Der Streit um den Borlachschen Nachlass

Als der Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Salinendirektor Bergrat Johann Gottfried Borlach 1768 verstarb, hinterließ er ein ansehnliches Vermögen. Den Grundstock dafür legte er bereits kurz nachdem er mit dem Aufbau der Kösener Saline und der Abteufung des oberen Schachts begonnen hatte. Für eine ansehnliche Summe kaufte er dem Floßmeister Hartig ein Anwesen im Dorf Kösen am Lengefelder Fahrweg ab, dass dieser wiederum 1727 bei der  Zwangsversteigerung der Güter seines Vorgängers des Floßmeisters und Gründers des Dorfes Kösen, Wenzel, erworben hatte.

 

Zu wißen denen es von nöthen, daß zwischen Endes unterschriebenen nachfolgender unwiderrufflicher Erb-Kauff abgehandelt und geschloßen worden. Es verkaufft nehmlich Herr George Hartig, Königlich Pohlnischer und Churfürstlich Sächßischer Floßmeister zu Kösen an den auch Königlich Pohlnischen und Churfürstlich Sächßischen Ingenieur Herr Johann Gottfried Borlach:

1.) Sein zu Neu-Kösen neben dem Maurer Christian Reichmeister gelegenes Haus, Hoff, Scheuer und Ställe mit sämtlichen Entgebäuden an Stuben, Cammern, Böden und anderen Behältnißen, und allen was darinnen Erd-, Wand-, Band-, Niet-und Nagelfest ist, insonderhalben den in 3 Küchen befindlichen Schränken und Repositorien, auch unten im Hauße und oben aufn Saale vorhandenen Schüttereyen, ingleichen einer guten Wein-Preße samt zugehörigen 2 großen Thösen, nicht weniger den daran gelegenen Baum- und Grasgarten, nebst darinnen befindlichen Garten-Hauß und Brunnen. Wie solches zum Theil im Amte Pforta subhastra erstanden Herr Verkäuffer untern 3. Sept. 1728 gerichtlich adjuciret worden, nichts davon ausgenommen, als die in sämtlichen Stuben  und Cammern befindlichen Schildereyen und an der Baum-Schule vorhandenen jungen Bäumen, welche Herr Verkäuffer beyderseits expresse reserviret und längstens künfftigen Herbst wegzuschaffen verspricht.

2.) Den am Kösener Berg gelegenen Weinberg der Nicolausberg genannt samt der unten an der Straße befindlichen ganzen Mauer, auch zu beyden Seiten vorhandene Stück Mauer und verschiedenen Stein-Brücken, mit 2 verwahrten Thüren und einer gewölbten Weinbergs-Hütte auch zugehörigen Thüren-Schlößern und Schlüßeln ingleichen den zu beyden Seiten diese Weinbergs vorrätig befindlichen Bruchsteinen.

3.) Die aufm Jochen-Berge und am Aptischen Holtze neben Herrn Licitentat Johann Friedrich Listen gelegenen vier Stücken Acker-Feldt, als drey aufm Jacken-Berg und 1 am Aptischen Holtze, theils mit Hafer bestellt, wie solche nebst vorbenannten  Weinberg gleichfalls im Amte Pforta subhastend  erstanden und Herr Verkäuffer am 13. July 1728 adjuciret worden und war dies alles mit sämblichen Auf-und Beschwerungen, Recht und Gerechtsamen wie seither Herr Verkäuffer zeithero genuzet und gebrauchet oder nuzen und gebrauchen können und mögen, insonderheit der auf vorerwähnten Grundstücken wachsenden Früchten

um und vor Ein Tausend Fünfhundert Thaler ganze Kauff Summe und zwar 1200 Thaler vor die Immobilien und 300 Thaler vor die mitverhandelten Mobilien und Früchten welche Herr Käuffer an groben fränk. Silbermünze  in nachgesetzten Terminen nemlich 1000 Thaler in nechst bevorstehender Leipziger Meße und 500 Thaler in der darauf folgenden Michaelis-Meße Herrn Verkäuffer ohne den geringsten Abzug oder einiges Einwenden zu bezahlen verspricht und dieser dagegen an den verkaufften Gebäuden und Grund-Stücken biß zum völligen Abtrag obiger Kauff-Summe die expresse Hypothese sich reservirt, jedoch auch solche von allen Schulden, frey zu gewehren sich anheischig machet, nicht weniger die darauff hafftenden Abgaben bis mit letzt abgewichenen Michaelis inmaßen selbige bereits würcklich abgeführet sind, alleine übernimmt.

Wie nun beyderseits Contrahenten mit alledem, so vorstehend, wohlbedächtig abgehandelt und geschloßen worden, wohl zufrieden gewesen und allen darwider zustatten kommenden Rechtsbehilffen, insonderheit listiger Überredung, anders verstandenen oder abgehandelter, als niedergeschriebener Dinge, Verdrehung über oder unter die Helffte und wie solche sonst Nahmen haben oder künfftig noch erdacht werden mögen, nach reiflicher Überlegung völlig renunciret haben.

Alß ist gegenwärtiger Kauff-Contract unter dero selben eigenhändiger Unterschrifften und vorgedrückter Petschaften ausgefertiget und schließlich dieses noch verabredet worden, daß selbiger auf Herrn Käufffers Kosten beym Amte Pforta zur gerichtlichen Confirmation und Adhibirung gehörigen Stempel-Bogens nechstens übergeben werden solle.

So geschehen Kösen, den 19. April 1734

  1. Hartig J. G. Borlach

 

Die gerichtliche Beurkundung erfolgte wenig später.

 

Demnach bey hiesigen Königl. Pohl. u. Churf. Sächß. Amte nach befindlicher zwischen denen Kgl. P. u. Ch. S. Floßmeister  zu Kösen Herr George Hartigen, Verkäuffer eines und den auch Kgl. P. u. Ch. S. Ingenieur Hr. Johann Gottfried Borlach Käuffern an andern Theils über ein zu Neu-Kösen über Christian Reichmeister gelegenes Hauß  Hof, Scheune, Ställe, Garten und Zubehörungen und darinnen befindlichen Mobilia, einen Weinberg am Kösener Berg, der Nicolaus-Berg genannt und 4 Stück Acker-Feld aufn Jochenberge und am Aptischen Holz neben Hr. Lic. Johann Friedrich Listen liegend mit denen darauf befindlichen Früchten zusammen vor 1500 Thaler ganzer Kauffsumme übergeben worden und beyde dato in Person erschienene Hr. Contrahenten nach beschehener Wiedervorlesung mit dem gegebenen Handgelöbnis in allem dabey verblieben und um gerichtliche Confirmation angesuchet, diesem Suchen auch zu deseriren, sich kein Bedenken ereignet, zumahl da der Hr. Lic. Johann Fr. List seinen an obgedachten 4 Stck. Acker protentirten Rechten persönlich acto renuncirt, Herr Käufer auch dieses acceptiret (.).

Alß ist sothaner Kauff-angenommen, confirmiret, dem Amts-Handelsbuche einverleibt und Käuffer in forma probente unter des Amtsinsiegels und gewöhnlicher Unterschrifft ausgehändigt worden.

Sign. Pforta 12. Mai 1734 Heinrich Jocob Schindler

 

Zu dieser Zeit gehörten zum Borlachschen Hausstand die Köchin Eva Beyer und der Kutscher Christoph Schmidt mit Weib und Kind. Außerdem wohnten hier der Kondukteur d. h. der Salinenbaumeister und zwei Schreiber, wie aus einer Spezifikation der Dorfbewohner aus dem Jahr 1731 hervorgeht. 

Nach einer weiteren Spezifikation von 1738 wohnte inzwischen auch Borlachs jüngerer Bruder  Johann Hermann hier, dem er eine Anstellung bei der Saline verschafft hatte.

Nach seiner Ernennung zum Bergrat und dem damit verbundenen höheren Salär ließ Borlach gegenüber seiner bisherigen Wohnung das „Neue Haus“, einen Dreiseitenhof errichten. Dahinein wurde der gemeinsame Hausstand verlegt und das alte Haus vermietet. 

Über die Lage der Grundstücke gibt das 1752 neu angelegte Amtserbbuch des Schulamtes (LHASA MD D Pforta, Verz. II 2301) in Verbindung mit der im Jahr 1765 angefertigten „Fluhr-Charta von dem District Pforta, District Koesen, den Saalhäusern, Schul-Vorwercken Cucuklau und Franckenau nebst der Wüstung Franckenau.“ (Sächsisches Staatsarchiv Dresden  XXVI, F95 Nr. 2b) genauen Aufschluss.

Im Amtserbbuch, dass zur Erfassung der Erbpachtzinsen diente, wurden alle Haus- und Weinbergbesitzer erfasst. Die Grundstücke waren nummeriert und dieser Nummerierung folgte die Flurkarte, die durch ihre exakte Topografie und der Grundstücksgrenzen modernen Karten ebenbürtig ist. 

Borlachs Besitz wurde im Amtserbbuch als Nummer 16, 43 und 67 geführt. Zur Nr. 16 gehörten nach heutiger Bebauung die Grundstücke Lindenstraße 15, 17, 19 und 19 a, die hier noch allesamt als Obst- und Gemüsegarten ausgewiesen waren. Dazu kam die heutige Borlachstraße 1, der Weinkelter, wo Borlach 1739 ein großes Kellergewölbe errichten ließ und woher sich die spätere Bezeichnung „Alte Kellerey“ herleitete. Das im Kaufvertrag von 1731 erworbene  Wohnhaus mit Stallungen und Schuppen entspricht den Grundstücken Borlachstraße 1a und 3. Daneben gehörte auch die heutige Borlachstraße Nr. 5 dazu, wo der Floßmeister G. Hartig im Jahr 1729 ein Kellergewölbe gebaut hatte, das von Johann Hermann Borlach 1736 erweitert wurde. Die angrenzende Nr. 17 gehörte laut Amtserbbuch dem Meister Christian Reichmeister, heute die  Grundstücke Borlachstraße 7 und 9.

Die Nr. 43 des Amtserbbuches befand sich gegenüber am Lengefelder Fahrweg, das einstige "Stadtgut", heute die Borlachstraße 2 und 2 a. Die Nr. 42 gehörte den Zedelschen Erben, heute die Borlachstraße 4, die in den 1990er Jahren abgerissen wurde. Auf der Karte sind das „Neue Haus“ und die „Kellerei“ als Ökonomie gekennzeichnet, weil sie einer anderen Besteuerung unterlagen als die ausschließlich zu Wohnzwecken genutzten Anwesen.

Als Nr. 67 des Amtserbbuches wurde der Weinberg am Nikolausberg geführt. Die Borlach gehörenden die Felder am Jackenberg und am Äbtischen Holz wurden hier nicht gesondert erfasst.

Damit ist der Besitz eindeutig nachgewiesen, den Johann Gottfried, da er keinen leiblichen Nachkommen hatte, bei seinen Tode dem Bruder Johann Hermann hinterließ. Dazu kam noch das bewegliche Eigentum, Mobiliar, Schmuck, Bargeld und Hausrat aber auch Vieh und Vorräte worüber keine gesonderte Spezifikation angefertigt wurde, da der Bruder Universalerbe war.

 

Johann Hermann, der auch schon im höheren Alter stand, wurde nur wenige Tage nach dem Ableben seines Bruders zum Direktor der kursächsischen Salinen berufen und zum Bergrat befördert. Doch schon an der vom Generalbergkommissar Anton von Heynitz 1772 ins Leben gerufenen Reorganisations-Kommission für das kursächsische Salinenwesen war er nur noch symbolisch beteiligt und nahm  auch nicht an der Bereisung der Salinen teil. 1775 bat er um seine Pensionierung und übergab das Direktorat dem Bergrat und Kammerherrn Leopold Freiherr von Beust.

Da er ebenfalls keine leiblichen Erben hatte, hofften der Salinenbaumeister Johann Christian Schröter in Kösen und der Salinenbaumeister Carl August Therkorn in Artern auf eine  Erbeinsetzung. Aber Borlach hatte bislang noch keine Verfügung dazu getroffen. Als sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte, drängte Therkorn den Salzsieder Törpsch, der dem Bergrat den Haushalt führte, diesen zur Abfassung und Beglaubigung seines letzten Willens zu bewegen.

Arten 5ten Jan. 1777

Mein lieber Törpsch

Ich dancke Ihnen für die gute Nachricht, ich wünsche, daß der Herr B. B. zu Wercke schreiten, und nicht nur sich entschließen. Indeßen ist die Haupt-Sache, das Testament, dieses muß vors erste gemacht werden und alsdann zur Cammer mit ein Petitorium  der Verwechslung wegen einkommen. Denn wenn dieses vorhergeht, so gehe ich unsicher, es könnte am Ende bey der Borlach Unentschloßenheit mein Dienst um der Hälfte verschlechtert und das meinige zugesetzet sehen.

Sie müßen also sehen, ihn vors erste zum Testament machen zu bringen, das andere wird sich hernach von selber geben. Sie sollen von mir gewiß besser als alle belohnt werden, wenn ich glücklich seyn sollte und damit ich einen Anfang mache, so sollen Sie sobald das Testament auf ihr Bereden gemacht worden, und durch sie mir die gerichtlich vidimirte Copie davon zugeschickt worden, 100 Thaler gleich baar erhalten.

Wenn was neues vorgefallen, so schreiben Sie mir, ich bin

Ihr dienstwilliger Therkorn

 

Törpsch hatte Erfolg, der Bergrat setzte ein Testament auf und hinterlegte es beim Schulamt.

 

Nachdem ich Johann Hermann Borlach, Churfürstl. Sächs. Bergrath bey meinem durch Gottes Gnade erreichten hohen Alter für nöthig befinde, über meinen künftigen Nachlaß in Zeiten eine Disposition zu errichten; alß erkläre meinen letzten Willen, hiermit folgendergestalt:

Es soll nehmlich mach meinem über kurz oder lang erfolgten Ableben, Herr Carl August Therkorn, dermahlen Conducteur bey den Saltz-Wercke zu Artern, der wahre Universal-Erbe meines gesamten sowohl beweglichen als unbeweglichen Vermögens, und daßselbe mag überhaupt bestehen worinnen es will, seyn, inmaßen ich demselben darzu  titulo institutiones honorabili kraft dieses einsetzte. 

Daferne aber mein instituirter Erbe, Herr Carl August Therkorn vor mit wieder Verhoffen mit Todte abgehen sollte, auf den Fall sollen deßen eheliche Kinder, soviel deren der Zeit meines Todes am Leben seyn werden, die Universal-Erben meines gesamten Nachlaßes seyn, als welche ich hierzu ebenfalls titulo institutiones honorabile hiermit einsetze.

Gleichwie nun dieses mein ernster, freyer und ungezwungener Wille ist, also will, daß derselbe, daferne er wieder Verhoffen, als ein  (.) Testament nicht bestehen möchte, dennoch als ein codicii fidei commis-Schenkung auf den Todes-Fall oder es sonst auf anderer rechtsgültiger Arth satuirt werden kann, gelten und bestehen soll.

Zu desto mehrer Beglaubigung habe ich diesen meinen letzten Willen in gegenwärtigen Aufsatz  durch eine vertraute Hand bringen lassen, diesen wohlbedächtig durchlesen und auf allen Seiten eigenhändig unterschrieben und besiegelt, auch will ich dieses Testament dem Churfürstl. Amte Pforta in einem versiegelten Couvert zur verwahrlichen Beylegung übergeben.

Kösen, am 21. Febr. 1777                             Joh. Hermann Borlach

 

Törpsch hatte natürlich eine Kopie des Testaments Therkorn zugespielt. Obwohl als  Alleinerbe eingesetzt, befürchtete der, dass der Bergrat etwaige Änderungen zu Gunsten Schröters vornehmen könnte, da dieser mit dem Bergrat in direkten Kontakt stand und Therkorn in Artern weit weg war. Daher vereinbarten die beiden eine Aufteilung des zu erwartenden Erbes, um jeglichen Eventualitäten zu begegnen, sehr zum Vorteil Schröters, der nach dem derzeitigen Testament nicht bedacht wurde.

 

Zu wißen sey hiermit, daß zwischen uns Endes eigenhändig unterschriebenen, zur Zeit Conducteurs bey den Churfürstl. Sächß. Salinen, nachstehender Contract verabredet und geschloßen worden, wie folgt:

Ich Johann Christian Schröter verspreche dem Hr. Cond. Therkorn, daß ich:

1.) Auf alle, von den Hr. Bergrath Borlach bey seinem Leben durch Schenckungs, Testament, Fidei comiss oder ander mögliche Art, mir vermachten Antheile oder gantzen Vermögen hiermit völligen Verzicht leisten, und mich von deßen Vermögen und dereinstigen Nachlaße gäntzlich loßsagen will, auch hiermit würcklich loßsage. Ich verbinde mich

2.) dasienige Testament, welches der Hr. Bergrath Borlach d. 29. Maerz a. c. dem Schul-Amte Pforte übergeben hat, worinnen Er den Hr. Cond. Therkorn zum Universal-Erben seines sämtlichen Vermögens einsetzet, seinem Inhalte nach, nach allen Clauseln und Punckten vor meine Person, so viel mich betrifft, vor richtig anzuerkennen und gelten zu laßen.

Und sollte der Hr. Bergrath Borlach auch solch Testament bey seinem Leben aus dem benahmten Amte wiederum  zurück nehmen,  und ein anderes zu Gunsten meiner, Schröters, deponiren und übergeben, oder dem bereits niedergelegten, ein Anhang (.) beyfügen, so verspreche ich

3.) keinen Gebrauch hiervon zu machen, sondern die Gültigkeit des ersteren am 29. Maerz a.c.  deponirten Testaments jederzeit und an jeden Orte anzuerkennen.

Sollte auch gedachter Hr. Bergrath Borlach auf die Gedancken gerathen, mir noch bey seinen Leben, irgend eine Summe Geldes zu schencken und einzuhändigen, so verspreche ich,

4.) solches sogleich dem Hr. Cond. Therkorn anzuzeigen und nach dem Ableben des Hr. Bergraths diese mir geschenvkte Summa zur Erbschaft-Maße zu geben.

 

Dagegen verspreche ich, Carl August Therkorn gegen vorgesetzte Verbindung, dem Hr. Cond. Schröter, daß ich so bald ich nach dem Ableben des Hr. Bergraths Borlach, vermöge des Koesen, den 29. Maerz a. c. in dem Schul-Amt Pforta übergebenen Tesatments, als Universal-Erbe, in dem ruhigen Besitz des Borlachischen sämtlichen Vermögens werde gesetzt worden seyn, von diesem Borlachischen Nachlaße

1.) Das neue Hauß mit Zubehör an Garten, Ställen und Schuppen zu seinem Erbe und Eigenthum schencken, übergeben und gerichtlich zuschreiben laßen zu wollen. Doch also und dergestalt, daß mir erlaubt seyn möge, so lange bis ich in meiner Wohnung die nöthige Vorkehrung getroffen, mein Vieh, Holtz und Wagen, wie es alleweile in diesem Hauß-Bezirk stehet und lieget, zustellen und zu legen.

2.) Von baarem Vermögen reservire ich mich 8000 Thaler, was darüber sich vorfindet, bis auf 10000 Thaler soll Hr. Cond. Schröter sein, biß auf dasjenige, so über 16000 Thaler noch vorhanden wäre, welches auch meine bleibet, also und dergestalt, daß Hr. Cond. Schröter unter 8000 Thaler nichts, bis 16000 Thaler aber den Überschuß über 8000 Thalern  erhielte. Sollte sich aber die Baarschaft über 16000 Thaler erstrecken, so fiele das übrige an mich zurück, und Hr. Cond. Schröter erhält 8000 Thaler erb-und eigenthümlich.

3.) Sollen die Instrumente, das Fischer-Werckzeug und das Gewehr in gleiche Theile getheilet, und der zweyt Theil Hr. Cond. Schrötern geschenckt seyn, ingleichen eine Wand-Uhr

4.) Sollen die Modelle so wie sie dermahlen im neuen Hauße stehen, vor der Hand zu beyderseitigen Gebrauch in gedachten Hauße aufbehalten stehen bleiben.

5.) Verspreche ich demselben, ein gemachtes Bett, 1/4 Theil von Wäsche, 1/4 Theil von Zinn, Kupfer und Meßing erb- und eigenthümlich zu schencken.

6.) Verspreche ich ferner demselben, das neu angebaute Stück Weinberg bis an die Steinbrücke oder Treppe zu geben, mit dem Bedinge einer Befriedigung zum Unterschied der Berge anzulegen und zu unterhalten.

Sollten sich aber Ansprüche, Proceße und dergleichen Geld-Ausgaben finden, so sind wir übereingekommen, solche zur Hälfte zu tragen.

Wir versprechen diesen unter uns errichteten Contract vor gültig zu achten und verbinden uns in keinen Stücke demselben zuwieder zu handeln. Entsagen allen wieder die Gültigkeit deßselben vorzubringenden Ausflüchten und Rechtsbehelfen, sie mögen Nahmen haben wie sie wollen und nehmen bei Erfüllung deßselben Gott zur Hülfe. Zu mehrerer Beglaubigung, ist dieser Contract in duplo ausgefertiget mit eines jeden Hand und Siegel unterschrieben und besiegelt worden.

Artern den 16. Junii 1777

Johann Christian Schröter                             Carl August Therkorn

 

Zwei Tage vor Borlachs Ableben traf Therkorn ein und fand den Bergrat in seiner Stube „außerordentlich schlaff und krank und sich seiner ganz unbewußt und verstandlos“. Am 26. Juni verstarb Borlach und noch am gleichen Tag suchten Therkorn und Schröter in der Wohnung nach dem Bargeld. Sie fanden insgesamt 10400 Taler, von denen Therkorn, wie vereinbart, 8000 behielt und Schröter die restlichen 2400 Taler aushändigte.

Nach der Beisetzung des Bergrates am 29. Juli an der Seite seines Bruders auf dem Gottesacker der Landesschule wurde das Testament am 31. Juli eröffnet und Therkorn mitgeteilt, dass er zum Universalerben bestimmt sei. Daraufhin bat Therkorn um die Abänderung seines Erbscheines, weil Borlach ihm noch kurz vor seinem Tod angewiesen hätte, den „bey den Churfürstlichen Saltzwercken bestellte Conducteur Johann Christian Schröter nach seinem … Absterben, 500 Taler an Geld und sein dem Wohnhauße schräg gegenüberliegendes neues Hauß, nebst Zubehör an Hoff, Stallung, Schuppen und Garten, alß sein Vermächtniß haben und bekommen soll.“ Schröter erklärte im gleichen Schreiben die Annahme dieses Erbteils

Da das Testament rechtskräftig war, wurde Therkorns Bitte, den Erbschein abzuändern abgelehnt. Dennoch hielt sich Therkorn an die mit Schröter getroffene Vereinbarung und beantragte am 6. August die amtliche Bestätigung der Schenkung und der Erblehen für die vereinbarten  Grundstücke und  Äcker am Jochenberg und Äbtischen Holz.

Therkorn selbst behielt den Hausrat, neben ¾ vom Zinn-, Kupfer- und Messinggeschirr, einiges an Silberzeug wie Degen, Schnupftabakdose, Messer und Löffel, das Porzellan, das gesamte Tischler-, Schlosser-, Uhrmacher-, Schmiede- und Drechslerwerkzeug, eine „Feuer-Maschine“, eine „Camera obscura“ und eine „Copier-Maschine“.

Schröter fühlte sich nun hintergangen, nahm sich einen Advokaten, der „hereditatis petitiones“  eine Erbschaftsklage anstrengte.

„Wahr und hat vorrubrizirter Herr Kläger  aus einem untern 16. Juni 1777 in betreff den von dem Kurfürstl. Sächs. Bergrat J. H. Borlach zu Kösen nachgelassenen Vermögens, errichteten Contracts auf dessen Erfüllung, so weit es noch nicht geschehen, und  Herausgabe eines deshalb nötigen zu recht beständigen Inventariums oder eydlicher Specification über das gesamte Borlachsche Vermögen usw. in Beziehung auf das Vermächtnis vom 21. Febr. 1777 entgegen obbenannten Herrn Beklagten….“

Die Begründung umfasste 125 Punkte. Als Zeugen benannte er den Advokaten Kayser, der das Borlachsche Testaments beglaubigt hatte und den Salzsieder Törpsch, den Therkorn gedrängt habe, Borlach beim Abfassung des Testaments zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Am 17. Juni 1781 wurde die Klage vor dem Dom-Sozietäts-Gericht zu Naumburg verhandelt. Die Klage wurde abgewiesen, weil Therkorn die Schenkungsvereinbarung in allen Punkten erfüllt habe und Schröter nichts weiter zu erwarten hätte. Schröter gab sich damit nicht zufrieden und wandte sich an die nächsthöhere Gerichtsinstanz, den kursächsischen  „Schöppenstuhl“ zu Leipzig.

Doch Therkorn erlebte die Entscheidung des Gerichts nicht mehr. Als er sein Ende nahen fühlte, bestimmte er als letzten Willen.

Im Namen der Heiligen und Hochgelobten Dreieinigkeit.  

Da es dem lieben Gott gefallen, mich nach seinem heiligen Willen, den ich auch in (.) Stunden in kindlicher Demuth verehre, seit einiger Zeit aufs Krankenbett zu legen, und ich auch bey den besten Anschein naher Hülfe und zu hoffender Wiedergenesung in der Hand des Herrn über Leben und Tod stehe, und nicht wissen kann, wie lange dieselbe mir das Ziel meiner Tage bestimmt hat, so erachte ich es für Pflicht in Zeiten und obzwar bey schwachen Körper iedoch aber bei guten, mir durch göttliche Gnade annoch verliehenen Seelen-Kräften mein Hauß zu bestellen, und auf alle Fälle durch eine letzten Willens-Verordnung zu disponiren, wie es nach meinen seeligen Absterben, der liebe Gott mag um das Ziel meines Lebens bestimmen und wie es ihm nach seinen unerforschlichen Willen und allemahl guten und zu verehrenden Willen gefallen, gehalten werden soll.

Vor allen Dingen aber befehle ich meine unsterbliche, durch das treue Leiden des Herrn und Heilands Jesu Christi erlöste Seele in die treuen Vater-Hände des allmächtigen Gottes, in der gewißen Zuversicht, daß der barmherzige Gott mir meine Schwachheiten aus Gnaden vergeben und meine durch das Verdienst meines Erlösers theuer erkaufte Seele nach meinen Abschiede  aus dieser Zeitlichkeit.

Er gebiethe solchen, wenn Er will, in sein Gnadenreich  aufnehmen werde, meinen gebrechlichen Leib aber empfehle ich dem Schoß der Erde und zweifle nicht, daß meine liebe Ehegattin besorgt seyn werde, mich, wenn mich Gott aus dieser Zeitlichkeit zu sich rufen sollte, nach christlichen Gebrauche zu meiner Ruhe-Stätte bringen zu laßen.

Was nun meinen zeitlichen durch die Güte Gottes erhaltenen Nachlaß anbetrifft, so sehe ich meinen mit meiner geliebten Ehegattin Frau Johanna Christiane Emilie Victoria Therkornin geb. Beckerin erzeugten einzigen lieben Sohn Christian August Therkorn und falls es dem lieben Gott gefallen sollte, mit  derselben mehrere Kinder zu schencken, auch diese zu meinen mehren und alleinigen Universalerben meines sämtlichen beweglichen und unbeweglichen Vermögens, es habe Namen wie es nur wolle, nichts davon ausgeschloßen, titulo instituiones honorabili, hiermit und Kraft dieses an, wobey ich iedoch annoch folgendes aus guten und wohlgemeinten Absichten hiermit verordne und zwar ist.

1.)

Mein guter und wohlbedächtiger Wille, daß meine geliebte Ehegattin (.), welche mir iederzeit alle eheliche Liebe und Treue erwiesen, und von deren guten und zärtlichen Gesinnungen gegen mich ich vollkommen überzeugt bin, bey den gute Vertrauen, daß selbige mein mir von Gott geschenktes Vermögen so gut als möglich zu ihrem eignen und unseres Kindes Besten zu erhalten und solches treulich zu verwalten Bedacht nehmen, auch mein gedachtes Kind oder wenn Gott mir davon mehrere schencken sollte, auch diese mit einem treuen mütterlichen Herzen, wohl und christlich erziehen, selbigen etwas Rechtschaffenes und wozu sich Fähigkeiten zeigen werden, erlernen laßen und es diesfalls an allen dem, was hierzu erforderlich ist, nicht fehlen laßen werde, nicht nur bis zur erlangten  Majorenite gedachten meines Sohnes und Universalerben, sondern auch ferner auf ihre Lebenszeit der freyen und uneingeschränkten Weise auch von meinen gesamten Vermögen liegend und fahrend, nichts daran ausgeschloßen, ohne hiervon meinen Sohn und Erben oder deßen Vormunde oder wer es auch sonst sei, Rechenschaft ablegen zu dürfen, haben und erhalten soll, falls selbige nach meinen seeligen Absterben im Witwenstand verbliebe und nicht mehr heyrathen und solchernach unsern geliebten Sohn, den einzigen Zweige unserer ehelichen Liebe, mein nachgelaßenes Vermögen zu conferiren sich angelegen sein  lassen wird.

2.)

Sollte aber meine geliebte Ehegattin als welches ihrer eigenen Überlegung ohne ihr hierunter die geringste Vorschrift zu machen, überlaßen wird, für zuträglich befinden, nach meinen dereinstigen Ableben zu einer anderweiten zur Beförderung ihres zeitlichen Wohles nützliche Verheyratung zu verschreiten, so wird sich selbige nach ihre guten Einsicht von selbst bescheiden, daß auf solchen Fall eine andre meinen Sohne ersprießliche Vorsehung von mir zu treffen nöthig sein wird.

Auf diesen Fall verordne ich nun in Kraft dieses, daß meine geliebte Ehegattin (.) von meinem gesamten beweglichen und unbeweglichen Vermögen mehr nicht als portionem statutariam welche nach hiesigen Chursächßischen Landes-Gesetzen in dem gegenwärtigen Falle, da uns Gott ein Kind und Erben geschenckt hat, den vierten Theil meines gesamten Vermögens beträgt (.)

3.)

Verordne ich, daß meine geliebte Frau auf dem im 1ten § dieser meiner letzten Willens-Disposition bestimmten Fall, wenn sie nämlich nicht wieder heyrathet von meinem Sohn und Erben oder deßen Vormunde die Fertigung eines gerichtlichen Inventarii über mein Vermögen oder die Ausantwortung eines eydlich zu bestärckendes Verlaßenschafts-Verzeichnißes, welches ich derselben hiermit ausdrücklich erlasse, nicht angesonnen werden soll.

Daferne sich aber der im 2ten § dieser Disposition enthaltene Fall ereignen und meine geliebte Ehegattin zur zwoten Ehe zu verschreiben sich für zuträglich befunden würde, und folglich eine Seperatio portionius Statutariae von meiner meinem Sohn und Universalerben zugefallenen Verlaßenschaft, welche statuarische Portion, ohne die Kräfte der Verlaßenschaft  vorher zu prüfen, zu übersehen und das Gantze zu beabsichtigen sich nicht bestimmen laßen dürfte, auf solchen würde sich zwar meine geliebte Ehegattin nicht entbehren können, ein richtiges und gewißenhaftes von einem in der Sache verständigen Mann, iedoch nur außergerichtlich zu fertigendes und in gehörige Form zu bringendes Verlassenschafts-Verzeichnis, so wie mein Vermögen, sogleich nach meinem seeligen Absterben, situirt gewesen und welches dießfalls zur Richt-Schnur anzunehmen sein würde, in Bereitschaft zu halten (.) Auf diesen fall aber ist auch zugleich mein ernstlicher Wille, daß meine liebe Frau, von deren guten christlichen und gewißenhaften Gesinnung ich sehr wohl überzeugt bin, keine eydliche Bestäcrkung eines dergleichen zu fertigenden Verlassenschafts-Verzeichnißes angesonnen, sondern solches von meinen Sohn oder deßen ihm solchen Fall besonders zu bestellenden Vormunde, auf mütterliche Treue und Glauben angenommen werden solle.

4.)

Im Fall auch von meinen nachzulaßenden Vermögen ohne ihr Verschulden bey guter zu deßen Conservation bezeigten Sorgfalt, etwas zu Grunde zu gehen, verlohren und eingebüßt werden sollte, soll meiner lieben Frau solches keineswegs von der ihr, sich ereignenden und im 2ten § dieser meiner Disposition bestimmten Falls zukommenden Erb-Portion zugerechnet werden, sondern ihr dennoch Partio statutaria unverkürzt verbleiben. Endlich und

5.)

Will ich, daß meine liebe Frau (.) mit dem im 1ten § dieser Disposition bestimmten Fall, wenn sie nämlich im Witwen-Stande verbleibet, meines Sohnes und Erbens Christian Augusts Vormündin seyn und bleiben soll.

Wie nun alles dieses meine wahre und wohlbedächtiger Willens-Meynung ist, von welcher ich will, daß falls  solche nicht als ein zierliches Testament angesehen werden sollte, doch als ein fidei commiss, Codile-Schenkung, auf den Todtesfall oder  anderer zu Recht beständiger  letzter Wille gültig seyn und bestehen soll. Also habe ich auch solches durch die Hand eines vertrauten Freundes, dem ich solche deutlich und umständlich aus eigener und ungezwungener Bewegung ersucht, in gegenwärtiger Form zu Pappier bringen laßen und solche nach beschehenen deutlichen vor- auch eigenen wiederholten Durchlesen allenthalben meinen guten Absichten und Wünschen angemeßen befunden und diese meine letzte Willens-Disposition eigenhändig unterschrieben und besiegelt in der Meynung, solche dem Churfürstl. Sächß. Wohllöbl. Amte Pforta gegen welches ich mich auch darzu bekennen will, mit der darauf gemachten Bemerckung, daß hierinnen mein letzter Wille enthalten sei, in einen versiegelten Couvert zu übergeben, mit dem Ersuchen darüber allenthalben treulich zu halten.

So geschehen, Kösen 26ten August 1782                  Carl August Therkorn

Das Schöppengericht hatte inzwischen entschieden, dass der Verklagte also Therkorn einen Abschwörungseid vor dem zuständigen Amtmann leisten sollte, um die Klage zu entkräften. Doch da der verstorben war, wurde nun die Witwe als Vormund des Universalerben am 20. August 1783 aufgefordert, binnen 8 Tagen den Abschwörungseid vor dem Amtmann in Pforta zu leisten.

Daraufhin erteilte die Witwe dem ortsansässigen Advokaten Johann Christian Gotthelf Hübsch das Mandat, sie zu vertreten.

Kösen, den 2ten October 1783

Hochedelgebohrene, Beste und Hochgelahrte, Hochgeehrteste  Herren Doctor und AmtmännerHochedelgeb. haben mich in anhängigen Rechts-Sachen des Herrn Conducteur Johann Christian Schröter, Kläger eines, entgegen meinen seeligen Ehemann, den Conducteur Carl August Therkorn, Beklagten andern Theils, auf das ersten unterm 18. August a. c. wegen Leistung der in dem eingelangten Interlocute zuerkannten Eyde gethane Erklärung zu Vorstellung meiner hierbey ferner habenden Rechts-Nothdurft innerhalb 8 Tagen zu veranlaßen beliebtet.

Aus der von dem Conducteur Schröter zu denen Acten eingereichten Schrift ist nun wahrzunehmen wie derselbe in denen irrigen Gedancken stehet, daß mich sogar selbst das  von meinem seeligen Ehe-Herrn errichtete Testament darzu verbindet, den in dem (.) Interlocute demselben zuerkannten Eyd sowohl in Rücksicht meiner selbst, als auch für meinen unmündigen Sohn zu leisten und zwar am folgenden von klagenden Herrn Cond. Schröter vermeintlich angeführten Rechts-Gründen.

1.) Weil mir von meinem seeligen Ehemann vermöge des von demselben errichteten Testaments und 1ten §-Puncte der Nießbrauch seines gesamten Vermögens auf meine Lebenszeit vermacht und vorbehalten worden und

2.) Weil sich durch eben diese letzte Willens-Verordnung zum Vormünderin meines mit meinem seeligen Ehemann erzeugten unmündigen  Kindes und Erbens Christian August Therkorns gesetzet worden sey, zu welcher Vormundschaft ich mich dann auch bereits verstanden hätte.

Allein beyde nurgedachte vorgebliche Rechtsgründe dürften meines Erachtens wohl schwerlich auf irgend eine Weise Bewegungs-Ursachen abgeben, welche mich zu Leistung derer in den erwähnten Zwischen-Urteil meinen seeligen Ehemann zuerkannten Eyde auf einer gesetzmäßigen Art verbinden könnte. Denn

Quod. I) So wird klagender Hr. Cond. Schröter wohl schwerlich eine Stelle in der Proceß-Ordnung oder sonsten in Chur-Sachßen angenommenes und geltendes Gesetz anzuführen vermögend seyn, welches einem Nießbraucher die Obliegenheit auferlegte, die Handlungen des Testierers dergestalt zu vertreten, daß derselbe die Proceße in der Lage in welcher sich solche nach seinem Absterben befinden, fortzustellen und statt des Testierers zu Ablegung eines oder des andern Eydes welcher demselben in denen bey seinen Leben anhängig gewordenen Rechtshändeln  deferiret worden, angehalten werden könnte.

Herr Kläger scheint wohl hier bey seinen ganz unerwarteten Suchen den Erben und Nießbraucher und die Begriffe, welche mit dem letztern verbunden werden müssen, mit einander zu verwechseln. Daß nun aber nicht ich, sondern das mit meinem seeligen Ehemann erzeugte einzige Kind Christian August Therkorn der Erbe seines gesamten beweglichen und unbeweglichen Vermögens geworden sey, mir aber nur auf den Fall, wenn ich nicht wieder heyrathen würde und mithin nur Bedingungsweise der Nießbrauch davon beschieden worden, solches beweist sogar das von Herrn Kläger bey seinem eingereichten Exhibito in Abschrift aufgeführte Testament meines seeligen Ehemannes ohne weitere Aufklärung ganz einleuchtend.

Auch der von Herrn Kläger vermeintlich aufgeführte Umstand, daß unter meines seeligen Ehemannes nachgelaßenen Vermögen des Herrn Borlach Verlaßenschaft deßen Erbe mein verstorbener Ehemann worden sey, sich befinde, und daß ich nur das Vermögen meines verstorbenen Eheherrns, nicht aber das, was sich noch darunter annoch in Lite und  und aus der Borlachischen Erbschaft als angeblich Herrn Klägern und zu seinem geklagten Antheile gehörig befindet, nießbrauchen dürfte, kann zu der Entscheidung des gegenwärtigen von Herrn Klägern veranlaßten Suchens vor ihn nicht das allergeringste beytragen.

Zu dieser meiner Behauptung wie die Einsicht der, wegen des zwischen Herrn Kläger und meinen seeligen Ehemanne bey E. Hochedelgeb. als gnädigst hierzu verordneten Commissarien anhängig gewesenen Rechts-Streits ergangenen Acten die allersicherste Aufklärung geben.

Aus diesen ergiebt sich nun ganz einleuchtend, daß klagender Herr Conducteur Schröter keineswegs das von dem verstorbenen Herrn Bergrath Johann Hermann Borlach unterm 21. Februar 1777 errichtete und von Herrn Kläger bey seiner eingereichten Klage abschriftlich aufgeführten Testament, worinnen mein seeliger Ehemann zum Universal-Erben seines sämtlichen beweglichen und unbeweglichen Vermögens ernennet und eingesetzt worden, angefochten, oder aus diesem Borlachischen letzten Willen als ein Erbe an meinem seeligen Ehemann Erbschafts-Ansprüche gemacht habe.

Bloß und allein ein zwischen klagenden Herrn Conducteur Schröter und meinen seeligen Ehemann unterm dato Artern, den 10ten Juni 1777  angeblich errichteter und von Herrn Kläger bey der Klage abschriftlich inducirter Vertrag, dessen Nachtheil und eigentlichen Ursprung seines Daseyns, wovon in denen Acten genug gesagt worden, ich nicht untersuchen will, ist dasjenige woraus Herr Kläger seine vermeintlichen Ansprüche an meinen seeligen Ehemann hergeleitet und seine Klage darauf begründet hat .

Nach diesen Vertrage war nun Herrn Kläger unter gewißen von demselben zu erfüllenden Bedingungen, von meinem seeligen Ehemanne, als bereits von dem Herrn Bergrathe Borlach ernannten und eingesetzten Universal-Erben, falls der selbe in den ruhigen Besitz des Borlachischen sämtlichen Vermögens würde gesetzet worden seyn, von diesem Borlachischen Nachlaße:

1.) das neue Hauß mit Zubehör an Garten, Ställen und Schuppen

2.) vom baaren Gelde, nach dem sich mein seeliger Ehemann hiervon 8000 Thaler reservirt gehabt, dasjenige, was darüber sich vorfinmden werde, jedoch nur bis auf 16000 Thl., dergestalt, daß das über 16000 Thl. noch vorhanden seyn würde, meinem selligen Ehemanne verbleiben und klagender Herr Conducteur Schröter  unter 8000 Thl. nichts, bis 16000 Thl. aber den Überschuß über 8000 Thl. erhalten, und, daferne der Baarschaft sich über 16000 Thl. erstrecken würde, das übrige an meinen seeligen Ehemann zurück fallen soll.

3.) Die Instrumenten, das Fischer-Werckzeug und das Gewehr zur Hälfte und außerdem eine Wanduhr.

4.) Daß die Modelle so wie sie dermalen im neuen Hauße stehen, vor der Hand zu beyderseitigen Gebrauch in gedachten Hauße aufbehalten stehen bleiben sollen.

5.) Ein gemachtes Bette, Ein Viertheil von Wäsche, Zinn, Kupfer und Meßing und

6.) Das neu angebaute Stück Weinberg, bis an die Stein-Brücke.

zu schencken.

In der Klage selbst hat nun Herr Kläger ausdrücklich zugestanden, daß mein seeliger Ehemann seinem vorangeführtermaßen gethanen Versprechen ad. 1, 4, 5 und 6 nachgekommen sey auch daß er, Herr Kläger ad. 3 das Gewehr zu seinem Antheile völlig, sowohl auch die Wand-Uhr erhalten, auch hiernächst ad. 2 eingeräumet, daß er von dem ihm versprochenen Zwey Tausend Vierhundert Thaler von meinem seeligen Ehemann baar erhalten habe.

Nur hat Herr Kläger annoch in der wie wohl ganz irrigen Meinung gestanden, als ob er in Gemäßheit des, mit meinem seel. Ehemann getroffenen oberwähnten Vertrags

ad 2) nicht verhältnißmäßiges baares Ggeld, und ad 3) nicht verhältnißmäßigen Antheil von den Instrumenten erhalten habe.    

Dießes beydes ist nun dasjenige lediglich allein was Herr Kläger durch die wider meinen seel. Ehemann angestellte vermeintliche Klage  eigentlich gesuchet  und  diese beyde Punckte  sind und bleiben daher solange als Herr Kläger sich bey der , bey Angelegenheit  des rechtlichen Verfahrens von meinen seel. Ehemanne gethanen gewißenhaften Anzeige, nach welcher derselbe außer dem, was er mit Herrn Klägern nach deßen eigenen in der Klage liegenden Eingeständniße in Gemäßheit des erwähnten Vertrags, würcklich bereits getheilet hat, unter dem Borlachischen Nachlaße an baaren Gelde und zwar in einer Probier-Waage, annoch und zwar ein Mehres nicht als:

Vier Stück währenden Krieges ausgeprägten August Dor und Friedrich Dor, und Zwey Thaler ohngefähr gleichfalls währenden Krieges ausgeprägte und nachhero aus 3 Groschen herunter gesetzte Chur-Sächß. Viertel Stücke, vorgefunden, nicht weniger die nachgelaßenen Borlachischen mathematischen Instrumente und wie solche zwischen Herrn Kläger und meinem seel. Ehemanne in zwey gleiche Thiele vertheilet worden, namentlich angegeben und sich zur eydlichen  Bestärckung dieser seiner Anzeige  erbothen hat, nicht beruhigen will, der einzige Gegenstand des gegenwärtigen  von Herrn Klägern ganz ohne Noth zu nicht geringer Bekränckung meines gegen ihn so gut und wohltätig gedachten seeligen Ehemannses erregten ganz unbedeutenden und vorgeblichen Rechts-Streites, von welchem Herr Kläger durch allerley sich gemachte  solche Vorspiegelungen verleitet, am Ende  und wenn er genug gestritten haben wird, wie sich gar wohl übersehen  läßet, nicht nur nicht das allermindeste, mehr nach seinen Absichten erhalten , sondern auch durch Verwendung unnützer Kosten sein baares Geld hinwegwerfen dürfte.

Da nun gestalten Sachen nach Herr Kläger nicht den ganzen  Borlachischen  unter meines seel. Ehemannes nachgelaßenen Vermögen befindlichen Nachlaße viel weniger  aber solchen als Borlachischen Erbe in Anspruch genommen, am allerwenigsten aber der Rechtsbeständigkeit des Borlachischen Testaments welches meinen seeligen Eheherrn  mit Ausschluß seiner und aller anderer, welche sich etwa Rechnung gemacht den Herrn Bergrath Borlach zu beerben zu seinem alleinigen Universal-Erben ernannt, angesuchten, sondern vielmehr in Begründung auf oberwähnten Vortrag, das in seiner vermeintlichen Klage liegende Sachen lediglich darauf gerichtet:

Daß er nicht verhältnißmäßiges baares Geld und nicht hinlängliche Instrumente erhalten habe.

So liegt es wohl in der natur der gegenwärtigen Sache von selbst mit sich, daß Herr Kläger nur den Borlachischen Nachlaß insoferne ihm nicht aus einigen Capitibus deßselben von meinen seel. Ehemanne etwas durch den ihm obgenöthigten Vertrag ausdrücklich versprochen worden und mithin um die ehemahls Borlachischen liegenden Gebäude, Silberwerck, Pretiosa, außenstehende Schulden, Bibliothec, Porcellain, Mineralien-Cabinett, Riße, Zeichnungen, Kupfer-Stiche und Schildereyen, Maschinen-Modelle, Uhrmacher-, Drechsler-, Schloßer- und Schmiede-Werckzeuge, Equipage, Pferde, Vieh und Geschirr, vorräthige Weine, Weingefäße, Kelter-Zeug, vorräthiges Getreide , Holz-Materialien, Kleidungs-Stücke und was   sonst zum Borlachischen Inventario gehörte, so wenig als auch vielmehro, nach der, seinem eigenen Geständniß nach ad 3 und 6 des Vertrages erlangter Befriedigung auch an Betten, Wäsche, Zinn, Kupfer und Meßing ganz und gar nicht sich zu bekümmern habe.  

Unter diesen Umständen nun hat wohl Herr Kläger gar nicht die geringste Ursache etwas Nachtheiliges weder für sich, noch mich, darinnen zu suchen, wenn mein seeliger Eheherr, nach seiner testamentarischen Disposition für gut befunden hat, mir mit der Verwaltung seines dem mit mir erzeugten unmündigen Kinde und Erben nachgelaßenen Vermögens überlaßenen Verwaltung, auch zugleich  den uneingeschränckten Nießbrauch daßselben zuzugestehen, zumal da das übrige Herrn Kläger nichts angehende von meinem seel. Ehemann nachgelaßenen Vermögens, mit Inbegriff des mit demselbenn verbundenen  und unter andern in beträchtlichen Immobilien, die vor erlangter Volljährigkeit  des Kindes ohnedieß nicht verkauft werden dürfen, bestehenden Borlachischen , allemal so beschaffen ist, daß das von meinem seel. Ehemanne nachgelaßene Kind und Erbe Herrn Klägern, wegen seiner ganz unbedeutenden Ansprüche responsable  seyn und bleiben kann.       

Wie nun die gegentheiligen Ausführungen, als ob ich verbunden sey, diesen Proceß mittelst Abschwörung der meinem seel. Eheherrn zuerkannten Eide, sowohl für meine Person, als auch für mein Kind hinauszuführen, als bloße zufällige Gedancken ohne Begründung auf Gesetze an seiten Herrn Klägers zu betrachten sind, also ist auch:

Quod II.) ganz zuverläßig wahr und richtig, daß ich auch als testamentarische Vormünderin  meines Kindes weder zur Zeit, noch überhaupt zu Ablegung derer meinem seel. Eheherrn durch das angezogenen Interlocut bereits nach seinem Absterben zuerkannten Eyde wieder meinen Willen gezwungen werden kann. Denn da ist zuvörderst:

a.) nicht unerwähnt zu laßen, daß ich zur Zeit höchsten Orts noch gar nicht zur Vormünderin meines unmündigen Kindes, sondern vielmehr demselben, wie bekannt, auf gnädigsten Befehl der Herr Floßschreiber Tostlöwe allhier, nach Maaßgebeung der gnädigst erlaßenen Vormundschafts-Ordnung, einstweilen zum Vormunde bestellt worden sey.

Es ist also gegenwärtig annoch zu voreilig, wenn Herr Klägers Suchen dahin gerichtet ist, mich als Vormünderin meines Kindes zu Ableistung der meinen verstorbenen Eheherrn zuerkannten Eides vorzuladen. Hernach so ist es

b.) bey mir noch nicht ganz ausgemacht und festgesetzet, ob ich die Vormundschaft über mein Kind annoch übernehmen werde oder nicht.

Denn ob ich wohl nach denen guten und wohlgemeinten in dem letzten Willen meines seeligen Ehemannes erkennen gegebenen Absichten, nach welchen ich von verschiedenen, vormundschaftlichen Obliegenheiten dispensiret worden, die Vormundschaft über mein Kind zu übernehmen gar kein Bedencken gefunden haben würde, so habe ich doch verschiedene neuerliche nach der Zeit durch die  ins Land gnädigst emanirte Vormundschaft erlaßenen Gesetze mit deren Übernehmung Anstand nehmen laßen und mich zugleich veranlaßet, dieserhalb bereits unterm 7ten August a.c. bey höchster Landes-Regierung demüthigst Vorstellung zu thun.

Hier wird nun die darauf zu gewarten habende gnädigste Resolution auch zugleich meine Entschließung, welche von der erstern lediglich abhängt, allererst auf ein Gewißes bestimmen. Auf alle Fälle mache ich mich

c.) nicht für verbunden, auch als Vormünderin meines Kindes betrachtet die in Frage stehenden Eides wider meinen Willen abzuschwören. Denn obgleich die Proceß-Ordnung ad Tit. XIIX § 4 disponirt:

Daß Vormünder (.) zu schwören admittiret werden sollen (.) daß auf den Fall, wenn der Vormund  dergleichen Eid abzulegen bereits ist, und für gut befindet, auf den Widerspruch des Gegentheils keine Rücksicht genommen und Vormündern  der ermangelnden Einwilligung des Gegentheils ungeachtet, dennoch zu Leistung des Eides zugelaßen werden sollen.

Daß nun aber hierbey kein ausdrücklicher Zwang für Eides-Leistung gegen die Vormünder zu gebrauchen sey, solches ist aus dem folgenden Inhalte des angeführten 4ten § der Proceß Ordnung wahrzunehmen (.)  

Hiernach folget nun ganz natürlich, daß wenn ich nicht bereits zur Vormünderin  meines Kindes bestellet, mich bereits zur Leistung des  Eides vorgeladen worden wäre, solchen Eid aber  nicht abschwören könnte oder wollte oder auch daran versäumte, solches nach ausdrücklicher Disposition der Proceß-Ordnung meinen unmündigen Kinde an seinem Rechte ganz unschädlich, folglich aber auch bey der Gewißheit, daß ich sothanen Eid nicht leisten werde, die Anberaumung eines Schwörungs-Termins als eine ganz vergebliche Handlung zu betrachten sey. Zugleich bestätiget sich aber auch das, was ich o. in Begründung der (.) Proceß-Ordnung mit Recht behauptet habe, daß nämlich Vormündern in Fällen wie der gegenwärtige ist, zwar wenn auch gleich Gegentheil darin nicht willigen wollte, und mithin in favorum der Unmündigen und zu deren Besten zu schwören admittirt, nicht aber wider ihren Willen darzu angehalten werden können, welches auch noch mehr durch die Praxin und Rechts-Sprüche nach welchen erkannt zu werden pfleget:

„Es bleibet aber dem Vormunde vor seine Pflegebefohlene den zuerkannten Eid abzulegen unbenommen, außer dem ist solcher so lange, bis diese das 18. Jahr ihres Alters erfüllet, auszusetzen.“

Ich habe daher der unzweifelhaften Hoffnung, daß E. Hochedegeb. Herrn Klägern mit seinem so unzeitigen als vergeblichen Suchen ab und solange bis mein unmündiges Kind und Erbe das 18te Jahr seines Alters erfüllet hat, zur Ruhe  zu verweisen, ihm auch die Abstattung derer hierdurch verursachten Unkosten anzusinnen geneigt seyn werden.

Endlich so will ich unter dem, was man sich dabey dencken konnte, noch das beste hoffen, daß klagenden Hr. Cobducteur Schröters seiner Imploration  angehängten Suchen, daß nämlich eine Publication der Gezeugniße, um das Haupt.Verfahren antreten zu können ohne Anstand verfahren werden möchte, aus bloßer Übereilung geschehen sey. Denn dieses kann und wird sich  doch derselbe wohl vorstellen, daß E. Hochedelgeb. Ohne daß ich dagegen zu protestiren Ursache habe, (.) in dem gegenwärtigen Interlocute  beyden Theilen zuerkannten Eide nicht abgelegte worden, mit Publication der Gezeugniße und Zulaßung des Haupt-Verfahrens mit einer verkehrten Ordnung des Proßeß gewiß nicht verfahren werden.

Übrigens verharre mit gebührender Hochachtung E. Hochedelgeb. ergebenste Dienerin

Johann Christiane Emilia Therkornin

Johann Christian Gotthelf Hübsch, Advoc.  

Die weitschweifige Begründung des Advokaten war nachvollziehbar und gesetzeskonform und demzufolge wurde die Leistung des Abschwörungseides ausgesetzt. Die Therkornin blieb unverheiratet und wohnte mit ihrem Sohn in dem von Borlach geerbten Anwesen am Lengefelder Fahrweg, gegenüber dem Schröter geschenkten „Neuen Haus“, wie aus einer Einwohnerliste aus dem Jahr 1789 hervorgeht.  

Als einige Jahre später der inzwischen zum Baumeister ernannten Schröter sein eigenes Ende nahen sah, bestellte er den  Advokaten Hübsch in sein Haus, da er an das Krankenbett gefesselt war, um seinen letzten Willen zu Protokoll zu geben. Einleitend zum aufgenommenen letzten Willen Schröters, stellte Hübsch zunächst seine Stellung als geschworener kaiserlicher Notar heraus.

Im Nahmen der allerheiligsten Dreifaltigkeit

Sey hiermit kund und zu wißen, daß nachdem im Jahre Ein Tausend Siebenhundert und Sieben und Neunzig nach Christi unsers Herrn und Heilands Geburth, in der XVten Römer-Zinszahl bey Herrsch- und Regierung des Allerdurchlauchtigsten, Großmächtigsten und Unüberwindlichsten Fürstens und Herrns Herr Francisi II. erwählten Römischen Kaysers, zu allerzeiten Mehrer des Reichs, in Germanien und zu Jerusalem, auch König der Königreiche Hungarn, Bohemi, Dalmatien, Croatien, Slavonien, Erz-Herzogs zu Oesterreich, Erzherzogs zu Burgund, zu Lothringen, zu Steyer, zu Kärnthen und Crain, Groß-Herzog zu Toscana, Großfürsten zu Siebenbürgen, Markgrafens zu Mähren, Herzogs zu Brabant, zu Lüneburg, zu Luxenburg, zu geldern, zu Würtenberg, zu Ober- und Niederschlesien, zu Meyland, zu mantua, Parma, zu Piacenza und Guastella, zu Calabrien, zu Bari, zu Montferat und zu Teschen, Fürstens zu Schwaben und zu Charleville, Gefürsteten Grafen zu Habsburg, zu Flandern, zu Tyrol, zu Hennegau, zu Kyburg, zu Görz und zu Gradiska, Markgrafen des Heilg. Röm. Reichs,  zur Burgau zu Ober- und Nieder-Lausitz, zu Pons a Mousson, zu Namur und zu Provence, zu Vaudemont, zu Blanckenberg, zu Zütphen, zu Saarwerden, zu Salm und zu Falckenstein, Herrns auf der Windischen Marck und zu Mecheln pp. meines allergnädigsten Kaysers, Fürstens und Herrns, S. Kayserliche Majestät (.) Regierung im Sechsten Jahre, am siebenden Tage des Monats November, der beym Churfürstl. Sächß. Salinen zu Kösen, gnädigst bestallte Baumeister und Herr Johann Christian Schröter mich den zu Ende benannten Kayserl. geschworenen  Notarium ersuchen laßen, daß ich mich zu Protocllierung seines von ihm zu errichtenden letzten Willens in seine Behausung bemühen, seinen Vertrag von ihm vernehmen, und das nöthige expediren möchte, ich aufhabenden Notariats-Amts halber  diesem Suchen gewillfahret, und mich sogleich nebst denen von mir zu dem Ende requirirten Sieben Zeugen in des Herrn Baumeisters Schröters Behausung allhier begeben, worauf derselbe besage der darüber von mir geführten Registratur welche nachstehend wörtlich also lautet:

Kösen, am 7ten Nov. 1797

Acto ließ mir, dem zu Ende benannten Kayserl. geschworenen  Notario, der bey den Churfürstl. Salinen gnädigst bestallte  Baumeister Herr Johann Christian Schröter, allhier wißen, daß ich mich in sein zu Anfange des  Dorfes Kösen gelegenes Hauß begeben und eine Disposition protocolliren möchte.

Hierauf habe ich keinen Anstand genommen, mich in ernannten Herrn Baumeisters nur beschriebenes Hauß, nachdem ich zu  dem vorhandenden Acte folgende Sieben Zeugen, namentlich Herr Erdmann Friedrich Senff, Salineneleve allhier, Herr Johann Christian Gotthhelf Hübsch, cand. Jur., Johann Carl Törpsch ersten Gradier-meister allhier, Meister Johann Christian hofmann, Seiler und Einwohner allhier, Johann Gottfried Schönburg, Zimmergeselle allhier, Johann martin Wolf, Kunstwärter allhier, und Johann Gottlob Biertümpel, Salzsieder allhier, requiriret, und zwar in deßen obern, gegen Morgen gelegener Stube  mit ernannten resp. Herrn Zeugen  zu begeben, da wir denn den Herrn Baumeister Johann Christian Schröter zwar kranck und im Bette liegend, jedoch denselben, nachdem er uns freundlich begrüßet, bey vollkommen guten Verstande angetroffen.

Bey unserm Erscheinen eröffnete uns derselbe hierauf, daß da ihn Gott gegenwärtig aufs Kranckelager geworfen, und er doch nicht wißen könne, wie es der Allerhöchste mit ihm fügen werden, so sey er gesonnen über das ihm von Gott geschenckte Vermögen zu disponiren, mit Bitte, daß ich der Notarius seinen Willen und Meinung protocolliren und sodann ein gewöhnliches Testament darüber abfaßen möchte. Wie er nun zu förderst seine durch das theure Blut unsres Herrn und Heilands Jesu Christi erworbene Seele Gott befehle, in der gewißen Zuversichtlichkeit, daß ihn derselbe zu Gnaden auf- und annehmen werde;

Also wolle er auch seinem Nachlaß seinem Bruder den Maurermeister Johann Gottlob Schröter, allhier zu seinem wahren alleinigen Universal-Erben seines gesammten beweglichen und unbeweglichen Vermögens nichts daran ausgeschloßen, unter dem ehrsamen Titel der Erbeinsetzung  ernennen, und einsetzen, dabey aber jedoch folgendes wohlbedächtig und ausbedungen:   

1.) Soll das Hauß, welches ernannter, sein Bruder Johann Gottlob Schröter seit verschiedenen Jahren bereits bewohnt hat, sein Vetter, der Maurermeister Johann  Gottlieb Werner, allhier, und deßen Ehefrau, seines verstorbenen ältern Bruders, des verstorbenen Maurermeisters Johann Gottfried Schröters nachgelaßener Tochter, Rosina Maria Wernerin geb. Schröterin und zwar, jedes von benannten Wernerschen Eheleuten solches zur Hälfte bekommen und zugeschrieben erhalten, dargegen soll aber Mstr. Werner und deßen Ehefrau schuldig und verbunden, ihr bis anhero gemeinschaftlich beseßenes im Dorf Kösen zwischen Mstr. Platzen und Büchners und Wolfs gelegenes Hauß, Hof, Garten, Stallung und alles  Zubehör, jedoch frey von Schulden und Hypotheken, sowie sein Hauß Schulden frey ist, an seinen vorbenannten Bruder und Erben  Tauschweise erb- und eigenthümlich abzutreten, und so bals als es gott gefallen sollte, über ihn zu disponiren, zuzueignen. 

2.) Da der Herr Baumeister Schröter an den ehemals väterlichen ebenfalls im  Dorfe gelegenen zwischen Mstr. Wernern und Mstr. Zeitscheln stehende Hauße, als auch an verschiedenen Feldstücken, an dem sogenannten Jochenberge bey Kösen annoch Antheil hat, der Nießbrauch daran aber bis anhero seinen Bruder- und Schwestern-Kindern von ihm überlaßen worden, so hat derselbe zu gleich erkläret, daß diese seine Bruder- und Schwester-Kinder alles das, was ihm dem Herrn Baumeister an nurbeschriebenen Hauße und Felde als Miterben zustehet, so wie sie solches bis anhero genutzet und gebrauchet, nach seinem dereinstigen Absterben erb- und eigenthümlich haben und behalten sollen.

3.) Wolle er bemerckt wißen, daß einer von seinen Brüdern Christoph Friedrich Schröter schon seit vielen Jahren außerhalb Landes gegangen, und unter glücklichen Umständen seinen festen Sitz als Landbaumeister zu Abo gefunden. Da nun Gott diesen besonders gesegnet, so habe er um so weniger für nöthig befunden, diesen in seinem letzten Willen zu versorgen, da derselbe wahrscheinlich seit geraumer Zeit verstorben seyn dürfte.

4.) Soll obbenannter Mstr. Werner und deßen Ehefrau die Wolfische und Hofmannische jede über Siebenzig Thaler an ihm ausgestellte Schuldverschreibungen, welche er Mstr. Werner bereits behändiget habe, als ein Vermächtnis haben und als ihr Eigenthum bekommen.

5.) Sollten sich noch etwas Schulden finden welche von ihm gefordert werden könnten, so soll solche, wie es ohnedem Rechtens sein eingesetzter Universal-Erbe Mstr. Johann Gottlob Schröter allein tragen.  

Nachdem nun der Herr Baumeister Schröter, nach beschehenen deutlichen Vorlesen nochmals versichert hat, daß dieses Protocoll und sein in solchem enthaltener Wille seine wahre meinung sey, so ist solches treulich anhero bemercket und von denen gegenwärtig gewesenen Zeugen unterschrieben worden.

Johann Christian Gotthelf Hübsch, Notar. publ. Caes. jur. in Sax.  

Erdmann Friedrich Senff als erbetener Zeuge, Johann Christian Gotthelf Hübsch als Zeuge, Johann Carl Törpsch als Zeuge, Johann Christian Hofmann als Zeuge, Johann Gottfried Schönburg als Zeuge, Johann Martin Wolf, Joahnn Gottlob Biertümpel.

Eodem bittet der Herr Baumeister Schröter beym Verlesen vorstehendes Protocolls und zwar des dritten Punckts zu bemercken, sei daselbst benannter Herr Bruder zu Abo habe sogar vorlängst sich schriftlich gegen ihn, den Herrn Baumeister erkläret, daß er von seinem Nachlaße nichts verlangen, welche in Beyseyn der Zeugen gethane Äußerung er noch  zu registriren gebethen.

Wie aus einer Aufstellung aus dem Jahr 1789 hervorgeht, wurde der Baumeister und Erblasser als Hauseigentümer der Nr. 31 geführt, was der Borlachstraße 1 entspricht und wo auch sein Bruder und Universalerbe wohnte. Ihr gemeinsames Elternhaus hatte die Nr. 5 (nach der Flurkarte von 1765 die Nr. 20 und 20 a) und erstreckte sich über vier Bauplätze, die heutigen Grundstücke Borlachstraße 13, 15, 17 und 19. Das hatte der bereits verstorbene Bruder der Maurermeister Johann Gottfried Schröter seinem Schwiegersohn und dessen Ehefrau vererbt. Das Wernersche Ehepaar sollte nun mit ihrem Oheim die beiden Häuser tauschen. Somit kamen die Werners in den Besitz des später sog. „Stadtgutes“. Die Wernerschen Nachkommen waren im 19. Jahrhundert sowohl Maurermeister als auch Inhaber der Ökonomie.

Nachdem nun Therkorn und Schröter verstorben waren aber das Gerichtsverfahren immer noch nicht beendet war, vereinbarten nun die Nacherben, der Vormund des immer noch nicht volljährigen Sohnes Therkorns und der Bruder Schröters die Leistung des Abschwörungseid.

Kösen den 21ten Febr. 1798

Eid des Verklagten

Ich Christian August Therkorn schwöre hiermit zu Gott dem Allmächtigen und Allwißenden dießen wahren theuren Eid; daß ich nicht anders weiß, noch glaube und dafür halte, als daß mein verstorbener Vater und Erblaßer, der Hr. Conducteur Carl August Therkorn bey dem in Rechts-Sachen seiner, Anklagtens an einem, entgegen den Hr. Baumeister Johann Christian Schröter, Klägern am andern Theil geführten Beweisniße, sich der Eides-Delation zu seiner wahren Nothdurft bedienet, und Hr. Klägers Gewißen gefährlicher Weise nicht gerühret habe. So wahr mir Gott helfe und dein heiliges Werk Jesus Christus-Amen.

Haupteid

Ich  Johann Gottlob Schröter schwöre hiermit zu Gott dem allmächtigen und allwißenden diesen wahren Eid; daß ich nicht weiß und auch nicht glaube und dafür halte, daß der Herr Bergrath Johann Hermann Borlach insbesondere weder gegen meinen verstorbenen Bruder und Erblaßer, den Conducteur und nachherigen Baumeister Hr. Johann Christian Schröter, noch gegen  Hr. Beklagten , den verstorbenen Hr. Conducteur Carl August Therkorn irgend jemahls die Gesinnung zu erkennen gegeben habe (.) zum Besten (.) Beklagtens auf dem Chur-Fürstl. Amte Pforta niedergelegtes Testament wieder zurück zu nehmen und solches dergestalt abzuändern entschloßen sey, daß mein genannter verstorbener Bruder mit Hr. Beklagten zu gleichen  Theilen, als Erbe benannt und eingesetzt werden solle;

Daß ich nicht weiß noch glaube und dafür halte, daß die mit Hr. Beklagten am 12. Juny 1777 zu Burkersroda gehaltene Zusammenkunft von meinem Bruder in Vorschlag gebracht worden sey, und mein Bruder eine Schenckung verlangt habe, Hr. Beklagter auch keinesweges aus freyen und ungezwungenen Willen oder aus eigener Bewegung, sondern lediglich durch meines Bruders listige Beredungen , als ob der Hr. Bergrath Borlach sein gedachtes Testament wieder zurück nehmen und solches zu meines Bruders Vortheil abzuändern entschloßen sey, sich ganz wider seinen Willen gezwungen gesehen, den von meinen Bruder bey seiner Klage zu Grunde gelegten Schenckungs- und Zueignungs-Vertrag nicht nur zu unterreden, sondern auch solchen zu unterschreiben;

Auch schwöre  ich, daß ich nicht weis noch glaube und dafür halte, daß Beklagter Hr. Conducteur Therkorn bey seiner  am 24ten July des gedachten 1777ten Jahres erfolgten Ankunft, den Hr. Bergrath Borlach außerordentlich schwach und krank und sich seiner ganz unbewußt und Verstandeslos angetroffen habe, und daß mein Bruder während der Zeit, als der Hr. Bergrath Borlach in den letzten Zügen seines Lebens ohne Verstand darnieder gelegen, sich nicht nur bey demselben und in deßen Hauß sowohl bey Tag als Nachts beständig gegenwärtig befunden und es während der zeit besonders des Haupt-Schlüßels sich bedienet, sondern auch nach deßen am 26. July 1777 erfolgten Absterben, einige Wochen hindurch in dem Borlachischen Hauße ebenfalls sowohl bey Tag als Nachts dergestalt verblieben, daß Beklagter Hr. Conducteur Therkorn ohne meines Bruders Vorbewußt- und Beysein in kein verschloßenes Zimmer kommen können;

Daß ich nicht weis noch glaube und dafür halte, daß mein mehrgedachter Bruder und Erblaßer sogleich nach des Herrn Bergrath Borlachs Absterben, und als deßen Leichnam annoch in dem Zimmer, wo derselbe verstorben, gelegen, Hr. Beklagten zu erkennen gegeben, daß sie doch zusehen wollten, was der Hr. Bergrath Borlach an baaren Gelde verlaßen hätte, und mein Bruder zu dem Ende dem damaligen Bedienten des Hr. Bergraths Karl Törpischen geheißen, die Schlüßel zu den Geldbehältnißen zu holen, und daß auf ernannten Törpisch solchen meinem Bruder überbracht habe;

Daß ich nicht weis noch glaube und dafür halte, daß mein Bruder und Hr. Beklagter bey der kontraktmäßigen Theilung des gemeinschaftlich aufgefundenen baaren Geldes, auf folgende Art zu Wercke gegangen, daß nämlich Hr. Beklagter in meines Bruders Gegenwart, die sich von dem Borlachischen nachgelaßenen baaren Gelde vorbehaltenen 8000 Thaler abgezählt und abgesondert, alles übrige vorgefundene Borlachische baare Geld hingegen, weil sich bey dem damit gemachten Überschlage veroffenbaret, daß der Überrest die Summe von 16000 Thaler nicht übersteigen, und Hr. Beklagter insofern in den Vertrag erfüllen wollen, mehr nicht als 8000 Thaler erhalten können, meinem verstorbenen Bruder und Erblaßer, überlaßen, von diesem meinem Bruder alles Geld, so nach Absonderung der Hr. Beklagten verbliebenen 8000 Thaler vorgefunden worden und sich nach meines Bruders eigenem Geständniß auf 2400 Thaler belaufen, sogleich in Empfang genommen und von meinem Bruder selbst in einem besondern Koffer verschloßen, die hierzu gehörigen Schlüßel aber von ihm in Verwahrung behalten, auch einige Zeit  darauf, das gedachte von meinem Bruder in Empfang genommene Geld in seine Wohnung gebracht worden, und mein Bruder sich damahls mit dieser zwischen ihm und Hr. Beklagten vorgegangenen Theilung, zufrieden gegen Hr. Beklagten erwiesen, und dagegen nicht das mindeste eingewendet;

Auch schwöre ich, daß ich nichts weis noch glaube und dafür halte , daß mein verstorbener Bruder  sehr wohl geäußert, daß außerdem was zwischen ihm und Hr. Beklagten Hr. Conducteur Therkorn vertheilet worden, weiter nichts als annoch zwey alte (.) und eine Mansul von den Borlachischen mathematischen Instrumenten vorhanden sey:

Daß ich auch nicht weis noch glaube und dafür halte, daß Hr. Beklagter außer dem wozu er sich durch den Vertrag verbindlich gemacht, meinem Bruder noch viel mehr von dem Borlachischen Nachlaße  geschencket habe und daß er ihm einen silbernen Degen, eine silberne Schnupftabak-Dose, ein Paar silberne Meßer, einen silbernen Löffel, alles Porcellain so unter dem Nahmen Ausschuß begriffen wird, und ein halbes Dutzend gute Stähle, auf sein geäußertes Verlangen geschenckt habe.

Daß ich nicht weis auch nicht glaube und dafür halte, daß mein verstorbener Bruder das ganze  Fischer-Werckzeuges seit des hr. Bergrath Borlachs Absterben, sich allein angemaaßet, solches an sich behalten, allein und mit Ausschluß Hr. Beklagtens genommen une behalten,

Daß ich nicht weis auch nicht glaube und dafür halte, daß mein Bruder das Schloßer-, Uhrmacher-, Schmiede- und Drechsler-Werckzeug, nebst allerley Maschinen, worunter unter andern eine Feuer-Maschine , und dergleichen mehr befindlich, sich angemaaßet, solches sich als seines Eigenthums bemächtigt, genutzet und in seinen Beschluß genommen, solches bis zu seinem Ableben an sich und Hr. Beklagten vorenthalten habe.                  

Ferner schwöre ich, daß ich nicht weis, auch nicht glaube und dafür halte, daß das durchgezählte Geld sämtlich in einen Beutel gethan worden, mein Bruder diesen Beutel wider Wißen  und wollen Hr. Beklagten geöffnet, und das unter dem Golde, welches mein Bruder nach geöffneten Beutel, und erbrochenen Siegel, Beklagten Hr. Conducteur Therkorn endlich wieder zugestellet, auf 20 Stück, während des Siebenjährigen Krieges ausgeprägte, sehr geringhaltige, und beym flüchtigen Überzählen, und Einsiegeln gedachten Geldes in dem Beutel, nicht bemerckten August de Or darunter sich befunden, welche mein Bruder Hr. Beklagten bey der Rückgabe für voll das Stück zu 5 Thaler gezählet.

So wahr mir Gott helfe, und sein heiliges Wort Jesus Christus, Amen

(.) dieses Protocoll nach beschehenen Vorlesen mittelst Unterschrift genehmigt  

Friedrich August Christian Nebbe, Heinrich Julius Gnappert als Vormund des minderjährigen Christian August Therkorn, Johann Gottlob Schröter.

Da die beiden Erben ihre Unkenntnis und Unwissenheit beschworen, endete der Streit um den Borlachschen Nachlaß, 20 Jahre nach dessen Tod ergebnislos und die Parteien blieben im Besitz dessen, was sie noch vor Borlachs Tod untereinander  vereinbart hatten.  Um das Borlachsche Grab auf dem Pfortaischen Gottesacker kümmerte sich allerdings keiner der Erben, das Gewölbe verfiel, wurde nach Ablauf der Liegezeit aufgegeben und nichts erinnert mehr an die Stelle, wo die Brüder ihre letzte Ruhe fanden.  Nur an den Baumeister Schröter erinnert das von ihm erbaute Gradierwerk auf dem Rechenberg. 

 

April 2016

Quellen LHASA MD Rep. Pforta D 34 Anh. 1 Nr. 3910, 4123, 4262