeld an Hans von Tümpling und dessen Ehefrau.

Lengefeld war kein eigenständiges Kirchdorf, war nach Saaleck eingepfarrt und gehörte wie  Kreipitzsch, der Rudelsburg sowie Hohndorf und Punschrau dem Hochstift. Das Lehen und die  Vogtei hatten bischöfliche Gefolgsleute wie die Herren von  Bühnau oder die v. Tümpling.

 

1485             

  1. Juni Leipziger Teilung (Allg. Geschichte).

Die Beurkundung erfolgte am 26. August bzw. 11. November (WEI UR. Nr. 1051). Die Teilung erfolgte nach altsächsischem Recht, der ältere Bruder Kurfürst Ernst teilte und Albrecht der jüngere Bruder wählte die Mark Meißen, die  Ämter Leipzig, Delitzsch-Landsberg und Zörbig, die Pfalzgrafschaft Sachsen mit Freyburg, Sangerhausen und Weißensee, die Ämter Eckartsberga, Jena, Dornburg und Camburg. Er behielt den Titel eines Landgrafen und wurde von den Grafen und Herren von Schwarzburg-Sondershausen, Stolberg, Hohnstein, Mansfeld, Arnstein, Beichlingen, Leisnig, Querfurt und die Schenken von Tautenburg gehuldigt. Die Rudelsburg wurde dem Meißener Teil zugeschlagen, ebenso das Patronat über das Kloster Pforte. Die  Albertiner verlegten ihre Residenz nach Dresden, in Leipzig wurden das Landgericht und die Landstände eingerichtet.

Für Kurfürst Ernst blieb neben dem Kurkreis der größte Teil der Landgrafschaft Thüringen, das Lehen des Vogtlandes und der nördliche Teil des Osterlandes. Ihn huldigten u.a die Grafen der Schwarzburg-Rudolstädter Linie und die Reußen zu Kranichfeld.  Er bekam das Patronat über die  Bistümer Merseburg und Naumburg, während das  Bistum Meißen sowie die Einnahmen aus den Städten Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen und die Bergwerke  gemeinsamer Besitz blieben.  1486 bestätigte Kaiser Friedrich III. die Erbteilung und belehnte die Ernestiner und Albertiner mit den ihnen zugefallenen Landesteilen.

Von den Besitzungen der Pfortenbrüder fällt der Stiftungsbesitz, die Erwerbungen rechts der Saale die Höfe Vehra-Henschleben, Leuthental-Sachsenhausen und Porstendorf-Neuengönna an die  herzoglich albertinischen Linie. Flemmingen, Altenburg und  Mertendorf liegen im kurfürstlich-ernestinischen Gebiet. 

 

           Verweigerung der Abgaben an das Kloster (UB 2 Nr. 386, Pahncke)

Nach einer Erhebung der Bauern von Leuthental und Sachsenhausen wegen zu hoher Abgaben vermeldet der Abt Heinrich Marschalk „... villani in Listorff, Rogehußen, Dogwicz, Popal, Bendorff, Czebekur, Spelberg, Obermeller, Pomnicz, Neddermeller, Hassenhußen conspiravenut contra nos.“- konspirieren gegen uns“.Nach der Verhaftung der Anführer wurde der Streit beigelegt .

 

1486

  1. Aug. Tod von Kurfürst Ernst (Allg. Geschichte).

Ihm folgte sein ältester Sohn als Friedrich III. später der Weise genannt, Beschützer Luthers und Wegbereiter der Reformation. Als ältester Sohn erbte er die Kurwürde und den Kurkreis, in den  übrigen Erbländern teilte er sich die Herrschaft mit seinem Bruder Johann, der Beständige genannt. Beide vereinbarten mit ihrem Oheim Herzog Albrecht den gegenseitigen Erbfall,  falls es keinen leiblichen Erben gab.

 

  1. Juni Bischöfliche Urkunde (Dom-Reg. 1247).

Unter Vermittlung des Burggrafen Georg  v. Kirchberg wurde  vor dem geistlichen Gericht zu Erfurt ein Streit bischöflicher Untertanen wegen der Gerichtsbarkeit beigelegt. Den Bischof vertrat   Hans von Tümpling, der Vogt zu  Saaleck.

 

1487

  1. Okt. Heinrich Schenk schwört dem Bischof Urfehde (StiftsArch. Zeitz 1/382).

Möglicherweise eine Folge der Belehnung des  bischöflichen Vasallen Günther von Bünau mit der Rudelsburg.

 

  1. Okt. Kaiserlicher Befehl an den Probst und das Domkapitel (Dom.-Reg. 1260).

Als Sammelpunkt für einen Kriegszug des Reiches gegen den Ungarnkönig sollten sich die Aufgebote der Reichsstände in Augsburg sammeln. Die Bistümer waren ebenso wie die weltlichen Fürsten zur Stellung bestimmter Kontingente verpflichtet, deren Ausrüstung und Unterhalt aus Mitteln des Stifts oder zusätzlichen Steuern bestritten werden musste.

 

  1. Okt. Bischöfliche Urkunde (Dom-Reg.1261).

Hier testierten die Bünaus, Heinrich zu Schkölen, Gunther d. J. von Droyßig und  Gunther d. Ä.  Domherr, Dekan und dectetorum doctor.

 

1488

             Schutzurkunde des Klosters (Wolff)

Albrecht Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen erklärte auf Bitten des Abtes Cyriakus  die Besitzstände und Privilegien die den Pfortenbrüdern bislang überlassen waren und deren rechtmäßigen Besitz durch Urkunden, Briefe oder sonst schriftlich nachgewiesen waren, als unantastbar.

Außerdem überließ er ihnen die Gerichte über das Dorf Neuen-Gönna, dass auf der Porstendorfer Flur als Ableger von Alten-Gönna neu gebaut worden war.    

 

1489

  1. Okt. Verkauf von Zinseneinkünften in Heiligenkreuz (Dom-Reg.1277).

Das testierte  Hans von Tümpling, der Vogt von Saaleck.

 

1493

  1. Mär. Bischöfliche Bestätigung von Zinsverkäufen (Dom-Reg. 1296)

Hans v. Tümpling Vogt von Saaleck, sein Bruder Christoph und ihr Vetter  verkauften die Zinsen ihrer bischöflichen Lehen in Heiligenkreuz dem Domkapitel.

 

  1. Aug. Bischöfliche Bestätigung (Dom-Reg. 1300).

Hier  testierte neben dem Saalecker Vogt H. v. Tümpling, Abt Cyriakus von Pforte.

 

1494

  1. Mai Judenvertreibung in Naumburg (Dom-Reg. 1312).

Bischof Johannes III. von Schönberg (1492-1517) wies auf  Druck des Rates und der Bürgerschaft die Juden aus der Stadt und untersagte ihnen jeglichen weiteren Handel. Lange hatte er sich gesträubt, da er die Dienste der Juden als Geldverleiher brauchte. Als Entschädigung  versprach ihm der Rat jährlich 60 Rheinische Gulden oder 1200 Gulden als einmalige Zahlung.

 

1500

             Tod Herzog Albrechts (Allg. Gesch.).

Albrecht hatte zuvor eine „Väterliche Ordnung“ erlassen, wonach das gesamte Erbe und die Regentschaft immer dem  jeweils ältesten Sohn zufällt und die jüngeren Brüder auszuzahlen sind. Damit sollte die Zersplitterung und Schwächung der Hausmacht vermieden werden. Die Ernestiner Linie behielt die  Erbteilung unter der männlichen Nachkommen bei, was letztendlich zu bedeutungslosen Herzogtümern führte.

Albrechts Sohn und Erbe Georg, der Bärtige, ein überzeugter aber pragmatischer Katholik, Gegner der  Reformation verkannte allerdings auch nicht die Mißstände der Kirche.

 

1501

             Hochwasserflut am Bartholomäustag. (NKZ Nr.156/1876)

In einer plattdeutschen Dokumentensammlung (Bln. Bibliothek Msc. Bor. Q. 349) wurde auf eine  Hochwasserflut Bezug genommen, die eine so große Wassermenge  brachte, dass diese noch an der  Unterelbe zu spüren war. Wörtlich hieß es „kam so grot water… ut dem overlande, das de Zale, de Elster und de Elbe so grot worden,… und dede dem Kloster to der Porte groten Schaden….“

Möglicherweise wurde danach das „Muttergotteshäuschen“ auf die Brücke gesetzt, um künftigen Schaden abzuwenden. Nach der Reformation wurden  derartige „unheilverhütende“ Mapßnahmen  in den protestantischen Ländern nicht mehr errichtet. 

 

            Lehnsbrief Herzog Georgs (Lepsius Kl. Schriften).

Zum letztenmal wurden die Schenken Lorenz d. Ä. Dietrich, Rudolf, Ehrenfried, Hans und Busso zur Veste erwähnt.

 

  1. Dez. Urfehde eines Bürgers gegen das Kloster und den Abt (Pahncke)

Wegen der Vorenthaltung seines Erbes in dem vom Kloster gegründeten Neuengönna beim Hof Porstendorf drohte Phillip Tausendschön mit Raub, Brand  und Beleidigung, bis ihm Gerechtigkeit widerfährt.

Tausendschön wurde daraufhin auf Befehl des Herzogs vom Naumburger Bischof inhaftiert und nach Leistung einer Urfehde wieder freigelassen.

In diese Zeit eskalierte auch ein Streit mit den Herren von Ebersberg. Die Brüder überfielen den  Abt während dessen Aufenthaltes in Sulza und nur ein Aufgebot des Amtmanns von Eckartsberga konnte Balthasar aus der mißlichen Lage befreien und wohlbehalten nach Gernstedt bringen.

 

1502

             Verpfändung von Schloß und Amt Gebesee (Wolff, Pahncke)

Herzog Georg verpfändete das Amt zu dessen Gerichten die Höfe Vehra und Henschleben gehörten mit den Gerichten über Hals und Hand in Dörfern und auf dem Feld, allen Zinsen und Renten, Mühlen, Fluren, Rainen, Weiden, Diensten, Pflichten, Freiheiten, Rechten, Jagden, Lehen in  weltlicher und geistlicher Hiinsicht, wie dies an ihn und seine Vorfahren vom Stift Hersfeld gekommen war, wiederkäuflich für 9000 Rheinische Gulden, dem Abt von Pforte. Davon wurden 4000 Gulden in Gold und 3000 in Silber gegeben, die übrigen 2000 Gulden erhielt das Domkapitel zu Erfurt, um die Schulden des Herzogs abzulösen.

Darüber hinaus durften die Pfortenbrüder in den herzoglichen Forsten am Ettersberg Holz für  ihre Güter in Sachsenhausen und Leutental einschlagen und der Herzog versprach, falls das Amt durch Kriegszüge Schaden erleiden würde, dies durch andere gleichwertige Güter zu ersetzen. 

Kurz darauf  verpfändet Herzog Georg die Einkünfte des Amtes Thamsbrück den Pfortenbrüdern für 3000 Gulden.

Um den Geldverleih zu verschleiern, der nach der Ordensregel den Zisterziensern verboten war, wurden befristete Wiederkaufverkäufe abgeschlossen. Für Gebesee auf fünf und Thamsbrück auf 3 Jahre. Allerdings gehörte Gebesee noch 1520 der Pforte und der Vertrag für Thamsbrück wurde auf unbestimmte Zeit verlängert.

 

1503

             Schiedsspruch Herzog Georgs (Wolff)

Auf Bitten des Abtes wurden die Differenzen des Henschlebener Klostergesindes mit den Einwohnern von Schwerstedt wegen der Viehtrift an der Unstrut  durch den von Georg beauftragten Amtmann von Weißensee und dem Hauptmann von Eckartsberga beigelegt.

 

1504

  1. Mai Bestätigung eines Legats Günther von Bünaus (Lepsius Kl. Schriften).

In seinem Testament hatte der „Protonotarius Apostolicus, decretorum Doctor Decanus Numburgensis et sanctissimi Dni. Papae Cubicularis, familiaris continue commensalis“  v. Bühnau zu Droyßig, Schkölen und Rudelsburg verfügt, dass dem für sein Seelenheil zuständigen Geistlichen  der Kapelle der Heiligen Elisabeth auf der Rudelsburg ein jährlicher Geldbetrag angewiesen wird. Außerdem sollte all denen, die hier an bestimmten Tagen beten würden ein päpstlicher Ablaß gewährt werden. Dieses Vermächtnis bestätigte der päpstliche Legat zu Straßburg Raymond.

Auf der Rudelsburg gab es demnach noch eine Burgkapelle und einen Geistlichen. Allerdings war wohl kein Burgmannschaft mehr dort und man hoffte, dass der päpstliche Ablaß Bußwillige anlocken würde, die mit dem Ablass auch für den Lebensunterhalt des Burggeistlichen und den Erhalt der Kapelle beitragen könnten.   

 

1505

             Erwerb von Zinsen in Casekirchen (Wolff)

Bartel und Kaspar von Seidewitz verkauften den Pfortenbrüdern 18 Rheinische Gulden jährliche Zinsen für 300 Rheinische Gulden auf Wiederkauf mit Einwilligung ihrer Lehnsherren Kurfürst Friedrich und dessen Bruder Johann.

 

1507

            Zinserwerb in  Straußfurth (Wolff)

Die Herren von Greußen verkauften den Pfortenbrüdern die Zinsen einer Wiese.

 

1508

            Friedrich v. Etzelsdorf ist Vogt von Saaleck (DStA NMB Lib flav. 71)

 

            Schiedsspruch herzoglicher Beamten (Wolff)

Zwischen dem Abt Bathasar und dem Amtmann von Weißensee war es wegen der Gerichte und der Jagd in der Henschlebener Flur zu Differenzen gekommen. Die herzoglichen Räte Cäsar Pflug und Volkmar Keller entschieden, dass den Pfortenbrüdern in den Mauern von Hechendorf die Ober- und Untergerichte über Hals und Hand, außerhalb der Mauern ausschließlich die Erbgerichte  zustünden. Dem Abt wurde die Jagd auf  Hasen und Füchse gestattet, alles übrige Wild stand den Herren von Werthern zu. Die Urkunde wurde in Naumburg ausgefertigt. 

 

1510

             Verhandlung des Amtmannes von Eckartsberga (Lepsius Kl. Schriften).

Als die Schenken die Rudelsburg zum Lehen trugen, wurden hier verurteilte Verbrecher auf der Femestätte zu (Frei-)Roda hingerichtet, mit dem die Schenken zur Veste ebenfalls belehnt waren.  Nun waren die Bünaus Lehnsnehmer der Rudelsburg mit den Gerichten allerdings ohne Femestätte. So hatten sie sich nicht anders zu helfen gewußt, als einen zum Tode verurteilten Mörder in ein Faß zu stecken und es  über die Burgmauer in die Saale zu werfen.

 

1512

               Geldverleih an die Stadt Eckartsberga (Wolff)

In einem Wiederkaufvertrag überließen Rat und Ratsherren von Eckartsberga dem Abt sämtliche der Stadt zustehende Renten, Zinsen, Geschosse und aller übrigen Einnahmen der Stadtgüter für den Preis von 700 Rheinischen Gulden, die jährlich mit 42 Gulden verzinst wurden. Als Sicherheit wurde dem Abt das Recht eingeräumt, sich an  den Gütern der Einwohner schadlos zu halten. Dieser Vertrag bestätigte Herzog Georg.

 

1513

  1. Mai Genehmigung des Bünau`schen Ablasses (Lepsius Kl. Schriften)

Den Ablaß für die Kapelle der Rudelsburg bewilligte Kardinal Antonius in einer in Rom ausgestellten Urkunde. Wenige jahre danach verließ der Geistliche die Burgkapelle, die nun  verfiel.  G. v. Bünau starb 1519, sein Grabstein steht im  Westchor des  Naumburger Doms.

 

              Zinserwerb in Wettaburg (Wolff)

Die Schenken von Tautenburg verkauften den Pfortenbrüdern 18 Gulden Jahreszins für 320 Rheinische Gulden auf Wiederkauf  nach 4 jahren. Schultheiß und Gemeinde geloben die Zinsen zu den vereinbarten Terminen im Kloster abzuliefern und herzog georg gab dem vertrag seine Einwilligung als Oberlehnsherr. 

 

1515

  1. Aug. Wahl des Abtes Johannes Kahl (Wolff, Pahncke).

Johannes stammte aus Kahla und war seit 7 Jahren Hofmeister in Vehra-Henschleben.

Die Wahl erfolgte in Anwesenheit der Äbte von Sittichenbach und Walkenried durch die Wahlmänner die der Konvent der 42 Mönche bestimmte. Bei der Übernahme quittierte Johann u. a. Vorräte von 240 Maltern Getreide, 20 große und 20 junge Stuten samt Fohlen, 4 Hengste, 7 Reitpferde, 3 Schock Schweine und 4134 Rheinisch Gulden Barschaft. Schulden hatte das Kloster keine. Die ausgeliehenen Gelder zählten als Guthaben.     

Auch der neue Abt führte die Geldgeschäfte seines Vorgängers fort. Die Bürger von (Langen)Salza und Tennstädt borgten sich 2.600 Rheinische Gulden, ebenso  die Grafen von Gleichen (3000 Gulden), die Schenken von Tautenburg (300 Gulden) und die Herren von Nitzmitz. Als Sicherheiten wurden die städtischen Einnahmen oder die Besitzungen der Herren den pfortenbrüdern überlassen. Alle Geschäfte wurden als Wiederkaufsverträge deklariert. 

Nach der Abtswahl wurde eine Inventarium angefertigt. Demnach bestand die Barschaft des Klosters 4153 Gulden ohne allerdings die ausgeliehenen Gelder. Zum Konvent zählten 42 Mönche und nur noch sieben Konversen. Demnach waren fast alle Güter des Klosters verpachtet, für den den Unterhalt der Mönche sorgten Geld und Naturalien der Zinsbauern Lehnsnehmer und Schuldner.

 

1516              

 Revolte des Konvents gegen den Abt Johannes Kahl (Wolff).

Die Differenzen zwischen dem Abt und einem Teil des Konvents begannen, als Johann das Dach der Kirche mit Schiefer eindecken ließ. Außerdem verlangte der Konvent, seinen persönlichen Sekretär und „bursarius“, den er aus Vehra mitgebracht hatte, aus dem Kloster zu weisen.

Zur Klärung des Sachverhaltes wollte Johannes den Abt von Walkenried  aufsuchen, was einige Mönche verhinderten, da sie vermuteten, der Abt würde das Klostersilber mitnehmen.

Durch Boten informiert erschienen die Äbte von Walkenried und Sittichenbach mussten aber zunächst unverrichteter Dinge wieder abziehen, rieten aber dem Abt, das Kloster zu verlassen.

Als sich der Verdacht bestätigte, dass der Abt über Mittelsleute in der Naumburger Freiheit ein Haus mit Braurechten erworben hatte und dort mit seiner Haushälterin in eheähnlicher Gemeinschaft lebte. Der Konvent fordert daraufhin vom Abt die Gelder, die er der Frau anvertraut hat und setzt die Hofmeister von Kösen und Fränkenau im Gefangenenturm an der Brücke über die kleine Saale, neben der Wohnung des Frohvogtes  fest..

Doch Abt Johann flieht zu Fuß nach Fränkenau, mit einem Wagen geht es weiter nach Gernstedt bis Leuthental. Hier wurde er von 2 Abgesandten des Konvents eingeholt, die ihn zur Umkehr bewegen sollten. Doch Johann weigerte sich und flieht nach Vehra. Hier trafen erneut sieben Abgesandte des Konvents ein, die vom Amtmann von Gebesee verlangten, den Abt zur Umkehr zu zwingen. Johann versprach seine Rückkehr, wandte sich dennoch nach Sittichenbach, wo er mit dem Visitator  dem Abt von Walkenried zusammen traf.

 

      Okt.  Absetzung des Abtes  (UB 2 Nr. 576 bis 581).

Daraufhin befahl Herzog Georg die Äbte von Altzella, Walkenried, Bucha und Sittichenbach und zwei  Rechtsgelehrte und den Amtmann von Eckartsberga nach Pforta. Die ließen die Rädelsführer  verhaften und setzten den Abt, der sich inzwischen eingefunden hatte, wieder ein.

Daraufhin beschwerte sich der Konvent und eine zweite Kommission  erschien. Die stellte fest, dass die Unordnung im Kloster nicht nur von den Mönchen sondern auch vom Abt herrührte, der mit einer Frau lange Zeit in Sünde gelebt, Kinder gezeugt habe und zur Mehrung seines Lasters in Naumburg ein Haus samt Hof von den Almosen des Klosters erworben und diesem Weib in die Hand gegeben“

 

  1. Okt. Amtseinführung des Abtes Peter I. (UB 2 Nr. 582).

Entgegen der bisherigen Praxis gehörte er nicht zum Konvent, sondern wurde vom Herzog aus Altzella geholt und dem Konvent im Weigerungsfall angedroht, das Kloster zu sequestrieren. Bei der Übernahme des Amtes fanden sich nur noch 115 Rheinische Gulden in bar, dafür über 3000 Gulden in Schuldscheinen, darunter der des Herzogs Georg über 2000 Gulden und des Grafen von Mansfeld über 500 Gulden.

Im gleichen Jahr wurde Philipp von Wittelsbach zum Naumburger Bischof gewählt. Der besuchte den Dom nur zu seiner Weihe und blieb in Freising,  wo er ein zweites Bischofsamt bekleidete. Die Administration des Stifts überließ er dem Domprobst und dem Kapitel. Er selbst erhielt eine ansehnliche Apanage aus den Einkünften des Stifts. 

 

1518

            Geldverleih an einen Bergwerksunternehmer (Wolff)

Nicol Pflug borgte sich 458 Gulden und verpfändete dem Abt eine Schmelzhütte „auf dem Geyer“ im Wert von 130 Gulden und eine halbe Kux (Anteil) an der „Geyerischen Zeche im St. Joachimsthal)“ im Wert von 128 Gulden. Den Rest versprach der Schuldner ratenweise zurückzuzahlen

 

  1. März Protokoll über das Verhör des abgesetzten Abtes Johannes Kahl (UB 2 Nr. 588).

Nach seiner Absetzung hatte sich Johannes an die päpstliche Kanzlei gewandt, die mit einem Mahnschreiben eine erneute Untersuchung forderte. Der damit betraute kaiserliche Notar von Ziegenrück Johannes Wolfhardt legte ihm dreißg Fragen, bezüglich der gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor, die er umständlich beantwortete und als unbegründet abwies. Die Verteidigungsartikel bestätigte sein ehemaliger Sekretär Lorenz Kellner, der im Kloster verblieben war. Als sich dann noch einige personen für Johannes verwandte, wurde ihm im Erfurter Hof ein Haus mit Braurechten und eine Pension eingeräumt.

 

1519

             Henneberger Chronik (Lepsius Kl. Schriften).

Einer der Hofbeamten des Grafen Wilhelm VIII. von Hennberg war Lorenz, Schenk von der Veste.

 

             Erste sächsische Floßordnung (Andronov, Der Elsterfloßgraben).

Mit diesem Erlass regelte Herzog Moritz die Flöße auf den zu seiner Herrschaft gehörenden Flüssen und Gräben.

 

1521              

   Errichtung der Betsäule vor dem Tor (Wolff).

Dies war das letzte Bauwerk des Klosters

 

  1. Apr. Kauf des Gutes Stendorf (DStA NMB Lib.flav. Bl.78).

Das Hochstift erwarb das Gut von Alexander Portzik zu Janisroda, dem  Vogt zu Saaleck für 700 Rhein. Gulden.

 

              Festlegung der Grenzen des Amtes Saaleck (Erbbuch d. Freiherrn von Feilitzsch).

Bei  einem Umritt wurden die Grenzen in Augenschein genommen und festgeschrieben. Daran nahmen im Auftrag des Naumburger Bischofs  Fabian v. Preschwitz der Amtmann auf Schönburg, ein Advokat aus Naumburg, Gregor Gauser, ein Schreiber aus Zeitz und Alexander von Portzig, der bestallte Saalecker Amtmann teil.

Die (nördliche) Grenze verlief von „der hohen Straße über Kösen….alß man auf Eckartsberga  zu gehet…. an dem Graben nach der Hellen und zwischen dem Eptischen Holz, für den Lengefelder Hölzern, biß an die Judenfort unter dem weißen Schloß gelegen … den Berg hinter dem Ruttelsberge biß an die Schloßmauer……außerhalb der Mauer biß zum Kammweg bei Kreipitzsch von dort bis an die Saale bei Kleinheringen“. Jenseits der Saale, von einem hinter dem Döbenschen Gehölz gesetzten Grenzstein ging es „…biß auf die Rothen Leiten… biß an den Steig  der gehet von Hassenhausen gegen Heringen“. Kreipitzsch und die Rudelsburg hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit, während die Punschrauer Bauern beschworen, dass sie seit jeher zur  Gerichtsbarkeit des Bischofs  gehörten.    

 

1525

  1. Apr. Meldung über eine mögliche Bedrohung des Klosters (Pahncke)

Der Amtmann von Mühlhausen meldete dem Abt, dass sich 8000 Bauern bei Erfurt sammelten, und „nach der Naumburg und Porta „trachteten. Zwei tage später meldete der Amtmann von sachenhausen dem Amtmann von Eckartsberga, dass dieser Haufen „den nächsten nach der Pforthen, die einnehmen dergleichen die Newenburg und sich an beiden Orten legen wollten“.

 

  1. Mai Naumburger Treffen (Allg. Gesch.).

Anstelle des am gelichen Tag verstorbenen Kurfürsten Friedrich vereinbarte sein Bruder Johann  mit dem Gesandten des Erzbischofs von Mainz, dem Kurfürsten von Brandenburg und dem Herzog Georg von Sachsen, ein gemeinsames Vorgehen gegen die aufständischen Bauern.

Herzog Georg, hatte bereits ein Aufgebot von 800 Reisigen und 1000 Knechten versammelt, das  nun über die Kösener Brücke nach Eckartsberga zog. Da sich die Bedrohung der Pforte als Gerücht erwies, wurde in Buttstädt das Lager aufgeschlagen. Von da aus folgte man dem  Bauernhaufen der über Heldrungen nach Frankenhausen ging und sich mit dem Aufgebot Thomas Münzers vereinigte. Hier wurden sie von den Aufgeboten Herzog Georgs und Landgraf Philipps von Hessen am Schlachtberg oberhalb Frankenhausen am 15. Mai vernichtend geschlagen.   

 

  1. Juni Bericht des Abtes (UB 2)

Nach der Schlacht befahl  Herzog Georg allen Amtsmänner, Vögten und Gerichtsherren in ihren Gerichten die Beteiligten an den Unruhen aufzuspüren und zu bestrafen. Der Abt meldete , dass es in den zu seinen Gerichten gehörenden Kreisdörfern „Hassenhawsen mit 23 besessenen Männern, Listorff (31), Spilberg (20), Poppel (8), Benndorff (6), Rehawsen (10), Tauchwitz (6), Zebicker (15)“ keine Übergriffe gegeben habe. Eine Bedrohung des Hofes Gernstedt habe der Eckartsbergaer Vogt verhindert. Dagegen wurde der Hof Vehra geplündert und zerstört.

 

  1. Sep. Zahlung eines Strafgeldes (UB 2 Nr. 628).

Der Bericht des Abtes reichte, um auch die Klosteruntertanen der Begünstigung des Bauernaufstandes zu verdächtigen. Der Abt zahlte 600 Rhein. Gulden als Strafe der herzogliche Kasse.

 

              Empörung der Gemeinde Sachsenhausen (Wolff)

Die Beilegung der Differenzen mit dem dortigen Pfarrer kam erst 2 Jahre später durch eine Vergleich zustande. Dabei verzichtete der Pfarre auf Schadensersatz und Bestrafung der Töter und die Gemeinde  gelobte Wohlwollen und Freundschaft sowie die reghelmäßige Abgabe des Kirchenzehnts.

 

1528

  1. Aug. Erlass Herzog Georgs zur Verwaltung der Klostergüter (UB 2 Nr. 629).

Nach den Erfahrungen mit dem Abt Johann, der vorher einen Klosterhof verwaltet hatte,  befahl der Herzog den Äbten sämtliche Verwaltungsstellen mit Weltlichen zu besetzen, damit sich die  Geistlichkeit dem Gottesdienst widmen kann.

In den kurfürstlichen Ländern hatte die Reformatiuon längst Einzug gehalten und Kurfürst Johann ordnete ieine gründliche Kirchen- und Klöstervisistation an, ließ alle unfähigen, unsittlichen und korrupten Geistlichen und diejenigen, die sich der Reformation verschlossen, absetzen und verbot die Messe, die Beichte und den Ablasshandel.

 

              Erwerb des Dorfes Gößnitz (Wolff)

1521 verkaufte der Amtmann von Herbsleben das Dorf mit Einwilligung des Herzogs für 3300 Gulden an Dietrich Worm von Heicheheim. Dessen Erben verkauften es 1527 Georg von Bendorf, der es zunächst seiner Gattin als Leibgedinge überließ, doch dann mit deren Zustimmung den Pfortenbrüdern für 5120 Rheinische Gulden verkaufte.

 

 

1530

  1. Juni Augsburger Konfession (Allg. Gesch.)

Auf dem Reichtag zu Augsburg übergaben die Fürsten, die sich zur lutherischen Lehre bekannten, mit dem Kurfürsten von Sachsen an der Spitze, dem Kaiser ein von Melanchthon verfasstes Glaubensbekenntnis mit dem sie gegen die Diskriminierung der reformierten Stände protestierten.

 

  1. Sep. Anordnung zur Versorgung von Handelsleuten (UB 2 Nr. 644).

Der Abt wurde angewiesen, diejenigen, die mit herzoglicher Vollmacht die Messen in Naumburg und Leipzig besuchten, freie Unterkunft, Beköstigung und Futter zu gewähren, wie dies seit alters her üblich war. Alle Übrigen sind abzuweisen oder gegen Geld zu beköstigen.

 

1531

  1. Juni Zinsverzeichnis der Klostergüter. (UB 2 Nr. 662).

Herzog Georg belegte die Zinsen mit „Arrest“ und verlangte davon einen „Türkenpfennig“ zur Finanzierung des Reichsheers, dass das von den Türken belagerten Wien entsetzten sollte.

 

             Verpachtung der Dornburger Mühle (Wolff)

Die seit 1227 im Besitz der Pfortenbrüder befindliche Mühle wurde in Erbpacht gegeben. Deren Wert wurde auf 300 Gulden festgelegt, der Erbpachtzins auf 11 Gulden, also 3,67 %

 

1532

               Schlichtung von Irritationen mit dem Moritzkloster (Wolff)

Ursache waren Differenzen wegen der Ausübung der Gerichtsbarkeit in den Saalbergen samt der dortigen zwei Häuser (Saalhäuser). Der herbeigerufene Richter entschied, dass den Pfortenbrüdern die Obergerichte auch in den Saalhäusern zustehen, während dem Probst des Moritzkloster die Untergerichte (Erbgerichte) zustünden.

 

  1. Juni Nürnberger Religionsfrieden (Allg. Gesch.)

Den seit 1531 im Schmalkaldischen Bund  zusammengeschlossenen lutherischen Reichsständen wurde von Kaiser Karl V. die Religionsfreiheit in ihren Ländern zugesichert

 

  1. Aug. Kurfürst Johann der Beständige verstirbt (Allg. Gesch.)

Die Kurwürde und das ernestinische Länder erbte sein Sohn Johann Friedrich, genannt der Großmütige, der durch Heirat Ansprüche auf das Herzogtum Cleve erwarb. Ihn huldigten die Ämter Weimar, Jena, Eisenberg, Arnshaugk, Ziegenrück und Roda, sowie die südthüringischen Ämter.

 

1533              

  1. Aug. Abt Peter I. verstirbt (UB Nr. 680, 682).

Auf Anraten des Hauptmanns von Eckartsberga teilte der Konvent dem Herzog mit, dass der Konvent wie seit alters her im Beisein der Äbte von Sittichenbach und Walkenried am 24. August einen Abt aus ihren eigenen Reihen wählt. Daraufhin entsandte Herzog Georg den Domprobst von Zeitz Julius Pflug, dem späteren Bischof, mit entsprechenden Vollmachten nach Pforta. Der traf am 26. August ein und eröffnete den Äbten von Sittichenbach und Volkenroda letzterer in Vertretung von Walkenried, dass die Wahl nur in Anwesenheit des Abtes von Altenzelle zu erfolgen habe und bis dahin die Wohnung des Abtes verschlossen werden muss. 

 

  1. Aug. Wahl des 26. und letzten Abtes (Wolff)

Nach Eintreffen des Abtes von Altenzelle und im Beisein der Äbte von Altenzella, Sittichenbach und  Volkeroda bestimmte der Konvent 13 Wahlmänner, neben dem Prior, dem Vizeprior und dem Kellner weitere 10 Brüder (Petrus Hammer, Donatus Bauch, Heinrich Walde, Sebastian Rimann, Wolfgang Spinter, Martin Rost, Nikolaus Marlburg, Christopherus Pflugk, Conrad Hilliger, Caspar Schusters). Die meisten Stimmen der geheimen Wahl fielen auf den Prior Peter Schedel. Der lehnte zunächst die Wahl unter Verweis auf seine Jugend ab, ließ sich dann doch überzeugen. Die Äbte stimmten zu und verließen reich beschenkt das Kloster.

Nach seiner Wahl erfolgte die Huldigung der Klosteruntertanen, zunächst der „Dörfer auf dem Kreis“ und der Vorwerke, am 29. September huldigten die Dörfer Leutenthal und Sachsenhausen, am 2. Oktober das Gesinde der Höfe Vehra und Henschleben, am 23. Oktober Neuengönna- Porstendorf, am 25 Oktober die 10 Hausgenossen an der Dornburger Brücke und am 26. Oktober die Bewohner der Pfortaischen Höfe zu Naumburg.

 

  1. Nov. Streit wegene offener Honorare (Wolff)

Abt Peter I. war dem Naumburger Arzt und Physikus Johann Steinhoff das Honorar für die Betreuung der Siechen und Kranken im Kloster schuldig geblieben, dass dieser nun von Peter II. forderte. Der lehnte ab, worauf sich Steinhoff an den Herzog wandte. Daraufhin wurde der Prior von Zeitz  Julius Pflug zur Vermittlung befohlen und vor dem Amtmann von Dornburg und Camburg einigte man sich auf die Hälfte der bislang geforderten 20 Gulden.

 

               Streit mit dem Aufseher der Pfortenhöfe (Wolff)

Befehlsgemäß hatte Abt Peter I. einen weltlichen Aufseher für die Höfe Vehra und Henschleben bestellt, seinen Schwager einen Kirchner der Nikolaikirche zu Leipzig. Dagegen protestierte der Konvent und der Abt übertrug ihm die Höfe Kukulau und Gößnitz. Nach dem Tode Peters I. forderte der Aufseher 300 Gulden ausstehende Lohnes. Das wurde ihm verweigert, mit dem Verweis, dass er ausreichend versorgt sei und sich ein Haus in Naumburg angeschafft habe und beauftragte den Amtmann von Eckartsberga mit der Untersuchung. Nun begnügte sich der Aufseher mit 10 Gulden  und einigen Maltern Korn.

 

  1. Dez. Schutzurkunde für das Zisterzienserkloster (Wolff)

Abt Peter erhielt in Dresden die gewünschte Erklärung wobei ihm der Herzog anwies nicht auf offene Forderungen des Thüringer Hauptmannes Christian von Taubenheim und anderer Gläubiger seines Vorgängers einzugehen, die Anteile am geyerischen Bergwerk abzugeben und ihm erlaubte die Geleitsreiter während der Leipziger und Naumburger Messen für eine Nacht aufzunehmen und zu beköstigen.

 

1534

              Das Naumburger Hurenhaus wird geschlossen (S. Braun).

Für seinen Verdienstausfalls erhielt der für das Haus zuständige  Stadtvogt eine Entschädigung.

 

1535

               Anordnung zur Verbesserung der Kirchenzucht (Wolff)

Durch die sich ausbreitende Reformation lockerte sich die Kirchenzucht in den herzoglichen Ämter und die Klöster wurden angewiesenn in ihre Untertanen zu ermahnen, daß derjenige der nicht aus triftigen Gründen den Gottesdienst fernbleibt, einen Schilling und ein Pfund Wachs als Strafe der Kirche geben muss. Ferner wurde befohlen währende der Predigt nicht im Kirchhof herumzulaufen, zu reden oder zu schreien, das Abendmahl und die übrigen Sakramente zu empfangen und in Schenken, Wohnungen und im Freien nicht den Geistlichen und die Kirche verspotten.

 

  1. Mär. Visitation des Klosters (UB 2 Nr. 736, Pahncke).

Herzog Georg hatte eine Visitation angeordnet, um den um sich greifenden Verfall der Klosterwirtschaft aufzuhalten und Mißstände zu beseitigen und die Kommissare Julius von breitenbach und Melchior von Ossa stellten zunächst fest:

„Zcur Pforte haben wir ein fast wol versehen Closter funden, do aber bisher ubel Haus gehalten und sonderlich bis auf den itzigen Abt, dan zuvor ist keine Rechnung in vielen Jahren gehalten worden, dadorch und auch dorump, das der vorige Abt viel Geld verkukest, das Closter in Unradt kommen. Aber itziger Abt hat bevohlen den Officianten, ire Verwaltung in Rechnung zu brengen, welche erst auf Walpurgis soll schlossen werden. Derwege haben wir  ym Closter keine Rechnung bekommen konnen...“ 

Die Kommissare bestanden auf die Auflistung sämtlicher Briefe, Register und Urkunden der dem Kloster zustehenden  Einkünfte, Rechte und Gerechtigkeiten, alle Besitzungen an Teichen, Wäldern, Gehölzen, Weinbergen, Äckern, Wiesen, Mühlen und Vorwerken, über das Personal, Offizianten und Verwalter, ebenso die Verbindlichkeiten, die Schulden und  das Inventar. Diese Verzeichnisse und die Originalurkunden sowie die entbehrlichen Kleinodien sollten den Landständen übergeben und auf der Pleißenburg in Leipzig hinterlegt werden. Die Kommissare verboten dem Abt die kostenfreie Beherbergung sowie die Beköstigung von Fremden, gleich welchen Standes, soweit sie keine Freipässe vorweisen konnten. Diese Anordnung mußte  am Klostertor angeschlagen werden.

Ferner sollte der große Speisesaal samt Küche  abgeschafft, kein Holz aus den Klosterwaldungen verkauft, die Teiche abgelassen und die Altenburger Mühle instand gesetzt werden. Ein Teil des Gesindes bis auf drei Köche, einen Bäcker, einen Schmied und eines Schweinehirten sollte entfernt werden.

 

  1. Mär. Weihe des Abtes Peter (Wolff)

Weil sich der Bischof von Naumburg in Freysing aufhielt, erhielt Peter mit Einwilligung des Herzogs die „Benediction“ in Halle vom Erzbischof von Magdeburg.

 

  1. Apr. Schreiben des Abtes an die herzogliche Kanzlei (UB 2 Nr. 744).

Unter Verweis auf die Ordensregeln lehnte der Abt die Auflagen der Kommission ab, insbesondere was die Beherbergung Fremder betraf. In Bezug auf die Anfertigung der Inventarlisten erklärte er, dass er bereits 1532 bei der Erhebung der Türkensteuer eine vollständige Aufstellung vorgelegt habe. Von den  Kleinodien könne er ebenfalls nicht entbehren, da diese zum Gottesdienst gebraucht würden.

Im übrigen bat er um die Abmilderung der Auflagen, um den Pfortenbrüdern auch weiterhin ihr  Auskommen im Kloster zu ermöglichen.

 

  1. Juli Schreiben des Abtes an den Erzbischof (Pahncke )

Nachdem absehbar war, dass der Herzog auf die Originalurkunden bestand und der Konvent um deren Sicherheit fürchtete, wandte sich Peter an den Erzbischof: „...also habe  ich es für nötig gehalten, abschreiben zu lassen (.) die Urkunden aller Rechte, Schenkungen, Freiheiten und Güter, die mein Kloster Porta von Päpsten, Kaisern, Königen, Fürsten, Grafen und Edlen hat, da ich nach dem Befehl meines Fürsten Originalia an sicheren Ort übergeben muß. Ermutigt durch meine Freunde (.) bitte ich, daß diese Copiale, nachdem es mit den Urkunden behörig verglichen, kraft Eurer Würde als Erzbischof, Erzkanzler und Kardinal bestätigt und bekräftigt werde...“

 

  1. Nov. Tausch von Äckern in Hassenhausen und Fränkenau (UB 2 Nr. 751)

Den Tausch beurkundete der „..convents brudere Conradus Hylliger, im closter zu Pforten schweynmeyster und hoffemeister zu Frenckow“.

 

            Mutung einer Salzquelle in der „Goldenen Aue“ (Schöttgen, Diplomataria Bd. 1)

Graf Botho von Stolberg hatte die Mutungsrechte zur Abteufung eines Salzschachtes und den Aufbau eines Salzwerkes in der „Guldenaue unter der (Beyer)-Naumburg“ in der Schwarzburger Herrschaft beantragt, was die Grafen zum Schutz ihres Frankenhausener Salzwerkes verweigerten. Wenige Jahre später baute Kurfürst August in der Goldenen Aue bei Kelbra ein Salzwerk.

 

1536

  1. Juli Kardinal Albrecht beglaubigt die Kopien der klösterlichen Urkunden (UB 2 Nr. 761)

Anfang des Jahres wurden der Abt nach Leipzig beschieden, wo ihm und auch den übrigen Äbten eröffnet wurde, dass sie umgehend alle Dokumente und überflüssigen Kleinodien den   Landständen auf der Pleißenburg zu übergeben hätten. Inzwischen hatte der Erzbischof die Kopien der Urkunden geprüft und erklärte dazu: „Der ehrwürdige Vater, Abt Petrus hat (.) um besser für sich und sein Kloster in diesen gefahrvollen Zeiten sorgen zu können, uns Albert (.) Kardinal (.) zu Magdeburg und Mainz (.) mit inständiger Bitte angegangen und gebeten, daß wir  (.) zum Nutzen des Klosters in Porta alle Diplome und Briefe über Gründungen und Schenkungen  etc. durch unsere Räte (.) sorgfältig nachsehen, vergleichen, untersuchen, abschreiben und kopieren lassen möchten. Und so bestätigen  und genehmigen wir (.) daß diese gegenwärtigen Exemplare selbst (.) volle Glaubwürdigkeit  in jeder Art haben  und behalten sollen, nicht geringer als die Originale  selbst, von welchen mit der größten  und gewissenhaftesten Treue  es abgeschrieben ist....“

 

1537

  1. Jan. Hinterlegung der Klosterurkunden auf der Pleißenburg (Wolff)

Abt Peter übergab den Landständen die Originale von 485 Urkunden, verpackt in zehn Schachteln, die in ein versiegeltes Faß kamen 

Deren Reste befinden sich heute im Sächsischen Staatsarchiv. Die Kopien wurden dann von Bertuch im „Transsumptbuch“  gesammelt, das zusammen mit dem Amtserbbuch im 19. Jahrhundert den   Historikern Lepsius, Wolff, Corssen und Böhme als Quelle zur Geschichte des Klosters zur Verfügung standen. 

Bei dieser Gelegenheit wurde dem Abt mitgeteilt, dass aus den Einkünften des Klosters ab 1538 jährlich 1000 Gulden bei den Landständen zum zu hinterlegen sind und die Verwaltung der Klosterwirtschaft weltlichen Personen zu übertragen ist.

 

  1. Jan. Mitteilung der Landstände (UB 2 Nr. 776).

Dem  Herzog wurde die Übergabe der klösterlichen Urkunden auf der Pleißenburg mitgeteilt.

 

  1. Juli Vereinbarung mit den Landständen (UB 2 Nr. 790, Wolff).

Abt Peter und die Landstände vereinbarten, dass die Schlüssel der beiden Truhen in denen die   Urkunden und Kleinodien des Klosters aufbewahrt werden sollten, beim Abt verblieben. Außerdem wurde die aus den Einkünften des Klosters zu hinterlegende Summe dahingehend modifiziert, dass 1538 zunächst 500 Gulden und in den darauffolgenden Jahren je 100 Gulden abzuführen sind. Das Geld sollte ebenfalls in den Truhen aufbewahrt werden. Dazu überließ der Abt den Landständen das dem Kloster bislang zustehende Steuerbewilligungsrecht in den Klosterdörfern.

 

1538              

   Belehnung der Bünaus (Lepsius Kl. Schriften).

Bischof Philipp belehnte die Söhne des Domdechanten Günther, Heinrich d. Ä. Ritter zur Rudelsburg, Rudolf zu Teuchern und Heinrich d. J. zu Thierbach mit den geerbten Stiftsgütern. Dabei erhielt Heinrich die Lehen Rudelsburg, Kreipitzsch und 9 Hufen Land in der Vogtei Camburg sowie die  Gerichte „wie seine Vorfahren inne gehabt und hergebracht“ hatten. 

 

               Visitation des Klosters  (UB 2 Nr. 808, Wolff)

Auf Anordnung des Herzogs wurde das Kloster erneut einer Visistation unterzogen. Die Kommissare Hilarius, Abt und Archidiakon von Chemnitz und die Doktoren der Rechte Georg von Breitenbach, Amtmann zu Leipzig und Melchior von Ossa erklärten:

„Dieweil die Haushaltung im benannten Closter und auch in denen dazu gehörigen Höfen, durch benannten Hern Abt wohlbestellet, solle er auch die vollkömmliche  Verwaltung des Closters samt seinen Zugehörungen der Höfe und Güter haben und behalten, doch daß er denenselben treulich, auch in Feldern und Gebäuden, unverwüstet vorstehe, das Gehölz allein zu Feuers Notdurft, Unterhaltung derer Gebäude zu gebrauchen, und nichts daraus verkaufen, sondern ordentliche  Gehaue halten, die selben auch bis in das 4te Jahr mit Hutung verschonen lassen. Es sollte auch der Herr Abt nun hinfürder den Closter keine Schulden machen, auch von den Closter-Gütern nichts verkaufen, verpfänden, oder an andre alimentieren, sondern getreuen Fleiß verwenden, das Closter in Aufnehmen zu bringen, desselbigen Vorrat nicht mindern sondern bessern. Dagegen der Abt seine Ordenspersonenund die ganze Haushaltung notdürftiglich versehen und versorgen, dem Landesfürsten seinen gebührenden Dienst leisten und auf den St. Catharinentag nächstkünftig 200 Gulden auf Montag nach Quasimodogeniti nächstfolgenden 1539ten Jahr 700 Gulden und auf den benannten Tag im 1540ten Jahr 800 Gulden, im 41ten Jahr 900 Gulden, im 42ten Jahr 1000 Gulden, im 43ten Jahr 1100 Gulden, im 44ten  Jahr 1200 Gulden, im 45ten Jahr 1300 Gulden, im 46ten Jahr 1500 Gulden alle in guter harten Münze in seines Closters Kasten in das gemeine verordnete Gewölbe in Leipzig unsäumig einzulegen (.) Es solle auch der Abt alle Gebäude, Mühlen, Gräben und andere in guten baulichen Wesen erhalten und von wegen solcher Erhaltung oder Besserung derer Gebäude in der jährlichen Einlage nichts abziehen...“

Damit behielt der Abt eine gewisse Selbstverwaltung, doch die zu hinterlegende Summe erschien ihm nicht leistbar und er listete auf, was er und jeder einzelne Mönch, darunter auch diejenigen, die bereits entlaufen waren, sowie die Novizen, die Laienbrüder und Konversen für ihren Unterhalt benötigten.

Allein für sich verlangte er 500 Gulden, dazu jede Menge Heu und Stroh, Hafer  und Weizen, 50 Eimer Wein, und 3 Faß Bier jährlich, 6 Rinder, 6 Mastschweine, 10 Kälber 10 Hammel, 12 Mutterschafe, ...in der faste - item so grune lechse gefangen werden, es sey bey der möle zu Kosen“, dazu Karpfen und Hechte, Kohl, Rüben und Hülsenfrüchte, Gewürze, Käse, Zucker, Salz, Kerzenwachs, Brennholz eine Wagen mit 4 Zugpferden und zwei Reitpferde u.a.m.

 

1539

  1. Apr. Tod Herzog Georgs (Allg. Geschichte).

Ihm folgte ihm sein jüngerer Bruder Heinrich, der sich zum Luthertum bekannte. Im Zuge seiner Huldigungsreise wurde die reformation eingeführt, darunter der Thüringer Kreis mit den Ämtern  Weißenfels, Kindelbrück, Eckartsberga, Weißensee, Tennstädt, Sangerhausen und Tautenburg.

 

1540

  1. Jan. Bitte des Eckartsbergaer Amtmannes B. Bruhll (UB Nr. 37 Nachtrag).

Die Amtsdörfern von Eckartsberga und die zum Kloster gehörenden „Dörfer auf dem Kreis“ waren seit jeher zur Brückenfron an der Kösener Brücke verpflichtet. Weil der Abt wegen der unruhigen Zeiten die Untertanen nicht mehr zur Brückenfrohn angehalten hatte, wandte sich der Amtmann an den Herzog, damit dieser den Abt befehlen sollte, die Spanndienste zur Anfuhr von Steinen zur Ausbesserung des Fahrweges zu erbringen.

 

  1. Juni „Sequestrationsakte“ (UB 2 Nr. 814, 815).

Auf Befehl des Herzogs begaben sich Heinrich von Schleinitz, Melchior von Kutzleben auf Groningen und Sebastian Pflugk, Amtmann zu Mühlberg in das Kloster und ersuchten den Abt ein „ein clar, ordentlich verzaichnis aller des closters und zugehöriger hofe, forwerg und nutzunge, eynnahme und außgabe“.Dem Konvent frei gestellt, das Kloster zu verlassen, wer bleiben wollte, sollte eine lebenslange Versorgung erhalten.

Abschließend legte die kommission fest: „ Daneben ist dem Abt ernstlich gesagt, daß er nichts von den geistlichen Gütern die dem Kloster zugehörig, gleich wie sie heißen, verkauft, versetzt oder dem Stift vorenthalten  werden, sondern zum Gebrauch und ausreichender Unterhaltung  bis auf weiteren Bescheid des Herzogs genutzt werden, die Kleinodien, samt den Insignien, dazu die Bibliothek im Ganzen  bei sich zu behalten. Es sollen sich aber auch die Mönche und Konversen inzwischen dem Abt gehorsam zeigen und dem Befehl des herzoglichen Amtmannes von  Freyburg folgen...“   

 

      Juni  Verzeichnis  der Klostergüter (UB 2 Nr. 817 u. 818, Pahncke).

Der Abt beschränkte sich darauf die Bestände aufzuzählen, die das Kloster selbst bewirtschaftete, also die Vorwerke und Höfe, Kukulau, Porta-Kösen, Fränkenau, Gernstedt, Gößnitz, Hechendorf, Vehra und Porstendorf. Zusammengenommen war es rund 100 Hufen (3500 Morgen) Ackerland. Dazu kamen die Waldungen um das Kloster (Kukulauer Wald, Äptisches Holz, Schenkenholz, Niklaberg, Lasan), 49 Weinberge, der Klosterteich und der Gernstedter Teich, die Schäfereien Kukulau (350 Tiere), Kösen (550), Fränkenau (550), Gernstedt (600), Gößnitz (300), Hechendorf (300), Vehra (500), Backhäuser in Flemmingen, Leuthetal, Gößnitz, die Kösener Hauptmühle, sowie die Mühlen in Altenburg, Henschleben und Porstendorf. Der Bestand an Pferden, Schweinen und Rindern war gering und reichte gerad für die Belange der Höfe.

Zum Hof Kösen merkte der Abt an:  „Vyhezcucht (.).habe ytzt zu Koesen nicht mehr dan 26 Khue (.) ein mhol zu Koesen mit 3 geschirren, tregt ierlich ungefehrlich 30 malder. Mastunge von de mholn (.) 12 schweyn zu des closters teyl die mhoel in Koesen (.) Die mhol vor diesem hoff zu erhalten gesteht vil unkost. Deßgleich muß die steinerne brugk über die Sael daselbst zur landstrass erhalten werden.“ Zu Kukulau gehörten „12 hufen landes ungefehrlich, keyn holtz noch wießen, wiewol eyn schefferey (.) und eine viheczucht“ und das Vorwerk Fränkenau hatte „XIII hufe landes ungefehrlich. Hat auch kein holtz noch wießen, aber ein schefferey, muß sich graß und holtz beym closter erholen...“

Außerdem wurde das in Lohn stehende Gesinde aufgezählt, in Kösen 9, Fränkenau 10,  Gernstedt 12, Hechendorf 10,  Vehra 10, Gößnitz 8 dazu mußten 2 Kriegsknechte samt Pferden gestellt werden. 

Dann folgt die Aufzählung dessen, was die einzelnen Höfe dem Kloster ablieferten. Kösen gab jährlich zwei vierjährige Ochsen, zwei ältere Kühe, 10 bis 12 Kälber, mindestens 10 Enten, fünf einjährige Schweine, 10 Gänse, 15 Hühner, 12 Schock Eier, ein gutes Federbett samt Kissen und  20 Ellen Leinwand (.)  mehrere Faß Butter und Käse. Für die ordnungsgemäße Ablieferung sorgte der  bursarius J. Sander.

Zusammenfassend meinte der Abt, dass der Ertrag der klostereigenen Güte gerade ausreichte, das Kloster selbst zu versorgen, Überschüsse würden in den seltensten Fällen erzielt. Allerdings fehlten in seiner Aufstellung die Zinsen und Pachten der Kreisdörfer und der weiter weg liegenden Höfe.  

 

  1. Nov. Schließung des Klosters (UB 2 Nr. 831).

17 Mönche darunter der Prior Caspar Sutorius (seit 38 Jahre im Kloster), Petrus Hammer (seit 56 Jahren), Donatus Bauch, Antonius Wagner, Nicolaus Merseburgk (alle 40 Jahre), Conradus Hilger (38), Jacobus Sander, Johannes Reimann (je 21), Heinrich Schup (6), Melchior Rost, Johannes Gunther (je 14), Jacob Pistoris (14), Johannes Kronach (50), Hans Hammer (21), Hans Ansorge (12), Wolff Horn und Hans Becholt (je 5) sowie einige Konversen erklärten gegenüber der Sequestrationskommission, dass sie mit der Resignation des Abtes einverstanden wären. Dafür wurde ihnen 30 Gulden, den Konversen 25 Gulden,  sowie ein Malter Roggen jährlich auf Lebenszeit versprochen, was sie an zwei bestimmten Terminen am Tor in Empfang nehmen können. Konvent und Konversen übergaben die Schlüssel dem Schösser Martin Bendeleben und verließen das Kloster.

 

1541    

  1. Jan. Julius von Pflug wird zum Bischof gewählt (Allg. Gesch.)

Nach dem Tod Bischof Philipps wählte das Generalkapitel den Zeitzer Domprobst v. Pflug. Doch Kurfürst Johann Friedrich, der Patron des Bistums, wollte hier das erste Bistum lutherischer Lehre einführen. Auch die Mehrheit der Stiftsuntertanen, die Bürgerschaft von Naumburg und Zeitz, sowie einige Domherren und Mönche des Georgen und Moritzklosters bekannten sich inzwischen dazu. Er erklärte die Wahl für ungültig, während der Papst die Wahl bestätigte. Pflug bat sich Bedenkzeit aus.

 

     Mai  Ergänzung des Klosterbesitzes (UB 2 Nr. 832)

Im Auftrag des Verwalters wurde die vom letzten Abt aufgeführten Güter vervollständigt, darunter „die wilde fischerey in der Saell vom Wehre zu Koesen biß schier an die Rospachische fhere dem stieft zustendigk (.) das holtz an closter unter am berge biß kegen Goglaw hat etzliche namen“ Am anderen Saaleufer gab es das „Eptischholtz (.) gensits der brucken (.) ein stücklein holtz, eins Nicklasbergk gnant, das ander die Elßa gensits der brucken“ sowie „1 muhl zw Koesen mit 3 gengen (.) hat der moller etzliche zceit 6 schmaltz-schweyn gemast....“

 

  1. Juli Einsetzung eines kurfürstlichen Stiftshauptmanns (Hoffmann S. 115ff).

Der Kurfürst setzte Melchior von Kreutz als Verwalter der Stiftsgüter ein, um so den Widerstand des Kapitels im Streit um den neuen Bischof zu brechen.

 

  1. Aug. Tod Herzog Heinrichs (Allg. Geschichte).

Sein Sohn, Herzog Moritz, begründete die Evangelisch-Lutherische Landeskirche im albertinischen Herzogtum Sachsen und stellte sich an die Spitze der evangelischen Reichsstände.

 

  1. Sep. Ernennung Nikolaus v. Amsdorf zum Bischof (Döring).

Damit war er der erste lutherische Bischof im Reich. Das wiederum veranlasste den Kaiser, der Bürgerschaft und der Kirche von Naumburg und Zeitz zu befehlen Pflug, als Bischof anzuerkennen.

Inzwischen geriet der Kurfürst mit dem Herzog Moritz wegen des gemeinsamen Patronats im Bistum Meißen in Streit. Obwohl sich beide zum Luthertum bekannten, blieb selbst die Vermittlung des Reformators erfolglos.

 

1542

  1. Jan. Annahme der Bischofswahl durch Julius v. Pflug.

Der päpstlichen und kaiserlichen Bestätigung folgend, erklärte v. Pflug nach einem Jahr Bedenkzeit in Freyburg die Annahme der Wahl. Doch Kurfürst Johann Friedrich hatte bereits die Weihe Amsdorfs veranlaßt.

 

  1. Jan. Bischofsweihe (Allg. Geschichte).

Der Kurfürst war mit einem ansehnlichen militärischen Aufgebot erschienen, um die Anerkennung durch den Konvent und der Huldigung durch die bischöflichen Untertanen den erforderlichen Nachdruck zu verleihen. Im Beisein des Kurfürsten empfing Nikolaus v. Amsdorf im Dom die Insignien aus den Händen Luthers, assistiert von Melanchthon.

Amsdorf konnte sich aber gegen dem Kapitel, den Domherren, den bischöflichen Vögten und Lehnsleuten nicht durchsetzen. 22 von ihnen verweigerten ihm jegliche Unterstützung. Dazu kam, dass sich der Stiftshauptmann mit überzogenen Forderungen das Mißfallen des Rates und der Bürgerschaft zuzog.

 

1543

  1. Jan. Beschluss der albertinischen Landstände (Allg. Gesch.).

Auf Anregung Christoph von Carlowitz sollten im albertinischen Herzogtum drei der sequestrierten  Klöster als „Fürstenschulen“ weiter betrieben werden.

 

  1. Mai Erlass des Herzog Moritz zur Gründung von Landesschulen.

Die Landstände folgten Johannes Rivius, dem Berater für geistliche Angelegenheiten am herzoglichen Hof zu Dresden, der die Klöster Meißen, Grimma und Pforte vorschlug. Moritz erteilte seine  „Allerhöchste“ Genehmigung,  womit dies als  Stiftungstag galt.

 

  1. Juni Neubestellung des Schulverwalters (Pahncke, UB 2 Nr. 833)

Michael Lemmermann folgte v. Bünau und sollte auf Befehl des Herzog feststellen, welche der bislang dem Kloster gehörenden Güter der Schule belassen werden müssen, um die Versorgung der Schüler, der Lehrer und des für die Hauswirtschaft erforderlichen Gesindes sowie die Mittel für Unterhaltung der Baulichkeiten dauerhaft zu gewährleisten. Die von ihm verfasste Aufstellung bildete die Grundlage der Stiftung des Herzogs Moritz.

In dieser Aufstellung wurden diesmal auch die dem Kloster zinsenden Untertanen aufgelistet, Lißdorf hatte 40 „besessene Mann“, Poppel 13, Taugwitz 14, Hassenhausen 27, Rehehausen 26, Benndorf 7, Zäckwar 16, Spielberg 24, Obermöllern  20, Pomnitz 14, Niedermöllern 18, Roßbach 25, Darnstedt 15, die Emsenmühle  1. Damit waren es in den Kreisdörfern allein 260 zinspflichtige Bauern. Dazu kamen in Leuthental-Sachsenhausen 90 und in Neuengönna 39. Die zinspflichtigen Untertanen in Flemmingen und Altenburg, sowie die aus Punschrau fehlten hier, da die beiden erstgenannten Dörfer zum ernestinischen Kursachen und letzteres zum Hochstift Naumburg gehörte.   

 

              Pestepedemie in Thüringen (Binhard).

Nach Binhard fielen in Naumburg 3.000, in Jena 1.600 und in Eckartsberga 110 Menschen der Seuche zum Opfer.

 

1544

               Einrichtung der  Stiftsverwaltung (Dr. Berger, Bau- und Kunstdenkmäler ..1905).

Dem Georgenamt so genannt nach dem Sitz im Georgenkloster oblag die  Hochstiftsgerichtsbarkeit und die Advokatie sowie die Verwaltung der Stiftsgüter, darunter der Burgward Schönburg, das Amt Saaleck mit Burg und Dorf Saaleck, Lengefeld, Kleinheringen, Rödigen, Lachstädt, das Vorwerk Kreipitzsch,  das Gut Stendorf sowie Abtlöbnitz.

 

               Aufnahme des planmäßigen Schulbetriebes (Pahncke).

Der Schulbetrieb war zunächst für 100 Schüler eingerichtet, ausschließlich albertinische Untertanen, die  von drei Magistern  und einem  Kantor unterrichtet wurden, die nicht verheiratet sein durften. Erster rector portensis war Johannes Gigas, der aus Nordhausen stammte und in Leipzig studiert hatte. Erster Schüler (Alumnus) war Nikolaus Lutze aus Kindelbrück im Amt Weißensee.

 

1545

  1. Jan. Schreiben des Rektors Johannes Gigas (H. Prescher in G. Agricola-Komm. S 54)

Der Empfänger war Georgius Agricola der Verfasser der „De re metallica“ der „12 Bücher vom Bergwerk“ und betraf dessen Neffen Martin und Georg, mit die ersten Schülern der Fürstenschule.

 

  1. Aug. Bischof v. Pflug wird mit den Stiftsgütern belehnt (Allg. Gesch.)

Nach der Eidesleistung erhielt er von Kaiser Karl V. die Stiftsgüter, somit gab es nun zwei  Bischöfe.

               Einrichtung von Konsistorien im albertinischen Sachsen (Allg. Gesch.).

Die kirchliche Oberbehörde für das Schulamt wurde in Merseburg eingerichtet.  

 

1546              

  1. Juni Bündnis zwischen Kaiser Karl V. und Herzog Moritz (Allg. Gesch.)

Der Kaiser nutzte die Differenzen zwischen Herzog Moritz und Kurfürst Johann Friedrich wegen dem Patronat über das Bistum Meißen und stellte ihm Sachsen-Wittenberg und damit die Kurwürde in Aussicht, wenn er sich im Konflikt mit dem Schmalkaldischen Bund der Katholischen Liga anschließen würde. Außerdem versprach er ihm das Patronat über das Erzbistum Magdeburg und das Bistum Halberstadt, allerdings unter der Maßgabe, dass es hier beim alten Glauben bleibt. Moritz ging darauf ein, blieb aber zunächst neutral, und der Kaiser sanktionierte die Auflösung  der Klöster im Herzogtum.

 

  1. Aug. Reichsacht über den Schmalkaldischen Bund (Allg. Gesch.)

Als der Schmalkaldische Bund die Feindseligkeiten gegen Kaiser und Reich eröffneten, wurden die Anführer Kurfürst Johann Friedrich und Landgraf Philipp von Hessen in die Acht getan. Die Vollstreckung übertrug Karl V. Herzog Moritz, der seine Neutralität aufgab, in das Kurfürstentum einfiel und Wittenberg belagerte.    

 

  1. Nov. Herzog Moritz besetzt das Hochstift Naumburg-Zeitz (Allg. Gesch.).

„8 fehnlein (5000 Mann unter dem Obristen Sebastian v. Wallwitz und Graf Hans Georg von Mansfeld) sampt einer großen Anzahl von Reisigen (.) Die Ihre Manheit am meisten beweiset mit fressen, Sauffen, Unzucht und erschrecklichen Gotteslestern“. (Bürgers Annalen)   

 

1547

  1. Jan. Besetzung der Schule Pforta durch kursächsische Truppen (Pahncke).

Auf die Nachricht über das Herannahen des Kurfürsten zogen sich die herzoglichen Truppen auf Leipzig zurück, wo sie belagert wurden. Naumburg und Pforta wurden zum Winterquartier eingerichtet. 

 

  1. Mär. Rückzug der herzoglichen Streitmacht (Allg. Gesch.)

Herzog Moritz vereinigte sich im Erzgebirge mit der aus Böhmen kommenden kaiserlichen Streitmacht und zog gemeinsam wieder elbabwärts.

 

  1. Apr. Aufgebot des Landvolks des Stifts (Bürger Annalen).

Die Kunde vom Herannahen kaiserlich-böhmischer Truppen verbreitete Angst und Schrecken. Daraufhin ersuchte der Naumburger Rat den Saalecker Amtmann Georg von Peris, die wehrfähigen Landsassen zur Verteidigung nach Naumburg zu schicken. Zusammen mit den Freyburger Amtsuntertanen waren es dann 450 Mann, die einquartiert und verköstigt wurden.

 

  1. Apr. Einschließung von Naumburg durch kaiserliche Truppen (Bürger Annalen)

In der Neuenburg lagen 400 herzogliche Reiter, Zeitz und Droyßig wurden eingenommen. Als der  Schösser von Pforte Merten Schneidewind sein Habe in Sicherheit bringen wollte, wurde er von kaiserlichen Streifscharen ausgeplündert, der Klostervogt Johann Hopf mißhandelt. Vor dem Tor kam es zu einem Scharmützel mit kurfürstlichen Reitern, wobei deren Anführer getötet und etliche Knechte gefangen wurden. Der Kösener Pass wurde gesperrt. Damit war Entsatz durch kurfürstliche Truppen aus Gotha, Eisenberg und Arnshaugk,  um die der Rat gebeten hatte, nicht mehr möglich.

 

  1. Apr. Schlacht bei Mühlberg a.d. Elbe (Allg. Gesch.)

Den Kaiserlichen unter Führung von Alba und Herzog Georg gelang in der Lochauer Heide  der entscheidende Sieg über Johann Friedrich und den Schmalkaldischen Bund. Der Kurfürst geriet dabei  in Gefangenschaft. 

 

  1. Mai Naumburg ergibt sich den herzoglichen Befehlshabern (Bürger Annalen).

Herzog Moritz hatte am 30. April mitgeteilt, dass der Rat sich dem „erwehlten Bischoff Herrn Julius“  ergeben sollte, wobei sie „bey der wahren Christlichen Religion, wie wir die itzo hetten, bleiben und geschützt werden sollten“. Die Abgabe der mündlichen Erklärung gegenüber dem Freyburger Befehlshaber kam nicht zustande, trotz Vermittlung durch den Schösser von Pforte Lemmermann und dem Domdechant Günther von Bünau. 

 

  1. Mai Wittenberger Kapitulation (Allg. Gesch.)

Kurfürst Johann Friedrich entband die Besatzung von Wittenberg vom Treueeid und ermöglichte so die Übergabe der Stadt an den Kaiser. Dafür wurde das über ihn verhängte Todesurteil nicht vollstreckt. Außerdem verzichtete er für sich und seine Nachkommen auf die Kurwürde samt  dem Kurkreis. Moritz erhielt die osterländischen Ämter Torgau, Grimma, Altenburg und Zwickau, Eisenberg und Neustadt, die Burggrafschaft Magdeburg, das Oberlehen vom Vogtland der Reußen  und die den Ernestinern bislang zustehende Hälfte am Patronat der Bistümer Naumburg-Zeitz und Meißen.

Die minderjährigen Söhne Johann Friedrichs, Johann Friedrich (II.) der Mittlere, Friedrich Wilhelm und Johann Friedrich d. J. behielten die Ämter Weimar, Kapellendorf, Buttstädt, Buttelstädt, Roßla, Jena, Saalfeld, Weida, Orlamünde, Dornburg, Camburg, Kahla, Arnshaugk und Ziegenrück sowie Eisenach, Creuzburg, Gotha und Salzungen. Die Vormundschaft übernahm Herzog Moritz.

 

  1. Mai Herzog Moritz Truppen lagern vor Naumburg (Bürger, Annalen).

Die 10 Fähnlein Fußvolk und 1500 Reiter zogen am 18. Mai nach Thüringen und lagerte zwischen Sulza und Darnstedt. 

 

  1. Juni Herzog Moritz wird mit dem Kurkreis belehnt (Allg. Gesch.).

Mit Sachsen-Wittenberg, etlichen Ämtern der Landgrafschaft Thüringen, der Burggrafschaft Magdeburg, dem Oberlehen über das Vogtland  und dem alleinigen Patronat  der Bistümer, die zu seinen Erbländern bekam, war  Moritz einer der mächtigsten deutschen Fürsten. Einziges Zugeständnis des sich zur lutherischen Lehre bekennenden Kurfürsten an den Kaiser war der Verbleib des Bischofs Pflug in seinem Bistum bis zu dessen Tod.

Die Kurwürde von Sachsen-Wittenberg stand nun bei den Titeln an erster Stelle und wurde so auf alle albertinischen Länder übertragen, insbesondere auf die eigentlichen albertinischen Erblande, die Mark Meißen und das Osterland.

 

  1. Juni Befehl Kurfürst Moritz an die Landesschule und das Floßamt (S. Braun).

Zur Versorgung der kaiserlichen Truppen sollte  Brennholz und Langstroh in der Naumburger Aue angefahren und Mehl, Brot, Fleisch und Bier an das Naumburger Jacobstor gebracht werden.

 

  1. Juni Karl V. und der Herzog von Alba ziehen in Naumburg ein (S. Braun, Bürger Annalen).

Die deutschen Landsknechte wurden in der Stadt einquartiert, die Söldner blieben vor den Toren. Der Kaiser nahm Quartier beim Bürgermeister Veit Leubens am Markt. Johann Friedrich I. wurde im Georgenkloster und der Landgraf von Hessen im Armenhaus eingesperrt und streng bewacht.  

Ein Bericht über dieses Ereignis stammt vom Floßschreiber zu Kösen, Daniel Schirmer. „Merckwürdigkeiten bei dem Einzuge Kayßer Caroli quinti und seiner Armada zu Naumburg“ (Quelle „Historische Merkwürdigkeiten und Erholungen“ Bd. 1 Neustadt a. d. Orla 1822).

Die Anwesenheit eines Floßschreibers in Kösen zeigt, dass der Wehrdamm bereits Zollgrenze war. Wahrscheinlich wurde sie nach der Leipziger Teilung eingerichtet, denn die Grenze zwischen den ernestinischen und den albertinischen Erbländern verlief nun oberhalb Saaleck an der Mündung der Ilm und die 1410 eingeführten Zölle von Jena und Weißenfels erübrigten sich. Der Kösener Zoll, eine Einfuhrabgabe, wurde beim Übergang über das Wehr fällig. Das Gehöft des Floßschreibers stand am Fahrweg nach Naumburg, wo dieser über die kleine Saale ging, die heutige heutige Konditorei Schoppe, die mit über 500 Jahren das zweitälteste Anwesen in Kösen ist.Unabhängig vom Kösner Zoll bestand  anch wie vor das Saalecker Geleit, eine Benutzungsabgabe, die verpachtet wurde.    

 

1548             

  1. Sep. Kanzleianordnung zur Verwaltungsreform (Allg. Geschichte).

Die nunmehr kurfürstliche Linie richtete in ihren Ländern Kreise ein, denen mehrere Ämter zugewiesen wurden. Dazu gehörte der Thüringer Kreis zu dem neben dem  Stiftsamt und dem Schulamt Pforta die Ämtern Weißenfels, Freyburg, Sachsenburg, Weißensee und Sangerhausen gehörten.

 

     Dez.  Leipziger Interim (Allg. Gesch.).

Kurfürst Moritz hatte das Interim des Kaisers nicht unterschrieben und hielt an einer eigenen Glaubensformel fest. Er bestätigte aber den Bistümern ihren Glauben, den Besitz, die Rechte und Gerechtigkeiten. 

 

 Julius von Pflug bestätigt  Heinrich von Bünau die Stiftslehen (Lepsius).

Die Söhne Heinrich d. Ä. Heinrich d. J.,  Günther und Rudolf wurden  die Lehen Kreipitzsch und  Rudelsburg bestätigt.

 

1550

             Kurfürst Moritz bestätigt die Stiftung der Landesschule (WEI DS 2209).

Das „Privilegium – Stifftunge, Ordnunge und Bestätigunge der neuen Schule im Closter zu Pforta bey der Saale über der Stadt Naumburg in Thüringen gelegen“ beschrieb alle der Schule zugestifteten Güter, die Einkünfte der Amtsdörfer, Zinsen und Naturalabgaben, Rechte und Gerechtigkeiten. Außerdem wurden die zur Versorgung der Schüler und Lehrer erforderlichen Ausgaben für Lebensmittel, Bekleidung und Schulmaterial festgesetzt. Darüber hinaus musste die Ökonomie der Schule bestimmte Güter zur Versorgung der Domkapitel von Naumburg und Erfurt abliefern.

Da hieß es „die Schäfferey zu Kösen, die kann man im Gemenge über Winter ungefehrlich bey 600 Schafe zu halten. Zu der Schäfferey gehören Hauß, Hoff, Ställe, Trifft, Hut, Pferche und Weiden, und andere Gerechtigkeiten“.

 

1551

   Erbuch des Amtes Pforta  (WER D 34 I Nr. 3 u. 4)

„Auf des Durchlauchtigsten, Hochgeboreren Fürsten und Herrn, Herr Moritz, Herzog von Sachsen, des Heiligen Römischen Reichs Erzmarschall und Kurfürsten (.) gnädigsten Befehls ist dieses Erbbuch der Schulen Pforta gestellt  und aufgerichtet worden.

Darinnen unterschiedliche Anzeigen, wieviel in jedem Dorf zu dieser Schule gehörende besessene Männer, wenn sie damit lehnbar, weiviel Hufen in jeder Dorfflur und wüsten Mark gelegen, was sie an Lehnware entrichten, wem sie Folgen, Steuern Ober- und Erbgerichte verwandt, was jeder der Schulen mit Pferden und der Hand zu dienen, auch zu den Heerzügen zeither verbunden, mit wem sie grenzen, wohin sie pfarren. Von wem die Pfarrer zu Lehen und was ihr Einkommen. Folgendes was jedes Dorf gemeinsam an Geld, Getreide und zinsbaren Stücken jährlich der Schule an Erb-und Laßzinsen zu geben verpflichtet und dann was ein jeder Einwohner besonders zu solchen zu geben anzeigt.

Ferner was die Schule für Laßgüter, auch steigende und fallende Einkommen und alsdann sonsten an Vorwerken, Triften, Gräsereien, Hopfbergen, Mühlen, Walkmühlen, Wehren Brücken, Wiesen, Fischereien, Lachsfang, Backöfen, Schenken, Weinbergen, Gehölzen, Weidewachs, Handgeld, Hasenjagd, Landstraße und dergleichen eigentümlich ist, auch was für Edelleute der Schule mit Lehen zugehören“.         

Verfasser des Erbuchs war der Schösser Ernst Brotuff, der Nachfolger Lemmermanns.

Der erste Band beschrieb die „eigenthümlichen Dorffschaften und dazu gehörigen wüsten Marcken und Land-Fluren Aldenburgk, Bendorff, Dagkwietz, Doebene (Wüstung), Darnstedt, Emßmohle, Flemmingen, Frenckenaw (Wüstung), Gebestedt, Gremstedt (Wüstung), Haßenhausen, Hondorff (Wüstung) Hoppendorff (Wüstung) Liesdorff, Loysch (Wüstung), Lason (Wüstung) Mertendorff, Niedermellern, Obermellern, Pungkwietz, Pommritz, Poppell, Pfordhoff, Ponzeraw, Roßbach, Reußdorff, Rogehausen, Spielwergk, Tauschwitz (Wüstung), Uff der Heyde (Wüstung), Zewicker“.  Gebstedt und Reußdorf kamen später an die ernestinischen Herzöge von Weimar, Punkewitz gehörte zur Hälfte dem Domkapitel, dem es dann ganz zufiel, Punschrau zum Amt Saaleck. Die meisten Einwohner waren der Schule zins- und lehnspflichtig und unterlagen deren Gerichten. Der Gerichtsstuhl für die Dörfer links der Saale war Hassenhausen, rechts der Saale Mertendorf.  Die Dorffluren der Amtsdörfer entsprechen weitgehend den der heutigen Dörfer, in die Wüstungen inbegriffen sind.

Eine Ausnahmen war der Pfortenhof in der „Michaelisgasse vor der Naumburg“. Hier gab es keine Dorfflur und die „Bessesenen“ zinsten nur für die Häuser. Die Gerichte hatte das Domkapitel.

1319 hatten die Pfortenser zwischen dem heutigen Fränkenau und Stendorf von der Äbtissin von Quedlinburg etliche Wüstung erworben. Dazu gehörte das untere „Frenckenow ufm Niklas-Bergk uebern Steinbruch kegen Mittage gelegen, hatt etliche Hofstatt und 6 Hufen erhalten. Daneben viele Hecken und Gepüsche, Lehden und Plätze und ein groß Holz, das eptische Holz bei der Landstraße und gehet bis an den Graben des Wasserlaufs, welcher vom wüsten Doebene nach der Saale gehet (.) diese Flur wird mehrererteils zum Vorwerk Frenckenow und das Holz von der Schule gebraucht; dazu ist die große Mühlwiese zu Kösen gehörig“, sowei „Doebene (.) geht von Hassenhausen gegen Mittag nach der Saale, hat einen wüsten Dorf-Anger mit Hofstätten, der wird zur Schaf-Trift der Schule gebraucht“ außerdem Hondorf zwischen Hassenhausen und Rehehausen und Grünstedt oberhalb Stendorf.    

Weitere Wüstungen waren Hoppendorf zwischen Punschrau und Niedermöllern, Lasen zwischen Niedermöllern und Roßbach, Tauschwitz zwischen Roßbach und der Altenburger Fähre, „Auf der Heide“ bei der Heuneburg über der Saale zwischen dem Schenkenholz und der Wüstung Lasen sowie die Loisch zwischen Mertendorf und Wethau.

Im Band 2 sind alle übrigen Besitzungen und Einnahmen der Schule verzeichnet, darunter die sog. Gatterzinsen, Geld-, Getreide und Naturalabgaben zinspflichtiger Einwohner wie die von Auerstedt „Das Dorf ist dem Amt Eckartsberga zuständig, dahin es auch mit (Heer)-Folge, Steuern und Gerichten gehört. Darinnen aber sind Nachbeschriebene maßen der Schule Pforta mit erblichen Gütern (.) lehn- und zinsbar, müssen auch auf den Fall 20 Pfennig zur Lehnware, wie denn im Amt Eckartsberga gebräuchlich der Schule entrichten. Sind von ihnen ein Tag der Zinsreichung namhaft gemacht und selbe damit nicht gefaßt, sind sie verpflichtet alsdann solche Zinsen unverzüglich auf ihre Kosten in die Pforte zu antworten und zu bringen.“

Im Amt Eckartsberga waren Einwohner von Burkersroda, Ködderitzsch, Oberreißen, Rudersdorf, Thüßdorf, Tromsdorf und Eckartsberga selbst zinspflichtig, sowie die Pächter der Wüstung Krawinkel. Im Amt Weißenfels waren es Einwohner von Plotha, Schmerdorf, Schorgula und Wethau, im Amt Freyburg Leiha und Markröhlitz, im Amt Camburg Döbrichau, Sieglitz und Wichmar. Aus dem ernestinischen Amt Weimar zinsten Einwohner aus Buttelstädt, Eberstedt, Heichelheim, Kleinobringen, Kromsdorf und Pfuhlsborn. Zinsen kamen aus dem den Schenken von Tautenburg zustehende Amtsdörfern Frauenprießnitz, Großheringen und Niedertrebra, den eisenbergischen Amtsdörfern Prießnitz und der Wüstung Stockhausen, dem Amt Roßla zustehenden Orten Pfiffelbach und Sulza sowie aus Altenroda (Kapitel Bibra), Großobringen (Kloster Ettersberg), Groß-Klobeck (Stift Merseburg), Heigendorf (Vogtei Rudestedt) Kottichau (Stift Zeitz), Krautheim (Vogtei Buttelstedt), Obertrebra (Amt Dornburg), Stobra (Amt Kapellendorf) und  Katzenrode „über dem Vorwerk Kukulau gelegen“, das Einwohner aus Crölpa gepachtet hatten.      

Darlehen von mehreren tausend Gulden waren Graf Gebhardt von Mansfeld, Heinrich von Bünau sowie den Räten von Erfurt und Denstädt gewährt worden.

Weitere Einnahmen, wenn auch nicht regelmäßig, brachte die Flöße denn „welche Flößer am Wehr zu Kösen Schaden tun, oder daß ihnen der Müller mit Schutz überhilft, die müssen nach Gelegenheit etliche Stämme  Holz zu der Pforten geben und was einkommt, das wird daselbst zum Bau verwendet.“

Dann  gab es noch den Erfurter Frei-Hof bei St. Georg, den einst das „Erfurter Amts-Gesinde“ gestürmt und geplündert hatte und als Ersatz erhielten die Zisterzienser vom Rat einen Hof auf der Krämer-Brücke und ein Anwesen mit Gewölben und Kapelle an der Gera samt der Hand- und Halsgerichtsbarkeit, sowie ein Schankhaus mit Braurechten, das noch Abt Peter der Witwe des letzten Pächters, Barbara Kirchberger auf Lebenszeit verpachtet hatte.

Den Hof Vehra, nördlich von Erfurt, hatte der ehemalige Schösser Michael Lemmermann gepachtet. Zinspflichtig waren der dortige Hofmeister, sowie Einwohner aus Henschleben, Straußfurth, Werningshausen, Schwerstedt, Großballhausen und Haßleben sowie der Pächter des Schankhauses in Henschleben, der neben dem eigenen Bier auch Bier aus Nordhausen und anderen Orten ausschenken durfte. Verpachtet waren auch die Mühle an der Unstrut, die dortigen Fischrechte und die Weinberge bei Werningshausen.

Das Vorwerk Hechendorf zwischen Wiehe und Donndorf hatten die Zisterzienser vom dortigen Nonnenkloster erworben. Das Gehöft war von einer Mauer umgeben, die Äcker Einwohnern  aus Wiehe, Langenroda und Garnbach verpachtet.

 

Gernstedt „jetzt ein Vorwerk, etwan ein Nonnenkloster gewesen, zwischen Eckartsberga und Rehehausen gelegen, hat notdürftige Gebäude an Wohnhaus, Scheunen. Ställen die auch mit einer Leinen-Wand umzogen und wohl befriedet sind. Darauf und in den zugehörenden Feldern sind die Gerichte, obere und niedere (.) der Schulen Pforta mit aller Botmäßigkeit  zuständig“. Zum Vorwerk gehörten verschiedene Äcker auf denen die Bauern der umliegenden Amtsdörfer von Benndorf bis Hassenhausen, von Spielberg bis Darnstädt frohnen mussten. Zum Hof gehörten Kühe, Schweine und Federvieh, Obst- und Krautgärten. Die Erzeugnisse dienten zunächst dem Eigenverbrauch des Hofgesindes, der Überschuß kam in die Schule. Zum Vorwerk gehörte eine Schäferei, einige Weinberge zwischen der Emsenmühle und Rehehausen „am Gebirge“ einen Kelter sowie einige Acker, die an Einwohner von Auerstädt, Sulza, Lißdorf, Rehehausen, Poppel, Bendorf und Reinsdorf verpachtet waren.     

 

Frenckenau ist ein Vorwerk jenseits der Saale übern Hasen-Loch beim Schenken-Holz und dem Niklas-Berge an der Landstraße  gelegen. Ist etwan ein gebautes Dorf gewesen, wird jetzt zu einem Vorwerk und Schäferei gebraucht“ und war in Halbpacht gegeben. Zum Gesinde gehörten ein Hofmeister, ein Schirrmeister, ein Weidner, der Kuhhirt, ein Futterschneider und ein Lämmerknecht. Eine Anzahl Kühe, Schweine und Federvieh durfte auch über den Winter gehalten werden, wobei sich die Schule verpflichtete, bei Futtermangel auszuhelfen. Die Schaftriften reichten von der Wilsdorfer Flur bis Hassenhausen und Spielberg. Fronpflichtig waren die Einwohner von Ober- und Niedermöllern sowie Pomnitz

Eingepfarrt war das Fränkenauer Gesinde in der Pforte, ihre Begräbnisstätte befand sich „aufn Niklas-Berge, da allwo eine Kirche gestanden..“  

 

Kuckolowe ein Vorwerk dieseits der Saale, von dem Vorwerk Kösen gegen Mittag übern Kockeleschen Holz auf der Höhe gelegen, hat notdürftige Gebäude an Wohnhaus, Scheunen, Ställen und dergleichen mit einer Mauer umgeben“ und war in Halbpacht gegeben, fronen mußten  die Einwohner von Mertendorf, Punkewitz und Flemmingen. An Vieh wurden 20 Milchkühe und 25 Färsen über das Jahr gehalten, die in der Weniger Aue und den anliegenden Gehölzen weideten. Gänse und Enten gab es wegen Wassermangel nicht, dafür 60 Hühner. Zum Gesinde gehörten ein Hofmeister, ein Schweinemeister, ein Ackerknecht, ein Kuh- und ein Sauhirt, ein Futterscheneider und zwei Mägde.

Die Schäferei war gesondert verpachtet. Neben dem Pächter gab es einen Kost-, einen Meier- und einen Hammelknecht, denen die Haltung einiger eigener Schafe in der Herde gestattet war. Die Trift reichte von der Altenburger Schweinswarte bis nach Freiroda und Löbschütz. Schäfer und Hofgesinde waren wie  die Fränkenauer in Pforte eingepfarrt, die Toten  wurden auf dem jenseits der Saale liegenden „Niklas-Friedhof“ begraben.

 

„Zu der Schulen Pforta eigentümlichen Gütern gehören die Kirchen mit dem Kirchhof, Wohnhäuser, Ställe, Scheunen, Schüttböden, Keller, Küchen, eine Mühle mit 2 Gängen, Badestube, Schmiede, Back-, Böttcher und Fischhaus und was zur Haushaltung an Gebrauch von Nöten, in Dach und Fach ziemlich verwahrt, ist mit einer starken Mauer ringsumher verwahrt.“ Im Obstgarten in der Ummauerung standen Walnußbäume, darunter weidete das Vieh. Im  Krautgarten wuchsen Rüben, Möhren, Zwiebeln, Hanf, Lein und „Krätzereien“  für den Eigenbedarf der Schule. 

„Die Hufen Landes sind zur Pforte und dem Vorwerk Kösen gehörig, in  und um Pforte und Kösen und dazwischen gelegen. Diese Felder sind ineinander vermengt, daß sie nicht gesondert werden können, wie sie denn auch niemals gesondert, sondern allerwegen an bemeldten beiden Örter welchen Ort sie am bequemsten gelegen, gebraucht werden. Doch hat man mehrenteils Getreide in die Pforte geführt, soviel man darin legen können, und das andere nächst Kösen in die Scheune gelegt.“ Die Feldarbeit oblag den Dörfern „auf dem Kreis“ und war streng nach Sommer- und Wintergetreide und Brache eingeteilt. Die Fröner wurden von der Schule verpflegt, so gab es zum Mittag ein Stück Brot, Suppe und Gemüse, außerdem ¼ Maß Hafer. Jedes Dorf hatte einen Wagen für Mist- und Erntefuhren zu stellen, wobei die Schule das Futter lieferte.  

 

Kösen das Vorwerk der Schulen Pforte mit allen Zugehörungen wie hiernach folget, eigentümlich zuständig, ist ein Vorwerk diesseits der Saale vor der steinernen Brücke gelegen, wohl gebaut, hat steinerne gebäude, allwo einst das Kloster gestanden, ehe die Pforte erbaut wurde.

Die Zubehörungen des Ackerbaues ist bei der Pforte beschrieben und in den Hufen inbegriffen, denn die Pfortischen und diese Vorwerksfelder in einander gemengt sind und niemals gesondert waren...und weil zu gemeinen Jahren demnach Getreide zu Kösen in die Scheune geführt, so werden allda auch Milchkühe gehalten und damit auch die Brachen und Felder dieser Gegend betrieben. Allda hat es keine Gräserei, man muß sich derselben an Wasserläufen und im Getreide erholen, so wird auch Viehfutter dahin geführt, wovon sie dem meisten Teil erhelten werden...

Die Schweine junge und alte werden auch gehalten, haben keine gute Trift, als im offenen Felde, in Stoppeln und sonsten in der Brache...

Angemerkt wurde: „Wiewohl dem Hofmeister, seinem Weib, Magd, Kuhhirten und Sauhirten zu Lohn gegeben und darüber die Kost und haben doch nicht mehr als ungefähr 20 Kühe zu versorgen gehabt, so sind doch die Unkosten höher als der Nutzen. Darum soll am verträglichsten sein, daß man die Viehzucht um die Pacht austäte, oder das Vieh in die Pforte genommen und die Haushaltung zu Kösen ganz abgeschnitten wird.“ 

Zur Schäferei hieß es: „In dieses Vorwerk ist eine Schäferei gehörig, darin einschuriges Vieh gehalten wird, hat ein Wohnhaus, Schafstall und zwei Krautgärtchen hinterm Stall und unterm Haus gelegen. Darauf werden zu zwei Jahren Schafnösser im Gemenge gehalten (.) hat eine gute Trift und werden alle Dorfmarken und Fluren über die Brücke hinaus auf dem Kreis soferne der Schäfer von Fränkenau die Trift hat und welche der Fluren mit den Schafen zu erreichen sind, darauf getrieben. Dieseits der Brücke  und der Saale aber hat er die Kösener und Pfortaischen Felder, auch die Flemminger Dorfflur bis an die Gerichte der Altenburger Mark und an die Schweinsbrücke zu treiben befugt. Bemeldte Schäferei ist mit der Kukulauer zu stärken, also daß die Melkschafe gegen Kösen beider Schäfereien zusammen, das Geldvieh aber gegen Kukulau geschlagen werde“.

Die  Schäferei war nicht verpachtet, sondern wurde von einen Schafmeister, einen Lämmer- und einen Kostknecht gegen Lohn und freie Kost betrieben. Auch die durften einige Schafe zur eigenen Verwendung in der Herde halten.

Hopfenberge gab es über Kukuklau am Morttal, hinter Löbschütz über Katzenrode, an der Windlücke und in der Tauschwitzer Flur.

Zur Schule gehörten mehrere Mühlen, darunter die Mühle in der Pforte selbst neben dem Backhaus. Die hatte 2 Mahlgänge für Mehl und Malz, wurde von einem Lohnmüller betrieben und diente der Versorgung der Schule.  

Eine weitere „ zu Aldenburg unterm Teich gelegen, nimmt ihr Wasser von bemeldeter kleinen Saale, die durch die Pforte und den Teich geht..“. Die war verpachtet und eine „Freimühle“, die im Winter Malz für die Bürger von Naumburg und der Domfreiheit mahlte.

„eine Mühle zu Kösen über der Brücke, jenseits der Saale gegenüber dem Nikolausberg gelegen, der Schule eigentümlich zuständig, hat drei unterschlächtige Gänge, an Gebäuden, Ställen, Kammern und andern wohl und notdürftig verwahrt.“

Der Lohnmüller „soll das Mühlwerk allenthalben mit aller Notdurft versorgen. In guten Wesen halten und bessern und so was Neues am Mühlenwerk, Mühlgerinne und Grundwerk oder Wehr und Eiswehr zu bauen ist, soll er machen bei seinen Kosten. Da er aber Hilfe dazu bedarf, soll derselbige von der Schule entlohnt, Kost gegeben und Holz, auch was er sonst dazu bedarf, verschafft werden. Alles was er sonst zum ganzen Bedarf als Wellen, Radholz, Schaufeln, Steine hat, dazu gibt er den 4. Pfennig, die Schule drei Teile, dazu das Holz. Desgleichen einen Scheffel Rübsamen zum Geleucht (.) Die Dächer der Gebäude soll er in baulichen  und ordentlichen guten Wesen mit seiner Arbeit halten, was er dazu bedarf, schafft ihm die Schule.

Er soll darüber  alle Wochen zweimal und wenn es die Notdurft erfordert in die Pforte gehen und wenn in der Mühle etwas zerbrochen oder etwas anzurichten wäre, das soll er mit seiner Arbeit und seinen Burschen tun, dazu ihm auch alle Notdurft von der Schule geschickt werden soll, so die Zimmer-Arbeit in einen Tag kann gemacht werden. Wo aber solche Arbeit in einem Tag nicht kann  gemacht werden, soll ihm wie einem andern gelohnt werden (.) Mit den Leuten und Mahlgästen  soll er sich wohl und friedsam halten, nicht mehr denn eine Metze von einem Scheffel von allen Getreide das ihm zum Mahlen gebracht wird, nehmen. Weizen und Malz alsbald in den verschlossenen Kasten schütten, Gerste und Hafer, jedes in einen Ackerkasten, soll alle vier Wochen ihm der Käufer seinen vierten Teil davon geben (.) Im Lachsfang und Fischerei soll er ordentlich anrichten und halten, die Lachse alle in die Schule antworten und soll ihm für jeden Korb ein halbes Stübchen Wein gegeben werden, wie seit alters, was er sonst an Fischen fängt, daran soll er den vierten Teil haben. 

Die Schule gibt ihm Holz zu seiner Notdurft und ein Schock Stroh, das Holz wird ihm durch den Förster angewiesen. Und soll er über die Wiese ein Mühlsteig machen lassen und darauf sehen, daß nicht mehr Wege gemacht werden. Die Einwohner auf dem Kreis, auch die zu Flemmingen und alle Dörfer welche auf dem Mühlenwehr  mit der Hand  dienen müssen, sind darinnen zu mahlen verbunden.“

Der Mahlzwang der Kreisdörfer war eine sichere Einnahmquelle für die Schule deren Einhaltung  streng kontrolliert wurde.

Darüber hinaus wurde bestimmt, dass beim Ausfall der Altenburger Mühle das Malz für die Naumburger gemahlen werden mußt und die Anzahl der für die Schule zu mästenden Schweine. Zur Mühle gehörte die Mühlwiese mit etlichen Obstbäumen, auf der  der Müller seine Kühe zusammen mit der Herde des Vorwerks weiden lassen konnte, sich dafür aber mit dem Kuhhirt vergleichen mußte.

„Das Wehr über dieser Mühle ist steinern, von Neuen durch Abt Heinrich Marschalk (Abt von 1478-1487) gemacht (.) Die Schule muß es im baulichen Wesen erhalten. Dazu werden die Steinbrüche auf dem Nikolausberg, im Morttal, in der Ilske dem Fränkenauer Berg und der Steinbruch über den Saalbergen, die einst das Kloser erkauft hat, benutzt. Die Steinfuhren muß die Schule leisten, auch die Steine zu brechen entlohnen. Die Dörfer auf dem Kreis aber auch die Einwohner von Flemmingen und die andern Dörfer, so zum Mahlen verbunden, müssen auf dem Wehr  Handreichungen tun.

Da auch die Flößer mit ihren Holz-Flößen auf dem Wehr hängen bleiben, müssen sie der Schule nach Erkenntnis den Schaden gelten und abtragen. Insbesondere wenn sich die Flöße zerstoßen, so folgen die abgestoßenen Hölzer der Schule. Hilft ihnen der Müller über so müssen sie der Schule einen Stamm oder zwei geben..“

„Die Brücke ist steinern, steht dem Amt Eckartsberga zu, das Amt muß solche auch im baulichen Wesen halten. Da mehr dazu überfahren bedürftig, so muß die Schule Steine und Sand zum Pflastern auf ihre Unkosten zur Stätte fahren. Das Amt aber muß die Steine brechen und den Sand werfen lassen, auch den Pflasterlohn erlegen. Wenn sich Flößer an der Brücke (.) vorlegen und hängen bleiben, oder sonst anstoßen, so sind dieselben Flöße dem Amt verfallen.

Vor dem Hof Kösen ist eine kleine steinerne Brücke, geht über die kleine Saale, die ist die Schule  allein in Besserung zu halten  schuldig.“

„Die Fischerei in der Saale ist der Schule eigentümlich zuständig. Die fängt an unter dem Wehr der Mühle zu Kösen und geht hinunter bis an die Weidenfurt bei Roßbach (.) Die Länge der Fischerei ist eine gute Meile lang, hat Barmen, Gründlinge Bratfische, Krebse, Aalquappen, Hecht, Lachs und Karpfen, steht der Schule an beiden Ufern aus zu fischen zu und hat niemand darinnen zu fischen Fug, denn die Schule Pforta allein. Obwohl aber die Winzer der Saalberge solches darinnen berechtigt sein sollen, so folgt doch aus zwei Abschriften der Verträge, daß ihnen solches aberkannt und dieselben unbefugt. Die Fischerei werde nach Gefallen der Schule an Fischer vermietet und zu gemeinen Jahren davon 10 gute Schock genommen..“

„Im Fischhaus an der Saale gegen die Heuneburg, aber dieseits des Wassers gelegen, hat einen umfriedeten Hof, Gräserei darum und eine Wiese ungefähr ein Acker groß, gebraucht der Fischer  (.) für sein Vieh und werden ihm 2 Kühe und ein Kalb auf der Weide mit dem Schulen Vieh zum Grasen gehalten, hat seine Gräserei an der Saale, er mag auch im Getreide ohne Schaden grasen  und ihm werden dazu 4 Schock und eine Tonne Stroh so oft man braucht gegeben..“         

Der Schule gehörten 58 Weinberge um Kösen, Flemmingen, Roßbach, Altenburg und Fränkenau. „Die Nutzung aber solcher Weinberge haben etwan die alten Äbte den Leuten in Erblehen gegeben um die Hälfte des Ertrages, daher werden die Winzer auch Halbwinzer genannt. Wenn dieser die Hälfte seine Berges verkauft, erhält die Schule den 20. Teil des Kaufpreises. Die Schule läßt den Mist zur Düngung anfahren, soweit der Winzer keinen eigenen Mist hat, wird er von den Vorwerken angefahren...“

An der Windlücke gab es vier Weinberge, auf dem Platten drei, im Mordtal fünf, alle an Bauern aus Flemmingen verpachtet, ebenso die 6 Berge an den Vorderbergen und die vier der Hinterberge unterhalb Fränkenau. Am Saalberg gegenüber der Schule reihten sich die übrigen Lagen bis Roßbach, darunter der Sanctorum, der Siechenberg und der Steinmeister, die meisten an Einwohner von Altenburg, Naumburg und Roßbach verpachtet.

Unter der Wüstung Fränkenau vor dem Äbtischen Holz gab es einen weiteren Weinberg, genannt das „Himmelreich“ den der Lengefelder Hans Ziege gepachtet hatte. Dabei handelte es sich wohl um die Lage Nikolausberg.

Der Ertrag wurde auf 1464 Naumburger Eimer (200.000 Liter) geschätzt. Gekeltert wurde in der Schule sowie in Roßbach. Der Transport der Reben dorthin erfolgte mit schuleigenen Gespannen, das Auf und Abladen oblag den Pachtwinzern, die auch die Hälfte des Lohnes für den Keltermeister, den Füllmeister und die Kellerknechte zahlten.

Für die Weinberge gab es eine strenge Ordnung aus dem 15. Jahrhundert über deren Einhaltung „geschworene“ Winzer wachten und nachlässige Pächter mit empfindlichen Strafen belegten.

Vorgeschrieben war die regelmäßige Düngung, jährlich 3 Fuder Rindermist je Berg. Die Anfuhr oblag der Schule, das Aufladen und Einbringen dem Pächter. Bei schlechteren Böden sollte mehr Mist aufgebracht werden. Jeder Pächter war verpflichtet, nach Angaben der „Geschworenen“  junge Reben sog. Fechser nachzupflanzen. Reglementiert waren auch das Schneiden und Binden der Rebstöcke, die Bereitstellung und Entfernung der Pfähle, die Bodenbearbeitung, die Umzäunung und der Beginn der Lese.       

Zu den Gehölzen der Schule gehörten der Klosterberg oder Wolfsgeschlinge über der Pforte nach Flemmingen, der Mühlberg über der kleinen Saale bis an das Schloß Altenburg, die Pfortaische Schenke von der Windlücke bis zum Flemminger Weg, die Platten über dem Klosterberg, der Heinberg vom Flemminger Weg bis zum Morttal und das Kukulauer Holz vom Weg nach Kösen über der Weniger Aue bis an die Grenze der Rudelsburg und des Vorwerks Kreipitzsch. Jenseits der Saale war es der Wald von der Wüstiung Fränkenau bis Lengefeld, das Quedlinburger (Äbtissinnen)-Holz, der große Lasen zur Hälfte, das Gehölz über dem Weinberg „Eulengeschrei“ bis zur Schlucht genannt die „Ilske“ zwischen den Hinterbergen und dem Hasenloch unterhalb Fränkenau, sowie das Schenkenholz zwischen der Landstraße und den Fluren von Niedermöllern, Pomnitz und Lasen.

Bedeutsam waren auch die Gehölze insbesondere die Weiden in der Niederung. Dazu gehörten auch „etliche Erlen und Weiden mit wilden Obstbäumen am Graben, der aus der kleinen Saale nach der Lohmühle fällt“ womit der Scheitbach gemeint ist, an dessen Mündung die Mühle stand und der demzufolge schon von den Zisterziensern angelegt wurde.,

Die Gerichte, obere und niedere, über Hals und Hand waren den Zisterziensern bei Stiftungen und Erwerbungen nach und nach zugefallen „und hat die Pforte zu diesen Gerichten eine Femestätte zwischen Kösen und der Pforte (Galgenberg) gelegen, dahin alle Dörfer und Wüstungen gehören, gleichwohl die Pforte seit alters her für das Dorf Spielberg eine sondere Femestätte auf dem Hühnerberg hat (.) Zu diesen Gerichten hält die Schule ein Gefängnis in einem Turm an der Vogtei in der Pforte gelegen (.) Die Unkosten für einen Übeltäter, der ein richterliches Amt ausübt und sein Leben verwirkt hat, trägt die Schule, bei Untertanen oder Übeltätern in den Dörfern tragen diese die Kosten, Flemmingen und Altenburg allein, ebenso Mertendorf und Punkewitz, die Dörfer auf dem Kreis legen das Geld zusammen“ 

Die Straße von Eckartsberga „geht über den Kreis vor die Kösener Brücke, die eine geht über die Brücke zu Kösen durch den Mühlweg auf Flemmingen gegen der Naumburg. Die andere geht über Fränkenau beim Schenkenholz ab durch die Altenburgische Furt durch die Saale auf Naumburg. Daraus folgt, daß der Weg an und neben der Pforten nicht zur Landstraße gehört und man mag sie wehren oder fahren lassen, und hat das Amt Eisenberg auf dem Unterweg nicht das Geleit noch die Gerechtigkeit.“

Dennoch dürfte der „Unterweg“ entlang der Mauer wesentlich häufiger genutzt worden sein als der steil ansteigende „Mühlweg“ nach Flemmingen, denn „Vor der Pforten ist eine Schankstatt gelegen, ist nur ein Haus ohne Zubehör an Acker und Garten, darin auch Naumburgisch Bier verzapft wird.  Da diese vermietet und ausgetan, so wird in gemeinen Jahren  davon ungefähr 10 gute Schock Schankgeld gegeben..“  

Außerdem hatte die Pforte den Streubesitz als sogenannte Ritterlehen ausgetan, deren Lehensnehmer neben einer Pacht auch die „ihnen gebührliche Folge tun müssen“. Dazu gehörten   Georg von Germar auf Straußfurt, Albrecht von Heynitz in Auerstedt, Volrad von Watzdorf in Dornburg, die Herren von Heßler in Burgheßler,  Daniel von Heinich in Flurstedt, die Witzlebens auf Wendelstein, Wolf von Nißmitz auf Nebra, Oswald von Tümpling in Tümpling,  die Selbwedigs in Nausitz und die von Salfeldt in Straußfurt. 

Die Kreisdörfer waren auch zur Heerfolge gegenüber dem Kurfürsten verpflichtet. Insgesamt 42 Mann mit Ausrüstung und vier Heerwagen waren zu stellen. Auf den Heerwagen befanden  sich   Hufeisen, Hufnägel, Butterfässer, Käse, Brot, Erbsen, Brennholz, Schanzzeug, Pfählen, Futterkrippe und weitere Utensilien für ein Feldlager. Die Wagen mußten neue Räder und Achsen haben, halb mit einer Plane bedeckt sein, dazu je vier gesunde, kräftige Zugpferde sowie  zwei gute Knechte.

Eine weitere Einahmequelle war die Vergabe und Aufsicht über die Pfarrlehen. Dazu zählten Hassenhausen, Spielberg mit den Filialkirchen Benndorf, Zäckwar und Benndorf, Rehhausen mit den Filialen Poppel und Taugwitz, Obermöllern, Niedermöllern mit Pomnitz, Mertendorf mit Punkewitz, Neuengönna, Sachsenhausen, Leutenthal, Obertrebra, Rudersdorf, Flemmingen. Dagegen waren Darnstädt eine Filialkirche von Dorfsulza und Roßbach von Kleinjena.    

Das war die Stiftung des Kurfürsten, zu der später noch die Güter des ehemaligen Klosters Memleben hinzu kamen.   

 

1552

  1. Aug. Freilassung von Herzog Johann-Friedrich (Döring)

Nach seiner Erhebung zum Kurfürsten erreichte Moritz, die Freilassung Herzog Johann Friedrich I. In einem Restitutionsbrief wurde ihm der verbliebene ernestinischen Besitz bestätigt. Da Wittenberg verloren war wählte der Herzog Weimar als Residenz. Sein  Einzug am 26. September bei dem ihm Maler Lukas Cranach begleitete, gestaltete sich zum Triumph.

 

1553      

  1. Juli Kurfürst Moritz von Sachsen verstirbt (Allg. Gesch.)

In der Schlacht von Sievershausen bei Braunschweig gegen das Aufgebot des Margrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach wurde er tödlich verwundet. Die Kurwürde ging an  seinen Bruder August (geb. 1526).

 

  1. Aug. Huldigung der Landstände (Allg. Gesch).

August I. Den seine Zeitgenossen als „Freund der Mathematic und Physik“ bezeichneten, leitete zahlreiche Reformen ein, erließ Landesordnungen (Berg-, Münz-, Forst-, Kirchen-, Schul-, Verwaltungs- und Justizwesen) und machte aus Kursachsen einen „lutherische Modell- und Musterstaat“.

Sein besonderes Interesse galt den Manufakturen und Bergwesen, zu dem auch die Salzgewinnung gehörte. Der Kochsalzbedarf Kursachsens betrug schätzungsweise 4.000 t (7 kg/Einwohner/Jahr).

Zunächst setzte er auf den Import von Meersalz (Baysalz) von der Iberischen Halbinsel, das als  Schiffsballast in die Hansestädte kam und dann elbaufwärts gebracht wurde. Es war stark verunreinigt, und mußte umgesotten werden, um es verkaufsfähig zu machen. All dies verursachte hohe Kosten, die Preis in die Höhe trieben. Daher richtete August das Augenmerk auf die Erschließung von Salzquellen im eigenen Land. Auleben bei Kelbra im Thüringer Kreis machte den Anfang. 1563 ließ August einen Solebrunnen abteufen und eine Saline errichten. Der Schacht war 20 Klafter tief, die Pumpen wurden durch eine Roßkunst mit 18 Pferden (6 pro Schicht) angetrieben. Die beiden Siedehäuser brachten 45 Stück Salz pro Woche. Doch bald waren die Grenzen erreicht. Die Pumpen konnten das eindringende Wildwasser nicht wältigen und schon bald fehlte es an brauchbarem Brennholz. Auleben wurde aufgegeben. (s. dazu Otto Fürsen: Die Geschichte des kursächsischen Salzwesens vor 1586, Teil 1, 1897 in UB Jena Hist. un. VIII, 133/48, Diss. cam 78 (5) und J. Thölde: Haliographia 1612). Im Stift Merseburg beteiligte sich der Kurfürst an der gewerkschaftlichen Saline Teuditz (heute Tollwitz ein OT von Bad Dürrenberg), die einzige über den Eigenbedarf produzierende Anlage in Kursachsen.

 

1554

  1. Feb. Coburger Erbe (Allg. Gesch.)

Das hennebergische Erbe, die Pflege des fränkischen Coburg mit dem südthüringischen Sonneberg und Hildburghausen, seit 1541 Herzogtum Sachsen Coburg, fiel beim Tod Johann Ernst von Coburg an  seinen Bruder Johann Friedrich I.

 

  1. Feb. „Freundbrüderliche Vereinigung“ zu Naumburg (Allg. Gesch).

Kurfürst August versöhnte sich mit Herzog Johann Friedrich I. und  dessen  Söhnen. August überließ den Ernestinern als Zeichen seiner freundschaftlichen Gesinnung die Ämter Altenburg, Sachsenburg, Herbsleben, Triptis und Pößneck sowie das Amt Eisenberg. Ausgenommen waren die bisher den eisenbergischen Gerichten zuständigen Dörfer Flemmingen und Altenburg sowie die Geleite auf der Landstraße von der Kösener Brücke nach Flemmingen. Die fielen an das Amt Freyburg.. 

Herzog Johann Friedrich starb am 3. März. Das herzogtum erbten seine Söhne Johann-Friedrich der Mittlere, Johann-Wilhelm und Johann-Friedrich d. J. Ersterer übernahm die Regentschaft und die Vormundschaft für die beiden minderjährigen Brüder.

 

1555

  1. Nov. Dr. Georgius Agricola stirbt in Chemnitz (H. Prescher)

Georg Bauer wurde am 24. März 1494 in Glauchau geboren. Da seit dem Augsburger Religionsfrieden die Ausübung der Religion vom Glauben  des Landesherrn bestimmt wurde, durfte der Katholik Agricola nicht im kursächsischen Chemnitz begraben werden. Deshalb wurde er in das noch  katholische Bistum Naumburg-Zeitz überführt und im Zeitzer Dom beigesetzt. 

Sein Hauptwerk „De re metallica libri XI“ (Vom Bergwerk 12 Bücher) erschien 1556 in Basel und gilt als das umfassendste Werk über die mittelalterlichen Bergbaukunst. Im Buch 12 wurden alle damals bekannten Arten der Kochsalzgewinnung und der dazu erforderlichen Verfahren und Maschinen beschrieben, die noch 200 Jahre später bei der Erschließung der hiesigen Solschächte  angewendet wurden.

 

1556

  1. Sep. Erste deutschsprachige Chronik des Klosters Pforte (Pahncke).

Brotuff, vormals Amtsschöffer von Pforta und derzeit Bürgermeister von Merseburg veröffentlichte eine Chronologie des Heiligen Römischen Reich, darinnen enthalten „ Die Historia von erbawunge des Closters Pforta in Türingen“. Demnach hätten „die Mönche (.) das Kloster zu Schmölln mit allem Zubehör dem Bischof und Stifte zu Zeitz und Naumburg gegeben, dagegen der Bischof jenen den Ackerbau zu Cösen mit Lochwitz, das Dorf mit der Lochmühle bey der Cösener Brücke unter und neben der Anger-Wiese nach den Hinder-Weinbergen zu (.) Und sind das die Güter, welche Bischof Udo den Mönchen zu Pforta für das Kloster bey Schmölln zuerst gegeben hat, nehmlich fünfzig Hufen Artland zum Vorwerk Cusne gehörig, das Dorf Lochwitz mit der Mühle daselbst, die Lochmühle genannt,den Wald auf dem Gebirge, welcher sich anfänglich bey dem Hofe Gogelaw unter der alten Rutilingesburg vom Wassergraben daselbst und geht bey Gogelaw über das Moorthal und weiter gegen Morgen über die Flämische Landstraße hinunter in den Grund unter dem alten Schloß Aldenburg, bis auf den alten Wall und weiter nach Mitternacht bis an die Saal und das Fischwasser wieder hinauf bis gegen Cusana an das Mühlenwehr bey der Brücke (.) Als nun solche Permutation (Tauschgeschäft) geschehen und der Aptt Adalbertus mit den Mönnichen in die Porta zu Cusenn kommen, haben sie mit Hülf Bischoffen Udonis an die Sahla daselbst im volgenden Jahre also anno domini 1137 das neue Closter die Portta zu Cusana itzund Coesenn genannt gebauett, an welchen Orte alda die Landstraße durch zwei Hochgebirge über die Sahla in Dohringen gleich als durch die Pfortta gehet und von Alters her die Pfortta zu Coesenn genannt worden.“ Diese Deutung wurde jedoch von der neueren Forschung in Frage gestellt.

 

  1. Okt. Kurfürst August wird Administrator des Bistums Naumburg (DStA NMB Urk.).

 

1557

  1. Nov. Grenzfestlegung unterhalb der Rudelsburg (WER D 34 Anh. 2 Nr. 1262)

Wegen fehlender Grenzmarkierungen auf der Saalewiese kam es immer wieder zu Differenzen zwischen der Schule und den v. Bünaus, die mit der Rudelsburg und Kreipitzsch belehnt waren „Auf Befehl des Durchl. Hochgeb. Fürsten und Herrn, Herr August, Herzog von Sachsen, des Heiligen Römischen Reiches Erzmarschall (.) haben wir,  Hans Günter Georg, Graf und Herr zu Mansfeld, Edler Herr zu Heldrungen, des Thüringischen Kreises Oberhauptmann, Leonhardt Binder, der Rechten Doktor und Simon Roß zu Weißenfels Amtmann, die Irrungen, so sich zwischen der Schulen zu Pforta an einem und Rudolf von Bünau zu Teuchern, dessen nachgelassenen unmündigen Söhnen, deren Vormund die Gevattern Bünaus von Droyßig, andernteils, einer Lehde halber, genannt die Mönchs-Lehde unterhalb der Rudelsburg nach der Pforte gelegen, in Besichtigung, Verhör und Handlung genommen und nach notdürftiger Erkundigung in beider Teilen guten Willens folgendergestalt verglichen, nämlich daß das Eigentum und die Gerichte oberste und niedere, der bemeldten Mönchs-Lehde oberhalb eines wüsten Hopfenberges, der Schule zusteht und von der zum Lehen  herrührt, unter dem Weg, so unter dem v. Bünaus Holz herabgeht mit Löchern und Pfählen haben vermachen lassen und (.) der Schule zu Pforta erblich sein und bleiben soll (.) Jedoch soll und will die Schule solche Lehde zu ewigen Zeiten unumgerissen (ungeackert) liegen lassen und darauf denen v. Bünau und ihren Leuten zu Löbschütz, Crölp und Roda die Koppelweide und den Übertrieb zum Wasser, wie es von Alters her gestatten. Dagegen die ermeldten v. Bünaus und die Dörfer auf ihren Fluren und  Gütern hinwiederum der Schule zu Pforte und ihren Untertanen die Koppelweide und Übertrift nicht weigern  und hindern, sowie die obbemeldten Irrungen bis zu ewigen Zeiten gänzlich verglichen und vertragen sein und bleiben sollen..“ 

 

1559

               Inbetriebnahme der Saline Altensalz (in DD Loc. 1337).

Altensalz im Vogtland bei Plauen war eine gewerkschaftliche Saline, wurde 1697 wegen Unwirtschaftlichkeit aufgegeben.

 

1561

  1. Jan. Fürstentag zu Naumburg (s. Dr. phil. Robert Calinich, bei Perthes, Gotha 1870).

Das Treffen hatte König Ferdinand einberufen, um die lutherischen Reichsstände allen voran Kursachsen (August) und das Herzogtum Sachsen (Johann Friedrich II.) zur Anerkennung des Tridenter Konzils zu bewegen.

 

               Fischereiordnung (Hoppe, Heimatbuch 1930).

Die von Herzog Moritz 1556 erlassene Fischereiordnung galt nun auch für die Pforte und sollte der Überfischung, der Zerstörung der Laichplätze und die Beeinträchtigungen durch Mühlen und Wehre  Einhalt gebieten.

 

1564

  1. Apr. Vererbpachtung des Schulenvorwerks Gernstedt (WER D 34 I Nr. 6)

„Von Gottes Gnaden Augustus Herzog von Sachsen, des Heiligen Römischen Reiches Erzmarschall und Kurfürst, Landgraf in Thüringen, Markgraf in Meißen und Burggraf zu Magdeburg, erkennen und tun kund, vor Uns, Unseren Erben und Nachkommen, mit diesem Unsern Brief gegen männiglich, daß wir von wegen unserer Schule zu Pforta (.) unsere lieben Getreuen auf ihr untertänigstes Ansuchen und Bitten, das Vorwerk Gernstedt, welches berührter unserer Schule gehörig gewesen, mit allen Gebäuden an Wohnhäusern, Scheunen und Ställen, der Kapelle mit den darinnen hängenden Glöcklein, außerhalb das Kellerhaus, welches wir unserer Schule ausgezogen und vorbehalten, den dazu gehörigen Ackerbau, gebraucht und ungebraucht, mit der Winter und Sommersaat, den darinnene gelegenen weiten Weideflächen, Rasen, Gesträuchen, Lehden, Obst-, Kraut- und Artgarten und andern Stücken und Flecken, so mit den Schafen nicht betrieben, sondern von den vorigen Inhabern solches vorweg zur Gräserei, Grünwachs und Futterweide fürs Rindvieh gebraucht worden, welches  sich auf 20 Naumburger Hufen als 6 Hufen 8 Acker Winterfeld, 6 Hufen 8 Acker Sommerfeld, 6 Hufen 8 Acker Brachfeld erstrecken, dafür sie dann solche vermessen, angenommen (.) wie ihnen durch unsern Verwalter Wolff Lindner abmarken habe lassen, folgender gestalt erblich und unwiderruflich verkauft, geignet, vererbt und ihnen dies überantworten lassen.

Das sie nun ihre Erben des Vorwerks in 22 Hofstätte, des jedes 10 Ruten lang und 5 breit abteilen, darauf ein Dorfteich und die Kapelle zu einer Kirche  anrichten, wie andere Dorfschaften gemein halten. Die Felder, Wiesen und Gärten wie folgt untereinander teilen und solche als Inhaber  genießen und gebrauchen mögen und wenn wir solche Hufe und Hofstätte vererbt, was von einen jeden daran und den Gebrauch durch die geschworenen Stadtmesser zu Naumburg in der Abteilung zugewiesen werden und zukommen und wie solches bezahlen sollen, solches folgt hernach...“  

Es folgen die Namen der Erbpächter, vorzugsweise aus Lißdorf, Poppel und Taugwitz, aber auch der Gernstedter Schäfer, die zwischen ¼ bis ¾ Hufen pachteten. Einzig der ehemalige Verwalter Wolff Lindner bekam 4 Höfe und 4 Hufen, dazu die halbe Hofscheune und das „alte hohe Haus samt  der Einfahrt“ im Wert von  152 Gulden. Auf den Kaufpreis habe man „aus Gnaden“ verzichtet, statt dessen einen Erbpachtzins von 3% vereinbart.

Gernstedt gehörte nun zu den „Dörfern auf dem Kreis“ die Einwohner waren fronpflichtig und die Kirche war Filial von Rehehausen.

 

  1. Sep. Tod des Bischofs Julius von Pflug (Allg. Geschichte).

Hier endete das letzte katholische Hochstift. Wie zuvor Merseburg (1561) fiel das Stiftsgebiet an Kursachsen. „Postulierter Administrator“ wurde der Sohn Kurfürst August, Alexander, dem am 27. August gehuldigt wurde.

 

1565

               Einrichtung des Georgenamts (S. Braun).

Nach dem frühen Tod Alexanders übernahm Kurfürst August persönlich die Administration, seine Huldigung erfolgte am 24. November. Dem Hochstift wurde die Selbstverwaltung belassen, wobei die wesentlich umfangreicheren Stiftsgüter um Zeitz separat verwaltet wurden.

Mit der im ehemaligen Georgenkloster untergebrachten Stiftsverwaltung wurde Wolf von Weidenbach, der bisherige Amtmann  von Saaleck betraut. Neben Saaleck-Stendorf, Lengefeld, Punschrau und Hohndorf,  Großwilsdorf und Großjena,  Schönburg, Possenhain und Plotha, gehörte auch das Vorwerk Kreipitzsch im Lehen der v. Bünaus zu den Stiftsgütern.

 

  1. Feb. Erste Landesteilung der Ernestiner (Allg. Gesch.).

Trotz der Warnung des Vaters teilten Johann-Friedrich der Mittlere und Johann-Wilhelm, das väterliche Erbe. Johann-Friedrich des Jüngere, der auf eine Mitregentschaft verzichtete, war verstorben. Bei der Teilung, die zunächst auf 6 Jahre befristet war, bekam Johann-Wilhelm Weimar und Johann-Friedrich (II.) Eisenach, Coburg und Gotha. Seine Residenz war der Grimmenstein, von wo er die Rückgewinnung der Kurwürde und der bei der Wittenberger Kapitulation verlorenen ernestinischen Landesteile betrieb.

 

1566

  1. Feb. Der Grumbacher Handel (Allg. Gesch.).

Wilhelm von Grumbach, einem fränkischen Adligen, der wegen Landfriedensbruchs der Reichsacht verfallen war, gewährte Herzog Johann-Friedrich II. auf dem Grimmenstein Schutz. Als er von Kurfürst August aufgefordert wurde, Grumbach dem Reichsgericht zu übergeben, lehnte der Herzog ab. Daraufhin wurde auch über ihn die Reichsacht verhängt. Das und sein Bestreben sich als „geborener Kurfürst von Sachsen“ nicht mit dem Verlust der Kurwürde abzufinden, veranlassten Kurfürst August gegenüber dem Herzog die Acht zu vollziehen.

 

1567

  1. Apr. Übergabe von Gotha (Döring).

Nach dreimonatiger Belagerung ergab sich Herzog Johann-Friedrich. Grumbach und Genossen wurden hingerichtet, der Grimmenstein geschleift. Johann-Friedrich kam nach Wien, wo er bis an sein Lebensende in kaiserlichen Gewahrsam blieb. Sein  Bruder Johann-Wilhelm, der sich der Reichsexekution angeschlossen hatte, behielt als Vormund der Söhne Johann-Friedrichs das ernestinische Erbe, mußte aber den  Neustädter Kreis mit den Ämtern Arnshaugk, Weida und Ziegenrück an Kursachsen als Enschädigung für die Aufwendungen bei der Durchsetzung der Reichsacht abtreten. Dazu das Amt Sachsenburg im Thüringer Kreis. Damit endeten die Bestrebungen der Ernestiner wieder in den Besitz der Kurwürde zukommen.

 

1568

  1. Nov. Erlass der Saale-Mühlen Ordnung (WER D 34 Anh. 1 Nr. 1619)

Die kursächsische Kammer regelte den Betrieb von Mühlen an Flüssen, die sowohl für die Flöße als auch den Fischfang von Bedeutung waren.

 

1569

             Befehl des Kurfürsten August an die Schulverwaltung (S. Braun).

Nach der Eingliederung des Hochstifts wurden die ersten 20 Alumnen aus Naumburg-Zeitz in Pforta aufgenommen.

 

1570

            Bau eines Kunstgerinnes für die Saline Teuditz  (in DD Loc. 1337).

Für die im Stift Merseburg gelegene Saline Teuditz (heute Tollwitz) verbesserte sich damit zwar das Aufschlagwasser für den Pumpenantrieb und damit die Fördermenge. Doch es fehlte an Brennholz für den Siedeprozeß. Nach  J. Thöldes Haliographia „helt der Centner Sole am Saltz 5 loht“, war also sehr gering und da eine Gradierung noch nicht üblich war, brauchte man erhebliche  Mengen Brennmaterial. 

 

             Erste Teilung der Schwarzburger Herrschaft (Allg. Gesch.).

In Speyer teilten die Söhne des Grafen Günter XI. das Erbe in die Linien Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen.

 

1572

  1. Nov. Erfurter Teilung der Ernestiner (Allg. Gesch.)

Der auf dem Reichstag zu Speyer im Jahr 1570 beschlossene Plan wurde nun umgesetzt. Johann-Wilhelm v. Weimar mußte den Erbteil seines Bruders Johann-Friedrich II. (Eisenach, Gotha, Coburg), seinen Neffen Johann-Casimir und Johann-Ernst überlassen. Da sie minderjährig waren file die Vormundschaft und somit die Regentschaft an Kurfürst. Herzog Johann-Wilhelm behielt en die Ämter Saalfeld, Leuchtenburg,  Jena, Dornburg und Camburg sowie  Weimar, Roßla, Altenburg, Bürgel, Roda, Kapellendorf und Eisenberg.

 

 Scheitholzvertrag (A. Beier, Geographus Jenensis 1672)

Der Rat zu Jena hatte mit Christoph vom Thüna zu Lauenstein einen Holzlieferkontrakt abgeschlossen, nach dem Brennholz aus seinen Waldungen nach Jena liefern und dem Rat verkaufen soll. Dass die Brennholzflöße in die holzarmen  Gegenden am Mittellauf der Saale schon längere Zeit von privaten Unternehmenr betrieben wurde, geht auch aus Aufzeichnungen des Naumburger Floßschreibers Schirmer und des Stadtschreibers Sixtus Braun hervor.

Die Scheitholzflöße sicherte die Versorgung mit Brennholz der holzarmen Gebiete am Mittelelauf der Saale, wovon insbesondere die Lebensmittelindustrie der Städte, insbesondere  Brenner, Brauer, Bäcker und  Fleischhauer. Aber auch für die Herstellung von  Baumaterial (Branntkalk, Ziegel), von Bekleidung (Färberei) und von Schmiederzeugnissen benötigte man mehr und besseres Brennholz. Deutliches Anzeichen für den Brennstoffmangel war die von den Räte angeordnete Schließung der öffentlichen Badestuben, die als sinnvolle Einrichtung im Kampf gegen die Pest überall entstanden und zum geselligen Treffpunkt der Bürgerschaft geworden waren.

 

1573

  1. Mär. Herzog Johann-Wilhelm I. von Sachsen-Weimar verstirbt (Allg. Gesch.)

Für seinen Sohn und Nachfolger Friedrich-Wilhelm I. (geb. 1562) übernahm Kurfürst August I. die vormundschaftliche Administration. Seine Statthalter Anton von Lützelburg und Hans Wolf von Schönberg residierten in  Weimar. 

 

1574

     Mai  Vertrag zur Scheitholzflöße (WEI B 12161).

Der Rat von Jena vereinbarte mit Wolff-Friedrich von Thüna zu Etzelbach die Anflöße von  Brennholz. Der Preis für den Klafter (3 x 3 x 2 Ellen, d. s. 1,7 x 1,7 x 1,13 m = 3,2 Festmeter) betrug 26 Groschen. Der Rat verpflichtete sich, jährlich einen Vorschuß von 600 Gulden zu zahlen, der mit der gelieferten Jahresmenge verrechnet wurde. Der Vorschuß entsprach der Lieferung von 277 Klaftern, die Jahresmenge dürfte damit ca. 300 bis 400 Klafter betragen  haben. In Jena gab es bereits ein Rechen. Beim Eintreffen der Scheite mußte er geschlossen werden. Diese Kosten sowie  das Auswerfen und Stapeln der Scheite übernahm der Rat. Der Vertrag war unbefristet und galt auch für die Erben des v. Thüna. Ein Friedrich  von Thüna, auch von Thun oder Thüen  wurde bei Schöttgen im Jahr 1502 als „Fürstlicher Marschall und Hauptmann von Weimar“ erwähnt. Der Familiensitz war die Weißenburg bei Uhlstädt-Kirchhasel.    

 

  1. Juni Antrag des Jenaer Rates (WEI B 12161)

Zur Erleichterung der Flöße beantragte der Rat beim kursächsischen Statthalter in Weimar einen Freibrief mit dem Hinweis, dass diese Flöße und das Holz auch der „Hochlöblichen Fürstlichen Hohen Schulen Nothdurfft“ zu Gute kämen.  Die Bewilligung erhielt der Rat umgehend.

 

            Einrichtung von Scheitholzstapeln an der Weißen Elster  (Leonardi, Erdgeschichte…)

Auf den Holzplätzen wurden die aus den vogtländischen Kammerforsten angeflößen Scheite ausgezogen und aufgesetzt. Die Abflöße und der Verkauf erfolgten zunächst durch Privatleute. Zwar kam dabei ein ansehnlicher Betrag an den Fiskus, doch behinderten widrige Wasser- und Wetterverhältnisse die Flöße. Fiel diese ganz aus, so kam es zur Verknappung und die Preise stiegen an. Problematisch war auch der erhebliche Schwund, besonders durch Diebstahl und die Behinderungen und Schadensersatzforderungen der Wassermüller und Fischer.

Das alles widersprach dem Interesse des merkantilistisch eingestellten Kurfürsten und seiner Kammerräte, die andere Lösungen suchten, um die Brennholzflöße zu verbessern. Zunächst konnte  1579 ein kaiserliches Mandat erwirkt werden, dass es den Greizer und Geraer Reußen untersagte, die kurfürstliche Flöße auf der Weißen Elster zu behindern.

 

1577

  1. Feb. Befehl zum Aufbau der Saline Poserna (DD Loc. 1337, Andonov: Der Elsterfloßgraben).

Der Salzbedarf der  schätzungsweise 556.000 Einwohner Kursachsens von rund  4.000 Tonnen (Andonov) konnte von den Salinen Teuditz, Frankenhausen, Artern und Altensalza nicht gedeckt werden. Nach der Einstellung von Auleben bei Kelbra erwarb Kursachsen 1573 Anteile an der gewerkschaftlichen Saline Poserna im Stift Merseburg. Die wurde 1517 eingerichtet und bereits 1521 wegen der wilden Wasser wieder eingestellt. Unter der Leitung des Bergverwalters und Oberbergmeisters Martin Planer und des Kunstmeisters Fritzsche wurden 150 bis 200 Arbeiter aus den fronpflichtigen Dörfern aufgeboten, um einen neuen Schacht abzuteufen und die Saline aufzubauen, für die man die noch verwendungsfähigen Teile aus Auleben antransportierte. Planer ließ einen Kunstturm über dem Schacht und zum Antrieb der Pumpen ein unterschlächtiges Wasserrad errichten, dass von einem Kunstgerinne, dass vom Rippach-Bach abzweigte, angetrieben wurde.

 

1578

  1. Apr. Baubeginn des Elsterfloßgrabens (Andonov, MER C 63 Anh. I. Nr. 68).

Im Bericht des Oberfloßkommissars v. Zedtwitz vom Jahr 1829 hieß es: „Es wurde daher mit Nicol Laupolten aus Eibenstock und dem Markscheider Georg Planer dem Jüngern ein Vertrag  abgeschlossen, nach welchen sie für die Grabung des Elstergrabens  über Berg und Tal nach der Waage von Pötewitz bis Poserna, wo die Saline und ein Rechen zur Aufhaltung des Holzes war, für die gesammte Erdarbeit jedoch mit Ausschluß des erforderlichen Holzes und des Eisens, sowie der Zimmer- und Schmiedearbeit 3300 Meißn.-Gulden erhielten. Hierzu wurden täglich 400 Arbeiter mit den erforderlichen Arbeitszeug aus mehreren kursächsischen Ämtern  gestellt, die 4 Wochen an der Baustelle blieben und täglich für 12 Stunden Arbeit von den Contrahenten 2 Groschen Lohn bekamen. Später wurde auch ein Floßgraben nach Merseburg zu gegraben, dort ein Rechen und Stapelplatz angelegt, da wo sich der Graben nach Poserna und Merseburg teilte, ein Wehr gefertigt  und auf dem Merseburger Graben nach dem Befehl vom  4. Apr. 1581 bei günstigen Wetter die erste  Probeflöße  von Pötewitz  mit so vielen Holz gehalten, als mit 200 Gulden Floßlohn  abgerechnet werden konnte“

Kurfürst August beabsichtigte in Poserna die „centrale Siedestätte“ Kursachsens mit 96 Pfannen (rd. 960  m² Siedefläche) einzurichten. Dabei spielte der geringe Salzgehalt keine Rolle, denn Holz gab es in den vogtländischen  Wäldern zur Genüge, man mußte es nur heranholen.

Doch nicht nur die Saline Poserna benötigte Holz, auch  Zeitz und  Lützen sowie der  Stift Merseburg brauchten immer mehr Holz, waren doch alle brauchbaren Wälder schon abgeholzt. In Anbetracht dessen und nachdem 1577 das Vogtland endgültig an Kursachsen gekommen war (vogtländischer Kreis) entschloß sich August zum Bau dieses letztlich rund 93 km langen und damit Europas größten Kunstgrabensystems. Eigentlich hätte man auch auf der Weißen Elster selbst flößen können, aber zahlreiche Windungen sowie Mühlen und Wehrdämme behinderten die Flöße. Der Elsterfloßgraben zweigte südlich von Zeitz bei Pötewitz von der Weißen Elster ab, verlief fast parallel dazu, ging dann westlich an Zeitz vorbei. Dann überwand er die Wasserscheide zwischen Weißer Elster und Saale. Zwischen  Werben und Meuschen verlief der Floßgraben nach Südwesten zum Grünebach und weiter zum Rippach. Diesen 56 km langen Abschnitt baute Martin Planer in nur 2 Jahren. Die Flöße wurde dem  Oberaufseher Chr. Kohlreiber verpachtet, der 1579  25.000 Klafter Scheitholz bis zum Pötewitzer Rechen brachte und sie 1580 nach Poserna weiterflößte. 

 

             Ermittlung des Salzbedarf Kursachsens (Bürger-Annalen)

Auf Anweisung des Kurfürsten wurde in allen Dörfern und Städten der jährliche Salzbedarf der Haushalte erhoben.

 

1580

  1. Jan. Der kursächsische Fiskus erwirbt die Saline Artern (in DD Loc. 1337).

Für 40.000 Gulden verkauften Dr. Candler und Cramer v. Clausenburg die mit 9 Siedepfannen versehene Saline.  J. Thölde (Haliographia) berichtete: „Zu Artthern in der Herrschaft Manßfeld / ist ein Saltzbrunn / ungefehr ein Büchsenschoß von der Stadt / nahe bey dem Kalckthal gelegen / welch Churfürst Augustus zu Sachsen Hochlöblicher Gedechtnüs / in die Rinckmaure bringen /und auffs new mit zwey und  zwantzig ansehnlichen Sölden erbawen lassen / der Brunnen mit Dannen Bolen ins Gevierdte gefasset / darüber ein Kunsthaus erbawet /. Das wilde Waßer hat getrieben ein Rad / damit die Sole mit Pumpen ins Gerinne gehoben / und fort in Rinnen von der Solden in die andern geleitet worden.“ Den Ausbau des Salzwerkes leitete der Landbaumeister Irmscher.

Doch die Sole war zu gering, erforderte viel Brennmaterial, dass auch noch von weither kam, was die Saline insgesamt unwirtschaftlich machte.

 

  1. Juli Rudolf und Günther von Bühnau verkaufen Kreipitzsch und die Rudelsburg (Lepsius).

Nach dem  „Descript. Salae fluvii eidemque adjacentium urbium, arcium etc…“ von Groitzsch, dass 1585 in Leipzig erschien war die „Rudelsburgum arx pulcherrima Nobilium de Bunau“ – „ein ansehnlicher Sitz der Edlen von Bünau“.

 

  1. Nov. Salzmangel im Hoch-Stift Naumburg (Bürger-Annalen).

Zur Abhilfe wurde befohlen, Salz von Artern zu holen.

 

1581               

  Bestätigung des Kreipitzscher Lehens mit der Rudelsburg und (Frei)-Roda  (Lepsius).

Neuer Besitzer war Hans Georg v. Osterhausen sen. auf Gleina und Gatterstädt, kurfürstlich-sächsischer Rittmeister und Amthauptmann von Freyburg, Eckartsberga und Weißenfels. Kurfürst August bestätigte ihm die Lehen und die Patrimonialgerichtsbarkeit. Gleichzeitig wurde v. Osterhausen zum Oberaufseher über die Saaleflöße ernannt. Seinen Wohnsitz verlegte er nach Kreipitzsch, für die dortigen Gebäude kam das erforderliche Baumaterial von der Vorburg, die  Rudelsburg verfiel. Dennoch blieb sie juristisch ein selbständiges, schriftsässiges, mit Erb- und Obergerichten ausgestattetes Mannlehen, deren jeweiliger Besitzer zur Ritterschaft des Thüringer Kreises gehörte und mit Sitz und Stimme im kursächsischen Landtag vertreten war. Zu den Gerichten gehörten  Freiroda, Crölpa, Löbschütz, Kaatschen und Lengefeld.  

 

  1. Mai Herzog Friedrich-Wilhelm I. besichtigt das Sulzaer Salzwerk (Chron. M. Wille).

Um 1550 hatte der Rat mit Geld der Fugger das Salzwerk wieder erhoben. 1568 wurde hier das erste „Lepperwerk“ (Thölde, Haligraphia 1603) eingerichtet, mit dem auf natürlichen Wege ein Teil des „süßen Wassers“ verdunstete, die „geringe Sole“ sich anreicherte und somit Brennstoff  bei der Siedung m eigentlichen Siedeprozess eingespart wurde. Das Lepperwerk bestand aus einem Holzkasten, in dem 2 m hohes überdachtes Holzgerüst stand, in das Reisig- oder Strohbündel waagerecht eingelegt wurden. Die Sole wurde mit Eimern über die eingelegten Faschinen geschüttet. Beim Abtropfen verdunstete ein Teil des Wassers. Nach rund acht Tagen und 10 Werkgängen galt die Sole als ausreichend angereichert. Trotz der Gradierung und des herzoglichen Interesses wurde  das  Salzwerk wegen Unrentierlichkeit  im Jahr 1590 eingestellt.

 

  1. Aug. Kurfürstliches Mandat zur Saaleflöße (WEI B 12153).

Kurfürst August I. von Sachsen bestätigte auf Schloß Colditz dem Grafen Burkhard von Barby die  zollfreie Flöße von 15.000 Klaftern Scheitholz auf der Saale  bis nach Naumburg. Als Vormund des Herzogs war es dem Kurfürsten möglich auch die Flöße in den herzoglichen Gerichten zu erlauben Im Dezember bestätigte auch der herzogliche Amtmann von Kahla die ungehinderte Durchflöße. Weitere Freibriefe wurden dem Burggrafen 1582 und 1584 erteilt. Burkhard von Barby war 1570 kurfürstlicher Statthalter der thüringischen Ordenskomtureien Liebstädt an der Ilm und Zwätzen bei Jena und somit mit der Brennholzflöße wohl vertraut. 

Nun gab es zumindest zwei private Brennholzflößen (v. Thüna, Graf Burkhardt) auf der Saale, was erhebliche Probleme mit sich brachte. Um den günstigsten Zeitpunkt zu nutzen, wurden die Hölzer gleichzeitig abgeflößt, mischten sich, und waren nicht mehr auseinanderzuhalten, obwohl man bemüht war, die Stücke zu kennzeichnen. An den Stapeln bediente wurden meist die besten Stücke ausgezogen. Daher wandte sich der Rat von Jena an den kursächsischen Statthalter in Weimar und verlangte, dass die Hölzer für die herzogl. weimarischen Ämtern Jena,  Dornburg und Camburg zuerst abgeflößt werden und danach die anderen privaten Scheitholzflößen erfolgen sollten.  Dadurch sollte die Vermischung der Hölzer und die damit verbundenene Differenzen eingeschränkt werden, doch die Wasserverhältnisse wurden im Sommer immer ungünstiger, vor allem, wenn ein langer Winter oder Hochwasser die Vorflöße verzögerte.

 

1582

              Einrichtung des Stapels Merseburg (Leonardi, Erdgeschichte….)

Der Elsterfloßgraben reichte nun südlich von Lützen bis zum Ellerbach, der nach Teuditz (Tollwitz) führte und über den die dortige Saline aus der Elsterflöße mit Scheitholz versorgt werden konnte. Der  Ellerbach wiederum mündete oberhalb von Merseburg in die Saale. Dadurch konnte hier ein Stapel angelegt werden, der zunächst aus der Elsterflöße belegt wurde.

 

  1. Dez. Floßholzkontrakt (DD, 10001 , Ältere Urkunden Nr. 12124, Loc. 37113 ff.)

Bereits 1529 hatte sich Erzbischof Albrecht von Magdeburg bei Herzog Georg angefragt, ob über die Elster, die ja südlich von Ammendorf in die Saale mündet, Brennholz für die Talsaline zu Halle angeflößt werden könnte. Dies wurde aber abschlägig beschieden, weil nach den Berechnungen des Küchenmeisters Francke die Pfännerschaft ca. 700 Klafter für ein „ganzes Sieden“ (6 Tage) und somit in den  43 Siedewochen 30.000 Klafter jährlich benötigte.

Als  aber die Verbindung des Elsterfloßgrabens über den Ellerbach mit der Saale hergestellt und in Merseburg ein Stapel eingerichtet wurde, wandten sich der Rat zu Halle, die Innungsmeister und die Gewerkschaft im Salztal  an Kurfürst August, um den drohenden Niedergang der halleschen Salzfabrikation infolge akuten Brennstoffmangels abzuwenden. Unterstützt wurden sie dabei vom Administrator des Erzstiftes Magdeburg, dem brandenburgischen Markgrafen Joachim-Friedrich, der sich in dieser Angelegenheit und nicht ganz uneigennützig  an seinen fürstlichen Vetter wandte.

Trotz erheblicher Bedenken, dass wegen der großen Menge die Versorgung des eigenen Landes leiden könnte, befahl Kurfürst August dem Jägermeister Gröbel und dem Küchenmeister Francke zu prüfen, ob die Saale zwischen Merseburg und Halle überhaupt zur ungebundenen Flöße geeignet sei, denn ein Landtransport kam wegen der hohen Kosten nicht in Frage. Gemeinsam mit dem Rat, den Innungsmeistern und Pfännern wurde der Fluß  zwischen Merseburg und Halle in Augenschein genommen. Das Ergebnis war positiv und da alle Beteiligten ausreichende Vollmachten besaßen, kam es im Anschluss an die Begehung in Merseburg zum  Vertragsabschluss.

Man verständigte sich auf jährlich 8.000 Klafter (nach den angegebenen Maßen hielt ein Klafter rd. 5,8 Raummeter) in den folgenden 6 Jahren (1583 bis 1589). Das Holz sollte von den kursächsischen Floßbeamten bis nach Halle gebracht, auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Platz ausgeworfen und getrennt nach harten und weichen Holz aufgesetzt werden. Nach    der Vermessung, für die man einen genormter Maßstab verwendete, wurden die Stapel den  Beauftragten der Stadt und der Pfänner übergeben, die darüber eine Quittung ausstellten. Die  Abrechnung erfolgte  zweimal jährlich zur Leipziger Messe. Kursachsen verlangte zunächst 2/3 der Summe in Gold, was kategorisch abgelehnt wurde, worauf August schließlich einwilligte, dass auch mit Silber gezahlt werden könne.  Kursachsen richtete dann in Leipzig die Floßkasse ein, über die der Zahlungsverkehr der Saale- und Elsterflöße abgewickelt wurde.

Nach Klotzsch „ Sammlung zur Sächsischen Geschichte“ bewährte sich dieser Handel in den folgenden 100 Jahren, doch er führte auch zur Stagnation des kursächsischen Salzwesens, denn er „trug vieles zur Verminderung des Eifers“ bei, den Kurfürst  August bisher auf den Ausbau inländischer Salzwerke verwendet hatte.

 

1583

     Apr. Erste Brennholzflöße nach Halle (T. Hohl, Beiträge zur Flößerei auf der Saale, Jena 1921).

Damit begann ein Unternehmen, dass Zeitgenossen mit den Worten „brinstu holtz, kristu soltz!“ kennzeichneten  und das fast dreihundert Jahre Bestand haben sollte.

Damit der Scheitholzeinschlag nicht zu Lasten der bäuerlichen Arbeiten ging, wurde den  vogtländischen Waldbesitzern befohlen, ihre Untertanen nicht zur Saat- und Erntezeit in die Floßgehaue zu schicken.

 

1585

  1. Jan. Befehl zur Einstellung der Saline Poserna (Andonov)

Die Saline blieb trotz der aufgebrachten 160.000 Gulden glücklos und wurde aufgegeben. Der Abzweig vom Elsterfloßgraben zum Rippach-Bach wurde verfüllt, um dem Kanal nicht unnötigerweise Wasser zu entziehen.

 

  1. Jan. Kauf der Arterner Saline ( RUD 5-12-1060/843).

Zur Ausschaltung der Konkurrenz der Frankenhausener Saline boten die Schwarzburger Grafen  Hans-Günter, Wilhelm und Albrecht Kurfürst August den Kauf an. Verhandlungsführer auf kursächsischer Seite waren der Stallmeister Balthasar Wormb, Hans von Berlepsch zu Großbodungen und Gabriel Schulze, Kanzler zu Merseburg. Vereinbart wurden 40.000 Gulden für die mitten in der Stadt liegenden Saline samt Zubehör, zahlbar in Raten von jährlich 4.000 Gulden  jeweils zum Leipziger Neujahrsmarkt, wobei die Restsumme nicht verzinst wurde. Zur Sicherheit diente der  Frankenhausener Zoll, der dortige Zöllner wurde auch mit der Zahlungsabwicklung betraut.

Kursachsen verpflichtete sich darüber hinaus, falls man zukünftig im eigenen Land Salzquellen erschließen und Salinen erbauen würde, die Einfuhr von Frankenhausener Salz nach Kursachsen nicht zu behindern.  Der Verkauf der nicht sehr produktiven Saline fiel Kursachsen um so leichter, da nun die mit der Pfännerschaft abgeschlossenen Verträge die Salzversorgung Kursachsens entscheidend verbesserten und man sich die bislang aufwändige und wenig erfolgreiche eigene Salzproduktion ersparen konnte.  Somit endete der erste Versuch, die Salzversorgung in Kursachsen aus eigenen Salinen sicherzustellen.

 

  1. Feb. Kursächsischer Holzliefervertrag mit den Geraer Reußen (Hohl, Beiträge….).

Mit Heinrich Reuß d. Ä. wurde die Lieferung von jährlich 24.000 Klaftern in den kommenden  4 Jahren vereinbart. Anschlußverträge gabe es 1599, 1601, und 1604. Für die Reußen ergab  sich dadurch eine lukrative Einnahmequelle, denn ohne die Möglichkeit eines Verkaufs und der Abflöße nützte ihnen ihr  Waldreichtum  nicht viel.

 

  1. Mär. Inventarverzeichnis der Saline Artern (RUD 5-12-106, E XII 1f Nr. 3).

Das Salinengelände war nun eine schwarzburgische Exklave im kursächsischen Artern. Zur  Vermeidung von Irritationen wurde ein Verzeichnis der Einrichtungen angelegt und deren Übergabe quittiert.

 

  1. Juni Dauerregen und Gewitter (Bürger-Annalen)

Nach tagelangen Regengüssen stieg die Saale, bringt die Camburger Brücke teilweise zum Einsturz und riß in Lengefeld und Almrich fast alle Häuser mit sich.   

 

1586

  1. Feb. Tod Kurfürst August I. (Allg. Geschichte).

Ihm folgte sein Sohn  Christian I. (*1560), bislang postulierter Administrator des Stifts Naumburg. Mit dem Tod Augusts endete auch die kursächsische Administration von Sachsen-Weimar und Herzog  Friedrich-Wilhelm I. übernahm selbst die Regentschaft.

 

  1. Feb. Privileg zur Ausbeutung der Saline Teuditz (Andonov).

Christian I. überließ den fiskalischen Anteil seinen Regierungsbeamten, auch eine Folge der Verträge mit Halle. Teuditz war  nun wieder eine privat-gewerkschaftliche Saline. Allerdings trugen das Brennholz aus der Elsterflöße und das zusätzlichre Aufschlagwasser aus dem Elsterfloßgraben dazu bei, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Saline verbesserte und somit den Bestand auf lange Zeit sicherte.

 

1587

  1. Jan. Schreiben der kursächsischen Kammer (RUD 5-12-1060 E XII 1f Nr. 3).

Darin wurde die fristgemäße Zahlung der Kaufpreisraten für die Arterner Saline bestätigt.

 

       Jan. Ernestinischer Staatsvertrag (Döring)

Herzog Friedrich-Wilhelms jüngerer Bruder Johann überließ diesem die alleinige Regierung im Herzogtum und erhielt dafür  die Ämter Altenburg, Ronneburg und Eisenberg als Apanage.

 

  1. Juli Fürstentag zu Naumburg (Bürger-Annalen)

Erneut trafen sich die Hauptvertreter der protestantischen Reichsstände Kurfürst Christian I. Johann Christian, Kurfürst zu Brandenburg, sein Sohn Johann Friedrich der Administrator des Erzbistums Magdeburg,  Landgraf Wilhelm von Hessen, die ernestinischen Herzöge Friedrich Wilhelm, Johann, Johann Casimir und Johann Ernst, die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg  und  Christian von Anhalt.   

 

  1. Sep. Verhandlungen zum Abschluss eines neuen Floßkontraktes (Hohl, Beiträge..).

Bei den zum Leipziger Michaelismarkt abgehaltenen Verhandlungen setzte Kursachsen eine Preiserhöhung bei Hartholz von 3 Groschen durch. Allerdings hielt sich der Anteil in Grenzen, da es den größten Teil des Sinkholzes ausmachte. 

 

1588

  1. Dez. Abschluss des zweiten Holzkontrakts mit Halle (DD Loc. 37115, Hohl, Beiträge…).

Noch vor dem Auslaufen des ersten Vertages  vereinbarten der Geheime Rat Hans v. Ponickau und der Rentmeister Caspar Tiller mit den halleschen Abgeordneten einen Anschlussvertrag über 150.000 Klafter in den kommenden 10 Jahren. Nach dem nun  gültigen Maß 3 Zwickauische Elle hoch und breit und 10/4 Ellen lang, (1 Elle hatte ca. 57 cm) waren das über 60.000 Raummeter Holz pro Jahr. 

 

             Scheitholzflöße der Tautenburger Schenken (MER C 63 Anh. I Nr. 68)

Der Kurfürst genehmigte den Schenken die Abflöße von 4000 Klaftern auf der Saale bis Naumburg auf drei Jahre.

 

1589

               Kursächsische Floßordnung (Andonov).

Auch wenn diese in erster Linie für die Holzkohleversorgung der Hüttenbetriebe im Meißener Kreis gedacht war, war sie für die Zukunft richtungsweisend, da hier der schonende Holzeinschlag, der Transport  zu den Einwurfplätzen, das sorten- und maßgerechte Aufsetzen der Stapel und der Einwurf geregelt wurden.

Das Augenmerk lag auf ausreichend Arbeiter „an fleßen, Krömmen, Wehren, Greben, daran sichs Leichtlichen Vorsetzen, Vorsincken und liegen bleiben kann, forthelffenn“ Zum Schutz der Rechen wurde angeordnet „Es sollen auch die Floßmeister, wann sie flößen, die Floßrechen mit übrigem Holtze nicht beschweren, besonders mit Arbeitern gefast sein. Wann das Holtz am Rechen ankömpt, das Sie solches In die Floßgreben, so balde einen umb den Andern außwerffen laßen, damit den Rechen, wann übrigk Holtz daran angehalten Und uhrplötzlichen Eiß-Waßer anlauffen sollte, nicht Schaden zugefüget werde“.Den Arbeitern wurde das Gedinge entlohnt.

 

1590

  1. Mai Übertragung der Gerichte von Lengefeld (WER D 34 Anh. 2 Nr. 860 u. 943)

Nach dem  Erbbuch des Amtes Eckartsberga gehörte die Lengefelder Flur zur Gerichtsbarkeit von Eckartsberga. Auf Befehl des Kurfürsten wurde das Dorf an Hans Georg von Osterhausen zum 26. Mai 1590 übereignet, samt allen Zubehör. Das entsprechende Übergabeprotokoll lauetet:

Zu untertänigster gehorsamster Folge des Durchl. Hochgeb. Fürsten Herrn Christian, Herzog zu Sachsen, des Heiligen Römischen Reiches Erzmarschall und Kurfürsten (.) unseres Gnädigen Herrn an uns, Jacob von Etzdorf, Hauptmann zu Zeitz, Georg von Ruß zu St. Georgen, Melchior Franke  zu Freyburg und David Schumann zu Eckartsberga, Schöffer unter dato Dresden den 14ten Nov. 1588 ausgegebenen gedachten Befehls haben wir heute den gestrengen Edlen und Ehrenwerten Hans Georg von Osterhausen auf Rudelsburg und kurfürstl. bestallter Rittmeister, Hauptmann zu Freyburg und Eckartsberga die Ober-Gerichte so viel ihm dieselben vermöge seiner inne habenden Lehnsbriefe allbereits am Rittergute Kreipitzsch zustehen an hernach bestimmten Orten, welche hier zuvor den Ämtern Eckartsberga und Saaleck gehöret haben und höchst ermeldter Kurfürst ihm mit Consensus eines ehrwürdigen Dom-Kapitels zu Naumburg  aus Gnaden erblich eingeräumt an- und eingewiesen, wie unterschiedlich folget, und erstlich (.) an dem Eckartsbergischen Teil als auf der Lengefelder Flur mit dem Gehölz, Äcker Wiesen, Lehden, Hopf- und Wein-Garten von der ebtischen Schulpforten-Gehölzen an bis an den Döbenschen Fischgraben gesetzt, von dannen denselben Rasenweg hinauf bis an den Kreuzweg (.) an Balthasar Krauthausens Acker.

Ferner von selbigen am Fluß hin, neben dem Weinberge bis an die Flußecke am Saal-Ufer hin bis an die Judenfurt, soweit hierfür das Amt Eckartsberga die oberen und das Haus Rudelsburg die Erbgerichte gehabt, auch auf dem andern Teil, da das Amt Saaleck die Obergerichte und Koppel-Trift gehabt, zwischen den beiden Häusern Rudelsburg und Kreipitzsch, von dem krummen Steig  nach Lengefeld, bis an die Kesselflut am Graben und den weißen Schlosse die Rudelsburg genannt.

Zum dritten derweil auf 9 Hufen Landes das Stift Naumburg Lehn, zum Rittergut und Vorwerk Kreipitzsch gehörig, welche über den Kützsch-Stein  an in das Amt Camburg gelegen...,

Das Wasser der Saale, darinnen dem Amt die Gerichte zuständig, hebt sich an unter und zwischen den beiden Schlössern Saaleck und Rudelsburg über dem Dorfe Lengefeld gegen einen tiefen Graben, der Kessel genannt, so zwischen beiden obgenannten Schlössern herab auf die Saale stößt und sind diesseits des Wassers zwei Wiesen, die eine dem Amt Saaleck die andere den Bünaus zu Rudelsburg gehörig gleich in selbigen Wechsel, welches auch auf den hierab angezogenen Graben zeiget, wendet und geht herab bis unter Roßbach an eine Furt  bald unter dem Georgenberg wird die Meyde-Furt genannt....“

Die Fischerei auf der Saale durfte das Rittergut von der Judenfurt bis zum Kösener Wehrdamm ausüben, davor gehörte die Fischerei zu Saaleck unterhalb des Wehrdammes der Pforte. Die Gerichtsbarkeit des Rittergutes endete am wilden Graben der vom Berg Kater kommend gegenüber der „Katze“ in der Saale mündet. An den Flurgrenzen und auf der Saale kam es immer wieder zu  Streitereien zwischen dem Schulamt und dem jeweiligen Ritttergutsbesitzer.

 

1591

            Tod Kurfürst Christian I. (Allg. Geschichte).

Für den noch minderjährigen Christian II. (*1583) übernahm nun Herzog Friedrich-Wilhelm I. von Sachsen-Weimar bis 1601 die Administration Kursachsens verbunden mit der Administration des Hochstifts. Er wählte Schloß Hartenfels in Torgau zum Sitz und aufbauend auf den Codex Augusteum bemühte er sich um die wirtschaftliche Hebung  des Landes.

 

1592

  1. Juni Abschluss eines Floßkontraktes (WEI Floßwesen B 12153, RUD E IX 6a Nr. 1)

Friedrich-Wilhelm I. Herzog von Sachsen-Weimar und sein Bruder Johann (III.) vereinbarten mit den Schwarzburger Grafen die ungehinderte  Durchflöße von Scheitholz aus den kursächsischen Wäldern des Neustädter Kreises und dem herzoglichen Amt Saalfeld  auf dem schwarzburgischen Teil der Saale. Gleichzeitig begannen die Verhandlungen über den Ankauf von Brennholz aus den schwarzburgischen Besitzungen an der Schwarza und ihren Nebenflüssen sowie aus den Gehauen an der Ilm. Den Grafen erschloß sich hier eine bedeutende Einnahmequelle, denn ohne die Abflöße war ihr Waldreichtum nahezu wertlos, weil der jährliche Zuwachs den Inlandsbedarf überstieg.

 

1593

      Mai Holzliefervertrag mit den Schwarzburgern (RUD E IX 6a Nr. 1)

In den kommenden 10 Jahr liefertn die Schwarzburger der weimarische Kammer jährlich 7000 Klafter Küchenholz. Der Klafter maß 3 Ellen und 2 Finger im Quadrat und 2 Ellen in der Länge und kostete 15 Groschen wenn er aus der Schwarza auf die Saale kam, auf der bis zur herzoglichen Residenz Weimar 20 Groschen. Nach Vertragsabschluss begann man an den schwarzburgischen Floßgewässern mit der errichtung von Rechen und Einwurfplätzen.

 

  1. Juli Scheitholzkontrakt mit der Pfännerschaft (DD Loc. 37116, MER C 63 Anh. I Nr. 68).

Die Elsterflöße war mit der 1587 zwischen Kursachsen und der Pfännerschaft vereinbarten Liefermenge aus der Elsterflöße in Rückstand gekommen. Einerseits gab es Behinderungen auf dem reußischen Abschnitt der Elster, andererseits stieg der Bedarf der an der Elster liegenden   kursächsischen Ämter. Allein Leipzig brauchte jährlich 3.000 Klafter, Pegau und Weißenfels zusammen 1.400 Klafter, Zeitz 1.700 Klafter und auch der Administrator von Halle, Brandenburgs Markgraf Joachim Friedrich bestand  für seine Vermittlung auf 1.000 Klafter.

Nicht von ungefähr hatte der weimarische Herzog mit den Schwarzburgern die Durchleitverträge ausgehandelt und bot der halleschen Pfännerschaft die Anflöße von insgesamt 180.000 Klaftern in den nächsten 15 Jahren aus den Gehauen an der oberen Saale an.

1594 fand die erste Flöße statt. Eine Genehmigung für die herzogl. Flöße auf dem kursächs. Teil der Saale brauchte der Herzog in seiner Eigenschaft als Administrator Kursachsens nicht. Allerdings musste der Elsterflöße den Vortritt gelassen werden und erst wenn diese Hölzer in Halle auf Stapel lagen, durfte die herzogliche „Nachflöße“ auf der kursächsischen Saale beginnen. Dazu wurden die Scheite bis nahe an die Grenze an die Rechen bei Camburg und  Kaatschen-Weichau gebracht und erst nach der Meldung der Floßboten weiter gelassen. Doch dann fehlte es an ausreichend Wasser für eine zügige Abflöße. Außerdem verlangten die kursächsischen Untertanen Stifte und Ämter, die Fischer und Wassermüller Schadensersatz von den „Ausländern“. Dazu kam dass das Holz, was am Ufer liegenblieb als „Strandgut“ vom Besitzer des Ufers eingezogen wurde. Zur Vermeidung diese Behinderungen mussten Alternativen gesucht werden.

 

1595

              „Oberaufseher der Holzflößen auf der Sahlen“ (H. Rothen, T. Hohl).

Zum kursächsischen Oberfloßaufseher v. Osterhausen auf Kreipitzsch gesellte sich nun auch ein  herzoglich-weimarischen Floßbeamter für die Flöße auf der Saale und der Ilm. 

 

1598/99         

   Pestepedemie im Schulamt.

 

1599

  1. Sep. Anweisung des Herzog Friedrich-Wilhelm I. (WEI Floßwesen B 12161).

Der Administrator Kursachsen beorderte die Geheimen Kammerräte und Hauptleute Hans von Wollfensdorf zu Weißenfels und Hans Georg von Osterhausen zu Freyburg „wegen eines Auffanges, dessen der Rath zu Naumburgk ans Mühlenwehr zu Kösen (zu setzen) befugt sein will“ dorthin.

Weil der Kaatschener Rechen zu weit ab lag, suchte man in der Gegend von Naumburg eine geeignete Stelle, die zum Aufhalt der Scheite geeignet war. Der Naumburger Rat hatte den Kösener Wehrdamm in Vorschlag gebracht, der nun von den Beamten begutachtet und für geeignet befunden wurde. 

 

  1. Nov. Schwarzburger Erbteilung (Allg. Gesch.).

Zur Linie Schwarzburg-Rudolstadt kamen die Ämter Stadtilm, Blankenburg, Schwarzburg, Leutenberg, Frankenhausen und Kelbra, zur Linie Schwarzburg-Sondershausen die Ämter Greußen, Keula, Clingen, Arnstadt und Gehren. Die  Floßregale auf der Saale, der Ilm und deren Nebenflüssen blieben gemeinsamer Besitz.

 

1600

              Einrichtung von Strohleckwerken auf der Saline Teuditz (in DD Loc 1337).

Der Salzbrunnen „helt der Centner Sole an Saltz 5 loth“ war also sehr gering, weshalb Matthias Meth hier ein Rieselwerk einrichtete, das  J. Thölde in seiner Haliographie beschrieb: „Es wird ein Gebew angerichtet schmal und und lang /welche Fach nicht außgemawert oder gekleibt sind / doch das die Lufft solches gebew wol durchstreichen kann / ziemlich hoch geschatzt / ungefehr eines Mannes hoch uber der erden / damit unten kann zugesehen werden / ob Mangelung der Kasten wegen außlauffens fürfallen möchte. Diese Gebew werden gemeiniglich auffgeführet von etlichen Schuhen breit / und ein hundert / anderthalb hundert /oder wol biß in die zweyhundert Schuhe lang.

Wegen der unzulänglichen Anlagen und die im Stroh enthaltenen Verunreinigungen ergab sich nur ein graues und daher schlecht absetzbares Salz.

 

1601

  1. Nov. Anfrage der Stadt Halle zum Neuabschluss eines Floßholzvertrages (DD Loc. 7313).

Aus dem kursächsischen Zehnjahresvertrag  von 1589 waren bis 1599 nur 82.641 Klafter aus der Elsterflöße in Halle angekommen, es fehlten noch 49.000 Klafter, also rund 1/3 der vereinbarten Menge. Außerdem benötigte die Saline Teuditz größere Mengen Brennholz. Kurfürst Christian II. nun volljährig und somit Regent, signalisierte zunächst sein Einverständnis, für den Neuabschluss, schloß sich dann aber doch der Auffassung seiner Räte G. v. Schleinitz, Dan. v. Watzdorf und Matth. Hanitz an. Die Pfännerschaft wurde abschlägig beschieden, die Anflöße der noch fehlenden Mengen aber verbindlich zugesagt.

 

1602              

  1. Juli Herzog Friedrich Wilhelm verstirbt I. (Döring).

1603 wurde Sachsen-Weimar geteilt. Friedrich-Wilhelms Bruder Johann behielt Weimar mit den Ämtern Jena, Kapellendorf, Buttstädt, Buttelstädt und Rastenberg. Die Söhne Friedrich-Wilhelms erbten die Ämter Altenburg, Ronneburg, Eisenberg, Roda, Saalfeld, Dornburg, Camburg und  Sulza und begründeten die Linie Sachsen-Altenburg. Solange sie noch minderjährig waren, übernahm  Herzog Johann  die Vormundschaft.

Das Floßregal auf der Saale fiel zu gleichen Teilen an die Linien Weimar und Altenburg, die zu gleichen Teilen in den Holzkontrakt mit der Pfännerschaft eintraten.

 

1603

      Jan. Verhandlungen zur Leipziger Neujahrsmesse (DD Loc. 37115).

Erneut kam zwischen den „verordneten Holzherren“ der Stadt Halle und dem kursächsischen Rentamt kein Vertrag. Auch die Treffen zum Ostermarkt und im Dezember 1604 endeten ergebnislos. 

 

1604

  1. Jan. Holzliefervertrag mit dem Grafen Heinrich Reuß d. Ä. (DD Loc. 37115).

Kursachsen kaufte  96.000 Klafter, die in den kommenden  vier Jahren zur Elsterflöße kamen.

 

  1. Juli Holzliefervertrag mit der Pfännerschaft (DD Loc 37116).

Obwohl der Floßholzvertrag von 1593 weder erfüllt noch beendet war und die Flöße mit erheblichen Problemen kämpfte, vereinbarte der Herzog Johann für sich und als Vormund der Herzöge von Sachsen-Altenburg die Lieferung weiterer 100.000. Klafter. Neu war, dass kein „hartes“ Holz mehr geliefert wurde, die Länge der Scheite sich von 10/4 Ellen auf 7/4 Ellen verringerte und damit auch der Preis von 65 Groschen auf  46 Groschen.

Dann ersuchten die fürstl. Häuser die kursächsische Kammer, um Erlaubnis, die Saale zu benutzen, was ihnen auch gestattet wurde, unter der Maßgabe, den Uferanrainern alle entstandenen Schäden zu ersetzen und das Holz erst auf den kursächsischen Teil der Saale zu bringen, wenn das Holz der Elsterflöße auf dem Stapel in Halle lag.

 

1605

              Tod Herzog Johann III. v. Sachsen-Weimar (Allg. Geschichte)

Für seine acht minderjährigen Söhne übernahm Kurfürst Christian II. die Vormundschaft.  Ihm bescheinigten die Zeitgenossen eine besondere Fürsorge für die wirtschaftliche Entwicklung der Herzogtümer.

 

1608

  1. Apr. Kursächsischer Holzliefervertrag mit der Pfännerschaft (DD Loc 37115).

Nachdem die im Vertrag von 1587 vereinbarte Menge vollständig angeflößt war, kam nun ein neuer Hauptvertrag zustande. 80.000 Klafter wollte Kursachsen in den kommenden 10 Jahre aus der Elster anflößen. Bei den ersten beiden Flößen sollten noch 16.000 Klafter 10/4 Ellen messendes Holz angeflößt werden, dann nur noch Scheite von 7/4 Ellen. Als Preis  wurden 60 Silbergroschen für den Klafter (21 Groschen = 1 Gulden) vereinbart, für die kürzeren Scheite 46 Groschen, die Bezahlung erfolgte zur Leipziger Oster- bzw. Michaelismesse.  Hartes Holz wurde nicht mehr geflößt. Halle erklärte sich bereit, jährlich bis zu 2.000 Klafter über die vereinbarte Menge abzunehmen. Im Gegenzug versprach Kursachsen zuerst die mit Halle vereinbarten Mengen anzuflößen und dann erst die eigenen Stapel zu belegen. Den  energischen kursächsischen Kammerräten Siegmund und Hans von Berbisdorf und dem Landrentmeister J. Meissner war es zu verdanken, dass die Flöße diesmal ohne Problem ablief. Es kam soviel Holz nach Halle, dass man 450 Arbeiter aus den kursächsischen  Ämtern Freyburg, Delitzsch, Bitterfeld, und Weißenfels nach Halle zum Ausschleppen beorderte.

 

  1. Juli Herzog August weilt in Naumburg (Notabilia).

August, ein jüngerer Bruder Christian II. wurde neuer  Administrator des Hochstifts.

 

1609

      Mai Leipziger Konferenz zur Scheitholzflöße auf der Saale (WEI Floßwesen B 12162).

Von der 1593 zwischen dem Herzogtum Sachsen-Weimar und der Stadt Halle vereinbarten Liefermenge von 180.000 Klaftern (ohne  Waldeingabe) waren bis 1608 153.000 Klafter angeflößt worden. Trotz aller Widrigkeiten wollten die fürstl. Häuser dieses lukrative Geschäft weiterführen. Kursachsen konnte aber die den Pfännern zugesagte Menge allein aus der Elsterflöße nicht aufbringen und verhandelte mit den Schwarzburgern über den Ankauf  von Holz. Um das Holz auf der Saale abzuflößen mußte man sich aber mit den Herzogtümern wegen der Durchleitung verständigen.

Daraufhin vereinbarten die Oberfloßaufseher und Rentmeister von Kursachsen, Sachsen-Weimar und  Sachsen-Altenburg, die für die eigenen Stapel sowie für Halle bestimmten Kontingente aus den eigenen Waldungen bzw. die von anderen Herrschaften erkauften Mengen gemeinsam auf der  Saale bis an einen geeigneten Platz nahe der Landesgrenze zu flößen. Hier übernahmen die kursächsischen Teilhaber das Holz und brachten es auf eigene Kosten bis Halle.

Bei der Übergabe war es unabdingbar die ankommenden Mengen zu erfassen. Dazu wurde ein Rechenbauwerk errichtet, dass die Scheite aufhielt. Das Ausschleppen und Aufsetzen auf die Stapel besorgten Untertanene der umliegenden herzoglichen Ämter. Dann übergaben die herzoglichen den kursächsischen Floßbeamten diese Stapel gegen Quittung. Trotz dieses Umschlages ließ sich nun die Flöße einfacher bewerkstelligen, da nunmehr die kursächsische Vorflöße entfiel und es letztendlich egal war ob Holz aus der Saale- oder Elsterflöße nach Halle kam, wichtig war die Einhaltung der vereinbarten Menge. Die Teilhaber regelten etwaige Schadensersatzanspüche ihrer  Untertanen einvernehmlich.  Diese Probe-Flöße wurde zunächst auf zwei Jahre vereinbart.

 

  1. Juni Holzliefervertrag mit den Herren von Waldenfels zu Lichtenberg (WEI B 12162).

In Anbetracht der „Commun-Flöße“ schloß Kurfürst Christian II.  den Vertrag als Vormund der beiden herzoglichen Linien. Vereinbart wurde die Lieferung von 200.000 Klaftern Scheitholz, mindestens 12.000 Klafter jährlich, der Klafter zu zwei Zwickauer Ellen in der Länge und drei Zwickauer Ellen in Höhe und Breite. Rechnet man die Elle zu 57 cm, so ergibt der Klafter 2,7 Raummeter.

 

               Wiederinbetriebnahme des Sulzaer Salzwerks (Chron. M. Wille)

1605 zeigte sich im Bett der Ilm eine salzhaltige Quelle, was die Herzogin Anna-Maria von Sachsen-Altenburg veranlasste, die Quelle persönlich zu besichtigten. Ein Jahr später stieß man auf eine zweite Quelle am Emsenbach. Das Probesieden war erfolgversprechend. Um die Sole zu fördern wurde die Ilm umgeleitet und ein Kunstgraben zum Antrieb der Radkünste  angelegt. 1609 ging das Salzwerk in Betrieb, allerdings noch ohne Gradierung.

 

1610

                Fertigstellung des Leipziger Floßgrabens (Andonov)

Von Stöntzsch ging der Elsterfloßgraben nach Pegau, wo er sich wieder mit der Weißen Elster vereinigte, zweigte bei Wiederau ab, vorbei an Zwenkau, Zöbigker  und Gautzsch und mündete in der Pleiße. Damit konnte der „Kurfürstliche Holzhof“ zu Leipzig neben der Pleißenflöße auch aus der  Elsterflöße belegt werden. Die nun fehlenden Mengen für Halle kamen nun aus der Saaleflöße. 

 

1611            

  1. Feb.  Holzliefervertrag mit Heinrich Reuß d. J. über 124.000 Klafter (WEI B 12126).

     24. Apr. Commun-Floßcontract (DD Loc 37116, WEI Floßw. B 12162 WER D 34 /1 Nr. 928).

Die Probeflöße war für alle Beteiligten erfolgversprechend verlaufen, so dass man jetzt einen langfristigen Vertrag abschloss, wozu in Leipzig die kursächsischen Beamten Siegmund und Hans v. Berbisdorf und der Landrentmeister Meissner, der herzogl. altenburgische Kammerrat Georg Albrecht von Krombsdorff und der Rentmeister Michael Heidtmann und die herzogl-weimarischen Kammerräte Wolf Philipp v. Traxdorf und Johann Euander zusammen kamen.

In den kommenden 15 Jahre sollten 225.000 Klafter, (15.000 Klafter jährlich) abgeflößt werden. Die Herzogtümer übernahmen die Abflöße des kursächsischen Kontingents bis Kösen, wo Kursachsen die Hölzer übernahm und bis Halle brachte. Die Herzogtümer scheiden damit als direkte Vertragspartner mit der Pfännerschaft aus.

Oberhalb des Wehrdammes wurde auf Kosten der Herzogtümer ein Rechenbauwerk  errichtet, das dem anliegenden Bergsporn den Namen gab. Eisenbeschlagene Pfähle wurden in Doppelreihe in das Flußbett gerammt und gegen die Strömung abgesteift. Auf dieser Pfahlkonstruktion kam ein Bohlenweg, von wo die Arbeiter die Scheite zum Ufer und weiter zum Einfall der kleinen Saale dirigierten. Flußaufwärts waren Rechenbäume angeschlagen, die  den  ankommenden Scheiten den Schwung nahmen, um ein Zerbrechen des Rechens zu verhindern. Ein Drittel  des Rechens ließ sich aufziehen, um die Langholzflöße passieren zu lassen. Entlang der kleinen Saale befanden sich die eigentlichen Stapel. Nach den Übergabeformalitäten wurden die Scheite in den Scheitbach eingeworfen und erreichten so wieder die Stromsaale. Dieser „wilde Graben“ war mit einem Schütz am Einfall der kleinen Saale versehen und wurde nur zur Flöße bewässert.

Die für das Ausschleppen und Aufsetzen befohlenen herzoglichen Untertanen erhielten zwei Stuben neben dem Vorwerk oberhalb des Wehrdammes. Allerdings war das Bierschenken und die Krämerei verboten und die Schulbeamten angewiesen, die Leute mit „Bier und Brot billich“ zu versorgen. 

Die Schule Pforta erhielt für die Bereitstellung der Flächen für den Stapel und die Wasserbauwerke  jährlich 80 Klafter Küchenholz aus der „Commun-Flöße“. Schäden an Ufern, Brücken, Wehren und Mühlen sollten nach entsprechender Begutachtung abgegolten werden.

Den Vertrag ratifizierte Kurfürst Christian II., sowohl für sich als auch im Namen der noch minderjährigen Herzöge von Sachsen-Weimar und Sachsen-Altenburg. Damit endete die private Brennholzflöße und der Fiskus sorgte für die Versorgung der Gegenden an der mittleren Saale mit Brennholz

Für die private Lang- und Bauholzflöße, erwies sich die fiskalische Scheitholzdrift als echtes Hindernis, denn diese hatte den Vorrang. Die Langholzflöße mußten noch  vor dem Eintreffen der ersten Scheite den Kösener Rechen passiert haben. Das war der Palmsonntag, wenn man noch rechtzeitig die Ostermesse auf den Saalewiesen bei Pforte erreichen wollte. Dann wurde der Rechen „verzogen“.

 

  1. Juni Holzliefervertrag zwischen Kursachsen und Halle (DD Loc 37116).

Die „Commun-Flöße“ ermöglichte es Kursachsen, mit der Stadt Halle und der Pfännerschaft einen weiteren Liefervertrag abzuschließen, der den Vertrag aus dem Jahr 1608 ersetzte sowie in den kommenden drei Jahren zusätzlich 5.000 Klafter elliges Holz.

 

  1. Juni Kurfürst Christian II. verstirbt (Allg. Gesch.)

Das Erbe trat  sein Bruder Johann Georg I. (bis 1656) an, bis 1615 auch Administrator von Sachsen-Weimar. Sein jüngerer Bruder August, Administrator des Stiftes Naumburg-Zeitz starb 1615.

 

  1. Sep. Begräbnis des Floßschreibers Johann Mönig (Staffel; Notabilia)

Der Hinweis, dass es sich um den „gewesenen Floßschreiber uff der Freyheit“ zu Naumburg handelte, zeigt, dass auch das Stift in die  Saaleflöße einbezogen war.  

 

1612

  1. Jan. Holzliefervertrag zwischen Kursachsen und Halle (DD Loc 37116).

Zur Leipziger Neujahrsmesse vereinbarte Kurfürst Johann Georg I. auf der Basis des mit den fürstlichen Häusern Weimar und Altenburg im Vorjahr abgeschlossenen Holzkontrakts einen langfristigen Anschlussvertrag. Insgesamt 150.000 Klafter sollten in den kommenden 15 Jahren. angeflößt werden. Außerdem verpflichtete er sich, die noch ausstehenden Mengen aus dem herzoglichen Vertrag von 1593 zu liefern. Als Preis wurden 50 Silbergroschen vereinbart.

Um die vereinbarten Mengen aufzubringen, wollte Kursachsen auch das Holz aus den eigenen Wäldern der Ämter Ziegenrück und Arnshaugk zur Commun-Flöße beisteuern, was von den  Häusern Altenburg und Weimar zunächst noch abgelehnt wurde. 

Im laufenden Jahr kamen 22.000 Klafter bis Kösen. Davon gingen 18.000 Klafter nach Halle, dazu kamen 13.000 Klafter aus der Elsterflöße. Das bescherte der kursächsischen   Rentkammer einen Reingewinn von 8.000 Gulden. In den nächsten Jahren wurden jeweils  30.000 Klafter nach Halle, gebracht, wobei nun der größte Teil aus der Saaleflöße kam. Neben der Pfännerschaft und dem Rat, erhielt der Rat von Merseburg 100 Klafter, 1.195 Klafter verschiedene Rittergüter und Herrschaften, sowie 134 Klafter der Oberfloßaufseher v. Trotha zu Schkopau als Entschädigung für die ihm entgehenden Zoll- und Geleitseinnahmen.

 

  1. Sep. Protokollbuch von Kreipitzsch (J. Stangenberger, Gedenkbuch der Rudelsburg 1853)

Hofmarschall von Osterhausen beauftragte einen Ziegeldecker aus Eisenberg „uff Schloß Rudelsburgk die eingesunkenen, Träger, Balken, Stühle und Sparren wieder mit notthdürftig Unterstütz erheben, ausbessern ….  auch die Giebel über den Kapellen mit Rinnen…“ zu versehen. Dazu sollte er sich einen Gehilfen nehmen, die Zimmererarbeiten im Herbst und die Eindeckung im Frühjahr erledigen. Als Lohn waren 50 Gulden ausgehandelt.

 

  1. Dez. Vertrag mit dem Besitzer von Kreipitzsch (MER C 63 Anh. I Nr. 66)

Zur Beseitigung dieser Differenzen wurde mit den herzogl. sächs. Teilhabern der Commun-Flöße vereinbart, dass er solange die Flöße währt, jährlich 70 Klafter  Scheitholz bekommt und alle Schäden, die seinen Untertanen nachweisbar durch die Flöße zugefügt würden, ersetzt werden. Kurfürst Johann-Georg bestätigte diesen Rezess als Vormund am 8. Februar 1613 in Dresden.

 

                „Chronicon portense“ (Pahncke).

Verfasser war Justinus Bertuch der zehnte Rektor portensis. Die Chronik hatte mehrere Auflagen.

 

               „ Haliographia“ des Johann Thölde

Thöldes „Salzkunde“ war die erste umfassende Veröffentlichung zum Thema „Kochsalz“, die dem  damaligen Kenntnisstand wiederspiegelte. Neben Halle, Lüneburg und Nauheim wurden auch die kleineren mitteldeutschen Salinen Artern, Auleben, Sulza und Teuditz angeführt.

 

1613

  1. Mai Thüringer Sintflut (Döring, Staffel)

Nach schweren Gewittern zwischen Saale, Ilm und Unstrut traten die  Flüsse über die Ufer. Es kam zu verheerenden Schäden an der mittleren Saale und in Nordthüringen. In Sulza wurden 29 Häuser und die  Saline zerstört. Die gesamte Aue am Zusammenfluß von Saale und Unstrut stand  unter Wasser.

 

               Wiederaufbau der Saline Kötzschau durch Kurfürst Johann Georg ( Andonov).

Da die Saline Teuditz wegen Unrentabilität geschlossen werden sollte, wurde die Kötzschauer Saline wieder ertüchtigt, der Solschacht abgeteuft, Siedekote und Kunstgräben gebaut. Das Brennholz kam aus dem Elsterfloßgraben, von dem südlich von Lützen ein weiteres Kunstgerinne abzweigte, über Kötzschau weiter nach Wallendorf ging, wo es in der Luppe  mündete, die ebenfalls der Saale zufloß. Damit war der endgültige Ausbau des Elsterfloßgrabens erreicht.

 

         Dez.  Fürstentag zu Naumburg (Staffel: Notabilia,, Bürger: Annalen,  Döring).

Anwesend waren Kurfürst Johann-Georg, sein Bruder August, die Herzöge Johann-Casimir von Coburg, Johann-Ernst von Eisenach, die Herzöge von Altenburg Johann-Philipp, Friedrich, Wilhelm und Friedrich-Wilhelm, die Herzöge von Weimar Johann-Ernst d. J., Friedrich, Wilhelm und Albrecht, der Kurfürst von Brandenburg, sein Bruder, der Erzbischof von Magdeburg, die Markgrafen von Bayreuth, Kulmbach und Ansbach, sowie die Landgrafen von Hessen. Ohne die  kursächsische und coburgische Dienerschaft zählte man 1.584 Personen und 2.556 Pferde.

Sachsen, Brandenburg und Hessen erneuerten ihren Erbvertrag, nachdem im Fall des Aussterbens der kurfürstlich-albertinischen Linie, die ernestinische-altenburgische Linie das Erbe antritt.

 

1615

             Johann-Ernst übernimmt die Regentschaft im Herzogtum Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.).

Damit endete  die Administration Kursachsens. Johann-Ernst übernahm zunächst die alleinige Regentschaft, seinen minderjährigen Brüdern wurde eine finanzielle Entschädigung gewährt.

 

1616

              Erklärung des Herzogs Johann-Ernst (MER C 63 Anh. I Nr. 66)

Jetzt gestattete der Herzog die Abflöße von 30.000 Kalftern aus den kursächsischen Ämtern Ziegenrück und Arnshaugk auf elf Jahre, allerdings unter der Maßgabe, nur eigenes Holz einzuwerfen. 

 

  1. Mär. Huldigung Johann-Georgs als Administrator des Stifts Naumburg (Notabilias)

Nach dem Tod Herzog Augusts, wurde der Kurfürst selbst von den „Capitulares“ gewählt. Kurz darauf überließ ihm das Kapitel und der Stadrat die „Koppell“- Jagd im Weichbild der Stadt über das Buchholz bis zur Weichau. Die Hegesäulen, die diese Gebiet markierten, setzte der Holzförster der Schulpforte, Georg Voigt.

 

  1. Juni „ Gericht gehalten uff der Rudelsburg“ (Lepsius Kl. Schriften).

Lepsius bezog sich dabei auf die Gerichtsbücher der Familie von Osterhausen.

Dass die Burg den Erbgerichten der Bünaus und Osterhausens als Gerichtsstätte diente, zeigt auch eine Beschreibung der Burg in den fünfbändigen „Historischen Erquickstunden“ Bd. IV. S 228  die im gleichen Jahr erschien. Hier wurde auf das Vorhandensein mehrerer Gefängniszellen „welche mit sehr starken Thüren vermachet und tief seyn“ auf der inzwischen unbewohnten Burg hingewiesen.

Weiter hieß es: „Nicht weit von der Schulen Pforten, etwa eine klein viertheil Meile, wann man nach Eckartsberge geth, da haben vor zeiten drey vornehme Schlösser  oben auf dem Berge, fast in einem Dreyangel gegen über gelegen, welche mann noch heutiges Tages nennt die Raubschlösser… Das eine  (Kreipitzsch) ist wieder auf gebawet  und ein stattlicher Edelsitz daraus gemachet, … das eine welches fast ganz über den Haufen gefallen ist (Saaleck). In deme, welches noch zimlicher Maßen stehet (Rudelsburg) siehet man   wie mit großem Fleiße und Unkosten, und wie starck es gebawet ist. Es hat noch starke hohe Mawern....... Inwendig hat es noch alte starcke Gebewde und stattlichen Umfang und wohnet ein Mann darauf, solches denen, so hinn kommen, zeigen kann.“ Es gab noch eine „gemahlte Stube“ und einen „hölzernen Predigtstuhl“. In der vom Gras überwucherten Vorburg waren noch die Reste der „ Hoffe“ der Burgmannschaft zu erkennen.  Außerdem gab es hier einen tiefen sorgfältig  ausgemauerten Schacht. Über dessen Zweck mutmaßte der Autor, dass er  „zur Sala gehen, da man etwa heimliche Gänge finden sollte“ oder „er gehe hinunter bis an das Waßer, und die Räuber haben die Todten erschlagenen Körper da hinunter geworfen, aber daß ist nicht glaubhaft“.

 

  1. Okt. Kurfürst Johann Georg besucht die Pforte (Notabilia)

Hier fand eine mehrtägige Jagd im Liesgen und im Bucholz statt, die mit einem Festmahl des Naumburger Rates beschlossen wurde.

 

1617

  1. Apr. Pfändung eines „oberländischen“ Flößers (Notabilia).

Der Naumburger Rat hatte ihm 18 Stämme gepfändet, weil er sein Holz keinem Einheimischen sondern einem Weißenfelser verkauft hatte. Das zeigt die strenge Abgrenzung der Amtsgerichtsbarkeit, die dem freien Warenverkehr und Handel enge Grenzen setzte. Ein ähnliches Beispiel schilderte Staffel. Demnach hatte der Rat in Rudolstadt einen aus dem Naumburger Gefängnis entflohenen Verbrecher aufgespürt und wollte ihn zur Aburteilung zurückholen. Der Stadtvogt und die Gerichtsknechte brauchte bis 2 Tage für die reise, mußten sich aber in allen Gerichtsbezirken, die sie betraten bei den dortigen Amtspersonen melden und den Zweck ihrer Reise nachweisen. Erst dann durften sie den Gerichtsbezirk passieren, wie den „pfortischen, camburgischen, dornburgischen, jenischen, reiteselischen und kahlischen“. Für die Genehmigung waren Gerichtsgebühren fällig.

 

1618

              Bau eines Rechens bei „Salzburg“-Unterneusulza (Chron. M. Wille).

Das Hochwasser von 1610 hatte die alten Solebrunnen überflutet und 1614 erschloss der Salzverwalter Chr. Schlichter eine neue Quelle mit einem Salzgehalt von 7 Prozent. Das  Salzwerk produzierte jährlich 2.079 Werke (Andonov), das Werk zu 54 kg, rund 2.245 Zentner. Dafür wurden 4.606 Klafter (rd. 13.000 Festmeter) Scheitholz gebraucht, da die Strohgradierung nur wenig zur Brennstoffeinsparung beitrug. Das Holz aus der altenburgischen Flöße wurde bisher vom Rechen Kaatschen-Weichau zum Salzwerk mit dem Fuhrwerk gebracht. Das war teuer und als der dortige Rechen ersetzt werden musste, wurde direkt am Salzwerk ein neuer Rechen errichtet. Die Kosten teilten sich Altenburg und Weimar, weil neben dem Holz für die altenburgische Saline auch das Küchenholz für das herzogl. weimarische Sulza ausgezogen wurde. Kursachsen musste dem ebenfalls zustimmen, da das rechte Saaleufer zu Kursachsen gehörte. Der Rechen bestand bis zum Ende der altenburgischen Scheitholzflöße um 1880. 

 

  1. Mai Der Prager Fenstersturz leitet den Dreißigjährigen Krieg ein (Allg. Gesch.).

 

1619

  1. Mai Neuabschluss eines Holzliefvertrages (DD Loc 37115, Hohl, Beiträge…).

Nach dem Auslaufen der Verträge von 1608 und 1611 kam erneut ein Vertrag zustande, der den von 1612 ergänzte. Halle hatte auf eine 30- bis 40jährige Laufzeit gedrungen, doch Kursachsen blieb bei 12 Jahren und und insgesamt 120.000 Klafter 7/4elliges Holz, jeweils zur Hälfte aus der Saale- und Elsterflöße. Der Preis für den 7/4 elligen Klafter betrug in den ersten sechs Jahren 46 Groschen und stieg dann auf 48 Groschen. Der Vertrag wurde in Leipzig ausgehandelt und  am 15. Mai in Dresden ratifiziert.

 

               Erlaß einer neuen Schulordnung (WEI DS 2092).

Durch Mißwirtschaft des Verwalters war der Schulbetrieb fast zum Erliegen gekommen, was  Kurfürst Johann-Georg zum Eingreifen veranlaßte. Er erließ eine neue Ordnung, die die Versorgung und Beköstigung des Rektors, des Lehrkörpers und der Alumnen regelte und daher auch  „Speise-Ordnung“ genannt wurde.

 

  1. Dez. „Mandat wider die Holtz-Deuben auf dem Elster- und Saalstrohm (in Hohl, Beiträge…)

Johann-Georg I. wies alle „Prälaten, Grafen, Herrn, denen von der Ritterschaft, Haupt- und Ambtleuten, Verwaltern und Schössern, Bürgermeistern, Richtern und Räthen der Städt, Schulheißen, Gemeinden“ an, mit allen Mitteln gegen den Diebstahl von Scheitholz aus der Flöße vorzugehen.

 

1620

  1. Jan. Beginn der Naumburger Musterung (Nobilitas).

Um seine  Treue zum Reich unter Beweis zu stellen, ließ der  Kurfürst an verschiedenen Orten mobil machen. Zunächst ließ sich der Quartiermeister Ernst von Weißenbach die Unterkünfte für die Obristen und Kapitäne zeigen, dann wurde dem Rat befohlen für die Offiziere und Mannschaften ausreichend Lebensmittel, Getränke und Futter anzuschaffen und einzulagern. Butter und Käse lieferten z. B. die v. Osterhausen auf Kreipitzsch und Gleina und die Ökonomie der Schulpforte. Das  „Einfourieren“ war noch nicht abgeschlossen, da traf die Kompanie des Rittmeisters Pöllnitz mit 100 Pferden ein. Am 2. Februar meldeten die Regimenst-Quartiermeister die Ankunft von zehn Fähnlein mit jeweils 300 Mann. Am 8. Februar rückten diese aus ihren Quartieren in den Dörfern ein und erhielten hier ihren Sold. Dann kamen die Heerwagen aus Dresden mit Uniformen, Musketen, Hieb- und Stichwaffen. Nach der Ausrüstung der Truppe und der Ernennung der Kommandeure wurde mit den Fähnlein vor den Stadttoren exerziert. Am 18 Februar traf Kurfürst Johann-Georg ein und musterte das auf dem Markt angetretene „gelbe Regiment“. Die Musterung zog sich eine Woche hin, dann begab sich der Kurfürst nach Mühlhausen. Die Fähnlein kwurden in Eckartsberga, Laucha, Freyburg, Mücheln, Weißenfels, Merseburg und Schkeuditz einquartiert, der Rest blieb in Naumburg. Nach seiner Rückkehr übernachtete der Kurfürst in Naumburg bevor er sich in Merseburg mit dem Administrator des Erzbistums Magdeburg (Markgraf Christian Wilhelm v. Brandenburg) vor Halle traf.

 

1621

  1. Apr. Aufbruch kursächsischer Truppen nach Thüringen (Notabilia).

Zur Verstärkung des Fähnleins des Grafen von Mansfeld wurden auch „Defensionisten“ aus Naumburg und Weißenfels ausgehoben. Das waren Stadtbürger auf die das Los der Heerfolge gefallen war. Wohlhabende konnten sich zumeist durch Bestechung der Offiziere entziehen, bei den ärmeren Familienvätern löste es erhebliche Unruhe aus, blieb doch die Familie unversorgt zurück. Das Aufgebot zog bis Kirchheim, kehrte aber bereits am 23. April zurück.  Dann kam die Nachricht, dass Herzog Johann-Ernst d. J. von Sachsen-Weimar sich Naumburg bemächtigen will, als Vergeltung für den Schaden den die Truppen im Herzogtum angerichtet hatten. Die Nachricht hatte der Eckartsbergaer Amtsschösser dem Schulverwalter Johann Becker und dieser dem Rat überbracht. Nun geriet die Bürgerschaft in helle Aufregung. Die Tore wurden geschlossen, Kanonen in Stellung gebracht, Gewehre und Pulver ausgeteilt. Doch die Kunde erwies sich als falsch.

Die unruhigen Zeiten, verteuerten die Lebensmittel und Dienstleistungen, die Kammereinküfte stagnierten oder sanken. Daher genehmigten die Landesherren die Einrichtung zahlreicher Münzstätten, aus deren Pachten und Einkünften sie sich einen erheblichen Gewinn versprachen. Allerdings profitierten davon nur die Münzmeister, Wucher und Münzverschlechterung waren die Folge. Auch in Naumburg wurde eine Münze im ehemaligen Steinschen Haus (Neustraße) eingerichtet, die aber auf Intervention des Rates und des Schössers des Georgenamtes wieder geschlossen wurde.

 

1622

             Holzkontrakt zwischen Kursachsen und der Saline Groß-Salze (Fürssen….)

Kursachsen ließ Holz auf der Elbe nach der im Stift Magdeburg gelegenen Saline Groß-Salze flößen und erhielt in den kommenden 150 Jahren von dort das Salz für die kursächsischen Salzniederlagen in Wittenberg und Torgau.

 

  1. Mai Kurfürst Johann Georg übernachtet in Naumburg (Notabilia).

Gemeinsam mit dem bereits vorausgeschickten Fähnlein sollte er dem protestantischen Herzog Christian  von Braunschweig den Durchmarsch durch Thüringen verwehren, um diese Gefahr für die in Süddeutschland operierenden Ligatruppen abzuwenden. Auch hier wurden per Los die „Defensionisten“ aufgeboten, die dann aber durch angeworbene Söldner abgelöst wurden.

 

  1. Juni Mandat der herzogl.-weimarischen Kammer gegen Holzdiebe (RUD E IX 6b Nr. 3).

Ertappte Diebe mußten 10 Gulden zahlen, wer kein Geld hatte, kam für 8 Tage ins Gefängnis. Außerdem wurde der Dieb mit einem auf den Rücken gebundenen Scheitholz in einen am Ufer angebrachten Korb oder Kasten gesteckt und zur Abschreckung untergetaucht. Auch die Amtspersonen zuständig bei der Verfolgung und Bestrafung der Diebe, wurden bestraft, wenn sie nachlässig waren. Dieses für die Ämter an Saale und  Ilm geltende Mandat wurde vor jeder Flöße öffentlich angeschlagen.

 

  1. Sep. Eintreffen des kurfürstlichen Aufgebots (Notabilia)

Nach dem Abzug aus Thüringen wurden die 10 Fähnlein am Halleschen Anger abgemustert und entlohnt. Da man der Mannschaft den Sold in schlechter Münze auszahlte, kam es zum Tumult.

 

              Georg Sebastian von Osterhausen wird mit Rudelsburg und Kreipitzsch belehnt (Lepsius).

Gleichzeitig oblag ihm die Inspektion der Landesschule.

 

1623

              Verlegung der  Saline von Sulza zum Heringer Feld (Chron. M. Wille).

Seit 1622 war der Arzt Dr. Johann Agricola (1590 bis 1668) Oberaufseher der herzoglich-altenburgischen Saline. Er ließ an der Ilmmündung neue Siedekote mit 22 Pfannen errichten, dem heutigen Unterneusulza, da wo man das Brennholz direkt aus der Saale entnehmen konnte. Die Sole wurde im Lepperwerk aufkonzentriert und lief über eine 3 km langen Röhrenfahrt in die Siedekote. Zu Michaelis wurde das erste Salz gesotten. Agricola selbst leitete die Saline bis 1632 und ging dann nach Naumburg, wo er bis 1638 als Arzt wirkte.

 

  1. März Verlängerung des Floßvertrages mit den Schwarzburgern (WEI Floßwesen B 12153).

 

  1. Aug. Niederlage der Protestanten bei Stadtlohn (Allg. Gesch.).

Dabei fielen die Herzöge Wilhelm von Sachsen-Weimar und Friedrich-Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg in die Hände von Tillys Ligatruppen, wurden aber ein Jahr später freigelassen.

 

              Neues Erbbuch des Amtes Pforta (WER D 34 I Nr. 6/7)

Auf Befehl des Kurfürsten Johann Georg musste das Erbbuch von 1551 neu gefaßt werden. „Darinnen unterschiedlich angezeiget wird, wie viel in jedem Dorf zu dieser Schule gehörend besessenen Mann seindt, wenn sie darinnen lehnbar, wie viel Hufen Land in jeder Dorf-Flur und wüsten Mark gelegen, was sie an Lehn entrichten, wem die Ober- und Erb-Gerichte verwandt, was jeder der Schule mit Pferd und Hand zu dienen, auch zu den Heerfahrten zu tun verbunden, woher sie grenzen, wohin sie pfarren und woher  die Pfarrherrn zur Lehn wären.

Folgend was jedes Dorf besonders in gemeinen Lehngeld und Getreide zinsbar jährlich der Schule an Erb- und Laßzins zu geben verpflichtet, und was ein jeder Einwohner besonders zu solchen gemein gibt, angezeigt.

Förderst, was die Schule für Laßgüter auch steigende und fallende Einkommen, auch als dann sonst an Vorwerken, Viehzucht, Triften, Wiesenwachs, Gräsereien, Weinberge, Hopfberg, Mühlen, Wehren, Brücken, Teichen, Fischerei, Lachsfang, Backöfen, Schenken, Gehölzen, Weidewachs, Hasenjagd, Herdengeld, Landstraßen und dergleichen eigentümlich hat...“ 

Im ersten Band wurden die „der Schule eigentümlichen Dorffschaften und Wüstungen“ deren  Grenzen, die Heeresfolge, die Gerichte, die Hand und Spanndienste sowie alle von dem Dorf und dessen Bewohnern  gegenüber der Schule zu leistenden Abgaben und Pachten aufgeführt.

In den Gerichten der Schule lagen Altenburgk mit 37 zinspflichtigen „Besessenen“ (von denen 27 der Schule zinspflichtig waren), Bendorff (14), Dagkwitz-Taugwitz (15), Darnstedt (20),  Gernstedt (19), Hassenhaußen (37), Lißdorff (53), Mertendorff (28), Niedermöllern (16), Obermöllern 25), Pomnitz (13), Poppel (14), Roßbach (25), Rehehausen (36), Spielberg (33) und Zäckwar (22), außerdem die Emsenmühle in der Sulzaer Flur mit 2 Mahlgängen  und den Mahlzwang für Lißdorf, Poppel, Zäckwar, Benndorf und Rehehausen.

Flemmingen gehörte zum Amt Freyburg, allerdings waren die 49 Besessenen der Schule zinspflichtig. In Punschrau, das zum Stiftsamt Saaleck gehörte, zinsten 10 Besessene dem Schulamt.

Der „Pforthof in der Michaelisgasse vor Naumburg“ hatte 12 zinspflichtige „Besessene“ die  den Gerichten der Stiftsverwaltung und der Moritzkirche angehörten.    

Darüber hinaus wurden noch immer die Wüstungen aufgeführt, darunter „Frenckenau  aufm Nicolausberg über den Steinbrüchen gegen Mittag gelegen, ist eine große Flur (.) 6 Hufen Landes (.) und ein großes Holz, das Eptische Holz genannt bei der Landstraße und gehet bis an den Graben des Wasserlaufes, welcher von Wüstunge Dobene nach der Saale gehet mit einem kleinen Hölzchen, ist etwan der Eptissin von Quedlinburgk und der Schenken von Vargula, derzeiten Herren von Saaleck gewest. Diese Flur wird itzo meißtenteils vom Vorwerk Franckenau und das Holz in der Schulen gebraucht. Dazu gehört die große Mühlwiese  zu Kösen. Die vererbten Fluren waren besteuert, die vom Vorwerk benutzten steuerfrei...“

Döben, Hohendorff und Grünstedt, waren „wüste Marken, so die Einwohner von Hassenhausen meistenteils gebrauchen, liegen nach der Saale und Großen-Heringen“ und waren wie Fränkenau 1319 von der Äbtissin von Quedlinburg den Zisterziensern verkauft worden..

Weitere Wüstungen waren die Loisch zwischen Mertendorf, Punkewitz und Wethau, Lasen zwischen Roßbach und Niedermöllern, Hoppendorf zwischen Punschrau und Niedermöllern, Tauschwitz bei Roßbach und „Upp der Heide“ zwischen dem Schenkenholz, Lasen und Niedermöllern „gegen die Saale nach dem Berge da die Heuneburg gelegen“.      

Jeder zinspflichtige Bauern der Schuldörfer hatte eine Waffe, entweder ein Langrohr, eine Hellebarde oder einen Federspieß dazu eine „Seitenwehr“. Zur Heerfolge für den Kurfüresten mussten mehrere Dörfer gemeinsam einen Heerwagen mit Bespannung stellen.

Neben den Spanndiensten auf den Schulfeldern mussten Handdienste insbesondere für das „Fegen und Reinigen“ der kleinen Saale, sowie die Beräumung des Mühlenwehres geleistet werden, die aber entgolten wurden.

 

1624

  1. Apr. Rezess zu den laufenden Holzverträgen mit der Pfännerschaft (DD Loc 37117).

Der Unruhen führten zu einer allgemeinen Teuerung, so dass die vereinbarten Preise nicht mehr zu halten waren. Die kursächsische Kammer vereinbarte mit den hallischen Rastdeputierten einen Preis von 70 Groschen für den Klafter für die noch ausstehende Mengen aus den Verträgen von 1612 (bis 1627) und 1619 (bis 1631).

 

1625

  1. Aug. Abschluss eines Scheitholzvertrages (WEI Floßwesen B 12153).

Zwischen den Herzögen Johann-Ernst von Sachsen-Weimar und Albrecht von Sachsen-Altenburg und  den Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt wurde die Lieferung von 100.000 Klaftern (rd. 300.000 Raummeter) aus den Floßgehauen an der Schwarza, in Jahresmengen zwischen 15.000 und 20.000 Klaftern, mindestens 12.000 Klafter jährlich, ein Zeitraum von 5 bis 7 Jahren zu 24 Groschen je Klafter vereinbart. Die Schwarzburger brachten auf eigenes Risiko die Scheite bis zur Mündung der Schwarza in die Saale. Hier übernahmen die herzoglichen Floßaufseher und sorgten für die Weiterflöße bis Kösen. Schäden entlang der  Schwarza gingen zu Lasten der Grafen, auf der Saale waren die Herzogtümer in der Pflicht. Bei Einschlag und den Transport zu den Einwurfplätzen erfolgte eine Teilzahlung. Der Schwarzburger Graf Karl-Günther erhielt aus der Jahresflöße  1000 Klafter für die Residenz Rudolstadt, Graf Ludwig-Günther 300 Klafter. Den mit der Kontrolle an den Einwurfplätzen und der Begleitung des Nachtriebs auf schwarzburgischen Gebiet betrauten herzoglichen Beamten wurde Amtshilfe bei Diebstahl und Unterschlagung zugesichert.

Außerdem durfte Speisesalz aus der schwarzburgischen Saline Frankenhausen in die herzoglich-sächsischen Ämtern eingeführt  werden. Über die Vertragsverhandlungen gibt es ein umfangreiches Archivmaterial (RUD E IX 6a Nr. 1,  6b Nr. 3,4,6,9, die Jahre 1623 bis 1626 betr.) 

 

1628

               Zusammenstellung der Einnahmen der kursächsischen Floßkasse (DD Loc 37117).

Zwischen 1618 bis 1628 verzeichnete die Leipziger Floßkasse Einnahmen aus dem Verkauf des Holzes aus der Elster- und Saalenflöße  in Höhe von 708.736 Gulden. Nach Abzug aller Aufwendungen blieb ein  Reingewinn von 34.736 Gulden.

 

1629

  1. Nov. Hochzeit des Floßbeamten Johann Georg Maul (Diarium).

Maul, gebürtig in Sulza, hatte sich in Naumburg als Advokat niedergelassen und war außerdem   zum kurfürstlichen Floßbeamten zu Kösen mit einem Jahresgehalt von 200 Meißner Fl.  ernannt worden. Er kaufte ein Haus auf der Südseite des Marktes und heiratete die Stieftochter des Schulverwalters zu Pforte Adam Voigt.  Dass sein Amt von einiger Bedeutung waren, geht aus der Aufstellung der Hochzeitsgeschenke und deren Schenker hervor. Zu denen gehörten Kurfürst Johann-Georg,  die Herzöge Philipp von Sachsen-Altenburg und Wilhelm von Sachsen-Weimar,  Christian Freiher Schenk zu Tautenburg, der Schulinspektor von Pforta, die kurfürstl. Schulinspektoren  und Superintendenten von Freyburg, Eckartsberga, Meyhen, Würchwitz und Flemmingen, die gesamte Lehrerschaft der Schule, die kursächsischen Amtsschösser des Naumburger Georgenamts, von Eckartsberga, Weißenfels, Freyburg, Zeitz, Wendelstein und Hechendorf. Dazu kamen die Floßbeamten, der Floßaufseher Jost Christian Römer, die  Floßmeister Johann Abel Fickurth (Kursachsen),  Friedrich Altenburg (Roda), Krumbhar (Weimar), Meusel (Pegau), Keusel (Merseburg), Fuhrmann  (Halle) sowie die Pfännerschaft von Halle. Auch die Hofmeister von Fränkenau und Kukulau sowie die beiden Pachtschäfer wurden aufgeführt, ebenso die Wassermüller zu Kösen und Altenburg. Geschenke kamen von den Verwandten aus Grimma, Sulza, Leipzig sowie vom Naumburger Rat und zahlreichen weiteren Bürgern, insgesamt 123 Personen. Der Wert der Geschenke belief sich auf 339 Taler. Mit dieser Auflistung begann sein „Diarium“, in dem er die Kriegsereignisse um Naumburg, Pforte und Kösen beschrieb und mit äußerster Akribie die Schäden auflistete, die ihm durch die  kriegsführenden Parteien entstanden waren.

 

  1. Mär. Vertrag der Herzöge von Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.)

Diese regelten die Modalitäten, um bei mehreren regierungsfähigen Nachkommen eine weitere Aufteilung des Herzogtums zu vermeiden.

 

    Nov. Jenaer Treffen der Ernestiner (Allg. Gesch.).

Diese strebten nun ein Bündnis mit Kursachsen an, da vom kaiserlichen Restitutionsedikt alle protestantischen Reichsstände betroffen waren. Dazu gehörte Kursachsen das bisher loyal zum Reich gestanden hatten.

 

              Jahresrechnung der Brennholzflöße nach Halle (DD Loc 37117)

Insgesamt waren in  Halle 17.866 Klafter eingetroffen, 10.506 aus der Elsterflöße und 4.107 aus der Saaleflöße, nur noch 1/3 der vor 1620 angeflößten Menge, eine Folge der unruhigen Zeiten. Für Kursachsen lohnte das Geschäft dennoch. Allein bei der Saaleflöße wurden 77.000 Gulden Einnahmen verzeichnet,  die Hälfte davon war Reingewinn. 

 

1630

      Juni J. G. Maul bezieht das Floßhaus in Kösen (Diarium).

Maul mußte auf Befehl des Kurfürsten seinen Wohnsitz im Floß-Haus zu Kösen nehmen. Das Gehöft stand nun schon 100 Jahre und war für den gutsituierten Naumburger Bürger sicherlich kein angemessener Wohnsitz. Indessen quartierte der Naumburger Rat den Wachtmeister eines altenburgischen Kürassierregiments samt Dienern in seinem Haus ein, die in den elf Wochen ihres Aufenthaltes 22 Fass Bier leerten. Dazu kammen noch diverse Lebensmittel, deren Gesamtwert  Maul auf 280 Gulden bezifferte.

 

            Holzliefervertrag zwischen Kursachsen und Schwarzburg-Rudolstadt (DD Loc 37117).

Kursachsen vereinbarte mit den Grafen die Lieferung von 100.000 Klafter zum Preis von 70 Groschen als Eingabe zur „Commun-Flöße“, womit man mit der halleschen Pfännerschaft Anschlußverträge aushandeln konnte, auch wenn die unruhigen Zeiten die Flöße und damit auch die Salzproduktion behinderten.          

 

  1. Sep. Vertrag von Coswig (Allg. Geschichte).

Das Restitutionsedikt führte zum Bruch zwischen dem Kaiser und dem Kurfürsten. Johann Georg  verbündete sich mit dem Schwedenkönig, unterstellte seine Truppen dem schwedischen Oberkommando und Kursachsen als Operationsbasis zur Verfügung

 

  1. Sep. Vorstoß der Kaiserlichen unter Tilly nach Sachsen (Allg. Gesch.)

Pforta und Naumburg wurden von Oberst Holk besetzt. Es kam zu Plünderungen, Schüler und Lehrer flohen, der Schulbetrieb ruhte. 

 

  1. Sep. Schlacht von Breitenbach bei Leipzig (Allg. Gesch.).

Nach der für Schweden siegreichen Schlacht vertrieben kursächsische Truppen die an der Saale stehenden Holkschen Truppen.

 

  1. Sep. Herzogs Wilhelm IV. wird schwedischer Statthalter (Allg. Geschichte).

Der Herzog von Sachsen-Weimar (Regentschaft seit 1626), wurde vom Schwedenkönig zum  Statthalter von ganz Thüringen ernannt und richtete  sein Hauptquartier im kurmainzischen Erfurt ein.

 

1632

  1. Sep. Truppen Wallensteins besetzen Naumburg und Umgebung (Allg. Gesch.).

Wallenstein, nach dem Tod Tillys Oberbefehlshaber der Ligatruppen, hatte die Sachsen aus Böhmen vertriebent und war durch herzoglich-sächsisches Gebiete nach Kursachsen vorgedrungen, um hier im „Feindesland“ die Winterquartiere aufzuschlagen. Der  Hauptarmee folgten  die Abteilungen von Holk, Gallas und Pappenheim. Der Vorstoß veranlaßte den Schwedenkönig seinen Zug in Süddeutschland abzubrechen, um einen möglichen Seitenwechsel  Kursachsens zu verhindern. Im Thüringer Wald vereinigte er sich mit dem Aufgebot des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar. 

 

  1. Okt. Die Kaiserlichen besetzen Naumburg und Pforta (Vgl. Naumburger Kreisblatt 1826).

Erneut wurde der Schulbetrieb eingestellt.

 

  1. Okt. Die schwedische Vorhut erreicht Naumburg.

Vom Kösener Berg kommend zog das Aufgebot unter Oberst v. Brandenstein über die Brücke nach Naumburg. Die kaiserliche Besatzung von 36 Mann wurde ausgehoben, der Entsatz unter Oberst Breda traf zu spät ein. Das Gros der Kaiserlichen lagerte dann zwischen Weißenfels und Leipzig.

 

  1. Okt. König Gustav Adolf von Schweden trifft mit der Hauptmacht ein (Allg. Gesch.).

Auf der Via Regia von  Erfurt über Buttstädt kommend, ließ er auf der Kösener Höhe halten. Entgegen den ursprünglichen Plan, bis Naumburg vorzustoßen, blieb er mit dem Hauptquartier in Punschrau. Zahlreiche Regimenter wurden in Burgheßler und Klosterhäseler einquartiert.

 

  1. Okt. Übergang über die Saale (Haubold Heimatbuch 1930)

Da sich die Kaiserlichen von der Unstrut auf Weißenfels zurückgezogen hatten und von dort keine Bedrohung der Flanke zu erwarten war, gingen die Schweden und ihre Verbündeten über die Saale, die Kavallerie durch die Almricher Furt, die Infanterie ging über die Kösener Brücke. Naumburg wurde besetzt, die Stadtbefestigung durch Schanzen verstärkt und die Fähren an der Unstrut für einen eventuellen Rückzug gesichert. Gustav Adolf verlegte am 1. November sein Hauptquartier nach Naumburg, übernachtete jedoch im Feldlager. Am 3. November wurde die gesamte Infanterie in Naumburg einquartiert. Die Reiterei wurde auf die umliegenden Dörfer verteilt. In Pforte lagen finnische Reiter, die die Schule für ein Kloster hielten und hohen Schaden anrichteten. Am 5. November zogen  die Truppen in Richtung  Weißenfels.

 

  1. Nov. Bankett im Maulschen Haus (Diarium).

Diesmal war der Kgl. Schwedische Oberstallmeister v. d. Schulenburg bei Maul einquartiert und hatte die Fürsten Franz-Albrecht von Sachsen, Ernst von Anhalt, den Grafen von Eberstein-Lobenstein  und über 20 weitere Adlige zu einem Bankett geladen. Das kostete  Maul 56 Gulden. Außerdem versuchte der Herzog Franz-Albrecht noch Mauls Eheweib zu schlagen. 

 

  1. Nov. (16. Nov. n. gregor. Kalender) Schlacht bei Lützen (Allg. Gesch.).

Wallenstein gelang es unter Aufbietung aller Kräfte das Gleichgewicht herzustellen. Damit kam es zu keiner Entscheidung. Auch der Tod des Schwedenkönig änderte daran nichts, denn Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, der das Oberkommando übernahm, konnte das Schlachtfeld behaupten.

 

1633

             Die Schweden unter Baner lagern im Stiftsgebiet (Diarium)

Auch die Verbündeten der Sachsen requirierten, was ihnen gefiel. Erneut ist Maul betroffen „120 Fl. an 4 schönen Pferden, sind mir an der Kösener Brücke genommen worden….“

 

             Sachsen-Coburg fällt zurück an Sachsen-Eisenach (Allg. Gesch.)

 

1635

  1. Mai Friedensschluss von Prag (Allg. Gesch.).

Kurfürst Johann-Georg und Herzog Wilhelm IV. forderten die Schweden auf, Sachsen und  Thüringen zu verlassen. Nun plünderten auch die Schweden.

 

1636

  1. Nov. Die Schweden unter Baner besetzen Naumburg (Diarium).

Nach dem Sieg bei Wittstock richteten die Truppen in Kursachsen ihr Winterquartier ein. Als kurfürstliche Beamter mußte Maul neben den Kosten der Einquartierung 200 Gulden als Kontribution zahlen. Da er sich zunächst weigerte, wurde er in seinem „Schreib Cabinetgen“ festgesetzt und von den Schweden solange mit Tabaksqualm traktiert, bis er ihnen den Schmuck seiner Ehefrau aushändigte.

In Sulza brannten die Schweden den Soleturm ab, die Saline lag darnieder.  In Halle wurde das gesamte Floßholz von den Schweden in Brand gesetzt und da es von den Pfännern bereits übernommen war, bestand Kursachsen auf die vollständige Bezahlung (s. „Die Geschichte des hallischen Salzwercks“, Halle 1793).    

 

1637     

       Jan. Erneut kommt Baner  nach Naumburg (Diarium).

Bei Maul wurde Baners Regiments-Schultheiß mit  Frau, Kindern, Magd, Knecht und Burschen einquartiert.  Maul notierte: „Dieses war ein gottloses Teufels Pack….Sie luden ihresgleichen gottlose Leute zu Gaste, frassen, soffen und hureten Tag und Nacht…“.

 

  1. Feb. Besetzung Naumburgs durch die Kaiserlichen (Diarium).

Die Schweden hatten Naumburg beim Nahen der Kaiserlichen geräumt. Aber auch Kursachsens Verbündete ob Hatzfelder, Nassauer oder Kalksteiner Einheiten benahmen sich nicht anders als die Schweden. Sie forderten Kontributionen und plünderten.

 

            Der Lehrbetrieb an der Fürstenschule kommt zum Erliegen (Thür. u. d. Harz, 3. Bd. 1840).

Für die 150 Plätze, jeweils 25 waren ein Jahrgang, meldete sich kaum noch ein Schüler denn es hieß: praclusa fuit Porta.

 

1638

              Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Eisenach-(Coburg) (Allg. Gesch.).

1/3 des Territoriums fiel an Sachsen-Altenburg und 2/3 an Sachsen-Weimar.

 

1639   

  1. Feb. Erneut sind Schweden unter Baner in Naumburg einquartiert (Diarium).

 

  1. Sep. Durchzug des schwedischen Generals Königsmarck (Diarium).

Den Floßbeamten Maul traf es erneut, denn als er sich in Sicherheit bringen wollte  „da wurden mir zu Lengenfeld meine neu erkaufften 4 schönen Pferde, die ich zum Holtzfahren haben muste, genommen.“ 

 

  1. Okt. Besetzung von Amt und Stift durch den kursächsischen General Schleinitz (Diarium).

Der legte seine  4 böhmischen Regimenter in die Stadt, weil er  vom Rat beleidigt worden war.

 

1640

  1. Jan. Die kursächsische Besatzung flieht (Diarium).

Die Schweden unter Königsmarck  zogen durch die geöffneten Tore.

 

  1. Jan. Die Schweden ziehen ab, die sächsischen Truppen kehren zurück (Diarium).

 

  1. Mär. Die kursächsische Besatzung zieht sich erneut zurück (Diarium).

Maul weigerte sich, dem Obristen Seidewitz die Floßkasse auszuhändigen, weil der keine Order vorweisen konnte. 

 

  1. Mär. Königsmarck besetzt das Hochstift und verlangt weitere Kontributionen (Diarium).

 

  1. Okt. Floßholzvertrag Sachsen-Altenburg mit Schwarzburg (RUD E IX 6a Nr. 1)

Herzog Friedrich-Wilhelm vereinbarte die Lieferung von 4000 Klaftern Küchenholz auf der oberen Saale.

 

  1. Nov. Die Regimenter der Generale Thorstenson und Dörffling besetzen den Stift (Diarium).

Nun mußte Maul die Floßkasse hergeben, um sein Leben und das seiner Familie zu retten. Doch seine im Wochenbett liegende Ehefrau erkrankte, das Neugeborene und  zwei weitere Kinder starben. Die restlichen Floßgelder hinterlegte Maul im Beisein des altenburgischen Floßschreibers beim Oberpfarrer.

           

             Ende der Linie der Schenken von Tautenburg-Frauenprießnitz-Niedertrebra

 

             Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.). 

Aus dem Herzogtum Sachsen-Weimar wurde das Herzogtum Sachsen-Eisenachausgegleidert, dass bereits 1644 teilweise an Weimar zurückfiel und das Herzogtum Sachsen-Gotha..

 

1641

  1. Mär. Einquartierung des General-Adjudanten Goriz (Diarium).

Maul versuchte nun seine Familie in Sicherheit zu bringen: Weil ich nun nichts mehr geben konnte schickte ich mein Weib mit den Kindern mit 2 Pferden in die Schul Pforte … in der Hoffnung sicher zu seyn“.

 

  1. Apr. Streifzüge marodierender Landsknechthaufen (Haubold, Heimatbuch 1930)

Pforte und die Rudelsburg wurden von Franzosen und Schweden unter den Generälen de Guebrian und Rose gebrandschatzt.

Auch Mauls Familie war betroffen, denn „die frantzösischen Völker jagten uns fort und plünderten alles aus, wir ließen alles in Stiche und flohen auf das Saltz Werk, dahin ich meine zwey Ochsen von Lengefeld bringen ließ (..) Auf dem Saltz Wercke Kösen muste ich meine zwey Ochsen lösen mit 10 f und muste ein Pferd hergeben vor 10 f.“.“

Diese Anmerkung Mauls  stellt eigentlich alle bisher bekannten Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Erschließung der Solequellen in Frage. Demnach wurde hier bereits vor dem 30jährigen Krieg Salz produziert wurde. Bislang fehlten dafür weitere Anhaltspunkt. Aus dem letzten Amtserbbuch (1623) findet sich darüber kein Hinweis und die übrigen Unterlagen der Pforte aus dieser Zeit fielen wohl den Plünderungen zum Opfer.. Dennoch muss man Maul Glauben schenken, der derart akribisch Buch über seine Lebensumstände führte.

 

1642

     Mai  Landesvisitation im Herzogtum Sachsen-Weimar (Allg. Gesch.).

Die ergab, dass die Hälfte der Wohnstätten zerstört, zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen wüst, der Viehbestand völlig vernichtet und die Bevölkerung insbesondere auf dem Land durch Krieg, Gewalt, Hunger und Seuchen auf ein Minimum dezimiert waren. Die Zustände in  Kursachsen waren vergleichbar.  

 

1643

     Okt.  Wiederaufnahme eines geordneten Schulbetriebes (Haubold, Heimatbuch 1930)

 

1644

             Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Eisenach (Allg. Gesch).

 

1645

               Kursächsisch- schwedischer Waffenstillstand  (Haubold Heimatbuch 1930).

In Pforte waren die Gebäude verfallen, das Vorwerk Kösen niedergebrannt, ebenso die Vorwerke Fränkenau und Kukulau. Zahlreiche Bauernhöfe waren verlassen,  die Felder, die Weinberge und  Obstgärten aufgegeben.

 

  1. Mär. Holzliefervertrag Kursachsens mit der Pfännerschaft (DD Loc. 1073).

Zwar fehlte noch ein Teil der 1619 georderten Mengen, doch mit dem neuen Vertrag wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Kursachsen lieferte in  den kommenden 8 Jahren jährlich 15.000 Klafter 7/4elliges Holz, der Klafter zu 46 Groschen. Die Bezahlung erfolgte nicht mehr an bestimmten Terminen, sondern wurde dem Rhythmus des Siedebetriebes angepasst. Da man genau wußte, wieviel Holz für einen Siedeturnus verbraucht wurde, gab es für ein „ganzes Sieden“ (5-6 Tage) 600 Taler und für  ein halbes Sieden (3-4 Tage) 300 Taler, die dem kursächsischen Floßschreiber vor Ort ausgehändigt wurden. Die Pfännerschaft verpflichtete sich, ausschließlich Brennholz von Kursachsen zu beziehen. Dagegen sicherte Kursachsen die Abnahme des halleschen Salzes  zum Preis von 30 Groschen pro Stück (ca. 60 kg) zu.

Auf kursächsischer Seite siegelten der Oberaufseher Winckelmann sowie Römer, Kilian Kessel und der Floßmeister Hans Abel Fieker den Vertrag.

 

  1. Nov. Vertrag zwischen Schwarzburg und Kursachsen (DD Loc. 37117).

Um den Vertrag mit Halle zu erfüllen, schloss Kursachsen Lieferverträge mit den Schwarzburgern über 10.000 Klaftern jährlich. Als Preis wurden 8 Groschen anstelle der bisher gezahlten 18 Groschen vereinbart. Dafür entfiel der Salzzoll für Frankenhausener Salz, das die Fuhrleute zahlen mußten, wenn sie auf dem Weg von Frankenhausen zu den schwarzburgischen Ämtern Arnstadt und Rudolstadt den Thüringer Kreis Kursachsens durchquerten.

 

1646

  1. Okt. 1. „Commun“-Floßholzkontrakt (WER D 34 Anh. 1 Nr. 928, MER C 63 Anh. I Nr. 66)

In Altenburg vereinbarten  die Floßbeamten von Sachsen-Altenburg und Kursachsen (der Vertreter aus Weimar fehlte), eine „Commun-Saale-Flöße“ in den kommenden 6 Jahren, wobei  Kursachsen als gleichberechtigter Teilhaber auf der oberen Saale ein bestimmtes Kontingent aus den eigenen Gehauen (Ziegenrück) mitflößen durfte. Damit konnte der für alle Beteiligten vorteilhafte Handel mit der Pfännerschaft wiederbelebt werden. Vereinbart wurden jährlich 12.000 Klafter, 4.000 pro Teilhaber Der Klafter maß 7/4 Ellen in der Länge, 3 Zwickauische Ellen und 5 Zoll in der Höhe und Breite (ca. 3,4 Festmeter). Um den Schwund auszugleichen sollten je 100 Klafter 6 Klafter zusätzlich zu Einwurf kommen, die nicht vergütet wurden. Wie bisher oblag den herzoglichen Beamten die Flöße bis Kösen, ebenso das Ausschleppen und auf Stapel setzen. Wenn es die Umstände zuließen, konnte auch darauf verzichtet werden. Dann wurde Kösen nicht belegt und die kursächsischen Beamten übernahmen das über den Wehrdamm gehende Holz und brachten es nach Halle, wo es ausgeschleppt und vermessen wurde. Die Kosten dafür wurden dann auf die  Teilhaber umgelegt. Würde ein Teilhaber seinen Anteil ganz oder teilweise nicht zur Eingabe bringen oder den Einwurf verpassen, durften die anderen diese Differenz aus eigenem Aufkommen ausgleichen. Nach dem Aussetzen in Halle sollten die Stapel sofort der Pfännerschaft übergeben werden und  Kursachsen verpflichtete sich, die herzoglichen Teilhaber umgehend auszuzahlen. Als Preis waren 39 Meißnische Groschen für den Klafter vereinbart, für Stücke und Klötze gab es weniger. Möglich war auch, dass im Zweijahresrhythmus mit der doppelten Menge geflößt wurde. Hier bestand aber die Gefahr das die Rechen brachen, wenn größere Mengen gleichzeitig ankamen. In diesem Fall sicherte man sich gegenseitige Hilfe und eine Kostenteilung zu. Für die Verpachtung der Stapel und Schäden an den Ufern sollte die Schule 50 Klafter aus der „Commun-Flöße“ erhalten. Auch mit dem Rittergutsbesitzer von Osterhausen auf Kreipitzsch strebte man einen Vergleich  an, im Fall, dass die Flöße an den zu seiner Gerichtsbarkeit gehörenden Ufern Schaden anrichten würde oder die Fischerei behinderte.

Daneben durfte der altenburgische Teil auch weiterhin eine eigene Brennholzflöße betreieben. „Allermaßen sich auch des fürstl. altenb. Teils bedingt und unbeschadet der Communflöße jährlich eine Privatflöße an und fortzustellen, ferner soll, wenn sich sämtliche Interessenten miteinander vergleichen, daß eine Flöße auf zwei Jahre zusammengespart und eine höhere Post auf einmal geflößt werde, es also beobachtet werde. Auch verbindet sich die kurs. Flöße den Hallischen Rechen die fürstl.-altenb.-weimar. Flöße den Kösener und Heringischen Rechen bestermaßen zu  verwahren“.  Der Vertrag wurde von Johann Reichhardt, Hans Fr. v. Brandt, Hans Abel Fieker und Jost Chr. Römer ausgehandelt.

 

1647

                Novellierung des herzoglich-sächsischen Holzvertrages von 1625 (WEI 12153).

Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Gotha-Altenburg verlängerten ihre   Lieferverträge mit den Schwarzburger Grafen.

 

1648

  1. Apr. „Testimonium“ für J. G. Maul (Diarium).

Die vier Prediger der Wenzelskirche bescheinigten dem „Ehrenfesten, Wohlgelahrten Herrn, Herr Johann George Maul, Notarius publicus, Churf. Sächsischer Floss-Beamter und Bürger zu Naumburg“, dass er 16 Jahre gottesfürchtig und mit  seiner tugendsamen Hausfrau hier gewohnt habe. Maul führte sein „Diarium“ mit der Auflistung der während des Dreißigjährigen Krieges erlittenen Schäden bis 1656. Insgesamt bezifferte er seinen  finanziellen Verlust auf 4450 Gulden von denen offenbar ein Teil zurückerstattet wurde, zumindest die Kosten und Schäden bei Einquartierungen die der Rat angewiesen hatte.

 

  1. Juli Floßholzkontrakt zwischen Sachsen-Altenburg und Schwarzburg (RUD E IX 6a Nr. 1)

Herzog Friedrich Wilhelm orderte 6000 Klafter für die kommende Flöße.

 

1649

              Abteufung eines Schachtes in der Saline Sulza (Chron. M. Wille).

Der neue Schacht, den der Salzverwalter Backher abteufen ließ, brachte eine ergiebige wenn auch geringe Sole. Um den Brennstoffbedarf zu vermindern, wurden die verfallenenen Lepperwerke wieder aufgebaut.

 

  1. Okt. Anordnung zur Instandsetzung der Schäferei (DD 10036 Finanzarchiv).

Nach dem Friedensschluss begann der Aufbau der von den Schweden „gentzlichen wegkgebrennet unde in die Asche gelegeten“ Gebäude, von denen außer den Umfassungswänden im Erdgeschoss mit den Fensteröffnungen „dorauf die Schäferey gestanden“ nichts mehr übrig geblieben war.

Allerdings wurden nur die beiden Ställe wieder aufgebaut. Das Vorwerk blieb liegen.

 

1651

  1. Juli 2. Commun-Floßkontrakt (WEI 12153, WER D 34 1/. 928, MER C 63 Anh. I Nr. 66).

In Rochlitz trafen sich die kurfürstlichen Beamten mit den Bevollmächtigten der fürstlichen Häuser Weimar und Altenburg. Zunächst sperrten sich die fürstl. Häuser gegen eine gemeinsame Flöße mit Kursachsen auf der oberen Saale bis Kösen, doch letztlich verständigte man sich wieder auf eine Communflöße. Vereinbart wurden 7.500 Klafter von jedem Teilhaber, zusammen 22.500 Klafter jährlich. Dabei wurde auch vereinbart, dass jeder Teilhaber die gleiche Menge aus den eigenen Gehauen abflößt und dass die Mengen aus fremden Gehauen gemeinsam gekauft werden soll. Für jeden Klafter der in Kösen ankam, zahlte Kursachsen den herzogl. Kammern 43 Meißnische Groschen, 4 Groschen mehr als im letzten Vertrag, dazu kamen 6 Klafter vom Hundert für die natürlichen Verluste bei der Abflöße von Kösen nach Halle. Altenburg erhielt für die noch ausstehende Menge 41 Groschen. Unbeschadet der Communflöße betrieben die fürstlichen Häuser ihre private Flöße auf der oberen Saale, wobei Kursachsen darauf bestand, dass für  das Aussetzen an den fürstl. Stapeln vereidigte Aussetzer verpflichtet werden, damit man nicht nur die besten Stücke ausschleppt und die Stapel auf das richtige Maß setzt.

 

1652

  1. Feb. Anweisung des Schulverwalters zum Mühlenzwang (WER D34 Anh. 1 Nr. 1619)

Die Schulzen der Amtsdörfer auf dem Kreis wurden angewiesen, ihr Malz ausschließlich in der Kösener Mühle, das Getreiede wahlweise in der Kösener- oder in der Emsenmühle mahlen zu lassen. In der Rehehausener Mühle durfte nur das gemahlen werden, was ein Mann an „ganzen oder halben Scheffeln auf dem Rücken tragen kann“.

 

  1. Feb. Floßholzkontrakt Sachsen-Altenburg mit Schwarzburg (RUD E IX 6a Nr. 1)

Herzog Friedrich Wilhelm orderte 60. 000 Klafter für die nächsten 10 Jahre.

 

1656

  1. Mär. Prolongierung des Floßholzkontraktes mit der Pfännerschaft (DD Loc 37118)

Nach dem Ende des letzten vierjährigen Kontrakts, sollten in den kommenden 8 Jahre 120.000 Klafter aus der Saalen- und Elsterflöße nach Halle gebracht werden. Als Preis für den Klafter wurden 48 Groschen vereinbart.

 

             Ernennung von Georg Zschackwitz zum Floßmeister (WER D 34/1/208).

Er stammte aus Zeitz, wo er der Elsterflöße vorstand und bezog wie seine Vorgänger das Floßhaus an der kleinen Saale. Das Gehöft war nach den im 30jährigen Krieg erlittenen Schäden wieder bewohnbar und hatte ausreichend Nebengelaß, Ställe und Schuppen sowie Gartenland, für die Unterhaltung der Familie und des Gesindes. Neben dem Floßmeister kamen hier auch zeitweise der Floßgegenschreiber und später der Floßschreiber unter. Der Rechenwärter hatte seine eigene Behausung unmittelbar am Rechen.   

 

1657            

  1. Apr. Einrichtung von Sekundogenituren (Allg. Gesch.).

Nach dem Tod des Kurfürsten Johann Georg I. wurde dessen testamentarische Verfügung von seinen 4 Söhnen durch einen „Freundbrüderlichen Vergleich“ in Kraft gesetzt. Demnach erhalten die drei jüngeren Brüder als Apanage ein relativ unabhängiges Herzogtum. Moritz wurde Herzog von Sachsen-Zeitz (bis 1718) zu dem der Besitz der 1640 erloschenen Linie der Schenken von Tautenburg, die Stifte Naumburg-Zeitz, die Stadt Naumburg das Amt Naumburg (St. Georgen, Schönburg, Saaleck), die Ämter Pegau und Weida u.a. gehörten. Sein Wohnsitz war zunächst Naumburg, nach der Fertigstellung Schloss „Moritzburg“ zu Zeitz.  August wurde Herzog von Sachsen-Weißenfels (bis 1746) mit den Ämtern des Thüringer Kreises wie Freyburg, Heldrungen, Weißensee, Tennstedt und Eckartsberga mit Bibra, dass spätere herzogliche Bad. August, auch Administrator des Erzstiftes Magdeburg auf Lebenszeit residierte in Halle und ließ in Weißenfels Schloß-Neu-Augustusburg bauen. Christian bekam das Herzogtum Sachsen-Merseburg (bis 1738) mit dem Stift Merseburg, wählte  Lauchstädt zur Sommerresidenz und späteren herzoglichen Bad.

Der ältest Bruder Kurfürst Johann Georg II. behielt die übrigen Ämter darunter auch das Schulamt Pforta, dazu die landesherrlichen Regale, Bergrechte und Zölle. Zur angemessenen Versorgung der Residenzen mit Feuerholz aus der landesherrlichen Flöße, wurde nun auch in Weißenfels  ein „Holzhof“ am rechten Saaleufer angelegt. Hier wurden zum Ausschleppen der Scheite alle Pferdebesitzer und das Gesinde der umliegenden Rittergüter aufgeboten (O. Schäfer in Weißenfelser Heimatblätter 1939).

 

             Inventarbeschreibung der Schäferei (DD 10037 Finanzarchiv).

Dazu gehörten zwei Ställe, der eine maß 21 x 12 Ellen (12 x 7 m) wo auch der Schäfer seine Wohnung hatte, der andere war aus Bruchsteinen gemauert von 51 x 18 Ellen (29 x 10 m). Beide Gebäude sind auf dem Plan des Markscheiders Schmieder aus dem Jahr 1680 vermerkt.

 

1558   

  1. Nov. Schreiben des Kurfürsten wegen des Brückenzolls (WER A 30 c II Nr. 378)

Johann Georg II. wandte sich an seinen Bruder August, Herzog von Sachsen Weißenfels und  postulierter Administrator des Erzbistums Magdeburg nachdem ihm der Haupt- und Oberamtmann des Thüringischen Kreises gemeldet hatte, dass der Schösser von Eckartsberga an der Kösener Brücke einen Zoll einrichten und einen Zöllner im Floßzollamt einquartieren will. Nach den Gründen gefragt, erwiderte der Schösser „maßen denn solche Brücke und das Dorf Kösen seit alters her zur Hälfte zum Amt Eckartsberga  gehöre“, auch die Amtsuntertanen zur Hälfte zum Unterhalt die Brücke heran gezogen werden und daher eine Zollerhebung gerechtfertigt sei. 

Um derartige Differenzen zu beseitigen wurde 1663 durch einen weiteren Vergleich die Grenzen der Ämter verbindlich festgelegt.

 

1659

             Einrichtung des Kreiskommissionsamt Tennstedt des Thüringer Kreises (Leonardi).

Dazu gehörten  die Ämter Pforta, Tautenburg, Treffurt, Weißenfels, Freyburg, Sachsenburg, Weißensee, Eckartsberga, Sangerhausen,  Langensalza, Wendelstein und Sittichenbach.

 

             Verkauf  des schriftsässigen Rittergutes Stendorf (Lepsius Kl. Schriften).

Herzog Moritz von Zeitz, Administrator des Stiftes Naumburg verkaufte das bisher zum Georgenamt gehörende Vorwerk Stendorf, die Burg und das Dorf Saaleck als schriftsässiges Rittergut mit den Erbgerichten seinem   Kanzler J. H. Menius. Beim Georgenamt blieben Kleinheringen, Rödigen, Lachstädt und Punschrau und die Wüstungen Döben und Hohendorf.

Das Rittergut  wurde später an die v. Creutzens auf Kreipitzsch verkauft, danach fiel es an die von Schönbergs (1774) und kam 1783 durch Erbvergleich an die Familie v. Feilitzsch, die es bis 1945 besaßen.

 

1660

  1. Dez. Scheitholzkontrakt mit der Pfännerschaft (DD Loc. 37118).

Wegen der ständigen Teuerung versuchte Kursachsen einen höheren Holzpreis durchzusetzen. Schließlich einigte man sich auf 54 Groschen für den Klafter. Außerdem zahlte die Pfännerschaft 500 Taler extra je angelieferte 2.000 Klafter. Dafür bekannte Kurfürst Johann Georg II. „damit die Klafterwerterhöhung den Pfännern nicht zu Abgang ihrer Salznahrung gereicht, wollen wir hierauf förderlich Verordnung ergehen lassen, dass in unsern Kurfürstentum und Landen soviel möglich, nur hallisches Salz eingeführt wird.“

Diese Klausel sollte bis 1778 Vertragsbestandteil bleiben. Die unbeschränkte Einfuhr des halleschen Salzes führte zum Ausbau des Leipziger „Salzlizentgebietes“, wo das kurfürstliche Salzregal aufgehoben wurde. Das eingeführte Salz wurde mit einem „Lizent“ belegt, die an  Lizentnehmer verpachtet wurde.       

 

1661

              Hochwasserflut der Saale (Thür. Chron.).

 

1662

  1. Jan. Lehensurkunde für Kreipitzsch und die Gerichte der Rudelsburg (Lepsius Kl. Schriften).

In vierter Generation erhielten Georg Rudolf und Hans Georg von Osterhausen sowie vier weitere noch unmündige Brüder die Stiftslehen vom Administrator des Stiftes dem Herzog Moritz von Sachsen- Zeitz bestätigt.

 

  1. Mär. Kurfürstliches Salzmandat (Hohl, Biträge….)

Ämter, Rittergütern u. dgl. die der Hauptsalzkasse zugehörten wurde der Vertrieb auswärtigen Salzes außer dem aus Halle verboten.

 

1665

  1. Mär. Neuer Floßholzkontrakt mit Halle (DD Loc 37118, Salzcopiale).

Vereinbart wurden 200.000 Klafter  zum Preis von 56 Groschen.

 

1667

  1. Feb. Befehl des Herzogs von Sachsen-Weißenfels zur Bauholzflöße (Schäfer, WSF- Heimat).

Für den Bau des Weißenfelser Schlosses Neu-Augustusburg hatten die Beamten für den in Halle als Administrator des Erzstifts Magdeburg residierenden Herzog August in Kahla 300 starke Stämme und 120 Rüsthölzer erhandelt, die abgeflößt werden sollten.  Der Freibrief galt für den herzoglich-weimarischen, herzoglich-altenburgischen und kursächsischen Abschnitt der Saale.  

 

  1. Sep. Abteufung eines weiteren Salzschachtes in Sulza (Chron. M. Wille).

Da die Solequelle zu versiegen drohte, hatte auf Befehl des Herzogs von Sachsen-Altenburg der Hofrat Hanns Dietrich von Schönburg auf Goldschau einen Rutengänger auf das Sulzaer Werk beordert. Nach dessen Angaben teuften der Salzschreiber Jacob Abraham Christner und der Pfannenmeister Johann Christoph Zöllich erfolgreich einen Schacht ab. Doch die Wirksamkeit des Rutengehens bezweifelte selbst der Chronist und meinte: „ob man denn die Salzquelle  nicht ohne die Wünschelruten hätte finden und antreffen mögen, wenn man sich nach dem Flore Salis oder Sinter oder nach den Salzquellen aufm Griese oder anderen gesalzenen oder salpetrischen Adern und Orten gerichtet hätte.“ Für die erfolgreiche Abteufung erhielt dann  Christner zweihundert Taler vom Herzog Friedrich Wilhelm.   

 

1669

  1. Juli Geburt von Johann Ehrenfried Zschackwitz (Wikipedia).

Der Sohn des Floßmeisters Georg Wilhelm Zschackwitz besuchte das Stiftsgymnasium in Zeitz, studierte  in Leipzig Theologie, Jura und Geschichte. Zunächst folgte eine Anstellungen beim Herzog von Sachsen-Gotha, dann ging er als Sekretär des kursächsischen Statthalters nach Dresden. Weitere Stationen waren Leipzig, Eisenach, Coburg und Hildburghausen, bevor er 1731 als Professor für Reichsgeschichte und Recht in Halle tätig war, wo er auch am 28. Oktober 1744 starb.  Zschackwitz galt als einer der bedeutendsten Heraldiker seiner Zeit. 

 

1671               

  1. Feb. 3. Floßholzkontrakt (MER C 63 Anh. I Nr. 66)

Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg hatte am 30. Juli 1668 beim Kurfürsten Johann Georg II. wegen dem Abschluss eines neuen Vertrages angefragt. In Rochlitz trafen sich die Beamten und vereinbarten einen 12-Jahres-Vertrag mit 6 Flößen. Die von den fürstl. Häusern erbetene jährliche Flöße lehnte Kursachsen ab. In Halle würden jährlich nur 15.000 Klafter verkauft, wozu die 22.500 Klafter aus der Commun-Saaleflöße und die 7.500 Klafter aus der kursächsischen Elsterflöße reichten. Sollte die Salzproduktion zurückgehen, müßten diese Mengen noch weiter reduziert werden. Altenburg verlangte daraufhin in den Jahren in denen keine Commun-Flöße war, eine Privat-Flöße, gegebenenfalls auch über Kösen hinaus.

Vereinbart wurde außerdem, dass die erste Flöße 1672 komplett bis Halle gebracht werden soll, da der Kösener Rechen durch Hochwasser zerstört und erst wieder aufgebaut werden muss.  Allerdings lehnte Kursachsen eine Beteiligung an den Kosten ab.

 

 Verkauf  von Kreipitzsch und der Rudelsburg (Lepsius Kl. Schriften).

Die Brüder v. Osterhausen verkauften die Stiftslehen von Kreipitzsch, Lengefeld und der Rudelsburg und der Fischerei auf der Saale  an Wolf Albrecht von  Creutz.

 

          Das Schulamt verklagt den Floßmeister  Zschackwitz (WER  D 34/1/929).

Dieser hatte ohne Genehmigung sein Vieh auf den Scheitplatz zum Weiden getrieben. Das widersprach dem Vertrag, wo sich das Schulamt die Nutzung des dort wachsenden Grases bei Nichtbelegung des Platzes vorbehalten hatte. 

 

1672

  1. Juli Erbteilung des Herzogtums Sachsen–Altenburg (Allg. Gesch.).

1633 war das Herzogtum Sachsen-Coburg an Sachsen-Eisenach gekommen, 1638 wurde Sachsen-Coburg-Eisenach zwischen Sachsen-Altenburg (1/3) und Sachsen-Weimar (2/3) wieder aufgeteilt. Bereits 1640 waren durch Erbteilung die Herzogtümer Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha und Sachsen-Eisenach entstanden. Letzteres kam nach dem Tod Herzog Albrechts 1644 zu gleichen Teilen an Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha. Als nun Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg verstarb, fiel das Herzogtum  zu einem Viertel an die Linie Sachsen-Weimar (1/4) zu drei Viertel an die Linie Sachsen-Gotha (3/4), das sich nun Herzogtum Sachsen- Gotha-Altenburg nannte.

Die Solequellen an der Ilm sowie die Siedehütten in Neu-Sulza verblieben beim Herzogtum  Sachsen-Gotha-Altenburg, während Sulza selbst mit dem Amt Roßla an das Herzogtum Sachsen-Weimar kam. Die sich aus dieser Trennung ergebenden rechtlichen Differenzen zwischen dem Rat zu Sulza und der Saline Neusulza  wurden 1675 bzw 1677 mit einem Rezeß der beiden herzogl. Kammern beigelegt.

Zu diesem Zeitpunkt schied der  Salzschreiber Christner aus dem altenburgischen Dienst aus und ging in das benachbarte Kursachsen.

 

1676

  1. Mai Erlass des Schulverwalters (WER D 34 Anh. 1 Nr. 1619)

„Wenn die Flößer mit Flößen auf den Kösener Wehr hängen bleiben, müssen sie den Schaden der Schule gegenüber abtragen und wenn die Flöße zerbrechen, gehört das Treibholz der Schule. Wenn ihnen der Müller hilft, müssen sie der Schule 2 Stämme geben“. Das Bergen  von Treibholz und die Abgabe der Stämme wurde dem Müller auferlegt.

 

1678

  1. Mär. Novellierung des Floßholzkontrakts (DD Loc 37118)

Kursachsen orderte 200.000 Klafter zum  Preis von 66 Groschen.

 

1680                

             Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg (Allg. Gesch.).

Das Herzogtum bestand nur zwei Jahre und wurde nun unter sieben Erben aufgeteilt, deren Gebiet bei jeweiligen Aussterben wieder zurückfallen sollte. Dazu gehörten Eisenberg (bis 1707), Hildburghausen (bis 1702), Römhild (bis 1710), Coburg (bis 1735), Meiningen und Saalfeld. Zusammen mit Sachsen-Weimar, Sachsen-Jena und Sachsen-Eisenach gab es 10 ernestinische Kleinstaaten. Dazu kamen die Grafschaften  Schwarzburger-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen sowie die Herrschaften der Reußen von Gera, Greiz und Lobenstein. Alle bestanden auf ihre Souveränität, was die wirtschaftliche Entwicklung  Thüringens, das nun einem politischen Flickenteppich glich, hemmte.

 

             Errichtung des Schulengasthofs (DD 10088 Rep. AII Nr. 931).

Für die vielen Menschen, die sich durch die Flößerei zeitweise hier aufhielten und die stetig wachsende Zahl von Händlern, Fuhrleuten und Reisenden fehlte einfach ein Gasthof, wo man zu Essen und Trinken bekam, ein Nachtlager fand und das Zugvieh versorgen und einstellen konnte. Außerdem brauchten viele Handelsleute einen Vorspann für die steilen Landstraßen nach Flemmingen bzw. Hassenhausen. Bislang stellten den die dort ansässigen Bauern, falls nicht gerade Aussaat oder Erntezeit waren.

Zwar gab es ein kleines Schankhaus am Unterweg vor der Schule, doch reichte das nun nicht mehr aus. Der Bau des Gasthofes dürfte wohl auch mit der veränderten Flöße zusammenhängen, nachdem zum Ausschleppen kurfürstliche Untertanen angeworben wurden, die vor Ort verköstigt werden mussten. Jedenfalls befahl Kurfürst Johann Georg den Schulbeamten die Errichtung eines Gasthofes an dieser stark frequentierten Stelle.

Der Gasthof wurde oberhalb des Fahrweges zum Wehrdamm neben den Resten des im 30jährigen Krieges zerstörten Schulenvorwerks errichtet. Einige der Kellergewölbe wurden überbaut bzw. einbezogen. Der Gasthof wurde direkt am Westgiebel eines Schafstalles errichtet. Dass es der Schule wohl gegen den Strich ging, zeigt das fehlen aller für einen Gasthof erforderlichen Nebengebäude. Es gab weder Ställe für eigenes Vieh noch zum Einstellen Pferden und Wagen. Es gab weder landwirtschaftliche Flächen zur Gewinnung von Futter noch Scheunen zur Einlagerung.   Zudem war es zeitraubend, sich auf dem Naumburger Markt mit Viktualien zu versorgen. Aber auch  die eigentlichen Rechte fehlten, das Brau- und das Brennrecht.

Erst nach dem Brand von 1710 beim Wiederaufbau kamen Ställe und Scheunen,  ein Backhaus und eine Schmiede hinzu. Zur Gasthofpacht kamen dann auch Äcker, Wiesen und Weiden am anderen Saaleufer zwischen dem Äbtischen Holt und der Ilske in der Flur des nicht mehr existierenden Wenzendorfs unterhalb des Nikolausberges. Nachteilig war, dass dem Gasthof die Brau- und Brennrechte versagt blieben. Als Äquivalent wurde dem Pächter ein „jure prohibendi“ gewährt, ein Verbietungsrecht, womit er  den Ausschank, das Gästesetzen, Beherbergen oder den Vorspann in der Flur zwischen Hassenhausen und Altenburg mit amtlicher Hilfe verbieten konnte. Somit hatte der Gasthof eine Monopolstellung, die erst 1832 endete.

Der erste nachweisbare Pächter, des Gasthofes, der von Beginn an „Zum mutigen Ritter“ genannt wurde, war Eberhardt Lingen (1693-1695 WER D 34 V 9. Nr. 2)