Der Königlich-Polnische - Kurfürstlich-Sächsische Floßmeister Christoph Gottfried Wenzel, der Gründer von Neu-Kösen.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, der Kursachsen und die sächsischen Herzogtümer hart getroffen hatte, wuchs die Bevölkerung langsam an und auch Handel und Wandel erholten sich.

Auf der alten Handelsstraße von Frankfurt/Main nach Leipzig, die auf einer steinernen Brücke die Saale querte, zogen die Fernhändler und Kaufleute zu den Messen nach Naumburg und Leipzig, Waidhändler aus dem Nordthüringer Raum, Frankenhausener Salzfuhrleute, Handwerker auf der Walz, Höker und Wanderhändler, fahrendes Volk und Soldaten. Dazu kam der Wirtschaftsverkehr von und zu den Vorwerken und Amtsdörfern des Schulamtes.

Auch auf der Saale herrschte ein reger Handelsverkehr. Im zeitigen Frühjahr kamen Langholzflöße zur Holzmesse auf den Wiesen zwischen Pforte und Altenburg. Hatten die Flöße den Wehrdamm passiert, wurde der Rechen geschlossen, um tausende Klafter Holzscheite aufzufangen, die ausgeschleppt und auf den Holzplätzen auf Stapel gesetzt wurden. Diese Flöße war ein fiskalisches Unternehmen, dass von Kursachsen und den Herzogtümern Sachsen-Weimar und Sachsen- Altenburg seit 1611 gemeinsam betrieben wurde. Die „Commun-Flöße“ endete hier. Kursächsische Floßbeamte übernahmen die  angelieferten Mengen von ihren herzoglichen Kollegen und brachte sie weiter saaleabwärts. 

Neben der Erhebung des Floßzolls und des Saalecker Geleits, führten die Floßbeamten die Aufsicht am Stapel. Darüber hinaus hatten sie aber auch die Holzlieferverträge auszuhandeln. Zum kursächsischen Floßamt gehörten der Floßmeister, der Floßschreiber sowie ein Rechenwärter. Floßmeister und Floßschreiber bewohnten seit Einrichtung des Stapels ein Gehöft direkt gegenüber vom Stapel an der kleinen Saale (Naumburger Straße 1).  Das Floßamt unterhalb des Wehrdammes war ebenso wie die Behausung des Rechenwärters im 30jährigen Krieg zerstört.

Am 4. Januar 1692 wurde Christoph Gottfried Wenzel zum Floßschreiber bestellt. In dem in Dresden ausgestellten "Pacht- und Bestellungs- Brief" heißt es: "Nechst dem soll erster Floß-Schreiber das Waßer-Geleithe zu Kösen mit allem Fleiße beobachten, das alles auf der Saale herein kommende und durch schießendte Bauholtz, an Stämmen, Waldt und Plöckholtze, Röhren, Hangelbäumen, Pfosten, Böttgers-Riemen, Brettern, Latten und Schwellen, zollen und den Zwannzisten Stamm oder Stücke was Gattung es sey, der zeitherigen Observanz nach abnehmen..."

Damit die Beamten ihre Stellung nicht zum eigenen Vorteil ausnutzten, mussten sie bei ihrer Ernennung eine ansehnliche Kaution hinterlegen. Für die zumeist aus bürgerlichen Kreisen stammenden Floßbeamten war dies natürlich nicht so einfach. Daher durften sie  auch Bürgen stellen. Eine derartige amtlich beglaubigte Bürgschaft legte Georg Hartig vor, als er 1706 zum Floßschreiber bestellt wurde.

Cösen,

Herr Georg Hartigs gemachte Caution auf 1000 Gulden

Des Allerdurchlauchtigtsen Großmächtigsten Königs in Pohlen und Churfürstens zu Sachßen dertzeit betsallter Ambt-Mann und Schulverwalter zu Pforta, ich Christoph Moßdorff uhrkunde hiermit und bekenne, daß iedes Acto in dem Ambte alhier persöhnlich erschienen: Johann Schlegel, Vice-Landrichter und Schultze zu Gernstedt, dann Hannß Bachmann, Schultze zu Haßenhausen, ingleichen Barthel Pfeiffer und Christoph Knobloch jun. beyderseits Einwohner daselbst und haben vorbracht, was gestalt, sie vor den Königl. Pohln. und Chrurfürstl. Sächs. Floß-Schreiber zu Cösen Herrn George Härtigen, die von der Königl. Renth_Cammer zu Dreßden wegen seiner Floß-Schreiber Bestellung von ihm geforderte Caution an Eintausensd Gülden zusammen mit liegenden Gründen zu bestellen und zwar wollte:

-200 Gulden Johann Schlegel mit einem zu Rehehausen habenden Hauß, Hoff, Scheune und Garten zwischen dem Pfarr-Garten und Christian Großkopffen wie auch mit einen Viertel Landes zwischen Michael Hellermanns und Davit Friedrichs Kindern in Rehehäuser Fluhr, dann

-300 Gulden Hannß Bachmann mit einer halben Huffe Dorff-Guth in Haßenhäuser Fluhr zwischen   Peter Krippendorffs Weibe Elisabethen und Sabinen Schallerin, weiter

-300 Gulden Barthol Pfeiffer mit einem Viertel Landes Bünauschen Dorff-Guth gleichfals in Haßenhäuser Fluhr neben Hannß Wilhelm Schillingen und ein Viertel Landes Dorff-Guth neben Abrahem Kochen ingl.

-200 GuldenChristoph Knobloch jun. mit Hauß Hoff und Scheune in Haßenhausen zwischen Annen onneburgin und dem Gemeinde-Backhause, ingl. mit ein Viertel Landes Bünauschen Dorff-Guth zwischen George Schmieden und Samuel Kotten,

zur Caution erwehntermaßen gestellet und die specifizirten Grundstücke dergestalt davor verpfändet haben, daß wofern obgedachter Herr Härtig wegen seines Floß-Schreiber_Dienstes in die Königl. Renth-Cammer etwas schuldig verbleiben sollte, so dann dieselben an denen vor hypothecizirten Güthern auff die obbeschriebenen Summen sich durch schleunige Execution zu erholen und bezahlt zu machen guten fug und recht haben sollen. Wenn denn besagte Caverten hierein zu confentiren gebethen, anbey auch gerichtliche Angelobung gethan und versprochen daß Sie als Selbstschuldner vor mehrerwehnten Herrn George Härtigen und zwar alle in solidum stehen und hafften wollten, gestalt Sie denn zu dem Ende dem Beneficio Dissisionis et Excussionis, nach deßen deutlichen Erklährung beständigerweise renunciret und sich in übrigen dabey kein Bedenken gefunden. Als habe ich ihrem Suchen statt gegeben und ambtshalber   in diese Cautionis und Verpfändungen consentiret thue auch solches hiermit und in krafft dieses nochmahls dergestalt, daß der Königl. Hochlöbl. Renth-Cammer die eingesetzte Grundstücke zum ausdrücklichen gerichtlichen Unterpfand stehen und hafften auch bedürffendenfalls darin gebührend verholffen werden sollen.

Uhrkundlich ist dieser Cautions-Schein mit des Ambtsgrößern Insiegel bedrücket und von mir eigenhändig unterschrieben worden.

So geschehen Pforta an 5. Jan. 1706

Für die Bürgen war dies offenbar ein sicheres Geschäft, denn die Ernennung zum Beamten meist auf Lebenszeit gewährte ein sicheres Einkommen und demzufolge neben einer angemessenen Verzinsung auch eine zeitnahe Ablösung der verbürgten Summe.

1702 wurde Wenzel zum Floßmeister bestellt, nach Johann Georg Maul und Georg Wilhelm Zschackwitz. Durch seine bisherige Tätigkeit war er mit den Verhältnissen bestens vertraut und kannte auch die Probleme, die es zu lösen galt. Dazu gehörte unzweifelhaft der ständige Mangel an geeigneten Arbeitern für den Stapel während der "Commun-Flöße". Denn außer den drei Floßbediensteten gab es hier nur noch den Pachtschäfer, den Pachtmüller und den Pächter des Gasthofes. Mit ihren Familien und dem Gesinde waren es insgesamt nicht mehr als 23 Personen.

Bislang waren im zweijährigen Turnus rund 20.000 Klafter angeflösst worden, nun sollte die Menge erhöht und jährlich geflößt werden. 20.000 Klafter bedeuteten, 20.000 Stapel mit einem Rauminhalt von rund 3,5 Festmetern waren auszuschleppen, aufzusetzen und wieder einzuwerfen. Bisher wurden die für den Stapel benötigten Arbeitskräfte in den Amtsdörfern rekrutiert. Doch oftmals schickten die Dorfschulzen völlig ungeeignete Leute, auch Frauen und Kinder. Gab es Unterbrechungen verließen die Arbeiter den Stapel und fehlten, wenn über Nacht sich die Scheite vor dem Rechen stauten. Zog sich die "Commun-Flöße" in die Länge, wurden die Amtsfröner bei der Ernte benötigt, wobei es dadurch immer wieder zu Differenzen mit den Schul-Beamten kam.

Es war daher naheliegend auf eine dauerhafte Ansiedlung von Arbeitern zu dringen, die ausschließlich an die Flöße gebunden waren. In diesem Sinne richtete der Floßmeister am 27. September 1702 ein Memorandum an das Kammer-Gemach am kursächsischen Hof in Dresden. Er schlug vor, ihm zu gestatten, in der Nähe des Stapels auf eigene Kosten etliche Häuser zu erbauen, um diese an die Arbeiter zu verpachten. Dazu sollte ihm das Schulamt die entsprechenden Parzellen verpachten. Außerdem erbot er sich, auch ein neues Floßamtshaus auf eigene Kosten zu errichten, denn das alte Haus drohe einzufallen. Die Vorschläge unterstützte der Oberfloßaufseher und die absehbaren Vorteile überzeugten das Kammerkollegium. Bereits am 18. Oktober 1702 erging an Wenzel die Aufforderung, wegen der Parzellen sofort mit dem Schulamt in Verhandlungen zu treten. Eine zweite, gleich lautende Order wurde auch dem Schulamt zugestellt.

In dem nun folgenden Schriftwechsel zwischen Dresden und der Schulpforta bekundete das Geheime Finanzkollegium mehrfach das „Höchste“ Interesse an einer Ansiedlung, wenn es den Interessen der Schule nicht zuwider laufen würde. Dennoch zogen sich die Verhandlungen in die Länge.

Dann endlich, am 28. Dezember 1705, erklärte auch der Amtmann sein prinzipielles Einverständnis, nachdem er mit Wenzel über die Anzahl und die Lage der Siedlungsstellen einig geworden war. Am 05. Januar 1706 befahl August der Starke mit den Verhandlungen zum Abschluss zu kommen und den Vertrag zur „Allerhöchsten Confirmation“ nach Dresden einzusenden.

Zur Abmarkung und Übergabe der Bauplätze hatten sich der Oberfloßaufseher Johann Ernst von Osterhausen und der Schulverwalter Christoph Moßdorff höchstpersönlich nach Kösen begeben. Dabei wurde das folgende Protokoll angefertigt.

Registratura Kösen, den 14. Aprilis ao. 1706

Auff ergangenen allergnädigsten Befehl sub dato, Dreßden, den 5. Febr. a.c. haben Wir Endes unterschriebene gnädigst verordnete Commissarii uns heute dato, als ich der Oberauffseher ohnedem in Floß-Verrichtungen mich allhier befunden, zusammen betaget und die von dem Floßmeister Hr. Christoph Gottfried Wenzeln in Vorschlag gebrachten wüsten Flecklein und Raum zu Auff-Bauung einiger Frohnhäußerlein zu Behuff der Flöße in Augenschein genommen, auch ihm solche nach denen Erklähr- und Vorschlägen de dato Kösen 27. Sept. und Leipzig 24. Octbr. 1702 item 25ten Decbr. 1705 als worauff obangezogene allergnädigtse Befehl sich gründet, folgende Plätze abgeflocket und angewiesen. Nehmlich

(1) ein Raum zu 2 Baustädten, iede 15 Ellen in die Länge und 15 Ellen in die Weite (Anm. 8,5x8,5 m), zwischen dem Floßhauße und Gasthoffe, nahe an dem vormahligen Kunstgrabens aus der Salz-Schacht, welcher nicht verbauet, auch vor am Waßer der kleinen Saale, Platz zum Wege nach dem Lachs-Fang und Floß-Rechen frey gelassen werden soll. (heute großer Saal vom „Mutigen Ritter“).

(2) Vom Ende des Gasthoffs- Zauns bis an die Eiß-Wehr, wo der Mühlgraben oder kleine Saale einfällt in die Länge, und vom Waßer bis an des Schäffers Kraut-Lands Zaun hinan in die Breite einen Raum zu 2 Baustätten, exclus. des Weges der am Waßer wie vorher erwehnet, frey gelaßen werden soll. Von da bleibet zwischen der Eiß-Wehr und der Großen Weyde ein Raum zu einem Fahrwege, damit die Floß-Stamm-Hölzer und andrer Materialia bey Bau- und Reparirung des Wehres und andern Waßergebäuden ausgeschleifft und herbeygeschaffet werden (nicht bebaut, heute Stützmauer für den Garten des Heimatmuseums)

(3) Von der großen Weyde biß an die Erle in die Länge unter dem Berge ein Raum zu 2 Häußern, woselbst von der großen Weyde und Erle so am Waßer stehen, 10 Ellen breit zum Wege frey bleiben (heute Loreleyprom. 3/3a u. 5)

(4) eine Städte vor den Rechenwärter am Floß-Rechen unter dem Felsen, wo das zeitherige Rechenhäusgen gestanden (heute Loreleyprom 7/7a).

(5) einen Raum über der Mühl-Wiese, so von einem wilden Graben, der übern Kösener Berge herein kömmt meistens mit Steinen und Schutt überschwemmet, und zwar von einem angefleckten Birnbaum gegen des Gasth-Wirts Wiese an (310 Ellen) in die Länge bis über die Quelle hinaus, wo die Dorn stehen, dann in der Breite von dem aus der Quelle unter den Tann ausgehenden Wäßerungs-Grabens, so über die Mühlwiese herunter nach obgemelter des Gastwirths Wiese zugehet (welcher Waßer-Laiuff aus der Quelle zur Wäßerung der Wiese führohin auch ferner verbleiben soll) bis hinauff an den Kösner Berg, wo vor diesen der Lengefelder Fahrweg quer übergangen, zu Erbau- und Anrichtung 20 Häußer.

Der „Wilde Graben“ ist die Grüne Gasse, der Lengefelder Fahrweg die heutige Borlachstraße, an deren Bergseite 14 Parzellen a 12,5 m (Nr. 4 bis 34), und gegenüber 6 Parzellen (Nr. 25 bis 33) entstanden

(6) Raum zu 4 Plätzen unter des Floßmeisters Garten gleich an der Straße gegen zwey darauf stehende große Eichen und über des Scheitgrabens Einfall (heute Naumburger Str. 2-4).

(7) Eine Städte zum Backhauß an der großen Brücke lincker Hand, wenn man hinüber geht (An der Brücke 2)

Summa   32 Baustädte

Wobey zu registriren, daß obwohl der Hr. Floßmeister Wenzel noch um mehrern Platz zu Erbauung der allergnädigsten verstatteten Häußer Ansuchung gethan, so ist er doch von Commissions wegen beschieden worden, daß er die itzo angewiesenen 32 Städte vorhero anbauen laßen und sich hernach ferner dieserwegen reden solle da man Ihm sodann nicht entstehen würde, mir benöthigten Raume zu willfahren. Womit also dieser allergnädigst anbefohlene Einweisung vor diesmahl verrichtet und beschloßen worden.

So geschehen zu Kösen

Johann Ernst von Osterhaußen, Christoph Moßdorff.

Wenige Tage später erfolgte die Berichterstattung gegenüber dem Kammerkollegium.

Im Nahmen Gottes

Sey kund und zu wißen, demnach das Floßhaus zu Kösen höchst baufällig und dermaßen eingegangen, daß ohne Leib- und Lebens-Gefahr fast niemand sich darinnen mehr aufhalten können, solches auch vor etlichen Jahren bereits allerunterthänigst berichtet und auf allergnädigsten Befehl, wie viel es etwa zu bauen kosten möchte, ein Anschlag gefertiget, der Bau resolviret und einige Materialia darzu angeschaffet, von einer Zeit zur andern, aber verschoben worden, biß endlich gegen Vererbung deßselben und etlicher dort herum liegender Plätze Herr Christoph Gottfried Wenzel, Königl. Pohln. und Churfürstl. Sächs. Floß-Meister und Accis-Inspector im Thüring. Creyse, solches auf seine Kosten aufzubauen und vor die Stätte 100 Gulden und vor die angeschafften Bau-Materialia 200 Gulden, zusammen 300 Gulden der Königl. Hochlöbl. Cammer baar bezahlen, auf die wüßten Flecke auch eine Anzahl Fröhn-Häuserlein, der Saalen-Flöße zum Besten, zu erbauen und die Besitzer derselben zur Floß-Arbeit zu adstringiren, allerunterthän. sich erbothen, auch verwilliget, daß er von dem Floßhause der Land-Schuhl Pforta jährlichen 1 Gulden und von jedem Fröhn-Häußlein 6 Groschen Erbzinß geben wollte. Worauf S. Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen, Unser allergnädigster Herr am 18. Oct. 1702 uns Endes unterschriebenen allergnäd. committiret und anbefohlen:

„Ihr wollet euch deßen alsofort genau erkundigen, berührte angefügte Puncta, nach welchen Supplicant die Vererbung verlanget, wohl und reifflich erwegen und nebst eurem pflichtmäßigen Gutachten von allen ausführlichen Bericht allergehorsamst erstatten“.

Welchen wir auch allerunterthän. nachgegangen und Höchstgedachte Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen nach eingeschickten allerunterthän. Bericht vom 12. Dec. 1702 den 10. Feb. 1703 fernerweit uns allergnäd. committiert und befohlen:

„Wann Wir aber vor allen Dingen zu Entgehung aller Weitläuffigkeit und besorgl. Contradiction, der Nothdurfft erachten, daß ihr euch mit denen zur Land-Schuhlen Pforta verordneten Inspectoribus, als wohin so wohl das Flöß-Haus als auch der Platz, auf welchem berührte Fröhnhäußerlein gebaut werden sollen, zur Lehn gehen, vernehmet und mit remonstration vorstellet, daß hierdurch der Schuhlen nichts abgehen würde, zumahlen keine dergl. Leuthe biß anhero daselbst gewesen, über welche sie die Gerichte hätte exerciren können, auch außer dem jetzigen Vorschlage in Zukunfft keine dahin kommen, vielmehr der Schuhlen-Gerichtsbarkeit, ratione der Ober-Gerichte, erweitert, auch deren Einkünffte, durch den offerirten Erbzinß der jährl. sechs Groschen von jedem Fröhn-Häuslein, vermehret würden. Alß ist unser gnädist. begehren, hiermit befehlende, Ihr wollet vor allen Dingen solches bewerckstellligen; weßen sich gedachte Inspectores der Schuhlen hierazf heraus laßen werden, anhören, bedürffendenfalls denenselben alle Gegen-Demonstrationes thun, mit Ihnen euch dieserwegen zu setzten, allen Fleiß anwenden und, wie weit es endlich kommen zu Unsrer ferneren allergnädigst. Entschließung allerunterthän. Bericht pflichtmäßig erstatten.“

Wie auch in allerunterthän. Gehorsam mit denen zur Land-Schuhlen Pforta verordneten Herrn Inspectoribi uns unterredet und so viel befunden, daß Sie die allerunterthän. vorgeschlagene Vererbung so wohl Ihrer Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. Flöße, als auch der Land-Schuhle vorträglich zu seyn erachtet haben, deswegen wir, den disfalls erforderten allerunterthän. Bericht unterm 28. Dec. 1705 eingeschicket, Ihro Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen auch darauf unterm 5. Febr. 1706 uns fernerweit allergnädig. committirt und befohlen:

„Ihr wollet des fördersamste, einen Vererbungs-Brieff, nach Wenzels ehemahliger Erklärung, darüber veranlaßen, darbey aber auch noch ferner alles, was zu oberwehnter Schuhlen und Unserer Saale-Flöße Interesse gereichen kann, zugleich mit beobachten, und solchen zu Unserer ferneren Entschließung, auch nach Befinden allergnädig. Confirmation, mit Wiederanfügung der Acten anhero gehorsamst einsenden.“

Worauf wir uns, nebst Hr. Christoph Gottfried Wenzeln, Floßmeistern zusammen betaget, das Floßhaus nebst den Plätzen, wohin er die Fröhnhäuser, der Saalen-Flöße zum Besten, zu bauen sich erkläret, nochmahls in genauen Augenschein genommen, selbige angewiesen. und anfängl. anstatt Höchstged. Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen, die alte Stätte und jetzo befindliches Floßhäuslein, nebst denen angeschafften Steinen und Ziegeln, ingl. das dazu gehörige Kraut- und Rüben-Flecklein, nebst zeithöriger Trifft und Gräserey auf dem Scheit-Platz, und der darzu geschlagenen Brunnenquelle auf der Mühl-Wiese, nebst dem Bau-Materialien, vor 300 Gulden wie auch (2) einen Raum zu 2 Bau-Stätten, jede von 15 Ellen in die Breite zwischen dem Floßhause und Gasthoffe, nach des vorigen Kunst-Grabens aus der Salz-Schacht, welcher nicht verbauet, jedoch daß ferner am Waßer der kleinen Saale, Platz zum Wege nach dem Lachs-Fange und Floß-Rechen frey gelaßen werden soll (3) einen Raum zu 3 Bau-Stätten vom Ende des Gast-Wirths Zauns biß zu Ende des Eiß-Wehres in die Länge, und vom Waßer biß an des Schäffers Kraut-Lands-Zaun hinan in die Breite, jedoch daß der Weg am Waßer, wie vorhero erwehnet, frey bleibet; wie denn von der zwischen dem Eiß-Wehre und der großen Weyde, Raum zum Wege und Ausschleiffung der Floß-Stamm-Höltzer, samt andern Gebrauch bey Bau- und Reparirung des Wehres und andern Floß-Gebäuden, bleibet (4) Raum zu 2 Häußern von der Großen Weyde biß in die Länge unter dem Berge; jedoch soll von der Großen Weyde und der Erle, so am Waßer stehen 10 Ellen breit zum Wege frey bleiben (5) einen Raum zu einer Bau-Stätte von dem Rechen wärts am Floß-Rechen unter dem Felsen, wo das zeitherige Rechenhäußgen gestanden (6) einen Raum über der Mühl-Wiese, so von einem wilden Graben meistens mit Steinen und Schutt überschwemmet, und zwar von einem angefleckten Birnbaume an, oben am Lengefelder Fahrwege und dem wilden Graben hinweg, 310 Ellen in die Länge biß über die Quellen, inclusive eines andern so genannten Lengefeldisch Wegs, so über die Mühl-Wiese gehet und frey bleibet, vo dar unter der Quelle über den Damm den Graben an der Wiese herunter, allwo hinführo der Waßerlauff seyn soll, biß zu einem andern angefleckten Birn-Baume, welches vom Graben hinüber zu dem ersten, eine gerade Linie machet, zu Erbau- und Anrichtung 20 Häußer, endlichen und (7) einen Raum zu 2 Stätten, an des Floß-Meisters hintern Garten, gleich an der Straße gegen die beyden großen Eichen zugleich über des Scheit-Grabens Einfall; Gemeldten Herrn Christoph Gottfried Wenzeln, seinen Erben und künfftigen Besitzern, an wen solche Häuser und Flecken, Er oder dieselben abtreten, oder kauffweise überlaßen werden, mit allen Rechten und Gerechtigkeiten, Erb- und Untergerichten verkaufft, zugeschlagen, eingeräumet und auf ewig vererbet, dergestalt daß Er solche nach seinen eignen Gefallen nutzen und gebrauchen, auch auferbauen oder andern solches aufzubauen, verhandeln, zu übergeben und gewiße Erbzinsen auf die Frohnhäuserlein, nach seinem Gefallen zu legen, auch an die mitvererbte Quelle Fischbehälniße zu machen und bauen zu laßen, befugt seyn soll. Wie denn auch gemeldtes Floß-Haus, nebst deßen Zugehörungen, so wohl angewiesene Plätze zu denen Frohnhäusern, ewig frey bleiben und niemahls mit Steuer-Schocken, Quatembern, Kopff-Steuern, Accisen, Einquartierungnen, Oneribus, es mögen selbige Nahmen haben wie sie wollen, oder künfftig verwilliget oder sonsten genennet werden möchten, beleget und beschweret werden; Und wann er auch einige andre dort herum liegende Plätze erhandeln oder sonsten erlangen, und Frohnhäuser, der Flöße zum Besten, darauf selbsten oder durch andere bauen laßen würde, sollen selbige vorher gemeldter Freyheit von denen Oneribi, gleich dem vererbten Flöß-Hause und andern Plätzen, ebenfalls genießen, hergegen auch, wie die übrigen, die Floß-Arbeit ums Lohn zu verrichten schuldig seyn.

Welches gemeldter Herr Wenzel, vor eine sonderbahre hohe Gnade, mit allerunterthän. Dancke angenommen, und sich beständig obligiret und ve bunden, daß er (1) alsobald die versprochene 300 Gulden nach ausgefertigter allergnäd. Ratification und Confirmation, in Königl. Mayest. in Pohlen und Churfrstl- Durchl. zu Sachsen Hochlöbl. Cammer, gegen Quittung, baar, an guter gangbahren Müntze zu bezahlen und (2) so wohl das Floß-Haus, als die Frohn-Häuser, so geschwind als es möglich ist, bauen zu laßen, das Floß-Haus auch also anzulegen, damit bey vorfallenden Commissionibus in Floß-Sachen, Holtz- Übergaben und andern dergl. Verrichtungen, die Herren Commissarii und Floßbeamten benöthigte Logiamenter haben können, verpflichtet seyn wollte; Wie dann Er, seine Erben und künfftige Besitzer Ihnen solche hierzu jedesmahl ohne Entgeld einzuräumen, schuldig seyn sollen und wollen (3) will Er so bald es möglich, Leuthe in die Frohnhäuserlein nach geschehener Aufbauung bringen und sie dahin adstringiren, daß sie vor allen andern bey der Flöße, in allen Fällen um gebührl. Tage-Lohn zu arbeiten, und denen Herrn Floß-Beamten, an die Hand zu gehen, verbunden seyn sollen, wie denn Er, seine Erben und künfftige Besitzer sie krafft der mitvererbten Unter-Gerichte, ohne Entgeld darzu anzuhalten, sich krafft dieses verpflichtet. So will Er auch (4) der Land-Schuhle zu Pforte jährl. 1 Gulden Erbzinß von dem Floß-Hause und 6 Gr. Erbzinß von jedem Frohn-Hause, so Er auf der Schuhlen Grund und Boden, oder auch auf die von Ihm selbst erhandelte Grundstücke erbauen wird, vor sich, seine Erben und Nachkommen zu bezahlen, und alsobald nechstfolgend Michaelis, wann solche aufgebauet und fertig worden, den Anfang damit zu machen, und nachgehends alle jahre also zu continuiren, verbunden seyn. Wann er auch (5) mehr Plätze über die angewiesnen von der Schuhl-Pforta erlangen, oder wie jetzt erwehnet, von andern Leuthen einige Grundstücke erkauffen und Frohn-Häuser darauf erbauen möchte, will Er auch von jedwedem der Land-Schuhlen Pforta gleichfalls gemeldte Zeit 6 Gr. Erbzinß jährl. bezahlen und selbige zur Floß-Arbeit, wie die übrigen, zu adstringiren. schuldig seyn.

Wie nun hiedurch nicht alleine der Saalen-Flöße gute Dienste zuwachsen, indem darzu keine Zwabng-Arbeiter gewidmet und zur Zeit großer Waßer und nöthiger Arbeit, öffters großer mangel sich daran ereignet, aus denen jetzo vererbten Frohnhäusern aber solcher Mangel guten Theils ersetz wird, sonmdern auch der Land-Schuhl-Pforta durch den Erbzinß und die Ober-Gerichte ein ziemliches zuwächst, indem außer diesem sie von solchen Plätzen gar nichts genoßen, auch gar keine Hoffnung darzu gehabt: Also erspahren auch Königl. Mayj. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen Hochlöbl. Cammer ein ziemliches an Bau-Kosten und ERrhaltung des Floß-Hauses worauf Wir, als verordnete Commissarii, auch in unsern allerunerthän. Berichte unsere Absicht gerichtet, und die vererbung zu beschleunigen uns angelegen seyn laßen, der Hochlöbl. Cammer anheim stellende, ob selbige solches zu ratifiziren und zu confirmiren geruhen wolle. Zu Urkund haben Wir als Commissarii nebst gemeldten Herrn Floß-Meister Wenzeln, solches eigenhändig unterschrieben und besiegelt.

Geschehen Schuhl-Pforta d. 24. April 1706

Warum im Bericht und im Abmarkungsprotokoll die Angaben bezüglich der Bauplätze voneinander abweichen, bleibt unbeantwortet. Fest steht, dass Wenzel mit der Bebauung umgehend beginnen sollte, doch noch im gleichen Jahr griff der Nordische Krieg auch auf hiesige Gegend über. Daran erinnert der „Schwedenstein“, der zu Ehren eines hier im Gefecht gefallenen Obristen errichtet wurde. Erst danach begann Wenzel mit dem Bau und der Verpachtung der ersten bescheidenen Hütten am Lengefelder Fahrweg. Doch das Interesse hielt sich offenbar in Grenzen, denn nur die wenigsten Arbeiter konnten sich von dem am Stapel gezahlten Gedingelohn ein eigenes Anwesen leisten. Die >Bauplätze war zu klein, es fehlte an Platz für das überlebenswichtige "Kraut- und Rübengärtlein". Noch dazu war der felsig und unfruchtbar. Einen Viktualienmarkt gab es nur in Naumburg, der aber nur mit hohem Aufwand zu erreichen war. Während Wenzel ein Backhaus baute, war die Getränkeversorgung unzureichend. Eigentlich waren die Bewohner auf den Gasthof angewiesen, doch der hatte kein eigenes Brauhaus und musste sein Getränk aus dem Brauhaus der Schule beziehen. Doch für die geplante Ansiedlung der 32 Familien reichte die Kapazität nicht mehr aus. Daher beantragte Wenzel in Dresden die Errichtung eines Brauhauses und die Überlassung der Schankgerechtigkeit gegenüber den unter seiner Gerichtsbarkeit stehenden Einwohner. Auch da hatte er Erfolg, wie aus der Anweisung an den Steuereinnehmer zu Schulpforta hervorgeht.

Friedrich August, König und Churfürst“.

bester und Liebe Getreue, Uns hat der Floß-Meister Christoph Gottfried Wenzel allerunthertänigst zu erkennen gegeben, wie er zu Beförderung der Floß-Werckes es so weit gebracht, daß zu Kösen auf der Schul-Pfortta Grund und Boden 32 neue Häusern von unterschiedenen guten Leuthen und Arbeitern so sich von andern Orten dahin wenden wollten, zu erbauen angefangen worden, darbey gehorsamst bittend, allergnädigst ihm zu verstatten, daß er die Arbeiter an Bier und Kofend (Malzkaffee) zu versorgen, ein Malz und Brau-Hauß auf seine Kosten dahin erbauen möge; Wobey auch unser Trancksteuer-Revisor Kühner, daß solches Unsern Steuer Interesse verträgl. seinen aller-unterthänigsten Bericht zu gleich mit erstattet hat;

Wann Wir dann seinen Suchen hiermit in Gnaden statt gegeben; Als ist Unser Begehren, ihr wollet ihm auf bedingtermaßen ein neu Malz- und Brau-Hauß zu ermeldten Kösen aufzubauen, nachlaßen, das darinnen gebrauene und ausgeschrotene Bier aber ihn gleichfalls iedes mahl richtig versteuern laßen und die Steuern davon behörig vereinnehmen.

Datum Dreßden, am 16. May 1708

Das Brauhaus kam auf den Bauplatz Nr. 3 am Einfall der kleinen Saale zwischen der „Großen Weyde und dem Hange“. 1709 stellte eine Kommission des Schulamtes fest, dass etliche Stätten bereits bebaut und weitere in Bau befindlich seien. Auch die Pacht würde fristgemäß gezahlt. Wenzels Wunsch nach weiteren Bauplätzen wurde allerdings abschlägig beschieden. Ein wüster Platz am Fuß des Nikolausberges an der alten Heerstraße wurde aber schon für eine spätere Bebauung gefasst. Die Wenzel erteilt Brau- und Schankgerechtigkeit waren dem Gasthofpächter natürlich ein Dorn im Auge. Dazu kam der verbotene Ausschank an Fremde, ein lukratives Geschäft, dass aber dem Gasthof in seinem Erwerb beeinträchtigte. Der Pächter machte sein "jure prohibendi" geltend und geriet mit dem Floßmeister aneinander. Um allen Befindlichkeiten aus dem Weg zu gehen, beantragte nun Wenzel selbst den Kauf bzw. die Erbpacht des Gasthofes. Das geschah im Jahr 1710 als kurz vor dem Ende der Zeitpacht der Gasthof bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Anderweite Erklärung wegen käufflicher Übernehmung des Gasthoffs zu Kösen in einen Erbpacht.

1.) Nachdem es mit diesen Gasthoffe welcher unlängst durch eine unvermuthete Feuers-Brunst in die Asche gelegt worden, leider in einen ganz andern Standt gerathen und also die vormahligen allerunterthänigsten Vorschläge zu Theil geändert worden müßen; Als erbiethet sich Endes unterschriebener , damit, das Gastwesen einigermaßen fortgeführet und die Reisenden und Fuhrleuthe nicht verwehret werden, seine zeitherige Wohnung alhier zu Kösen zu solchen Behuff herzugeben, und bey dieser genugsame Stallung auf eigen Kosten zu erbauen, also daß in Zukunfft an dieser beßer als vorig gelegenen Orthe der Gasthoff beständig bleiben kann.

2.) Und weile die Schul-Pfortta den abgebrannten Gasthoff ohne dem wiederumb erbauen und darauf nebst denen Schüttböden und absonderlichen Schmiedehause über 3000 Gulden Bau-Kosten wenden müßte, als will Endes unterschriebene solchen Bau auf sich nehmen, und diesen Orth in vorigen Standt setzen, dargegen er aufs allergenauseste 2500 Gulden nebst den benöthigten Fröhnern, welche die Schule ohnedem umbsonst hatt, verlanget

3.) Da fern nun dieser Erbpacht und Vorschlag beliebet und künfftige Michaelis Meße gel. Gott, die überhaupt gesetzten 2500 Gulden zu Erbauung der abgebranden Städte und benöthigenden Stallungen auch Schütt-Böden und Schmiede-Hause ausgezahlt werden, so will Endes unterschriebener gleich künfftige Michaelis, da ohnedem zeitherigen Pacht zu Ende, den Anfang machen 200 Gulden Erb-Pacht Geld jährlich zu entrichten, auch die zeitherigen der Schulen 10 Pferde in Huffschlag zu halten, dargegen die Schul-Pfortta ihre völlige Schmiede-Arbeith wie zeithero bey dem Schmied zu Kösen verferttigen läßt.

4.) Und weile demnach die Schule einen beständigen Erbzinß an jährlich 200 Gulden bekähme, da sie vormahls nur 80, 100 auch 150 Gulden bekommen, und da die Wirthe etwas mehr gewilligt selbige doch hernach ziemblichen Erlaß prätendiret auch zum Theil erhalten; Alß wird dagegen wie zeithero, das jus prohibendi zwischen Kösen und Naumburg sowohl wegen Anlegung neuer Gasthöffe auch Abschaffung der Winckel-Schencken in Saal- und Fischhause, auch das Ausspannen und Herbergen in Altenburg, nach vorigen Pacht-Brieffe sich ausdrücklich vorbehalten.

5.) Und wann der Beyweg über Fränckenau durch die Saale vormahligen Verboths ungeachtet nicht abgeschaffet und die völlige Straße wie vor alters den Straßen-Mandat gemäß durch Kösen nicht gebracht werden könnte, so bedingt sich Endes unterschriebener eine Schencke an solchen Neben-Weg hinter dem Forwercke Fränckenau zu erbauen, darvor er der Schulen-Pfortta gegen Einräumung des darzu benöthigten Platzes jährl. 20 Gulden Erbzinß entrichten will.

(Dieser Absatz ist für sich schon von Interesse. Der „Fränckenauer Beyweg“ ist der Abzweig von der Via Regia über den heutigen Göttersitz zur Saalefurt bei Almrich. Dieser Weg nahmen Fuhrleuten, die nach Naumburg wollten trotz Verbots und dem „Straßen-Mandat“ der Kösener Brücke. Damit gingen dem Schulengasthof Einnahmen für Beherbergung, Bewirtung und Vorspann verloren, weshalb Wenzel hinter Fränkenau selbst einen Ausschank einrichten wollte)

6.)sollte Gottfried Krügern zu Altenburg wie er angesuchet das Gastungs-Recht überlaßen werden, so könnte er solches unter 100 Gulden jährl. Erbzinß nicht erhalten, indem dadurch der Gasthoff zu Kösen wo nicht gänzlich doch die Hälffte in Abfall der Nahrung geriethe, auf welchen unverhofften Fall ietzt bemeldte 100 Gulden an denen jährl. 200 Gulden dem Gasthoff zu Kösen abzuschreiben wären.

7.) Und wie nun endes benannter auf vorhergesetze Vorschläge alle Bau- und künfftige Reparatur-Kosten an den questionirten Gasthoffe über sich nimmt und die Schul-Pfortta dadurch ein großes erspahret, künfftighin auf den Erb-Pacht zu 4 Terminen nach Verfließung Ostern, Peter-Pauli, Michaelis und Neu-Jahres-Meße richtig abführen läßet, und zu solchen ende den Wirt und Schmied zu Kösen wegen Abtragung solcher Schuldigkeit an die Pfortta weiset um damit, wann sie die gefälligen Pacht-Gelder und die Huffschlag nicht verrichten selbige mit gebührenden Zwangs-Mitteln angehalten werden können, also werden alhier die Casus fortundi alß: Kriegs-Unruhe, feindtliche Einbrüche und Durchzüge, sowohl Pest-Zeiten da der Paß zu Kösen gesperret und verschloßen wird, ingleichen Feuers-Brunst, so nicht durch des Wirths und der seinigen Verwahrlosung geschiehet , ausdrücklich alhier ausgenommen, auf welche unverhofften Fälle (so Gott alle in Gnaden verhüten wolle) bey Kriegs- und Pest-Zeiten solange als solche wehren möchten, kein Pacht-Geld entrichtet werden könnte , und wann der Gasthoff durch Feinde oder andre böse Leuthe angestecket würde, geschehe zwar die Aufbauung durch Endes unterschriebenen, seinen Erben und nachkommen, es wäre aber die Schul-Pfortta hierbey gehalten die hierzu benöthigten sämbtlichen Bau-Materialien ohne Entgeldt nebst den gewöhnlichen Fröhnern bey zutragen und hierüber drey Jahre Pacht-Geldt nachzulaßen.

Wann aber der Gasthoff durch den Wirth oder der seinigen in die Asche gelegt würde, so müßte zwar Erb-Pachter darvor stehen uns sich an dem Wirth hinwieder erholen, es würde aber die Schul-Pfortta dieserwegen selbst ein Mitleiden haben, und über vorher gesetzte drey Frey-Jahre da kein Pacht-Geld entrichtet würde, entweder an Bau-Materialien oder am Pacht-Gelde, noch einen Erlaß und Beytrag thun, und die Fröhner iederzeit gleich wie bey allen nöthigen Reparaturen darzu hergeben.

8.) So würde auch nöthig seyn die wenigen Erb-Gerichte über diesen Gasthoff mit zu überlaßen, indem dadurch viel Muthwillen verhütet und die Floßarbeither, wenn sie ins Luder gerathen wollen, zu ihrer Schuldigkeit desto beßer angehalten, die Thäter und Verbrecher auch, weile die Schule weit entlegen, in Zeiten ergriffen uns ausgeliefert werden könnten, weile auch

9.) Dieser Gasthoff nicht das geringste an Ackerbau hat, und dahero an Geströde (Stroh, Getreide) großen Mangel leidet, ohne welches doch ein Gasthoff nicht bestehen und dergleichen von andern Orthen und hiesiger Gegend nicht erlangen kann; Alß erfordert die höchste Nothdurfft, daß von der Schul-Pfortta einige Scheffel ganz steinicht Feldt, welche zu Kösen über der Saale gelegen und wegen der durchgehenden Straße und wilden Waßer-Fluthen sehr schadthafft liegen, zum Gasthoff geschlagen werden möchten, dargegen man erböthig hiervor einen absonderlichen iedoch billichen Erbzinß zu entrichten.

10.) Erklähret sich auch Endes unterschriebener das vor diesen Gasthoff benöthigte Bier umb den Preiß was es auf den benachbarten Dorffschafften iedesmahl gelten möchte, abzunehmen, iedoch daß solches allezeit trinkbar und Kauffmanns-Guth sey, widrigenfalls dieser Gasthoff des Bieres wie zeithero, anderwerts zu erholen, hiernechst aber auch etwas Naumburgisch Bier , vor die Reisenden mit einzulegen, befugt seyn solle.

Signatum Kösen, den 13. Juny Anno 1710

Christoff Gottfried Wentzell, Mstr.

Doch Wenzels Bedingungen gingen dem Kammerkollegium dann doch zu weit, wie nachfolgendes Schreiben zeigt.

(Pforta) den 10. Octob. 1710

Es haben zwar Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. auf des Floßmeisters Christopgh Gottfried Wenzels Erbiethen zum Erbpacht des abgebrandten Gasthoffs zu Kösen mit Zurückgebung der Acten, …, allergnädigts resoribiret, daß sie solchen statt zugeben Bedencken trügen und Impetranten damit abgewiesen haben wollen, also darneben an uns allergnädigst befohlen, daß wir gedachten Floßmeister deßen Bescheiden und mit Wieder Aufbauung des Gasthoffs, wie angefangen fortfahren sollten. Welchen allergnädigsten Rescripto wir auf allerunterthänigste nachgekommen sind, Impetranten den Floßmeister deßen beschieden, und die Aufbauung des gasthoffs, so daß das Gebäude nun in Kurzem wird gerichtet werden können, besonders auch den Zimmer- und Mauer-Leuthen fast die Helffte bezahlet haben, wenn aber besagter Floßmeister mit endlich seiner Erklährung und Vorschlägen, die wir in Orginali hierbey mit übergeben, eingekommen und hierbey mit übergeben, eingekommen, und dabey instantissime gebothen hat, daß wir solche vermittelst eines nochmahlig allerunthertänigsten Berichts einsenden möchten, so haben wir uns deßen, vormehlich da uns diese Vorschläge plausibel angeschienen und insonderheit das verlangte Feldt, woraus 13 Scheffel Dreßdenisch Maaß ausgesäet werden können, eingezogener Erkundigung nach, noch wohl von der Schule entrathen und hingegen das übrige Feldt desto beßer mit der Düngung versorget werden könnte, nicxht wohl entschlagen können. Vorstellen iedoch lediglich zu Ew. Königl. Mayest. allergnädigtsen gutbefinden, ob und wie wir mit offt mentionirten Floßmeister über besagten Gasthoffund anderer desideriate Stücke, einen Erbpacht schließen, und denselben zu Ew. Königl. allergnädigsten Confirmation einsenden sollen.

Wenn es auch den Schulbeamten lieber gewesen wäre, dass Wenzel den Wiederaufbau aus eigener Tasche finanziert hätte, so fügten sie sich und schlugen vor mit dem Floßmeister einen Pachtvertrag abzuschließen. Dem schloss sich dann auch das Kammerkollegium an.

Von Gottes Gnaden, Friedrich August, König in Pohlen, Herzog zu Sachsen, Jülich, Cleve, Berg, auch Engern und Westphalen, Churfürst-

Bester Rath, liebe Getreue.

Uns ist zwar erinnerlich, was Wir, auff neuern, wegen der vom Floß_Meister Wenzeln gesuchten Vererbung des Gasthoffes zu Kösen, erstatteten allerunterthänigsten Bericht, am 12. December vorigen Jahres an euch gnädigst rescribiret. Wann aber gedachter Floßmeister Wenzel anderweit eingekommen, und nunmehro sothane Vererbung in einen Pacht umzuwandeln allergehorsamst gebethen, inmaßen aus dem Inschluße zu ersehen, Wir auch darauff gnädigst resolviret, daß wenn der Gasthoff nach dem bereits darüber geferttigten Anschlage, von der Schule völlig aufgebauet seyn wird, derselbe sodann Wenzeln auf Zehn Jahr gegen 300 Gulden jährlichen Pachtgeldes und Bestellung genüglicher Caution, über laßen werden soll. Alß ist hiermit Unser gnädigstes Begehren, befehlend, ihr wollet von dieser Unsere Resolution mehr erwehnten Wenzeln Eröffnung thun und wenn er sich zu dem Pachts-Quanto der jährlichen 300 Gulden verstehet, auch der Schulen annehmliche und genugsame Caution machen wird, den Pacht darüber auff 10 Jahre mit ihm schließen und solchen zu Unserer Erseh- und Genehmhaltung anhero einsenden. Woran Unser Wille und Meinung geschiehet.

Datum, Dresden, am 21. February Ao. 1711

Nachdem Wenzel über den Sachverhalt informiert wurde, beeilte der sich, sein Einverständnis zu erklären.

Dresden, am 16 Marty 1711

Hochwohlgeborener Herr, auch Wohledler, resp. Hochgeneigtester Herr Geheimer Rat, und Hochgeehrter Herr Schulverwalter pp

Weile nunmehro die vormahls gesuchte Vererbung des Gasthoffs zu Kösen sambt Erbauung einer Beyschencke zu Fränckel und etlicher Stücke Feld über der Saale gelegen auf 10 Jahr in einen Pacht von 300 Gulden alljährliches Pachtgeld allergnädigst resolvieret. und darneben in hohen Gnaden rescribiret worden, daß wann ich mich zu solchen Pacht-Quanto verstehen, auch der Schulen annehmliche und genugsame Caution stellen würde, der Pacht darüber geschloßen und zur Allergnädigsten ratification eingesendet werden soll.

Wann ich dann mit Gott entschloßen der Schulen zum besten, obgleich der Gasthoff noch nicht ausgebauet, den Pacht mit ietzt bevorstehenden Ostern anzutreten und das Pachtgeld der jährlichen 300 Gulden auf nachfolgende Termine iedesmahl zu entrichten. Nehmlich 75 Gulden nach Verfluß der Naumburg. Petri Paul Meße, 75 Gulden nach Verfluß der Leipz. Mich. Meße, 75 Gulden nach Verfluß der Leipz. Neujahrs Meße und 75 Gulden nach Verfluß der Leipz. Ostermeße und diese 10 jahre über also richtig zu continiren. Hierüber auch auf 2000 Thaler anliegenden Grundstücken caution zu bestellen.

Alß ergehet an die allergnädigst verordnete Comission mein ganz gehorsambst und dienstliches Ersuchen, Sie geruhen dieses mein Erbiethen hochgeneigt und großgütig anzunehmen, den Pacht-Brieff sobald möglich nach meinen vormahligen Vorschlägen mit mir zu schließen, und zur völliger Aus- und Anbauung unschwer und baldmöglichst Anstalt zu machen. Vorbey ich dem mit weniger erinnern sollen, daß wegen ermangelnden und genugsamen Bequemlichkeit der Stall beym Gasthoffe vollends übersetzet und darzu das noch vorhandene Holz angewendet werden möge, welches die Schule umb soviel mehr über 100 Gulden nicht kosten kann, weile ich dargegen zwischen hier und Michaelis (binnen welche Zeit der Gasthoff doch nicht völlig ausgebauet wird) 150 Gulden Pachtgeld entrichte, welches sonsdt die Schule vor Aufbauung desselben nicht bekähme.

Dannanhero mein hochgeneigtester Herr Geheimer Rath und mein Großgünstiger Herr Schulverwalter hoch- und vielgeneigt geruhen wollen, bey Einsendung des Pacht-Briffs solches unschwer mit zustellen. Inzwischen aber damit ich den pacht zu der Schulen-Interesse mit ietzt künfftigen Ostern antreten möge, einen Pacht-Schein unschwer ausferttigen, der ich übrigens stets verbleibe

Meines resp. hochgeneigtesten Herrn Geheimen Raths und Hochgeehrten Herrn Schulverwalthers gantz gehorsamts und dienstergebenster Diener

Christoff Gottfried Wenzell

Wenzel war nach der Anpachtung des Gasthofs der mächtigste Mann in Alt- und Neu-Kösen, was er natürlich auch für eigene Unternehmungen ausnutzte und nun mit den Schulbeamten aneinander geriet. Zunächst ging es nur um einen Schuppen neben dem Floßamt, für dessen Errichtung er offensichtlich keine Genehmigung eingeholt hatte. Die Angelegenheit wurde dann sogar der Kammer zu Dresden vorgetragen, die daraufhin anordnete:

An den Amt-Mann zu Pforta, Christian August Ketten

Von Gottes Gnaden Friedrich August König und Churfürst,

Lieber getreuer, Was du wegen der von dem Floß-Meister Wentzeln gesuchten Überlaßung des Floß-Haußes zu Kösen, und daß er vor sich einen neuen Stall gebauet auch ratione seiner aufgeführten Häußerlein demAamte täglich in seiner Jurisdiction Eingriffe thue, und dich gar vor dem Ober-Hoff-Gerichte zu Leipzig in Anspruch genommen, auch in einen Proceß zu verwickeln suche, das alles ist Uns aus deinem deshalb allerunterthänigsten erstatteten Berichten von 5 .Marty und 6. August a.c. in mehrern verlesen worden. Weile wir nun in dieser sache eine Commission, die alle gründlich untersuchen solle Allergnädigst angeordnet, als ist hiwermit Unser Befehl, du wollest dich darnach allergehorsamst, also achten und dich vor dem Ober-Hoff-Gerichte in dieser Sache nicht stellen, sondern dahin deinen Bericht, daß dir es aus Unsern Cammer-Collegio untersagt worden, mit Beylegung der Abschrifft dieses Befehls, und des Commissorialis, welches hierbey abschrifftlich beygeleget, gebührend erstatten. Wollten Wir die es nicht verhalten und an dem geschiehet Unser Wille und meynung.

Dat. Dreßden, am 1. September 1712

Außerdem erging noch am gleichen Tag ein Befehl an den Bergrat Plötz und den Oberamtmann zu Thüringen Meurer „offtgemeldten Wentzeln bey fünffzig Gulden Straffe auferlegen, daß er biß zu Austrag der Sache in Ruhe stehen und nicht darinne innoviren solle“. Außerdem sollten beide sich vor Ort begeben, um die "vermeintlichen Eingriffe" des Floßmeisters in die Amtsgerichtsbarkeit zu untersuchen. Die Kommissare beantragten daraufhin einen Reisekostenvorschuss. Der wurde abgelehnt und so kam es nicht dazu. Wenige Monate später, am 17. August 1712 vereinbarte August der Starke mit dem Herzog Wilhelm-Ernst von Sachsen-Weimar die wiederkäufliche Überlassung des Schulamtes Pforta von Michaelis 1713 ab auf 12 Jahre. August erhielt dafür eine ansehnliche Summe baren Geldes, deren Verzinsung erfolgte aus den Amtseinnahmen. Durch den Wiederkaufvertrag wechselten die Amtsuntertanen unter die herzoglich-weimarische Gerichtsbarkeit, ausgenommen die Floßbeamten und die den Wenzelschen Gerichten zugehörenden Einwohner Neu-Kösens. Die blieben kursächsische Untertanen, weil sich August der Starke die Floßregale vorbehielt. Daneben verblieben auch die Bergregale bei Kursachsen. Darunter fielen auch Solequellen, unabhängig ob erschlossen oder nicht. Daher brauchte August dem Starke keine Rücksicht auf die herzoglichen Belange nehmen, als er am 26. März 1714 einen Vertrag mit der „Cösener Societät“ abschloss. Diese versprach, auf der Unstrut und der Saale die Flöße zu verbessern, in Kösen und in Artern Solevorkommen zu erschließen und weitere, dem Fiskus nützliche Einnahmequellen und Betriebe einzurichten. Allein in Kösen wollte man 100 Häuser bauen, für die Sozietät, ähnlich wie bereits Wenzel, die Gerichtsbarkeit erhielt. Darüber hinaus wurde hier die Einrichtung eines Marktes genehmigt und der Einwohnerschaft auf mehrere Jahre Steuern, Einquartierungen und sonstigen Lasten erlassen. Dagegen protestierte der Naumburger Rat vergeblich beim Administrator des Stiftes, dem Herzog Moritz-Wilhelm zu Zeitz. Die "Sozietät" an deren Spitze der Floßmeister Wenzel stand, versprach außerdem 50.000 Gulden für die Erteilung dieser Privilegien in die kurfürstliche Schatulle einzuzahlen.

Doch bereits zwei Jahre später platzte das Unternehmen und die Gesellschafter bis auf den Floßmeister suchten das Weite. Wenzel ahnte wohl, dass mit dem Zusammenbruch der Sozietät sein eigenes Imperium ins Wanken geraten könnte. Zudem hatte er erhebliche Mittel in die Unternehmen der Sozietät investiert und sich wohl auch einige Mittel geliehen. Um seinen Status zu retten, wandte er sich direkt an August den Starken. Er reiste nach Dresden, da er aber nicht vorgelassen wurde, reichte er sein Anliegen schriftlich ein.

An Ihro Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen pp.

Ew. Königl. Mayest. werden annoch in allergnäd. Andenken führen. welchergestalt Dieselbe bereits unterm 5. Febr. 1706 die Vererbung des gantz baufälligen Floßhauses und benöthigten Raums zur Erbauung einer großen Anzahl Häuser vor die Floß-Arbeiter in hohen Gnaden bewilliget; worauf auch die An- und Einweisung auf 32 Bau-Stätten den 24ten April 1706 erfolget, ein Vererbungs-Brieff darüber entworfen und zu Ew. Königl. Mayest. allergnäd. Genehmhaltung eingesendet worden.

Wann dann inzwischen Ew. Königl. Mayest. vermöge des mit der Societät allergnäd. errichteten Privilegii und resp. Contracts dd. Dreßden den 26ten Marty 1714 obige Vererbung nochmahls in hohen Gnaden confirmiret und unter andern § 15 allergnäd. verordnet:

daß die von mir dem Floßmeister wegen derer Floß-Arbeiter u. anderer Kösener Einwohner bey der Pforta bereits veranstaltete Vererbung in Ew. Königl. Mayest. Hochlöbl. Cammer-Gemach alsofort ausgefertigt und zu Deroselben allergnäd. Ratification übersendet werden solle.

Hiernächst auch binnen der Zeit mit 19 Häusern der Anfang gemacht worden; und da nun 19 zu Beförderung der Saalen-Flöße und Ew. Königl. Mayest. Hohem Interesse insonderheit da solche Flöße in Zukunft alle Jahr gehen soll, unentbehrlich sind.

Alß geruhen Ew. Königl. Mayest. mir die zu solchen Behuff die nöthigte Vererbung, nach dem Inhalt, wie solche bereits vor 10 Jahren von der diesfalls allergnäd. Commission pflichtmäßig entworffen und allerunterthän. eingesendet worden, in hohen Gnaden ausfertigen zu lassen.

Dafür ich nicht alleine die darinnen enthaltene Onera gehörigen Orths jedesmahl entrichten, sondern auch vor solche allerhöchste Gnade als sonst verharren werde.

Dreßden den 26 ten Marty 1716

Wentzell

Doch dann geschah etwas Unerwartetes. Am 03. Juli 1717 erschien eine kurfürstliche Kommission an der Spitze Gottlieb August Kette, der bis zum Abschluss des Wiederkaufvertrages Schulenamtmann war. Seine Vollmachten berechtigten ihn, sämtliche im Floßamt befindliche Unterlagen zu beschlagnahmen,  das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen des Floßmeisters zu inventarisieren und den Floßmeister mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zu suspendieren.

Nach dieser Inventur ist von der Commission der Hr. Floßschreiber George Hartig in das Floß-Hauß alhier vorbeschieden und nachdem selbiger in Persohn erschienen, ihm, was allhier vorgegangen, und, daß bis an weitere Verordnung nunmehr der Hr. Floßmeister Wenzel von dieser seiner bisherigen Bedienung suspendiret seyn, die Interims-Administration aber ihm aufgetragen werden solle, hinterbracht, anbey von dem Hr. Revisions-Secretario Köhlern ein allergnäd. Befehl originaliter ihm deshalber überliefert worden, welchen er sogleich eröffnet, und nach beschehener Durchlesung der Commission die Versicherung gegeben, daß er selbigen in allen behörig nachkommen würde, und weile der allergnäd. Commissions Befehl erfordert, daß die Floß-Bedienten in ihn inzwischen gewiesen werden sollten, so seynd selbige ebenfalls vorgefordert, ihnen daß Sr. Kgl. M. u. Ch. Dl. aus gewißen Ursachen dem Hr. Floßmesiter Wenzeln suspendiret und die Interims-Administration dem Hr. Floß-Schreiber Hartig aufgetragen hätten, hinterbracht, auch zugleich an selbigen verwiesen worden, welche dann den Handschlag an ihn erteilet und zwar seynd zugegen gewesen:

Herr Johann Schröter, Floß-Gegenschreiber, Christoph Kleine, Hans Judersleben, der Rottmeister, die Einschläger Georg Koch, Christian Füllsack, Jacob Kette, Christian Frühhaus, Hans Koch, Hans Ulrich, Jacob Judersleben, Hans Glocke, Michael Albrecht, Christoph Schröter, Floßrechenwärter, Jacob Riemenschneider, Floßbothe.

Wie denn auch die Herren Commissarii Notification daran an den Hr. Floßverwalter Langen zu Halle, Hr. Holz-Verwalter Dennhardten zu Weißenfels und den Holz-Aufseher Steffen zu Merseburg wiederfahren laßen…..Womit sich die Expedition abermahlen geendigt, und dieses alles nachrichtlich anhero reguliret worden. Acten bey Anwesenheit derer Herren Commissarii, ut supra.

Gottlieb August Kette.

Das Inventarium zeigt, dass Wenzel ein sehr wohlhabend war. Alleine den Wert seiner Häuser und Äcker schätze er selbst auf über 34.000 Gulden. dazu gehörten das Floßamt, ein Weinberg an der Windlücke mit Steinbruch, Kalkofen, Keller und Winzerhaus, ein neuer Weinberg am Nikolausberg, das Backhaus (An der Brücke 2), das Brau und Malzhaus (Lorleypromenade 3,3a), mehrere Acker am Jochenberg, eine Obst und Hopfenanpflanzung mit vier Teichen (Borlachstraße 42/43), sowie zwölf Fronhäuser im Dorf Neu-Kösen im Gesamtwert von 6.900 Gulden. In Naumburg gehörte ihm die „Alte Münze“ (Neustraße) mit einem Brauhaus, die „Spiegel- Scheune“ vor dem Hospital-Tor unterhalb der Dom-Probstei und mehrere Äcker, die er von Naumburger Bürgern erworben hatte.

Sein größter Besitz war jedoch das Rittergut Lausnitz, bei Neustadt/Orla, wofür er dem verschuldeten Kammerjunker von Stein 16.000 Gulden gezahlt hatte. Dazu hatte er 4000 Gulden zur Erneuerung des Anwesens samt Kalkofen, Ziegelscheune, Mühle und Teichanlagen investiert und für 1200 Gulden vom Herzog von Sachen-Zeitz das Rittergut zum Erblehen bekommen. Beteiligt war Wenzel außerdem an einem Blaufarbenwerk in Saalfeld, zu dem 4 Färbermühlen und eine Mahlmühle mit sechs Gängen, die den Mahlzwang in der Stadt hatte., gehörten

Nach der Sulzaer Chronik des Pfarrers Eisenach hatte Wenzel im Jahr 1717 zusammen mit dem Floßschreiber Hartig und dem Amtmann Reiher von Roßla die herzoglich-altenburgische Saline in Sulza gepachtet.

Zum beweglichen Habe gehörten silberner und zinnener Hausrat, 3 Kutschen, 1 Post-Kalesche, 2 Leiterwagen mit vollzähligen Geschirr, 4 Zugpferde, 5 Kühe und zwei Schweine. In den Kellern von Kösen und Naumburg lagerten 93 Eimer Landwein.

Außerdem war der Floßmeister ein recht belesener Mann, wie der umfangreiche Bücherbestand zeigt. Neben naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Folianten, waren es Bücher über Kochkunst, über Garten- und Ackerbau sowie über Arzneien und Heilkräuter. Neben Luthers Katechismus, dem Jenaischen Teil seiner Schriften sowie seiner Osterpredigt und einiger weiterer christlicher Werke stand auch August Hermann Franckes „Nachrichten von dem Waisen-Haus zu Halle“

Die „gewißen Ursachen“ die zur Suspendierung Wenzels führten, waren wohl Ungereimtheiten bei der Abrechnung der Brennholzflöße, die der Rentkammer aufgefallen waren. Sein Nachfolger wurde angewiesen, die Jahresabrechnung 1717 aufzustellen und alle etwaigen Überhänge und Fehlbeträge der letzten Jahre gewissenhaft aufzuführen. Während der Prüfung blieb Wenzel suspendiert und widmete sich seinen übrigen Unternehmungen, insbesondere der Gerichtsbarkeit und der Besiedlung in Neu-Kösen. Verschiedene Maßnahmen, gingen den Schulbeamten gegen den Strich und sie beschwerten sich beim Herzog.

Der nahm die Klagen zum Anlass, um bei August den Starken zu intervenieren.

(Weimar) d. dato den 20. July 1719

Bey Ew. Königl. Majest. haben Wir durch Unsere zu denen Pfortaischen Angelegenheiten verordnete Räthe schon öffters über Dero Floßmeister Wenzeln zu Kösen Beschwerde führen, und deßen von Zeit zu Zeit unternommener Eingriffe in die Pfortaische Amts-Gerechtsame denunciando anbringen lassen müßen.- Nun haben Wir immer der Hoffnung gelebet, es würden nunmehro, da die sogenannte Societät zergangen, die sonst mit ermeldten Floßmeister auf Dero Privilegia größtentheils gebauete Attentata entweder abgestellet werden, oder doch, wie es bishero geschienen von selbst cesiren, müßen aber dargegen leider erfahren, daß mehr besagter Floßmeister in seinem Unternehmen zu continuiren und auf die vorigen Wege zu verfallen gedencket, indem er nicht nur in abgewichenen Monath durch seine anmaßliche Gerichte zu Neu-Kösen, unter dem praetext, als wäre er von dem Steuer-Commissarius Heßen requiriret worden, einen Floß-Arbeiter und zwar keines Floß-Verbrechens halber, in den Amts-Gasthofe zu Kösen arretiren, und ehe man es im Amte erfahren, de facto wegholen, sondern auch abermahl vom unstreitigen Ambts-Grund und Boden zu merklicher Schmälerung der Trifften über die 3 Acker verzäunen zu laßen, hiernechst einen ordentlichen Gasthoff in Neu-Kösen wozu das Holz schon geleget seyn soll, anzubauen im Begriff ist, und alle dergleichen Neuerungen, wenn er darüber besprochen wird, mit dem von Ew. Königl. Majest. ihm oder der Societät ertheilten Privilegii zu entschuldigen und justificiren sucht.

Nachdem aber dergleichen Dinge dem Amte Pforta zu unbeschreiblichen praejudiz gereichen und gleichwohl darwider hiesigerseits, ehe und bevor Ew. Königl. Majest, ob und wie weit Sie solche Wenzelische gerühmte Privilegia etwa noch statt finden laßen wollen oder nicht? sich zu declariren geruhen mit Bestande nichts weiter gethan werden kann, als daß den Unsrigen Bericht erstattet wird. Worauf iedoch, ungeachtet es vorhin vielfältig geschehen, bis dato keine endliche Resolution erfolget; Alß haben Wir bey spo gestalten Umbständen der Nothdurfft erachtet, Ew. Königl. Majest. die obigen neuen Wenzelschen Anmaßungen selbst zu erkennen zu geben und dieselbe , wie hiermit beschiehet, freund- ,dienst- und angelegentlich zu ersuchen, Sie wollen Uns entweder wegen der angezogenen Privilegien fördersamst auf obmenionirterweise einige Declaration gütigst wiederfahren zu laßen, oder von selbst die gerechteste Verfügung zu thun geruhen, daß solchen Anmaßungen, die das Amt Pforta in äußersten Schaden und Ruin setzen, doch einst mit Nachdruck gesteuert, oder wenns wieder Vermuthen dabey bewenden sollte, von Uns künfftighin, wegen Schmälerung der Amts-Jurium, die Wir gerne soviel möglich conserviret wißen wollen, keine Verantworttung gefordert werde. maßen denn Ew. Königl. Majest. nach Dero hohen pene tration von selbst erleuchtet ermeßen werden, daß Wir, da Wir und die Unsrigen so vielfältig die Nothdurfft vorgestellet entschuldigt seyn werden, wenn bey längerer Continuation der bisherigen Eingriffe in die Amts-Jura mit der Zeit Causa Pia ein unwiederbringlicher Schaden daraus erwachsen möchte …

Die Beschwerde des Herzogs veranlasste das kurfürstliche Kammer-Gemach einen Beamten mit der näheren Untersuchung zu betrauen. Wenzel wurde vorgeladen und zur Sache befragt. Im Anschluss verfasste Wenzel eine schriftliche Stellungnahme.

Hochedler, Best- und Hochgelehrter, insonders Hochgeehrtester Herr Ammtmann, Hochgeneigter Gönner

Das Ihro Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachßen, pp. Unser allergnädigster Herr auff Veranlaßung Ihro des Herrn Herzogs zu Sachsen-Weymar Hochfürstl. Durchl. einige mir Schuld gegebene Eingriffe in die Pfortaische Ammts-Gerechtsame und der Schulen zuständigen Güter sowohl auch die zur diesfalsigen Entschuldigung iederzeit von mir vorgeschützet seyn sollenden Societäts-Privilegia betreffend von Ew. Hochedlen allergnädigts anbefohlen, habe aus der commissarischen intimation und derselben angeschloßenen Beylage gar wohl ersehen: Wie ich nun der commissionis an mich ergangenen Citation zu Folge mich in gestern präsigirten Termino gehorsamst sistiret und auf die Weymar. Anschuldigungen meine mündliche Beantworttung bereits kürzlich gethan, so habe hiernechst meine schrifftliche Gegen-Erinnerung zu mehren Erläuterung der Sache in nachstehenden dienstschuldigst zu überreichen ferner der Nothdurfft befunden.

Und zwar was anfänglich die Anschuldigungen überhaubt anbetrifft, so sind selbige von Weymarische Seite größlich genug allegiret, keineswegs aber im geringsten erwiesen, dann anhero und da auff meine eben dieser Puncte halber gegen ietzigen Hochfürstl. Weymar. Rath und Ammtmann zur Schulpforte Herr Dr. Mack, bereits unterm 11. July dieses Jahres gethane gründliche Remorstration ganz nicht reflectiret worden, billig in Zweiffel zu ziehen, auch aus folgender special Beantwortung deutlich abzunehmen seyn wird; Ob etwas mehres als ein allgemeines odium so die Königl. und Churfürstl. Bedienten von denen Hochfürstl. Weymar. die ganze Zeit her erfahren müßen, der wahre Grund aller dieser auch über mich geführten stetigen Querelen gewesen sey.  

Denn sonder Zweifel und Hochfürstl. Weymar Herrschafft die Sache weit gefährlicher als sie an sich selber ist, vorgebracht worden seyn, sonsten dieselbe wieder die bekannte Rechts-Regel „ qui jure suo utitur neminem laedit“ mir dasjenige , was ich ohne Dero Schaden, mit meinen Befugnissen gethan, mir nichts als schädliche Attentata und straffbare Eingriffe imputiret habe würde; denn

1.) Ist nicht abzusehen, was praejudizirliches und straffbares aus der vorgehabten und nicht einmahl würklich vollbrachten Wegnehmung eines Floßarbeiters aus dem Gasthoffe zu Kösen erzwungen werden will. Besonders da der Arrestandus dem Weymarischen eigenen Anführen nach, ein Floß-Arbeiter gewesen und Königl. Mayest sich in dem mit dem Hochfürstl. Hause Weymar der Schulpforte halber errichteten Wiederkauffs-Contract die Jurisdiction über alle Floß-Beamte und Arbeiter in Kösen, ausdrücklich reserviret haben und dieselben vom Anfange durch die Floß-Beamten und mich insonderheit exerziret werde, dann anhero man nichts widerrechtliches begangen hätte, wenn auch ein solcher Arbeiter, welcher mit Hindansetzung derer ihm anbefohlenen Verrichtungen dem Sauffen und Spielen nachgegangen, von denen Floß-Beamten oder auch auff ihren Befehl von denen Unter-Bedienten würcklich aus dem Gasthoffe weggeholet und zu seiner Arbeit angestrenget worden wäre. Zudem ist das Steuerausschreiben bekannt, vermöge deßen ein jedweder Richter, der drum ersucht wird, dem Steuer-Ausreiter, oder wer es sonst verlanget im Fall der Noth und wenn der in Noth verfallene sich opponiret, mit behöriger Folge an die Hand gehen soll, besonders wenn solcher, wie dieser ein Fremdling ist. Wer wollte also wohl statuiren, daß dergleichen vor einen Eingriff zu achten? und im Fall es dafür zu halten. Die Ungerechtigkeit der Procedur nicht dem dieses sich ausbittenden Steuer-Revisor Heßen als causa unice operanti und auff deßen Gefahr alles geschehen, beymeßen, indem die mit Vorzeigung Königl. Befehls und Anziehung seiner in Händen habenden Instruction erpreßte Folge von deßen Anordnung und Veranstaltungen, mit Ausschließung meiner, hätten demnach die Herren Weymar. Beamten diese That nicht verschweigen können, so wäre es ihnen ja ein leichtes gewesen, Herrn Heßen, der ihnen nicht unbekannt seyn wird, eben sowohl zur Rede zu setzen und auff Haut und Haar anzuklagen. Inzwischen aber bestehet doch nicht in der Wahrheit, daß ich der Anschuldigung gemäß den gemeldten Floß-Arbeiter in dem Ammts-Gasthoffe zu Kösen ehe man es im Ammte erfahren würcklich arretiren und wegholen laßen. Und da man dieses alles im Hochfürstl. Schulen-Amte zum wenigsten aus meiner letztgethanen Beantworttung mehr als zu wohl gewußt, wie kann man sich so fremde stellen und von ohnmaßgeblicher Jurisdiction und daheriger Zuziehung großer praejudicii soviel dicentes machen? Quo titulo ich die Untergerichtsbarkeit exercire ist Eingangs gemeldet und der Obergerichte wegen habe ich ja vermöge in Händen habender Quittungen vor solche auff jede verbaute Stätte 6 Groschen Zins alljährlich ans Amt zahlen müßen, welches auch die Herren Weymar. Beamten zeithero wohl einzufordern gewußt, und bona pace angenommen. Was hiernechst

2.) Die andere Beschuldigung anbelanget, als hätte ich vom Ammts Grund und Boden 3 Acker Feld zu mercklicher Schmälerung der Trifft verzäunen laßen, so verhält sich auch dieses ganz anders. Indem die von Ew. Hochedlen selbst mit allerunterthänigsten Berichte zu Hochlöbl. Cammer eingesendeten Vererbungs-Acta und darinnen befindliche allergnädigste Befehl auch Einweisungs-Registraturen mit mehren besagen, daß der quaestionirte Rand, welcher in Stein-Rücken, Dornen und alten hohlen Wegen bestanden, von mir aber mit großen Kosten gleichgemacht und in den mit auffgeworfenen Gräben und unten an dieselben von Weiden besetzter Reinung würcklich und augenscheinlich begriffen ist, zu Erbauung 32 Häußer vor die Floß-Arbeiter mir würcklich mit übergeben auch dann anhero bereits ao 1708 her verzäunet, vor weniger Zeit, als diese Zäunung nur eingegangen gewesen, von mir wiederum repariret worden. Kann also nicht stehen, wie die Pfortaischen Herren Beammten auff denjenigen Flecke der mir zur Baustädte mit assigniret worden, und den ich solange bis sich ein Auffbauer findet, als Garten gebrauche, eine Trifftgerechtigkeit praetendiren können, besonders, da des Orts- Anweisung bevor die Weymarischen das Ammt bekommen, geschehen, sie müßen denn bey Auffbauung der Städte das Trifftrecht auff dem Dache zu exerciren verlangen, maßen sie denn das utile scharff suchen und von jeder angebaueten Stelle die ganze Zeit ohne Verstattung einiger Freyjahr 6 Groschen Erbzinß und wie vorgedacht 6 Groschen vor die Gerichte alljährlich von mir abgefordert und laut vorhandener Quittungen iedesmahl richtig erhalten. Geschweige, daß durch die von mir angeschaffte Floß-Arbeiter nicht allein die Churfürstlichen Unterthanen, welche sonst schuldig sind in Ermangelung benöthigter Leute die Floß-Arbeit in Kösen zu verrichten, zeithero gänzlich übertragen und dadurch geschickter worden, ihre ohnedieß schwere Ammts-Frohnen der Schulpforta um soviel erträglicher zu leisten, sondern es haben auch Ihro Hochfürstl. Durchl. zu Sachßen-Weymar wegen Dero Antheile an der Commun-Flöße noch diesen Vortheil, daß bemelte Floßarbeiter die Claffter Holz iederzeit vor 1 Groschen aus dem Waßer bringen, hingegen sonst und in vorigen Zeiten von der Claffter 2 bis 3 Groschen entrichtet werden müßten: Da um solchergestalt sowohl ratione derer alljährlich von ieder angebaueten Stelle a 12 Groschen abgetragen Erbzinßen ( indem sonsten diese wüste gelegenen Flecke und dürre Hügel des Jahres nicht einmahl auf 12 Heller hätten gebracht werden können) der Schul Pforta ja ein würcklicher Vorteil erwachsen, so kann man hieraus klährlich ersehen, daß nicht sowohl das gerühmte Interesse der pia causa als viel mehr ein mißgönnstiger Affect derer Weymarischen Herren Beammten causa principatis aller dieser über mich geführten Beschwerden gewesen sey. Wie denn auch

3.) daß ich hier in Kösen hätte einen Gasthoff bauen wollen, mir nimmermehr in Sinn gekommen, wohl aber bin vermöge beyliegender aus der Hochlöbl. Obersteuer-Einnahme ergangenen allergnädigtsen Befehls berechtigt , die Floßarbeiter mit nothdürfftigen Bier und Kofend ( Malzkaffee) zu versehen und die Schenke entweder an einen Einwohner wie zeithero gewöhnlich gewesen und niemahls inhibiret worden, zu überlaßen oder ein absonderliches Schenkhauß, wovor jährlich 50 Gulden zur Creyß-Steuer-Einnahme geliefert werden muß, zu erbauen, wie sich denn auch in Zukunfft die Schenke vor einen Fleischhauer, welcher gleichergestalt 50 Gulden Fleischsteuer zur Hochlöbl. Cammer zu entrichten hat, am besten schicken wird. Weile nun hierunter Ihro Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachßen allergnädigstes Interessse gar merklich versirte, die Vererbung auch vor den Pfortaischen Wiederkauff geraume Zeit vorher geschehen, infolglich sie an denjenigen, was vor ihrer Zeit veräußert worden, gar kein jure exigendi haben.

Alß wird dem Weymarischen Anführen so schlechterdings kein Glaube beyzumessen sondern Herren Gegner vielmehr mit ihrem in jure et facto überfundirten Ansinnen refusis expensis theils abzuweisen theils aber ich und die Floß-Arbeiter iedes bey seinen jure quasito fernerhin kräfftigst zu schützen seyn, maßen ich darum angesuchet und über alles dieses und was sonsten noch zu meiner Entschuldigung hätte angeführt werden können und sollen nobilissimum Domini Judicis officium decentissime importiret haben will.

Was im übrigen die Aushändigung des von Ihro Königl. Mayest. der Societät ertheilten allergnädigsten Privilegii und respective Contracts anbelangt, so ist Ew. Hochedlen bereits genüglich bekannt, daß solches bey neulicher Inventiren und Durchsehung meiner sämmtlichen Briefschaften bey mir nichts zu finden gewesen, sondern ich habe nur eine Abschrifft von Ihro des Herrn Statthalters Hochfürstl Durchl. anfänglich erhalten. So gehet auch dieses Privilegium und resp. Contract, so den 26. Marty 1714 von höchstermeldter Ihro Königl. Mayest. eigenhändig unterschrieben, der Societät, deroselben Consorten und Mittels-Personen allergnädigst ausgehändiget worden, der allhiesigen Special-Vererbung über 32 Häußer mit der Unter-Gerichtsbarkeit insoweit nichts an, weile die Vererbung dieser Plätze schon lange vorher und ehe noch der Pfortaische Wiederkauff errichtet worden, geschehen.

Indem mit angezogenen der Societät ausgehändigten Privilegio und resp. Contract aber noch zu 100 Häußern die benöthigten Plätze allergnädigst bewilliget worden, welche ich aber zu bauen mich im geringsten nicht anmaßen, sondern nur bey denen ehemals allergnädigst concedirten und angewiesenen 32 Häußern verbleiben werde, ungeachtet ich versichert bin, da ohnedieß die Anbauung des Landes von Ihro Königl. Mayest. nachdrücklich anbefohlen und zu des gemeinen Wesens Nutzen angesehen ist, daß Ihro Königl. Mayest. nicht mißfallen würde, wenn auch durch Behuff mehrgedachten Societäts-Privilegii mich eines mehren anmaßen wollte, in mehrer Erwegung 1.) die Societät sammt ihren Consorten und Mittels-Personen allbereit 50.000 Gulden in Ihro Königl. Mayest. in Pohlen und Churfürstl Durchl. zu Sachßen Chatoulle durch des Hochseeligst verstorbenen Herrn Statthalters Hochfürstl. Durchlaucht (Anm. Reichsfürst Anton Egon von Fürstenberg-Heiligenberg gest. am 10. Okt. 1716 zu Wermsdorf) baar bezahlen laßen, ungeachtet sie zur Zeit nicht das mindeste zuvor genoßen. Wovon die hohen Collegia vielleicht noch keine Nachricht haben werden.  

2.) So hat man auch mit Erhebung des Salz-Wercks zu Arthern, weßenhalber höchstermeldte Ihro Königl. Mayest. allergnädigst Gewähr leisten zu laßen, in mehrgedachten Privilegio und resp. Contract in Höchsten Gnaden sich erklähret einen ziemlichen Anfang gemacht und in die 15.000 Gulden hinein gewendet, auch

3.) durch Erhöhung deren Cammer-Revenuen sonderlich bey denen Flößen mehr denn 20.000 Gulden neue Nutzung herbeygebracht und

4.) sind sogleich nach Absterben Hochermeldten Herrn Statthalters Hochfürstl Durchl. gewiße Puncte bey dem Hochlöbl. Cammer-Gemach übergeben worden, auff was Arth und Weise von Seiten der Societät dem mehr angezogenen Privilegio und resp. Contract in fernerweiter Erhöhung derer Cammer-Intraden ein allerunterthänigstes Genügen geleistet werden könnte.

Welches aber bis dato noch auff allergnädigster Resolution beruhet, dann anhero weder mir noch andern von der Societät beyzumeßen seyn will, ob wäre man in der Sache nicht fortgefahren oder hätte derselben gar im geringsten keine Genüge geleistet, viel weniger das assertum so absolute bestehen kann, als hätte die Societät, wozu sich dieselbe in mehrerwehnten Contract anheischig gemacht, nicht praestiret. Inmaßen, obwohl in der bishero vergeblich hingegangenen Zeit einige von der Societät verstorben und aus Mißvergnügen abgegangen, sich dennoch etliche derselben Consorten und Mittel-Personen annoch finden, welche den geschloßenen Contract wo nicht völlig, dennoch guten Theils ein allergehorsamstes Genüge leisten wollen, welches ich also zu Beförderung Ihro Königl. Mayest. höchstem Interesse in Ew. Hochedlen pflichtmäßigen allerunterthänigsten Bericht unschwer und deutlich mit anzuführen.

Inzwischen mich aber wieder derer Hochfürstl. Weymarischen Beammten noch zur Zeit unbefugte bereits unternommene turbationes bey meiner bisherigen possess fernerhin zu maintemiren gantz gehorsamst bitte und hiernechst derzeit verbleibe.

Ew. Hochedlen, meines Hochgeehrtesten Amtmannes und Hochgeneigter Gönner, gantz ergebenster Chr. Gottfried Wentzell

Kösen den 9. Sept. 1719

Wenzel Stellungnahme fügte der mit der Untersuchung betraute Beamte seinen eigenen Bericht bei.

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König und Churfürst, Allergnädigster Herr

Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. in beykommenden Actis des Floßmeisters Wentzels Eingriffe in des Ambts Pforta Gerechtsame betr. allergnädigst einhergegangenen Befehliche zu allerunterthänigster und pflichtschuldigster Folge, habe ich den Floß-Meister Wentzeln zu Kösen durch die Citation sogleich auf einen gewißen Tag zur Vernehmung über die bey Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. von Ihr Hochfürstl. Durchl. zu Sachßen-Weymar denuncirten Eingriffe in die Pfortaische Ambts-Gerechtsame und der Schulen daselbst zuständige Güther, vorbeschieden, auch nebst nachdrücklicher Inhition des vorhabenden Auffbaues eines neuen Gasthoffes in Kösen, demselben zugleich die commissarische Auflage gethan, diejenigen der sogenannten Societät vormahls ertheilten und zu seiner dießfalligen Entschuldigung vorgeschützen Privilegia in einer darzu bestimmten Frist originaliter in das Königl. Ambt alhier zu liefern. Ich habe auch dem ietzigen Weimarischen Pfortaischen Beambten Dr. Macken von solchen behörige Notification gethan.

Hierauf nun ist der Floß-Meister Wentzel an dem zur dießfallsigen Vernehmung anberaumten Termino erschienen und hat die eigentliche Bewandniß der Sache, auch daß es sich ganz anders verhalte, als es von denen Weimarischen Beambten angegeben worden, vorstellen wollen, und zwar, so viel

1.) die Arretirung des Floß-Arbeiters beträffe, so wäre dieselbe eines theils, indem gedachter Floß-Arbeiter in Zeiten sich aus dem Gasthoff zu Kösen weggemacht, nicht erfolgt, andern theils auf beschehene Requisition und Verlangen des Steuer-Revisors Heßens, als welcher vorgegeben, daß ein gewißer Floß-Arbeiter in dem Kösener Gasthoffe säße, und mit einer ungestempelten Karte spielte, dergleichen Leute aber er, der Steuer-Revisor vermöge seiner Steuer-Instruction, arretiren könne, intendiret, und selbigen, zu solchen Behuff, zwey Floß-Arbeiter, so gleich vor des Floß-Meisters Hauße zu Kösen, gestanden, zugegeben worden.

2.) Die Verzäunung derer Drey Acker, so dem Pfortischen Schul-Ambt zuständig, und zu mercklicher Schmälerung der Trifften geschehen seyn solle, so wäre solcher Platz ihm schon Ao 1706 her von dem Herrn Ober-Aufsher Osterhaußen und dem verstorbenen Ambtmanne Moßdorffen, auf Ew. Königl. Mayest. allergnädigsten Befehl, zu Aufbauung einiger Frohn-Häußerlein zum Behuff der Flöße angewiesen und verzäunet worden, und hätte damahlhin nichts als hohlen, wüsten Wegen, Steinrücken und unbrauchbaren, mit Dornen bewachsenen Flecken bestanden, welche aber der Floß-Meister nachgehends, mit großen Kosten eben gemachet; Und da von diesen Flecken, derer an der Zahl 32 wären, die Schule Pforta den geringsten Nutzen ehedeßen nicht gehabt, so würde anitzo derselben von iedem solchen Flecke, der angebauet, jährlich ein halber Thaler entrichtet, und wäre solches durch die, von dem ietzigen Fürstl. Weimarischen Amts-Schreiber Müllern zu Pforta, hierüber erhaltene Quitungen gnüglich zu erweißen und dar zu thun. Was endlich

3.) Wegen vorhabender Auffbauung eines neuen Gasthoffes zu Kösen vorgegeben worden, so wäre ihm solches sein Tage nicht in den Sinn gekommen, dieses wäre er zwar nicht Abrede, daß er zu einen Gebäude Holtz zulegen laßen, allein er hätte davon ein Häußgen, vor einen Fleischer zu Kösen, keines Weges habe, wie man vorgeben wollen, ein Gasthoff aufgeführet werden sollen.

Gleich wie er nun, bey solchen seinem Vorstellen sich, daß er solches schrifftlichen noch weiter deduciren wollte, vorbehalten und ausgebethen, also hat er selbiges gar weitläuffig bewerckstelligt; Und zwar anfänglichen die Anschuldigungen überhaupt zu consideriren, so wären selbige von Weimarischer Seite allerdings hefftig genug allergirt, keinesWeges aber in geringsten dargethan und erwiesen, der wahre Grund hingegen aller solcher auch über ihn geführten stetigen Querelen, beruhete auf weiter nichts, als auf dem allgemeinen odio, welches Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. Bediente, von denen Hochfürstl Weimarischen zu Pforta, die gantze Zeit her, erfahren müßen. Denn da wäre nicht abzusehen, was praejudicirliches und straffbares aus der vorgehabten, und nicht einmahl ins Werck gerichteten Wegnehmung eines Floß-Arbeiters, erzwungen werden wollte.

In Ansehung 1.) nemo voluntatis praeampatiatur, 2.) Ew. Königl. Mayest. sich die Jurisdiction über alle Floß-Beambten und Arbeiter zu Kösen, wie solches aus dem beygelegten Extracte zu ersehen wäre, ausdrückliche reserviret hätte, dahero 3.) nicht wiederrechtliches begangen worden, wenn auch ein solcher Arbeiter, welcher, mit Hintansetzung derer ihm anbefohlenen Verrichtung, dem Sauffen und Spielen nachgegangen, von einem Floß-Beambten oder auf deßen Befehl, von denen Unter-bedienten, würcklich aus dem Gasthoffe weggehohlet und zu seiner Arbeit angestrenget worden wäre. Ja wenn auch 4.) solches vor einen Eingriff zu halten, so dürffte die Ungerechtigkeit nicht ihm sondern dem Steuer-Revisor als causa unice operanti, auch auf deßen Gefahr alles geschehen, beygemeßen werden.

Noch weniger wäre zu ermeßen, wie die Weimarischen Pfortaischen Beambten auf denjenigen Flecken, so ihm bereits Ao 1706 übergeben, auch damahls schon verzäunet, vor weniger Zeit aber, als solche Zäunung nur eingegangen gewesen, wiederum repariret worden, einiges Trifft-Recht praetendiren vermöchten.

So könnte ihm auch die Aufbauung eines Gasthoffes ohngeachtet er selbigen noch niemahls affectiret, von Weimarischer Seitenverwehret werden, allermaßen ihm solches, vermöge beygelegten, aus der Hochlöbl. Ober-Steuer-Einnahme ergangenen allergnädigsten Befehliches concessiret und vergönnet worden, insonderheit, da solche Vererbung eine geraume Zeit vor dem Pfortischen Wieder kauff geschehen, infolglich sie an denjenigen, was vor ihrer Zeit veräußert worden, gar kein jus exigendi hätten. In übrigen so ginge das, der Societät ertheilte, und von ihm abzufordernde Privilegium, welches er doch nur in Abschrifft hätte, diese Sachen gar nichts an, so hätten sie selbiges auch titulo oneroso, und wären in Ihro Königl. Mayest. Chatoulle dieserwegen 50.000 Gulden von des höchstseelig verstorbenen Herrn Statthalters Durchl. baar bezahlet worden, wovon Ew Königl. Mayest. hohen Collegia vielleicht noch keine Nachricht haben würden. Überdieß ist das Saltz-Werck zu Arthern, zu deßen Erhebung, in die 15.000 Gulden gewendet auch durch Erhöhung der Cammer-Revenuen sonderlich bey den Flößen, mehr denn 20.000 Gulden neue Nutzungen herbey gebracht. worden, wie denn auch nach Absterben Hochermeldten Herrn Statthalters Hochfürstl. Durchl. gewiße Puncte bey dem Hochlöbl. Cammer-Gemach übergeben worden, auf was Art von Seiten der Societät, dem angezogenen Contracte durch fernerweitige Erhöhung der er Cammmer-Intraden in allerunterthänigster Genüge geleistet werden könnte, welches aber alles biß dato noch auf allergnädigster Resolution beruhe, dann anhero das assertum, ob hätte die Sozietät, wozu sich selbige in mehrerwehnten Privilegio und resp. Contracte anheischig gemacht, nicht praestirte, absolute nicht bestehen könnte und bey solcher Bewandniß auch wegen obangeführter rationum, er, wieder derer Hochfürstl. Weimarischen Beambten, noch zur Zeit unbefugte, bereits unternommene Turbationes ihn bei seiner Posseß ferner zu maintemiren, aller gehorsamst bäthe. Endlich hat er auch nur kürtzlich, zu Behauptung deßen, was er wegen des ihm angewiesenen Platzes oben vorgestellt, nebst den Schreiben die Einweisungs-Regsitratur übergeben, mit Bitte, solche in meinen allerunterthänigsten Berichte mit anzuführen.

Diesem nach habe solches alles Ew. Königl. Mayesr. und Churfürstl. Durchl. hiermit allerunterthänigst berichten, und die gantze Sache zu Dero allergnädigsten Resolution zwar überlaßen sollen. Muß aber iedoch auch hierbey, ambtshalber, dieses noch mit melden, daß von Ew. Königl. Mayest. Hochlöbl. Cammer-Collegio der abschrifftl. allergirten Einweisungs-Registratur wegen, weile davon in des Ambst-Pforta Erb-Buch, wie dergleichen wichtigen Veränderung doch sonst, so wohl respectu der Länderey, als auch der Jurisdiction darüber, allerdinges geschehen solle, nicht ein jota ad perpetuam rei memoriam eingetragen zu befinden gewesen, dem Herrn Cammer-Rath Plötzen und dem vorigen Creyß-Ambtmann zu Tennstädt Ernst Friedrich Meuren, vermöge derer abschrifftlichen Beylagen, bereits am 1ten September 1712 eine allergnädigste Commission aufgetragen worden:

„Besagten Wentzels sämtliche von der Land-Schulen Pforta nach und nach an sich gezogenen Grundstücke, zu untersuchen, und ihren ausführlichen Bericht darüber zu erstatten“.

mit deren Expedition es sich dann, biß hierher verzogen, aus Ursachen, weile besagte Commissarii, dem Vernehmen nach nur zuförderst einen Vorbericht an Ew. Königl. Mayest. erstermeldes Cammer-Collegium zu solcher Zeit eingesendet und im Bescheid angeführte haben:

„Woher die deßfalß erfordernde Unkosten zu nehmen…“

Und dergestalt wurden die dießfallsigen Original Acta und Nachrichtungen, auch von solcher Zeit an, vermuthlich annoch bey Ew. Königl. Mayest. Rentherei, in des Renth-Secretarii zu befinden seyn. Allermaßen das Ambt Pforta stracks darauf, und zwar an Mich. ao. 1712 an das Fürstl. Sächs. Hauß Weimar, durch einen mit Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. auf 12 Jahre lang geschloßenen Wiederkauff, gediehen, und nachgehends der sogenannten Societäts-Contract darzwischen gekommen, wiewohl die Fürstl. Weimarischen Beambten zu Pforta zwischen diese Wenzelische Jurisdiction, und was davon abhängig, zum öfftern anzufechten Gelegenheit genommen und dahin stehen, wie für ietzo ihrer hierüber geführte Beschwerde Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. endlichst abthun zu laßen, allergnäd. geruhen möchten. Was hiernechst den, in beykommenden Actis auch befindlichen Brau-Hauß Befehl concerniret, so habe solchen ebenfallß zu Ew. Königl. Mayest. ferneren allergnädigsten Untersuchung, wie weit dieselbe allenthalben gelten laßen wollen, der ich übrigens zeitlebens verbleibe

Ew. Königlichen Mayestät und Churfürstl. Durchlauchtigkeit

allerunterthänigster, pflichschuldigster Diener Christian Augustus …..

Datum, Königl. Ambt Pforta zu Naumburg, d. 11. Oct. 1719

Nun war klar, warum die Schulbeamten gegen Wenzel vorgingen. Man hatte 1706 einfach versäumt, die Wenzel überlassenen Privilegien und Gerichte im Amtserbbuch der Schule einzutragen, wohl ein Versäumnis der Rentkammer dies entsprechend anzuweisen. Wenzels Versuch eine nachträgliche Eintragung zu erreichen, war infolge des Wiederverkaufvertrages nicht mehr zustande gekommen. Damit fehlte für Wenzels Unternehmen in Neu-Kösen jegliche Rechtsgrundlage. Da half es auch nichts, dass er seit 1706 neben der Pacht von 6 Groschen für jedes „angebaute Häußlein“ weitere 6 Groschen für die Ausübung der Gerichtsbarkeit an das Schulamt gezahlt hatte.

Da ein neuerlicher Eintrag der Wenzelschen Privilegien in das Amtserbbuch unter den gegebenen Bedingungen nicht mehr möglich und die "Societät" eingegangen war, wies August der Starke am 21. Dez. 1719 den Steuerinspektor der Schule Moßdorf an: „Ihr wollet die Befreiung von der Generalaccise ohne Anstand aufheben und die Dorfhandlungsaccise gewöhnlichermaßen wieder einführen“. Daraufhin wandte sich Wenzel erneut nach Dresden. 

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König und Churfürst, Allergnädigster Herr

Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. werden aus des Ammtmann Kettens eingesendeten allerunterthänigsten Berichte, in puncto einiger von Sachßen-Weymar wieder mich denuncirter Eingriffe in die Pfortaischen Ammts-Jura, umständlich ersehen, was vor Bewandniß es damit eigentlich habe und wieviel mir deßfalls von denen Weymarischen Beammten zur Schul-Pforta, quorum instinctu, als dieses wieder mich ergangen, ganz unbillig imputiret worden. Es ist sonst nicht hinlänglich zu beschreiben, wie mich von gedachten zur Schul-Pforta verordnete Weimar. Beammten die ganze Zeit wehrenden Wiederkauffs bis hierher leiden müßen, und wie sorgfältig dieselben jederzeit gewesen, mich auff alle nur erfindliche Arth zu kräncken, und das bloß darum weile sie sich an mir einen solchen Nachbar ersehen, der auff ihren geführten Haußhalt bey der Pforta allzugenau Achtung geben und durch Entdeckung deßen, was etwa dem Königl. Interesse zeithero abgegangen, vor Ihr eigenes Interesse gar zu gefährlich seyn möchte. Ich will dießfalls das meiste hiesigen Orths mit Stillschweigen übergehen und nur die allerneueste Erfahrung vor mich reden laßen, da Ihro Hochfürstl. Durchl. zu S.-Weymar selbst aus allmähliger Erkenntniß, wie es bey Administrirung der Schulpforta hergegangen, besorgende Ursachen gefunden, wieder Dero eigene Bediente dieserhalb anietzo eine große Untersuchung anzufangen. Kann aber gegenwärtig über des dermahlen zur Schul-Pforta bestallten Fürstl. Weymarischen Rath und Ammtmanns Dr. Mack eingeräumtes Verfahren mich hauptsächlich zu beschweren nicht umhin, alß welcher sich gar nicht scheuet Ew. Königl. Mayest. an den Ammtmann   Ketten emanirten allergnädigsten Commissarial-Befehl zu Untersuchung meiner Anschuldigungen dergestalt zu mißbrauchen, daß auch wieder deßen deutliche Intention, er das ehemals der Societät ertheilte allergnädigste privilegium und mit solchen alle, wegen des Orts Kösen, mir zustehende beneficia und insonderheit die Gerichtsbarkeit decisive auffgehoben zu seyn, ohne Unterscheid vorgibt, dann anhero mit dergleichen und vielen andern praejudicirlichen Reden mich nicht nur bey jedermann blamiret; sondern auch durch verschiedene bereits de facto unternommenen Thätlichkeiten meinem Befugniß Eintrag zu thun sich äußerst befleißet.

Nun denn aber Ew. Königl. Mayest. schon außer dem Societäts-Privilegio und zwar Ao. 1706, da die Schul-Pforta durch Wiederkauff an das Fürstl. Sächs. Hauß Weymar noch nicht gediehen gewesen, bey Vererbung einiger zu behuff der Flöße anzubauenden Plätze mir die Erbgerichte zu beßerer Zusammenhaltung derer Floßarbeiter, zugleich mit überlaßen, des Endes auch bey dem anno 1712 errichteten Weymar. Wiederkauff die Jurisdiction über die Floßarbeiter zu Kösen ausdrücklich reservirte und ferner in dem anno 1714 ausgefertigten Privilegio diese Concession nur nochmahlen bestätiget und unter andern auch auff die Obergerichte mit extendiret worden, dann anhero Ew. Königl. Mayest. ohne Zweiffel es weiterhin dabey werden allergnädigst bewenden laßen, in mehrer Erwegung von sothaner Vererbung nicht allein Ew. Königl. Mayest. keinen Schaden leiden, indem vielmehr zu erweisen, daß von der Zeit an als ich solche Freyheit alhier genoßen, in die 3000 Gulden an Uncosten bey der Flöße menagiret worden, welche hingegen unter der Weymarischen Botmäßigkeit würden verlohren gegangen und noch dazu die Flöße zu allerseits hoher Interessenten Schaden öffters nicht behörig bestellet worden seyn., sondern auch die Pforta selbst dabey ihren gar guten Vortheil hat, indem anietzo von ieder angebauten Stelle dahin jährlich 12 Groschen Erbzinß entrichtet wird, welchen Nutzen sie vorhero aus denen wüsten, dornig und heckichten Flecken nimmermehr würde gezogen haben. Hiernechst, obschon von angezogener Vererbung, nach des Ammtmann Kettens Anführen, in des Ammts Pforta Erb-Buche nichts ad perpetuam rei memoriam eingetragen zu befinden gewesen (welches dahero wohl seyn kann, weile der dießfalls entworffene Vererbungsschein ungeachtet meines dießfalls und sonst öffters beschehenen allerunterthänigsten Ansuchens, von Hochlöbl. Cammer-Collegio, wohin er nebst behörigen Actis von damaliger Commission zur allergnädigsten Confirmation eingesendet, bis dato nicht ausgefertiget worden und ehe solches erfolget, in das Erb-Buch nicht hat inseriret werden können) dieselbe doch auff ergangenen allergnädigsten Befehle und hin und wieder erstattete allerunterthänigste Berichte, auch mit Zuzieh- und Einwilligung damahliger Inspectoren der Schule wohlbedächtig vollzogen, ich auch darauff eingewiesen worden, wie die bey Hochlöbl. Cammer befindlichen Acta allenthalben mit mehrem bezeigen werden; Und über dieses, soviel das angefochtene Societäts-Privilegium anbetrifft, nicht abzusehen ist, die Weymarischen deßen Cassation, so hefftig urgiren und Ew. Königl. Mayest eigenem Hocherleuchtestem Ermeßen gleichsam Ziel und Maaßgebende beybringen dürffen; ob hätte die Societät dasjenige, wozu sie sich in solchen Privilegio anheischig gemachet, ganz nicht praestiret, wann anhero die in demselben conditionaliter zugestandene beneficia von selbst wegfallen müßen. Da doch von der Erfüll- oder Nichterfüllung dieses allergnädigsten Privilegii und resp. Contract zu urtheilen Ew. Königl. Mayest. alleine und keinesweges weder dem Hauße Weymar noch denen von Ihm zur Pforta verordneten Beammten zukömmet, auch diesen nicht sowohl als Ew. Königl. Mayest. bekannt seyn kann. Was maßen mehrermeldte Societät ihrerseits praestanda zu praestiren nicht nur einen considerablen Anfang gemachet, des Endes 1.) sogleich nach Ausfertigung des allergnädigsten Privilegii und resp. Contract 50.000 Gulden baar in Ihro Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. Chatoulle durch des Hochfürstl. verstorbenen Herrn Statthalters Hochfürstl. Durchl. aus ihren Mitteln zahlen laßen, dafür sie bis dato nichts genoßen, hiernechst 2.) durch Erhöhung derer Königl. Cammer-Revenuen, vermittelst ihrer Vorschläge, sonderlich bei der Flöße mehr denn 20.000 Gulden neue Nutzungen beygebracht und 3.) in Erhebung des Salzwercks zu Arthern, sowohl dem Königl. Hohem Interesse als gesammten Landen zum Beßten an die 15.000 Gulden verwendet in welchen Vorhaben iedoch nachgehends die Societät wieder die vom Hauße Schwarzburg formirte Ansprüche und darauf ausgebrachte Inhibition mit der im Privilegio und resp. Contract allergnädigst versprochenen Gewähr von Königl. Seite nicht allerdings secundiret worden, sondern auch nach der Zeit als zwar wegen trainirter Beförderung derer angegebenen Vorschläge theils von den Sozietät-Membris aus Mißvergnügen weggegangen, theils auch gar verstorben, dennoch die übrig seienden Consorten und Mittelst-Personen ihres Orts, zum wenigsten nach Gelegenheit ietziger Zeit und Umstände, das versprochene zu erfüllen, so bereit als willig gewesen, in welcher Absicht 4.) von Ihnen sogleich nach Absterben Hochverehrten Herrn Statthalters Hochfürstl. Durchl. gewiße puncto, auf was Arth und Weise dem offtangezogenen Privilegio und resp. Contract in fernerweiter Erhöhung der Cammer-Intraden von Seiten der Societät ein allergnädigstes Genüge geleistet werden könne, bey dem Hochlöbl. Cammer-Gemach übergeben worden, welches aber noch bis dato auff allergnädigste Resolution beruhet, daß also das Sozietäts-Privilegium und resp. Contract auff Seiten der Sozietät zum Theil würcklich adimpliziret und zum Theil an ihr der Sozietät nicht gelegen ist, daß das übrige nicht auch zu dem vorgesetzten Effect gediehen ist.

Alß habe auch meinestheils der unverwandten allerunterthänigsten Hoffnung es werden Ew. Königl. Mayest. bey dem, was sowohl ratione obangezogener Vererbung, als auch ratione des Societäts-Privilegii mir von dem Orth Kösen und sonsten zeithero zugestandenen fernerhin es nochmahls bewenden zu laßen, sowohl auch wieder derer Weymar. Bedienten unrechtmäßiges Injultiren mich möglichst zu schützen, in Höchsen Gnaden geruhen. Welcher Hohen Königl. Gnade mich um soviel würdiger zu machen, ich bey der auff allergnädigsten Befehl anitzo versehenen Erheb- und Fortstellung des Salz-Wercks zu Arthern nebst der Gera- und Unstruth-Flöße als Ihro Königl. Mayest. und der gesammten Landen sehr ersprießliche Wercke, Gelegenheit gefunden zu haben, gewiß verhoffen, und außerdem was dießfalls schon ohnedem durch meine Wenigkeit ausgerichtet, noch fernerhin mit Gottes Hülffe aller möglichen Beytrag zu thun in allerunterthänigester Devotion geflißenst Leben und Lebenslang verharren werde.

Ew. Königl. Mayest. und Churfürstl. Durchl. allerunterthänigster, treugehorsamster und pflichtschuldigster Diener Christoff Gottfried Wentzell

Kösen, den 10. Febr. 1720

1725 wurden die Wenzelschen Erbgerichte endgültig kassiert. Noch am 5. Mai beurkundete der für die Wenzelschen Gerichte tätigen Notar Johann Friedrich List einen Hauskaufvertrag, der am 5. Februar 1727 erneut beurkundet wurde, nunmehr durch der Herzogl.-Weimarischen Schulamtmann Dr. Johann Anton Mack, wobei dieser anmerkte:

Nach dem die Wenzelischen Gerichte zu Kösen auf allergnädigsten Befehl cassiret und die dasigen Unterthanen an das hiesige Amt gewiesen worden, sie auch im November 1725 der Unterthanen Pflicht würcklich abgelegt und Christian Plaul Inwohner daselbst seinen von den damahligen Gerichts-Directore über einen mit August Nebben, eines erkaufften Haußes wegen errichteten Contract ausgefertigten Kauf-Brief produciret, mit Bitte solchen Obrigkeistwegen anderweit zu confirmiren….!

Der „Unterthanen Pflicht“ bezog sich auf den Eid gegenüber dem Herzog von Sachsen-Weimar, den die bisher den Wenzelschen Gerichten angehörenden Einwohnerschaft von Neu-Kösen am 20. November 1725 ablegte.

Wenzel der seit 1693 mit der Tochter des Schulamtsförsters Eckart verheiratet war, verstarb am 14. Januar 1726. Er hinterließ einen Sohn, Wolff Christoph der 1713 geboren wurde. Dieser verzichtete am 11. Januar 1727 auf die Hinterlassenschaft und beantragte am 8. Juli die Eröffnung des Konkursverfahrens, wozu am 27. Juli ein „Curatore litis“ vor dem Schulamt den Eid zur treulichen Bewertung und Subhastration der Vermögenswerte ablegte.

Im Dezember 1727 machte die Rentkammer zu Dresden Forderungen in Höhe von 1500 Talern gegenüber dem Wenzelschen Nachlass beim herzogl.-weimarischen Schulamt geltend und wurde zunächst dahin beschieden, dass man die Bewertung der Wenzelschen Immobilien und die Subhastration abwarten müsse, um festzustellen, ob der Nachlass diese Summe hergebe.

Am 17. Februar erhielt das Schulamt die Erlaubnis, die unter ihre Jurisdiction fallenden Wenzelschen Immobilien zu taxieren und öffentlich zu versteigern. Der Wert der Kösener Immobilien ergab einen Wert von 2.390 Gulden, wozu das Brau-, das Malz- und das Backhaus, die Weinberge an der Windlücke und am Nikolausberg und der „Teichgarten“ am Ende der Dorfstraße gehörten. Das war weit unter dem 1717 von Wenzel eingeschätzten Wert.

Am 14. April wurden der Versteigerungstermin und das Mindestgebot öffentlich in den Gerichten von Leipzig, Naumburg und Pforte angeschlagen, der Einwohnerschaft wurde es dreimal verlesen und außerdem im Amtsblatt publiziert.

Die Versteigerung fand am 22. Juni 1728 im Schulamt statt. Bis zum 12 Uhr Glockenschlag konnten die Interessenten ihr Gebot abgeben. Das Höchstgebot mit 2500 Gulden hatten der Floßschreiber Georg Hartig und der Licentiat J. Fr. List abgegeben. Da beide Wenzel kreditiert hatten, wurden ihre Forderungen gegen das Kaufgebot aufgerechnet. Letztlich blieben rund 500 Taler übrig, von denen nach Abzug der Gerichtskosten dem Fiskus nur 300 Taler blieben. Der das Verfahren begleitende Kammer-Prokurator Hoffman akzeptierte diesen Betrag und bestätigte die ordnungsgemäße Durchführung der Subhastration und die Rechtskraft der ausgehandelten Zahlungen. Damit wäre eigentlich die Wenzelsche Ära beendet gewesen, hätte es da nicht einen eifrigen Beamten gegeben, den Hofrat und Kammer-Konsulent Dr. Christoph Heinrich Schüßler.

Dieser hatte die Jahresrechnung des Kösener Stapels geprüft. Bei der Suspendierung Wenzels und der Kontrolle der Floßbücher der Jahre 1700 bis 1717 hatte sich ein sog. „Floß-Administrations-Rest“, ein Fehlbetrag in Höhe von 34.000 Gulden, der nun Jahr für Jahr fortgeschrieben worden war. Dafür hätte der Floßmeister gehaftet, doch der war ja inzwischen verstorben und sein Nachlaß von Amts wegen versteigert worden..

Schüßler überzeugte das Kammer-Gemach, dass man nun diese Summe gegenüber den Erben und den Erwerbern des Nachlasses geltend macht. Im April wurde das nunmehr wieder kurfürstliche Schulamt über die von Schüßler angestrengte Restitutionsklage informiert und befohlen, sich hierzu umgehend zu äußern. Daraufhin unterrichtete am 6. Mai 1736 der Amtmann Heinrich Jacob Schindler die Betroffenen darunter den Syndicus des Dom-Kapitels zu Naumburg, den Floßmeister G. Hartig, den Advokaten List, den Holzverwalter von Merseburg, den Steuerprokurator Bernhard Christian Lepner zu Naumburg, dessen Ehefrau Maria Dorothea, Wolff Christoph Wenzel, Magdalena Sophia Kanneberg und andere „Consorten“, mit dem Hinweis, sich umgehend zur Sache zu äußern. Diese lehnten natürlich ihre Haftbarmachung in aller Form ab, wobei sie sich auch auf die geltende Rechtssprechung in Kursachsen berufen konnten.

Besondere Brisanz gewann das Verfahren durch den Umstand, dass inzwischen ein Teil der ehemals Wenzel gehörenden Immobilien erneut den Besitzer gewechselt hatte. Im guten Glauben hatte der „Commissar und Ingenieur“ Johann Gottfried Borlach, im Jahr 1734 einige Liegenschaften aus dem Wenzelschen Nachlass vom Floßmeister Hartig erworben, darunter ein Wohnhaus am Lengefelder Fahrweg, einen Kelter, den Weinberg am Nikolausberg und einige Äcker am Jochenberg und am Abtischen Holz.

1764 lag dann ein Gutachten vor, das besagte, dass eine Haftung der Erben und Kreditoren ausgeschlossen sei, auch wenn es sich hierbei um ein hohes staatliches Interesse handeln würde. Als Schuldiger blieb dann nur noch der Hofrat übrig, der im Übereifer die ganze Sache losgetreten hatte.

 

T. Budde

2014

 

Quelle. LHASA Wernigerode Rep. D Verz. II ff.