Der Briefverkehr der Naumburger Kaufmannsfamilie Tuschner 1829 bis 1850

Copier-Buch

Das Buch enthält die Abschriften des Briefverkehrs des Naumburger Kaufmannsfamilie Tuschner aus den Jahren 1829 bis 1849. Der Familie gehörte das Haus Herrengasse 24, wo sie ihr Gewerbe als   „Bandagisten“ und Handschuhmacher ausübten. Daneben handelten sie mit Hosenträgern, Krawatten und Halsbinden und richteten in ihrem Haus eine öffentliche Badeanstalt ein. Neben der Geschäftspost geben die Briefe Auskunft über finanzielle und  familiäre Angelegenheit.

(Rechtschreibung und Grammatik, da wo es dem besseren Verständnis dient, geringfügig geändert)

Mai 2020  

 

Mit Gott 1829

1.) An den Kgl. Preuß. Oberlandesgerichts-Referenten, Hauptzollamtsjustitiar und Patrimonialrichter H. Triebel, Wohlgeb. in Mühlberg                   Naumburg 5. 1.1829

  1. Wohlgeb. verblieben mit den, kurz vor Ihrer Abreise von hier bei mir entnommenen Summe von 1 Taler, 4 Groschen*, und zwar für 1 Paar weiße Handschuh, 16 Groschen für 1 Paar waschlederne 8 Groschen, 4 Pfennige und 4 Paar zu waschen, 4 Groschen, bei mir im Reste. Auf jeden Fall ist diese Kleinigkeit demnach von Ihnen vergessen worden, und ich bitte daher, mit meine Freiheit mit der ich es wage, obige Rechnung Ihnen ins Gedächtnis zurück zu rufen, nicht ungütig aufzunehmen. Sie werden die Gewogenheit haben, Sactum p. Post, mir gefälligst zu übermachen und die Versicherung meiner größten Hochachtung zu genehmigen, mit der ergebensten zeichnet   G. T.

 

* 1 Taler rheinländisch zu 24 (auch 30) Silbergroschen

 

2.) Herrn Assessor Degen, Wohlgeb. in Weißenfels             Naumburg 2. 1. 1829

Beifolgend habe ich die Ehre, die Ihnen noch schuldende Summe von 57 Talern, 8 Groschen, zu übermachen. Gar zu schlechte Geschäfte an vergangener Wintermesse nötigten mich, wieder meinen Willen vor Ihnen zum wortbrüchigen Mann zu werde, ich hatte jedoch das Zutrauen  zu Ihrer gütigen Nachsicht , mir noch die kleinen Frist von 3 Wochen als bis jetzt gewährt zu haben. Leider wurde ich aber eines andern gewahr, da die ganz grobe und gemeine Aufführung Ihres Hr. Neffen auf meiner Stube mich in Zweifel setzten, ob diese Aufführung ein eigenmächtiges Benehmen, oder  - aber ich besitze zu viel Achtung für Sie, um zu glauben, daß diese Behandlung ihn durch Sie anbefohlen worden wäre; und diese Achtung nebst der Rücksicht auf ihre nahe Blutsverwandschaft mit Ihnen hat er es auch zu danken, daß ich ihn nicht ohne alle weiteren Formalitäten beim Arm genommen und zur Tür hinaus geführt habe. Noch glaube ich nicht, mich unter die, leider in der Anzahl genug vorhandener Debitoren machen zu dürfen, welche nur darauf ausgehen, ihre Kreditoren zu betrügen, noch darf kein Mensch auftreten, und mich eines Pfennigs Betrug zeihen, aber nicht immer ist der Geschäftsmann , selbst bei den besten Willen fähig, Wort zu halten. Ich bin daher auch keineswegs gewohnt, eine solche grobe und massive  Behandlung nicht gern von einem gemeinen Menschen, geschweige  von einem zu ertragen, welcher  Ansprüche auf  höhere Achtung und auf die Versetzung in eine bessere Klasse der Menschheit  machen zu können glaubt. Ich gestehe Ihnen daher auch frei, daß so lange obiger Mensch in Ihren Diensten ist, ich kein Geschäft mehr mit Ihnen machen werde, ich Sie auch nicht mehr empfehlen kann, was so viel Sie  selbst  wissen, sehr viel geschehen ist, um sowohl mich als jeden andern vor dem unangenehmen Fall einer ferneren solchen Behandlung zu sichern, welcher wie schon gesagt, oft bei  dem besten Willen  bei jeden Menschen eintreten kann.

Übrigens empfiehlt sich Ihnen mit größter Hochachtung   T.

 

3.) S. Wohlgeb. dem Herrn und Grafen v. d. Schulenburg auf Burgscheidungen   5. 1. 1829

Ich nahm mir im Juli 1827 die Freiheit, dem Herrn Sekretär Tiersch meine Jahresrechnung über die von mir an Dero Gnaden Untergebenen in dem Zeitraum v. 9. Febr. 1826 bis 9. Juli 1827 verabreichten Handschuhmacherarbeit zu überreichen. Am 6. Aug. erhielt ich hierauf abschlägig 10 Taler und es verblieb ein Rest von 3 Taler, 14 Gr. mit der Eingabe der neuen Rechnung am Sept. 1828 war dieser Rest wieder bis zur Summe  v. 8 Taler, 10 Gr. emporgestiegen. Nachdem ich dann den Herrn Sekretär einigemal erst freundschaftlich später ernstlich  um die Berichtigung  der Summe von 8 Talern, 10 Gr. ersuchte, zuletzt  sogar drohte, mich an E. Hochgeb. selbst zu wenden, so ist trotzdem bis jetzt mir weder Antwort, noch obiger Betrag geworden, und ich bin daher jetzt, wo ich meine sämtlichen Bücher neu in Ordnung bringen will, gezwungen, meine obige Äußerung  wahr zu machen, und E. Hochgeb. um die Gnade anzuflehen, meine obgedachte Summe auszahlen zu lassen, meine jetzige Freiheit nicht ungnädig aufzunehmen und mich auch fernerhin mit dem gütigen Zutrauen zu beehren, wie ich es bisher zu besitzen  so glücklich war. Mit unbegrenzten Respekt verharrend zeitlebens  E. Hochgeb. ganz ergebenster Diener T.

 

4.) E. Hochwohlgeb. Herr Bauern v. Bauern, hier                            12. 1.1829

  1. Hochwohlgeb. verzeihen gnädigst, daß ich es wage, mein noch restirendes Saltum* von 11 Talern, 1 Gr. in hochgeneigter Erinnerung zu bringen. Die Not treibt mich dazu, indem ich morgen als Dienstag d. 13. Nachmittag eine Zahlung von 100 Talern zu machen habe und es deswegen sehr nötig bedarf. Möchten Hochdieselben versichert sein, daß ich keineswegs diesen Schritt gewagt haben würde, wenn dies nicht der Fall wäre und deshalb nochmals gar sehr um Verzeihung bitte. Mit dankbaren Herzen werde ich stets die Gnade zu schätzen wissen, wenn Sie bis vor obigen Termin gedachte Kleinigkeit mir hochgeneigtest übermachen belieben würden. E. Hochwohlgeb. ganz untertäniger T.

 

* offene Forderung

 

5.) Herrn J. C. G. Seyfert in Leipzig              20. 1.1829

Soeben erhalte ich Euern Brief, und säume nicht, zumal da schon einer für Euch geschrieben fertig da lag, und soeben zur Post gehen sollte, einen andern zu kopieren.  Die so lange Zögerung mit meinem Schreiben hat nicht an mir gelegen. Der Kutscher, welchen ich mit in Leipzig hatte, war nicht lange nach jener Zeit von mit fortgejagt worden. Es war unumgänglich notwendig, diesen erst aufzusuchen und über  das ganze Verhältnis zu fragen. Dies konnte ich aber nicht, weil ich nicht wußte, wohin er geraten war, bis diese Woche wir ihn zufällig zu Gesicht bekamen und dann ersuchten, daß er beim Oberamtmann Kufs in Schulpforta sei und zur Legitimation beiliegendes Billett aufschrieb. Diese Erklärung wird Euch über die ganze Futtergeschichte völlige  Aufklärung geben und keines weitern Schreibens von mir bedürfen. Es scheint bloß eine kleine Geldschneiderei zum Grunde zu liegen, und Du wirst lieber Schwager, sehr leicht selbst berechnen können, daß er im Verhältnis zu diesen Haferfutter doch nicht mehr Heu als seine Bestimmung war, verbraucht hat. Ich wundere mich aber sehr, daß Du ohne eine Antwort  von mir erwartet zu haben, die Rechnung  für mich bezahlt haben solltest. Und wenn der Wirt  im Fall der Wahrheit bis Ostern hätte warten müssen, so konntest Du als Bürge für  mich, ihm nicht entlaufen. Dürfte doch jeder Kreditor  nicht noch länger bürgen müssen.

Daß ich die 7 Taler nicht schon längst geschickt habe, hat ebenfalls hierauf beruht. Ich bin fest überzeugt, daß ihr auf diese lumpigen paar Taler nicht gewartet habt, und eins ohne das andere d. h. das Geld ohne Aufschluß über obiges Verhältnis zu schicken, fand ich , um nicht doppeltes Porto zu verursachen, nicht für ratsam. Ihr würdet es daher jetzt, auch ohne den letzten Brief, so erhalten haben.

Wir sind sehr durch Krankheiten heimgesucht worden. Verona hat bis zum Anfange der Wintermesse über 14 Tage fest an einem Seitenstechfieber darnieder gelegen. Die Mutter ist ebenfalls jetzt sehr  auf den Hund und ich liege seit 2 Tagen auch fest an einer Erkältung nieder.

Was die Kündigung deines Kapitals von 150 Talern  anbetrifft, so kommt sie mir zwar unvermutet, doch will ich so viel als möglich, für Deine Befriedigung sorgen und lieber meinen Bau, den ich für dieses Frühjahr bestimmt hatte, so weit unterlassen, als ich das Geld, welches  dazu bestimmt war, Dir bezahlen muß.

Lebt wohl und behaltet in guten Andenken die Familie  T.  

 

6.) An den Böttchermeister  Pech, hier                                 30.1.1829

Ihrer letzten geehrten Äußerung zufolge, sind Sie der Meinung, als hätte ich ein Weinfaß bei Ihnen bestellt. Wahrscheinlich liegt hier ein Irrtum zum Grunde, da ich mich einer solchen Bestellung auch nicht im Geringsten erinnern kann. Den Wein, welchen ich im ganzen kaufe und für meinen Tisch verbrauche, ziehe ich gleich auf Flaschen und lagere ihn auf diese Art;  allein auf Fässern lasse ich keinen liegen. Sie werden also sehr leicht einsehen, daß ich eines Weinfasses durchaus nicht bedarf, und bin daher so frei, Sie um die Begleichung meiner noch guthabenden Rechnung zu bitten und den Betrag derselben 2 Taler, 8 Gr.  dem Überbringer dieses gefälligst einzuhändigen.

Mit Achtung.

 

7.) H. Elliesen & Boch, Magdeburg              3. 2. 1829

Beifolgend habe ich das Vergnügen, Ihnen 20 Taler für die unterm 8. Nov. v. J. mir gefälligst übersandten 56 Pfund Tabak zu überreichen, bitte dieselben für meine Rechnung zu quittieren und den aufs neue bestellten Tabak so bald als möglich, aber ja gleicher Qualität als das letzte Mal mir zu überschicken. Hochachtungsvoll G. T. 

 

Mit Gott 1830

8.) S. Hochwohlgeb. Herrn B. v. Bauern                              10.2.1829

So höchst unangenehm es mir stets ist, meinen Debitoren beschwerlich zu fallen, so ist doch sehr oft eine dringliche unumgängliche Notwendigkeit im Spiel, die mich, wie es jetzt der Fall ist, dazu zwingt. Ich hatte vorigen Monat eine Rechnung von 100 Talern zu bezahlen und war daher so frei, Ihnen zur Erfüllung dieser Summe die Bitte um Berichtigung Ihres Saldos an mich untertänigst vorzulegen. Ich mußte aber leider, da mir nebst Ihrer Forderung noch einige bedeutende außenblieben, zum wortbrüchigen Manne werden, und konnte mir nur noch einen Monat Nachsicht erbitten. Dieser ist nunmehr bald verflossen und ich bin gezwungen E. Hochwohlgeb.  (da Sie mich wahrscheinliche vergessen haben) wieder an die Berichtigung  der noch resistierenden Summe von 11 Talern, 1 Gr. ergebenst zu erinnern und Sie zu bitten dieselbe bis zum 15. hochgeneigtest zu übermachen. Bei der Berücksichtigung des alten Sprichwortes „Ein Keil treibt den andern“ werden Sie mir meine Freiheit gewiß auch gern verzeihen, und mich auch fernerhin mit Ihren geehrten Aufträgen beehren. Hochachtungsvoll E. Hochwohlgeb. Diener G. T. 

 

9.) An den Kgl. Preuß. OLG-Referenten, Hauptzollamtsjustitiar und Patrimonialrichter Herrn Triebel, Wohlgeb. in Mühlberg            4. März. 29

Ich nahm mir am 5. 1. d. J. die Freiheit, Ihnen die mir zukommende Rechnung in gefälliger Erinnerung zu bringen, habe jedoch weder Antwort noch den Betrag erhalten. Da ich nun nicht weiß, was ich mir davon denken soll, so ersuche ich E. W. Nochmals, mir schriftlich zu behelligen, ob und wann ich obiges Saltum erhalten soll, indem ich doch nicht hoffen will, daß ich erst strengere  Maßregeln oder gerichtliche Hilfe  wegen dieser so geringen Kleinigkeit in Anspruch nehmen soll. Ich bitte daher, da ich jetzt wegen einiger bedeutender Zahlungen, sehr  nötig Geld bedarf, mir obige Summe so bald als möglich zu übermachen   G. T.

 

10.) Hr. B. Winkler in Quedlinburg               5. 3. 29

Ihr geehrtes Schreiben von 2. d. M. habe ich gestern richtig erhalten. Ich hatte zwar in meinem letzten v. 22. 2. v. J. Ihnen das Versprechen gegeben, im Vertrauen auf gute Geschäftseinnahmen zur Braunschweigischen Messe Ihnen wenigstens 50 Taler zu überschicken, allein diese Hoffnung  ist mir auch so sehr zu Wasser geworden, daß man fast das ganze Geschäft lieber aufgeben sollte, so schlecht geht es jetzt hier. Glacè ist allenfalls noch die einzige Nachfrage, und daran ermangelt es mir. Alles übrige Geschäft ruht gänzlich. Ich hatte jedoch mein Zutrauen noch auf eine zweite Quelle, allein auch diese ist mir fehlgeschlagen; ich wollte nämlich mein Versprechen durch den Mietzins meiner Referendare erfüllen. Diese müssen jetzt alle Naumburg verlassen, und 3 Monate bei einem Inquisitariat* arbeiten, dies ist den meinigen  so unerwartet gekommen, daß sie mir mein Zins nicht geben konnten und mich mit demselben bis zu ihren Abgange als nächsten 1. April getröstet haben.

Ich kann nun  also nicht anders, und muß es in Ihren Augen zum wortbrüchigen Mann werden, ich werde jedoch zu Ostern in Leipzig Ihnen meine Aufwartung machen. Mit einer ergebensten Empfehlung  an Ihre geehrte Familie zeichnet sich hochachtungsvoll  G. T. 

 

*Untersuchungsamt

 

11.) An Ein Hochlöbl. Oberlandesgericht, hier                     6. 3. 29

Klage gegen den Königl. Regierungsrat v. Schönfeld

Der Hr. Beklagte mietete unterm 26. April v. J. von mir ein Reitpferd auf einen Tag für den 27. d. M. kam jedoch erst am Nachmittag des folgendes Tages  zurück - Beweis Eidesantrag.

Ein Mietzins wurde nicht bestimmt. Derselbe beträgt aber  hier in Naumburg pro Tag 25 Groschen für 2 Tage also 1 Taler 20 Groschen. Außerdem ist es gebräuchlich, daß dem Knecht, der das Satteln des Pferdes besorgt, wenigsten 5 Gr. gegeben werde, wenn man ein Pferd auf 2 Tage mietet – Beweis: das Zeugnis und Gutachten des Stallmeisters Busch hierselbst. 

Da ich nun dem Knecht das Sattelgeld mit 5 Gr. aus meiner Tasche in der Erwartung gezahlt habe, daß mir der Herr Verklagte dasselbe restituieren würde, worüber ich demselben den Eid zuschiebe, so bin ich die Erstattung desselben  berechtigt. Mehrmaliger Erinnerung ungeachtet hat jedoch der Hr. Verklagte weder Mietgeld noch Sattelgeld berichtigt, und sehe mich deshalb genötigt, gegen denselben klagbar zu werden, und bei E. Königl. Hochlöbl. O.L.G. ganz gehorsamst dahin anzutragen, einen Termin zur Instruktion der Sache anzuberaumen und (.) dem Herrn Verklagten zu verurteilen, mir 1 Taler, 20 Gr. Roßlohn und 5 Gr. Sattelgeld nebst Zinsen von 5%  seit dem Tage der  behändigten Klage binnen 8 Tagen bei der Vermeidung der Exekution zu zahlen und die Prozeßkosten allein zu tragen. G. T.

 

12.) An den Steinsetzermeister Annak in Pegau                   11.3. 29

Beifolgend haben wir das Vergnügen, Euch insgesamt einen kleinen Beweis zu überreichen, daß wir stets an Euch denken und unsere freundschaftliche Liebe noch nicht erkaltet ist. Möge es Euch sowohl schmecken, als es diese wahre herzliche Liebe, welche wir bei der Darbringung dieser Kleinigkeit zu Grunde gelegt haben, zu wünschen nur je vermag. Zugleich nehmt es an, als einstweiligen Dank für die gute Aufnahme, deren wir uns in Eurer Behausung zu erfreuen hatten.

Auf der Reise von Euch nach Leipzig bin ich recht krank geworden und mußte in Leipzig zwei Tage das Bett hüten. Wir haben Euch immer auf dem Schlitten besuchen wollen, allein wir sind alle auf dem Rückweg krank gewesen, außer Herrmann.

Nun auf den Sommer kann ja alles beigebracht werden. Vorzüglich hat sich Schröder vorgenommen, öfters den Sonntag hinüber zu kommen, da sich die Tour zu Pferd sehr bequem  an einem Tag hin und her machen läßt. So laßt es Euch also wohl schmecken und denkt in Euren traulich Zirkel  recht oft an die, deren Herzen ewig für Euch schlagen und nun zum Schluß Euch ein  Herzlebewohl zu sagen, die Familie Tuschner

N.B. C. Landmann soll bedenken, daß die Reihe zu Schreiben an ihn ist.

 

13.) Herrn D. Sackent in Eckartsberga                     25. 3. 29

Ich fühle mich sehr geschmeichelt und geehrt, daß sich E. W. wegen der Anfertigung eines Flaschenzuges fraglich an mich wendet. Darf ich es wagen mich bei Anfertigung eines solchen als Conducteur aufzuwerfen, so werde ich mich bestreben, ihn ganz zu Ihrer Zufriedenheit  darstellen zu lassen.

Belieben Sie daher mir nun die Zeichnung  nebst dazu gehörigen verjüngten entweder sächsischen oder rheinländischen Maßstab  zu übersenden und zu bemerken: ob die Räder von Holz oder Messing, und ob sie 1 oder 2 parallel nebeneinander um die Peripherie laufende Einschnitte haben sollen.

Bekanntlich sind doppelte Einschnitte nur alsdann nötig, wenn wegen dem Raum der Höhe sich ein zu kurzes Seil auf- oder abwindet, oder auch ein ungleiches Verhältnis zwischen Kraft und Last stattfindet, weshalb die Schwere der Last in noch mehr Strängen verteilt werden muß, da sich nach mathematischen Beweise die Kraft zur Last verhält wie 1 zur Anzahl der Stränge, die von der Last angezogen werden. Ist dies jedoch alles zu berücksichtigen nicht nötig, so sind einfache  Einschnitte schon hinlänglich. Hochachtungsvoll E. W. ergebener G. T.

 

14.) Herrn Ellisen & Roch in Magdeburg 27. 4. 29

Ich habe das Vergnügen, für die vom 18. 2. datierten mir am 23. 2. überkommenen 65 Pfund Rauchtabak die Summe der Rechnung 21 Taler, 27 Gr. zu überreichen, bitte selbige für mich zu quittieren und mir ein ebenso starkes Quantum, von denselben 2 Sortimenten und Qualität zu übersenden, aber ja so schnell als  möglich, da sich zufällig das letzte Pfund vertan und neue Nachfrage dagewesen ist. Hochachtungsvoll G. T.

 

15.) Herrn Martin & Sohn in Mühlhausen    23. 10. 29

Lieber Theodor. Ich nehme mir die Freiheit, Dich um eine Gefälligkeit zu bitten. Sei doch so gut, und kauf uns 2 noch lieber 300 Stück feine, weiße, weichhaarige Lämmerpelz-Schmaschen* die vom Kürschner Hahn gemacht sind, a 100 Stück halten ungefähr den Preis von  7 bis 9 Taler. Nur merke beim Kauf auf die oben genannten Eigenschaften und daß sie nicht zu klein und steif ist, bei Witwe Hundshagen oder Lt. Führ wirst Du welche bekommen. Den Betrag bezahle entweder einstweilen für mich oder sag gut  bis zu unserer Wintermesse, wo Du das Geld dankbar zurück erhalten sollst, aber sende sie mir sogleich p. Post.

Klage hat sich unterzeichnet, der Schal gefällt  meinem Vater sehr, hat auch sonst Beifall gefunden, Du könntest fast einige mitbringen. Ich arbeite seit 14 Tagen an meinem Meisterstück. Vorgestern bin ich Bürger geworden. Tue mir ja, wenn`s einigermaßen möglich ist, obigen Gefallen recht bald, grüß mir Deine sehr schätzbaren Eltern  herzlich von mir und uns allen, und übe, daß Dich umarmen kann, Dein aufrichtiger Freund    G. T.

 

*Schmasche: Fell ungeborener Ziegenlämmer

 

Mit Gott die junge Meisterschaft angetreten am 7. November 1829

 

Nr. 1) E. Hochwohlgeb. Hr. L. v. Zastrow in Weißenfels     8. 11. 29

Beifolgend haben wir doch Vergnügen E. H. drei Paar weiße Handschuh von Wildleder zu überreichen. 10 Taler haben wir für Ihre Rechnung an Hr. L. v. Goldacker bezahlt und die Hosen sollen diese Woche angefertigt werden. Wegen wöchentlicher Krankheit und das Etablissement meines Sohnes sind die Ursachen der bisherigen Zögerung mit deren Anfertigung. Hochachtungsvoll zeichnen sich geneigten Andenkens      G. T. & Sohn

 

Nr. 2) Herrn Gottfr. Hauer in Weißenfels       9. 11. 29

Ich habe das Vergnügen, Dir das nunmehr erfolgte Etablissement meines Sohnes zu melden, und die deshalb nun von uns zu führende untenstehende Zeichnung  gefälligst zu akzeptieren, Überbringer dieses, unser Kutscher, hält sich einige Stunden dort auf. Sei so gut, demselben, nebst Freischein, das besprochene sämische Hirschleder mitzugeben. Können wir es brauchen, so werden wir es bei billigen Preisen, weshalb wir zugleich um die Rechnung mit bitten, behalten, außerdem aber bis zur Wintermesse  in Verwahrung liegen lassen. Achtungsvoll zeichnen sich G. T. & S

 

Nr. 3) Herrn Eckersberg in Nebra                 1. 12. 29

Ihren geehrten Schreiben zufolge, haben wir beifolgend das Vergnügen, das gewünschte Suspensorium Ihnen ergebenst vorzulegen, doch ist es eine höchst ungewisse Sache, ob dasselbe  die nötige Brauchbarkeit für Sie enthält, die es haben muß, wenn es Nutzen bringen soll; indem Sie uns weder Maß noch nähere Beschreibung  des Schadens übersendet haben, wonach wir ein genau passendes hätten aussuchen können. Sollte es demnach nicht richtig passen, so haben Sie die Güte, es uns mit der Bemerkung der Fehler, gefälligst zurück zu senden, wo wir alsdann nicht ermangeln werden, Ihnen ein für Sie passendes zu übermachen. Mit Achtung zeichnen sich G.T. & S.

 

Nr. 4) Herrn Ph. Martin & Sohn in Mühlhausen                  16. 12.1829

Soeben erhalten wir durch die Zeitzer Botenfrau die bewußten 20 Taler und säumen nicht, Ihnen dieselben zu übermachen. Wir wünschen guten Empfang, grüßen Sie allerseits höflichst und zeichnen mit Hochachtung ergebenst  G.T. & S.

 

Nr. 5) An den Kürschner N. N. in Osterfeld              16. 12.

Wir bestellten diese Messe bei Ihnen, die von Ihnen gar gemachten wilden Karnickel mit hierher zu bringen, dies ist jedoch nicht geschehen, sollten Sie dieselben noch vorrätig und Lust zu verkaufen haben, so schicken  Sie dieselben mit dem Boten oder bringen Sie selbst an G.T. & S.

 

Nr. 6) Herrn Eirand in Arten              19. März 1830

Beifolgend haben wir das Vergnügen, Ihnen die bestellten 1 Dutzend weiße feine Herrenhandschuhe zu übermachen. Den Betrag der Rechnung  von 6 Talern haben Sie die Güte für uns gefälligst zu erkennen. Wir hoffen Ihre völlige Zufriedenheit zu erlangen, da bei gänzlichen Abgange dieses Artikels an jetziger Messe, wir Ihnen ganz frische neue Ware senden können, bitten, uns auch ferner mit Ihren gütigen Aufträgen zu beehren und die Versicherung  unserer Hochachtung zu genehmigen, womit sich ergebenst zeichnen        G.T.&S.

 

Nr. 7) Herrn Ph. Martin  & Sohn in Mühlhausen                 30.12. 29

Soll noch so bald als möglich 1 bis 200 Stück Schmaschen schicken und das Geld per Post oder der Kürschner in Leipzig erhalten oder obige 20 Taler aus Zeitz erhalte?

 

Mit Gott 1830

No. 8) Herrn Fr. Junker in Großsömmerda  5. 1. 30

Wir übersandten Ihnen am 20. Juli 1827 Ihre Bruchbinden und waren so frei am 10. Dez. 1828 den Betrag der Rechnung von 3 Talern zu erinnern. Bereits sind wieder 13 Monate verflossen, ohne daß uns Erklärung oder Bezahlung geworden ist. Wir ersuchen Sie nun noch einmal freundschaftlich, uns den Betrag bis zur Mitte d. Monats zu senden, außerdem aber gewärtig zu sein, zu der Zahl unserer bösen Debitoren gerechnet zu werden, die wir bis dahin den Gerichten zu übergeben gezwungen sind. Wir sind jedoch von Ihrer Reellität fest überzeugt dies nicht nötig zu haben und zeichnen uns mit Hochachtung G.T. & S.

 

No. 9) An den Patrimonialrichter Triebel zu Mühlberg  5. 1.          

Bereits haben wir  voriges Jahr 2mal die uns noch zukommende Summe von 1 1/6 Taler Ihnen erinnert, jedoch weder Erklärung noch Bezahlung erhalten. Wir ersuchen Sie nun noch einmal freundschaftlich uns bis höchstens zu Ende d. M. obiges Geld zu senden oder gewärtig zu sein, zu der Zahl unserer bösen Debitoren  gerechnet zu werden, die wir bis dahin den Gerichten zu übertragen gezwungen sind. Wir glauben jedoch von Ihrer Reellität dies nicht fürchten zu dürfen und zeichnen uns mit Hochachtung            G.T. & S.

 

No. 10.) An den Weißgerber Herrn Franke in Merseburg                            28. 2.

Ihren letzten mündlichen Äußerungen zufolge, wollten Sie bis gegen jetzige Fastnacht Handschuhleder fertig haben. Bereits haben wir Sie auch schon persönlich in dieser Angelegenheit besuchen wollen, allein die Ungewißheit, ob dasselbe wirklich fertig sei, hat uns davon zurück gehalten, und greifen daher vor der Hand erst zur Feder und ersuchen Sie um gefällige Nachricht, ob das Leder fertig sei, oder wann es fertig wird, jedoch mit umgehender Post, Genehmigen Sie die Versicherung unserer Hochachtung, womit sich ergebenst zeichnen  G.T. & S.

 

No. 11) Herrn J. A. Eirand in Artern             27. 3. 30

So sehr wir glaubten, durch die Ihnen übersandten Handschuh Ihre ganze Zufriedenheit zu erlangen, so sehr sind wir überrascht, dies nicht zu finden, und können gar nicht ausmitteln, worin die Differenz im Vergleich mit dem früher  erhaltenen liegen soll. Ir ersuchen Sie daher, uns dieselben so bald als möglich entweder mit  Gelegenheit oder p. P. Zurück zu senden, da zumal jetzt viel Nachfrage nach diesem Artikel da ist. In der Hoffnung, nächste Messe uns mündlich zu verständigen, zeichnen wir uns achtungsvoll G.T. & S.

 

No. 12) Hr. F. J. Kunckelt in Dingelstädt im Eichsfeld                    11. 6.

Ihren geehrten v. 7. d. M. eben erhaltenen Brief, beehren wir uns sogleich zu erwidern, daß nach der schon seit mehreren Jahren bestehenden Convenienz der Messe oder der Haus- und Kleinhandel den 20. d. M., das Auspassen der Waren jedoch schon den 16. seine Anfang nimmt, Sie sich also zum Eintreffen hier selbst für den 18. oder 19. einzurichten belieben wollen. Für ein anfängliches Zimmer werden wir Sorge tragen, bitten jedoch zugleich uns zu pardoniren, daß dasselbe für diesmal nicht vorn heraus sein kann, indem unser Vorderhaus bis aufs unterste Stock abgetragen ist, und einige  Unannehmlichkeiten uns gehindert haben bis jetzt die neuen Stuben zum Gebrauch fertig zu machen. Wir freuen uns im Voraus, Sie gesund und munter in unserer Behausung eintreffen zu sehen und zeichnen mit Achtung G.T. & S.                   

 

No. 13) Herrn T. L. Ranniger & Söhne in Altenburg, d. 5. Juli 30

In Beziehung auf die geehrte Juliofferte der Herren Hermann & Stephan aus Altenburg ersuchen wir Sie, so schnell als möglich nachfolgende Sortimente Handschuh, aber so schnell als möglich, zu übersenden: 1 Dz.* dunkelgrüne und 1 Dz. dunkelbraun, 1 Dz. dunkelfarbig Glacè, 1 Dz. Haitiblau, 2 Dz. blaßlila, blaßgrün u. chamois, 

Wir bitten jedoch, bei den ausnehmend hohen Preisen, die Sie an unserer jetzigen Messe führten und die wahrscheinlich fallen werden, da wir für den Zoll stehen wollen, rechte gute Ware zu senden, indem sonst der geringe  Nutzen, den man beiom einzelnen Wiederverkauf  nur nehmen kann, ganz verloren geht, wenn Ladenhüter liegen bleiben, es übrigens auch für Sie nachteilig  ist, weil wir dann mit  einer neuen Kommission länger verweilen müssen.

Adressieren Sie das Paket an den Eisenberg-Naumburgischen Boten Pfeifer, der sie alsdann weiter an uns spedieren wird. Wir hoffen jedoch die Waren so schnell als möglich zu senden, da die  an der jetzigen Messe entnommene bereits vergriffen ist, und  mögen Sie den Betrag der Rechnung uns entweder hier anweisen oder zu bemerken ob wir denselben p. p. Ihnen übersenden sollen.

Hochachtungsvoll zeichnen sich  G.T. & S.            

 

*1 Dutzend = 12 Stück

 

No. 14) Hr. C. G. Hagenbruch in Weimar  5. 7.       

Infolge Ihres geehrten Schreibens v. 3 d. M. erwidern wir Ihnen, daß wir von unsern sämtlichen Geschäftskorrespondenten eine solche Sprache, wie Sie in Ihrem letzten Briefe führen, nicht gewohnt sind, uns auch allenfalls noch so vieler Aktivität bewußt sind, dieselbe bis jetzt noch nicht hören brauchen zu dürfen. Wir erlauben uns deshalb, Ihnen zu bemerken, daß Sie lieber Ihre Felle behalten  mögen,  um durchaus nicht in die unangenehmen Verhältnisse zu geraten, um den Betrag derselben betrogen zu werden.  Achtungsvoll zeichnen sich     G.T. & S. 

Denn so viel Achtung wir vor der Firma Hegenbruch hier besitzen, so haben wir dennoch keine Lust, uns von derselben so genau beurteilen zu lassen, ob wir noch im Stande sind, 1500 Taler bezahlen zu können.

 

No. 15) Hr. T. L. Ranniger & S. in Altenburg           17. 8.

Lt. Ihren geehrten v. 14. d. sicherten Sie uns die in unserem  v. 5. bestellten Glacè-Handschuhe den 6. - 8. d. M. ab Braunschweig zu. Bereits ist der 17. da und die besagte Ware noch nicht in unseren Händen. Wir beeilen uns daher, Sie um möglichst baldige Übersendung  unsrer Kommission  zu ersuchen, indem es uns in ein nachteiliges Licht  stellen würde, wenn wir dieselbe nicht noch diese Woche  erhielten, weil nächste Woche  unser Mannschießen fällt und wir bereits Mehrere darauf vertröstet haben. Mit Hochachtung  G. T. & S.

 

No. 16) Herrn Ökonomie-Verwalter Nobbe in Cölleda                    1. 9.

Ihrem geehrten v. 13. p. M zufolge haben wir beifolgend das Vergnügen, Ihnen die gefälligst verlangten ¼ Dz. braunen Herrenhandschuhe zu übersenden. Wir glauben durch Auswahl beikommender fehlerfreier Ware Ihre ganze  Zufriedenheit zu erlangen, und erlauben uns nun noch hinzufügen, daß wir uns, sobald Sie uns persönlich wieder beehren werden, noch eine kleine  Entschädigung vorbehalten, indem der Preis dieser größeren  Sorte eigentlich 10 Gr. pro Paar ist.

Wir würden uns freuen, recht bald wieder einen schätzbaren Auftrag von Ihnen zu erhalten und zeichnen mit Hochachtung G.T. & S.

 

No. 17) Hr. Kammergerichts-Assessor Gilling hier             10. 10.

Es scheint uns, als würde die E. W. zur gefälligen Ausführung von uns übergebenen Rechtsklage gegen Otto in Plotha abermals in Vergessenheit geraten  sein, erlauben uns Sie nochmals um recht baldige  Besorgung derselben zu bitten, indem uns unser geringer Geschäftsnutzen sonst gänzlich verloren geht, und zeichnen mit aller Hochachtung G.T. & S.

 

No. 18) Herr P. Martin & Sohn in Mühlhausen                    11. 10.

Ich komme nochmals mit der Bitte an Dich, wo möglich 600 Stück dän. Pelz-Schmaschen zu kaufen. Daß dieselben weiß, weich, groß und weichfaserig sein müssen, ist Dir wahrscheinlich noch im Gedächtnis. Solltest Du nicht gut Zeit haben, Dich mit der Spedition an uns abgeben zu können, so mag Führ sie selbst an uns senden, und Du würdest wenigstens die Güte haben, damit wir das Porto sparen, für den Betrag der Rechnung bis zu unsrer Wintermesse zu garantieren, wo wir ihn Dir behändigen wollen. Wir erwarten sie aber bald, sollte er nicht so viel haben oder Du auch woanders nicht so viel erhalten können, so schickst Du was Du bekommen kannst, aber obige Eigenschaften müssen sie dennoch haben. Ich sage Dir und Deinen lieben Eltern im Namen unser aller ein herzliches Lebewohl, wünsche 1. Euch eine recht gute Frühjahrsmesse gehalten zu haben, 2. Dich, wenn Du ja allein kommst, recht munter und fidel in Naumburg zur Wintermesse zu sehen und 3. daß Du mich stets ansehen möchtest, als  Dein aufrichtiger Freund   G.T. & S. 

 

No. 19) Hr. B. Winkler in Quedlinburg                     17. 10.

Haben Sie die Güte, uns 100 Stück dänische, glatte Schmaschen-Felle so bald als möglich zu senden, oder wenn Sie dieselben nicht haben sollten auch sonst nirgends zu finden wüßten, uns das baldigst wieder zu wissen tun. Wir empfehlen uns Ihnen insgesondert bestens, säumen nicht, zu der stattgefundenen Verlobung Ihrer Demoiselle Tochter  unsere Gratulation abzustellen und zeichnen mit Achtung G.T. & S.

 

No. 20) Hr. Ph. Martin & Sohn in Mühlhausen 27. 10. 30

In Erwiderung Deines schätzbaren Schreibens  v. 22. d. M. erwidere ich Dir, uns, wenn Du so gut sein willst, wegen dem hohen Preis nur 100 Schmaschen zu schicken, sollten dieselben dennoch an Güte diesen Preis wert sein, so will ich Dir wieder schreiben und Du packst gefällig dieselben zu Deiner Ware. In der Hoffnung sie recht bald zu erhalten, grüßt Dich und Deine lieben Eltern  im Namen unser aller  H.T. jun.

 

Mit Gott 1831               H. T.

No. 21) Hr. A. Bauer in Dresden a. d. Weißnitz No. 681                             Nbg. 26. 1. 31

In Bezugnahme auf Ihren Brief v. 20. d. M. erwidern wir Ihnen, daß wir zwar uns noch einmal, Sie in unsre Kondition zu engagieren, entschlossen haben, allein es stellen sich diesem Entschluß 2 Hindernisse in den Weg, welche erst beseitigt werden müssen, ehe ein festes Prinzip darüber abgefaßt werden kann.

Erstlich fragt es sich, ob Ihre Kenntnisse sich nicht insoweit umgeändert haben, daß dieselben noch für unsre Fabrik passend sind, da zumal das Gerücht zu unsern Ohren gedrungen ist, daß Sie nicht mehr der Alte sind, doch dieses wäre tätlich zu beweisen. Allein 2. ein weit größeres Hindernis tritt uns durch Ihre Verheiratung in Ihrer Frau in den Weg, indem unsre Polizei, die wir natürlich erst darum befragt haben, uns den Bescheid erteilte, daß dies nicht anginge, weil bei Krankheits- oder Todesfällen sie sonst der hiesigen Armenkasse anheimfallen würde. Überhaupt ist die Sache zu wichtig, als daß sich daselbst so nolens volens mit einem Brief abmachen läßt. Hören Sie daher unsern Rat und Meinung, kommen Sie herunter und beweisen Sie, daß Sie noch zu arbeiten verstehen (woran wir nicht zweifeln wollen), passen Sie noch zu uns und versprechen Sie, sich stets als ein gesetzter verständiger Mann aufführen zu wollen, so werden Sie ein lange andauerndes Brot bei uns finden. Was Ihre Frau betrifft, so richten Sie es so ein, als wenn es nicht möglich wäre Sie mitzubringen, ist es möglich, daß sie nachkommen kann, so ist dies stets Zeit. Wir können mündlich mehr abfassen als durch 10 Briefe schicken. Wir wünschen aber, daß Sie alsdann bis spätestens den 12. Febr. hier eintreffen, weil wir alsdann nur noch 7 Wochen bis zu unsrer auf Ostern verlegter Messe haben und dazu noch viel fertig werden soll. Auch bringen Sie eine Probearbeit von Ihrer Frau mit. Das Kind der Illgenhofen ist seit einem Jahr bereits gestorben, Sie haben also von dieser Seite nichts zu fürchten. Geißler ist heute, nachdem er von Warschau kommend 6 Wochen hier in Kondition gestanden, wieder fortgeschickt worden. Freundschaftlich grüßen G.F. & S.

 

No. 22) Hr. Gastwirt Klaus in Stößen           1. 2.

Sie empfingen vor einem Jahr ein Paar grüne wildlederne Fausthandschuh mit Fuchsschwanzverbrämung und dänischen Pelz gefüttert. Den Betrag dafür von 1 Taler haben wir, trotz mehrmaliger Erinnerung durch den Boten, noch nicht erhalten und erlauben uns daher, falls Sie es vergessen haben sollten, freundschaftlichst daran zu erinnern, oder falls ein Unterschleif von Seiten des Boten stattfinden sollte, uns dies schleunigst zu wissen zu tun. In Erwartung baldigsten Resultats zeichnen mit Achtung  G.T. & S.

 

No. 23) Hr. Schleicher, v. Asten & Seym in Stolberg b. A.   7. 2.

Wir ersuchen Sie, uns gefälligst 4 Ringe Elastikum No. 15 und 2 Ringe No. 21 à 5 Pfund baldigst zu übersenden und zeichnen mit Achtung  G.T. & S.

 

No.24) Hr. Theodor Seyfert in Leipzig        

Beifolgend habe ich das Vergnügen, Dir zufolge dieses, mir sehr angenehmen Wunsches v. 28. v. M. 1 Paar braune Glacè-Handschuhe zu überreichen. Hat Dir die Sendung derselben etwas lange gedauert, so bitte ich Dich, zu berücksichtigen, daß ich keine  mehr von dieser Farbe vorrätig hatte, erst das Leder dazu färben und die Handschuh anfertigen mußte. Zugleich bemerke ich Dir, daß es das erste Mal ist, daß ich diese Farbe färbte, die bisher nur Geheimnis Frankreichs war, ich habe jedoch nicht geruht, bis ich sie heraus gekünstelt, bei diesen Handschuhen die Probe abgelegt und dadurch mir das Lob meines Hr. Papas erworben: lieb soll es mir sein, wenn sie auch Dir gefallen.

Den Betrag der Rechnung von - Taler - Gr. - Pfg. willst Du gefälligst mit Berechnung von 10 % Skonto oder 60 Jahren Kredit für unser Konto anerkennen.

Von dem Zollverbund ist auch hier die Rede, aber noch sehr unbestimmt.

Recht lieb ist es mir, wenn wir Deinen Vater eine kleine Freude gemacht haben, wenigstens war dies unser Wunsch.

Dein jetziges Wohlgehen freut uns alle ungemein. Eine Schlittenfahrt  nach Leipzig war schon  verabredet, allein unsre gute Liese bekam vorige Sonnabendnacht durch eine Erkältung eine so furchtbare krampfhafte Darmkolik, daß wir für ihr Leben fürchteten, und ich nebst dem Tierarzte die ganze Nacht kein Auge zugetan haben. Doch ist sie wieder außer Gefahr. Vielleicht geschieht die Fahrt später noch.

Je me suis toujours bien pontè, depuis que je n'ai en l'honneur de vous voin. Taites me très, humbles respects à votre Mons. Père, Mad. Mère, frèr a soures. Adieu, mon cousin, je sius ìternel votre  ami, A cousin H. T.

 

No. 25) Hr. Ranniger & S. in Altenburg                    27. 2.

Wir ersuchen Sie höflichst mit umgehender Post um nachfolgende Kommission:

2 Dz. dunkelgrüne Glacè-Mannshandschuh,

2 Dz. dunkelbraun dito,

1 Dz. schwarz dito

1 Dz. dunkelviolet dito

1 Dz. asortiert dunkelfarbig, bestehend aus denselben Farben,

2 Dz. asortiert hellfarbig, best. aus Haiti- blaßgrün, chamois-blaßlila.

Wir hoffen jedoch die billigsten Preise, recht reelle Ware und diese, wie schon erwähnt, wo möglich d. 2. März in unsern Händen. Uns bestens empfehlend, zeichnen wir mit Hochachtung G.T. & S.

 

No. 26) An Th. Braunschweig in Kassel                   25. 4. 31

Mit der größten Betrübnis haben wir die so traurige Nachricht von dem Hinscheiden meiner mir unvergeßlichen Schwester heute empfangen und bedauern Euch wahrhaft herzlich, daß Euch die Vorsehung diese Wunde schlug, doch Gott sieht weiter als wir, ihm deuchte es Zeit, sie aufzunehmen aus ihrem Leidensjoch, sie einzuführen in den Wohnungen der Seligkeit, wo keine Träne mehr fließt. Sein Name sei gelobt, sein Wille ist stets der weiseste Friede und Ruhe ihrer teuren Asche. 

Doch nun lieber Schwager zur Hauptsache. Du gibst mir für eine Kommission auf, die ich auszuführen durchaus nicht im Stande bin. 1.) stecke ich bis über beide Ohren in der Bauerei, in die ich seit 4 Jahren schon 6000 Taler gewendet habe, die ich aber mit Gottes Hilfe diesen Sommer zu beendigen gedenke, wegen dieser kann ich nicht einen Tag aus dem Hause, weil alle Minuten etwas vorfällt, wobei ich nötig bin. Ebensowenig kann mein Herrmann fort, weil derselbe das Regiment über die Arbeitsleute führt. 2.) würde ich mich auch davon losreißen können, so würden meine kränklichen gesundheitsumstände mich daran hindern, indem ich schon seit 8 Wochen das russische Dampfbad gebrauche, und mich sehr vor Erkältungen hüten muß, denen ich unbedingt ausgesetzt wäre, wenn ich den ganzen Tag  in Leipzig auf dem freien Markt stehen müßte. 3.) Reiste ich selbst mit unsere eignen Ware  nach Leipzig zum Verkauf, so würde ich keinen  Augenblick anstehen, sie zu übernehmen, allein dies ist nicht der Fall, wir haben keine Kundschaft daselbst, und es würde  also sehr schwer halten, Geschäfte daselbst  zu machen, da Waren überfüllt da sind und die Messe als sehr schlecht schon im Voraus angesehen ist, da die unsere, die sich erst vor 8 Tagen beendet hat, über alle Maßen schlecht ausfiel, und Polen sind als Einkäufer in Leipzig jetzt nicht zu erwarten. 4.) Hier so wie in ganz Deutschland  wird jetzt nichts als Glacè getragen, dies ist die Ursache, weshalb auch wir keinen Gebrauch davon machen können, wir haben das beste Zutrauen zur Ware selbst, allein 6 Paar Glacè-Handschuhe werden verkauft, ehe einmal Eines nach Waschleder fragt. Wir sind überfüllt mit Waschleder-Handschuhen und das Geld ist uns jetzt zu teuer (wegen der baulichen Verhältnisse), um es in einen inkurrenten* Artikel stecken zu können.

Soeben reist Hr. Galanteriehändler Bregatzy aus Mühlhausen hier durch, der Messezeit bei mir logiert, ich erzähle ihm die ganze Sache, weil er selbst auch mit Handschuhen handelt, empfehle ihm  die Ware als gut und brauchbar und er erbietet sich, etwas davon zu nehmen, auch dafür Sorge zu tragen, daß der Rest anderweit  in Mühlhausen untergebracht werde. Vielleicht öffnet sich Dir hier ein Weg, wo Du Deine Ware, wenn auch billig, doch gleich bar und schnell absetzen und für die Zukunft eine längere Geschäftsverbindung anknüpfen kannst. Auf Leipzig, glaube ich ganz bestimmt, machst Du vergebliche Spekulation. Ich überlasse Dir nun selbst, ob Du nach Leipzig reisen, oder an das Postamt zu Leipzig schreiben und die Ware retouriren** und auf Mühlhausen schicken läßt, oder ob Du mit einigen Probepaaren selbst auf Mühlhausen gehen willst um mit diesen das Geschäft abzumachen. Das magst Du nach deinen Verhältnissen selbst beurteilen. Schließlich  melde ich Dir noch, daß mein Herrmann seit fast 2 Jahr sich auch etabliert hat, jedoch noch in meinem Geschäft wie vorher geblieben ist, und wir seitdem die Firma G. Tuschner & Sohn führen. So lebt denn alle recht wohl, wir alle grüßen Euch insgesamt herzlich und bleiben nach wie vor Eure Freunde, Familie Tuschner

 

*schwer verkäuflich **zurück senden

 

No. 27) Hr. J. G. Seyfert in Leipzig              16. 5. 31

Nicht ganz ohne einige Befangenheit erbrachen wir Euren schätzbaren Brief, indem wir darin nur eine Aufforderung zur Abtragung der Interessen zu finden glaubten, weil keins diese Messe nach Leipzig gekommen war, allein desto größer wurden wir überrascht, als wir den wahren Inhalt  erfuhren. Seid versichert, daß Ihr uns stets wohl willkommen seid, und daß wir das Geld mit dankbaren Herzen  annehmen werden. Den ersten Feiertag,  Mittag 12 Uhr soll Herrmann und Verl. Euch im Rautenkranz in Weißenfels erwarten. Ist`s möglich, so bringt Therdorn auch mit, den wir herzlich grüßen. Richtet Euch ein, daß Ihr wenigstens bis Donnerstag oder Freitag hierbleiben könnt, wenn Ihr ja nicht die ganze Woche aus Eurer Wirtschaft bleiben könnt. Eduard besucht zum Feiertag die Müchelschen. Doch mündlich mehr. Wir grüßen Euch herzlich und hoffen Euch gesund bei uns zu sehen.

 

No. 28) Hr. Gottfr. Hauer in Weißenfels       31. 5.

Nachdem ich gesund zu Hause angekommen und heute das Leder nochmals durchgesehen, habe ich dieses zwar richtig befunden, allein in unsrer Rechnung einen Fehler bemerkt, den ich Dir sogleich auf frischer Tat zu wissen tue, und Dich über denselben um Auskunft bitte. Unsere Rechnung war folgende:

43 Stck. schadhaftes Leder                20 Taler

  9 Stck. weißgares Leder                     1 Taler 21 Gr.,

1 Dz. kleines Bockleder                       6 Taler 16 Gr.,

1Dz. langes Hosenleder                       9 Taler

20 Dz. großes Handschuh-Leder       90 Taler

6 Dz. kleines Handschuh-Leder        20 Taler

Reste                                                  20 Taler        

Dies beträgt die Summe                 167 Taler, 13 Gr.

Du hast jedoch erhalten 177 Taler, 13 Gr. es entsteht damit ein Defizit von 10 Talern. Ich kann mich nun nicht besinnen, noch einen Posten von 10 Talern gekauft zu haben, oder einer von den oben angeführten 10 Talern teurer, als es hier steht, gehandelt zu haben, und kann deshalb nur einen Fehler in der gegenseitigen Berechnung finden. Sei so gut, die ganze Rechnung  mit Deinem Hr. Sohn noch einmal durchzugehen, um zu sehen, ob sich ein Fehler findet, oder im Fall sich die Sache so befindet, wie ich sie hier auf notiert habe, die fraglichen 10 Taler für uns zu merken, und bei nächsten Handel mit zu berechnen, denn wollten wir auch annehmen, daß die 20 Handschuh statt 90 mit 94 Talern aufzunotieren wären, so würden immer noch 6 Taler da sein, die  nicht unterzubringen sind.

Ich bitte, mir Aufschluß darüber entweder schriftlich zu kommen zu lassen, oder wenn eins heraufkommen sollte, uns mündlich darüber zu verständigen 

Wir bleiben jedoch Freunde nach wie vor und grüßen Dich als solche mit aller Freundschaft und Liebe bestens G. T. & S.

 

No. 29) Hr. Strumpffabrikant Sockel in Halle                      1. 6.

Ein ziemlich zahlreicher Besuch während der Feiertage und ein unmittelbar nach diesen getane und erst heute beendigte Reise, erlaubten uns nicht eher als jetzt, Ihr uns zugekommenes schätzbares Billett  zu beantworten, wir beeilen uns daher, es jetzt zu tun.

Nächsten Sonnabend d. 4. Mittag soll unser Wagen zu Ihren Befehlen in Halle sein und den Sonntag Soie wieder zurück bringen. Ist es Ihnen nicht möglich, gedachten  Tage abzukommen, so haben Sie die Güte es uns sogleich zu berichten, damit der Wagen nicht umsonst fährt. Die auflaufenden Reisekosten werden wir Ihnen sehr gern restituieren. Uns Ihnen und Ihrer lieben Frau Gemahlin bestens empfehlend zeichnen wir mit aller Hochachtung.

 

No. 30) An denselben            5. 6.

Beifolgend beehren wir uns, Ihnen 4 Taler zu überreichen, hoffen Sie recht bald bei uns zu sehen und empfehlen uns bestens G.T. & S.

 

No. 31) Herrn I. M. Sauer in Jena

Hiermit senden wir Ihnen durch Vermittlung Herrn Ferber v. C. hier, von Herrn J. C. Werninghaus in Hagen an uns beigefügt: O.W. No. 647 1 Kistchen  - 17 Pfund Bronzewaren. Die darauf gefallenen Spesen von  11 Talern haben wir von Hr. Ferber v. C. nachgenommen  G.T. & S.

 

No. 32) Hr. Prof. Ney in Schulpforta            25. 6. 31

Beifolgend beehrten wir uns, E. Wohlgeb. von den bei uns gefälligst bestellten 3 Stck. überzogenen Halsbinden eine zur Probe ergebenst vorzulegen. Belieben Sie zu bestimmen, ob die letztere  eben so lang und hoch als diese werden sollen, und ob selbige Ihren schätzbaren Beifall erworben hat, oder in irgendeinem Punkte einer Abänderung bedarf. Dero geneigten Definition entgegen sehend, zeichnen wir mit aller Hochachtung        G.T. & S.

 

No. 33) Herrn Ranniger & Sohn in Altenburg          12. 8. 31

Haben Sie die Güte, uns 1 Dz. hell- und dunkelbraune Glacè-Damenhandschuhe, 1 Dz. hellfarbige dergl. 1 Dz. dergl. mit Rosetten zu schicken, sollen letztere  nicht da sein, so schicken sie Sie ohne  Garnitur, doch nicht wieder Kinderhandschuhe, wie wir sie in den letzten von den Messen hier nur zu oft gefunden haben, und wo wir froh waren, sie nur um den Einkaufspreis los zu werden. Wir melden Ihnen jedoch ausdrücklich, sie sogleich an uns zu übersenden, daß wir sie übermorgen erhalten, weil nächste Woche unser Mannschießen ist, wo wir sie brauchen. 

 

No. 34) Herrn C. W. Herschel in Halle  24. Aug.

Beifolgend habe ich die Ehre, E. Wohlgeb. 100 Taler von rückständigen Interessen von Miete 1829 bis dahin 1830 zu übersenden. Die zu nächsten Miete gefällig werdenden, werde ich so schnell als möglich auch abtragen. Sie sind nach der Äußerung des Hr. Patzschke etwas ängstlich über die Abtragung der Interessen und die Sicherheit Ihres Kapitals. Was den ersten Punkt betrifft, so kann und will ich nicht leugnen, daß ich obgleich ganz ohne mein Verschulden, zeither säumig damit war. Sein Sie versichert, daß mehr Nebenumstände und mein zu ausgedehntes, zu weit umfassendes Bauverhältnis die Ursachen meiner seitherigen Saumseligkeit waren, als böser Wille oder vorsätzliche Unordnung. Haben Sie das ganze Gebäude früher gekannt und betrachten Sie die Revolution, die ich seit 5 Jahren darin vorgenommen habe, wo auch nicht ein Stein  auf den andern geblieben ist, so bin ich von Ihrer Billigkeit eines verzichtlichen Urteils fest versichert. Recht angenehm würde es mir sein, Sie einmal persönlich bei mit zu sehen, und von der Örtlichkeit  überzeugen zu können. Was den zweiten Punkt wegen der Sicherheit  betrifft, so würde auch dieser sich sogleich bei einer persönlichen  Anschauung von selbst heben, indem Sie ein Lokal vorfinden, was ich für 16 – 18 Tausend  Taler nicht verkaufen, und wozu ich nur noch zu Ihrer gänzlichen Beruhigung beifüge, daß, nachdem ich 1900 Taler  zur zweiten Hypothek aufgenommen, mir mein Schwager (weil meine Kräfte später gänzlich erschöpft waren)  aus eigenen Antriebe zum völligen Ausbau des Lokals 2500 Taler überließ, die ich ihm, ohne daß er es wollte auf die 3. Hypothek eintragen ließ. Würde dieser dies wohl getan haben, wenn er von meiner Rechtlichkeit nicht fest überzeugt gewesen wäre, und sein Geld in unsichern Händen gewußt hätte? Ich überlasse dies  alles Ihrer eigenen gefälligen Beurteilung, wünsche guten Empfang, und empfehle mich Ihnen allerseits zu besten geneigten Andenken  G. T.

 

No. 35) Herrn St. Führ in Mühlhausen                     1. 9. 31

Wenn Sie feine weiße, weiche niederhaarige dänische Schmaschen vorrätig haben, so können Sie einige Hundert an uns abfertigen, und selbige, wenn Sie selbst zur hiesigen Messe hierherkommen, mitbringen, oder falls dies nicht geschehen sollte, eine Probe nebst Bemerkung des gewünschten Preises, durch eine passende Gelegenheit an uns beischicken, wonach wir alsdann vielleicht ein Geschäft miteinander machen können. Mit Achtung            G.T. & S.

 

No. 36) An denselben            8. 9. 31

Laut unsrer letzten v. 1. 9. haben wir Sie um Übersendung v. Pelz-Schmaschen gebeten, jedoch noch keine Resolution darüber bis heute erhalten. Durch das nächsten Montag  11. 9. hierher gehende Geschirr des Hr. G. G. Wolff aus Mühlhausen bietet sich Ihnen die beste Gelegenheit dar, selbige mit hierher schaffen zu können. Bemerken Sie zugleich die Preise, und sprechen Sie auf Ihrer Reise nach Leipzig bei uns ein, wo wir uns verständigen können, ob wir Sie bei annehmbaren Preis behalten oder falls dies nicht sein sollte, Ihnen nach Leipzig weiter spedieren. Vergessen Sie jedoch nicht, der Ware einen vollständigen Zollfreizettel beizufügen.

 

No. 37) Herrn Kaufmann Plantier in Berlin – Spittelmarkt              11. 10.

Ihr Herr Sohn entnahm während seines Hierseins seinen Bedarf von Handschuhen aus unsern Geschäft, bezahlte selbigen, wenn auch nicht immer prompt, doch jederzeit redlich, allein bei seiner Abreise verblieb derselbe mit beifolgender aus unserm Konto extrahierten Rechnung v. 3 ¾ Talern im Rückstand, und bemerkte nun dabei, daß eine Woche später obige Summe uns durch den Herrn P. D. Luchte hier ausgezahlt werden sollte. Ganz zufrieden mit seiner Erklärung wünschten wir ihm glückliche Reise, und glaubten ohne Bedenken obige Summe  unverkürzt zu erhalten; das geschah jedoch bis heute noch nicht, und wir erlauben uns daher, beikommende Rechnung dem Herrn P. D. Luchte  zu überreichen; wie höchst unangenehm wurden wir aber überrascht, als wir fanden, daß Hr. P. D. L. (wie Sie gefälligst nachzusehen belieben wollen) nur zur Summe  von ½ Taler autorisiert war, und uns nun die traurige Notwendigkeit wird, uns unmittelbar an E. W. zu wenden, und Sie um gefällige  Anweisung unseres ganzen Saldos zu bitten.

Schließlich ersuchen wir Sie, fest versichert zu sein, daß nicht etwa irgendeine jüdische Handelspolitik uns zu einer ungerechten Forderung veranlaßt, da zumal uns Dero Charakter, nicht allein durch  das Zeugnis der Herrn P. D. L. sondern auch durch die Äußerung des Herrn Bärbeck & Sohn aus Leipzig welche zur Zeit der hiesigen Messen in unseren Hause wohnen und verkaufen, als äußerst rechtschaffen und brav rühmlich bekannt ist; wir übrigens aber auch im Fall der Not unser  Debit gerichtlich zu  beschwören in Stande sind.

Mit aller Hochachtung zeichnet sich ganz ergebenst die Handschuhfabrik von G. Tuschner & S.   

 

No. 38) Herrn Du Minil & C. in Halle                       d. 31. 11. 31.

Nachdem unser Tapezierer angefangen, und auch bereits einige Stuben fertig, so hat derselbe gefunden, daß die Tapeten nicht, wie Sie uns  gemeldet, 16 sondern nur 15 Ellen halten, und die Breite des Papiers dem Berliner um wenigstens 2 Zoll nachsteht. Wir sind  dadurch genötigt, Sie noch um eine Nachsendung zu bitten und zwar:

zu Zimmer N. 1: No. 113 – 1 Stck. Tapete büffl. mit gelb, 18 Ellen Unterborde nach probe, die Hälfte der bereits erhaltenen, wird wieder zurück erfolgen, weil vermöge der Schattenlage  sie nur zu Oberbord taugt. 

zu No. 2:  2 Stck Tapete No. 109 feingrün gemustert & weiß,

                 2 Stck. Marmor No. 101 sattgrün & feingrün

zu No. 3:  2 Stck. Tapete No. 121 sattweiß mit Color-Blumen

zu No. 4:  1 Stck. Tapete No. 109 Iris-feinblau und braun  mit goldgelb

zu No. 5:  1 Stck. Tapete No. 107 grau u. Feingrün

Haben Sie jedoch die Güte, gedachte Sachen uns so schleunig als möglich zu übermachen, mit dem Akkord des Frachtlohnes aber nicht so splendid  zu verfahren, weil es etwas übertrieben ist,  1 1/3 Taler  p. Zentner ab Halle zu bezahlen, was man nicht ab Frankfurt a. M. zahlt, Ihre Fabrikate aber bedeutend steigert.

 

No. 39) An denselben             16. Jan. 32

In dem Glauben stehend, daß Ihre Arbeiten während der strengen Wintermonate ruhen werden, so wie unser Tapezierer jetzt auch nicht arbeiten kann, wähnten wir uns mit der Übersendung der verlangten Proben nicht beeilen zu brauchen. Zugleich ist ein in unserer Familie eingetretener sehr wichtiger Krankheitsfall unserer einzigen Tochter und Schwester, der sich wahrscheinlich doch noch mit dem Tode endigen wird, die Ursache unserer aufgeschobenen Übersendung. Dies alles bitten wir gefälligst zu unserer Entschuldigung  anzunehmen.

Was die Einsendung Ihrer Rechnung anbetrifft, so haben wir gar nichts dagegen einzuwenden, doch müssen wir uns darüber wundern, da ein definitiver Abschluß derselben doch jetzt noch nicht  denkbar ist, ersuchen Sie demnach mit Einsendung Ihrer Anweisung bis nach Empfang der  fehlenden Stücke sich zu geduldigen, wo wir gar nicht ermangeln wollen, Ihnen Dero Konto zu übersenden.

 

No. 40) Herrn C. G. Maschke aus Schönheide 23 in Leipzig                       17. 1. 32

Auf deinen schätzbaren Brief v. 14. d. M. antworte ich Dir, daß ich den mir darin gemachten Antrag, Dir den Laden für 20 Taler zu überlassen, annehmen will, allein Du weißt, was Du mir zeither  für das Logis und Bett vergütet hast, daß ich daher bei diesem billigen Preis auch ferner darauf noch Ansprüche  mache, wirst Du als billig denkender Mann akzeptieren, und wenn ich daher bei einem zweiten Bett und Schlafplatz auch dieselben Ansprüche  mir zu machen erlaube, so werdet Ihr beide es wohl annehmlich finden , wenn ich für den bloßen Laden 20 Taler akzeptiere , jedoch für den Laden in Verbindung  mit 2 Betten und Logis für jede Messe 5 Taler notiere.

Falls Du damit zufrieden bist, brauchst Du mir nicht wieder zu schreiben und sollt Ihr zur Messe alles im besten Zustand antreffen, im entgegengesetzten Fall bitte ich jedoch mir baldigste Antwort zu kommen zu lassen um eine anderweitige Vermietung  nicht zu versäumen.

Verona ist sehr matt, krank und schlecht und wir fürchten daher sie zu verlieren, als zu behalten. Nun, was Gott tut, das ist wohlgetan, wir wollen  noch nicht alle Hoffnung aufgeben, doch wird das Schicksal uns wohl eine nie vernarbende Wunde schlagen.

Was die Frankfurter Geschäfte  anbetrifft, so wollen wir etwas festes darüber nicht abschließen. Hält die Entscheidung Veronas Schicksal uns  nicht ab, unser Vorhaben  auszuführen, so mag Herrmann selbst sehen, wohin er am besten paßt. Wo logierst Du in Frankfurt?

Leb wohl, wir grüßen Dich alle herzlich vorzüglich, Dein Freund G. T.

 

No. 41) An denselben, d. 27. Jan. 32

Was wir befürchtet, ist in Erfüllung gegangen. Unsre unvergeßliche Verona ist nicht mehr! Am 20. d. M. früh halb 2 Uhr entschlummerte sie ohne den geringsten Schmerz zum bessern Jenseits, nachdem sie 8 Monate lang gelitten und 22 J. in unsern Kreis gestanden. Groß waren ihre Leiden, aber desto sanfter hauchte sie ihre gute Seele in Herrmanns Armen während dem Schlafe aus. Nun, sanft ruhe die Verklärte und Friede ihrer uns teuren Asche! Auf Wiedersehen!

Aber Freund Maschke, hättest Du sehen sollen, wie sie gleich einer himmlischen Braut von den kostbarsten Blumen (von ihren Freundinnen geschickt) fast erdrückt da lag, die zufriedenste Miene im Gesicht, hättest Du sehen sollen, wie kein Plätzchen vor dem Sarge war, wo nicht ein Kranz, eine Girlande hing, hättest Du sehen sollen, wie sie von den hiesigen jungen Bürgersöhnen am vorigen Sonntag dahin getragen wurde, zu ihrer ewigen Ruhestätte, von einer unzählbaren Menschenmasse begleitet. Oh, Bruder, Dir brauch und kann ich die Gefühle  nicht beschreiben, die sich da der Brust bemächtigen. Nun können wir uns zusammen trösten, nur daß ich viel  schmerzlicher verwundet bin als Du.

Aus der Frankfurter Sache wird wohl nun diesmal nichts werden, bis erst unsre Verhältnisse ein gewisses Gleis wieder erhalten. Grüß alle Bekannten, so wie es Dir möglich ist, vorzügl. aber Deine liebe Frau und Kinder von uns Allen. Leb` recht wohl, und kannst Du dem Andenken unsrer Verona eine Träne weihen, so glaube, daß sie unvergeßlich fällt, auf das Herz deines Freundes G. T.    

 

No. 42) Dem Kaufdiener Damerat in Jena    17. 2.

Sie entnahmen für den 7. u. 8. Aug. d. J. unser Reitpferd und debitieren uns dafür 1 Taler 16 Gr. nebst 2 Gr. Sattelgeld. Bei dieser Gelegenheit wurde durch nachlässige Aufmerksamkeit der Sattelbaum des Sattels zertreten, wodurch derselbe, wenn man nicht befürchten will, das Pferd aufzudrücken, unbrauchbar geworden ist. Zugleich hatte ein andres Pferd oder Hund die Enden der Steigriemen so befressen, daß wir, um die Gefahr des Zerreißens nicht ausgesetzt zu sein, selbigen abschneiden und neu anstücken lassen mußten, was uns eine Ausgabe von 6 Gr. verursachte. Was die Reparatur des Sattels betrifft, so verlangt der Sattler Hüfner 4 Gr. weil er den ganzen Sattel auseinandernehmen müßte. Wir überlassen jedoch Ihnen, sich mit ihm darüber  zu verständigen, und tragen bloß auf Wiederherstellung unsres Sattels an. In der Überzeugung, die hierdurch entstandenen Differenz recht bald ausgeglichen zu sehen (da wir es Ihnen gleich den andern Tag melden ließen, Sie jedoch bis heute noch nichts von sich hören ließen), zeichnen wir freundschaftlich…

 

No. 43) Herrn Ranniger & Sohn Altenburg              16. 2.

Wir ersuchen Sie um gefällige Übersendung nachfolgende: 1 Dz. dunkelgrüne, 1 Dz. braune, 1 Dz. violette, 1 Dz. schwarze Glacè-Herrenhandschuhe, 2 Dz. asort. Damenhandschuhe von denselben Coleuren, 2 Dz. asort. Damen-Handschuhe hellfarbig.

Wir wünschen jedoch recht bald die Ware in unsern Händen zu haben und hoffen rechte reelle Ware und billige Preise zu erhalten; den Betrag werden wir Ihnen zu unsrer nächsten Messe übermachen. Hochachtungsvoll…

 

No. 44) Herrn C. G. Maschke in Schönheide    17. 2.

Wer selbst gewisse Leiden ertrug, ist auch im Stande zu beurteilen, welche Empfindungen sie in der Brust eines andern erregen. Sei daher versichert, daß ich gewiß großen Anteil an deinem Leiden nehme, da wir gleiches Schicksal tragen.

In Bezug auf dein geehrtes v. 12. 2. habe ich mich entschlossen, Dir den Laden für 44 Taler unter den in meinen vorigen v. 17. 2. bemerkten Bedingungen zu überlassen, will es auch Dir ganz allein anheimgestellt sein lassen, wem Du mit hineinnehmen willst. Allein für den Johannismarkt kann  ich Euch den Laden nicht lassen, da ich laut meinem Mietvertrag mit Krampf diesen nicht 3mal jährlich herausweisen kann. Will der Götze nicht mit bei uns logieren, so bin ich gar nicht böse darüber. Komme Du lieber einen Tag eher, indem ich die Einrichtung der Regale Deiner Angabe überlassen will. Ich sehe jedoch auf jeden Fall einer Antwort von Dir entgegen und bleibe unter dem schönsten Gruße an deine liebe Familie, und der besten Empfehlung der meinigen an Dich, Dein G. T.

 

No. 45) Herrn Löber in Unterkaka                19. 2.

Beifolgend machen wir uns das Vergnügen, Ihnen das 21. Paar Hosen zu übersenden. Nur das schöne Leder, das uns zufällig zu Händen kam und welches uns in den Stand setzt, Sie ganz zu verwahren, veranlaßte uns, sie Ihnen jetzt schon zu fertigen, indem wir vielleicht dann, wenn Sie sie wünschen, nicht so gut dienen konnten, als gerade jetzt. Was die Bezahlung anbetrifft, so wollen wir es ganz Ihnen überlassen, sie nur nach Ihren Verhältnissen einzurichten, und hat es mit derselben Zeit, bis es Ihre jetzigen Umstände erlauben, sich die Summe beiseitelegen zu können. Wir grüßen Sie und Ihre liebe Frau bestens und zeichnen mit Achtung G. T. & S.    

 

No. 46) Herrn Hartwigs pr. Ad. Hr. Du Minil & Comp. Halle         8. 3. 32 

Erst gestern von einer mehrtägigen Reise zurückgekehrt, welche meine Verlobung  mit einer Dame  v. L. zu Grunde hatte, beeile ich mich heute, Ihre schätzbare Zuschrift v. 23. v. M. zu respondieren. Sehr schätzenswert ist uns das in derselben gemachte erleichternde Anerbieten in Betreff der Wechsel, doch erlauben wir uns, dabei Sie um gefällige Umänderung der Termine insoweit zu bitten, daß der 1. a 60 Taler d. 15. Mai der 2. a 40 Taler d. 15. Juli auf uns einläuft, wobei Sie fest auf  unser Akzess A rechnen können. Der in Ihren geehrten  gesetzten 1. Termin ist uns insofern unangenehm, weil selbiger kurz vor unsrer Messe ist , wo wir nichts als Ausgaben und keine Einnahmen haben, und zugleich meine Verheiratung in jene Zeit fällt, wo, wie Sie wissen, bedeutende Ausgaben vorfallen, da zumal selbige in L. Vorgeht.

Was die Saalflur-Tapeten betrifft, so haben Sie uns selbige zu 6 Gr. gelassen, falls Sie Ihr Wort zu halten belieben wollen, senden Sie uns 25 Stck Nanquin No. 102 nebst nötigen Bordüren und Marmor. Zum oberen Saalflur wollen wir dasselbe Dessin in hellgrau nehmen. Die bewußten Hosen sollen bis zu unsrer Messe auch fertig werden, und die Bezahlung für dieselben bei Bezahlung der Tapeten für unsre Wohnstube, auf die wir Sie wieder aufmerksam zu machen uns erlauben, schon ausgeglichen werden. Um recht baldige Übersendung der Saalflur-Tapeten und der Proben zur oberen Etage bitten hochachtungsvoll zeichnend  H. T p. Ad. G. T. & S. 

 

No. 47) Herrn Pet. Mengin, Handschuhfabr. u. Gerber  in Erlangen, Neugasse     22. 3.

Durch den in unsrer Condition sich befindenden Frans. v. Erl. ist uns Ihr Leder angepriesen worden und wir ersuchen Sie daher 1 Gros weißes Glacè-Ziegenleder (2 Paar Felle) und 1/2 Gros dergl. baierisches Lammleder mit der nächsten Frachtgelegenheit zu übersenden. Den Betrag der Rechnung, den wir hoffentlich als das erste und Probegeschäft, nicht überteuert finden werden, wollen wir Ihnen an das Haus J. L. Keck Fürth sogleich nach Empfang anweisen, bei welchen Sie  sich auch im Voraus über unsere Aktivität erkundigen können. Wir bitten jedoch um recht baldige Übersendung und zeichnen mit Achtung.

 

No. 48) Herrn Du Minil in Halle                   1. 4. 32

Beifolgend senden wir Ihnen zur gefälligen Besorgung:

zu Stube No. 1: 14 Stck. Tapete No. 136, 2 Stck. Marmor No. 101, 42 Ellen Oberbord No. 126, 36 Ellen Unterbord, letztere mögen Sie selbst dazu tun, weil sie nicht passend in der Probe zu finden war.

zu Stube No. 2: 14 Stck. Tapete No. 140, 3 Stck. Marmor No. 101, 42 Ellen Oberbord No. 126, 36 Ellen Unterbord (fehlt in Probe)

zu Stube No. 3: 16 Stck. Tapete No. 124, 8 Stck. Marmor, 48 Ellen Oberbord No. 771, 40 Ellen Unterbord (fehlt in Probe)

zu Stube No. 4: 14 Stck. Tapete No. 136, 3 Stck. Marmor nr. 101, 44 Ellen Oberbord 3575, 40 Ellen Unterbord (fehlt in Probe)

zu Zimmer No. 5: Tapete ist da, Marmor desgleichen, 30 Ellen Oberbord No. 780, 30 Ellen Unterbord No. 118

zu Zimmer No. 6: 12 Stck. Tapete No. 132, Marmor ist da, 36 Ellen Oberbord (fehlt in Probe), 34 Ellen Unterbord (fehlt in Probe)

zu Zimmer No. 7: 9 Stck. Tapete no. 104, Marmor ist da, 26 Ellen Oberbord, 26 Ellen Unterbord (beides fehlt in Probe)

zu unsrer Wohnstube: 11 Stck Tapete No. 123, 5 Stck Marmor, 40 Ellen Oberbord No. 3575, 40 Ellen Unterbord.

De Marmor zum Säulen (beiliegend ein Pröbchen), gefallen uns nicht, zum Nanquin schicken Sie uns Langnier und zur grauen 4 Stck. Schiefermarmor. Ihre Preise finden wir diesmal viel teurer gestellt, als das vorige Mal, und wir glauben, da wir Ihnen doch so viel Geld zuwenden, auf  bedeutende Moderationen Ansprüche machen zu können.

(Sollte es Ihnen nicht möglich sein, Alles binnen 14 Tagen zu liefern, so sorgen Sie wenigstens  dafür, daß wir die Tapete zu No. 3 und unsrer Wohnstube bis dahin in Händen haben, da letztere  während der Messe gemacht und bis 1. Mai fertig sein muß)

Freundschaftlich grüßen G. T. & S.

Bereits war ein Brief zur Spedition an Sie fertig, als sich unsre beiden Etagen vermieteten, und um den Wünschen der Abmieter einigermaßen zu entsprechen, wir unsre ganze Wahl wieder umändern mußten. Zugleich sind wir gezwungen, Sie um recht schleunige Sendung bis 8 Tagen sehr zu bitten, da lt. Kontrakt das Lokal schon zu 1. Mai bezogen werden soll. Von den baldigst gebrauchten Stück Oberbord fehlt ein Stück von etwa 1 ½ Ellen. Sein Sie daher so gut, so passend wie möglich 1 Stück von demselben Dessin beizufügen.

 

No. 49) Herr Weißgerber Paul Steidel auf der Essenbacher Brücke in Erlangen    4. 4. 32

Demselben Brief wie No. 47 an denselben abgeschickt.

 

No. 50) Herrn Assessor Degen in Weißenfels  d. 30. 4. 32

Ganz gegen alle Erwartung durch Dero werte Zuschrift überrascht, beeile ich mich Ihnen meine Gedanken darüber zu behelligen. Sie setzen Mißtrauen in meine Ehrlichkeit, und das geht mir umso mehr nahe, als ich Ihnen sogleich durch meine vorherige Erklärung meine Rechtlichkeitsliebe zu bezeugen suchte; hätte ich als schlechter Mann auf Betrug an Ihnen ausgehen wollen, so brauchte ich ja nur bis nach Empfang  der Waren zu schweigen, und es stand dann immer bei mir, wie lange ich Sie unbefriedigt vertrösten wollte. Doch viel zu weit entfernt von dergl. Schwindeleien berechnete ich meine Ausgaben, die zumal jetzt, wegen der in 8 Tagen bevorstehenden Verheiratung meines Sohnes und der unbedingt damit verbundenen neuen Arrangierung meines Domizils ziemlich bedeutend ist, und fand, um als Mann von Wort in Ihren Augen fort zu gelten, daß ich Ihnen  meine Zahlungen nicht anders als zu den Ihnen bewußten Terminen abzutragen, im Stande sei. Umso mehr will es mich befremden, Ihr, mir bei der Bestellung gegebenes Wort, als Einwilligung zu diesem Vorschlag, jetzt zurück genommen zu sehen, in dem ich mich sonst gleich anders eingerichtet haben würde. Ich überlasse daher Ihnen zum gefälligen eignen Belieben, mir entweder die Ofen anzuvertrauen, wogegen ich Ihnen verspreche, sie als rechtlicher Mann zu bezahlen, oder ersuche Sie, mir umgehend meine Rechnung über die bereits empfangenen zukommen zu lassen, damit ich baldigst meinen Verhältnissen in dieser Beziehung die nötige Wendung geben kann. 

Mit besonderer Hochachtung mich Ihnen empfehlend zeichne ich ganz ergebenst...

 

No. 51) Herrn Friedr. Furcht in Buttstädt     7. 5.

In Bezugnahme auf Ihre werte Zuschrift vom 5. d. M. haben wir die Ehre, beifolgend p. Vermittlung  Herrn F. Geffers von hier, Ihnen 2 Duz. dunkelbunte Glacè-Damenhandschuhe à 4 Taler, in summa 8 Taler, zu übersenden, welchen Betrag Sie gefälligst für uns anerkennen wollen. Bei den diese Leipziger Messe unerhört gestiegenen Lederpreisen ist es  uns nicht möglich, die Preise niedriger zu stellen, im Gegenteil sollten dieselben steigen, und wir haben bloß in Bezug  auf die Zukunft die alten wieder bei notiert.

In der Hoffnung, daß sich die Handschuh Ihrer Zufriedenheit erfreuen werden, sehen wir recht bald einer größeren Bestellung entgegen und zeichnen ganz ergebenst...

 

No. 52) Herrn Kreisphysikus D. Rudolph in Artern            

In Bezugnahme auf Dero v. 12. d. M. gegen wir uns die Ehre, Ihnen eine  einfache  Bruchbandage mit mechanischer Windenpolette*, elastischer Feder und gelben Leder garniert, für einen Ternium inguinalis passend, zu überreichen. Für gewöhnlich verkaufen wir diese Sorte für 3 1/3 Taler, Dero Herrn Medicus überlassen wir selbige jedoch mit 15 % Rabatt, weshalb wir als so frei sind, Sie mit der Summe von 2 5/6 Taler zu belasten, die Sie gefälligst für unser Konto anerkennen wollen.

Bandagen mit unbeweglichen Poletten sind bei dem Rabatt 1 Taler billiger, doppelte haben den doppelten Preis, eleganter gearbeitet sind sie etwas teurer. Übrigens können wir Ihnen aufwarten mit Suspensorica, Buckel- und Nabelbandagen, künstliche Schnürbrüste und orthopädischen Streckapparaten, so wie überhaupt mit allen in das Fach schlagenden Artikeln. Eine mehrtägige Reise, während welcher  Ihre Zuschrift eingegangen war, hinderte mich, Ihnen beifolgende Bandage mit umgehender Post zu übersenden, künftig werden wir Ihnen prompt aufwarten, indem wir hoffen, Ihre völlige Zufriedenheit zu erlangen und recht bald Ihren werten ferneren Aufträgen entgegen sehend, zeichnen wir mit aller Achtung...

*Riementeile von Bandagen

 

No. 53) Herrn Friedr. Furcht in Buttstädt     23. 10. 32

Indem wir Ihnen beifolgend durch Herrn Geffers von hier die abermals bestellten 1 Dz. dunkelbunte Glacè-Mannhandschuh à 4 ½ Taler  und 1 Dz. dergl. Damenhandschuh à 4 Taler - S.  8 ½ Taler überreichen, bitten wir sehr um Verzeihung, daß das vorige Mal 2 Paar defekte Handschuh untergepackt gewesen sind. Es war dieser Fehler nicht sowohl absichtlich durch unsre Schuld, als durch nachlässigen Leichtsinn unsres Zuschneiders herbeigeführt worden, und wir haben uns daher  bestrebt, es diesmal durch ganz fehlerfreie ausgesuchte Ware wieder gut zu machen. Schließlich quittieren wir Ihnen den richtigen Empfang voriger Rechnung, danken Ihnen verbindlichst für das seither geschenkte Wohlwollen, und indem wir Sie ersuchen, uns recht bald wieder Aufträge zugehen zu lassen, zeichnen wir mit aller Achtung  G. T & S.

 

No. 54) Herrn Stephan Führ in Mühlhausen                                    8. 11.

Wir ersuchen Sie, uns wieder 200 Schmaschen, wie voriges Jahr zu schicken, welche jedoch von größerer Gattung sein müßten, oder wenigstens, wenn ebenfalls wieder so viel kleine, wie unter den letzten sein sollten, einen angemessenen Preis zu notieren, wenn sie haben wollen, daß wir für die Zukunft noch mehr Geschäfte miteinander machen sollen, indem 9 Taler für die Qualität, wie die vorige waren, viel zu viel war, und wir selbige wieder retour gesandt hätten, doch wir brauchten sie alsdann, und mußten sie also schon behalten. Schicken Sie sie also  nicht erst wieder auf Merseburg, wo sie liegen geblieben waren, sondern sogleich hierher, was wir jedoch binnen 14 Tagen hoffen, oder im entgegengesetzten Fall, einer Antwort von Ihnen entgegen sehen.

Wir grüßen Sie freundschaftlichst, hoffen daß die leidige Cholera Ihrem Familienkreis verschont haben möge und grüßen mit Achtung G. T. & S. 

 

No. 55) Herrn Kreisphysikus Dr. Rudolph in Arten             10. Nov.

Indem wir Ihnen hiermit den richtigen Empfang der 2 Taler 20 Groschen gebührend anzeigen und quittieren, beehren wir uns zugleich, Ihnen die bestellten 2 Kinderbandagen mit Polette und elastischer stählerner Feder vorzulegen und den Betrag derselben in umstehender Rechnung zu erwähnen, welchen Sie gefälligst für unser Konto anzuerkennen belieben wollen. Wir haben selbige  ganz besonders für Sie anfertigen lassen, weil diese Art gemeiniglich nur unbeweglich angewandt wird und werden uns daher freuen, Ihre völlige Zufriedenheit erlangt zu haben, indem wir Sie um Ihre ferneren Gewogenheit bitten, zeichnen wir mit aller Hochachtung ergebenst.

 

No. 56) Hr. Hartwigs p. A: Hr. Du Minil & C. in Halle, d. 30. 11.

Es naht sich nun das Ende des Jahres und somit sehen wir dem Empfang Ihrer Rechnung entgegen. Überzeugt von Ihrer Herzensgüte, ist mir jedoch so frei, Sie dabei um die Gefälligkeit zu bitten, die Einziehung des Betrages bis nach Ostern zu verschieben, wo wir auch ohne Wechsel denselben Ihnen bar einsenden wollen. Nicht sowohl böser Wille oder Nachlässigkeit zwingt uns zu dieser Bitte, sondern, indem wir noch einige anderweitige Verbindlichkeiten im Laufe des Jahres ausgleichen, hofften wir durch eine gute Messeeinnahme unsrer letzten Messe in den Stand gesetzt zu werden, auch etwas für Sie zurück legen zu können, leider wurden uns 2 Gewölbe abgeschrieben, viele Einkäufer kamen nicht, und uns blieben viele Piecen leer stehen, natürlich richtete sich die Geschäftseinnahme auch darnach, und wir sahen am Schluß der Messe ein Defizit von wenigstens 300 Talern in unsrer Kasse. Ihnen nun noch besonders zu erwähnen, welchen Einfluß dies auf unsere Zahlungen macht, halten wir für überflüssig und indem wir also mit vollem Vertrauen Ihre uns schon  bewährte Güte auf obige Weise in Anspruch zu nehmen uns erlauben, bemerken wir, daß wir den Rest unsrer nicht gebrauchten Tapete Hr. Schramm übergeben haben, welcher den nach Ihrer Rechnung extrahierten Betrag für dieselbe von 20 Talern akzeptiert hat. Sie wollen daher die Güte haben, gedachte Summe unserem Debit ab-, und dem des Hr. Schramm zuzuschreiben.

Indem wir uns Ihrer ferneren Gewogenheit nochmals anempfehlen, zeichnen wir mit aller Achtung.

 

No. 57) Herrn Negociant* Betzold in Schafstädt     30.12.

Sie entnahmen am diesjährigen Camburger Vogelschießen durch den Hausknecht des hiesigen Schwarzen Rosses für Ihre Rechnung:

1 gelben elast. Hosenträger bester Qualität 2 Taler 8 Gr. , 2 Paar Herrenhandschuhe 1 Taler 8 Gr. in Summa 3 Taler 16 Groschen.

Mit der Versicherung, selbige nach Verlauf obigen Festes zu bezahlen. Wahrscheinlich war es Ihnen bei Ihrer Zurückkunft aus dem Gedächtnis gekommen, und wir sind daher so frei, Ihnen jetzt am Schluß des Jahres obige Rechnung vorzulegen.

Da es uns jedoch an Gelegenheit fehlt, uns einer Anweisung auf dort zu bedienen, so entnahmen wir obige Kleinigkeit, um alle Weitläufigkeiten zu umgehen sogleich p. Post, und ersuchen Sie höflichst, dies gefälligst zu akzeptieren.

 

*Weinhändler

 

Mit Gott 1833

No. 58) Herrn C. W. Herschel in Halle                     8. 1. 33

Beifolgend habe ich die Ehre, Ihnen 50 Taler Interessen in zahlbaren Kupons zu senden, und werde ich Ihnen zukünftig jedes Vierteljahr  dieselbe Summe nach Umständen auch mehr  überreichen, um dadurch die noch rückständige Summe auszugleichen. Ich hatte mich bereits schon  im Aug. v. J. dem Herrn Advokat Schmidt in Leipzig dahin erklärt, daß, weil ich nun endlich zum Michaelis v. J. die ersten Zinsen zöge, ich schon  zum 1. Okt. v. J. den Anfang  die der regelmäßigen Abtragung meiner Interessen machen wollte, allein Hr. C. C. Patzschke  ruhte nicht eher, bis ich die für Sie damals bestimmten 50 Taler diesem auch noch übergeben hatte, weil er zur Kaution seines, die Pachtung eines Rittergutes  angetretenen Sohnes  es sehr nötig bedürfe, und auf den Grund der Versprechung, es mir in 8 Tagen für Sie wieder zu geben, gab ich nach, leider empfing ich es aber nicht und ich mußte nochmals zum Lügner werden.

Künftig sollen Sie jedoch darauf rechnen können, jedesmal in der ersten Woche eines neuen Vierteljahres 50 Taler bis Abtrag der rückständigen Interessen zu erhalten.

Sie haben bis jetzt mit obigen 50 Talern in Summe 425 Taler erhalten und somit wären die Interessen auf 4 ¼ Jahre bezahlt. Rechnen wir nun dieselben vom 1. Okt. 1826 so reichen sie bis Ende 1830. Es fangen demnach die künftigen Interessen vom 1. Jan. 1831 an. Über die fraglichen Interessen vom 7. Mai bis 1. Okt. 26 wird es sich schon machen, daß wir vielleicht einmal mündlich uns verständigen können, vor der Hand wollen wir diese bis nach der Berichtigung der andern 2 Jahre Interessen bei Seite setzen, um eine regelmäßige Zeit in der Berechnung zu haben.

Schließlich danke ich Ihnen nun noch für die gütige  Nachsicht, womit Sie während den verflossenen 6 Jahren meine gewiß sehr schweren Verhältnisse in Betreff meiner gänzlichen Umwälzung  des ganzen Domizils schonend ansahen, erkläre Ihnen jedoch auch zugleich, daß Ihr Kapital von 2000 Talern zur 1. Hypothek auf ein Grundstück von 20.000 Taler Wert bestimmt sicher und gut genug steht, zumal es sich ja mit 5 % verzinst und man jetzt überall nur 4 % zahlt.

 

No. 59) Herrn Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern            11. Jan.

Indem wir Ihnen den richtigen Empfang der 4Taler schuldigst quittieren, beehren wir uns zugleich in der Beilage Ihren anderweitigen schätzbaren Auftrag auszuführen und Ihnen die gewünschten Bandagen zu überreichen. Der Preis der doppelten Bandagen ohne bewegliche Polette notieren wir Ihnen mit 4 Talern (dahingegen der feste Preis 4 2/3 Taler bei uns im Verkauf ist) so wie es bei den einfachen Bandagen bei dem Ihnen bekannten Preis von 2 Taler, 20 Gr. ohne Rabatt verbleibt. Doppelte dieser Gattung haben den doppelten Preis. Wir erlauben uns daher Ihnen die Summe von 6 5/6 Taler à conto zu zeichnen, bitten um gefälliges Akzept und nennen uns unter dem Wunsche recht baldiger ferneren Aufträgen mit aller Hochachtung Dero Diener.

 

No. 60) Hr. Doktor Buttmann in Pforta                    21. 1.

Der alumn. portens. H. Wustrow entnahm am 24. Dezember d. a. einen gelbledernen  elastischen Hosenträger für 1 Taler mit dem Bemerken aus unserm Geschäft, selbigen bei seiner nächsten Hereinkunft zu bezahlen. Tages darauf kam nun derselbe auch nach Naumburg und entnahm abermals, ohne den 1 Taler zu bezahlen  1 Paar grüne, waschlederne Handschuh pro 14 Groschen mit der Bemerkung, diese ebenfalls nicht bezahlen zu können, weil er bei seine eiligen Fortgange aus Pforta seine Geldbörse liegen gelassen habe, ja sogar dadurch in die größte Verlegenheit geraten zu sein vorgab, da er mehrere dringende Sachen zu bezahlen habe. Die Art seines Vortrages sowie sein übriges Äußeres, ließen durchaus auf keinen Schelm schließen und wir willigten sehr gern in seine Bitte, ihm durch Vorstreckung von 1 ¼ Taler zur Berichtigung seiner Bedürfnisse behilflich zu sein. Mit allem Dank versprach nun derselbe, bei seiner nächsten Hereinkunft, alles wieder auszugleichen, was jedoch bis heute noch nicht geschehen ist. In Folge des uns zu Ohren gekommenen Gerüchts sind wir deshalb so frei, E. Wohlgeb. über die ganze Sache zu behelligen und die ergebenste Bitte hinzuzufügen des Debitoren-Passivs des Hr. Wustrow auf unsre beiliegende Rechnung gefällige Notiz zu nehmen und uns den Betrag derselben zukommen zu lassen.

 

No. 61) Herrn Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern , d. 11. März

Soeben in den Besitz Ihrer schätzbaren Zuschrift gelangt, beeilen wir uns den uns darin gewordenen Auftrag sogleich auszuführen und überreichen Ihnen beifolgend die verlangte einfache Bruchbandage mit beweglicher Polette.

Indem wir uns nur noch erlauben, Ihnen den Betrag für dieselbe mit 6 Talern, 20 Groschen zu dem noch stehenden Saldo von 6 Talern, 20 Gr  also. summa 9 Taler 16 Groschen zu notieren und Ihnen wünschen, daß Sie bei guter Gesundheit das Paket öffnen mögen, zeichnen wir mit aller Hochachtung ergebenst  G. T. & S.

 

No. 62) Herrn Kreisphysikus Dr. Wittke in Weißensee        18. 4.

Sie werden sich freilich gewundert haben, daß das Geschäft, welches zum Anfange dieses Jahres unter uns beginnen sollte, erst jetzt seinen Anfang genommen hat. Vielleicht hat Herr Harras ein Näheres schon berichtet, daß der, auf die durch Ihren Hr. Schwager und Herrn Messerschmidt (welcher seiner physischen Auflösung  jetzt leider auch stündlich entgegen sehen muß) applizierten Entbindung unserer jungen Frau, erfolgte Tod derselben, eine große Veränderung hervorbrachte, was leider auch aufs Geschäft influirte.

Selbst jetzt, nachdem die Kiste mit den Bandagen  bereits an Sie abgegangen war, warf uns beide die hier sehr stark grassierende sogenannte Grippe  mehrere Tage aufs Krankenlager, so daß es uns erst heute  möglich ist, Ihnen die dazu gehörigen Avisa zuzusenden.

Für gewöhnlich verkaufen wir die einfachen Bandagen mit unbeweglichen Poletten mit 2 1/3 -2 ½ Talern, doppelte für doppelten Preis, Kinderbandagen von 1 1/6 bis 1 2/3 Talern und erlassen den Herrn Medici einen Rabatt von 16 %. Ganz dasselbe haben wir natürlich auch auf Sie extendiert und um nicht zu weitläufige Rechnung  zu bekommen, Ihnen sogleich sogleich die Preise ohne Rabatt notiert. Sie werden sich daher Ihre Provision nach den allgemeinen dortigen Verhältnissen, so wie nach dem Range der Patienten schon selbst regulieren. Den Erlös können  Sie auf halbjähriges  Konto stehen lassen und um dann durch Herrn Harras wenn er zur Messe hierher kommt, übersenden, wo wir Ihnen dann auch, wenn die Notwendigkeit nicht eher erfordert, neue Sendung zukommen lassen wollen. Da Sie von beweglichen Bandagen nichts halten, so haben wir keine beigefügt, auf Verlangen stehen sie jedoch sogleich zu Diensten. Die entstandene Fracht können Sie gelegentlich mit abrechnen. In dem wir Ihnen nun recht guten Abgang wünschen und uns Ihnen nebst Ihren lieben Angehörigen empfehlen, zeichnen wir mit aller Hochachtung     G.T. & S. 

 

No. 63) Herrn Brengel Gebr. in Altenburg    1. 6.

Erst gestern von einer mehrtägigen Reise retouriert, fanden wir Ihre Ware nebst schätzbaren Brief v. 25. 5. vorliegend, dieselbe ist recht gut, nur sollten unter den ziegenledernen nicht einige Paar steife und gar ein Paar mit viel dunkleren Daunen sein, da diese Art Ware  durchaus fehlerfrei sein muß, wenn man nicht verlieren soll. In Folge dieser Reise hat sich uns eine neue Karriere eröffnet und wir beabsichtigen, bevorstehenden Sommer das Lauchststädter Bad in Handelsgeschäften zu besuchen. Da nun dieser kleinen Vorrat nicht ausreichen sein wird, so beeilen wir uns, Sie um Übersendung einer zweiten Kommission zu bitten, nämlich:

2 Dz. Glacè-ziegenlederne Ama. 2 Dz. Glacè-schaflederne Amad. 3 Duz. Glacè ziegenlederne Ms. 3, Dz. Glacè-schaflederne Ms,  1 ½ Dz. Glacè weiß ziegl. halblang aber größer als die, welche wir schon besitzen.

1 Dz. marheille Damenh. fein, 1 Dz. echt dänisch Damenh. fein, 1 ½ Dz. marheille. Menott fein.

Obige Glacè-Handschuhe dürfen jedoch nur aus dunklen Farben, als braun, blau und grün bestehen da die hellen durchaus nicht gesucht werden und in den vorliegenden, sich sehr viel befinden. Sie wollen daher sie besonders für uns packen.- Die ganze Sache hat sich jedoch so schnell noch gemacht, daß es Eile bedarf, die wir daher auch Ihnen anzuempfehlen uns erlauben müssen, da nächsten Sonntag d. 9. 6. schon vollkommener Verkauf ist, weshalb die Ware schon mit nächster Mittwochspost hier eintreffen müßte. Sollte es Ihnen nicht möglich alles auf einmal nach unsern Wunsch zu senden so mag so bald als möglich das Fehlende folgen, doch wäre uns das Ganze lieber. Sie sehen, daß wir auf diese Art im Laufe des Jahres ein hübsches Geschäft miteinander machen können, weshalb nur gute ausgesuchte Ware uns als Ihr Kunde erhalten kann, so wie Sie nicht die Preise erhöhen dürfen, wie Sie es jetzt getan haben, da die Wenigkeit um welche das Leder gestiegen ist, kein Influenz auf ein Duz. Handschuh haben kann, worüber wir übrigens nächste Messe mündlich uns verständigen werden.  

 

No. 64) Herrn C. W. Herschel in Halle         1. 7.

Soeben in den Besitz der beifolgenden 50 Taler gelangt, säume ich nicht, sie Ihnen auch sogleich zu übersenden, damit Hr. Patzschke mich nicht zum dritten Male vor Ihnen zum Lügner macht, so wie er es an voriger Miete und jetzigen Ostern tat, wo er mich mit der Überlassung  Ihrer 50 Taler auf 8 Tage, zum Ankaufe neuer Pferde so lang bestürmte, bis ich sie ihm gab.

Ich hoffe jedoch künftig nicht mehr nötig zu haben, Sie einmal unbefriedigt zu lassen, wünsche Ihnen gesunden und vergnügten Gebrauch des Geldes und empfehle mich Ihnen allerseits, so wie Ihrem D. Schwager zu fernere geneigter Freundschaft herzlichst….

 

No. 65) Hr. Dr. Rudolph in Artern     14. 7.

Für die uns heute überkommenen 10 Taler gleichen wir Dero Konto schuldigst aus, so wie wir Ihr Guthaben von 8 Groschen richtig anerkennen. Zugleich überreichen wir Ihnen beifolgend die gewünschte einfache Bruchbandage mit bewegl. Poletten, wofür Sie uns nach Abzug der Ihnen zukommenden 8 Groschen, 2 ½ Taler gefällig zuerkennen wollen. Mit besonderer Hochachtung empfehlen wir uns Ihnen zu ferneren geneigten Wohlwollen und zeichnen ergebenst….

 

No. 66) Hr. Kreisphysikus Dr. Wittke in Weißensee            17. 7.

Erst heute war es mir möglich Ihren mir sehr schätzbaren Befehl, wegen Übersendung zweier Kinderbruchbandagen auszuführen, da ich Ihren, in Dero Mitteilung v. 12. 7. geäußerten, zweiten Wunsch erst meinem Vater, welcher gegenwärtig in Lauchstädt sich befindet, mitteilen mußte; Wir sind gegenseitig dahin übereingekommen, Ihnen die großen einfachen Bandagen zu dem Preis von 1 5/6 Taler und doppelte zu doppelten Preis zu notieren. Kinderbänder müssen sich in dem Durchschnittspreis von 1 Taler erhalten.

Beifolgend 2 Stück notieren wir Ihnen auch nicht höher, doch werden dieselben von uns unter 1  2/3 Taler nicht verkauft.

Ich hoffe, dadurch Ihrem Wunsch nachgekommen zu sein, und indem ich uns Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin bestens zu ferneren geneigten Wohlwollen empfehle, bitte ich gelegentlich  Hr. Harras herzlich zu grüßen und zeichne mit aller Achtung ergebenst H. T. ad. G. T & S.

 

No. 67) H. Kreisphysikus Dr. Rudolph Artern                     15. 8.

Als Folge Ihres uns soeben zugekommenen Befehls v. 13. senden wir Ihnen die gewünschten Doppelbandagen mit unbeweglichen Poletten nebst Schenkelriemen zu dem Preis von 4 Talern, weshalb sich also unsre ganze Forderung nach Hinzuziehung des kleinen Reste von 2 ½ Talern auf 6 ½ Taler notieren würde.

Wir wünschen eine recht passende Bandage glücklich gewählt zu haben, wünschen guten Empfang.

 

No. 68) An denselben d. 12. Sept. 33

Indem wir Ihnen beifolgend die gewünschte 1 einfache Bruchbandage mit bewegl. Poletten überreichen, erlauben wir uns nun noch  beiläufig den bekannten Preis von 2 5/6 Taler  zu bemerken, welchen Sie uns nebst kleinen Rest  von 6 1/1 Talern  gelegentlich nach Ihrem Belieben übermachen können.

Sollte wenn der Hr. Reil hierher kommen wird ein Plätzchen auf dem Wagen übrig sein, so wollen wir, zu Ihrer Bequemlichkeit, ihnen mehrere diverse Bandagen übersenden deren Erlös Sie uns dann dann gelegentlich halbjährlich zusenden können.

 

1834

 

No. 69) Herrn C. W. Herschel in Halle, d. 7. Apr.

Ich mache es mir zum besonderen Vergnügen, Ihnen beifolgend 50 Taler zu senden und ersuche Sie, meine rückständigen Interessen vom 1. Juli  bis ult. Dez. 1831 dadurch gefälligst zu quittieren. Indem ich Ihnen für Ihre gütige Nachsicht danke, die Sie mir bei der zeitherigen Abtragung meiner Interessen schenkten, versichere ich Sie, daß vorzüglich traurige Familienverhältnisse ein bedeutendes Hindernis für mich waren, Ihnen pünktlicher aufzuwarten, denn als vor 2 Jahren nach 8 monatlichen Krankenlager an den Folgen der Bleich- und Lungensucht meine einzige 22-jährige Tochter starb, suchte mein Sohn durch seine Verheiratung mir Ersatz zu bieten, doch noch kein Jahr war diese Lücke aufgefüllt. Als nach doppelärztlicher Entbindung und Hinterlassung eines kleinen Kindes  auch meine Schwiegertochter uns wieder verließ und ebenfalls starb. Wie sehr solche Hauskreuze den Geldbeutel schwächen, brauche ich Ihnen (.) nicht erst zu deklarieren und das dies bei jetzigen nahrlosen Zeiten umso empfindlicher   ist, glaube ich nicht besonders  berühren zu dürfen. Es grüßt Sie allerfreundlichst….

 

No. 70) Herrn Advokat Staudinger in Leipzig          7. 5.

In Bezug Ihres werten Briefes vom gestrigen Dato erwidere ich Ihnen folgendes: 

Ein altes, laut in Händen habender Quittung, bis 150 Taler (von 300 Taler) abgetragenes Grundkapital wuchs durch fernere Aufnahme wieder bis auf 650 Taler. Diese sind vom 7. Juli 1830 an zu verzinsen und betragen die Interesse bis Michaelis 1831                       (5/4 Jahr)      40 Taler, 15 Gr. 

Ferner 1 Kapital v.  200 Taler v. 24. Okt. 1830 bis Michaelis (1 Jahr)        10 Taler

Ferner                     400 Taler v. 29. Mai 1831 bis Michaelis (½ Jahr)        10 Taler

Ferner                   1200 Taler v. 27. Juli  1831 bis Michaelis (2 Monate)    10 Taler

Summa                  2450 Taler                                    Interessen-Summa      70 Taler, 15 Gr.

Von diesen 70 Talern, 15 Groschen wurden 50 Taler zum Kapital geschlagen, woraus die Summe von 2.500 Talern entstand. Zugleich waren die Interessen für das oben erwähnte Grundkapital von 150 Talern noch von Mitte 1828 bis Johannis 1830 im Rest, die für 1 ¾ Jahr  13 Taler, 3 Groschen betragen. Somit war ich meinem Schwager  zu Michaelis  1831 2.500 Taler Kapital und 33 Taler, 18 Groschen Interessen schuldig.

Am 25. Oktober 1831 wurden diese Interessenrechnung purifiziert und indem wir dieselbe mit Einrechnung  eben gedachter 33 ¾ Taler, die noch übrige erforderliche Summe herauszahlte, entstand ein neues Kapital von 200 Talern. Von diesen nunmehrigen 2.700 Talern betragen die Interessen von Michaelis 31 bis Ostern 32  67 Taler 12 Groschen a 5%.

Am 1. Jan. 32 kam noch ein  Kapital von 200 Talern  hinzu, wovon die Interessen ¼ Jahr (bis Ostern 1832) 2 ½ Taler  betragen.

Da Dokument von diesem Dato ist zwar auf 300 Taler gestellt, doch habe ich das 3. Hundert nicht bar erhalten, sondern dasselbe wurde von den fällig werdenden Interessen zu Kapital zugeschlagen und von Ostern1832  an verzinslich, worüber ich  auch schriftliche Bescheinigung besitze. Somit war das Kapital zu Ostern 1832 bis 3.000 Taler gewachsen, und die Interessen waren nicht allein bis dieser Zeit getilgt, sondern ich hatte noch 30 Taler gut.

Am 6. August 1832 wurde noch ein neues Kapital von 400 Talern erborgt. Obgleich ich diese erst  am 6. August empfing, so habe ich meinen Schwager dieselben doch schon von Johannis an verinteressiert, und zwar mit 5%, obgleich in ganz Sachsen  nur 4% üblich und gesetzlich sind, doch er tat mir damals einen Gefallen und ich habe ihm daher auch gern seinen schwägerlichen Freundschaftsdienst mit 5% bezahlt.

Von Johannis bis Michaelis 1832 betragen von 400 Talern die Interessen 5 Taler und von Ostern 1832 bis Michaelis 1833 75 Taler, in summa 80 Taler. Hiervon obige 30 Taler geht ab, bleibe ich schuldig 50 Taler.

Von Michaelis oder 1. Oktober 1832 bis 1. April 1834 sind 1 ½ Jahr, wofür die Interessen von 3.400 Talern a 5%  betragen 255 Taler, was also mit obigen restirenden 50 Talern 305 Taler ausmacht.

Hierauf habe ich laut meinen Postscheinen eingesandt:

  1. Jan. 1833 60 Taler, 9. Juli 1833 62 Taler, 12 Gr., 10. Jan. 1834 50 Taler, summa 172 Taler, 12 Gr.

Wiederholung: Interessenbetrag 305 Taler, darauf bezahlt 172 Taler, 12 Gr. bin ich also noch schuldig 132 Taler 12 Gr. hätten

Aus allen diesen wird Ihnen erklärlich werden, daß eine bedeutende Differenz zwischen unsern Berechnungen stattfindet. Ich bin viel zu entfernt zu glauben, daß Sie sich so bedeutend verrechnet hätten und kann daher nur glauben, daß meine Cousine Pauline schlecht gebucht haben muß. Sie wolle n daher mit meinem Schwager den geschäftlichen Verfolg vorstehende Erzählung so wie die Interessenberechnung  genau durchgehen und nachsehen, wo sie gefehlt haben, denn wenn auch Ihre Berechnung  bis zum 6. Mai, die meinige  jedoch bis 1. April reicht, so beträgt dieser Zeitraum  doch nicht 104 Taler, 20 Gr. 2 Pfg. sondern nur  36 Tage 16 Taler, 18 Gr. 5 Pfg. Ich würde ich mich übrigens  nicht zu 1 % mehr verstehen, da ich von der Richtigkeit  meiner Berechnung laut meinem Buche nur zu fest überzeugt bin. Offen gestanden habe ich früher selbst geglaubt, meinen Schwager mehr schuldig zu sein, allein die jetzt gründlich vorgenommene Durchsicht sämtlicher Kopien hat mir die Ihnen nahegelegte Berechnung verschafft und zwar mit 5 %, obgleich in ganz Sachsen nur 4% üblich und gesetzlich ist.

 

No. 71) Herrn J. G. Seyfert in Leipzig          7. Mai

Obgleich ich michtäglich eines Mahnbriefes von Euch versah, so glaubte ich doch nicht, daß Du mir durch Dein Mandatar schreiben würdest, da Pauline dasselbe tun und diesen Manne diese Beschwerde überheben konnte. Wundern muß ich mich aber gar sehr, daß Du 104 Taler Interesse mehr verlangst, als Du zu fordern berechtigt bist. Hr. Advokat Staudinger wird Dich belehren, daß Ihr ganz falsch Euer Schuldbuch führt, da ich demselben den ganzen Gang der Sache aus meinem Buche von Anfang her erzählt habe, und ich  Dir nur 132 ½ Taler schuldig bin.

Offen gestanden war es wahrhaft mein Wille, Dir diese Ostern wenigstens 100 Taler darauf abzuzahlen, ich beabsichtigte deshalb auch meine 2 Pferde und Wagen , weil ich sie nicht mehr brauche, zu verkaufen, stand auch bereits mit einem Justizkommissar im Handel, der mir aber nur 160 Taler geboten hat; ich kann sie jedoch nicht anders als 200 Taler verkaufen. Der Handel verzögerte  sich von Tag zu Tag, bis auf einmal Herrmann bettlägerig krank wurde und fast 14 Tage an einem Zahngeschwür und geschwollenen Gesicht zubrachte. Dies und daß auch ich etwas unpäßlich war, vereitelte meinen Plan, die Pferde in Leipzig zu verkaufen, wo sie diesmal sehr gut bezahlt worden sind, weil die Krankheit gerade in Eurer Böttcherwoche vorfiel.

Solltest Du nun Dir 2 Pferde anschaffen wollen, so würde ich mich freuen, wenn Du dieselben nähmst, weil Du ein Paar gesunde fehlerfreie 7jährige Pferde bekämst, welche nicht scheu und falsch sind, worauf Du vorzüglich zu sehen hast, da Du krank bist. Sie sind gesund im Leib, egal von Farbe, fressen und laufen gut und haben gute Knochen. Ich verlange kein Geld sondern wir können die Interessen davon tilgen, und den Überschuß auf die nächsten abrechne. Du kommst auf diese Art unbemerkt zu ein paar wahrhaft guten Pferden und es geht Dir aus alledem ferner, daß Du mit keinem Müchelaner an mir zu tun hast. Doch bitte ich künftig, nicht wieder solche ungerechte Forderungen  an mir zu machen. Du kannst dann die Pferde holen lassen, oder ich will sie Dir auch hinbringen, nur muß ich dann Gewißheit haben, daß Du sie behälst, damit ich keine unnötigen Kosten habe.

 

No. 72) Hr. C. W. Herschel in Halle, d. 26. Juni

Beifolgend habe ich das Vergnügen, Ihnen (.) 50 Taler die Interessen für den Zeitraum vom 1. 1. bis 11. 7. 1832 zu überreichen, und ersuche Sie, eine Quittung darüber mir gelegentlich  gefälligst zukommen zu lassen. Indem ich Sie  und Ihre lieben Angehörigen nebst Fräulein Schwägerin freundlichst grüße, bemerke ich noch, daß vom 1. Juli ab Ihr Vetter Krumpf seine Handlung Armuts wegen auflöst. Hochachtungsvoll.

 

No. 73) Hr. I. G. Seyfert in Leipzig , den 26. Juni

Nach meiner letzten Berechnung betrug bis zum 1. April 1834 der Interessenrest 132 ½ Taler, und von da bis 1. Juli d. J. 42 ½ Taler, summa 175 Taler, welche ich Ihnen in beifolgenden 30 ½ Louisdor a 5 ¾ Taler  oder 175 Taler, 9 Gr. preuß. Kurant übersende. Ich ersuche Sie mir durch Theodor, den ich herzlich grüße, eine summarische  über sämtliche bis zum 1. Juli d. J. bezahlte Interessen von Herrn Advokat Staudinger bestätigt mitzuschicken und grüße Sie  sämtlich herzlich       H. T.

 

No. 74) Herrn C, T. Harras in Weißensee      1.8.34

In Bezug Ihres verehrten v. 29. v. M. beeilen wir uns, Ihnen per post zu überreichen:

1 Dz. dunkelfarbige Glacè-Herrenhandschuhe a 5 5/6 Taler            5 Taler 30 Gr.

1 Dz. dergl. für Damen                                        a 5 1/3 Taler          5 Taler 10 Gr.

½ Dz. dergl. hellfarbig                                         a 5 Taler                2 Taler 15 Gr.

1 Dz. marheille Damenhandschuhe                     a 3 ¼ Taler            3 Taler 7 ½ Gr.

½ Dz. lange waschlederne Menotten                   a 7 ½ Taler            3 Taler 22 ½ Gr.

¼ Dz. dito marheille                                            a 5 ½ Taler            1 Taler 11 ¼ Gr.

½ Dz. waschlederne Strickhandschuh                 a 3 Taler                1 Taler 15 Gr.

                                                                       Summa                      24 Taler 27 ½ Gr.

Marheille Manus und dänische Damenhandschuh konnten wir Ihnen augenblicklich nicht vorlegen und da wir es unratsam fanden, deswegen bis zu deren Anfertigung mit der ganzen Kommission zu warten, so sendeten wir Ihnen selbige ohne gedachten 2 Sorten. Statt der dänischen Damenhandschuh haben wir ½ Duz. hellfarbige Glacè und außerdem noch ferner 1 Duz. der beliebten kurzen Strickhandschuh beigefügt. Sollten einige Preise Ihnen etwas  höher erscheinen, so ersuchen wir Sie, die Ursache  in der täglichen Steigerung unserer Ladenpreise zu ermitteln.

Die Zahlung obiger Nota, die die gefälligst  für uns akzeptieren wollen, mögen Sie nach Ihren belieben entweder hierher einsenden, oder wenn Sie zu Michaelis nach Leipzig reisen entweder hier oder in Leipzig an Hr. Th. Seyfert p. Adr. Hr. C. F.  Graupner, Kraftshof im Brühl  gefälligst abgeben.

Achtungsvoll  G.T. & S.

 

No. 75) Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern,   24. 11.

Wir ersuchen Sie höflichst den uns, lt. Unserem Brief vom 12.10.33 noch zukommenden Betrag von 9 1/3 Talern gefälligst p. p. einsenden zu wollen. Wahrscheinlich ist es infolge Ihres ausgedehnten Wirkungskreises bei Ihnen in Vergessenheit  geraten und indem wir uns ferner Ihrem geneigten Wohlwollen empfehlen, zeichnen wir mit aller Achtung.

 

No.76) An den Kapitain der Gendarmerie Hr. Wegner in Münster, d. 28. Dez.

Nach einer an den Referent Hr. Halter  am 30. Feb. übersandten Berechnung habe ich außer den bereits empfangenen 42 Talern noch 28 Taler, 14 Gr. 4 Pfg. bare Verläge von Ihnen zu fordern, diese jedoch bis heute  noch nicht erhalten.

Ich habe nicht Lust, diese Summe meinem Geschäft länger  zu entziehen und erkläre Ihnen daher, daß wenn ich bis den 24. Januar 1835  gedachte Summe nicht franco p.p. erhalten habe, ich das dortige Gericht um deren Hilfe anzusprechen gezwungen bin.

 

1835

No. 77) An die Frau Buchbinder Schmidt, hier                    22. 1.

Obgleich ich schon, wie Sie aus der Beilage  ersehen, bald nach dem Tod  meines seligen Paten Schmidt vom Gericht beauftragt wurde, auf die Abtragung dessen hinterlassenen Schulden durch Sie  bis zur Mündigkeit Iucundens zu achten, so habe ich dennoch bis jetzt diese unangenehme Seite nicht berühren wollen , da ich schon so das beste Zutrauen zu Ihnen hatte, daß Sie auch ohne meine Aufmunterung die fraglichen Verbindlichkeiten ausgleichen würden.

Nächsten Monat erreicht Iucunde ihre Volljährigkeit und da bis dahin der Nachweis über die Tilgung sämtlicher Erbschaftsschulden purifiziert sein und gerichtlich eingereicht werden soll, so muß ich Sie im Namen meines Vaters darauf aufmerksam machen bis nächste Ostern die auf das Pauschquantum  von 25 Talern, so noch bei meines Paten Lebzeiten vom 1. Mai  festgestellten Erbschaftsgelder  meiner Mutter, nebst deren Zinsen vom 1. Mai 1920 zu 5 % einzuzahlen.

Freundschaftlich grüßt Sie     H. T.

 

No. 78) Herrn Kreisphysikus Dr. Wittke in Weißensee, d. 21. Jan. 35

Über den Verkauf der am 2. Apr. 1833 an Sie übersandten Bruchbandagen ist uns bis heute noch nicht die geringste Nachricht von Ihnen geworden, und es will daher den Anschein gewinnen, als wenn das damals projektierte Geschäft nicht den gehofften Schwung erhalten wollte.

Da nun jeder Geschäftsmann beim Jahresschlusse berechnet, ob sein Geschäftskapital die zu seiner Subsistenz erforderlichen  Interessen trägt oder ob letztere gar das Kapital verzehren, so ersuchen wir Sie höflichst, uns über  die Ihnen übergebenen Bandagen gefälligst  Nachricht einsenden zu wollen, oder, falls der Verkauf zu gering sein sollte, sie uns retouriren zu lassen. Hochachtungsvoll

(Einlage bitten wir gefälligst Hr, Harras zukommen zu lassen)

 

No. 79) Herrn C. F. Harras in Weißensee,                 21. 1.

In einem an den Hr. Kreisphysikus Dr. Wittke abgesandten Brief waren wir so frei, vorliegende Einlage für Sie beizufügen. In Kürze wird  derselbe uns respondieren und wir ersuchen Sie  daher höflichst, uns mit  dieser Gelegenheit, den uns v. 1. Aug. v. J. zukommenden Betrag v. 24 Talern 27 ½ Gr. gefälligst einsenden zu wollen.

(P:S. 24 Taler in Gold erhalten  am 12, Feb. 1835)

 

No. 80) Herrn Ref. Holter in Münster           27. 1.

Die v. d. Kap. Hr. Wegener mir angewiesenen 42 Taler  habe ich empfangen, doch ist mir auf die Berechnung meiner anderweitigen Verläge (28 Taler 14 Gr. 4 Pfg.) und auf die Einsendung  der dazu erforderlichen Beläge, die ich am 30. Febr. V. J. an Sie einzusenden die Ehre hatte, bis heute noch keine gefällige Antwort von Ihnen geworden. Am 8. d. M. habe ich außerdem noch dem Kpt. W. selbst geschrieben und mir die Einsendung obiger Summe bis zum 24. d. M. ausbedungen, doch auch bis heute noch kein Resolut erhalten. Ich ersuche Sie daher höflichst, mir umgehend den Gang der Sache gefälligst zu melden und wenn der W. nicht zahlt, die Exekution auf gerichtlichen Wege nachzusuchen. Sie wollen zugleich das umstehende, vom Kgl. Postamt hier notierte Porto dieses Briefes meiner Forderung noch beifügen. Achtungsvoll.

 

No. 81) Herrn Kreisphysikus Dr. Rudolph in Arten 25. 2.

In Folge Ihres werten Briefes v. 20. d. beehren wir uns Ihnen beifolgend eine doppelte Bruchbandage mit Schenkelriemen zu überreichen. Da Ihnen die seither empfangene Sorte Bandagen mit beweglichen Poletten nach Ihrer Äußerung  zu teuer sind, so sind wir so frei, Ihnen in dieser Bandage  eine billigere Sorte (mit unbeweglichen Poletten) vorzulegen, deren Brauchbarkeit und Güte gewiß Ihren  Forderungen  auch entsprechen wird. Der Preis derselben ist 4 Taler statt daß der bewegl.  sich auf 5 2/3 Taler versteigt. Bei der Anlegung wollen Sie gefälligst die Poletten genau auf die foraminus herniareum* legen  und dann die Federn hinten so fest zusammen knüpfen, bis sie ganz genau das ilium** umschließen.

Indem wir  Ihnen glücklichen Empfang wünschen und uns Ihrer ferneren Gewogenheit  empfehlen zeichnen wir mit aller Hochachtung.

 

*  ?, ** Hüftknochen

 

No. 82) An Denselben            10.3.

Ihre, uns eben zu Teil gewordene werte Schrift v. gestr. Dato, beeilen wir uns, sogleich zu respondieren, und Ihren schätzbaren Befehl auszuführen. Sie empfangen demnächst beifolgend eine einfache Bruchbandage, linke Seite mit unbeweglichen Polette, nebst Schenkelriemen. Den Betrag für dieselbe wollen Sie gefälligst mit 2 Taler für uns erkennen, und uns erlauben dieselben  mit den 4 Talern für die am 25. V. M. übersandte Doppelbandage  also s. 6 Taler  für Ihre Rechnung notieren zu dürfen. Zur ferneren geneigten Aufträgen empfehlen sich Hochachtungsvoll.

 

No. 84) Hr. Henschel in Halle, d. 3. April

Durch beifolgende 50 Taler  bitte ich meine Interessen vom 1. Juli bis 31. Dezember 1832 gefälligst zu quittieren. Wohl habe ich manches Mal mir Ihre Verwunderung über mein Außenbleiben gedacht, doch seien Sie versichert, daß abermals nicht Nachlässigkeit die Ursache davon war. Ein unglücklicher Schwamm-Bau kostete mich vorigen Sommer über 400 Taler, denn kaum, daß ich nun von meinen 6jährigen Bausorgen  mich zu erholen gedachte, so entstand in dem 3 Jahre alten ersten Seitengebäude der Holzschwamm, der mich, hätte ich noch einen Sommer gewartet, über 1000 Taler  gekostet hätte, denn ich mußte 5 Piecen*, 2 Ellen tief ausgraben und neu mit  Bohlen hohl dielen. An den Wänden war der Schwamm schon über 4 Ellen hoch gelaufen. Er hätte bis zum Herbst die Decke oder den Fußboden der ersten Etage angegriffen, weshalb also auch die sämtlichen Wände wieder hergestellt werden müßten. Dies hat mich umso mehr geschmerzt, da ich das Geld rein zum Fenster hinaus schmeißen mußte.

Ihr Vetter Krumpf ist von der Kramer-Innung in den reichen Spittal gekauft worden, woselbst er zwar noch nicht wohnt, da dieser dies Jahr  neu gebaut wird, aber zukünftig hinziehen wird.

Ihre Familienverhältnisse haben uns recht wehgetan und können Sie, da wir selbst in ähnlichen lebten, am besten beurteilen. Möge Gott Ihre  zeitherigen Leiden nun geendet haben und Sie alle in Zukunft vor dergleichen bewahren. Indem wir uns Ihnen allen  und Ihrer Demoiselle Schwägerin  bestens empfehlen, zeichne ich mit aller freundschaftlichen Hochachtung ergebenst.

 

*Kammern

 

No. 85) Herrn G. W. Köhler in Altenburg     6.4.

Wir ersuchen Sie höflichst uns mit nächster Post 1 Dz. dunkelfarbige Glacè-Damenhandschuh, 1 Dz. dunkelfarbige Glacè-Mannhandschuh und ½ Dz. hellfarbige Glacè-Damenhandschuh zu senden. Sie wollen uns die schönsten Handschuh (die dunklen in blau, grün und braun) jedoch ohne Flecken und recht flüssig im Leder aussuchen, doch müßten Sie auch vor Ablauf  dieser Woche in unsern Händen sein, da nächsten Sonntag unser Topfmarkt beginnt. Wir bitten, uns die billigsten Preise beizufügen und werden dann alles in Leipzig ausgleichen, freundschaftlich grüßen…

 

No. 86) Hr. I. G. Seyfert in Leipzig, d. 15. 4.

Obgleich ich die beifolgenden Interessen schon mit dem 1. d. M. schicken konnte und auch wollte, so sich`s doch bis heute nicht tun lassen, benutze daher die Gelegenheit, durch Mad. Ahlemann, die diesen Topfmarkt in meinem Laden stand, Euch zu überschießen: 14 Louisdor a 5 Taler, 17 Gr. summa 79 Taler, 22 Gr. und 1 Kassenanweisung a 5 Taler,  Guthaben von den Interessen vom Juli v. J. 9 Gr.  summa 85 Taler, 7 Gr. wodurch ich meine Interessen für den Zeitraum v. 1. Juli bis 31. Dez. 1834 zu quittieren bitte.

Der letzte Mahnbrief ist mir in einem zu undelikaten Tone geschrieben, als daß ich diesen einer Antwort würdige, wie sie sich wohl darauf gehört. Übrigens ist es mir auch schon zur Gewohnheit  geworden, einen dergleichen Ton im Stile zu finden. Eine Quittung kann mir Theodor gelegentlich beilegen.

 

No. 87) Herrn Friedrich Steckner jun. in Pegau       22. 5.

Wir ersuchen Sie mit umgehender Post 1 Dutzend langer Hosenleder zu senden. Dasselbe soll zwar groß sein, braucht aber nur mittlere Stärke zu haben und darf womöglich  nicht mehr als 18 Taler kosten. Eine unvermutete Bestellung veranlaßt uns zu diesen Kaufe  und bitten wir daher  nochmals uns mit nächster Post gefälligst zu befriedigen. Mit der früheren Bestellung bleibt es übrigens beim Alten und werden wir Ihnen den Betrag dann zusammen hier bezahlen, um nicht unnützes Porto zu verursachen. Freundschaftlich grüßen Sie und Ihre lieben Angehörigen…

 

No. 88) Hr. Kreisphysikus Dr. Wittke in Weißensee 5. 6.

Bei dem Herannahen unserer Messe, die den 20. d. M. beginnt, bietet sich Ihnen vielleicht eine Gelegenheit dar, uns die noch bei Ihnen restirenden Bandagen, so wie den Betrag für die verkauften gefälligst  einsenden zu können. Sie wollen uns daher recht bald damit  erfreuen, da wir bei diesem Geschäft nicht allein unser eigenes Geld zusetzen, sondern noch bei den jetzigen schlechten Zeiten und der über alle Maßen schlechten Messe eine kleinen Zuwachs zu unserer Cassa sehr gerne sehen…

 

No. 89) Herrn E. Boas in Leipzig, 20. 7.

Wir ersuchen Sie, uns mit nächster Gelegenheit (durch Limburger) ¼ Dz. feine Krawatten von schwarzen Atlas, ¼ Dz. feine Krawatten von andern schwarzen feinen Stoffe, ¼ Dz feine Krawatten  etwas billiger und ¼ Dz. feine Krawatten ordinär, doch sämtlich kohlschwarz und nach beigezeichneten Knotenmuster zu senden. Die Preise wollen Sie billigste stellen und über die Zahlung verfügen, ob wir sie sogleich einsenden sollen, oder ob es Zeit hat, bis wir zur Messe selbst nach dort kommen, doch dürfen Sie im letzteren Falle  uns kein besonderes Diskonto berechnen, weil wir sonst das erstere wählen würden.

 

No. 90) Herrn Frege & Comp. In Leipzig                 24. Juni

Durch Hr. Simon in Leipzig senden wir Ihnen beifolgend 13 Stck. Louisdor in Gold und 1 Taler Kurrant, wofür Sie denselben das, von Hr. Nathan freres d`Luneville bei ihnen deponierte  mit unserer

Adresse versehene Paket gefälligst übergeben wollen. 

 

No. 91) Herrn Körbitz, hier               Aug.

Vielleicht ist es Ihnen noch erinnerlich, daß wir Ihre Güte zur Erlangung einer, vom Aug. 1824 her, an den verstorbenen Lieutnant Hr. Heinemann, zu habenden Forderung von 4 Taler 5 Gr. für erhaltene Handschuhmacherwaren, bereits einmal schon bei einer Durchreise des H. Heinemann in Anspruch nahmen, so wie wir auch unterm 11. Apr. 28 denselben besonders schriftlich an seine Verbindlichkeit erinnert haben. Der Zufall läßt uns jetzt erfahren, daß seine hinterlassene Gattin noch lebe, und die zurückgelassenen Passiva ihres Mannes ausgleiche.

 

No. 92) Hr. I. G. Seyfert in Leipzig   14. 10.

Ich sende Dir beifolgend 85 Taler als die Interessen für die Zeit v. 1. Jan. bis 1. Juli 1835 das in den Rest bleibende jetzige Vierteljahr sollst Du zu Weihnachten mit erhalten, wenn ich Dir übrigens Dein Kapital, so fern Du es noch zurück verlangst, nicht noch eher retour zahlen kann. Theodor wird Dir wohl die Ursache erzählt haben, die mir jetzt einen Strich durch meine Rechnung machte, und weshalb ich Dir das Kapital nebst den Zinsen noch nicht brachte. Ich würde auch mit dem Vierteljahr Zinsen nicht zurück bleiben, wenn ich nicht das Unglück gehabt hätte, die erste Etage jetzt leer stehen  zu habe, doch ist sie wieder vermietet.

Übrigens habe ich Dich noch u keinen Pfennig betrogen und Dir Deine Interessen stets gegeben und da Dein Kapital sicher untergebracht und mir auch Deine Herzensgüte wohl bekannt ist, so hoffe ich, daß Du nicht so sehr streng in der augenblicklichen anderweitigen Herbeischaffung  Deines Geldes gegen mich sein und auch nicht darauf lauern wirst. Willst Du übrigens hart gegen mich verfahren und mich verklagen, nun, so muß ich es mit schon gefallen lassen. Schließlich bist Du und Deine Angehörigen herzlich gegrüßt.

 

No. 93) Hr. L. G. Ebhardt in Eisenach          3. 11

Beifolgend habe ich das Vergnügen Ihnen zu übersenden:

            1 Hosenträgerfedern elastisch                                                18 Gr.

            1 Hosenträgerkonter elastisch                                                18 Gr.

            1 Strumpfbänderfedern                                             1 Taler

½ Duz. Bruchbandagenfedern mit unbewegl.

            Poletten für Leisten- und Hodensack-

            Brüche d. Duz. 5 Taler                                  2 Taler 12 Gr.

1 Dolierplatte mit Rahmen                                        3 Taler 12 Gr.

1 Doliermesser mit Passette                                      1 Taler 12 Gr.

1 Ranforma u. 1 Rolleau                                            1 Taler 16 Gr.

1 Paar Handschuhhalter                                                          8 Gr.

3 Paar Strumpfbänder 4 fädig                                   1 Taler

4 Paar Strumpfbänder 3 fädig                                               16 Gr.

            Für die Kiste                                                                 8 Gr.

                                               Summa                       14 Taler

Wozu ich glücklichen Empfang und Verbrauch wünsche. Herzlichst grüßt H. T. jun.

 

No. 94) Hr. Dr. Seidler in Weißenfels           2. 11.

Von den Ihnen übergebenen 2 Bruchbinden haben wir am 3. April d. J. die eine mit der Prämisse von Ihnen zurück erhalten, uns zu den damals bevorstehenden Osterfeiertagen die Zahlung für die behaltene zweite, nämlich 2 Taler zusenden zu wollen. Wahrscheinlich ist Ihnen diese Kleinigkeit aus der Acht gekommen, da bereits ½ Jahr nach diesem Zeitpunkt verflossen ist, und wir unsere Zahlung  noch nicht empfangen haben. Wir erlauben uns, Sie freundschaftlich an die Einsendung dieser 2 Taler zu erinnern und zeichnen mit Achtung.

 

No. 95) Hr. Fr. Kleinstäber in Eisenach, vor dem Glastor    7. 11.

Unter herzlichen Grüßen von uns Allen mache ich es mir zum besonderen Vergnügen, Ihnen anzuzeigen, daß ich heute durch Fuhrmann Ludwig von Sättelstedt an Vetter Ebhardt verladen habe: eine Kiste sign. G.T. & S. 66, enthält nebst mehreren Gegenständen für Hr. Ebhardt für Sie: 1 Stück graues Tuch v. 26 sächs. Ellen 12 Gr. pro Elle, Summa 13 Taler, ¼ Eimer Naumburger Rotwein 1834er, sign. G.T. & S 65,  von 13 Taler wollen Sie gefälligst mein Vater, als einen kleinen Beweis seiner freundschaftlichen Aufnahme, Ihnen offeriert.

Den für das Tuch uns verlegten Betrag von 13 Taler wollen Sie gefälligst den Hr. Ebhardt übergeben, der ihn uns mit einsenden wird.  H. T. 

 

No. 96) Hr. Carl Götze in Plauen      11.11.

Beifolgend habe ich das Vergnügen, Ihnen das bewußte Büchlein über das Gummi-Elasticum zuzuschicken und es soll mich freuen, wenn Sie, wie ich glaube, manchen Aufschluß darin finden.

Mit Wagenbreth habe ich gesprochen, wie mir befohlen war, und will derselbe den 8. Januar 36 in Leipzig  zu Diensten stehen. Vorige Woche hat Bischof 3 Diener geholt, die alle 3 auch wieder hier sind. Auch seine Schwester ist wieder nach Halle  von ihm abgegangen.

Während ich dies schreibe, führt mich der Zufall mit einen Bekannten auf ein Gespräch über Federharz. Sogleich fällt mir  unser Projekt ein, und ich unterlasse nicht, auch hier so viel Nutzen für Sie zu suchen, als es möglich ist, und sieh da, besser konnte mich das Ungefähr nicht führen, denn versprach mir, mir Gummi in Fäden zu liefern. Er besitzt einen Knaul dergleichen Faden (in einer Länge). Ich bat um ein Stück, und lege es als Probe anbei, das Lot kostet 6 Gr. da es sehr fein ist, so mag eine ziemliche Länge  auf 1 Lot gehen. Ob die Handlung von der diese Probe  ist, dasselbe auch in stärkeren Fäden liefern  kann, wußte dieser nicht, doch ließe sich dies schriftlich befragen, aber so, ob Sie bei größerer Quantität nicht billigeren Preis stellen.

Sie sagten mir in Leipzig, daß Sie  bereits von Roberts aus Berlin die Offerte gemacht hätten, Ihnen das Gummi in Fäden unübersponnen abzulassen, deren Antwort jedoch verneinend ausgefallen sei. Ich glaube daher, daß Sie, bis Sie vielleicht selbst hinter das Geheimnis der Fadenverfertigung gekommen sind, diese Quelle benutzen werden.

Ich besitze 1 Elle Fabrikat von Roberts aus Berlin, 20 Faden breit, in grau baumwollen Garn, das 20 Gr. kostet. Wir wagen es und wenn wir das Garn für die Arbeit berechneten, so kostet das Gummi nach diesen neunen Preis 9 Gr. (es wog 1 ½ Lot) mithin betrug 11 Gr. die Provision von diesem Zeug.

Ich erwarte dennoch gemessenen Befehle von Ihnen, grüße Sie und die lieben Ihrigen bestens von uns Allen und bleibe Ihr….

 

No. 97) Hr. G. W. Köhler in Altenburg         19. 11.

Sie sandten uns 1 Dz. Menotten a 7 Taler, 1 Dz. Strickhandschuh a 2 Taler, 12 Gr. 1 Käse 1 Taler 4 Gr. summa 10 Taler 16 Gr. dafür erhalten Sie 10 Taler, die fehlenden 16 Gr. (die der Schwere wegen nicht beiliegen) wollen Sie uns in Rest schreiben, wenn Sie sie nicht quittieren wollen.

Außerdem empfingen wir noch 1 Duz. Kindermenotten wofür Sie 5 Taler notiert haben. Dies ist uns zu teuer, da wir sie  zu diesen Preis en Detail wieder verkaufen müssen, wir wollten Sie Ihnen daher auch in Leipzig  zurückgeben (da sie zumal fleckig sind) fanden Sie aber bereits abgereist, und nur noch Hr. Götze aus Plauen anwesend. Für 4 Taler wollen wir Sie behalten entgegen gesetzten Falles stehen sie zu Ihren Befehl, oder wollen wir Sie, wenn Sie nicht eher  darüber verfügen, zu Ostern mit nach Leipzig wieder bringen.

Senden Sie uns mit nächster Post 1 Duz. Manns-, 1 Duz. Damen- und ½ Duz. Kinderhandschuh, halb Glacè, halb aasglatt mit gewirkten Futtern, wie die vorjährige Probe, aber schön und weich und wo möglich zu noch billigeren Preise. Auch können Sie 1 Duz. feine weiße untadelhafte lammlederne Glacè-Herrenhandschuh  beilegen. Sehr lieb würde es uns aber sein, sie mit nächster Sonntagspost schon zu erhalten. Freundschaftlich grüßen G.T. & S.

 

No. 98) Hr. G. W. Köhler in Altenburg         26. 11.

Es tut uns leid, Ihnen die uns gesandten Pelzhandschuh wieder zusenden zu müssen, da wir diese Art teils nicht brauchen, teils dieselben für hiesigen Ort nicht current sind. Die beigelegten Handschuhe mit gestreiften Futter haben wir behalten, doch müssen wir uns wundern, statt billigern Preisen, höhere zu finden. Vorige Jahre haben wir Ihnen 6 ½ Taler gegeben, und waren jene schöner, als diese, denen man es ansieht, daß sie länger als 4 Wochen mitgegangen sind, denn unter den aasglatten finden sich Stockflecke, und das Glacè-Leder gehört auch nicht zu den fehlerfreien, daher glauben wir, daß dieselben mit 6 Taler  vollkommen bezahlt sind. Ebenso steht es mit den wieder retour  folgenden weißen Glacè-Handschuhen, wir haben feine untadelhafte von Ihnen verlangt, und wir können unmöglich glauben, daß Sie diese dafür ausgeben wollen, da kaum die oberen 2 Paar passant sind, die anderen so schmutzig oder von unreinen Leder, daß wir froh sind, wenn wir 8 Gr. im Einzelnen  für diese Sorten wieder bekommen und die wir als Ramsch verkaufen.

                                                                                                                                 

No. 99) Hr. Handschuhfabrikant Grebe in Hessen-Cassel   12.12.

Ich habe mich leider, als ich voriges Michaelis in Leipzig war, für reicher an Handschuhvorrat gehalten, als ich in der Tat bin. Ich habe mich daher genötigt, Sie um Einsendung folgender Commission, aber mit nächster Post, zu bitten:

2 Dz. weiße fehlerfreie lammlederne Glacè-Herren-Handschuh, div. Größe und recht schön und weich 1 Duz. dito, paille, ½ Dz. Damenhandschuh, klein, die besonders gut.

Sollte sich außerdem noch ein Pöstchen Ausschuß vorfinden, wie der, von Ihnen mitnahm und das zu denselben Preis, so können sie ihn  beipacken. Ich habe das Zeug fast ganz verkauft, und wenn auch keinen erheblichen Nutzen, doch viel Spaß dabei gehabt, da ich, wie ich gleich nur beabsichtigte, durch den beispiellosen preis Aufsehen erregte, auch dadurch manches bessere Paar Handschuh mit verkaufte. Ihre Zahlung werde ich Ihnen in Leipzig zu Ostern überreichen, wenn Sie nicht zur Neujahrsmesse machen oder ich unter der Zeit noch etwas brauche. Ich hoffe also nächste Post auf Ihre Antwort und dabei billigste Preise, grüße Sie von meinem Vater und zeichne mit Achtung H.T.

 

No. 100) Hr. Sachs & Sohn, Bischoffsstr. No. 10 in Berlin              12. 12.

Wir sind gestern in den Besitz der von Ihnen gelieferten Halsbinden gekommen, vermissen jedoch die von uns mitbestellten ½ Dz. feine Seidenbinden mit Deckel von silbergrau gemusterten (jedoch egalfarbigen) Stoffen, so wie ¼ Dz. Glacè-Schlips. Wir hoffen sie noch vor den Feiertagen och zu erhalten, was Sie jedoch franco tun werden, da die Schuld an Ihnen liegt, daß zweimaliges Porto entsteht. Außerdem legen Sie 1 Dz. diverse karierte Binden zu ungefähren Preis von 6 Taler bei, so wie versuchsweise 4 Dz. Samt mit Atlas. Die Atlas-Binden sind zu unserer Zufriedenheit, aber die Glacès dürften reicher in den Knoten und der größten Eleganz wegen, mit Seidenfutter gearbeitet sein. Den Betrag der entstehenden Rechnung werden wir Ihnen zu Ostern in Leipzig bezahlen. Mit Achtung…

 

1836

No. 101) Hr. C. W. Henschel in Halle           6. 1.

Ich mache es mir zum Vergnügen, Ihnen durch beifolgende 3 Kupons die Summe von 50 Taler als die Interessen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 1. Juli 1833 zu übersenden. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Demoiselle Schwägerin gesunden Empfang und ein vergnügtes neues Jahr, empfehle mich Ihnen und Ihren lieben Angehörigen bestens und zeichne freundschaftlich…

 

No. 102) Hr. I. G. Seyfert in Leipzig            6. 1.

Du empfängst beifolgend die Interessen für die Zeit vom 1. Juli bis 31 Dezember 1835, 85 Taler. Du wirst an Miete durch Ahlemanns  die 85 Taler für das 1te halbe Jahr 1835 erhalten haben und daher so gut sein, mir Quittung über das ganze Jahr 1835 zukommen zu lassen, Übrigens bist Du und die Deinigen herzlich von uns allen gegrüßt, vorzüglich empfiehlt sich Dir bestens Dein Schwager…

 

No. 103) Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern 9. 1.

Sie empfingen d. 25. Febr. v. J. 1 doppelte Bruchbinde mit unbeweglichen Pelotten a 4 Taler, 1 dergl. einfache  a 2 Taler, summa 4 Taler bei dem jetzigen Jahresabschluß unserer Bücher sind wir so frei, Sie um gefällige Einsendung vorstehender 6 Taler p. Post ergebenst zu bitten.

 

No. 104) An Demselben        11. 1.

Soeben im Besitz Ihres werten v. 9. D. beeilen wir uns, Ihnen die gewünschte 1 einfache  Bruchbandage  mit unbewegl. Poletten a 2 Taler  zu übersenden. Den Betrag für dieselbe, so wie die v. Febr. und März v. J. noch restirenden 6 Taler  wollen Sie uns gefällig p. Post einsenden. Hochachtungsvoll empfehlen sich zu ferneren geneigten Aufträgen           G.T. & S.

 

No. 105) Hr. Fr. Steckner jun. in Pegau        8. 1.

Die uns am 7. Dezember 1835 gesendeten 50 Stck. Schaffelle wollen Sie durch beifolgende 5 Louisdor gefällig quittieren und uns dagegen 1 Decher* großes Wildleder zu langen Hosen von bester Qualität mit nächster Post zusenden. Wie dasselbe für uns passend ist, ist Ihnen bereits hinlänglich bekannt. Sollte es Ihnen nicht möglich sein uns einen passenden Decher senden zu können, so wäre es uns wünschenswert, uns wenigstens 1 Paar recht große saubere Felle zu schicken.

Freundschaftlichst grüßen G.T. & S.

`

* alte Mengenangabe im Fellhandel 1 Decher entspr. 10 Fellen

 

No. 106) Hr. Kreisphysikus Dr. Wittke in Weißensee          23. 2.

Sie haben Ihren Schwager hier aufgetragen, die von Ihnen verkauften Bruchbandagen an uns zu bezahlen. Derselbe hat sich auch dazu verstanden, weiß jedoch so wenig, wie wir, wieviel er bezahlen soll. Sie wollen daher mit umgehender Post die noch übrigen unverkauften Bandagen uns zurück senden. Mit Achtung empfehlen sich…

 

No. 107) Hr. C. Götze in Plauen        20. 5.

In Folge der uns durch Ihren Sohn gewordenen Erklärung, daß Ihnen unser Laden für 20 Taler zu teuer sei, haben wir denselben für diesen Preis anderweit vermietet. Wir halten es für Schuldigkeit, Sie damit zu behelligen, daß es Ihnen nicht allein unerwartet kommt, sondern daß Sie Zeit haben Ihre anderweitigen Einrichtungen danach treffen zu können. Freundschaftlich grüßen…

 

No. 108) Hr. J. C. Werninghaus in Hagen in der Grafschaft Mark   29. 5.  

In Ihrer werten Avisa v. 6. v. M. reprimandieren* Sie uns, Ihnen diesmal nicht wieder deconte in Beziehung der Preise zu machen, wie es früher einmal der Fall gewesen sei. Inwieweit die Schuld dabei an Ihnen lag, indem Sie uns höhere Preise, als früher gestellt, wollen wir hier nicht untersuchen, sondern als Hauptsache hier bemerken, daß wir, trotz Ihrem Wunsche, Ihnen dennoch wieder eine Unrichtigkeit anziehen müssen, indem Sie uns in Ihrer werten Rechnung 3 Gros** große Bruchbandfeder-Knöpfe a 1 1/6 Taler notiert haben, von welchen sich bei Auspackung der Ware nicht die geringste Spur vorfand. Da Sie es nun nicht bemerkt haben, daß dieselben etwa noch nicht fertig, oder nachkommen sollen, so konnten wir nur annehmen, daß dieselben aus Versehen liegen geblieben sind, und um alle Verdrießlichkeiten auszuräumen, so zeigen wir Ihnen es sogleich an, damit Sie in betreff derselben Nachfrage halten und der an A. Geffers noch zu sendenden Ware beipacken können. Übrigens empfehlen sich Ihnen und den lieben Ihrigen mit aller Hochachtung

 

*tadeln, ** Dutzend x Dutzend 12 x 12

 

No. 109) Hr. C. Götze in Plauen        9. 6.

Es ist allerdings richtig, daß mich Ihr Herr Sohn mit der Anfrage begrüßt hat, ob ich Ihnen mein Laden billiger lassen wolle, auf meine verneinende Antwort mir jedoch zum Bescheid gelassen, daß Sie Ihre Erklärung mir schriftlich zukommen lassen würden. Hätten Sie überhaupt mit der ganzen Geschichte gewartet, bis Sie selbst hierher kommen, so konnten wir uns mündlich verständigen, auf diese Art mußte mir aber Ihr Wort  wankelmütig erscheinen, was ich umso zu glauben berechtigt war, da Sie mir schon einmal einen Laden leer stehen ließen, was mit viel schadete, und Ihnen wohl noch recht gut erinnerlich sein  wird. Wenn ich daher die  Folgerung daraus schloß, daß ich am Ende jedes Jahr eine Verringerung des Preises zu fürchten hätte, so war mir gar nicht zu verdenken, daß ich den Laden anderweit an eine Person  vermietete, von der ich dergleichen Sachen nicht zu fürchten hoffe, weshalb ich Ihnen nochmals mit Bestimmtheit erklären muß, daß der Laden nicht zu Ihrer Disposition stehen kann.

 

No. 110) Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin, Schloßplatz 14                       10. 6.

Ich entnahm in voriger Ostermesse in Leipzig ½ Dz. buntkarierter Atlas-Binden und einige Dutzend Vatermörder von Ihnen, nachdem ich bereits meinen Bedarf von Sachs & Sohn, Berlin entnommen hatte. Ich kann das Kompliment machen, daß Ihre Ware zwar teurer aber doch solider als die von Hr. Sachs ist, weshalb ich unsern neuen Bedarf von Ihnen nehmen will und Sie daher ersuche uns mit nächster Post zu senden:

2 Dz. kohlschwarze Atlaskrawatten bester Qualität und mit Knoten

2 Dz. dito buntkariert, dritte Qualität, divers sortiert

¼ Dz. dito mit langer Schleife

¼ Dz diverse karierte Schals, gut

2 Dz. feine Vatermörder mit runden mit Backen und vorn unterm Kinn aus dem Ganzen

2 Dz. dergl. mit runder Backe, jedoch die Backen einzeln

1 Dz beste Lathingbinden

Sie wollen uns jedoch die billigsten Preise stellen um dadurch einen schnellen Umsatz möglich zu machen und uns die Ware mit umgehender Post zu senden, da bereits mit dem 20. d. M. unsere Messe anfängt und wir sonst wieder bei Hr. Sachs & Sohn kaufen müßten, die wahrscheinlich diese Messe wieder hierher  kommen werden.

 

No. 111) Hr. Ph. Martin & Sohn in Mühlhausen

Sie erhalten beifolgend die gewünschte 1 Bruchbandage, deren Betrag von 3 Talern wir  in Folge Ihrer gütigen Erlaubnis von Herrn Demme aus Mühlhausen in Empfang nahmen. Die fragliche Jacke bin ich gezwungen Ihnen retour zu senden, da dieselbe kaum für meinen Sohn groß genug ist, geschweige für mich. Sie ist mir über ½ Elle zu kurz und ebenso viel zu eng, und verhältnismäßig ist das auch bei den Ärmeln so der Fall. Ich würde sie gleich retour gesendet haben.

 

No.112) Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern    10. 7.

Indem wir Ihnen hiermit den Empfang der uns am 9. Febr. gesandten 8 Taler schuldigst quittieren, senden wir Ihnen beifolgend die gewünschte 1 Bruchbandage mit bewegl. Poletten deren Betrag Sie und gefällig mit 2 Taler 25 Gr. zuerkennen wollen.

 

No. 113) An Denselben          29. 7.

Beifolgend empfangen Sie die in Ihrem werten v. 26. d. M. geforderte 1 Bruchbandage mit  bewegl. Poletten, deren Preis Sie ebenfalls wie bekannt für  uns mit 2 5/6 Taler also inkl. der am 10. d. M. gesandten in Summa mit 5 Taler 20 Gr. anzuerkennen belieben wollen.

Ihren ferneren geneigten Aufträgen entgegensehend zeichnen mit aller Hochachtung  G. T.

 

No. 114) Hr. J. D. Grebe in Cassel    6. 12.

Die vom 11. v. M. gezeichneten Handschuh sind uns am 16. richtig zugekommen, und nur die Niederkunft meiner Frau, so wie meinerseits eine fast 6-wöchentliche Krankheit machen es mir jetzt erst möglich, Ihnen einige Bemerkungen darüber zukommen zu lassen.

Sie haben uns dieselben als große  gesandt, die Untersuchung ergab aber, daß sie auch nicht größer  als die früheren  und nach Ihren Maßen  mit 7 ½, 7 ¾ bis höchstens 8 Zoll  gezeichnet sind. Ich kann sie jedoch, wie ich Ihnen schon in Leipzig sagte, von diesen Größen nicht brauchen, da ich dergleichen noch hinlänglich habe, sondern sie müssen wenigstens 8 ½ bis 8 ¾ Zoll weit sein, ich hätte schon  einige Paar davon verkaufen können, wenn Sie uns nach Wunsch befriedigt hätten.

 

No. 115) Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern   19. 12.

In Befolgung Ihres werten vom 16. d. M. senden wir Ihnen beifolgend 1 Bruchbandage mit unbewegl. Poletten nebst Schenkelriemen (13 Zoll) zu dem Preise von 2 Talern und  erlauben uns als Erwiderung  auf Ihre gefällige Anfrage, Ihnen zu bemerken, daß wir noch den Betrag für die Ihnen am 10. Und resp. am 29. Juli gesandten 2 Bandagen mit bewegl. Poletten a 2 Taler 25 Gr. zu fordern haben, somit inkl. Der heutigen 2 Taler Sie um die Anerkennung der Gesamtsumme von 7 Taler 25 Gr. bitten. Ihren ferneren geneigten Wohlwollen empfehlen sich bestens…

 

1837

No. 116) Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin 5. 1.

¼ Dz. Gros de Londres No. 26 (jedoch in gewöhnlicher Form)

¼ Dz. Atlas schwer, schwarz No. 17

¼ Dz. Atlas breit kariert No. 54

¼ Dz. Atlas breit braun No. 54

¼ Dz. Atlas mille point No. 60

¼ Dz. Atlas-Gilets (mit Blumenbukett)

¼ Dz. ordinäre schwarz-seidene Vorhandschuh zu ca. 3 Taler

¼ Dz. Schlips royal No. 80 (2 bunt, 1 schwarz)

Haben Sie sonst noch etwas Neues Gefälliges zu ca. 8 bis 9 Taler, so kommt es auf 1 oder 2 Viertel Duzend  nicht an. Ist es Ihnen möglich, uns  ein gutes Halstuch im Dessin wie No. 54  grau-schwarz beizulegen, oder hat dieser Atlas die dazu erforderliche Breite.

Betrag werden wir Ihnen nebst den 1. in Leipzig zustellen.

 

No. 117) Hr. C. W. Herschel in Halle            8. 1.

Sie erhalten beifügend  50 Taler, wodurch ich meine Interessen für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1833  gefällig zu quittieren bitte. Indem ich Ihnen und den lieben Ihrigen ein  zufriedenes neues Jahr wünsche, zeichne ich freundschaftlichst…

 

No. 118) Hr. I. G Seyfert  in Leipzig            8. 1.

Beifolgende 60 Taler bitte ich auf meine ¾-jährige Interessenschuld abzuschreiben. Ein mehreres ist mit augenblicklich nicht möglich, werde es aber baldmöglichst noch nachsenden. Übrigens wünsche Euch ein zufriedenes neues Jahr und gute Gesundheit.

 

No. 119) Hr. F. W. Mosch in Halle    26. 2. Mit Blumenbukett

Sie haben mir bei Ihrem letzten Hiersein nicht bestimmt hinterlassen, ob Sie zukünftig wieder mit Ihren Waren hierher kommen werden. Da ich nun für den nahe bevorstehenden Topfmarkt um meinen Laden anderweit angesprochen worden bin, Ihnen jedoch den Vorzug deshalb lassen will, weil Sie denselben zur Messe mit benutzen, so ersuche ich Sie, mir mit umgehender Post zu melden, ob Sie zum nächsten Topfmarkt  und Messe meinen Laden unter den alten Bedingungen und preisen, nämlich 12 Taler bezahlen werden. Freundschaftlichst grüßt…

 

No. 120) Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin             6. 3.

Senden Sie uns gefällig 1 Dz. Lathingbinden fein, 1 Dz. dergl. billiger, und allenfalls noch ¼ Dz. Gilets mit Blumenbuketts. Wir hoffen die feinen Lathingbinden von der Güte wie beiliegende Probe zu erhalten, müssen uns aber dennoch wundern, daß Sie uns die ersten Lathings mit 5 Taler und die letzten mit 6 Talern angerechnet haben, da das Zeug sich doch gleich ist. Überhaupt werden wir zu Ostern  über die Preise sprechen  müssen, da Ihre Binden zwar besser, aber noch viel zu teuer  sind, als  die Ihrer Konkurrenten, denn die Hr. Nathausen und Sachs & Söhne  laufen mir bald das Haus ein  und erst vorige Woche  waren binnen 4 Tagen 2 Brüder Sachs nacheinander bei uns, die nach Cassel und Frankfurt zu reisen vorgaben.

Sie machten uns die glänzendsten Versprechungen, bekamen jedoch keinen Auftrag von uns, da wir nicht gern mit unsern Geschäftsverbindungen wechseln. Es hat dies jedoch  den Nachteil, daß Sie sich einige schwache Nebenkunden (unter andern auch Hr. Geier) erworben haben, die nun deren billige Binden auch billiger  verkaufen, und uns dadurch zwingen, gleichen Schritt mit ihnen zu halten, wenn wir nur  etwas los sein wollen, also jede Binde mit 6 Taler und 1 Groschen Provision  verkaufen müssen, womit dann aber doch keine  unserer Bemühungen bezahlt wird.

Können Sie uns 1 Elle dergleichen Zeug beilegen, wie das inliegende karierte Muster ist?  und 1 Duz. Vatermörder, vorn spitz und hinten hoch.

 

No. 121) Handschuhfabrikant Borchardt in Magdeburg      13. 3.

Ich habe an der letzten Leipziger Messe von Ihrer lieben Frau einige Duzend Handschuh (u. a. 1 Duz. Glacè, die mit  Leder gefüttert) gekauft. Und da ich Ihre Ware brauchbar gefunden habe, und jetzt mit einigen Sorten nicht bis zur  Leipziger Messe ausreiche, so ersuche ich Sie, uns dieselben, wenn Sie sie passend vorrätig haben sollten, mit umgehender Post zu senden, doch muß ich sie bis nächsten Sonntag in Händen haben, weil wir an diesen und folgenden Tage Jahrmarkt hier haben, sonst kann sie uns nicht helfen.

1 Dz. feine braune macheille Damenhandschuh, kurz zu ca. 2 Taler oder

1 Dz. dergl.  grüne Damenhandschuh ca. 1 ½ Taler

½ Dz. feine grüne macheille Mannhandschuh a ca. 2 ½ Taler

1 Dz. dergl. Kinderhandschuh a ca. 1 1/3 Taler

1 Dz, feine bunte Glacè Kinderhandschuh – groß für Kinder v. 14 Jahren

1 Dz. dergl. f. Damen  zu ca. 2 Taler und

1 Dz. dergl. f. Damen Strickhandschuh- Glacè ca. 1 ½ Taler

Die Glacè-Handschuh sollen dunkelfarbig, vorzüglich  braun und wo möglich sämtliche Handschuh nicht  lambourirt sein, denn ich habe die leidige Bemerkung machen müssen, daß mit 3 Stück vom Duzend Ihrer marcheille Damenhandschuh in den Näthen aufgeplatzt sind, weil sie zu fein lambourirt, also zu sehr mit der Hand durchstochen  waren. Die Kinderhandschuh müßten groß sein, da sie für Konfirmanden  bestimmt sein sollen, die sehr oft den Damenhändchen nicht nachstehen.

Ebenso wünsche ich es von den ordinären grünen und braunen Damenhandschuh da diese für Damen berechnet sind, deren Händchen gemeiniglich nicht zu den niedlichsten gerechnet werden können, nur daß die grüne Farbe hübsch lebhaft und dabei doch rein grün ist.

Die beigefügten Preise sind nur als ungefähr  anzunehmen, auf einige Groschen auf oder ab mache ich mir nichts, wenn die Handschuh nur fehlerfrei sind und mir gefallen. Übrigens wird es bedeutend mit in Ihren Interesse sein, uns hübsche, verkäufliche Ware billig zu liefern, weil ich  dann bald wiederkommen werde, und es hat zu den eben gedachten Markte mein früherer Handschuhfabrikant, jetzt Damenputzhändler Wildebrandt aus Zeitz schon in  dem hiesigen Intelligenzblatte bekannt gemacht, daß er  Glacè-Handschuh für 5 Taler verkaufe. Sollten Sie zufällig etwas Ähnliches haben, was zu diesem Preis  verkäuflich wäre, so würde ich mir schon den Spaß machen, jene die Waage zu halten.

Sollte mir etwas nicht conveniren, so bedinge ich mir vor, es Ihnen in Leipzig zu retouriren, wo selbst ich um das Porto zu sparen, Ihnen Ihre Rechnung bezahlen werde.

 

No. 122) An denselben    v.  19. März 37

Bestellt 1 Dz. weiße, feine Glacè-Mannhandschuh, 1 Dz. dito gelb, ½ Dz. weiße Damenhandschuh, groß, 1 Dz. Damenhandschuh, hellfarbig, groß, unten weit, ½ Dz. weiße Damenhandschuh halblang.

 

No. 123) Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern 20. 3.

In dem wir Ihnen hiermit schuldigermaßen den richtigen Empfang der übersandten 7 Taler quittieren, überreichen wir Ihnen zugleich die gewünschten 2 Bandagen mit beweglichen Poletten und Saffian garniert, und erlauben uns nur noch zu bemerken, daß unsere frühere Rechnung  v. 19. 12. , v. J. 7 Taler, 20 Gr. betrug, wonach uns noch der kleine Rest von 20 Gr. zu Gute kommen würde und Sie also mit dem Betrag für beifolgende  2 Bandagen a 2 5/6 Taler die Summe von 6 Taler 10 Gr. für uns anzuerkennen belieben wollen. Erfreuen Sie uns recht bald wieder mit Ihren werten Aufträgen und genehmigen Sie die Versicherung unserer größten Hochachtung.

 

No. 124) An Denselben, d. 13. April

Die uns in Ihren werten vom 11. aufgegebenen 2 Bandagen haben wir die Ehre, Ihnen beifolgend zu überreichen, ersuchen Sie, beiliegende Rechnung gefällig anzuerkennen und zeichnen mit aller Hochachtung ergebenst.

 

No. 125) Hr. A. Borchardt in Magdeburg     7. 6. 1837

Die Ihrer lieben Frau an verwichener Ostermesse in Leipzig aufgegeben Bestellung en in Handschuhen, habe ich trotz  meinem Wunsche um baldige Besorgung, weder bis jetzt als ausgeführt erhalten, noch eine absagende Antwort von Ihnen bekommen, dasselbe nicht ausführen zu können.

Es muß mir dies umso unangenehmer sein, als ich nicht nur den Mangel der fehlenden Waren schon einige Male habe wahrnehmen müssen, als auch in 14 Tagen unsere hiesige Messe (d. 20. d. M.) anfängt, wo mir dies wahrscheinlicher noch fühlbarer werden wird; und was ich hätte umgehen können, wenn Ihre liebe Frau meine Kommission nicht angenommen und ich mir dann anderweit bestellt, auch sicherlich bereits in Händen hätte.

Können Sie mir nun die fraglichen Handschuhe bis spätestens mit der Mittagspost den  13. d. M. anliefern, so wird es mir insofern angenehm sein, weil es mir  nicht möglich ist, sie auswärts erst zu bestellen, und ist Ihnen alles nicht gut möglich, so senden Sie das fehlende später portofrei nach. Auch können Sie 2 Dz. macheille Kinder-Menotten von 6 bis 14 Jahren (gut) beilegen.

Erhalte ich die Waren bis dahin nicht, so nehme ich an, daß Sie dieselben nicht machen können oder wollen, und werde mich anderweit befriedigen. Ergebenst                         H.T. pp G.T. & S.

 

No. 126) An E. Königl. Wohllöbl. Hüttenamt, Kupferhammer Neustadt Eberswalde         29. 9. 37

Zu einer in unserm Haus zu errichtenden Badeanstalt bedürfen wir vorläufig 3 Badewannen von Zink. Der Hr. Apotheker Tuchen, welcher vor einigen Jahren eine dergleichen aus der dortigen Fabrik sich kommen ließ hat uns nach dort bestens empfohlen und da diese Wanne auch unsern Wünschen entspricht, so ersuchen wir E. Kgl. W. Hüttenamt höflichst, uns baldmöglichst 3 Badewannen vom stärksten Zink , aus einem Stück getrieben und von einer Größe, daß ein großer starker Mann  bequem Raum darin findet, zu übersenden. Betrag der Rechnung können E. Kgl. W. Hüttenamt bei Übersendung  der Avisa durch Postvorschuß oder durch Nachnahme  dem Spediteur entnehmen.

 

No. 127) Hr. C. W. Herschel in Halle           19. 10.

Schon seit 14 Tagen habe ich an Sie schreiben wollen und immer hat mir der Gedanke daran wehgetan, doch einmal muß es geschehen.

Ich will Ihnen nämlich melden, daß ich zum nächsten Neujahr 1838 die Ihnen und Ihrer lieben Schwägerin schuldigen 2000 Taler nebst den rückständigen Zinsen zurückzahlen will, und diese daher hiermit zu Ihrer ferneren Disposition stelle.

Obgleich nun unser zeitheriges Verhältnis hierdurch eine andere Gestalt bekommt, so wünsche ich doch nichts sehnlicher, als daß die freundschaftliche Seite desselben die alte bleiben, und daß es Ihnen und Ihren lieben Angehörigen, für die mir stets bewiesene gütige  Nachsicht, wofür ich Ihnen zugleich meinen herzlichsten Dank abstatte, in der Zukunft recht wohl ergehen möge.

 

No. 128) An E. Kgl. Wohllöbl. Hüttenamt zu Neustadt-Eberswalde            24. 10.

Auf unsern Brief v. 29. 9. Die Bestellung  von 3 Badewannen aus Zink betreffend ist uns bis heute noch keine Antwort  zugekommen, da uns  nun an dem Empfange der wannen viel gelegen ist, so erlauben wir uns , Sie nochmals dringend zu ersuchen, uns dieselben recht bald zu senden. Zur Ausgleichung unseres entsprechenden Saldos legen wir  vorläufig 25 Taler  bei, da uns ein bestimmter Preis nicht bekannt ist. Etwaigen Mehrbetrag wollen Sie dann von einem Berliner Spediteur an welchen Sie die Wannen verladen lassen für unsere Rechnung nachnehmen.

 

Mit Gott 1838

No. 129) Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern 9. 1.

Infolge Ihres verehrlichen v. 7. d. M. senden wir Ihnen beifolgend 2 Stck. Bruchbandagen mit bewegl. Poletten deren Betrag a 2 Taler 25 Gr. Sie gefällig mit 5 Taler 20 Gr. für uns anerkennen wollen. Ihre Debente v. April v. J. v. 15 1/6 Taler haben wir durch die mitempfangenen 15 Taler dankbarlich quittiert, was wir Ihnen hiermit noch besonders bemerken.

Die unlängst in der Leipziger Zeitung gelesene Todesanzeige eines Dr. R. bestürzte uns  einige Augenblicke, bis es sich jedoch bald ergab, daß wahrscheinlich Ihr Herr Vater der Natur seine Schuld bezahlte. Sein Sie unserer herzlichsten Teilnahme versichert, auch uns schlug erst vor wenigen Jahren  das Schicksal 2 ähnliche Wunden in einem Jahr. Hochachtungsvoll G.T. & S.

 

No. 130) Hr. C. W. Henschel in Halle           25. 1. 38

Die für das Kapital von 1000 Taler Ihnen noch schuldenden Interessen betragen:

vom 1. 1. 1834 bis 1. 1. 1838 also 4 Jahre a 50 Taler                       200 Taler

vom 1. 1. 1838 bis 1. 4. 1838 also ¼ Jahr a 50 Taler                         12 Taler, 12 Gr.

vom 7. 5. 1826 bis 1. 10. d. J. als die zwar mündlich beim Kauf mir vorbehaltenen, jedoch leider nicht schriftlich stipulierenden Interessen                                                                         19 Taler, 12 Gr.

                                                                                   Summa            232 Taler

Beifolgend sende ich Ihnen nun 40 Stck. Louisdor a 5 2/3 Taler     226 Taler 16 Gr.

1 Kassenanweisung                                                                               5 Taler

Courant                                                                                                                8 Gr.

                                                                                   Summa            232 Taler

Mit aller Achtung Ihren für die mir geschenkte gütige Nachsicht nochmals dankend, erlaube ich mir Sie um Ihre fernere Gewogenheit zu bitten, und mich Ihres freundschaftlichen Andenkens zu empfehlen.

 

No. 131) An Demoiselle Eilfeld in Leipzig

Denselben Brief mit Vermerk Quittung bei Seyferts deponieren zu wollen.

 

No. 132) Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin             15. 10.

Familienverhältnisse hatten es mir nicht erlaubt, Ihnen in Leipzig persönlich aufzuwarten, und ich beabsichtigte deshalb, Ihnen eine Abschlagszahlung  nach Leipzig einzusenden, in der Meinung, daß die Leipziger Zahlwoche erst anfange, während sie schon beendigt war, als mir Ihr werter Brief v. 13. d. M. um 1 oder 2 Tage zuvor kam. Allerdings hatte ich Ihnen versprochen, im Laufe des Sommers eine abschlägige Summe  einzusenden, und  muß Sie, daß es nicht geschehen, sehr um Verzeihung bitten. Als Ursache lag darin, da die, im Wege notwenige gerichtliche Subhastation erfolgte Aquisition eines Weinberges uns über die Summe von mehr als 1500 Taler außer Disposition setzte, welcher Kauf für uns so vorteilhaft war, daß uns schon nach 3 Wochen 400 Taler Provision  geboten wurde. Ihr werter Bruder veranlaßte mich nun, in 14 Tagen 115 Taler zu bezahlen, dies ist mir jedoch wegen zu stillen Geschäftsganges, bis dahin nicht möglich, und ich ersuche Sie daher mir zu erlauben, daß ich Ihnen zu dieser Zeit entweder die Summe  p. p.  oder, falls Sie die Summe trattirt haben an Hr. A. H. Vogel hier, 50 Taler und zum neuen Jahr den Rest einsende. 

Ihre mir bekannte gütige Nachsicht läßt mich die Annahme meines Wunsches hoffen, wogegen ich Ihnen versichere, daß ich mich stets dankbar durch treue Anhänglichkeit an Ihr Haus erinnern werde (erst vor kurzem quälte ein G. Stief aus Potsdam eine ganze Stunde lang mit dem Abkauf seiner Fabrikate unter allen nur möglichen Parpositionen)

Sein Sie also nicht ängstlich um die Sicherheit Ihrer Forderung, denn wenn auch der Bau meiner Dampf- und Warmbadeanstalt, der Kauf oben gedachten Weinbergs ein glücklicher Prozeß, der mich die Herausgabe  der Mitgift meiner  ersten Frau betreffend 800 Taler kostete und mehr dergleichen Sachen, die zu erzählen Ihnen nur lästig sein würden, mich hinderten, dieses Jahr als pünktlicher Bezahler stets zu erscheinen, so hoffe ich doch  mit Gottes Hilfe diese Krisis zu überstehen und unsern alten Kredit zu erhalten.

 

An Denselben, d. 18. Nov. 38

Beifolgend habe ich die Ehre, Ihn, en 5 Louisdor als Abschlagszahlung auf meine Schuld zu überreichen. Sie wollen entschuldigen, wenn ich 14 Tage später erscheine, als ich versprach. Mein Vater leidet stark an Kopfgicht meine Mutter hatte das Unglück auf dem Wege aus unsern Weinberg den linken Arm auszufallen, meine Frau hat nebst sämtlichen Kindern die Masern durchgemacht, ich habe das Malheur, keinen brauchbaren Gehilfen zu haben. Geschäft, Laden, Wirtschaft, Dienstleute, alles lag mir auf dem Halse. War`s ein Wunder gewesen, wenn mir, wie man zu sagen pflegt, der Kopf gebrannt hätte? Und wenn mir des Abends die Lust zum Schreiben verleidet wurde.

Haben Sie also die Güte, gedachte 9 Louisdor  für unsern Kredit  zu notieren und zu Neujahr eine fernere Zahlung zu gegenwärtigen. Hochachtungsvoll

 

An Denselben, d. 21. Nov. 

Wieder sind einige Tage vergangen und Ihr Brief liegt noch bei mir. Nun es hat das Gute wenigstens, daß ich  Sie um Übersendung folgender Sachen bitten kann:

1 Dz. feine Lathing-Krawatten, 1 Dz. feine Atlas (schwer), 1 Dz. schwarze Atlas No. 41.

Wie hoch würden Sie mir ein Pöstchen von einigen Dutzend gemusterter seidener Krawatten überlassen, die vor ein oder zwei Jahren noch gesucht waren, aber nicht zu heller Natur sein dürfen, für circa 4 Taler oder noch darunter, 2 Dz. Halskragen abgerundet, vorn offen, 2 Dz. Halskragen spitz hinten hoch, 2 Dz. Halskragen billig und ½ Dz. Krawatten grob garniert.

 

1839

An denselben, d. 16. 4.

Für die mir in Ihren werten vom Dezember v. J.  gestattet freundliche Nachsicht Ihnen meinem herzlichsten Dank sagend, übersende ich Ihnen beifolgend die ersten 25 Taler als Abschlagszahlung auf die Schuld. Wenn ich Ihnen nicht sogleich antwortete, so lag es daran, daß ich glaubte, Ihnen noch im verwichenen Jahre Geld einsenden zu können. Allein der (.) darniederliegende Handel in Naumburg machte es mir nicht möglich Etwas zu erübrigen und so war ich  nur auf den Überschuß meine Mietpreise angewiesen, welchen ich Ihnen hiermit überreiche. Mehr kann ich bei den besten Willen heute nicht schicken, und will ich die entstandenen Kosten Ihnen zum 1. April mit einsenden und dann darauf hoffen daß ich zu Johannis (bis wohin mein Dach auch etwas abwerfen wird) Ihnen 50 Taler überreichen kann. Tratten* wollen Sie mir nicht überschicken, oder falls Sie sich derselben bedienen wollen, diesen um 8 Tage später notieren, indem mir doch oft ein paar Tage vergehen ehe ich meine Gelder erhalte. Den beigelegten Brief an Hr. Schlüter habe ich prompt selbst abgegeben, und folgen beiliegend die 2 Scheine zurück.

Ich empfehle mich Ihrem ferneren gütigen Wohlwollen und bin mit aller Hochachtung Ihr ergebener…

 

(* gezogene Wechsel)

 

1839

Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph Artern          10. 5.

  1. Wohlgeb. sende ich beifolgend die in Ihrem werten v. 4. d. M. mit gütigst in Auftrag gegebenen

1 doppelte Bandage, bewegl. (Bundgröße 6 2/3)      5 Taler 15 Gr.

1 einfache Bandage, unbewegl. (Bundgröße 2 1/3)  1 Taler 25 Gr.

1 dgl. auf Reserve                                                      1 Taler 25 Gr.

Rest v. 9. 1. 38                                                           5 Taler 20 Gr.

                                               Summa                     14 Taler 25 Gr.

Es wurde mir schwer unter den beifolgenden 2 einfachen Bandagen zu wählen, weshalb ich Ihnen beide sende, damit Sie nach Befinden des Körpers wählen können, da die eine für ein schmales Becken, die andre für eine runden, fleischigen Körper passen wird. Sie können mir später die übrigbleibende gelegentlich zurücksenden, oder aufbewahren, bis sich Ihnen die Gelegenheit zum Verbrauch darbietet, und mir dann den Betrag von 1 Taler 25 Groschen gefällig gut schreiben H.T.

 

Hr. J. C. Werninghaus in Hagen, d. 19. Sept.

Ihren werten Auftrag in Bezug auf Geffers habe ich soweit es mir irgend möglich war, ausgeführt. Leider hat es nicht zu Ihrer Zufriedenheit geschehen können, da nicht etwa Böswilligkeit sondern reine Lauheit des Geschäftsganges ihn hindert jetzt Wechselzahlungen bestimmt zu akzeptieren. Durch seine schüchterne Gutmütigkeit  hat er sich von Andern Waren aufschwatzen lassen, mit der Zahlung waren sie aber nicht so nachsichtig wie Sie, sondern lagen ihm gleich vor der Tür. So weiß ich, daß er erst vorige Woche eine tüchtige Zeche abgemacht hat. Nun hat er zwar noch einige hübsche Märkte vor sich, da jedoch deren Ausfall oft täuscht, so hat er sich doch nicht getraut, wie er mir eben sagt, den schon präsentierten, zu unterzeichnen. Hierzu kommt noch die täglich zu erwartende Niederkunft seiner  Frau, was auch zu Geldsachen gezählt werden muß. Er bittet Sie daher, ihm zu erlauben, Ihre Forderung p. p. einsenden zu dürfen, und habe ich ihn bestimmt, wenigstens noch in diesem Jahre es abzumachen, da es ja nicht so bedeutend sein soll. Es versteht sich von selbst, daß er die entstehenden Kosten der Remittierung zu tragen hat.

Ich benutze hierbei die Gelegenheit, Sie um baldige Einsendung folgender Sachen zu bitten:

6 Dz. Bruchbandfedern ohne Pelotten zu unbewegl. Bandagen von 17 bis 20 Zoll, sortiert, verknöpfbar für die rechte Seite

½ Dz. dergl. v. 13 bis 16 Zoll auch rechte Seite

½ Dz. dergl. für die linke Seite

1 Dz. dergl. in allem dergl. v. 9 bis 12 Zoll rechte Seite

1 Gros Messing-Knöpfe  zu denselben, alle Größen

Meine Schuld von 1 Taler 4 Gr. bitte ich durch anliegenden 1 Taler zu quittieren, die des Portos wegen fehlenden 4 Groschen werden Sie meinem neuen Saldo gefällig vortragen.

 

Hr. L. Genther in Zeitz, d. 3. Dez. 39

Ich sende Ihnen beifolgend versprochenermaßen den Betrag meiner Rechnung der Oster-Messe 23 ½ Taler und ersuch Sie um Überlassung folgender Waren:

½ Dz. Glacè Mannhandschuh mit gestrickten Futter

½ Dz. Glacè Damenhandschuh dergl.

1 Dz. Mannhandschuh aasglatt coul. Schafleder fein, mit dergl.

1 Dz. dergl. f. Damen

3 Dz. paille Mannhandschuh  zu 4 Taler

1 Dz. weiß dergl.

1 Dz. weiß dergl. f. Damen

1 Dz. paille  für Damen, groß

1 Dz. hellfarbig für Damen, klein

1 Dz. dunkelfarbig für Männer ganz fein

1 Duz. marcheille  für Männer  a 3 Taler

1 Duz. marcheille für Damen  a 2 Taler

Sollten Sie nicht alle dergleichen Waren vorrätig haben, so senden Sie mir gefällig die paille Männerhandschuh mit nächsten Botentage, jedoch die übrigen Sachen auch nicht zu spät. Zu Weihnachten werde ich Ihnen auch wieder Zahlung einsenden.

 

Hr. Kreisphysikus Dr. Rudolph in Artern      4. 12.

In Erwiderung Ihres werten Briefes v. 28. Nov. zeige ich Ihnen den richtigen Empfang der eingesandten 13 Taler hiermit ergebenst an, und beeile mich die zugleich gütigst entbotenen 2 Bandagen mit bewegl. Poletten a 2 5/6 Taler Ihnen zu senden.

Durch beiliegende Rechnung erlaube  ich mir, Sie zu behelligen, daß eine kleiner Irrtum in Betreff meiner früheren Forderung obwaltet, und ersuche Sie, die mir, inkl. der jetzt überreichten 2 Bandagen, laut selbiger zukommenden 7 ½ Taler geneigtest zu akzeptieren.

Mich Ihrem ferneren gütigen Wohlwollen bestens empfehlend zeichne ich  mit aller Hochachtung.

 

1840

Papier- und Kunsthandlung v. G. F. Illgens Erben in Gera, d. 29. April

In Bezug auf Ihr wertes v. 18. sende ich Ihnen beiliegend

½ Dz. große Bälle à 10 Groschen      5 Gr.

3 Dz. dergl. à 6 Groschen                18 Gr.

1 Dz. dergl. à 8 Groschen                  8 Gr.

Summa                                   1 Taler 7 Gr.

Die noch fehlenden 2 Dz.  à 8 Groschen werde ich Ihnen über 8 Tage nachsenden. Hochachtungsvoll empfiehlt sich H.T. jun.

 

Hr. J. G. Werninghaus aus Hagen p. Adresse Herrn Gastwirt Gladitsch in Gera,   24. 9.

Ihr verehrliches Schreiben v. Leipzig d. 15. datiert habe ich empfangen und erwidere Ihnen hierauf. Mit Hr. Geffers habe ich mir alle mögliche Mühe gegeben, Ihre Forderung einzukassieren, ja ich stellte es ihm frei, mir 1 Talerweise dieselbe zu überreichen, was er mir auch von einem Jahrmarkte und einer Messe zur andern versprach, doch jedes Mal kam er mit leeren Händen zurück und auch seine hiesige Einnahme reicht oft nur hin, den Tisch zu befriedigen. Er ist nicht schlecht von Charakter und wird Sie nicht betrügen, allein werden Sie ihn verklagen, ich glaube, er wird ruiniert. Freilich kann ich Ihnen „Geduld“ nicht vorerbitten, denn diese haben Sie schon hinlänglich bewiesen, und muß es Ihnen überlassen, ob Ihr Herz oder Ihr generöses Interesse Oberhand behalten wird.

Naumburgs Geschäftsleben ist zu einer solchen Flauheit herabgesunken, wie es nirgends der Fall sein kann und da mir Ihr Auftrag, mein Debitum ebenfalls mit nach Gera einzuschicken, wegen der Leipziger Messe überrascht kommt, indem ich immer glaubte, Sie später dennoch hier zu sehen, so muß ich Sie höflichst bitten, mir zu erlauben, dasselbe im Laufe des nächsten Vierteljahres Ihnen nach Hause einzuschicken.

Ich habe eben nochmals mit Geffers gesprochen und offeriert sich derselbe, Ihnen 5 Stück feine Messer mit festen Feuerstahl a 5 Taler zu liefern, und ihm überhaupt zu erlauben, nach Ihrer zu erwartenden Aufgabe durch zu liefernde Arbeit die Schuld zu tilgen.

 

Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin , d. 8. Dez. 40

Ihr letzter Brief v. 2. d. M. ist mir richtig zugekommen und fand ich den Inhalt desselben so ganz der Ordnung gemäß, daß meine Frau und ich, tagtäglich von Ihnen sprechend, uns längst über Ihre gütige Nachsicht gewundert haben, nicht schon lange gedachten Brief  zu erhalten. Allerdings habe ich sehr gegen den Umstand gefehlt, nichts von mir hören zu lassen, ja selbst meine Frau, welche die letzten 2 Messen in Leipzig besuchte, hat es sich nicht getraut, Ihnen aufzuwarten, da sie wegen Mangel an Zahlung nur saure Gesichter zu finden geglaubt, und vielleicht 10 Taler als Abschlagszahlung nicht gewagt hat, Ihnen zu überreichen, und wenn ich hier dachte, einiges Geld für Sie zurück gelegt zu haben , immer eine dringende Notwendigkeit sich vorfand, dasselbe anzugreifen, wozu noch einiges Mißgeschick, mit deren Erzählung ich Sie nicht ermüden will, sowie der hiesige über alle Maßen stille Geschäftsgang das ihre gehörig beitrugen.

Auf diese Art mußte ich natürlich in Ihren Augen in einem nachteiligen Lichte erscheinen, was mich umso mehr schmerzt, als ich Sie als einen streng reellen und dabei so nachsichtigen Mann stets gefunden habe, allein sein Sie auch bei meiner Seligkeit versichert, Ihre Güte an keinen Unwürdigen oder Undankbaren  zu verschwenden; ich werde Ihnen als  ehrlicher Mann jeden Pfennig bezahlen, ja  selbst bedacht sein, die Ihnen entgangenen Interessen mit auszugleichen. Ich werde Ihnen daher bis Neujahr Zahlung einsenden, und wollen Sie mir dann erlauben, selbst kleiner Posten Ihnen zu überreichen, die ich dann vielleicht monatlich selbst 10 talerweise, franko einschicken will, um nur recht bald meine Schuld zu tilgen und mir Ihre schätzbare Gewogenheit ferner zu erhalten.. Mein Krawatten-Vorrat ist jetzt ziemlich  geschmolzen, ich habe mir zeither durch eigene Fabrikate geholfen, wobei ich aber auch nicht mehr grossire*, denn ich habe mich nicht in neue Verbindlichkeiten  stecken wollen, bevor ich meine alten  getilgt, so wie ich mich durchaus nicht an andere, wenn auch billigere Fabrikate gewöhnen kann, da ich einmal für Ihre Schnitte und die Aktivitäten Ihrer Näherei eine besondere Vorliebe habe…

 

*im Großen handelnd

 

Herrn Rauchhändler C. G. Lehmann in Leipzig, Reichstraße  No. 26/506, d. 17. 12.

Durch ein mir unbegreifliches Versehen hatte ich die mir gesandten 50 Stck. Schmaschen nicht in mein Fakturabuch eingetragen, und so waren mir diese aus den Gedanken geraten. Ich muß deshalb tausendmal um Verzeihung bitten, würde auch meine Nachlässigkeit  augenblicklich nach Empfang Ihres werten Briefes ausgeglichen haben, wenn ich nicht jetzt fast Tag und Nacht mit Arbeit in Anspruch  genommen wäre. Nun will es aber gar nicht mehr gehen, und indem ich Ihnen beifolgend  die Ihnen schuldenden 4 Taler mit besten Dank zusende, bitte ich Sie, mir so bald als möglich 50 oder 100 Stck. eben solcher Schmaschen, nur recht hübsch weich, weiß und nicht so sehr niederhaarig zu senden. Es würde mir aber lieb sein, sie noch vor den Feiertagen zu bekommen, und werde ich Ihnen den Betrag dann sogleich zuschicken. Mit aller Hochachtung.

 

1841

Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin     20. 1.  

Beifolgend sende ich Ihnen 17 Taler als Abschlagszahlung auf meine Schuld. Mein Wille war, gern mehr hinzuzufügen, allein je länger ich warte, je mehr wird meine Kasse bald von dieser, bald von jener Seite wieder beansprucht, und statt hinzuzukommen, wird`s wieder weniger, daher fort damit.

Nehmen Sie also das verhältnismäßig Wenige gütig auf, gewärtigen Sie bald eines Mehreren und sein Sie herzlichst gegrüßt von Ihren ergebensten …

 

Hr. A. Borchardt, in Magdeburg,           24. 1.

Familienverhältnisse haben mich und meine Frau an verwichener Michaelis-Messe verhindert nach Leipzig zu reisen, wo meine Frau mit besonderer Vorliebe von der Ihrigen zu kaufen scheint. Da mir nun mehrere Artikel ausgehen, so bin ich so frei, Sie auf Antrag meiner Frau um Übersendung folgender Kommission zu ersuchen, obgleich ich, da Sie mir einen Auftrag im Jahr 1837 nicht ausführten, seitdem nicht weiter gewandt hatte.

1 Dz. ziegenlederne, hellfarbige Mannhandschuh

1 Dz. dergl. Damenhandschuh (usw.)

Ich sehe jedoch dem Eingang der Waren baldmöglichst entgegen, oder bitte Sie, im entgegengesetzten Fall mir umgehend Notiz zu geben, um nicht unnütze Zeit zu verlieren und mich anderweitig zu versorgen. Haben Sie Etwas in kolor. Glacè-Damenhandschuh zum Preis von ca. 2 bis 2 ¼ Taler, aber weich, so legen Sie 2 Dz. bei. Ich bitte aber die billigsten Preise zu notieren. 

 

Hr. Kreis-Physikus Dr. Rudolph in Artern,   20.12.

Nach meiner unterm 4. 12. 39 eingesandten             Rechnung von 20 ½ Taler und nach Abzug der, auf dieselbe unterm 29. 11. d. J. empfangenen 13 Taler finde ich bei der jetzigen Jahresrevision in meinem Copier-Buch noch einen Rest von  7 ½ Taler verzeichnet. Zugleich bemerke ich, daß ich das ganze verflossene Jahr nicht die Ehre gehabt habe, Ihnen mit meinen Fabrikaten aufwarten zu können. Wenn ich nun einerseits Sie höflichst um Einsendung, obiger von Ihnen wohl nur vergessener Kleinigkeit ersuche, so erlaube ich mir andererseits Sie, vorkommenden Falls, um Ihre fernere gütige Beachtung und respektive geneigtes Wohlwollen ganz ergebenst zu bitten, Hochachtungsvoll. 

 

1842

Hr. G. F. Illgens Erben in Gera              6. 4.

Die mir unterm 24. v. M.  gütigst aufgegebenen

4 Dz. gestrickte Bälle  à 7 ½ Gr.                   1 Taler

3 Dz. gewirkte Bälle à 10 Gr.                        1 Taler

1 Dz. gewirkte größere Bälle a 12 ½ Gr.      -  Taler 12 Gr. 6 Pfg.    

                                     Summa                      2 Taler 12 Gr. 6 Pfg.

habe ich beiliegend die Ehre, Ihnen zu überreichen und Sie um Anerkennung obiger 2 Taler 12 Gr. 6 Pfg. ergebenst zu bitten. Der Betrag vorjähriger Nota ist mir durch Röder richtig zugekommen, und lt. Inlage an Frenk von mir abgegeben worden. Ihren ferneren Aufträgen sieht achtungsvoll entgegen H. T.

 

Herrn Riedel & Höritzsch in Leipzig     13. 6.

Meine Frau kaufte in vergangener Ostermesse einige Duzend Glacè Handschuh von Ihnen, mit denen ich recht wohl zufrieden gewesen bin. Ich ersuche Sie daher, mir umgehend zu senden:

1 Dz. dunkelfarbige Glacè-Mannhandschuh

1 Dz. hellfarbige Glacè-Mannhandschuh im ungefähren Preis von 4 bis 5 Taler

(die gekauften hatten beiliegende Etikette, die No. 6, und waren mit 4 ¼ Taler erworben)

1 Dz. dunkelfarbige und

1 Dz. hellfarbige für Damen (Preis ca. 31/2 bis 4 Taler die gekauften kosteten 3 ½ Taler)

½ Dz. halblange, weiße Glacè-Damenhandschuh, Ziegenleder, fein

1 Dz. weiße Lammfell-Mannhandschuh wenn Sie wieder dergl.  haben, da Sie an der Messe keine hatten ca. 3 ½ Taler

½ Dz. schwarze Mannhandschuh

½ Dz. schwarze Damenhandschuh, die aber weich sind und nicht platzen

Sämtliche Handschuh mit Knöpfchen und mit weichen Leder. Ein von meiner Frau gekauftes Dz. paille Mannhandschuh gefällt mir nicht, da sie steif sind. Überhaupt bin ich auf einige Groschen nicht interessiert, wenn die Ware nur gut und tadellos ist. Ich bitte daher um französische Ware.

1 Dz. feine marcheille Damenhandschuh mit Knöpfen zu 2 bis 2 1/3 Taler

½ Dz. feine marcheille Herrenhandschuh

Sollten Sie Bedenken tragen, mir die Ware zu schicken da Sie mich noch nicht näher kennen, jedoch eine gute Kunde  bekommen werden, wenn Sie mich verwahren, so erlaube ich mir Hr. L. Ahlemann, Thomasgasse No. 6, Hr. Kraft, (Besitzer des Elephanten), Hr. Th. Seyfert, Firma Graupner & Sohn (im Schwarzen Bock) vorzuschlagen, die die Güte haben werden Ihnen Auskunft über mich zu geben. Mit Achtung H. T.

 

An Dieselben, d. 16. 6.

Da Sie meinen Auftrag in französischen Waren nicht auszuführen vermögen, so bitte ich Sie um deutsche Handschuh, weil Sie mir versichern, sie mir in guter Qualitè übergeben zu können, Sie wollen mir aber erlauben, dasjenige, was mir nicht gefallen sollte, Ihnen remittieren zu dürfen.

Ihr Verfahren in Betreff der Zahlung ist von dem gewöhnlichen Geschäftsleben nicht verschieden, und mir wie solches hinlänglich bekannt. Ich finde jedoch Ihre Anmerkung in diesem Bezug ganz verzeihlich und in der Ordnung, da Sie mich zu wenig kennen, werde aber Ihre Forderung sogleich oder noch vor dem angezogenen 3 Monaten Ihnen einsenden, ohne daß Sie nötig haben sollen eine Tratte auf mich abzugeben.

In Betreff des Preises für dunkle Damenhandschuh find ich mich allerdings getäuscht, da ich sie jedoch gerade bedarf, so ersuche ich Sie die billigsten Preise zu notieren, und sie baldigst mir zu senden.

 

Hr. J. S. Römpler, Posamentierwarenfabrikant, Erfurt         16. 10.

Sie waren einmal so gütig, mir Ihre werte Adresse in Gummiborden zu offerieren. Ich wünsche desfalls jetzt in Verbindung zu treten und ersuche Sie daher, mir Proben von denselben sowohl in Hosenträger als auch schmaler Breite und diversen Farben nebst Preisen zu übersenden. Auch würde ich auf  weiße zu 3 Zoll oder 1 Zoll sächsischer Breite reflektieren, die ich zu Bandagen verwende, sollten Sie wider Erwarten solche von 6 Zoll Breite vorrätig haben, bitte ich, mir einige Ellen beizulegen. Mit Achtung.

 

Hr. Riedel & Höritzsch in Leipzig     23. 11.

Die schuldige Annahme Ihrer Tratte Ihnen beiläufig anzeigend und bemerkend, daß ich krankheitshalber nicht, wie es erst der Wille war, persönlich zur Messe in Leipzig Ihnen aufwarten konnte, erlaube ich mir, Sie um baldige Übersendung folgender neuen Bestellung zu bitten

2 Dz. dunkle Glacè-Mannhandschuh Preis ca.  5 bis 5 ½ Taler

1 Dz. halbdunkle Glacè Mannhandschuh  

1 Dz. halbdunkle Glacè Damenhandschuh  ca. 4 bis 4 ½ Taler

1 Dz. dunkle Glacè Damenhandschuh

2 Dz. paille Glacè Damenhandschuh ca. 3 bis 3 ½ Taler

Dabei bemerke ich, daß ich wegen Bestimmung für den Winter kerniges weiches  Lammleder, möglichst französisches gutes Fabrikat, die braune Farne vorherrschend, und die Damen-Handschuh von großer Sorte wünsche, weil die Damen  hier mit besonders starken Händen begabt zu sein scheinen, und viele Herren Damenhandschuhe tragen.

Haben Sie gefütterte Winterhandschuh in sämtlichen Sorten, so ersuche  ich Sie mir einige diverse einzelne Proben zur Kenntnisnahme  gefällig beilegen zu wollen.

 

Hr. Dr. Beckers, Bandagenmagazin in Leipzig, 24. 11.

Ich habe schon einige Mal das Vergnügen gehabt, Mutterkreuze von Gummi von Ihnen mitbringen zu lassen, da es mir aber jetzt an  solcher Gelegenheit fehlt, so ersuche  ich Sie auf schriftlichen Wege, mir ½ Dz. dergleichen aber ungestielt von elliptischer Form und verschiedene jedoch nicht zu  kleinen Durchmesser  gefällig zukommen zu lassen. AlleIn da ich dieselben wieder verkaufe , so bitte ich den Preis so zu stellen, daß mir eine kleine Provision auch verbleibt, die mir bei Ihren früheren Preis von 1 ½ bis 1 1/3 Taler  (gestielt) entgehen müßte, und ein billigerer Preis doch einen größeren Absatz nach sich zieht.

Haben Sie die Güte, sie gut verpackt an die Herren Riedel & Höritzsch  zur gefälligen Weiterbeförderung an mich baldigst abzugeben, die Zahlung aber, wenn wir die Ware erhalten sicherlich zu gewärtigen

 

Hr. Riedel & Höritzsch, in Leipzig, 29. 11.

Den richtigen Empfang der Handschuhe vom vorgestrigen Datum Ihnen anzeigend, tut es mir leid, die vorzüglich ersehnten paille Damenhandschuh zurückgeben zu müssen. Sie sind statt groß, gerade recht klein, fehlerhaft (.) unordentlich genäht, schwerlich französisches Fabrikat, obgleich die Etikette dies sagen will und offen gestanden mir für 3 Taler zu teuer, da sie mir Magdeburg dafür besser liefert.

Sende Sie mir daher durch Überbringer 2 Dz. besser genähte Ware. Ich weiß, daß die Franzosen Handschuh „extra lang“ in den Handel bringen, die ein Mittelding zwischen Manns und Damenhandschuh sind und die Weite von 8 bis 8 ½ Zoll haben.  Lieb wäre es mir hier, wenn Sie mir dergleichen schicken können.

 

Denselben  8. 12.

Ich wiederhole meine Bitte v. 29. v. M. mir 2 Dz. paille Cadett`s zu senden und hoffe den Preis möglichst zu 4 Taler zu erhalten.

Wenn mir die retour gesandten Handschuh für 3 Taler zu teuer waren, so ging daraus durchaus nicht hervor, die Sorten, wie ich sie wünschte, unbedingt für 3 Taler zu erlangen, im Gegenteil, ich bin nie auf einige Groschen interessiert, wenn die Ware nur gut ist, freilich sich auch mit dem hiesigen Kurs vereinbaren läßt, um auf Verlangen auch etwas  Gutes vorlegen zu können. Zugleich bemerke ich, daß es mir nicht im Entferntesten in den Sinn kam, Sie eines Betrugs in Betreff eines falschen Etikettumschlags zu zeihen. Ich wundere mich nur, daß die Franzosen, denen man einen bedeutenden Vorsprung gegen die Deutschen in Bezug auf Gerberei und Handschuhfabrikation  nicht absprechen kann, die Fabrikate nach Deutschland bringen und mit ihren Etiketten  versehen, daß ihre Ehre verdunkelt, wie das bei den französischen paille Damenhandschuh der Fall war.                        H. T. 

 

Hr. Rauchhändler C. G. Lehmann, Leipzig Reichsstraße 26/506     14. 12.

Indem ich Ihnen für die Nachsicht der Ihnen noch resistierenden 4 Taler herzlich danke, sende ich dieselben beiliegend und ersuche Sie, falls Sie etwas passendes für mich haben, mir 50 oder 100 Stck. Schmasche, die aber weich, weiß zwar niederhaarig doch nicht zu kahl und nicht zu klein  sein dürfen gefällig durch Überbringer, durch Fuhrmann Piehler (logiert in Weißer Taube) zu senden. Freundschaftlichst H. T.

 

Hr. G. Liebau, p. Adr. Hr. Pazschke & Teetzmann in Magdeburg,  31.12.

Die mir gütigst aufgegebenen 1 Paar ledernen Unterbeinkleider habe ich die Ehre, Ihnen beifolgend zu überreichen, und  indem  ich hoffe, durch gutes weiches Leder, sowie streng solide Arbeit mit Ihre Zufriedenheit zu erwerben, bitte ich zugleich, den Betrag für dieselbe mit 4 ½ Taler gefällig  für mich anerkennen zu wollen.

Herzlichsten Gruß zum neunen Jahr v. Ihren ergebenen…

 

Mit Gott 1843 

Hr. C. G. Lehmann in Leipzig, 3. 1.

In höflicher Erwiderung Ihres werten v. 17. v. M. bitte ich Sie, meinen Auftrag v. 14. v. M. da fern es Ihnen noch möglich sein sollte, gefälligst ausführen zu wollen. Haben Sie die Güte, die Schmaschen an Fuhrmann Piehler  aus Naumburg  in der Weißen Taube abzugeben, und  mir den billigsten Preis  zu notieren. Herzlichsten Gruß zum neuen Jahr H. T.

 

Hr. Posamentierwarenfabrikant  J. S. Römpler in Erfurt  15. 1.

Von den mir eingesandten Gummibordenproben ersuche ich Sie mir folgende möglichst durch Überbringer  dieses gefälligst zu senden:

Qualität 3 Pr. à Berliner Elle 6 Groschen:

No. 2 2 Ellen, No. 3 2 Ellen, No. 4 2 Ellen, No 5 2 Ellen, No. 7 2 Ellen

Qualität No. 3 à 4 Groschen: von rot, lila und grün  a 4 Ellen

Qualität kariert à 4 Groschen: 3 dergl. Farben à 4 Ellen

Korsettborde: No. 1 à 1 ½ Groschen 12 Ellen, No. 2 à 2 Groschen 4 Ellen, No. 3 a 2 ½ Groschen 9 Ellen, No. 4 à 3 Groschen 6 Ellen.

Sollte diese Breite in Coleur da sein, so bitte ich sie in lebhaften Farben zu je 1 ½ Ellen beizulegen.

Sollten Sie in den Sorten und in gleichen Farben von Qualität 3 karierte schmale, (1 Finger breit) Borde vorrätig haben, so wollen Sie zu jeder Farbe 2 Ellen beifügen.

Ich beabsichtige in vorstehender Aufgabe den Versuch zu machen, ob ich  die französischen Hosenträger mir billiger  durch eigen Fabrikation darstellen kann, als durch gleich fertigen Ankauf, und werde ich in befriedigenden Falle Ihnen spätere ein Mehreres  abnehmen. Zahlung wollen Sie gewärtig sein, von Ihren ergebenen H. T.

 

Hr. Fr. Steckner jun. in Pegau            25. 4.

Ich bedarf ein Paar hübscher großer, wenn auch nicht zu starker  Hirschfelle zu einer Hose für einen Mann von der Figur meines Vaters. Ich ersuche Sie, mir ein Paar dergleichen baldigst zu übersenden und lege, um nicht in mehr und neue Schulden  bei Ihnen zu geraten, als Zahlung 1 Louisdor bei. Hochachtungsvoll H. T.

 

Hr. Riedel & Höritzsch in Leipzig    5. 3. 43

In Erwiderung Ihres geehrten v. 1. d. M. will ich Sie höchlichst bitte, da fern es irgend möglich, die bezogene Tratte  bis zu den Feiertagen sistieren zu wollen. Glauben Sie nicht, daß Nachlässigkeit von meiner Seite, sondern die  entsetzlich arrogante Stille im hiesigen Handel die Ursache hiervon ist. Beifolgend 2 Louisdor wollen Sie gefälligst vorläufig als Abschlagszahlung von mir annehmen. Zu nächsten Osterfeiertagen werde ich den Rest Ihren unverkürzt p. P. einsenden.

Ich könnte 1 Dz. paille Mannshandschuh groß und  1 Dz. helldunkle Cadetts brauchen, doch müßten sie von guter Qualität  aus der Fabrik von Boulanger sein.

 

An Dieselben, d. 13. 8. 43     Porto 6 Goschen

Erst heute von einer Reise zu meinen Schwiegereltern zurückgekehrt, finde ich Ihren letzten Brief vor, der mir umso weher tut, als ich das Bewußtsein in mir fühle, nicht durch Nachlässigkeit, sondern durch den hier ganz darnieder liegenden Handel zum Lügner  an Ihnen geworden zu sein, wovon Sie in Ihren glücklichen Leipzig freilich keine Ahnung haben. Ich sende Ihnen daher was ich augenblicklich entbehren kann, inliegend 12 Taler; und will Ihnen in der Kürze das Übrige nachschicken, ja Ihnen auch die Interessen beifügen, damit Sie nicht die Meinung von mir behalten sollten, ich sei ein schlechter Bezahler. Bis dahin, Ihr ergebener H. T.

 

Hr. Klostersacrateur Parian in Roßleben,      29. 9.

  1. pp übersandte ich am 26. Juli d. J. die mir gütigst in Bestellung gegebene doppelte Bruchbandage mit betragener Rechnung von 5 Taler. Ich hoffe Sie im Besitz derselben und ersuche Sie höflichst, gedachte Summe gefälligst mir einsenden zu wollen.

 

Hr. Kürschner David Führ in Mühlhausen,  3. 12.

Ich habe in früherer Zeit von Ihren verehrten Hr. Vater und später durch Vermittlung Hr. Th. Mertin mehrere Male Pelzschmaschen zu Handschuhfutter erhalten.

Sollten Sie dergleichen weiß, weich nicht zu weich-haarig, wo möglich pommersche, noch fabrizieren und vorrätig haben, so wollen Sie mir 50 bis 100 Stck. baldmöglichst zukommen zu lassen und den billigsten Preis gefälligst notieren. Betrag der Rechnung will ich Ihnen dann einschicken. Sehe aber binnen 8 Tagen gefälligstes Resultat entgegen.

 

Hr. Herrmann Heine in Halberstadt 17. 12.

Mit den mir zuletzt gesandten Handschuh bin ich so weit zufrieden, bis auf die Maße der Weite, da Sie wahrscheinlich nach sächsischen Zoll schneidern lassen, ich jedoch nach rheinländischen Zoll bestellt habe. Die paille-Mannhandschuh No. 12 sind alle 10 Zoll weit gezeichnet, die bei mir seltner gesucht  werden als nach Ihren Maßen 9 Zoll, ich leide dringende Not an dieser Größe und bitte daher um 2 Dz. Ich habe sie auch bei Hr. Evers  9 bis 10 Zoll rheinländisch bestellt, so wie 2 Dz. dergleichen paill Cadetts von 8 bis 9 Zoll a 4 Taler, die Sie vergessen haben. Von gleicher Qualität legen Sie 1 Dz. von 8 ½ bis 9 Zoll hellfarbige Damenhandschuh No. 9 bei. Können Sie mir 1 Dz. paille Mannhandschuh halb 9 Zoll halb 10 Zoll weit mit Knöpfen, aber weich und flüssig, denn steife habe ich  noch hinlänglich, nicht über 3 Taler, höchsten 3 ¼ Taler offerieren? Ebenso 1 Dz. weiße Cadetts No. 4 mit Knöpfen  zum gleichen Preis und 9 Zoll weit?  Die erhaltenen weißen Handschuh alle 8 ½ Zoll gezeichnet und kaum 8 Zoll weit, auch übrigens nicht so flüssig, um sich an eine Cadett-Hand pressen zu lassen. Ich wollte schon in Leipzig Rücksprache mit Ihnen nehmen, da erkrankten meine beiden Eltern 6 Wochen lang an Nervenfieber, so daß ich das Haus nicht verlassen konnte , die Mutter starb, der Vater genas wieder, um das Unglück einer Schlaglähmung  an seiner linken Seite zu erleben; ich selbst mußte 8 Tage das Bett hüten und jetzt liegt meine Frau schon  8 Tage  gefährlich darnieder, ohne daß ich noch weiß, wie es endet. Daß dies alles kostspielige Sache ist, brauch ich Ihnen nicht erst zu erklären, mußte es aber bemerken, weil ich augenblicklich dadurch in Verlegenheit  gesetzt bin, Ihre fällige Forderung ganz beizulegen und bitte Sie daher  mir bis nächsten Monat noch Frist zu geben, wo ich Ihnen dieselbe p. p. einschicken will, ohne daß Sie  erst auf  mich zu trattiren brauchen. Die Handschuh wollen Sie mir jedoch ungesäumt senden, da ich sie vor den Feiertagen noch nötig bedarf. Beiliegende 3 Louisdor wollen Sie mir gut schreiben. H.T.

 

1844

Hr. Fr. Steckner aus Pegau, d. Z. in Leipzig 17. 4.

Meine jetzigen häuslichen Verhältnisse erlauben es mit nicht diesmal persönlich nach Leipzig zu reisen, und da meine Frau wahrscheinlich erst nächste  Woche nach dort gehen  wird, so ersuche  ich Sie, mir 1 Paar recht  hübsche glatt gestrichene Hasenbockfelle, 1 Dz. dergleichen glatt gestrichene Bockfelle aber vorzüglich stark (zu starken Handschuhen) ½ sauber abgestoßenes Schaffell zu Handschuhen u d womöglich  1 mittelmäßiges  Rindhäutchen etwa gewichtiger als ich vor ein paar Jahren von Ihnen bekam, zu besorgen. Haben Sie die Güte, es mir bald möglich durch  einen zuverlässigen Lohnkutscher oder durch Piehler  zu senden, und werde ich Ihnen Betrag der Rechnung dann einschicken.          

Beiläufig melde ich Ihnen noch, daß ich diesen Winter viel Leid habe ertragen müssen; durch das Nervenfieber verlor ich  meine Mutter, mein Vater sitzt in Folge derselben Krankheit gelähmt an der ganzen linken Seite auf einer Stelle und selbst meine Frau verdankt nur ihrer guten Natur ihre Lebensrettung auch von dieser Krankheit. Ich wünsche Ihnen, daß Sie Gott mit ähnlichen Schicksalen verschont haben möge und zeichne mit Achtung H.T.

 

Hr. J. G. Liebau in Reichenbach im Vogtland           18. 7. 44

Beehre mich, beifolgend den mir zur Umarbeitung gütigst übergebenen gestreiften Hosenträger  wieder zurückzureichen. Ich hoffe Ihren Wünschen, Ihrer werten Frau Gemahlin eine andere Ansicht von Handschuhmacher-Arbeit vorlegen zu wollen, genügt zu haben und will daher auch noch für Ihr mir auch ferner geschenktes Zutrauen den Betrag meiner Forderung statt 2 Taler bis auf 1 2/3 Taler reduzieren. Ihrer gütigen Erlaubnis zufolge habe ich diese Summe p. p. nachgenommen, was Sie mir nicht übel deuten wollen. Schließlich füge ich nun doch den Wunsch hinzu, daß Sie sich, sobald Sie sich mit diesem Träger bekleiden, Ihren lieben Weibchen so gefallen mögen, daß Sie Ihnen außer dem gewöhnlichen Deputat, jedes Mal Noch 20 Küsse  mehr geben muß.

Freundliches Andenken erbittet sich Ihr ergebener  H. T.

 

Hr. Salzmann & Unger in Erfurt,

Ihre von mir akzeptierte Tratte können Sie als gelöscht betrachten, da ich Sie, sobald  Sie mir dieser Tage vorgelegt werden wird, honorieren werde.

Wenn Sie mir in Ihren französischen Handschuhen  solche zivilen Preise stellen wollen, daß ich als Wiederverkäufer auch einen kleinen Rabatt daran habe, so können Sie für die Folge einen Kunden an mir bekommen. Senden Sie mir daher mit umgehender Post

1 Dz. hellfarbige Damenhandschuh

1 Dz. hellfarbige Mannhandschuh

1 Dz. dunkelfarbige Damenhandschuh

1 Dz. dunkelfarbige Mannhandschuh

1 Dz. weiße Damenhandschuh

1 Dz. weiße Mannhandschuh

Im Qualitätsverhältnis wie die gesandten paille Handschuh eher gut als ordinär, Haben Sie Gummibälle, so legen Sie 1 Dz. zu höchsten 1 ½ Taler bei.

 

Hr. David Führ in  Mühlhausen         25. 11. 45

Ihre mir zugesandte Tratte habe ich schuldigermaßen honoriert und füge nur noch die Bemerkung zu, daß ich zweimal Ihre Firma in Leipzig gesucht, aber nie ausfindig  gemacht habe, wodurch ich sogar einmal genötigt wurde, mich anderweit zu versorgen. Verwichene Michaelismesse mußte ich jedoch wegen Niederkunft meiner Frau das Haus hüten und ersuche ich Sie daher jetzt brieflich, mir baldmöglichst 100 Stck. Schmaschen wieder zukommen zu lassen. Ihre Zahlung  können Sie auf denselben Wege wieder aufnehmen und bemerke ich nur noch, daß es mir lieb ist, wenn die Ware groß, weich und weiß aber ohne kahl zu sein, nicht zu langhaarig ist, wie dies mehrteils bei der zuletzt empfangenen der Fall war.

 

Fräulein Breden in Uslar        3. 12. 45

Ihren mir gütigst gewordenen Auftrag beehre ich mich in der Beilage  ganz ergebenst auszuführen und hoffe Ihren Wünschen zu entsprechen. Wenn ich mir werde, den Betrag meines Guthabens mit  Ihren Hr. Bruder auszugleichen, so bemerke ich nur noch, daß mein schönster Lohn darin bestehen soll, Ihnen  wahrhaft nützlich gewesen zu sein, umso mehr als ich die  angenehme Botschaft Ihrer Verlobung  vernommen habe, über welche ich meinen herzlichsten Glückwunsch hier beizufügen mich erdreiste. Mit dem Wunsche, Ihrer werten Frau Mutter mich freundlich zu empfehlen, verbinde ich noch die Bitte die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung zu genehmigen und im gütigen Andenken zu bewahren, Ihr ergebenster H. T.

 

Hr. Riedel & Höritzsch in Leipzig

Die mir gesandten 8 Paar gefütterten Handschuh will ich behalten und so überreiche ich Ihnen beiliegende 10 Taler  dafür. Die bisher sehr laue Witterung  läßt mich eine sehr  große Nachfrage  nach gefütterter  Ware nicht befürchten und will ich daher vorläufig  mit einer größeren Bestellung Abstand nehmen, da ich sie ja doch  jeden Tag bekommen kann. Allein 1 Dz. feine Glacè Kinderhandschuh, aber groß für Kinder von 14 Jahren (sortiert dunkel und hellfarbig) sowie ½ Dz. dergl. mit Wolle oder Pelz gefüttert wollen Sie mir gefälligst senden und auf selbige den Überschuß obiger 10 Taler  in Anrechnung bringen.       H.T.  

 

Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin  25. 11. 45

Ihren letzten Brief vom September habe ich erhalten und es nahm mich nicht Wunder, daß Sie in demselben mir endlich mit einer  Klage über  meine Verbindlichkeiten an Sie drohten. Ich habe dies längst befürchtet  und Ihre großmütige Nachsicht umso mehr  sogar öffentlich gegen  mehrere Ihrer Bekannten aus Berlin erwähnt, als Ihre eigenen einmal getrübten Verhältnisse eine frühere  Einklagung entschuldigt haben würden. Wenn ich Ihnen darauf nicht geantwortet, so lag es darin, daß ich in verwichener Messe persönlich  in Leipzig mit Ihnen sprechen  wollte, allein die gerade in diese Zeit gefallenen Niederkunft meiner Frau hat mich zurück gehalten und an das Haus gefesselt. Denselben Tag, als ich bereits einen Brief an Sie geschrieben hatte, erhielt die die gefürchtete Klage.

Meine Herren ! Es gibt Momente im Leben, die man als Hauptereignisse seines Lebens betrachten muß, und ich kann wohl sagen, daß die letzten 2 Jahre die merkwürdigsten meines Lebens in Bezug auf meine sozialen Verhältnisse  gewesen sein mögen. Ihr Mandator Hr. J. R. Bielitz kennt dieselben genau und wird dies bekunden. Ich will durch eine weilläufige Erzählung Sie nicht  belästigen.

Ich war seither an die Handlungsweise meines Vaters gekettet, die jedoch oft mit der meinigen nicht  übereinstimmte, indem derselbe oft die Einnahmen unseres Geschäfts verbaut, statt zur nächsten Messe die Handelsverbindlichkeit zu erfüllen und was nun freilich auch auf mich ein Nachteiliges Licht geworfen hat.

Seit vorigen Sommer hat sich dies nun geändert, der Tod meiner Mutter und eine Schlaglähmung der ganzen linken Seite meines Vaters gaben diesen in Passivität versetzt, und ich bin nun Besitzer des Geschäfts und Hauses geworden und somit auch in den Stand gesetzt die früheren Verbindlichkeiten auszugleichen.

Ich habe mich stets bestrebt, als rechtlicher Mann in der Welt stehen zu wollen und will dies auch ferner. Es ist mir daher  nie in den Sinn gekommen, Sie betrügen zu wollen und würde auch schon eher angefangen haben, Ihnen Abschlagszahlungen zu senden, wenn die ungeheuren Gerichtskosten und andere drängende Zahlungen mir nicht bis jetzt die Hände gebunden hätten.

Erlauben Sie mir daher, meine Herren, Ihnen einen Vorschlag zu offerieren. Ich will Ihnen allvierteljährlich 25 Taler abzahlen, mehr kann ich  vor der Hand  nicht versprechen ohne in Gefahr  zu kommen, nicht einhalten zu können. Ist mir nächstes Jahr mehr möglich, so will ich mit Vergnügen mich beeilen, Ihre  Schuld zu tilgen, doch füge ich die Bitte hinzu, die gerichtliche Einforderung  vorläufig noch ruhen zu  lassen, denn lieber will ich Ihnen die Kosten Ihnen als Interessen, als diese an das Gericht zahlen. Ich kann freilich nur bitten denn wollen Sie es nicht tun, nun so muß es mir schon gefallen lassen, aber Sie werden mich ruinieren und in dieser Beziehung  baue ich auf Ihren  mir bekannten Großmut  und Nachsicht. Ich würde mich sehr gefreut haben bei etwaiger Durchreise  nach Frankfurt, Sie  oder Hr. Krause  einmal persönlich  bei mir zu sehen, um mündlich ausführliche  Rücksprache mit Ihnen nehmen, leider wurde mir  die Ehre  nicht zu Teil.

Augenblicklich habe ich nicht so viel Geld, aber zu Weihnachten will ich Ihnen die erste Zahlung einsenden. H. T.

 

Hr. Kadisch & Hoffstädt in Berlin 16. 1 . 46

Für die mir in Ihrem werten vom 30. 11. v. J. gestatteten freundlichen Nachsicht Ihnen ein herzlicher Dank sagend, übersende ich Ihnen beifolgend die ersten 25 Taler als Abschlagszahlung auf  meine Schuld. Wenn ich Ihnen nicht sogleich antwortete, so lag es daran, daß ich glaubte, Ihnen noch im verwichenen Jahr Geld einsenden zu können, allein der so schrecklich tot danieder liegende Handel in Naumburg machte es  mir nicht möglich, Etwas zu erübrigen, und so war ich nur auf die Überschüsse meines Mietzinses angewiesen, welche ich Ihnen hiermit überreiche. Mehr kann ich beim besten Willen heute  nicht schicken, und will ich die entstandenen Kosten Ihnen zum 1. April  mit einsenden und dann darauf sehen, daß ich zu Johannis (bis wohin meine Badeanstalt doch auch etwas abwerfen wird) Ihnen 50 Taler überreichen kann.  Tratten wollen Sie mir nicht schicken, oder falls Sie sich derselben bedienen wollen, dies um 8 Tage später notieren, indem mir doch oft ein paar Tage vergehen, ehe ich meine Gelder erhalte.

Den beigelegten Brief von Frl. Schlüter  habe ich prompt selbst abgegeben und folgen beiliegend die 2 Scheine zurück. Ich empfehle mich Ihnem ferneren gütigen Wohlwollen und bin mit aller Hochachtung …

 

An dieselben, d. 7. Febr.

Ich hoffte, nachdem ich Sie im Besitz meines Briefes vom 16. V. M. nebst dazu gehörigen Beilagen glaubte, daß wir über die Ausgleichung  meiner Verbindlichkeiten gegen Sie einverstanden wären, umso unangenehmer  wurde ich überrascht, als Ihr Hr. Mandator eine Exekutionsorder gegen mich bei hiesigen Landgericht angebracht hat. Derselbe will nun  von den zwischen uns statt gehabten Verhandlungen  keine Kenntnisse haben und bin ich daher, da Sie wahrscheinlich wegen überhäufter Geschäfte vergessen haben, ich zu insistieren genötigt, Sie noch einmal zu incommodieren und mir einen Wechselschein baldmöglichst zu senden

 

Hr. Riedel & Höritzsch in Leipzig 10. 2.

Indem ich Ihnen durch beiliegende 9 Taler  den Rest meiner Rechnung vom 19. Dezember v. J. überreiche, ersuche ich Sie zugleich, mir durch nächste Gelegenheit weil wir nächsten Donnerstag  Redoute haben, entweder durch Lohnkutscher oder Post

3 Dz. Herren- und Damenhandschuh in weiß

3 Dz. dergl. in paille

1 Dz. dunkelfarbige Herrenhandschuh à 5 bis 6 Taler

1 Dz. dunkelfarbige Damenhandschuh à 4 bis 5 Taler

1 Dz. dunkelfarbige Cadetts

In recht hübscher Ware  gefälligst senden zu wollen. Sollten Sie lange, weiße  Damenhandschuh in Cadett-Größe haben, so können Sie ½ Dz. à 6 Taler beilegen.

 

An dieselben, d. 10. Sep. 46

Schon seit 8 Tagen beabsichtige  ich, mir die Ehre zu geben, Ihnen persönlich meine Zahlung  zu überreichen, doch bin ich zu sehr, namentlich durch einen bedeutenden Schwamm-Bau  an das Haus gebunden, und sende Ihnen daher heute dieselbe brieflich durch inliegende 55 Taler um deren Gutschrift ich ergebenst bitte. Wenn ich Ihnen für die  mir gestundete Nachsicht meinen herzlichsten Dank nicht versagen kann, so ersuche ich Sie zugleich um gefällige Wiedersendung folgender Handschuh:

2 Dz. weiße Glacè Mannhandschuh No. 1, große Hände

1 Dz. weiße Glacè Cadetts

1 Dz. weiße Glacè Damenhandschuh, dieselben in schwarz

1 Dz. paille Mannhandschuh groß

1 Dz. paille Damenhandschuh modern

 

 

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