1990 bis 2009

Das Heilbad -  Von der Wende bis zur Eingemeindung

 

 

1990

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung (LDZ)

Mit 23:4 Stimmen wurde die Selbstauflösung beschlossen und in einer gemeinsamen Erklärung die Öffentlichkeit informiert, dass  „Runde Tisch“ die Ratsgeschäfte übernimmt.

 

  1. Jan. Erste Sitzung am „Runden Tisch“ (MZ 1994)

Der bestand aus jeweils zwei Vertretern der Alt-Parteien (SED, CDU, LDPD, NDPD, DBD) sowie jeweils einen Vertreter der Massenorganisationen (FDJ, DFB, FDGB, KB) und dazu 2 Mitglieder  des Neuen Forums, dazu kamen, die hauptamtlichen Stadträte, der Vorsitzende des Rates Bürgermeister Skrubel (SED), seine Stellvertreterin B. Giersch (NDPD), der Sekretär des Rates H. Meyer (SED) und die Stadträte f. Bauwesen R. Harlaux (SED) und Finanzen E. Zipfel (SED). Diese sollten die Beschlüsse des Runden Tischs umsetzen. Zur Beschlussfassung reichte die einfache Mehrheit

 

  1. Jan. Kundgebung vor dem Rathaus (LDZ).

200 Einwohner trafen sich unter der  Losung „Gegen die Restaurationspolitik der SED-PDS und ihres Sicherheitsapparates“.  Auf der am gleichen Tag in Naumburg stattfindenden Demonstration forderten die Teilnehmer die Auflösung des Stadtrates  und Kreistages und die Übernahme der Geschäfte durch einen „Runden Tisch“ nach dem Vorbild von Bad Kösen.

 

  1. Jan. „Arbeitsfähigkeit ist gesichert“ Pressemitteilung vom „Runden Tisch“ (LDZ).

Mit dem „Runden Tisch“ ist kein Chaos und keine Anarchie ausgebrochen, sondern eine schöpferische Arbeitsweise gewährleistet“ erklärte der Pressesprecher Dr. H. Schache, der mit seinen Stellvertretern W. Knapp und R. Harlaux der Bevölkerung eine umfassende Information und Transparenz des „Runden Tischs“ zusicherte.

 

  1. Jan. 2. Sitzung am Runden Tisch (LDZ).

Auf der Tagungsordnung stand der mehrgeschossigen Wohnungsbau, der seit 1982 immer wieder verschoben wurde, der umstrittene Bau der Kalthalle des VEB Plastica auf dem Jochenberg und die Zustände in den volkseigenen Gaststätten und Verkaufseinrichtungen. Der „Runde Tisch“ erklärte, sich in allen diesbezüglichen Fragen ein ausschließliches Mitspracherecht vorzubehalten.

 

  1. Jan. Besuch einer Delegation des Volkssolbades in Bad Salzdetfurth (priv.)

In einem Schreiben hatte sich die amtierende ärztliche Direktorin Dr. H. Hirsch an die dortige Kurverwaltung zwecks eines Informationsaustausches gewandt. Daraufhin erfolgte eine Einladung des Kurdirektors K. Winter. An der Dienstreise nach Bad Salzdetfurth  nahmen neben der Direktorin, die Verwaltungsleiterin D. Lewering und der Architekt K. Mann und der Sportlehrer P. Oschatz, beides Mitarbeiter des VSB, teil. Zu dem Treffen wurde neben dem dortigen Bürgermeister auch Hermann Lielje, Chef einer Unternehmensgruppe aus Löhne/Westfalen und Betreiber der Salze-REHA-Kliniken hinzugezogen. Der bot seine schnelle und unbürokratische Hilfe bei der Umstrukturierung der volkseigenen Kureinrichtungen an.

Mit Bad Salzdetfurth bestanden bereits Ende der 50er Jahre Kontakte, dann brach die Verbindung ab, erst 1988 kam es erneut zu Kontakten.

 

  1. Jan. 3. „Runder Tisch“ (LDZ)

Beschlossen wurde die Übernahme der Müllentsorgung vom VEB(K) Dienstleistungskombinat und ein förmlicher Widerspruch gegen die vom Rat des Kreises geplante Zentraldeponie oberhalb des Mordtales. Außerdem wurde die Gründung einer Arbeitsgruppe „Städtepartnerschaft“ beschlossen und über die Verkehrssituation, den Truppenübungsplatz  und den Schutz  der Hangwälder diskutiert.

 

  1. Jan. Gründung des SPD- Ortsvereins.

Initiator war der Gemeindepfarrer Hans-Peter Hoeck, der einige ältere Herren, die bereits vor der Zwangsvereinigung SPD-Mitglieder waren, dafür gewann.

 

  1. Feb. 4. Runder Tisch (LDZ)

Auf der Tagesordnung standen der Zwischenbericht der Arbeitsgruppe Städtepartnerschaft und der Bericht zur Situation von Handel und Gastronomie. Das Wohnungsamt berichtete, dass es in der Stadt und den Ortsteilen 2.059 Wohnungen gibt und an den Sprechtagen bis zu 60 Bürger wegen der Verbesserung ihrer Wohnverhältnisse kommen. Dem Sekretär des Rates Hans Meyer wurde eine Missbilligung ausgesprochen, weil er seine Tätigkeit ohne Abberufung eingestellt hatte. 

 

  1. Feb. Schreiben der ärztl. Direktorin an den Kurdirektor von Bad Salzdetfurth (priv)

„Wir sind nun dabei, Ihren Besuch in Bad Kösen vorzubereiten (.) Für uns verbindet sich Ihr Besuch mit der Hoffnung, daß Sie und besonders auch Herr Lielje Gefallen an dem Gedanken finden mögen, auch aus Bad Kösen wieder einen schönen Kurort zu machen…“

 

  1. Feb. Karnevalistischer Frühschoppen im Kurgarten (MZ).

Dabei intonierten die Kapellen aus Lenzinghausen und Schönburg das Deutschlandlied. „Der ganze Saal stand wie ein Mann“ berichtete H. D. Speck.

 

  1. Feb. 5. Runder Tisch (LDZ)

Beschlossen wurde die Sicherung der Deponie an der B 87 und über die Befestigung der Fränkenauer Hohle informiert. Trotz fehlender Mittel sollte die 950-Jahrfeier der Ersterwähnung des Ortsnamens würdig begangen werden.

 

  1. Feb. Mitteilung der Abt.-Leiterin Wohnungsamt Burmeister an den „Runden Tisch“(priv.)

Familie R. aus der Karl-Marx Str. 8 war in die BRD verzogen und hatte das gesamte Mobiliar an die im gleichen Haus eine Zweizimmerwohnung bewohnende Familie B. verkauft. Die war daraufhin mit den beiden Kleinkindern in die Vierraumwohnung gezogen, allerdings ohne Zuweisung. „Dieser Vorfall ist bei Wohnungssuchenden geworden. Wenn dieses Beispiel  ohne Korrektur bleibt, werden weitere willkürliche Wohnungsinanspruchnahmen folgen“ hieß es abschließend. 

 

  1. Feb. Gründung der Rudelsburger Allianz (Web-Site RA).

Bereits 1987 kamen Vertreter ostdeutscher Universitäten zum Gedankenaustausch über studentische Sitten und Gebräuchen bei Gesang und Bier auf der Rudelsburg zusammen. Unter dem Wahlspruch „In varietate unitas“ - Einheit ist Vielfalt-  gründeten 13 Kooperationen die Allianz. Ihr Erkennungszeichen waren die weiße Fahne und das Allianzlied „Dort Saaleck hier die Rudelsburg“. Die Treffen fanden alljährlich am Sonnabend nach Pfingsten statt.

 

  1. Feb. Gründung der Weinbaugesellschaft Bad Kösen (LDZ)

Die 34 Hobby und Kleinwinzer wählten H. Scherz zum Vorsitzenden.

 

  1. Feb. Auszeichnungsvorschläge zum „Tag des Gesundheitswesens“. (priv)

Die ärztl. Direktorin des VSB meldete bei der Abt. Gesundheitswesen beim Rat des Kreises die Auszeichnung von Mitarbeitern an. Dazu würden 2 Gold-, 14 Silber- und 23 Bronzemedaillen benötigt. Dazu kamen weitere Medaillen für das kommende Jahr.

 

  1. Feb. 6. Runder Tisch (LDZ)

Auf der Tagesordnung standen erneut die Probleme des staatlichen Handels und der Gastronomie. Dann folgte ein Bericht der ärztl. Direktorin über die medizinische Versorgung. Dem Vorsitzenden des Wohnungsaktivs A. Schöninger wurde eine Missbilligung ausgesprochen.

 

  1. Feb. Räumungsaufforderung der amt. Bürgermeisterin Giersch (priv.)

Familie D. ist ab Februar in die BRD verzogen (.) Sie haben diese Wohnung (Friedrich Ebert Str. 15 a) ohne unsere Kenntnis Kenntnisnahme und ohne Zustimmung illegal bezogen (.) Wir fordern Sie auf, diese Wohnung auf der Grundlage der Wohnraumlenkungs-VO zu räumen (.) Sollten Sie dieser Aufforderung nicht Folge leisten, haben Sie mit staatlichen Zwangsgeld in Höhe von 1.00 Mark und kostenpflichtiger Räumung  auf dem Verwaltungswege zu rechnen..“ 

 

  1. Feb. Betriebsberatung beim VEB Plastica (priv)

Auf der Nürnberger Spielwarenmesse hatte es sich gezeigt, dass der Absatz stark rückläufig war. Zur Kosteneinsparung wurden Planstellen gestrichen, Abteilungen zusammengelegt und Kadergespräche mit Verwaltungsmitarbeitern über deren Einsatz in der Produktion geführt. 

 

  1. Feb. Schreiben der Verwaltungsdirektorin des VSBN wegen einer Dienstwohnung (priv.)

Dem Mieter, dem das VSB die Wohnung 1987 gekündigt hatte und der bislang vergeblich auf Zuweisung einer anderen Wohnung gewartet hatte, teilte sie mit „ Wie Ihnen weiterhin bekannt ist, gibt es im Ort ca. 360 Wohnungssuchende und Ihre Wohnungsproblem wurden entsprechend eingeordnet (.) Ich sehe mich daher außer Stande, Ihr Eingabe positiv zu beantworten, da die Wohnraumvergabe und -lenkung nach wie vor durch den Rat der Stadt zu erfolgen hat…“

 

  1. Feb. Eingabe des Ehepaares K. Karl-Marx Str. 13 (priv.)

Dem Ehepaar war nach dem Ausscheiden aus dem Postdienst die Dienstwohnung 1985 gekündigt worden. Daraufhin kauften sie ein kleines Haus in der Saalstraße, in dem noch ein Mieter wohnte. Allerdings wohnte dort noch ein Mieter, der bereit war auszuziehen, wenn ihm  eine Wohnung im Rentnerblock zugewiesen wird, was bisher nicht möglich war „Stimmt es, daß junge Leute in diesem Block wohnen, von denen die Eltern ein Einfamilienhaus besitzen und überzähligen Wohnraum an Kurgäste vermiete?“ wollten die Beschwerdeführer wissen. 

 

  1. Feb. Gegenbesuch aus der Kurverwaltung Bad Salzdetfurth (LDZ)

Klaus Winter und Helmut Lielje erklärten der Leitung des VSB die Möglichkeiten eines „joint venture“. Dazu wäre die Übernahme des VSB in städtisches Eigentum erforderlich und wobei man zunächst die Ergebnisse der Kommunalwahl abwarten müsse, um dann mit den legitimierten Volksvertretern zu verhandeln.

 

  1. Feb. Gründungsversammlung des Demokratischen Aufbruchs (LDZ)

Zu den Gründungsmitgliedern gehörte der Hotelier W. Becker

 

  1. Feb. Frühjahrsputz der Natur- und Umweltfreunde (LDZ)

 

  1. Mär. Gründung der Treuhandanstalt

 

  1. Mär. Presserklärung zum 7. Runden Tisch (LDZ).

Der befasste sich mit dem Bericht des Abschnittsbevollmächtigten über zunehmenden Vandalismus von  Jugendlichen. Außerdem wurden Kommissionen zur Umbenennung der Straßen und für die Vorbereitung der 950-Jahrfeier gebildet. 

 

  1. Mär. Schreiben des techn. Leiters des VSB an den Rat der Stadt (priv)

Durch Zufall wurde beim Umbau einer Wohnung in der Loreleypromenade 5 der 1734 errichtete Überlaufstollen vom Borlachschacht zur Saale wiederentdeckt, den man zur Feststellung des Zustandes beräumen und befahren wollte.

 

  1. März. Gesetz zur Umwandlung volkseigener Betriebe in Kapitalgesellschaften

 

  1. Mär. Presseerklärung zum 8. Runden Tisch (LDZ).

Beraten wurde über die Lage in den Ortsteilen (Lengefeld, Saaleck-Stendorf, Kukulau, Fränkenau, Schulpforte) und die Bestätigung der von der  Wohnungskommission vorgelegte Vergabeliste der städtischen Wohnungen.

 

  1. Mär. Letzte Wahlen zur Volkskammer der DDR

 

  1. Mär. Presseerklärung zum 9. Runden Tisch (LDZ)

Beraten wurde über die Gaststättensituation und die zukünftige Struktur des Handelsnetzes. Außerdem wurden 20 Gewerbeanträge bewilligt und der Verkauf von Wohnhäusern in städtischer Rechtsträgerschaft genehmigt. Das betraf die Gerstenbergkpromomenade 11 (Kiehl) und die Borlachstr. 4 (Janovecz, Harlaux)).  

 

  1. Mär. Leserbrief zum Runden Tisch (LDZ)

„Leider kann mich und viele Bürger das Ergebnis nicht befriedigen. Bisher hat sich nichts Konkretes getan, was sich der Runde Tisch an die Fahne heften könnte (.) Wir wollen endlich Tatsachen sehen und nicht nur leeres Gerede“ schrieb K. Himmelreich.

 

  1. Mär. Verkauf vom „Göttersitz“ (LDZ)

Erwerber war der Elektromeister E. S (1983 wegen  Schädigung des Volkseigentums, Steuerbetrugs und unzulässiger Bereicherung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt). Zuvor hatte das Kreisgericht die Eigentümerin U. Stempner für unmündig erklärt und der Kreisarzt die Einweisung in das Altenheim Saaleck angeordnet. Als Vormund wurde ein hochbetagter Herr eingesetzt, der dann den Kaufvertrag über 7.665 DD-Mark abschloss. Zwar waren die Gebäude, insbesondere das Wohnhaus völlig desolat, aber der Wert des mehrere Hektar umfassenden Grundstücks überstieg den Kaufpreis um ein Mehrfaches, auch unter Zugrundelegung der in der DDR üblichen Bodenpreise.

 

  1. März Runder Tisch (LDZ)

Die hessischen Städte Bad Orb und Nidda hatten an einer Städtepartnerschaft Interesse angemeldet und Unterstützung beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung angeboten. Weiterhin wurde über die Verzögerung beim komplexen Wohnungsbau berichtet und die Vorschlagsliste zur Umbenennung der Straßen  zur Diskussion gestellt.

 

  1. Apr. 13. Runder Tisch (LDZ).

Vorgeschlagen wurde die Beantragung der Rückgabe des Volkssolbades an die Stadt, die dann in eigener Regie und mit Unterstützung aus den alten Bundesländern den Anforderungen an Heil- und Kinderkuren entsprechend angepasst werden sollten. Parallel dazu sollten die historischen Park- und Salinenanlagen rekonstruiert und eine neue Klinik gebaut werden.

 

  1. Apr. Gründung der Firma Jürgen Schüler (MZ seit 17. 03, bis dahin „Freiheit“).

Der Firma wurde die Müllabfuhr und die Straßenreinigung in der Stadt und den Ortsteilen übertragen und die Deponie an der B 87 zugewiesen, allerdings mit der Auflage, dass dort durch geeignete Maßnahmen die wilde Ablagerung unterbunden wird.  

 

  1. Apr. Schreiben der ärztlichen Direktorin an den Rat des Bezirkes (priv).

Die Chefärztin verwies auf die Notwendigkeit struktureller, baulicher und personeller Veränderungen,  um die Einrichtung weiter zu betreiben, und verwies auf die Gespräche mit der UGL, ohne deren Hilfe, die Existenz der Kureinrichtung in Frage gestellt ist.

 

  1. Apr. Beschwerde eines Mieters in der Naumburger Str. 1 beim Runden Tisch (priv.)

Seit 17 Jahren versuchte das Ehepaar Fr. R. eine Zuweisung für eine andere Wohnung zu bekommen oder ein Haus zu erwerben „Vorrangig wurden diese Grundstücke an gute bewusste Genossen vergeben, Dazu zählten wir allerdings nicht. Und wie sieht es heute aus? Es hat sich in dieser Hinsicht wohl kaum etwas verändert, eigentlich nur die Bürger, die diese Politik machen und die Verantwortung tragen…“ Dann führte er eine ganze Reihe leerstehender Wohnungen in Privathäusern auf. Der Vermerk der Wohnungskommission des Runden Tischs „Abgelehnt“.

 

  1. Apr. Gründung des Bäderverbandes Sachsen-Anhalt e.V. in Bad Salzelmen (priv)

Zur Vorsitzenden wurde die Verwaltungsleiterin des VSB D. Lewering gewählt und die ökonomische Leiterin des VSB K. Große zur Schatzmeisterin ernannt. Zunächst vertrat der Verein 15 Kureinrichtungen mit 1.758 Beschäftigten

 

  1. Apr. Stellungnahme des HO-Kreisbetriebes zur Kritik an der HOG Rudelsburg (LDZ).

Gleichzeitig beantragte die im November 1989 als Gaststättenleiterin der HOG Vorwärts“ eingesetzte Frau Richter eine Wohnung, um „alle Versorgungsaufgaben zu lösen“ Außerdem beabsichtigte sie die Übernahme der Gaststätte von der HO. 

 

  1. Apr. Schreiben der UGL an die Leitung des VSB (priv)

Die Unternehmensgruppe hatte sich inzwischen für ein Engagement am Standort Bad Kösen entschieden. „Wenn Dinge jetzt weiter entwickelt werden sollen, dann ist es unerläßlich, mit uns das Thema einer Gesamtkurortentwicklungsplanung zu erörtern und im Hinblick auf die Zusammenarbeit sind endgültige Festlegungen zu treffen. Ich glaube (.) daß wir sowohl von der Mitteilung über die Konzeptionsvorstellung, wie auch im Hinblick auf Realisierung unsere Schularbeiten gemacht haben. Wir sind also im Moment nicht weiter am Zug; sondern, wenn es weitergehen soll, sind jetzt Sie dran.“ schrieb H. Lielje. Die Antwort der Verwaltungsdirektorin  D. L. „..kann ich Ihnen (.) mitteilen, daß die Konzeption, die jetzige Kureinrichtung in einen kommunalen Kurbetrieb umzuwandeln, sowohl vom „Runden Tisch“ als auch vom Rat des Bezirkes Halle befürwortet wurde“

 

  1. Apr. 14. Runden Tisch (LDZ).

Als Termin für den Beginn für den mehrgeschossigen Wohnungsbau wurde der Februar 1991  genannt. Bis dahin sollten die Planungsunterlagen des VEB „HAG Komplexer Wohnungsbau“ auf bundesdeutschen Standard gebracht und die Förderfähigkeit geprüft werden.

 

  1. Apr. Beschwerde einer Wohnungssuchenden beim „Runden Tisch“ (priv.)

Diese wohnten im elterlichen Grundstück Thüringer Str. 39 und hatten die Freilenkung der Mieterwohnung beantragt, allerdings bislang ohne Erfolg. „Auch seit der Runde Tisch in Bad Kösen regiert haben wir das Gefühl, daß wir von jedem (Wohnungsamt, Wohnungsverwaltung und Mitgliedern des Runden Tisches) nur hingehalten  werden. Eine Institution schiebt es auf die andere…“. Daraufhin teilten ihr die Beauftragten für Wohnraumlenkung und Wohnungskommission des Runden Tischs mit, dass man der Mieterin verschiedene Wohnungen angeboten habe, die aber abgelehnt wurden. Man riet ihr dann, eine Räumungsklage wegen  Eigenbedarf zu erheben.

 

  1. Apr. Beschluss zur Übernahme des Volkssolbades (priv.)

Die Übergabe sollte am 30. Juni erfolgen, wurde dann aber auf den 01. 10. verschoben. Einen Tag später informierte die Verwaltungsleiterin die UGL.

 

  1. Mai Schreiben der Vorsitzenden des Bäderverbandes Sachsen-Anhalt (priv).
  2. Lewering verlangte vom Gesundheitsministerium der DDR die sofortige Rückübertragung der Volkssolbäder und sonstigen Kureinrichtungen in die Rechtträgerschaft der Gemeinden, die bisher auf Bezirks- und Kreisebene verzögert wurde. Nur juristisch selbständigen Einrichtungen wäre es möglich, die dringend notwendigen Modernisierungen durchzuführen, um von den Belegungsträgern berücksichtigt zu werden.

 

  1. Mai Kommunalwahl (LDZ).

Neben den Alt- und Neu-Parteien kandidierte die Bad Kösener Bürgerbewegung. Diese Wählervereinigung stellte auf Liste 1 den Unternehmer Dr. H. Schache, Apotheker P. Chemnitz, Tischlermeister D. Lietz, Dachdeckermeister Heinz Fritzsche, Zahnarzt D. Kiehl, Elektromeister G. Zippließ, die Chef-Ärztin des VSB Dr. Hirsch, Bezirksschornsteinfeger A. Janovecz, Tierarzt Dr. Liesegang, Bauingenieur J.-U. Bühner. Auf Liste 2  folgte der BFD (Ost-FDP) mit W. Stiller, G. Ertle, K.-R. Zweigler, L. Toepfer, Dr. Belkner, H. Scherz, Liste 3  die CDU mit J. Mühlberg, J. Borchert, Dr. Böhm, die Liste 4 Demokratischer Aufbruch mit W. Becker,  die Liste 6  DFD mit  R. Henning,  die Liste 8 PDS mit  H. Gosewitz, K. Geißenhöner und  die Liste 9  SPD mit  H. Ficht, N. Mosch.

Die BKB gewann die Kommunalwahl, ihr Spitzenkandidat und Vorsitzender Dr. H. Schache erhielt eine überwältigende Mehrheit.

 

  1. Mai „Die Rudelsburg in Privathand“ (LDZ).

Die HO hatte den Mietvertrag mit der Stadt mit sofortiger Wirkung gekündigt und der Runde Tisch entschied, den Pachtvertrag mit dem Parteisekretär und dem Justitiar des VEB Kreisbaubetriebes Naumburg, K. Pokrant und E. Carmesin abzuschließen. In Anbetracht der bevorstehende Saison waren die Bedingungen moderat, und dem Zustand der Einrichtung geschuldet, die Pacht war langfristig, ermöglichte aber eine reibungslose Weiterführung der Gaststätte.

 

  1. Mai Mitteilung des Evangelischen Pfarramtes an die Abt. Wohnungspolitik (priv.)

Die teilte die geänderte Belegung der drei Dienstwohnungen in der Saalstr. 6 mit. Demnach wohnten hier die Familie einer Gemeinde-Altenpflegerin, der Pfarrer  R. Biewald, Dozent an der Kirchlichen Hochschule Naumburg  mit seiner Ehefrau, die als Gemeindehelferin und Katechetin tätig war und Dr. med. Clemens, FA f. Neurologie und Psychiatrie in Neuruppin, freischaffender Maler und Mitglied im VBK und nebenher als Kantor.

 

  1. Mai Schreiben der UG-Lielje an die Leitung des VSB (priv)

„Für Ihr Fax (.) bezüglich der Kommunalwahlergebnisse danken wir Ihnen herzlich. Wir wären Ihnen auch für eine Kommentierung der Ergebnisse sehr dankbar, da für uns auch nach Vorliegen der Zahlen noch einige  Fragen offen bleiben. Insbesondere ist es selbstverständlich von Interesse, wie und mit welchen Mehrheiten voraussichtlich die Gemeindevertretung zukünftig zusammengesetzt sein wird.“

 

      Mai Erste „Kneipe“  mit 70 Studenten von  5 Corps des KSCV (Handbuch KSCV).

 

  1. Mai Vertrag zur Währungs-,Wirtschafts- und Sozialunion

 

  1. Mai Schulfest anlässlich des 447-jährigen Gründungstages der Landesschule Pforte (MZ).

Dabei begrüßte der derzeitige Direktor der Heimoberschule Arnhardt den Rektor der „Tochterschule“ Meinerzhagen.

Zeitgleich veröffentlichte die Zeitung einen Beitrag von Dr. Lux-Neues Forum  Naumburg- unter dem Titel „Keiner ist`s gewesen-EOS ein humanistisches Gymnasium?“. Schulgewerkschaftsleitung und  Personalrat hatten zuvor erklärt, dass weder Lehrer noch einer der übrigen Mitarbeiter offiziell oder inoffiziell für das  MfS tätig gewesen waren. Allerdings wurden zum Schuljahresende alle  „regimenahen Mitarbeiter“ und Genossen aus dem Schuldienst entlassen, darunter der Rektor, der Lehrer Hirsch  und  der Verwaltungsleiter.

 

  1. Mai Gründung der Fa. Dr. Schache Bau GmbH (AG Halle 59 IN 211/00)

Das Stammkapital betrug 245.000 DDR-Mark, davon zeichneten Dr. Schache 145.000 DDR-Mark,  seine Ehefrau 50.000 DDR-Mark und seine Mutter 50.000. DDR-Mark. In der DM-Eröffnungsbilanz zum 01. 07. wurde vom Wirtschaftsprüfer das Stammkapital 176,4 TDM festgelegt. Davon übernahm Dr. Schache 126,4 TDM und seine Ehefrau, die zur Prokuristin bestellt wurde 50 TDM. Zunächst beschäftigte die Firma 28 Mitarbeiter, ein Jahr später waren es bereits 98.

 

  1. Mai Konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Nach dem Beschluss der Gültigkeit der Wahl wurden der Stadtverordnetenvorsteher  (A. Janovecz) und seine Stellvertreter (W. Becker, H. Scherz) gewählt. Die Wahl zum Bürgermeister gewann Dr. Schache klar mit 24:1 Stimmen. Außer der PDS und dem DFD schlossen sich die die übrigen Parteien zu einer Koalition „Pro Kösen“ zusammen und beschlossen eine Stadtentwicklungskonzeption und den geänderten  Bebauungsplan für das Baugebiet „Am Rechenberg“.

 

  1. Juni Gründung der Firma „Sanitär- und Heizungsbau“ GmbH (priv)

Mit Genehmigung der Bezirksverwaltungsbehörde wurde auf der Grundlage des GmbH-Gesetzes der Oberbauleitungsbereich III aus dem VEB Kreisbaubetrieb herausgelöst und in eine GmbH umgewandelt. Da der Betriebsteil aus der ehemaligen PGH „Gas-Wasser-Heizung“ hervorgegangen war, die 1972 verstaatlicht und in den 1980er Jahren dem Kreisbaubettrieb angegliedert wurde, erlaubte der Gesetzgeber die kostenfreie Übertragung der 1972 vorhandenen Werte an ehemalige PGH-Mitglieder. Nach dem die dafür erforderlichen Unterlagen und Erklärungen beigebracht waren, genehmigt die Bezirksverwaltungsamt die Übertragung des Betriebsvermögens. Durch eine Abstandszahlung für die zwischen 1972 und 1990 buchmäßig nachgewiesene Wertsteigerung, wurde den Antragstellern der uneingeschränkte Besitz bestätigt.

Allerdings wurde das  Betriebsgrundstück in der Rudelsburgpromenade, das die PGH 1972 kurz vor der Verstaatlichung  aus Privatbesitz rechtmäßig erworben hatte, nicht mit übertragen. Das war 1986 in die Rechtsträgerschaft des VEB Kreisbaubetriebes übergegangen. Nachdem der Mutterbetrieb ebenfalls nach GmbH-Gesetz umgewandelt worden war, hatte ein westdeutscher Unternehmer die Mehrheit übernommen und sofort alle im Grundbuch aufgeführten Grundstücke mit Hypotheken belastet. Erst 1994 ordnete die Treuhandanstalt die lastenfreie Rückübertragung des  Grundstücks an die Fa. Sanitär und Heizungsbau“ an.

 

  1. Juni Gründung des Fremdenverkehrsvereins (LDZ).

Zur Vorsitzenden wurde D. Lewering gewählt, allerdings war diese Gründung nicht rechtswirksam.

 

  1. Juni Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens.

 

  1. Juni Gründung der Fa. Rudolph-Bau GmbH (LDZ).

Das „Joint Venture“ mit der Marburger Firma Fritz-Herzog AG.  

 

  1. Juni Sonderausstellung im Museum „Ansichtskarten aus der Jugendzeit der Kurstadt“ (LDZ)

 

  1. Juni Stellungnahme des Landrates zum „Göttersitz“ (MZ).

Der neuen Besitzer beabsichtigte eine Hotelanlage zu errichten. Wegen des unmittelbar  angrenzenden Naturschutzgebietes machten die Stadt Bad Kösen, die Gemeinde Möllern und das Umweltamt Bedenken geltend, wobei durchaus eine kleine Ausflugsgaststätte mit angepasster Zufahrt unter strengen Auflagen für den Naturschutz denkbar wäre.

 

  1. Juli Einführung der DM

 

  1. Juli W. Becker übernimmt den „Kurgarten“ (NTB - LDZ wurde am 30. 06. eingestellt)

Noch im gleichen Jahr investierte der bisherige Leiter der HO-Gaststätte 50.000 DM in die Erneuerung der Küche und die Einrichtung von 20 Gästezimmer. 

 

  1. Juli Umwandlung des Kreisbaubetriebes Naumburg (priv)

Der Sitz der Firma verblieb in der Naumburger Straße. Für die  Außenstelle Eckartsberga hatte der ehemalige Besitzer (Kegler) die Rückgabe beantragt, der Bauleitungsbereich im Naumburger Weinbergsweg wurde verkauft. Bis auf den Hochbau wurden alle übrigen Gewerke (Dachdecker, Zimmerleute, Schlosser, Dachfensterproduktion) ausgegliedert. Dabei kooperierte man mit der Fa. Bickardt aus Bad Hersfeld, die dann als Mehrheits-Gesellschafter eintrat.

Da auch der hiesige Betriebsteil bis 1972 als PGH Bau firmierte, beantragten auch hier die früheren PGH-Mitglieder die Reprivatisierung ihrer Anteile am einstigen Firmenvermögens (Grundstücke, Gebäude, Betriebsmittel, Genossenschaftsanteile). Der Antrag wurde positiv beschieden und die  Antragsteller einigten sich mit den neuen Gesellschaftern auf Zahlung einer angemessenen Abstandszahlung unter Verzicht aller Ansprüche

 

  1. Juli Auflösung des VEB Gebäudewirtschaft Naumburg (priv)

Daraus entstanden zwei selbständige Wohnungsgesellschaften. Aus der geprüften Schlußbilanz ergab sich für die Bad Kösener Gesellschaft eine Bilanzsumme von 4,6 Mio. Mark, davon wurde ein  Stammkapital von 549.000 DDR-Mark ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten gegenüber der Staatsbank der DDR aus den Neubauten sowie den REKO-Wohnungen betrugen 4.678 Mio. DDR-Mark.

 

  1. Juli Stadtverordnetensitzung (NTB)

Auf der Tagesordnung standen die Beschlussfassungen zur Hauptsatzung und der Geschäftsordnung, die Besetzung der Ausschüsse, die Verwaltungsstruktur und die Arbeitsverträge für den Bürgermeister und die Angestellten. Beschlossen wurde, dass möglichst alle volkseigenen Handels- und Gastronomiebetriebe, die Wasser- und Energieversorgung sowie die Betriebsferienheime in städtische Trägerschaft übernommen werden. Einvernehmen herrschte bei der Städtepartnerschaft mit dem hessischen Nidda.

 

  1. Juli „Baustopp gilt nach wie vor“ (NTB)

Umweltschützer kritisierten die Landkreisverwaltung, weil die tatenlos zusah, wie der Besitzer vom „Göttersitz“ trotz Auflagen die Zufahrt breiter angelegt und etliche Bäume gefällt hatte. Zwar versicherte die Verwaltung, dass man energisch einschreiten werde, allerdings passierte nur wenig. 

 

  1. Juli Berufung der Schuldirektoren (NTB)

Vom Leiter des Schulamtes Kah wurden Horst Henning-Firchau für die Oberschule, Irene  Hildebrandt für die Liebknecht-Oberschule und Chr. Hilscher für die Hilfsschule.

 

  1. Juli Einbruch im Romanischen Haus (NTB).

Fassungslos konstatierte der Direktor L. Toepfer den Diebstahl etlicher Ausstellungsstücke.

 

  1. Juli Kooperationsvertrag zur Weiterführung der BAK (MZ).

Der VEB Betriebsakademie „Schöne Aussicht“, nach der Umwandlung die Bildungs- und Service GmbH und der Treuhandanstalt unterstellt, hatte mit zwei Unternehmen aus den alten Bundesländern (LAFA AG, ifu-GmbH) eine Vereinbarung getroffen, den Geschäftsbetrieb mit den derzeitigen 42 Mitarbeitern weiterzuführen. Als bekannt wurde, dass ifu GmbH der Treuhandanstalt ein Kaufangebot unterbreitet hatte, signalisierte auch die Stadt ihr Kaufinteresse und der GF H. Fritz lehnte nach Aussage der ifu GmbH in der Folge alle weiteren Kontakte ab. Der Ausbildungsbetrieb wurde auf 5 Mitarbeiter reduziert.

 

  1. Juli Schwimmbadfest mit Wahl der „Miß Saaletal“ (NTB).

 

  1. Juli J. Gericke „Gedanken beim Anblick des Kösener Saalewehres“ (NTB)

 

      Aug. Gründung des Kleingartenvereins „Saaleaue“ e.V.

Bislang gehörte man zum Dachverband der Kleingärtner und Kleintierzüchter (VKSK), der inzwischen aufgelöst war. Die Neugründung erfolgte nun nach bundesdeutschen Vereinsrecht und gab den Gartenpächtern Rechtssicherheit und Schutz vor eventuellen  Grundstückspekulationen, zumal die Stiftung Schulpforta inzwischen einen Rückführungsanspruch auf alle enteigneten Flächen gestellt hatte.

 

  1. Aug. Gründung der Kösener Kunststoff- und Elementebau GmbH (NTB 1992)

In einer Halle der HIN GmbH, des ehemaligen Kreisbaubetriebes begann die Produktion  mit 12 Mitarbeitern.

 

  1. Aug. „Vom Baugeschehen der Stadt Bad Kösen“ (NTB).

Bis zum Dezember sollte der Flächennutzungsplan vorliegen sowie die Wärme-, Trinkwasser- und Abwasserproblematik für den Wohnungsbaustandort geklärt sein. Außerdem begannen die Vorarbeiten für den Bau der  Ringstraße

 

  1. Aug. Spende des Verbandes Alter Corps-Studenten (MZ, Ein kleiner Reiseführer).

85 Jahre, von 1850 bis 1935 war Kösen die  „Heimstatt“  der Kösener Corps. Nun kehrten diese wieder an ihren Ursprung zurück. In einer vom VAC herausgegebenen Broschüre wurden die 20.000 Kösener Corpsstudenten aufgerufen, etwas für „ihre Stadt“ zu tun. Die Sammlung brachte einen Rasentraktor.

 

  1. Aug. „SEKA wird abgewickelt“ (NTB).

Die SEKA war der Nachfolger des HO-Kreisbetriebes, zu dem auch HO-Kaufhalle gehörte. Die Geschäftsleitung der SEKA verhandelte mit potentiellen Übernahmeinteressenten, worauf Bürgermeister Dr. Schache forderte „Keine SEKA Geschäfte und Gaststätten mehr (.) diese Handelsorganisation hat  bei der Versorgung der Kurstadt auf der ganzen Linie versagt.“ Daraufhin überließ der Landkreis die Verpachtung der Kaufhalle der Stadt für die sich  ALDI, NORMA und SPAR bewarben.

 

  1. Aug. Beitrag in der englischen Fachzeitschrift „New civil engineer“ (priv)

In der Sparte „Industrial archaeology“ wurde das Gradierwerk vorgestellt: „One magnificent result…. can be seen in the hills south west of Leipzig at Bad Kösen…“

 

  1. August Einigungsvertrag

 

  1. Sep. Amtseinführung des neuen Rektor portensis (NTB).

Der aus den alten Bundesländern stammende Eberhard Horn war vom Kreisschulrat Kah berufen worden.

Die Festrede hielt der Oberlandeskirchenrat von Westfalen. Zu den Gratulanten gehörte der Vorsitzende des Pförtner Bundes, der Bischof der evangelischen Landeskirche Sachsen-Anhalt und der Großsekretär der Vereinigten Großlogen der Bruderschaft der Freimaurer in Vertretung des Großmeisters. Der Pförtner Bund erklärte, dass man sich in erster Linie um die Rückgabe des enteigneten Besitzes der Landesschule bemühen werde.

 

  1. Sep. Vermögensrechtlicher Anspruch der Erben der Firma F. A. Koch KG (priv)

1975 wurde vom Treuhänder beim Wirtschaftsrat des Bezirks Halle die Liquidation eingeleitet, die aber nicht abgeschlossen war. Derzeitiger Nutzer des Hofgeländes zwischen der Borlachstraße 25/27 und der Gerstenbergkpromenade 6. war die Bäuerlichen Handelsgenossenschaft, die Wohnungen wurden von der Stadt treuhänderisch verwaltet. Außerdem wurde die Rückgabe bzw. der Wertausgleich für den für den Güterschuppen an der Ladestraße gefordert, den der Treuhänder 1973 dem  VEB Plastica verkauft hatte.

 

  1. Sep. 3. Stadtverordnetensitzung (NTB)

Hier stellte sich zum ersten Mal H. Lielje und bezifferte die für den Ausbau der Infrastruktur des Ortes und des Kurwesens benötigten Mittel auf 300 Millionen „ein mutiger Schritt in die Zukunft“. Sein vordringliches Anliegen sei nicht, „Grundstücke zu kaufen und Kliniken zu bauen“, obwohl man den „Boom der REHA- Kliniken“ in den alten Ländern  nutzen sollte. Er würde sich engagieren, falls ihm ein Mitspracherecht bei allen diesbezüglichen Angelegenheiten eingeräumt würde. Die Stadträte beschlossen  daraufhin einstimmig, die Zusammenarbeit mit der UG-Lielje und gewährten dem Unternehmen die  Kaufoption für den Standort einer  REHA-Klinik am Gradierwerk (B 26-3/90).

Die gewählte Gemeindevertretung bestätigte außerdem alle seit Januar vom  „Runden Tisch“ gefassten Beschlüsse (B21-3/90). Außerdem wurde  die „Übertragung von volkseigenen Vermögen“ beschlossen. Das betraf Grundstücke, die der Rat der Stadt bis 1989 für den Eigenheimbau freigegeben hatte, jedoch ohne Eintrag im Grundbuch. Die Standorte am Galgenberg und hinter dem Sportplatz waren bis 1945 Stiftungsbesitz und die Stiftung hatte die Rückgabe beantragt. Mit dem Beschluss sollte weitere Unruhe unter den Eigenheimbesitzern vermieden werden. Doch die Grundbuchämter waren völlig überlastet, und der Unmut und Unsicherheit bei den Betroffenen blieb.

 

  1. Sep. „Letzter Abspann im Kino“ (NTB).

Nach der Schließung des Kinos in der Rudelsburgpromenade fiel nun auch im VSB der Vorhang, als die Miete erhöht wurde und daraufhin die Kreisfilmstelle den Vertrag kündigte.

 

      Sep. Betriebseinstellung der Mühle (MZ).

Unter der Überschrift „Wir sind am Ende – Amen!“ wurde der Mahlbetrieb nach 800 Jahren eingestellt. In den letzten Jahrzehnten hatte die Mühle den gesamten südlichen Teil des Bezirks Halle mit Mehl versorgt. Der zum Kombinat Saalemühlen Bernburg gehörende Betrieb wurde dann von der Treuhandanstalt an einen Investor aus Göttingen verkauft, der den gesamten Maschinenpark ausbauten u d abtransportieren ließ.

 

  1. Sep. „Haflinger- Deal“ (MZ).

Dem Leiter des „Kreisbetriebes  für Naherholung“ E. Zöge wurde der ungenehmigte Verkauf der dem Tierpark gehörenden Haflinger weit unter Verkehrswert an einen westdeutschen Kunden vorgeworfen. Die  SPD- Fraktion im Stadtrat rief nach dem Staatsanwalt.

 

  1. Sep. Bestätigung der Verpachtung des Fischhauses (priv).

Nachdem der bisherige Pächter W. Böhmer verstorben war, hatte dessen Sohn Steffen die Pacht beantragt. Dazu sollte ab dem 01.10. ein neuer Pachtvertrag mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft abgeschlossen werden.

 

  1. Sep. Belegungseinbruch im Volkssolbad (priv)

Die Verwaltungsleiterin teilte dem Bürgermeister mit, dass im kommenden Jahr die  nur noch die Hälfte der vorhandenen Betten von der BfA belegt würden. Dazu kämen die Vorschriften zur Handhabung von Kuranträgen sowie die Anforderungen an Unterbringung, Verpflegung und Behandlung.

 

  1. Sep. Besuch der Alten Herren des Kösener und Weinheimer SC zu Frankfurt/M (NTB).

Begrüßt wurde die Abordnung von der Kurdirektorin D. Lewering. Dem Museumsdirektor wurde ein Mensursäbel übergeben, der im Museum einen würdigen Platz erhalten sollte. Außerdem wurden in der Kuno-Klause auf der Rudelsburg alle 90 Wappenschilder der Kösener SC angebracht.

 

  1. Sep. Festgottesdienst anlässlich der Beendigung der Sanierung der Kirche (MZ).

Mit Unterstützung der Bochumer Partnergemeinde hatte die Bauabteilung der Ev. Kirche noch vor der Wende mit den Arbeiten begonnen.

 

  1. Okt. Übertragung des Volkssolbades (priv)

Landrat Hütter übergab dem Bürgermeister die kreisgeleitete Kureinrichtung Volkssolbad Bad Kösen u.a. das E.-Thälmann Heim und die Sanatorien, Bade- und Kurmittelhaus, die Kindersanatorien, die Park- und Außenanlagen, die Solegewinnungsanlagen und die historischen Gebäude der ehemaligen Saline, deren Netto-Restwert im Übergabeprotokoll vom 26. 9. mit 3,315 Mio. DDR-Mark bei einem Verschleißgrad von 82,6 %. Damit war das  Volkssolbad kommunalisiert und wurde zunächst als Eigenbetrieb geführt.

 

  1. Okt. Anweisung an die Verwaltungsleiter der Kliniken der UG-Lielje (priv)

 „Vor jeder Neueinstellung von Personal (.) ist folgendes zu beachten 1.) Der notwendige Personalbedarf ist schriftlich der ZV-West zu melden. 2.) Sobald aus der Einrichtung des Volkssolbades Bad Kösen das für uns verfügbare Personal bekannt ist, ist hier aus den schriftlichen Unterlagen eine Vorauswahl zu treffen. Nach Abstimmung mit der GF soll möglichst  ausschließlich aus  dem Personalbestand Bad Kösen der Stellenbedarf in unseren Häusern bis zum 31. 12 1992  abgedeckt werden. 3.) Die Arbeitsverträge müssen eine Sonderklausel erhalten, wonach der jeweilige AV auf den 31. 12.1992 befristet ist.

Wie sie wissen, haben wir mit dem VSB sehr frühzeitig eine Kooperation vereinbart (.) das VSB mit heute rund 400 Mitarbeitern steht auf Grund der ganzen Umstrukturierungen im Gesundheitswesen der DDR ab 1.1.1991 vor der schwierigen Aufgabe ca. 250 Mitarbeiter zu entlassen. Dieser notwendige Schritt, um den Kurbetrieb zu erhalten, hat auf der anderen Seite die negative Auswirkung, daß ab 1992, wenn wieder mit einem Aufschwung zu rechnen ist, das Personal dann aber nicht mehr zur Verfügung  steht. Wenn man davon ausgeht, daß wir vielleicht ab 1993 eine neue Klinik in Bad Kösen eröffnen, werden wir wiederum 100 Mitarbeiter benötigen.

Ich bezwecke also mit dieser Anordnung, gute Mitarbeiter aus Bad Kösen während der Übergangszeit in unserem Unternehmen zu beschäftigen, sie an unseren Leistungsstand heranzuführen ...“

 

  1. Okt. Ökumenischer Dank- und Fürbittgottesdienst (NTB).

 

  1. Okt. Beitritt (NTB)

Im Kurpark wurde im Beisein von Gästen  aus Nidda, Bochum und Steinhagen eine Eiche gepflanzt, die Feuerwehr hatte den Rost angeworfen, auf der Rudelsburg gab es einen Frühschoppen, Kremserfahrten, eine Weinverkostung und am Abend ein Feuerwerk.

 

  1. Okt. Offener Brief des Bürgermeisters an die Treuhandanstalt (MZ).

Erneut wurde ein Mitspracherecht bei den Verhandlungen  zwischen dem HO-Nachfolgebetrieb SEKA und potentiellen Übernahmeinteressenten wie Pfannkuch und Norma gefordert. 

 

  1. Okt. Tagung der Chefärzte der DDR-Kureinrichtungen (priv)

Eingeladen hatte die Vorsitzende des Bäderverbandes Sachsen-Anhalt D. Lewering. Im Mittelpunkt  standen „die nunmehr erforderlichen Schritte zur Begegnung der zu erwartenden rapide rückgängigen Kuren im 1. Halbjahr 1991“. Dazu wurde auch Hermann Lielje als Experte für Kur- und Bäderwesen hinzugezogen.

 

  1. Okt. Die Fa. Interfunk Mende präsentiert Computertechnik in der H.- Firchau OS (MZ)

 

  1. Okt. Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt

 

  1. Okt. Veröffentlichung der Ergebnisse der Landtagswahl (MZ)

Hier erhielt die CDU 1073, die SPD 518 und die FDP 488 der abgegebenen Zweitstimmen. Wahlhelfer wie E. Lewering hatten mit der „fliegenden“ Wahlurne auch die Wähler im Naumburger Krankenhaus aufgesucht.

 

  1. Okt. „Baustopp für RENO im VEG Schulpforte“ (NTB).

Denkmalschützer und Stadtverwaltung erwirkten beim Landratsamt die Einstellung der Arbeiten, nachdem bekannt wurde,  dass beim Umbau des ehemaligen Schafstalls zur Verkaufseinrichtung die Klostermauer abgebrochen werden sollte und die Bauaufsicht auf Anweisung von „oben“ zugestimmt hatte. Die Mauer konnte gerettet werden. RENO hatte einen 3-Jahres-Vertrag mit der Auflage, danach das Gebäude abzubrechen. Bei der Vertragsverlängerung wurde diese Klausel übergangen.

 

  1. Okt. Belegschaftsversammlung im VSB (NTB)

Nach waren rund 400 Patienten pro Durchgang zu verzeichnen, allerdings 1/3 weniger als geplant. Daher sollte der Personalbestand mit fristgemäßer Kündigung um 1/3 reduziert werden. Gesichert wäre dann die Weiterführung der Kureinrichtungen bis Jahresende. H. Lielje der an der Versammlung teilnahm teilte dann mit, dass man wegen der zu erwartenden Neuregelungen bei der Beantragung und Bewilligung von Kuren mit erhebliche Einschnitte rechnen müsse. Den derzeit von Kündigung betroffenen Mitarbeiter sollten Alternativen angeboten werden, soweit diese nicht in den vorzeitigen Ruhestand versetzt werden könnten.

 

  1. Okt. „Konzept und Weichenstellung für modernen Kurort“ (NTB).

Die Zeitung veröffentlichte die Rahmenplanung der UGL, die den Ausschüssen samt den Entwurf eines Kooperationsvertrages zwischen der Stadt, dem Volkssolbad und der UGL vorgestellt wurde. Die Ausschüsse stimmten dem Rahmenplan zu, der Kooperationsvertrag sollte überarbeitet und zur nächsten Sitzung beschlossen werden.

„Für den größten Kurort im Lande Sachsen Anhalt zeichnet sich eine hoffnungsvolle  Perspektive ab (.) wenn es gelingt, eine von der UGL entwickelte Rahmenkonzeption zur Kurortentwicklung umzusetzen“ meinte der Redakteur. Wesentliche Voraussetzungen wären neben vereinfachten Planungs- und Genehmigungsverfahren, wie für die Herausnahme der B 87 aus dem Stadtgebiet. Im Frühjahr 1991 könnte dann mit dem Neubau einer REHA-Klinik am Gradierwerk begonnen werden, an den sich umfassende Rekonstruktionsmaßnahmen an der Altbausubstanz der bestehenden Kureinrichtungen anschließen. Später wären weitere Klinikneubauten mit einer Kapazität von 1200 Patienten vorgesehen. Bei den   ambulanten Badekuren rechnete man 200 Gästen pro Monat, die dann in den privaten Beherbergungsbetrieben unterkommen könnten.  

Weil man aber von der Kur allein nicht leben kann, sollten Gewerbegebiete außerhalb der Stadt ausgewiesen, für die Beschäftigten ausreichend Wohnraum geschaffen und die Altstadt zur Fußgänger- und Einkaufszone umgestaltet werden.

 

  1. Okt. „Wohnungsbau ein heißes Eisen“ (NTB).

Für die Änderung der Planung nach den Förderrichtlinien des sozialen Wohnungsbaus, veranschlagte der Rechtsnachfolger des VEB Gesellschaftsbau 1,2 Mio. DM. Obwohl dies den Preis pro Flächeneinheit erheblich verteuerte, meinte Bürgermeister Dr. Schache mit Blick auf das der gegebene Wahlversprechen „Wir müssen einfach bauen“.

 

  1. Okt. „In den Fängen der Krake Stasi“ (NTB).

Anlass war ein Beitrag der ARD vom 11. September, in dem Namen von Stasi-Offizieren im besonderen Einsatz (OibE) veröffentlicht wurden,  darunter der eines Dr. H. Schmutzler, allerdings ohne nähere Angaben zur Person. Dennoch kam das Gerücht auf, dass es sich um den hiesigen Arzt Dr. Schmutzler handeln könnte. Schmutzler, Reserveoffizier und niedergelassener Arzt war bei einer Besuchsreise im Oktober 1989 im Westen geblieben, wo ihn der Redakteur des NTB aufsuchte, dem er erklärte „Ich habe nie etwas mit dieser verfluchten Stasi zu tun gehabt“. Dabei verwies er auf einen Brief, den er am 10. Oktober 1989 dem amtierenden Kreisarzt Dr. Bilstein geschrieben hatte, worin er seine Entscheidung, im Westen zu bleiben, begründete. Er gestattete die Veröffentlichung. Demnach hatte ihm seine Betroffenheit über die tiefe Kluft zwischen Realität und Verkündungen, die Unmündigkeit der Bürger und die nach seiner Meinung ungerechtfertigte Besetzung der Stelle des ärztlichen Direktors der Poliklinik, zu diesen Schritt bewogen.

 

  1. Okt. Letztes „Kurstadt Journal“ als eigenständiges Presserzeugnis.

Das amtliche Mitteilungsblatt der Stadtverwaltung erschien von jetzt an einmal wöchentlich als Beilage im Naumburger Tageblatt. Die Federführung dieser Seite hatte der bisherige Redakteur Manfred Seyffarth.

Der Bürgermeister bedankte sich beim Zeitungsverlag und rief die Einwohner auf „Lassen Sie uns die Geschicke unserer Stadt gemeinsam in die Hände nehmen“. Dabei warb er eindringlich für  die Kurortentwicklungskonzeption und die Kooperation mit der UGL.

 

  1. Okt. Vereinbarung zwischen den Nachfolgebetrieben des KfL Fränkenau (priv)

Durch die Umwandlung waren aus den zum Kombinat Landtechnik Einrichtungen eigenständige Kapitalgesellschaften entstanden, die Saale-Technik GmbH, die noch der  Treuhandanstalt Halle unterstand und die Bildungs- und Service GmbH, die inzwischen von der  Holding LaFa AG  übernommen worden war. Nun  kündigte der GF der Saale-Technik Böttcher den 1976 abgeschlossenen Pachtvertrag über das Schweißkabinett auf dem Fränkenauer Betriebsgelände wegen Eigenbedarf. Die Bildungs-und Service GmbH inzwischen als Umschulungseinrichtung für das Arbeitsamt tätig und gut ausgelastet, schloss daraufhin einen Pachtvertrag für monatlich 5000 DM ab.  

 

  1. Okt. Unterzeichnung des Kooperationsvertrages (priv.)

Ohne dass es dafür einen förmlichen Beschluss der Stadtverordneten gab, wurde er vom  Bürgermeister und am 19. Dezember von Hermann Lielje unterschrieben den Vertrag. In der Präambel hieß es „Die heute unterzeichnete Vereinbarung gibt den Weg frei für ein Pilotprojekt, das auch für andere Kommunen mit Kurbetrieb der ehemaligen DDR richtungsweisend sein kann. Private Unternehmerinitiative, kommunale Interessen und die Interessen des Kurbetriebes  werden kombiniert und verzahnt, um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen“. Das Ziel war, einen leistungsstarken fachlich hochqualifizierten Anbieter von Heilverfahren zu etablieren. Dazu sollten kommunale Kurbetriebs-Gesellschaften deren Geschäftsführung H. Lielje übernehmen sollte.

„Die Stadt Bad Kösen wird darüber hinaus dafür Sorge tragen, daß vor Entscheidungen und Auftragsvergaben die die Kurortentwicklung betreffen, jeweils vorher eine entsprechende Absprache und ggf. Einschaltung der UGL erfolgt.“

Das betraf die Bestandsaufnahme und die Zielprojektion der Teilbereiche Standort, Indikation, Entwurf und Vorplanung, Belegung, Bedarfsberechnung, rechtliche Rahmen und Mittelplanung.

Darüber hinaus sollte „die UGL wird bei der Entwicklung  der infrastrukturellen Voraussetzungen mitwirken“ Eine Vereinbarung über Umfang und die Finanzierung der  vereinbarten Vorleistungen der UGL fehlte, ebenso eine Übersicht über die von der UGL in Rechnung gestellten Leistungen. Die es wussten, ließen im wohlverstandenen Eigeninteresse nichts nach außen dringen. Um die dauerhafte Präsenz der UGL sicherzustellen, wurde der Erwerb oder die Anmietung eines geeigneten Anwesens vereinbart.

Damit sicherte sich die UGL ein umfassendes und ausschließliches Recht bei der Entwicklung des örtlichen Kurwesens, dem Bau von eigenen Kliniken und  ein uneingeschränktes Mitspracherecht.

 

  1. Okt Kündigung der Mitarbeiter des VSB (priv)

Unter Bezugnahme auf die Belegschaftsversammlung am 17. 10. wurden rund 200 Mitarbeiter zum 31. 12. gekündigt. Neben der Verwaltungsleiterin unterschrieb auch H. Lielje, der aber erst am 09. 11. offiziell zum Bevollmächtigten der Geschäftsführung der kommunalen Kurbetriebe berufen wurde.

 

  1. Nov. Schreiben der Verwaltungsleiterin des VSB an den Kreisarzt (priv.)

Darin teilte D. Lewering mit, dass sie der Leiterin des Kinderkurheims Marienthal nach Rücksprache mit dem dortigen Personalrat gekündigt habe. Das bis 1. Oktober zum Volkssolbad gehörende Kinderheim war der Stadt Eckartsberga übergeben worden und sollte dem früheren Besitzer Freiherr v. Wilmowsky rückübertragen werden. Weil die Verwaltungsleiterin darüber offiziell nicht in Kenntnis gesetzt wurde, wähnte sie sich noch in der Verantwortung und erklärte „Ich (bin) gezwungen vorsorglich alle Mitarbeiter  (.) zu kündigen, da mir auf Grund meiner Tätigkeit als Vorsitzende des Bäderverbandes Sachsen-Anhalt bekannt ist, dass z. Zt. 3 Anträge für Kinderheilverfahren bei der BfA Berlin vorliegen“. Damit wäre ohnehin eine Aufrechterhaltung des Heimes nicht mehr möglich.

Am 27. November veröffentlichte das NTB den Beitrag  „Das schwebende Kinderkurheim“ und einen Brief einer der gekündigten Mitarbeiterinnen, dass der Personalrat der Entlassung nur zugestimmt hätte, nachdem die  Verwaltungsleiterin geäußert habe „Entweder wird Kälcke entlassen oder 10 ganz bestimmte Kollegen“

 

  1. Nov. Kündigung der Verwaltungsleiterin des VSB (priv)

Der Beschluss des Hauptausschusses, die Stelle des stellvertretenden Geschäftsführers der zukünftigen  kommunalen Kur-GmbH öffentlich auszuschreiben, war Anlass für die Verwaltungsleiterin D. Lewering wegen „fehlenden Vertrauens“ mit sofortiger Wirkung zu kündigen und ein zur LVA Sachsen-Anhalt zu wechseln.

 

  1. Nov. Wechsel der Vororte des KSCV in Frankfurt/Main (NTB)

Auf Einladung der Vororte Erlangen und Frankfurt nahmen zwei Stadtverordnete daran teil, die hier  mit dem  damaligen Bundesminister Möllemann zusammentrafen.

 

  1. Nov. „Wie geht es weiter in Bad Kösen“ Antwort auf Leserfragen (NTB).

Dr. Schache verwies auf zahlreiche Probleme, die sich durch die Wirtschafts- und Währungsunion sowie den Beitritt ergeben hätten. Dennoch „Wir können heute feststellen, daß das Programm der Kösener Bürgerbewegung, was gemeinsam von allen koalierenden Parteien getragen wird, nach wie vor  noch Bestand hat (.) Allerdings möchten wir bemerken, dass wir zu keiner Zeit verheimlicht haben, dass es vorübergehend eine Talsohle gibt.  Die Kritik, Stadt und Stadtverordnete würden sich mehr um die REHA-Kliniken kümmern als um die Handelseinrichtungen und den Wohnungsbau wurde entschieden abgewiesen.

 

  1. Nov. Gründung der Jugendfeuerwehr (Festschrift 120 Jahre FFW)

Bereits am 01. 10 hatte die FFW den ersten Feuerwehrverein im Kreis Naumburg gegründet.

 

  1. Nov. Einbruch im Museum (NTB).

„SB-Laden für Kunstgangster?“ fragte die Zeitung, denn diesmal wurden mehrere Käthe Kruse Puppen gestohlen, der Schaden auf 20.000 DM beziffert. Direktor Toepfer forderte die sofortige Installation einer Sicherheitsanlage, damit das Museum nicht zum Selbstbedienungsladen wird.

 

  1. Nov. Presse-Interview mit der ärztl. Direktorin des VSB Dr. Hirsch (NTB).

Praktisch über Nacht war die Entscheidung gefallen, die kommunalen Kureinrichtungen zum 31. 12. komplett zu schließen und allen Mitarbeitern zu kündigen. Eine Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen war nicht mehr möglich, weshalb die Stadt und die Leitung der Kureinrichtung unter Beschuss gerieten. Als Alternative wurden ABM, die Übernahme von 40 Mitarbeitern durch die Stadt und Umschulungen in den Kliniken der UGL genannt.

„Eine Schuldzuweisung  für diese Lage kann demzufolge weder der Stadtverwaltung  noch dem Volkssolbad  angetragen werden, wir haben momentan keine andere Chance“ so Dr. Schache.

 

  1. Nov. Einwohnerversammlung im „Mutigen Ritter“ (NTB).

Die 200 Anwesenden erfuhren, dass sich die „Stadtentwicklung in entscheidender Phase“ befand, wobei ein „Dreigestirn“ von Kur, Gewerbe und Wohnen in den nächsten 20 Jahren dominieren sollte.

 

  1. Nov. Beschlussvorlage zur Aufteilung der Kureinrichtungen (priv)
  2. Lielje hatte die Umwandlung des Volkssolbades in drei eigenständige kommunale Kur-Gesellschaften vorgeschlagen, zwei REHA-Kliniken und einen Kurbetrieb, denen die für die Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Grundstücke und Immobilien seitens der Stadt als Stammeinlage übertragen wird. Diese Vorlage wurde in der nächsten Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen.

 

  1. Nov. Besprechung mit den privaten Bettenanbietern (priv)

Hermann Lielje informierte die 51 Vertragsvermieter, dass die Belegungsträger weder Pensionen noch Privatbetten belegt würden und daher die Verträge zum 31.12. gekündigt werden. Er empfahl, sich auf Urlauber, Touristen und Tagesgäste einzurichten und dafür aktiv zu werben.

 

  1. Nov. „Schöne Aussichten für die „Schöne Aussicht“ (NTB)

Mehrfach hatte die Stadtverwaltung schriftlich ihr Interesse an einer Übernahme des Grundstücks der ehemaligen Gaststätte bekundet, das im Besitz der Bildungs- und Service GmbH der umgewandelten BAK für Landwirtschaft war. Nun wurde bekannt, dass die Treuhandanstalt mit der Inhaberin eines gerade erst gegründeten Instituts für Fortbildung und Umschulung (ifu-GmbH) über den Verkauf des  47.000 m² großen Grundstücks verhandelte.

Das musste verhindert werden, denn neben der Stadt waren auch ortsansässige Unternehmer an einzelnen Objekten, wie die frühere Lokalität und die Villen „Steuer“ und „Eden“ interessiert.

Der Buchwert in der DM-Eröffnungsbilanz betrug 6,5 Mio. Mark, der ausgehandelte Kaufpreis 200.000 DM. Das Anwesen würde „für`n Appel und `n Ei“ verscherbelt, gerade so viel, wie eine einzige Neubauwohnung im sozialen Wohnungsbau kostet, erklärte der Bürgermeister und bestand gegenüber der Treuhandanstalt auf das Vorkaufsrecht der Stadt.

Wenige Tage später veröffentlichte die Zeitung eine Gegendarstellung der ifu- Geschäftsführerin, die mit den Worten schloss „es wäre doch interessant festzustellen, welcher Bauunternehmer zu diesem Preis (200 TDM für eine Neubauwohnung) den Zuschlag bekommen hat. Werden hier womöglich von exponierten Bürgern die eigenen wirtschaftlichen Interessen den kommunalen Belangen der Bürger vorangestellt?“ 

 

  1. Nov. Kündigung des Schweißkabinetts (priv.)

Das ehemalige Kfl Fränkenau nannte sich Saale Technik GmbH nach der Umwandlung und unterstand der Treuhandanstalt. Diese Kündigte der Bildungs-und Service GmbH die Nutzung des auf dem Fränkenauer Betriebsgelände bestehenden Schweißkabinetts zum 31. 12. 90. Die Verhandlungen über eine weitere Nutzung zogen sich allerdings über mehrere Monate hin.

 

  1. Nov. Die POS „Hermann Firchau“ wird in „Bergschule“ umbenannt (NTB).

 

  1. Nov. Kritik am Liegenschaftsdienst der Stadt (NTB).

„Befürchtungen sind unberechtigt“  lautete die Antwort des Bundeskanzleramtes, an das sich mit einer Petition die 144 Eigenheimbesitzer wegen der immer noch ausstehenden Eintragung ihrer Grundstücke im Grundbuch gewandt hatten, die ihnen aber seitens des Bürgermeisters im Juni zugesichert wurde.

 

  1. Dez. Nidda schenkt der FFW ein Drehleiterfahrzeug (120 Jahre FFW)

 

  1. Dez. „Kommune besteht auf ihr Vorkaufsrecht“ bei der „Schönen Aussicht“ (NTB).

Nach Verhandlungen erklärte sich die THA bereit, das Objekt der Stadt zu verkaufen, lehnte aber die kostenfreie Überführung ab. Daraufhin erklärte die Geschäftsführerin der ifu-GmbH, dass man  in Abstimmung mit der Bezirksverwaltungsbehörde der THA ein Kaufangebot unterbreitet habe, mit der Verpflichtung, die Bildungseinrichtung in ihrer Gesamtheit  fortzuführen. Dies habe zwar auch die Stadt versprochen. Allerdings wären auch namhafte Einwohner am Erwerb der beiden attraktiven Villen interessiert.

 

  1. Dez. Bundestagswahl (NTB).

Im Vorfeld gab es eine Wahlkampfveranstaltung mit U. Stockmann (SPD), Stockmann, der dann seinen Wohnsitz hier hatte, war Bundestagsabgeordneter, ging dann in das Europaparlament und bewarb sich 2010 (allerdings erfolglos) um das Amt des Stasi-Beauftragten für Sachsen-Anhalt. 

Die Wahlbeteiligung lag bei 72 %  (3 953 Wahlberechtigte), davon entfielen auf die CDU 41%, auf die FDP 25%, auf die SPD 20%, auf die PDS 6 % und auf das Bündnis 90/Grüne 3%.

Ebenfalls an dem Tag entschieden sich 1.554 Wähler für den Verbleib der Stadt in Sachsen-Anhalt, 685 waren für einen Anschluss an Thüringen, weil man nur „der Hinterhof“ von Sachsen-Anhalt wäre. Dazu Dr. Schache „Der letzte Kurort in Sachsen-Anhalt ist immer noch besser wie der erste in Thüringen!“

 

  1. Dez. Abwahl der Vorsitzenden des Bäderverbandes Sachsen-Anhalt (priv)

Nach dem Wechsel von D. Lewering zur LVA Sachsen- Anhalt, wurde sie vom Landes-Bäderverband von der Funktion als Vorsitzende entbunden. Dagegen protestierte der „Geschäftsführungs-Bevollmächtigte“ des Volkssolbades H. Lielje und drohte mit dem Austritt aus dem Landesverband. 

 

  1. Dez. Anmeldung der für Kurzarbeit vorgesehenen Mitarbeiter des VSB (priv)

Nach dem von der UGL aufgestellten Personalplan der kommunalen Kurgesellschaften, würde man für die Kinderklinik 81 Mitarbeiter und für die Erwachsenenklinik 125 Mitarbeiter benötigen. Denen wurde nicht gekündigt, bzw. teilweise die Kündigung zurückgenommen. Für diese wurde Kurzarbeit beantragt bzw. zur fachspezifischen Einarbeitung in einer der Lielje-Kliniken in den alten Bundesländern delegiert. Einige  Arbeitnehmer aus dem Bereich Technik wurden dann von der Stadt übernommen und im Stadtbauhof als ABM eingesetzt.

 

  1. Dez. Übergabe der aktualisierten Kurortrahmenplanung (NTB, priv.)

Neu war die Linienführung der Erschließungsstraße „äußerer Ring“. Nach Intervention der Naturschützer verlief die Trasse nicht mehr entlang der Waldgrenze unterhalb des Geiersberges und des Mordtals sondern westlich vom Galgenberg. Damit entfiel auch die Straßeneinbindung an der Windlücke. Dafür wurde eine Erschließungstraße (Elly-Kutscher Straße) eingerichtet.

Die Gesamtbevölkerung wurde mit 6.021 angegeben (1975 waren es 5.089) einschließlich der Ortsteile Lengefeld, Kukulau, Fränkenau, Schulpforte, Saaleck und Stendorf. 

Eine weitere Forderung war die Schaffung einer weiträumigen Umgehungsstraße um die Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße zwischen Leipzig und Erfurt zu minimieren und die Verbreiterung der Unterführung in Verbindung mit der Beseitigung der Schrankenübergänge an der Brücke. 

 

  1. Dez. Kreistagsitzung – Tagesordnungspunkt „Göttersitz“ (NTB).

Auf Antrag des Pfarrer Huppenbauer befasste man sich mit dem Antrag von E. Seifert,  eine Gaststätte mit 80 Innen- und 80 Außenplätzen, Seminar- und Tagungsräumen und 50 Hotelbetten, den der Bauausschuss genehmigt. Huppenbauer verlangte die Ablehnung, weil sich der Besitzer an die bisherigen Auflagen nicht gehalten habe.  Das wurde aber mehrheitlich abgewiesen.  

 

  1. Dez. Eröffnung des „Vinum-Weincenters“ im Weingut (NTB)

 

  1. Dez. Der VAC übergibt der Stadt einen Kleinbus für soziale Zwecke (NTB)

 

  1. Dez. Veröffentlichung des Entwurfs der Kurbeitragssatzung (NTB)

In der Eile wurde aber ein wesentlicher Punkt, der Geltungsbereich, vergessen.

 

  1. Dez. Einrichtung der ZV Ost (NTB).

Die Stabstelle der UGL wurde im Sanatorium „Phillip Müller“ eingerichtet. Hier hatten die zur UGL gehörenden Büros ihren Sitz, darunter A+I Planbau, Hermann Lielje Bankrepräsentanz-Unternehmensberatung (LBU), Hermann Lielje Beratungsgesellschaft für Klinik-, Kur- und  Krankenhauswesen (HLBKKK) und die KEV. Als Geschäftsführungs-Bevollmächtigter des Volkssolbades beauftragte er die einzelnen Firmen seiner Gruppe mit der Erarbeitung der Konzeptionen, der Vor- und Ausführungsplanung, der Vergabe von Bau- und Ausstattungsaufträgen, der Bauüberwachung und Abrechnung. Auf die Ausschreibung derartiger Leistungen die sich in Millionenhöhe bewegten, wurde unter Verweis auf den Zeitdruck verzichtet.    

 

  1. Dez. Bau der Fußgängerbrücke über die Saale in der Rudelsburgpromenade (NTB).

Ursprünglich sollte hier eine Rohrbrücke für die Fernwärmeleitung vom Holzveredelungswerk zum Wohnungsbaustandort am Galgenberg gebaut werden, was sich inzwischen aber erübrigt hatte. Da für diese Brücke aber sämtliche Genehmigungen vorlagen, entschied man kurzfristig, hier  eine Fußgängerbrücke zu errichten. Das benötigte Geld kam aus dem Reisefond der Bundesregierung. Obwohl der Hersteller eine Haltbarkeitsdauer von 75 Jahren garantierte, musste die Brücke 2020 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden.

 

  1. Dez. Eröffnung von „Rosi`s Erotikshop“ in der Borlachstraße 35 (NTB).

Kritik gab es wegen der Nähe zur Schule, so dass wenig später die Schließung folgte.

 

  1. Dez. Auftragserteilung zum Umbau des ehemaligen Volkssolbades (priv)

Der noch nicht zum GF ernannte der noch nicht gegründeten REHA Klinik Mutiger Ritter“ erteilte den einzelnen Gewerken die Aufträge zum Umbau der Objekte Kurhaus „Mutiger Ritter“, Haus Käthe Kruse, Haus Rheingold, Haus Elisabeth Alt- und Neubau, Kurmittelhaus, Badehaus und das noch in Planung befindliche Sole-Therapiebad. Die Unternehmen die bisher an den Klinikbauten der UGL in den alten Bundesländern beteiligt waren, wurden verpflichtet „ein Unternehmen vor Ort in eine Arbeitsgemeinschaft aufzunehmen und die Arbeiten (.) von Handwerkern aus der Region durchführen zu lassen…“ Weiter hieß es „unter dieser Voraussetzung vereinbaren wir hiermit eine Auftragserteilung  (.) wobei Sie uns bis zum Baubeginn noch ihrem Partner benennen. (.) Da außer den Grundplanungen  (.) keine Ausschreibungen in den Einzelheiten vorliegen und wir uns aus Zeitgründen nicht eines weiteren Kostenplaners bedienen wollen (.) vereinbaren wir (.) Annäherungswerte“ die nach Aufmaß, Materiallieferung bzw. Stundenaufwand abgerechnet werden können. Gleichermaßen wurde bei den Kindersanatorien I bis IV.  verfahren.

Hauptauftragnehmer Hochbau war die Baufirma von Dr. Schache. Für die Installationsarbeiten vereinbarten die beauftragten Firmen aus den alten Bundeländern Kooperationen mit hiesigen Firmen (Elektro-Zippließ, Sanitär- und Heizungsbau).

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung.

Beschlossen wurde die Kurbeitragssatzung (32-4/90), der Verkauf des Geländes am Gradierwerk an die UGL zum Bau einer REHA-Klinik (29-4/90), allerdings ohne Festlegung eines Kaufpreises, und die Gründung der kommunale Kur-Gesellschaften (REHA Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH, Kinder-REHA-Klinik „Am Nicolausholz“ GmbH und Kurbetriebsgesellschaft mbH (37-4/90). Beschlossen wurde die Aufnahme von zinsgünstigen Krediten und Fördermitteln zur „Verbesserung der touristischen Infrastruktur“, darunter Kläranlage (15 Mio. DM) soz. Wohnungsbau (20 Mio. DM) und Erschließungsmaßnahmen (21 Mio. DM) insgesamt 61 Mio. DM (36-4/90). Zwar sollte der Bürgermeister gewährleisten, dass der Kapitaldienst für die aufzunehmenden Kredite die  Leistungsfähigkeit des Stadthaushaltes nicht übersteigt, weitere Auflagen gab es nicht. Deswegen machten Vertreter von CDU, FDP und PDS Bedenken geltend und wurden als Verhinderer von SPD und BKB bezeichnet, die geschlossen und vorbehaltlos zustimmten.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Umbenennung der Straßen (34-4/90) die nach Auffassung der Stadtverordneten ideologisch vorbelastet waren, wie Ernst Thälmann, Karl Marx, Karl Liebknecht, Max Bach und Rudolf Breitscheid. Verschont blieb lediglich der ehemalige KPD  Mann Richard Kanzler. Der Park der DSF erhielt wieder den Namen Parkstraße, die Straße der jungen Generation wurde Kukulauer Straße verbunden mit einer Änderung der Hausnummern. 

 

  1. Dez. Besichtigung des „Russenfeldes“ mit den sowjetischen Militärbehörden (NTB).

„Auf dem Russenfeld kann gebaut werden“, erklärte der Bürgermeister nach dem Treffen mit den Kommandeuren der in Naumburg stationierten Garnison Oberst Trotz und Oberstleutnant Metik. In freundschaftlicher Atmosphäre erklärten die Militärs, dass sie keine Einwände gegen die Bebauung der Fläche westlich des „inneren Ringes“ da diese nicht zum Übungsgelände gehörte. Der Übungsplatz würde im kommenden Jahr beräumt und dem Bundesvermögensamt übergeben, dass über die weitere Verwendung entscheidet.

 

1991

  1. Jan. Eingemeindung von Kleinheringen mit 111 Einwohnern (NTB).

 

  1. Jan Auflösung des VEB Kreisbetrieb für Naherholung (NTB)

Die Stadt übernahm und des Tierpark, das Schwimmbad, den Motorbootverkehr, die Turnhalle u d die Stadt-Information wieder in eigene Regie.

 

  1. Jan. Die Lazarus-Stiftung aus Berlin übernimmt den Damenstift (NTB, priv).

Erstmals nach 1972, als die Leiterin Schwester Else Ortel und die Diakonissen Schwester Elly Kutscher und Schwester Martha Schimke in den Ruhestand traten, übernahm Schwester Ursula Szostak die Leitung des Hauses. Aus diesem Anlass veröffentlichte das Mutterhaus in Berlin eine Sonderausgabe des Freundesbriefs in dem die wechselvolle Geschichte des Hauses geschildert wurde.

 

  1. Jan. Eröffnung der Sozialstation der evang. Kirchengemeinde am Rechenberg (NTB).

 

  1. Jan. Eröffnung des Baustoffhandels Kirstin Rudolph, Saalstraße 27 (NTB)

Im September übernahm Olaf Rudolph das Geschäft, nachdem er als Bauamtsleiter ausgeschieden war.

 

  1. Jan. Kooperationsvertrag zwischen den kommunalen Kurgesellschaften (priv.)

Die Geschäftsführerbevollmächtigten der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH i. G. H. Lielje und der Kurbetriebsgesellschaft mbH i. G. H. Schache und H. Lielje schlossen einen Leistungs-gestellungs- und Leistungsberechnungsvertrag ab.

Darin wurde die Gesamtinvestition mit 36,6 Mio. DM angegeben, davon entfielen auf den „Mutigen Ritter“ 25,5 Mio. DM und auf die Kurbetriebsgesellschaft 11,1 Mio. DM. Allerdings waren im Anteil der Kurbetriebsgesellschaft 7,3 Mio. DM für das Thermalbad enthalten, wofür die Stadt Fördermittel beantragen sollte, die dann als Eigenkapital eingebracht werden sollte.

Der übrige Finanzierungsbedarf wird seitens der „REHA Klinik „Mutiger Ritter“ sichergestellt, und der auf die Kurbetriebsgesellschaft entfallende Teil dieser als verlorene Zuschuss zur Verfügung gestellt. Das Inventar schafft die Kurbetriebsgesellschaft auf eigene Kosten an.

Dafür behält sich die REHA Klinik „Mutiger Ritter“ das ausschließliche Nutzungs- und Hausrecht vor, was gleichermaßen für die kommunale Kinder-REHA Klinik gilt. Die sich aus der Nutzung ergebenden Personalkosten, Stoff- und Raumkosten soweit sie im therapeutischen Bereich anfallen, ebenso wie Instandhaltungs- und Kapitalkosten tragen die REHA Kliniken. 

Außerdem wurde zwischen der Kurbetriebsgesellschaft, Inhaberin der Solegewinnungsrechte, mit der REHA Klinik ein Soleliefervertrag abgeschlossen. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von 25 Jahren.

 

  1. Jan. Beginn der Umbauarbeiten im „Ernst Thälmann-Sanatorium“ (priv).

Auf Basis des Kooperationsvertrags gab die UGL den Startschuss für die Komplettsanierung der  kommunalen Kureinrichtungen. Auftraggeber und Rechnungsempfänger  war die die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH vertreten durch den GF H. Lielje. Für die baubegleitende Planung und Bauüberwachung  waren die Büros Prof. Wiethüchter, Lillich & Vogt und A + I Planbau zuständig.

Der Versuch, dafür öffentliche Mittel zu erhalten, war erfolglos, weil es sich hierbei um Bauvorhaben für gewerbsmäßige Zwecke handelte, die nicht förderfähig waren. Daher blieb nur eine Bankenfinanzierung, deren Zustandekommen allerdings noch von den zu stellenden Sicherheiten abhing. Damit das Vorhaben nicht scheiterte und die beauftragten Firmen regelmäßig bezahlt werden konnten, kam offenbar eine Zwischenfinanzierungsvereinbarung zwischen der NORD-LB und der UGL zustande. Neben den guten Verbindungen der UGL zur NORD-LB spielte dabei wohl auch das absehbare Engagement der Bank in Sachsen-Anhalt und mögliche Sicherheitszusagen der Landesregierung eine Rolle. Unterlagen darüber gibt es nicht, auch keine Abrechnungen über die  Vermittlungsprovisionen, die die UGL gegenüber den kommunalen Kurbetrieben geltend gemacht hat. Die Bestätigung der Kreditlinie kam erst ein halbes Jahr nach Abschluss der Bauarbeiten und Betriebsbeginn zustande.

Geplant war, die REHA Klinik „Mutiger Ritter“ samt den Bettenhäusern „Rheingold“, „Käthe Kruse“ und „Elisabeth-Altbau“, samt der Badeanstalt und dem Kurmittelhaus  innerhalb eines halben Jahres in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Dafür wurden von den Planungsbüros und Baufirmen bis zu  200 Mitarbeiter eingesetzt.

Gleichzeitig begann die Generalsanierung von vier Kindersanatorien Fr. Ebert-Str. 14, Schmettaustr. 13, K.-Kruse Str. 4 und Am Rechenberg 1 wobei für die beiden letzteren die ehemaligen Besitzer (Ohm, Berger) Restitutionsansprüche gestellt hatten.

 

  1. Jan. Stellenplan für die REHA Klinik „Mutiger Ritter“ (priv)

Der von der ZV West aufgestellte Plan erfasste alle für den Klinikbetrieb benötigten Mitarbeiter vom Chefarzt bis zur Hausdame und dem Küchenleiter war mit dem Vermerk  TOP SECRET versehen.

 

  1. Jan. Besprechung mit den privaten Bettenvermietern (MZ).

Vor den 100 Anwesenden plädierte der GF der Kurbetriebsgesellschaft H. Lielje für die Gründung eines Fremdenverkehrsvereins, denn bald würde jedes einzelne Bett im „Bad mit Schwung“ gebraucht. Die Anwesenden stimmten für den Werbeslogan und einigten sich zumindest auf den künftigen Mitgliedsbeitrag und die Erarbeitung eines Gastgeberverzeichnisses. 

 

  1. Jan. Vorbesprechung zur Stadtsanierung (priv)

Die Planungsbüros Rittmannsberger und Kleebank wurden vom Baudezernenten O. Rudolph über die städtebauliche Situation informiert und gebeten, ein qualifiziertes Angebot zur vorbereitenden Untersuchung für eine umfassende Stadtsanierung zu unterbreiten. Der Protokollant merkte zum Schluss noch an „Der Bürgermeister, Herr Dr. Schache (.)  hat sich eine große bauliche Anlage am Saale-Ufer (.) erworben und baut dies zu einem großen Hotelbetrieb und Kureinrichtung aus. Auch Herr Rudolph ist sich über die Problematik dieser Vorgehensweise klar. Insgesamt läßt sich dies jedoch nur unter dem Blickwinkel „Goldgräberstimmung im Wilden Osten“ sehen.“ 

 

  1. Jan. Kreistagsausschusssitzungen zum „Göttersitz“ (NTB).

Der Besitzer verfügte offenbar über gute Verbindungen zur Kreisverwaltung, denn das Bauvorhaben „Hotel Göttersitz“ wurde erneut im nichtöffentlichen Teil der Sitzungen diskutiert. Auch das öffentliche Interesse war groß. Dabei ging es um das Entmündigungsverfahren  gegen die  frühere Besitzerin und dem raschen Verkauf des Anwesens weit unter Wert. Man hinterfragte die Rollen die hier der ehemalige Kreisarzt und der Kreisgerichtsdirektor gespielt hatten.

 

  1. Jan. Gründung der Ortsgruppe des Landesverbandes der Deutschen Rheumaliga (priv.)

Die Vorsitzende B. Krause bemühte sich zunächst um die Akzeptanz des Vereins und es gelang ihr mit wohlwollender Unterstützung von H. Lielje am 17. 02. 92 für zwei Gruppen das Funktionstraining aufzunehmen.

 

  1. Jan. Die Pfannkuch-Gruppe übernimmt die Kaufhalle.

 

      Jan. Gründung der Ortsgruppe der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ (NTB).

 

  1. Feb. Wiedereröffnung der umgebauten Sparkasse in der Parkstraße 2 (NTB).

 

  1. Feb. NORMA eröffnet eine Verkaufseinrichtung an der Ringstraße (NTB).

Das Provisorium war für maximal 2 Jahre vorgesehen, weshalb man von einem regulären Genehmigungsverfahren  absah. Glück für NORMA für viele Jahre der einzige Discounter im Ort. 

 

  1. Feb. Einbringungsvertrag des kommunalen Wohnungsbestandes (UR 382/91 Hisecke)

Die Stadt übertrug den ihr durch die Auflösung des VEB Gebäudewirtschaft zugefallenen  Wohnungsbestand als Sacheinlage der Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Bad Kösen i. G. Das betraf insgesamt 87 Grundstücke mit rund 600 Wohnungen, wie die städtischen Eigenbestände von vor 1945 (Burgstr. 14, 22/24, 31a-c und Grüne Gasse 4), die nach 1950 neu gebauten Mehrfamilienhäuser (A. Bebel-Straße 3,3a,5, 16,18,20 und 11a, Käthe-Kruse Straße 19/20, Galgenberg 1a,b und Richard Kanzler Straße 23, 25, 27, 29 26, 28, 30, 31, 33, 35), Dazu kamen die Häuser, deren Besitzer wegen Republikflucht enteignet oder wegen drohender Überschuldung diese der Stadt übereignet hatten. Für etliche davon bestanden Restitutionsansprüche, die vom Amt zur Regelung offener Vermögensfragen beim Landkreis auf Berechtigung geprüft und dann entschieden wurden.

Am 03. März wurde der Gesellschaftervertrag beurkundet, wobei noch das Siegel des Staatlichen Notariats der DDR mit dem Staatswappen benutzt wurde.

 

  1. Feb. Eröffnung der neuen Verkaufseinrichtung in der Gärtnerei Möller.

 

  1. Feb. Umwandlungserklärung und Gesellschaftervertrag (Not. Hisecke 507/91, priv)

Der städtische Eigenbetrieb Volkssolbad wurde zur REHA Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH umgewandelt. Beigefügt waren das Protokoll der Übergabeerklärung vom 26. 09. 90, der Aufteilungsbeschluss vom 22. 11. 90 der Ratsbeschluss 37-4/90 vom 19. 12. 90, der Gesellschaftsvertrag, die Vermögensübersicht und der Personalüberleitungsvertrag für 88 Mitarbeiter. Das Stammkapital betrug 50 TDM. In die Kapitalrücklage wurde das eingebrachte Sachvermögen zum Buchwert von 3,568 Mio. eingestellt. war. Im § 11 des Gesellschaftervertrags verpflichtete sich die Stadt, zum Nachschuss für den Bilanzverlust, also nicht nur für den Ausgleich liquider Verluste. Somit war das Haftungsrisiko den  alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer H. Lielje so gut wie ausgeschlossen.

 

  1. Mär. Einrichtung der Polizeistation.

Die Dienststelle des VPKA im Rathaus, bisher zuständig für das Paß- und Meldewesen, wurde aufgelöst.

 

  1. Mär. Beschlussfassung zur Kreditaufnahme (Beschluss 39/5-91)

2 Monate nach Baubeginn wurde H. Lielje bevollmächtigt, die Finanzierung der kommunalen Kureinrichtungen sicher zu stellen, wobei man noch von einer Summe von 15 Mio. DM ausging.

 

  1. Mär. Bericht über die vermögensrechtlichen Ansprüche der Stiftung Schulpforta (NTB).

Anlass war eine kleine Anfrage des Naumburger OB und MdL Curt Becker an die Landesregierung bezüglich der Rückübertragung des gesamten Stiftungsvermögens. Die Antwort bestärkte die Stiftung, dass die  Wiederherstellung der alten Besitzverhältnisse  in greifbare Nähe rückt.

 

      Apr. Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt zum Verkauf  vom „Göttersitz“ (NTB).

Es lag der Verdacht vor, dass das Entmündigungsverfahren als Vorwand diente, um an das Grundstück zu kommen. Dafür sprach auch die Wahl des gerichtlichen Vormundes, eines hochbetagten und offenbar schon senilen Herrn, der sofort den Kaufvertrag mit E. S. abschloss. Ermittelt wurde  gegen die am Verfahren beteiligten Personen, den Amtsarzt, den Vorsitzenden des Vormundschaftsgerichts und den Notar.

 

01.Apr. Die Mülldeponie an der B 87 wird für Fremdanlieferungen  gesperrt (NTB).

Zwei Monate später wurde sie geschlossen

 

  1. Apr. Eröffnung des Modehauses Steinmetz in der Lindenstraße (NTB).

 

  1. Apr. Einweihung der Fußgängerbrücke in der Rudelsburgpromenade (NTB).

 

  1. Apr. „Eine Verjüngungskur für die Medizinische Badeanstalt“ (NTB)

Berichtet wurde über die laufenden Bauarbeiten in den Kureinrichtungen und die bautechnischen Probleme, die zu erheblichen Mehrkosten führten.  „Eine Kuriosität am Rande“ war eine englische Porzellanbadewanne aus den Anfängen des Bades „Diese Wanne wird mit anderen Exponaten zur Geschichte des Kurbades Kösen in einem neuen Museum zu sehen sein, das im Borlachschacht eingerichtet werden soll“. Dort kam sie aber nie an, ebenso wenig wurden die noch vorhandenen  historischen Therapiegeräte gesichert.

 

  1. Apr. Arbeitstagung des Kösener Senioren Convent Verbandes (NTB, priv).

Dabei wurden die ersten Überlegungen über eine Rückkehr der Corps an ihre eigentliche Wirkungsstätte angestellt. Am Abend fand ein Festkommers auf der Rudelsburg statt und das in Vorortsachen präsidierende Corps Austria Frankfurt lud die Einwohnerschaft zum Frühschoppen ein.

 

  1. Apr. Inbetriebnahme der städt. Kinder-REHA-Klinik „Am Nikolausholz“. (NTB)

Insgesamt gab es 120 Betten in den Häusern „Kunterbunt“, „Schwalbennest“, „Zwergenreich“ und „Sonnenschein“. Die Solewannenbäder wurden im Kurmittelhaus eingerichtet. Erstmals wurden nun auch Mutter-Kind-Kuren angeboten, ein Markt von dem man sich große Zukunftschancen versprach. Anlässlich der Eröffnung wurde eine Dokumentation unter dem Titel „Ein Kurort im Aufbruch“ im „Mutigen Ritter“ gezeigt und darauf hingewiesen, dass das Versprechen der UGL, den kommunalen Kurbetrieb grundlegend umzugestalten und in kürzester Zeit wieder betriebsbereit zu machen, erfüllt wird.

 

  1. Apr. Der Kreistag erklärt den „Galgenberg“ zum Flächennaturdenkmal (NKB).

 

  1. Apr. Unterzeichnung des Verschwisterungsvertrages mit Nidda (NTB).

Nidda gehörte zum Wetteraukreis und der Ortsteil Bad Salzhausen hatte eine lange Tradition der Salzherstellung und der Soletherapie.

 

  1. Apr. Schiffstaufe der „Rudelsburg“ (NTB).

 

  1. Apr. „Bärenfrühstück“ in der Gaststätte Schäfer (NTB).

Das Mahl, obwohl rechtlich nicht zu beanstanden, erregte dennoch die Gemüter, da man mit Recht mutmaßte, das es sich hierbei um den im Januar geborenen Nachwuchs aus dem Tierpark handelte. Noch kurz vorher hatte dessen Leiter bekannt gegeben, dass diese für ein Auswilderungsprojekt der Bernhard Grzimek Stiftung nach Österreich gebracht würden. Zur gleichen Zeit wurden die drei Großkatzen, Puma, Tiger und Jaguar, wegen nicht artgerechter Haltung getötet.    

 

  1. Apr. Visite des Präsidenten der Deutschen Rheumaliga (MZ)

Senator Manfred Beck erklärte bei der Begrüßung durch den Bürgermeister, die Chefärztin und der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe „Hier hat man das große Glück aus der bisher bestehenden Steinzeit, in das Neueste zu springen…“

 

  1. Mai Gründung der Kalkwerke Bad Kösen GmbH (Hauptbetriebsplan 2012).

Der VEB Harzer-Kalk und Zementwerke nannte sich nun Harz-Kalk GmbH Rübeland. Das Bergwerkseigentum für den Kalksteinabbau wurde von der Staatlichen Vorratskommission der DDR 1990 der  Treuhandanstalt verliehen. Diese verkaufte sie der Fels-Werke GmbH Goslar. Die Kalkwerke Bad Kösen GmbH übernahm mit der Gründung den BT 6  der Harz-Kalk GmbH Rübeland und erwarb von der Fels-Werke GmbH das Bergwerkseigentum  auf einer Fläche von 28 ha. Die Genehmigung erteilte das Bergamt im Dezember. 

 

  1. Mai Stadtverordnetenversammlung (NTB)

Die Stadtverordneten wurden über den Planungsstand beim Therapiezentrum informiert. Nachträglich wurde der Gesellschaftervertrag der GWG bestätigt, der GF berufen und die Besetzung der Aufsichtsräte der kommunalen Kurbetriebe beschlossen, ebenso die Weiterführung der Schulen als  Grund- und Sekundarschule. Der PeBe Kunststofftechnik GmbH wurde eine befristete Nutzung ihrer Kaltlagerhalle am Jochenberg gestattet und die Erweiterung des Erotikshops in der Grünen Gasse abgelehnt.

 

  1. Mai Einweihung einer Sozialstation am Rechenberg (NTB).

Anlässlich des 100-jährigen Gründungstages der Diakonissenstation wurde ihr der Name Johannes Wichern verliehen, einen der Stifter, Schwiegersohn von Dr. Rosenberger, dessen Vater Hinrich Wichern die Diakonie in Deutschland begründete.

 

  1. Juni Beratung mit den Ingenieur-Büros (priv)

Der Wirtschaftsminister Rehberger hatte bei seinem Besuch am 29. Mai auf die Fördermöglichkeit  für eine  „Modellstadt Tourismus“ hingewiesen, für deren Beantragung allerdings umfangreiche Vorplanungen möglichst kurzfristig zu erarbeiten waren. Um dies umzusetzen, hatte der Bürgermeister  mehrere Planungsbüros zu einer Anlaufberatung eingeladen. Anwesend waren das Büro Rittmannsperger  vorgesehen für die Innenstadtsanierung, Büro Großlindemann und Büro Gauff (Straßen- und Tiefbau), Büro Wiethüchter (Gesundheitsbauten), Büro Halle-Projekt und Merkosa (Wohnungsbau), Büro Zillinger (Verkehrsplanung, Abwasseranlagen). Es fehlte noch ein Büro für die Planung der Park- und Außenanlagen. Je nach Fachbereich sollten sie insgesamt 48 Einzelmaßnahmen von der Rudelsburg bis zum Klosterkomplex Schulpforte, vom Gewerbegebiet bis zu den Radwegen vorbereiten.

Bei der ersten Koordinierungsberatung am 03. Juli bei der neben den Planungsbüros der Bauamtsleiter Rudolph, der Beigeordnete f. Bauwesen J. U. Bühner und der Koordinator für das Sofortprogramm der Leiter des Ordnungsamtes R. Harlaux anwesend waren, erläuterten Dr. Schache und H. Lielje den Finanzierungsbedarf. Der Gesamtumfang wurde auf 270 Mio. DM geschätzt, davon wären 70 % Fördermittel  und 30 %  Eigenmittel. Diese Eigenmittel müssten durch Kredite abgesichert werden, wobei die Stadt selber bereits 16 Mio. DM Kredite beantragt hatte.  Der städtische Haushalt betrug aber lediglich 10 Mio. davon lediglich 1,6 Mio.  eigene Einnahmen, der Rest waren Zuweisungen. Damit war absehbar, dass eine weitere Kreditaufnahme untersagt würde oder die Stadt zahlungsunfähig wird.

Völlig negiert wurden dabei die Kredite der kommunalen Gesellschaften, für die die Stadt ja auch noch bürgte.

 

  1. Juni Der Regierungspräsident besichtigt den „Göttersitz“ (NTB).

Auch bei der Naumburger Umweltwoche zur Landschaftszersiedlung wurde der Göttersitz besprochen. Dabei erklärten die Vertreter der Bezirksverwaltungsbehörde, des Umweltamtes und vom BUND, dass die bisher vom neuen Eigentümer Seifert vorgenommenen Arbeiten ungesetzlich wären und gegen geltendes Recht verstoßen. Es habe dafür nie eine Baugenehmigung gegeben.

Der Ortstermin brachte keine Klärung, sowohl der Eigentümer als auch die Verwaltung beharrten auf ihren Standpunkten.  Es wurde zwar ein Baustopp erteilt, was den Eigentümer nicht davon abhielt, transportable Raumzellen und Wohncontainer aufzustellen. 

 

  1. Juli Eröffnung der städt. REHA Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH. (NTB, priv)

Nach nur sechs Monaten Bauzeit waren das Hauptgebäude und die Häuser „Rheingold“, „Käthe Kruse“ und „Elisabeth“ (Altbau) sowie das Kurmittelhaus und die Badeanstalt auf den Stand der alten Bundesländer gebracht worden In den Häusern gab es 110 Betten, weitere 60 Betten sollten durch einen Anbau am Haus „Elisabeth“ hinzukommen. Allerdings entsprach die  Struktur der kommunalen Klinik nicht mehr den Forderungen der Belegungsträger, das betraf die dezentrale Lage der Behandlungseinrichtungen sowie die Unterbringung in verschiedenen  Häusern. Dazu verursachte die Altbausubstanz hohe Betriebskosten, die aus den Pflegesätzen auch bei voller Auslastung nicht zu erwirtschaften waren.

Dennoch schien es zunächst ein Erfolg zu sein, war doch „Bad Kösen, die Perle im Saaletal-auf dem Wege zum modernsten Kurort in Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland“

 

  1. Juli Kaufvertrag über das Grundstück der Saale REHA Klinik 1 (UR 1831/91)

Vor dem Notar Hisecke wurde der Kaufvertrag mit der Stadt beurkundet. Die Käuferin verpflichtete sich zum kostenlosen Abbruch des Cafès am Gradierwerk und die Beseitigung der beiden Tennisplätze verbunden mit der Finanzierung eines Neubaus, sobald die Stadt ein geeignetes erschlossenes Gelände bereitstellt.

Die Verkäuferin verpflichtet sich der Klinik über die Kurbetriebsgesellschaft die erforderliche Sole zur Verfügung zu stellen. Über die Einzelheiten, wie über die Vergütung, sollte eine gesonderte Vereinbarung abgeschlossen werden, die aber nicht bekannt ist.

 

  1. Juli „Grundschullehrer bestätigt“ (NTB)

Die Bezirksregierung bestätigte die Lehrerinnen Kargoll, Roßband, Hentschel (Klasse 1a-c), Thomesch, Ebert, Strohbach (2a-c), Schötensack, Kreisel, Scheibe (Klasse 3a-c), Zander, Öttner, Michalek (4a-c), dazu drei Ersatzkräfte. Die drei Einschulklassen hatten durchschnittlich 20 Schüler. 

 

  1. Juli Beratung des Kuratoriums des Lazarus-Diakonissenhauses Berlin (NTB)

Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister erklärte der Direktor Abruschat, die Bereitschaft von Lazarus ein Altersheim mit 60 Plätzen möglichst noch 1992 und später ein Wohnstift für bis zu 300 Personen zu errichten. Im Blickfeld war hier bereits das Russenfeld, wenn die Besitzverhältnisse geklärt und keine Altlasten vorhanden sind.

 

  1. Juli Informationsveranstaltung zur Stadtsanierung (NTB)

Vorgestellt wurde die Bestandsaufnahme von Studenten der FHS Bielefeld. Dabei sollte die „Altstadt wieder das Zentrum des Kurortes“ werden. Zu den Visionen die Verlagerung des Bahnhofs, ein neues Rathaus auf dem Sportplatz Gerstenbergkpromenade und als zukunftsträchtige Vision  eine Brücke von der Parkstraße zum Gradierwerk.

 

  1. Juli Bewertung des Anlagevermögens der kommunalen Kurbetriebe (priv)

In der Eröffnungsbilanz der kommunalen Kur-GmbH wurde der Grund und Boden mit 8,4 Mio. DM, die Gebäude mit 2,25 Mio. DM, die Betriebseinrichtungen und die Geschäftsausstattung mit Null bewertet. Den drei kommunalen Kurgesellschaften erhielten dann ihren Anteil als Kapitalrücklage der Gesellschafterin.

 

  1. Juli Wirtschaftliche Perspektiven der Stadt und der Hotellerie (NTB)

Im Gespräch erklärte der Bürgermeister, dass „der Kurbetrieb unangefochten die Nummer 1“ sei und bis 1995 insgesamt 7 Kliniken gebaut und rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Bis dahin wäre auch das geplante Gewerbegebiet in Fränkenau verkauft. Für den individuellen Gästeverkehr würden 300 Hotelbetten benötigt, dann hieß es „Bad Kösen kommt vor Baden-Baden“.

Ein zweiter Beitrag befasste sich mit dem Engagement der Familie Becker, die das bisherige Ferienheim der Kyffhäuserhütte Artern bereits erworben und binnen kürzester Zeit auf den Standard der alten Bundesländer gebracht hatte. Den „Kurgarten“ hatte man von der Treuhandanstalt gepachtet und die Rückgabe beantragt. Dabei berief man sich darauf, dass sich der „Kurgarten“ von 1928 bis zur Enteignung 1954 im Familienbesitz befand. Das traf allerdings nicht zu, denn der „Kurgarten“ gehörte der „Hennenbrauerei AG“ (s.a. Einwohnerbuch 1935), und Wilhelm Becker hatte ihn gepachtet. Die Hennenbrauerei AG wurde 1954 enteignet und die HO hatte den bisherigen Pächter belassen.

 

  1. Juli Vorhaben der „Modellstadt Tourismus“ (NTB)

Für die 13 Maßnahmen waren 35,4 Mio. DM geplant, davon 31,8 Mio. Fördermittel und 3,56 Mio. Eigenmittel der Stadt. Zu den Objekten gehörten die „Wilhelmsburg“ (Zufahrtstraße, Entwässerung für 100 TDM), Rudelsburg (Sanierung, PP Saaleck für 8,4 Mio.), „Himmelreich“ (Zufahrt für 250 TDM), Fischhaus (Fähre, Heizung für 83 TDM), alter Kurpark (4,5 Mio.DM) Stadtbibliothek (387 TDM) Bootsanleger „Katze“ (10 TDM), Kegelbahn (56 TDM) Campingplatz (5,67 Mio.DM) Jugendherberge (983 TDM), Infosystem (258 TDM) und die Hangsicherung im Bereich der Rudelsburg  (569 TDM). Die Sanierung der Salinentechnik, der Solebrunnen, dem Neubau des Thermalbades, von Toilettenanlagen und dem Parkplatz Uferstraße waren mit 14 Mio. DM geplant.  Da die Mittel noch im gleichen Jahr verbaut werden mussten, dass aber auch beim besten Willen nicht zu schaffen war, stellten die beauftragten Büros und Firmen per 31. 12. die Gesamtleistung der Stadt als Auftraggeber in Rechnung. Die Zahlungen erfolgten auf Zwischenkonten und wurden 1992 im Zuge des Baufortschritts freigegeben. 

Nach einer Gesamtabrechnung betrugen die Gesamtinvestitionskosten 45,173 Mio. DM,  davon waren 35,562 Mio. DM bewilligte Fördermittel. Die Ist-Kosten beliefen sich auf 48,206 Mio. DM. Demzufolge betrug die Belastung für den Stadthaushalt 12,644 Mio. DM, die nun über Kommunaldarlehen finanziert wurden, womit hier bereits der städtische Haushalt an die Grenze der Belastbarkeit kam

 

  1. Juli Entwurf des Verkehrskonzeptes (MZ)

Das Büro Zillinger stellte ein Konzept vor, dass den Belangen eines Kurortes bezüglich der Verkehrsberuhigung und der Vermeidung von übermäßigen Belastungen durch die Bundesstraße entsprach. Um die Verbindung zwischen dem unteren und den oberen Kuranlagen zu verbessern, wurde auch die Installation einer Seilbahn erwogen.

 

  1. Aug. „Strandfest“ im Schwimmbad (NTB).

Zum Saisonende erklärte der Bürgermeister, dass der Zustand des Freibades eine weitere Nutzung nicht gewährleistet und Reparaturen unnötige Geldverschwendung wären. Schließlich könnte man für ein neues Spaßbad auch Fördermittel bekommen. Während der Winterpause wurde die Anlage immer wieder von Vandalen heimgesucht. Trotzdem öffnete das Bad im Mai, war aber nur noch eingeschränkt nutzbar und schloss dann für immer Ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt wurde leichtfertig aufgegeben und erstmals wurden der Bürgermeister Dr. Schache und die Fraktionen von BKB und SPD öffentlich kritisiert. 

 

  1. Aug. Übergabe des Fördermittelbescheids für das Vorhaben „Modellstadt“ (NTB, MZ)

Wirtschaftsminister Rehberger überbringt während seines  Urlaubs 13 Förderbescheide über 35 Millionen DM persönlich, und meinte, man sollte „Nicht kleckern, sondern klotzen“ worauf Bürgermeister Dr. Schache erwiderte: „Wenn es Brei regnet, muß man mit dem Löffel unterwegs sein. (.) Mit den -zig Millionen können wir mit den großen Reden aufhören und große Taten sprechen lassen“. Kommentar des Redakteurs „Bad Kösen geht einer lichten Zukunft entgegen“.

 

  1. Aug. Darlehenszusage der Nord LB (priv)

Die Bank erklärte ihre Bereitschaft die Mittel als Darlehen bereitzustellen, wenn auszureichend Sicherheiten vorhanden wären. Die Vergabe eines zinsgünstigeren Kommunaldarlehens für eine  kommunale Gesellschaft war nicht Gegenstand der Verhandlungen. Weil es anhand der Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Bank absehbar war, dass der Kapitaldienst für das Darlehen mit marktüblichen Zinsen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb nicht erwirtschaftet werden konnte, verlangte die Bank neben der üblichen Absicherung im Grundbuch, eine Kommunalbürgschaft. Die wäre eigentlich nur bei der Gewährung von Kommunaldarlehen üblich und erübrigte andererseits die Absicherung im Grundbuch. Weil die absehbaren Risiken für die Gesellschafterin möglicherweise für kontroverse Diskussionen gesorgt und den Abschluss der Kreditverträge verzögert hätten, wurden weder Aufsichtsrat noch Gesellschafterversammlung einbezogen. 

 

  1. Aug. Erläuterung zur Übernahme der Villen Koch und Steuer von der BAK (priv)

Auf Anfrage der Treuhandanstalt teilte die Kombinatsleitung mit, dass der Betriebsakademie des KfL Halle die Villa vom Verwalter der in der BRD wohnenden Koch`schen Erben angeboten wurde. Der Kaufvertrag wurde am 30. 11.82 vor dem Notar Niederhausen in Naumburg abgeschlossen. Der Kaufpreis von 39.000 DDR Mark beruhte auf dem Wertgutachten eines Sachverständigen und wurde vom Rat des Kreises Abt. Preise genehmigt. Die Zahlung erfolgte über ein Treuhandkonto 1 zu 1 in DM.

Die Villa Steuer hatte der ehemaligen Besitzer Hoferecht der Stadt verkauft, als er 1969 offiziell in die BRD übersiedelte. 1979 wurde sie durch einen von oben angeordneten Rechtsträgerwechsel von der BAK übernommen. Statt der Zahlung eines Kaufpreises, verpflichtete sich das Kombinat f. Landtechnik, einen Wohnblock (Galgenberg 1) zu bauen, in den neben den bisherigen Mietern der Villa weitere 6 Wohnungen von der Stadt belegt werden konnten. Nach Fertigstellung übernahm  die Stadt den Neubau in die Rechtsträgerschaft.

 

      Aug. Befahrung der Beyschlagquelle (Akte Solequellen IHU)

Außerdem wurde der untere Schacht freigelegt, der nach seiner Abdämmung vor fast 90 Jahren völlig in Vergessenheit geraten war, in einem Kellergewölbe wiederentdeckt, der in den letzten Jahrzehnten als Kohlenlager diente.

 

  1. Sep. Amtsleiterwechsel im Ordnungsamt (NTB)

Die Juristin G. Dechandt folgte R. Harlaux, der als Leiter der ZV-Ost zur Lielje Gruppe wechselte.

 

  1. Sep. Spatenstich für die Saale-REHA Klinik (NTB).

Im Rekordtempo waren sämtliche Baugenehmigungen erteilt worden, allerdings auch mit Auflagen hinsichtlich der Abwasserbehandlung und der Stromversorgung. Die Klinik glich ein modifiziertes Wiederverwendungsprojekt der gerade erst eröffneten Nordsee-Klinik I in St. Peter Ording. Die mit 200 Betten ausgestattete  Fachklinik für Orthopädie und Psychosomatik sollte am 2. Januar 1993 eröffnet werden.

Ärger gab es dann im Umweltausschuss, der über die vom Bauamt genehmigte Baumfällung nicht im Vorfeld angehört wurde.

 

  1. Sep. Bericht zum Planungsstand der Kläranlage (NTB)

Im Oktober sollten nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen werden. In der ersten Ausbaustufe war eine Kapazität für 6000 Einwohner vorgesehen.

 

  1. Sep. Abbruch vom „ Cafè am Gradierwerk“ (NTB).

Zwei Stunden brauchte der Bagger, um das in zweijähriger Feierabendarbeit errichtete, nicht besonders ansehnliches Objekt dem Erdboden gleich zu machen.

 

  1. Sep. Wiedereröffnung der Diskothek „Zur Katze“ (NTB).

Der Pächter der Diskothek  erwarb dann auch das gesamte Objekt von der Stadt.

 

  1. Sep. Informationsveranstaltung der Stadtverordneten zur Stadtsanierung (NTB)

Im August hatte das Büro Rittmannsperger die vorbereitende Untersuchung und die Rahmenplanung für die Stadtsanierung auf einer 35 Hektar großen Fläche beiderseits der Saale abgeschlossen. Der Zustand der meisten Wohngebäude im Untersuchungsbereich war problematisch. Dazu kamen strukturelle Mängel, wie die Verkehrserschließung und städtebauliche Missstände bei der Mühle und dem Bahnhof.

 

  1. Sep. Abschlussbericht des Ausschusses „Göttersitz“ (NTB).

Am 30. 07. 1991 hatte der 1. Zivilsenat des Bezirksgerichtes in Sachen „Göttersitz“ festgestellt, dass die im November 1990 erfolgte Einweisung der Besitzerin in eine Pflegeeinrichtung und die Anordnung der Gebrechlichkeitspflegschaft unter Verletzung geltenden Rechts erfolgte und diese daher aufzuheben ist.

Daraufhin hatte der Kreistag einen Ausschuss berufen, der prüfen sollte, inwiefern ein schuldhaftes Verhalten von Mitarbeitern der Kreisverwaltung (Kreisarzt, Gesundheits- und Sozialamt) vorliegt (Drucksache Nr. 100 vom 27. Juli 1991). Der Ausschuss sichtete in sechs Sitzungen alle Unterlagen und befragte die beteiligten Mitarbeiter, die von ihrer Schweigepflicht entbunden wurden. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass der Kreisarzt seine Amtspflichten verletzt habe. Der Vorsitzende des zeitweiligen Ausschusses, Hahn beantragte, die Entlassung des Kreisarztes wegen gravierender Verstöße gegen dessen Amtspflichten und sprach den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes eine Missbilligung wegen irreführender und falscher Aussagen aus.

Der nach der ungerechtfertigten Einweisung in ein Pflegeheim durch den gerichtlich bestellten Vormund erfolgte Verkauf des „Göttersitz“ an Unternehmer E. Seifert war nicht Gegenstand der Verhandlung vor dem Bezirksgericht. Dagegen musste die Betroffenen selbst Klage einreichen.

 

  1. Sep. „Weinstraße von Kösen bis nach Steigra“ (NTB)

Die Zusammenkunft zum Thema Fremdenverkehr befasste mit der Einrichtung eines Informations- und  Orientierungssystems, der Einrichtung von Waldlehrpfaden, den Ausbau von Wander- und Radwegen sowie die Konzeption der Weinstraße an Saale und Unstrut.

 

  1. Sep. Übertragung der Grundstücke des „Mutigen Ritters“ (Hisecke UR 2519/91, priv)

Die Stadt übergab die für den Klinikbetrieb erforderlichen Grundstücke und Immobilien, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Hass & Haas, Gießen mit 3.568 Mio. DM neu bewertet wurden, als Kapitalrücklage der Gesellschafterin in die Bilanz eingestellt wurden. In gleicher Weise wurde mit der Kinder-REHA und der Kurbetriebsgesellschaft verfahren.

 

  1. Okt. Arbeitsbesuch des Regierungspräsidenten Kleine (NTB).

Der äußerte erhebliche Zweifel, dass die Stadt die bereits bewilligten Mittel im laufenden Jahr noch verbauen würde und eine Übertragung nach 1992 sei nicht möglich. Auf den ablehnenden Bescheid von Fördermitteln für einen Schwimmbadneubau angesprochen, erklärte Kleine „Als Landes- und Bezirksregierung haben wir uns schon den Kopf zerbrochen, ob wir der Stadt noch weitere Belastungen auf ihre schmalen Schultern legen durften (.) Zunächst komme es erst einmal darauf an, den großen Kuchen aufzuessen, der in Form von über 30 Mio. Mark zu Buche steht.“

 

  1. Okt. Baubeginn am Bettenhaus „Elisabeth-Neubau“ (NTB).

Der Neubau verfügte über 80 Betten, womit sich die Gesamtbettenzahl der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ auf 175 Patienten  erhöhte, und man glaubte, dass dann ein kostendeckender Klinikbetrieb erreicht würde. Allerdings war das Gesamtobjekt „Elisabeth“ bereits so konzipiert, dass es auch als eigenständige Einheit (Gastronomie, Privatsanatorium) betrieben werden konnte.

 

  1. Okt. Straßenfest auf der Ringstraße (NTB).

Anlässlich des ersten Jahrestages der Wiedervereinigung wurde die Straße eingeweiht. Danach kam es wegen fehlender Grundstücksnachweise und baurechtlicher Genehmigungen zu Differenzen  zwischen der Stadt, der Landesschule, dem Landkreis und der Treuhandanstalt.

 

  1. Okt. Eröffnung der Rettungswache der Johanniter-Unfallhilfe im Rechenberg 27 (priv)

 

  1. Okt. Reprivatisierung der Wäscherei im Kalkwerk (NTB).

Die Erben der Fa. Felske übernahmen den Betriebsteil des Service-Center Naumburg GmbH, die aus dem VEB (K) Dienstleistungskombinat hervorgegangen war.

 

  1. Okt. Unterzeichnung der ersten beiden Darlehensverträge mit der Nord-LB (priv)

Ohne den Beschluss der städtischen Gremien unterschrieb H. Lielje die beiden Verträge. Für die   REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH, Bad Kösen-Löhne, Lange Str. 13 wurden 13 Mio. DM mit einem Zinssatz von 8,95 % und einer Tilgung von 2 % ausgereicht. Die Zinsbindungsfrist war auf  20 Jahre festgesetzt. Die Kinder REHA „Am Nicolausholz“, deren Sitz ebenfalls mit Löhne angegeben war, erhielt 2,2 Mio. DM zu gleichen Konditionen.

Allerdings wurden die Darlehen erst Eintragung der Grundschuld bzw. einer von der Kommunalaufsicht genehmigten Bürgschaft der Stadt ausgezahlt.

Die Auszahlung erfolgte auf die Firmenkonten der kommunalen Kliniken, die von der UGL Lielje in Löhne geführt wurden, wo die gesamte Buchhaltung erfolgte. Eine Kontrolle seitens der kommunalen Gremien war somit nicht gegeben, wurde aber aus naheliegenden Gründen weder von der Stadtverwaltung noch von den Aufsichtsgremien verlangt. Die Aufforderung, nach der Entbindung der UGL von der Geschäftsführung, die Abrechnungsunterlagen der  Bau-Bauneben-, Planungs- und Finanzierungskosten den Kliniken auszuhändigen, wurde abgewiesen, weil diese nicht mehr vorhanden wären. 

 

  1. Okt. Baubeginn für den neuen Campingplatz (NTB).

Das war das erste Vorhaben der „Modellstadt Tourismus“, für deren Realisierung der erforderliche Aufstellungsbeschluss zur 8. Stadtratssitzung gefasst wurde.

Geplant waren 100 Caravan-Stellplätze für Dauer- und Durchgangscamper, dazu zwei Sanitär- und ein Mehrzweckgebäude. Die geplanten 100 Zeltplätze im vorderen Teil wurden dann aber nicht realisiert. Mit den Besitzern der ehemaligen Ferien-Bungalows, die bis 1993 Bestandsschutz hatten, strebte man eine einvernehmliche Lösung für eine vorzeitige Kündigung an.

 

  1. Nov. 7. Ratssitzung (MZ, NTB).

Beschlossen wurde der Kauf des ehemaligen Kinderheim Salinenstraße 5 (B 68-7/91) für 550.000 DM für das die Klemm`schen Erben einen Restitutionsantrag gestellt hatten. Außerdem wurden eine erste Stasi-Überprüfung der Stadträte und Verwaltungsangestellten sowie die Festlegung des Sanierungsgebietes beschlossen.

Abgelehnt wurde die vom Landkreis angestrebte Beteiligung an der Kurbetriebsgesellschaft (B 64-7/91). Das hatte Landrat Hütter anlässlich der Eröffnung der kommunalen REHA-Klinik angekündigt, und inzwischen war dazu auch der Beschluss gefasst worden. Daraufhin hatte die Kommunalaufsicht des Landkreises die Bürgschaften der Stadt für ihre Kurgesellschaften genehmigt, wohl wissend, dass der städtische Haushalt schon bei der Refinanzierung der bereits aufgenommenen Kredite und die Eigenmittel für die „Modellstadt Tourismus“ überfordert war. Daher hätte die Beteiligung des Landkreises die finanzielle Situation entspannt. Das lehnte die Stadtverordneten von BKB und SPD ab, um möglichst den Einblick in das finanzielle Netzwerk zwischen Stadt, Kurbetrieb und UGL zu verhindern.

 

  1. Nov. „Startschuß für den sozialen Wohnungsbau“ (NTB)

Im 1. Bauabschnitt sollten hier zunächst 3 dreigeschossige Blöcke  mit 72 Wohnungen nach den Normativen des sozialen Wohnungsbaus entstehen. Für die zentrale Beheizung wurde das Heizhaus „Russenblock“ zunächst auf Ölheizung umgerüstet. Für die Warmwasserbereitung musste man aber auf Gasgeräte zurückgreifen. Problematisch war die  Bereitstellung der notwendigen Stromkapazität und für die Abwasserableitung wurde eine befristete Genehmigung für die Einleitung in die 3-Kammer-Grube am „Russenblock“ erteilt.

 

  1. Nov. Die Fa. Dr. Schache Bau wird mit der Sanierung der Rudelsburg beauftragt (priv)

Somit waren Auftraggeber (Stadt Bad Kösen, vertreten durch den Bürgermeister Dr. Schache) und Generalauftragnehmer identisch, Transparenz und „Vier-Augen-System“ somit nicht gewährleistet (s. MDR- FS v. 15. 01.2014 EXAKT „Dubiose Fördermittel“).  

Am 26. November begannen die Arbeiten, nachdem man dem dortigen Pächter zugesichert hatte, ihm ie Bewirtschaftung der Gaststätte für 25 Jahre zu verpachten. Das mit 8,5 Mio. DM veranschlagte Vorhaben, war deutlich teurer als der Neubau des Solethermalbades im Kurpark, für den 7,5 Mio. DM  veranschlagt waren.

Im Jahr 2000 stellte der „Zeitweilige Untersuchungsausschuss“ fest, dass die Firma  bis  zum 13. Februar 1992 insgesamt 4,59 Mio. DM pauschal abgerechnet hatte, ohne dass eine Leistung erbracht wurde. Zwar war das eine durchaus übliche und geduldete Praxis, wenn Fördermittel nicht im Bewilligungsjahr verbraucht wurden. Dann stellte der Auftragnehmer eine „Scheinrechnung“ aus, der Betrag kam auf ein Treuhandkonto, die Rechnungslegung erfolgte dann nach Baufortschritt, wobei für die Freigabe des Geldes AG und GAN gemeinsam zeichnungsberechtigt waren.

 

  1. Nov. Umwandlung der LPG Saaleck (NTB)

Die „Saaleck-Landwirtschafts GmbH“ hatte 20 Beschäftigte, 425 Hektar Feld, eine Rinderherde und eine Schweinezucht. Geschäftsführer war Ralf Näher (PDS).

 

  1. Nov. Bürgerversammlung und öffentliche Sitzung des Bauausschusses (NTB).

Vorgestellt wurden die Bebauungspläne „Seekurpark-Galgenberg“ die Wohnungsbaustandorte „östlich Kukulauer Straße“ und „Rechenberg“ mit rund 200 Wohnungen in Einzel- und Reihenhausbebauung, das Sportzentrum „Ziegeleiloch“ mit Stadion, Mehrzweckhalle und Tennisplätzen, der Gewerbepark Fränkenau, und das Sanierungsgebiet „Zentrum-Naumburger Straße“ und „Mühle“.

 

  1. Nov. Pachtvertrag über das Schweißkabinett (priv)

Die Saale-Technik GmbH Fränkenau und die Bildungs-und Service GmbH vereinbarten einen Pachtvertrag über 5 Jahre mit einer Monatsnettopacht von 2.272 DM. Für die Bildungs- und Service GmbH unterzeichnete der GF H. Fritz mit Genehmigung des Liquidators der LAFA AG und für die Saale Technik GmbH der GF Böttcher.

Am Jahresende wurde die Saale Technik GmbH von der Treuhandanstalt an eine Schweizer Holding verkauft und nannte sich nun Kroll-Saaletechnik  GmbH.

 

  1. Nov. Der Bürgermeister beauftragt die Sanierung der Solequellen (priv).

Für den Borlachschacht wurden 321 TDM, für die Neue Quelle 307 TDM und für die Beyschlagquelle 299 TDM aus dem Förderprogramm „Modellstadt Tourismus“ bereitgestellt. Die Vergabe erfolgte freihändig.

 

  1. Nov. Die FDP kündigt die „Große Koalition“ im Stadtparlament (NTB).

Dazu erklärte der Fraktionschef „Ein unsererseits kritisches Herangehen an die für uns alle geltenden neuen Anforderungen werden als Nörglertum und Bremsertum  abqualifiziert. Das kommt aus der Ecke der Bürgerbewegung und Teilen der SPD“. Die CDU-Fraktion  folgte diesem Schritt

 

  1. Nov. Bombendrohung im „Mutigen Ritter“ (NTB)

In der Nacht wurden alle Patienten evakuiert und in den anderen Häusern untergebracht. Glücklicherweise erwies es sich als blinder Alarm und die Chefärztin mutmaßte, dass der Täter die Entwicklung der Stadt zu einem modernen Kurort boykottierte um zu den „ruhigen alten Zeiten“ zurück zu kehren.

 

  1. Nov. 8. Stadtratssitzung (NTB).

Abgestimmt wurde über die Aufstellungsbeschlüsse für 5 Bebauungspläne, zwei Veränderungssperren und die Satzung des B-Planes (BV 72-8/91 bis 79-8/91).

Im Nachgang gab H. Lielje bekannt, dass ambulante Badegäste und Einwohner die Veranstaltungen im „Mutigen Ritter“ besuchen könnten, darüber hinaus gehende andere Nutzungen auch privater Art wären nicht möglich, denn „Die Einbindung der REHA-Klinik in die UGL waren und sind eine zwingende Voraussetzung  für den Erfolg“ und daher gelten für den „Mutige Ritter“ die gleichen Regeln wie für die  übrigen Lielje-Kliniken. „Eigentum und Betrieb sind also vollständig voneinander getrennte Problemkreise“ erklärte Lielje abschließend. Dennoch war ein Prospekt im Umlauf, bei dem der Uneingeweihte den Eindruck gewann, „daß der „Mutige Ritter“ ein alleiniges Kind der Firma Lielje wäre“

 

  1. Dez. Beschluss des Hauptausschusses zur Patronatserklärung (82-9/92/HA, priv).

Die Bürgschaft hatte der Landrat bereits am 05. September genehmigt, was offensichtlich mit dem Beschluss des Kreistages zusammenhing, sich als Gesellschafter an einem der städtischen  Kurbetriebe zu beteiligen.  

In der Begründung zum Beschluss heißt es „Auf Grund der langwierigen (.) Eintragung in das Grundbuch ist eine Sicherung der Kredite über das Grundbuch noch nicht möglich, daher ist die Patronatserklärung der Stadt Bad Kösen für die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ (34,3 Mio. DM) und der Kinder-REHA Klinik (2,2 Mio. DM) erforderlich“. Als gesetzliche Grundlage wurde die Kommunalverfassung der DDR vom 17. 5. 1990 angegeben, die aber durch den Beitritt in den Geltungsbereich des Grundgesetzes aufgehoben war.

Am 16. 12. schloss Hermann Lielje einen weiteren Darlehensvertrag für den „Mutigen Ritter“ über 11,6 Mio. DM ab, insgesamt also bisher 24,6 Mio. DM. Ein dritter Darlehensvertrag kam erst am 6. 9. 92 zustande, diesmal über 9,7 Mio. DM mit 9,1 %  Zinsen. Damit war der verbürgte Rahmen von 34,3 Mio. DM ausgeschöpft.  Der Kapitaldienst ab 1992 betrug rund 3 Mio. DM und konnte auch bei annähernd voller Belegung nach der Fertigstellung des Bettenhauses „Elisabeth“ nicht erwirtschaftet werden.

 

  1. Dez. Anlieferung einer neuen Querseil-Fähre am „Fischhaus“ (NTB)

Die wasserrechtliche Genehmigung nach DDR-Recht war verfallen und die Antragstellung für eine neue Genehmigung nach Bundesrecht hatte man vergessen. Der Fähranleger wurde nicht gebaut.

 

  1. Dez. Grundsteinlegung für den ersten Bauabschnitt sozialer Wohnungsbau (NTB).

Die Pläne für den mehrgeschossigen Wohnungsbau von 1987 waren entsprechend den Normativen  des sozialen Wohnungsbaues überarbeitet worden. Vorgesehen waren 72 Wohnungen in drei Blöcken, der erste und größte Neubau von belegungsgebundenen Wohnraum in Sachsen-Anhalt, was auch in den überregionalen Medien gewürdigt wurde. Rund 12 Mio. DM (ohne Erschließung) waren veranschlagt. Das Land bewilligte am 28. 11. ein Darlehen von 6,2 Mio. DM (priv.) sowie einen Aufwendungszuschuss zur Deckelung der Mieten von 2,5 Mio. DM. Dazu kam ein Darlehen der Rheinboden-Hypothekenbank von 6 Mio. DM, für das die Stadt bis zur Eintragung im Grundbuch eine Ausfallbürgschaft übernahm. Während für den Kredit des Landes nur Tilgung und eine Bearbeitungsgebühr in den kommenden 16 Jahren anfielen, betrugen die Annuitäten beim Bankendarlehen rund 600.000 DM.

Dazu meinte der Bürgermeister, dass es keine Alternative gab „auch wenn wir in drei Jahren pleite sind“. Das war die Stadt bereits, die Wohnungsgesellschaft folgte planmäßig 16 Jahre später, mit dem Auslaufen der Zinsfreistellung und des Aufwendungszuschusses. 

 

  1. Dez. GF-Anstellungsvertrag mit H. Lielje (priv)

Sein Jahresgehalt als GF der REHA-Klinik Mutiger Ritter betrug 76.320 DM zuzüglich eines Weihnachtsgeldes in Höhe des Monatsgehalts und entsprach dem Gehalt des Chefarztes. Außerdem war eine Tantieme vereinbart, die an den Jahresgewinn gebunden war. Weitere Anstellungsverträge bestanden mit der Kinder-REHA und der Kurbetriebsgesellschaft.

 

      Dez. Beurlaubung des Rektors der Landesschule (M. Haase/A. Hulsch-Wendejahre)

In dem im Leipziger Universitätsverlag 2018 erschienenen Buch wurden die Vorgänge geschildert. Demnach war Horn, vorher Lehrer in Meinerzhagen, nach der Amtsenthebung des bisherigen Rektors, durch Vermittlung des Pförtner Bundes von der Ev. Kirche von Westfalen als Rektor portensis ab dem Schuljahr 1990 berufen worden. In seine Amtszeit fiel die Entlassung des größten Teils der Lehrer und Erzieher, was ihm persönlich angelastet wurde.

Dazu kamen die teilweise chaotischen Zustände sowohl unter den Schülern (seit 1985 waren die Abiturstufen  der EOS Naumburg und seit 1990 die Schüler des aufgelösten Proseminars Naumburg in der Pforte), erheblicher baulicher Mängel und einer neu eingestellte jungen Lehrerschaft aus Ost und West, die  gerade ihr Referendariat beendet hatte. Da blieben Spannungen nicht aus, zumal sich Horn auch sehr eigenwillig für eine radikale Anpassung an das westdeutsche System einsetzte, was ihm bei vielen auf Unverständnis stieß.

Mit einer der Lehrerinnen hatte er ein Verhältnis, was dem Lehrkörper wohl nicht verborgen blieb. Anderswo hätte dies wohl kaum Beachtung gefunden. Aber die  Presse wurde informiert, die die „Besenkammeraffäre“ als „Sexskandal im roten Kloster“ groß herausbrachte. Ein Informant war der Elektromeister E. Seyfarth, den Horn die lukrative Bauleitung der Klosterkirche entzogen hatte und der sich damit rächte, der zweite der Bibliothekar Konetzny, dem Horn ideologisch diametral gegenüberstand, wobei sich erster auch zwei Jahrzehnte später als legitimer Sachwalter der Schule fühlte, wie er offen zugab.

Bei der Schulkonferenz am 3. Februar wurden die Eltern über die vom Kultusministerium angeordnete sofortige Entbindung des Rektors Horn  informiert und dies obwohl sich zahlreiche Eltern, Lehrer und selbst die Schulkonferenz für seinen Verbleib ausgesprochen hatten (NKB).

 

1992

  1. Feb. Gemeinsam Arbeitsberatung des Aufbaustabes der kommunalen Kliniken (NTB)

Mit der Wiederinbetriebnahme  der Kinder-Klinik am 17. April und der REHA Klinik „Mutiger Ritter“ am 02. Juli 1991 sowie den bevorstehenden Abschluss der Belegungsverträge mit der LVA Sachsen-Anhalt endete auch der Einsatz der 19 Aufbaubevollmächtigten. Gedankt wurde Dr. Hirsch, Frau Lewering und P. Oschatz, die „den Stein ins Rollen gebracht hatten“. N. Mosch wurde zum Quellenvogt ernannt und H. Lielje erhielt aus der Hand des Bürgermeisters eine DDR-Aktivistenurkunde samt Orden. 

225 der ehemals 430 Mitarbeiter des VSB wurden inzwischen von den städtischen Kurgesellschaften bzw. in der ZV-Ost übernommen. Für die Saale REHA Klinik wurde noch ein Teil der gekündigten Mitarbeiter auf deren Eignung überprüft.

 

  1. Feb. Stadtverordnetenversammlung (NTB)

Auf der Tagesordnung stand der Beschluss zum B-Plan „Ziegeleiloch“. Auf dem Acker zwischen den Kleingärten hinter dem Feuerwehrdepot und der Kläranlage waren ein Stadion, ein Trainingsplatz, eine Tennishalle, Tennisplätze, ein Centercourt, ein Vereinsheim und eine Mehrzweckhalle samt Nebenanlagen geplant. Über etwaige Kosten bzw. wer die Anlagen bauen sollte herrschte Unklarheit.  entstehen.

 

  1. Feb. Vororttermin mit der Bundesbahnverwaltung (NTB).

Nachdem bekannt geworden war, dass die DB die Strecke ein drittes Gleis bauen wollte, regte sich hier heftiger Widerspruch. Nicht nur Vertreter der Bahn sondern auch die Landesminister   Rehberger, Schreiber und Perschau wurden bei den ihren Besuchen über die damit verbundenen Auswirkungen für das Heilbad informiert.

 

  1. Feb. Insolvenz der „Sperrholz Formteile“ GmbH (NTB)

Grund waren die  völlig veralteten Produktionsanlagen und der Wegfall der bisherigen Absatzmärkte sowie eine völlig überforderte Geschäftsführung. Letztere gründete im  Gewerbegebiet Görschen die Holzbearbeitungswerk Bad Kösen GmbH & Co KG die die Produktion von Formteilen weiter führte.

 

  1. Feb. 9. Stadtratssitzung (NTB).

Beschlossen wurden eine aktualisierte Ortssatzung, eine Marktordnung sowie die Ausfallbürgschaften für die GWG. Wegen der fortgeschrittenen Zeit wurde die Sitzung am 09. März fortgesetzt. Einziger Tagesordnungspunkt war die Neuordnung und die Besetzung der Ausschüsse.

 

  1. Mär. Bundesfamilienministerin Rönsch besucht die „Schöne Aussicht“ (NTB)

Der Regierungshubschrauber landete auf dem Sportplatz am Gradierwerk

 

  1. Mär. Entscheid zum vermögensrechtlichen Anspruch auf das Haus „Elisabeth“ (priv)

Der Rückgabeanspruch der Erbin Griseldis Muschalla wurde vom Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen unter Verweis auf die Nutzungsänderung abgewiesen und der Antragstellerin eine finanzielle  Entschädigung in Aussicht gestellt, über deren Höhe erst nach Vorliegen der noch zu erlassenden Entschädigungsregelung entschieden werden sollte.

 

  1. Mär. Die Konsum-Verkaufsstelle in der Burgstraße wird geschlossen (NTB).

Dafür eröffnete am 05. Mai eine Filiale der Fleisch- und Wurstwaren GmbH Naumburg bezeichnenderweise im bisherigen Erotik-Shop,  Borlachstr. 36

 

  1. Mär. Vorlage der Bebauungspläne „Östl. Kukulauer Straße“ und „Rechenberg“ (NTB)

Der Plan vom Büro Dr. Simon wies 170 Bauplätze für Ein- und Mehrfamilienhäuser aus. Kritisiert wurden die eigenwillige Straßenführung, auch „Spagetti-System“ genannt,  mit etlichen Sackgassen und der unregelmäßige Zuschnitt der Grundstücke, was dadurch höhere Erschließungskosten zu erwarten waren. Während einige Rahmenbedingungen wie Geschosszahl, Bauhöhe und Dachdeckungen vorgeschrieben waren, konnten „entsprechend den Raumgegebenheiten (.) individuelle Lösungen“ praktizierte werden, die sich in die städtebauliche Umgebung einpassen. 

 

  1. Mär. Satzung über die Benutzung der Kindertagesstätten (Kurstadt Kurier)

Außerdem trat die Gebührenordnung für die Sondernutzung öffentlicher Straßen in Kraft 

 

  1. Mär. „Wunder von Bad Kösen nimmt weiter Gestalt an“ (NTB)

„Das ehrgeizige Ziel ist klar, Bad Kösen soll den alten Glanz eines Vorzeige-Bades von europäischen Ruf zurückgewinnen und zum Kurort Nr. 1 im Osten Deutschlands werden. Zeit dürfen wir dabei nicht verlieren. Man befände sich in einem Wettlauf, in dem klare Konzepte, schnelle Entschlüsse und forciertes Tempo zählen“ so Bürgermeister Dr. Schache und weiter „was in Bad Kösen in puncto konzeptioneller Planung abläuft, ist reinster Anschauungsunterricht für Kommunen im Osten“

Außerdem kündigte er an, dass nach der Fertigstellung des Solethermalbades und der Rudelsburg das Sportzentrum und das Erlebnisbad folgen würden. 

 

  1. Mär. Versorgungsvertrag mit dem Krankenkassenverband (priv)

Die Zulassung für den „Mutigen Ritter“ beschränkte sich auf Rehabilitationsmaßnahmen nach § 40 Abs. 2 SGB V der Indikationsgruppen 4, 7 und 13.  Anschlussheilbehandlungen waren wegen der Struktur der Einrichtung ausgeschlossen. Dennoch war die Belegung gut, auch wegen fehelender Konkurrenz. Allerdings war absehbar war, dass bei der Inbetriebnahme der REHA-Klinik der UGL mit gleichen Leistungsprofil und AHB Zulassung, die kommunale Einrichtung auf Dauer das Nachsehen haben würde.

 

  1. Mär. Richtfest am Haus „Elisabeth-Neubau“ (NTB)

„Wir sind in Bad Kösen wettbewerbsfähig für die Zukunft“ sagte H. Lielje in seiner Ansprache. „Ich hoffe, daß die ehrgeizigen Pläne, die wir uns in unserer Stadt zum Ziel gestellt haben, nicht von Stolpersteinen beeinträchtigt werden“ meinte der Bürgermeister in weiser Voraussicht.  

 

  1. Apr. Einrichtung einer Seniorenbegegnungsstätte im Rechenberg 27 (priv.)

 

  1. Apr. Verleihung des Bergrechts zur Solegewinnung (UR II-A-d-32/92).

Das Landesamt für Geologie und Bergwesen überließ der Kurbetriebsgesellschaft die Förderung von Sole unter der Maßgabe einen Betriebsplan mit einem Gutachten über den Zustand des Solschachtes einzureichen. Die Bergbauberechtigung umfasste ein Bewilligungsfeld von 289.000  Hektar.                  

 

  1. Apr. 10. Stadtverordnetenversammlung (NTB)

In der Bürgerfragestunde wurde die Belästigungen durch den Verkehr zum Kalkwerk beklagt und eine Verlegung des Schwerlastverkehrs gefordert. Auf die Frage wie man mit Bediensteten der Stadtverwaltung umgehen sollte, die einer Überprüfung seitens der Gauck-Behörde nicht zustimmten, meinte der Bürgermeister „So leid es mir tut, da wird man sich von diesen Leuten trennen müssen“. Der Vorschlag, das Schwimmbad wieder herzustellen, wurde wegen des hohen Aufwandes als nicht realisierbar eingeschätzt und auf den Neubau eines Bades verwiesen, wofür man allerdings noch einen Investor und Betreiber sucht. 

Auf der Tagesordnung standen u.a. die Vorstellung des neuen Rechtsberaters O. Zezula,  die Bereitstellung von Mitteln für ein Bildhauersymposium sowie ein mögliches Engagement der Stadt nach der Insolvenz der Sperrholzformteile GmbH.

 

  1. Mai Interview mit dem Bürgermeister (NTB)

Im Rückblick auf die zwei Jahre seiner Amtszeit meinte Dr. Schache „Unter dem Halbzeitstrich steht ein Ergebnis, das man eigentlich zum Abschluß der Wahlperiode erreichen wollte“. Auf die Frage über die Bezahlbarkeit, antwortete Schache „Natürlich will ich nicht verhehlen, daß bei solch riesigen Baumaßnahmen (80 Millionen 1991/1992) nicht alles so planmäßig verläuft (.) Nun stehen wir vor der Situation, daß mehr verbraucht wird als vorhanden ist. Da wird wohl eine zusätzliche Belastung auf die Stadtkasse zukommen. Beispielsweise bei der Rudelsburg (.) dazu gehört die Gasleitung, die nicht geplant war oder das Vorhaben Weinkeller“. Weil sich einige Abgeordnete wegen zahlreicher Beschlussfassungen im Nachgang überrumpelt fühlten, meinte der Bürgermeister „Zunächst muß ich dazu sagen, daß unsere Abgeordneten diese Dimensionen von Millioneninvestitionen  noch nie in ihrem Leben verantwortet haben (.) Wir haben aber  auch (.) mit großem Risiko gearbeitet. Von meiner Seite ausgehend führe ich die Stadt ein bißchen wie ein Manager  (.) aber ohne diesen Führungsstil wäre der wirtschaftliche Aufschwung  (.) nicht möglich gewesen 

 

  1. Mai Gründung des Schützenvereins 1832 e.V. (NTB).

Nach 50jähriger Zwangspause wurde der Verein wieder aus der Taufe gehoben.

 

  1. Mai Bericht zum Stand der Arbeiten im unteren Kurpark (NTB)

Gegenwärtig wurde der Zulauf zum Schwanenteich neu gestaltet und am Ablauf die Auflager für eine Holzbrücke zum Therapiezentrum betoniert. Die Sanierungsarbeiten der Herzog-Georg Halle standen vor dem Abschluss, die Anschüsse für das Wassertretbecken waren verlegt und an der Beyschlagquelle wurde ein 200 Stunden andauernder Pumpversuch beendet. 

Informiert wurde, dass zum Saisonbeginn die Fähre und die Motorboote der „Bad Kösener Weißen Flotte“ verpachtet werden.

 

      Mai  Gutachten zu den Solequellen (IHU Ges. f. Geologie, Leimbach). 

Darin wurde die Wahrscheinlichkeit für das Auffinden weiterer Solequellen in 700 Metern Tiefe im Zechstein als recht hoch eingeschätzt, allerdings könnte man über die Menge und die Konzentration keine Aussage treffen. Ebenso ungewiss wären die Auswirkungen auf die vorhandenen Quellen. Auch von einer weiteren Sole-Bohrung im „Russenfeld“ für die REHA-Kliniken wurde abgeraten.

Daraufhin einigten sich die Stadt als Inhaber der Gewinnungsrechte mit der Lielje-Gruppe auf den  Bau von zwei Soleleitungen, eine für die niedrigprozentige Sole der Neuen Quelle und eine für die höherprozentige von der Beyschlagbohrung, dazu eine Brauchwasserleitung aus dem Brunnen  vor dem Badehaus. Die drei Leitungen verliefen durch die Saale, entlang der Loreleypromenade über den Borlachschacht zum Gradierwerk bis zu den Zwischenbehältern an der Saale-REHA Klinik 1. Da weder die Stadt noch die Kurbetriebsgesellschaft die Mittel aufbringen konnte, übernahm die REHA-Klinik die Vorfinanzierung. Im Soleliefervertrag wurde dann vereinbart, dass diese Kosten mit dem Solebezugspreis und ggf. mit der Kurtaxe verrechnet werden. Beim Bau der Saale REHA II wurden diese Leitungen bis zum Zwischenbehälter an der Elly-Kutscher Straße verlegt und in gleicher Weise verfahren. Letztlich betrugen die Verbindlichkeiten der Kurbetriebsgesellschaft gegenüber den Kliniken der UGL auf 2,3 Mio. DM. aus der Vorfinanzierung des Leitungsbaus. 

 

  1. Mai Aufnahme in das Städtebau-Förderprogramm des Landes (NTB).

In einem festgelegten Gebiet der Stadt konnten Bundes- und Landesmitteln in Kombination mit Eigenmitteln der Stadt  für öffentliche und private Bauvorhaben  ausgereicht werden.

Die erste Bestandsaufnahme ergab, dass von den 182 Hauptgebäuden im Untersuchungsgebiet 68 % deutliche Schäden bzw. schwere konstruktive Schäden und lediglich 32 % leichte Schäden oder nicht sichtbare Schäden aufwiesen.   

 

      Mai Neuauflage einer Werbebroschüre (priv)

Nach 65 Jahren veranlaßte H. Lielje den originalgetreuen Nachdruck eines Werbeprospekts vom Jahr 1927, um damit „Bad Kösen wieder in die erste Linie der deutschen Heilbäder“ zu bringen.

 

  1. Juni Privatisierung der „Schönen Aussicht“ (NTB).

Nach der Beilegung der Differenzen mit der Treuhandanstalt und der Übertragung der Bad Kösener Bildungs-und Service GmbH an die Stadt, hatte der Stadtrat einer Privatisierung der gastronomisch nutzbaren Teile des Anwesens zugestimmt. Neue Besitzerin war die bisherige Betriebsökonomin im VEG Weingut Ilona Fritz. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde die Gaststätte am 1. Januar 1993 eröffnet. Den Verkauf der beiden Villen behielt sich die Treuhandanstalt vor. Der Kaufpreis der „gelben Villa“ wurde im NTB vom 22. Jan. mit rund 1 Mio. DM angegeben, wofür es „finanzkräftige Bewerber, unter anderem auch aus Bad Kösen“ gab.

 

  1. Juni Schweres Unwetter (NTB).

Nach einem Wolkenbruch standen die tiefer gelegenen Straßen der Altstadt unter Wasser. Die FFW 12 meldete Einsätze in der Ortslage.

 

  1. Juni Brunnenfest (NTB).

In der Festbroschüre, gesponsert von fast allen ortsansässigen Betrieben, hieß es „Erstes Brunnenfest in der Bundesrepublik Deutschland, unter Regie des Brunnenfestausschusses und mit bescheidenen Leistungen für den Neubeginn“. Der Festzug mit 20 Bildern führte von der Burgstraße über den Rechenberg zum Festplatz Uferstraße.

 

  1. Juni Vorentwurf für eine Tiefgarage (priv).

Auf Anregung von H. Lielje hatte das Büro Wiethüchter eine Tiefgarage mit 136 Einstellplätzen zwischen dem Russenblock und dem 2. BA. Niddaer Straße geplant. Die Baukosten wurden mit 4 Mio. DM beziffert, die man über die Stellplatzgebühren refinanzieren könne. Allerdings befand sich hier bereits ein Garagenkomplex, weswegen deren Besitzer gegen einen derartigen Plan protestierten. Da aber auch eine Finanzierung mit Fördermitteln ausgeschlossen war, wurde der Plan ad acta gelegt.

 

  1. Juni Beauftragung einer Schallimmissionsstudie (NTB)

Die Stadt gehörte zu den 13 ausgewählten Orten in Sachsen-Anhalt. Die Kosten trug zu 95% das Land. Schwerpunkte waren die Brücke, die Bahnüberführung und die Rudelsburgpromande.

 

  1. Juni Bauausstellung im Bauamt (NTB)

Die stand unter der Überschrift „Wohnen in Bad Kösen- in reizvoller Landschaft in der Modellstadt für Kur, Freizeit Fremdenverkehr im Saaletal“ und sollte das Interesse für die neuen Baugebiete wecken.

 

  1. Juni Festwoche zum 100jährigen Bestehen der Bergschule (NTB)

 

  1. Juni Förderbescheid für den 2. BA sozialer Wohnungsbau (NTB, priv).

Aus dem Wohnungsbauprogramm des Landes wurde ein zinsloses Baudarlehen von 6.96 Mio. DM bewilligt. Dazu kamen weitere 2,345 Mio. für die Subventionierung der Mieten in den kommenden 16 Jahren. Die Restfinanzierung von 6 Mio. DM stellte wiederum die Rheinboden-Hypothekenbank. Das sonst übliche Eigenkapital der Gesellschaft oder eine Kapitaleinlage der Gesellschafterin waren wie beim ersten Bauabschnitt nicht mehr möglich „Die Kommune (ist) mit ihren Investitionen am Ende“ versicherte der Bürgermeister.

 

  1. Juli Rückübertragung der PEBE Kunststofftechnik (NTB, Ilse Bernhardt 1998)

Nach den Aufzeichnungen der ehemaligen und neuen Eigentümerin lagen zu Zeitpunkt der Übernahme unbezahlte Rechnungen in Höhe von 1 Mio. DM vor. Außerdem musste sie sich verpflichten, alle 45 Beschäftigten zu übernehmen und in den nächsten 2 Jahren 2.270 TDM zu investieren. Wegen Differenzen mit dem Geschäftsführer zog sie sich nach 2 Jahren aus dem Betrieb zurück. 

 

  1. Juli Eingemeindungen und Einrichtung der Verwaltungsgemeinschaft (NTB).

Hassenhausen und Punschrau hatten sich mit Bürgerentscheid für eine Eingemeindung entschieden.  Ober- und Niedermöllern, Pomnitz, Taugwitz, Poppel, Zäckwar, Benndorf, Spielberg und Rehehausen, Klosterhäseler und Crölpa-Löbschütz stimmten für eine Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Bad Kösen. Der Bürgermeister wurde nun auch deren Chef mit den entsprechenden Bezügen. Die Verwaltung erhielt fünf Amtsbereiche (Hauptamt-Dechandt, Ordnungsamt-Geidel; Kämmerei-Zipfel, Kulturamt-Dr. Böhm, Bauamt-Marten). Die Angestellten der VG wurden übernommen und in die städtische Verwaltung integriert. Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Bad Kösen-Klosterhäseler-Möllern-Spielberg  war der „Kurstadt Kurier“, der monatlich kostenlos an alle Haushalte verteilt wurde.

 

  1. Juli 3. Internationales Bildhauer-Symposium (NTB).

An dem vom Hallenser Bildhauer Peter Fiedler (BBK Sachsen-Anhalt) organisierten Plain-Air waren 7 Künstler u. a, aus Großbritannien, USA, Slowakei, und Kolumbien beteiligt. Die Schirmherr MP Münch, eröffnete die Veranstaltung. Die in den sechs Wochen geschaffenen Skulpturen verblieben als Dauerleihgabe in den Parkanlagen. 

 

  1. Juli Anweisung des GF der GWG (priv)

Inzwischen hatte das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen die Grundstücke benannt, die sich im Zuständigkeitsbereich der GWG und für die ein Rückführungsanspruch fristgemäß eingereicht wurde. Bis zur endgültigen Entscheidung durften nur noch „zwingend erforderliche Leistungen“ zur Erhaltung des Wohnraums erbracht werden, soweit diese aus der eingehenden Miete finanzierbar waren. 

 

  1. Juli Freigabe des Parkplatzes Uferstraße (NTB).

 

  1. Juli Familie Schache kauft die Kösener Spielzeug GmbH (NTB, mdr-aktuell 27.02.20).

Die traditionsreiche Firma stand kurz vor der Schließung, da es für die Produkte kaum noch Abnehmer gab. Nachdem der Interessent Steiff von einem Kauf Abstand  genommen hatte, kaufte der Bürgermeister den Betrieb für 100.000 DM von der Treuhandanstalt. Von den derzeit 80 von ehemals  185 Beschäftigten wurden  45 übernommen, mit denen die Produktion von naturnah gestalteten, hochwertigen Plüschtieren auf Sparflamme weitergeführt wurde.

 

  1. Juli Abbruch der Kofferannahme am Bahnhof (NTB).

Zuletzt war wurde sie als Verkaufsladen für Raumtextilien genutzt.

 

  1. Juli Veröffentlichung der Mitarbeiter der Kreisdienststellen des MfS (Bild-Zeitung)

Die Dienststelle Naumburg (Abteilung 00/52) hatte  35 hauptamtliche Mitarbeiter, darunter B. G. Bad Kösen.

 

  1. Aug. Totalschaden des Mühlengebäudes in Schulpforte nach einem Großbrand (NTB).

Einige Mieter wurden zunächst in der Landesschule und dann im „Vorwärts“ notdürftig untergebracht.

 

  1. Aug. Bericht über das Kalkwerk (NTB)

Inzwischen hatte die Treuhandanstalt das Werk an ein Konsortium aus den alten Bundesländern verkauft, mit der Zusicherung des uneingeschränkten Abbaus entsprechend den bisher geltenden Bergbaurechten. 3000 t Kalkstein als Zuschlagstoff für Bitumen und Beton verließen täglich das Werk per Bahn und Achse. Um einige öffentlich kritisierte Staubemission einzuschränken, wurde die Brecheranlage verkleidet. Dagegen blieben die Staubbelastungen bei der Verladung und beim Transport durch die Stadt.

 

  1. Aug. Sitzung des Aufsichtsrats der kommunalen Kinder REHA (priv).

Für das Haus „Zwergenreich“, Käthe-Kruse Str. 4 hatte die Vorbesitzer (Ohms Erben) einen Rückführungsanspruch gestellt. Wegen der Nutzungsänderung hätte das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen den Anspruch bei Zahlung einer Entschädigung aus Bundesmitteln abgewiesen. Hier entscheid man sich, dem Antragsteller 175.000 DM zu zahlen, wenn  er den Rückgabeanspruch zurücknimmt.

 

  1. Aug Große Heilwasseranalyse der Beyschlagquelle (Hydrotest GmbH Bad Elster)

Die Analyse der Solequellen erfolgte entsprechend den „Begriffsbestimmungen des DHV“ eine der Hauptvoraussetzungen für die Beantragung des Zertifikats „Heilbad“.

 

  1. Aug. Der Raiffeisenbaumarkt Gerstenbergkpromenade 6 wird geschlossen. (NTB)

 

  1. Sep. Wiedereröffnung der Diskothek „Katze“ (NTB).

 

  1. Sep. Dienstbeginn für den Stadtinspektor Ebert und die Politesse Schmidt (NTB)

 

  1. Sep. Wohnungsbrand in der Grünen Gasse 4 (NTB).

Mit dem Geld aus der Feuerversicherung wurden durch die GWG die ersten Wohnungen im Altbau umfassend saniert. Allerdings war das Haus selbst verbaut, so dass ein Totalabbruch wirtschaftlich sinnvoller gewesen wäre.

 

  1. Sep. Bericht zur Altstadtsanierung (NTB, priv.)

Im August stellte die AG Rittmannsperger-Kröger die „Vorbereitende Untersuchung und Rahmenplanung“ vor. Das förmlich festgesetzte Sanierungsgebiet umfasste 20 Hektar, mit insgesamt 200 Wohngebäuden aller Eigentumsformen, von denen 184 sanierungsbedürftig waren. Die Verkehrsführung und die  marode Infrastruktur waren ebenfalls höchst problematisch.

Vorgeschlagen wurde, bei drei leerstehenden Altbauten der GWG mit der umfassenden Sanierung zu beginnen (Burgstr. 9, Borlachstr. 17, Naumburger Str. 2).

Gleichzeitig wurden mit Fördermitteln die Dächer und Fassaden mehrere kommunaler  Mehrfamilienhäuser saniert (Burgstr. 22/24, Käthe Kruse Str. 19/20).  

 

  1. Sep. Spatenstich für die zentrale Kläranlage am Ziegeleiloch (NTB).

Wegen der Auflagen in den Baugenehmigungen für die REHA-Kliniken und für den sozialen Wohnungsbau sowie die geplanten Baugebiete war Eile geboten. Die Anlage war als eine der wenigen nicht überdimensioniert  und die Kostenumlage blieb daher im erträglichen Rahmen.

 

  1. Sep. Richtfest an der Saale REHA Klinik I (NTB)

 

  1. Sep. Gründung der Freien Wählergemeinschaft der BKB (NTB)

Zur Gemeinderatswahl 1991 hatte dir BKB die meisten Stimmen erhalten und ihre Fraktion dominierte den Rat. Als man dann die Wahlkampfkosten beantragte, wurde festgestellt, dass die BKB weder als Partei, Verein oder Wählerliste zugelassen war, sondern lediglich Einzelpersonen gewählt wurden, die nicht angemeldet waren und die auf Erstattungen keinen Anspruch hatten.

 

  1. Sep. Spatenstich für den 2. Bauabschnitt sozialer Wohnungsbau (NTB).

Es entstanden 73 Sozialwohnungen und 10 Geschäfte mit einer Gesamtinvestition von  12 Mio. DM.

Nicht berücksichtigt wurden die Kosten Anschlusskosten an die im Bau befindliche Kläranlage, die die Wohnungsgesellschaft bei Fälligkeit an den Rand der Zahlungsunfähigkeit brachte.

Doch wegen der Zinsfreistellung und der Mietzuschüsse zum „sozialverträglichen Wohnen“, die in den ersten Jahren der Kaltmiete entsprachen, waren die Einnahmen und Ausgaben aus der Bewirtschaftung ausgeglichen, wobei  Rücklagen nicht gebildet werden konnten.

 

  1. Sep. 12. Sitzung des Stadtrates (NTB).

Beschlossen wurde der Ankauf einer privaten Sammlung von Käthe-Kruse Puppen (B113-12/92),  der Bebauungsplan Gewerbegebiet Fränkenau sowie die Namensgebung Niddaer Straße für die Erschließungsstraße sozialer Wohnungsbau. Im nichtöffentlichen Teil wurde über die Vergabe der ersten Baugrundstücke am Rechenberg entschieden.

 

  1. Okt. Brand von Fertigraumzellen am Göttersitz (NTB).

Obwohl nie aufgeklärt, könnte dies eine Reaktion von Gegnern der Pläne für das Hotel  gewesen sein.

 

  1. Okt. „Kurortentwicklung mit weitreichender Perspektive“ (NTB)

Dabei verwies H. Lielje auf die anstehenden Investitionen, 2. BA Sozialer Wohnungsbau, städtische Kläranlage, Erschließung des  „größten Eigenheimstandortes“ in Sachsen-Anhalt, Fertigstellung des Campingplatzes, Bau des Sportzentrums und des neuen Freibades. „Die in absehbarer Zeit beginnende Gesamterschließung des ehemaligen Übungsgeländes zum neuen Kurgebiet, mache deutlich, daß Bad Kösen in seiner Entwicklung beispielhaft im Land Sachsen-Anhalt ist.“ 

 

  1. Okt. Unterwassersprengung für den Düker der Soletransportleitungen (NTB)

 

  1. Okt. Verabschiedung von Pastor H.-P. Hoeck (NTB).

 

  1. Okt. Großbrand in der Rudelsburgpromenade (NTB).

Die ehemalige Betriebsambulanz des Holzveredelungswerkes, die zuletzt an ein Fitnessstudio vermietet war, brannte völlig nieder. Am 22. November brannte es in der Kleingartenanlage und im Schwimmbad. Die Brandserie wurde nicht aufgeklärt.

 

  1. Okt. Meinungen zum „Wunder von Bad Kösen“ (NKB)

Wirtschaftsminister Rehberger-FDP „Der Wirtschaftsminister kann und will beitragen, daß Bad Kösen in den kommenden Jahren als Kleinod im hellsten Licht erstrahlt“ und anlässlich der Übergabe von Fördermitteln „Ich bin der Auffassung daß die Städter einmal die Glanzstücke des Regierungsbezirkes sein werden“.

Regierungspräsident Kleine beim Spatenstich für die Kläranlage „Es hat Freude gemacht, die Stadtentwicklung über anderthalb Jahre zu begleiten. Manches glich in der Tat dem berühmten Drahtseilakt. Dabei war ich kein Hauptakteur wieder Bürgermeister, aber ich kann sagen, daß ich doch auch Beteiligter war, beim Halten der Balancierstange…“ 

 

  1. Okt. Mitteilung zur Anerkennung als Heilbad (priv)

Wegen der ungeklärten Zuständigkeiten (Wirtschafts-oder Sozialministerium) fehlt noch eine Kurorte-VO. Der Regierungspräsident Kleine erklärte sich bereit, dahingehend zu intervenieren und war optimistisch, dass Bad Kösen als erstes Heilbad anerkannt werden könnte.

Daher sollte rechtzeitig der Antrag bei der Bezirksregierung eingereicht und ein Klimagutachten in Auftrag gegeben werden.

 

  1. Okt. Im ZDF-Länderjournal wird ein Live-Interview mit H. Lielje gezeigt (NTB).

 

  1. Okt. Wiedereröffnung der sanierten „Rudelsburg“ NTB).

Die Kosten für die Sanierung beliefen sich auf 9,48 Mio. DM, bei 1 Mio. DM mehr als ursprünglich veranschlagt. Obwohl der Bürgermeister beteuerte, dafür weitere Fördermittel zu erhalten, waren Mehrkosten nicht förderfähig und mussten nun ebenfalls über Kredite durch den Haushalt abgesichert werden. Letztendlich erwies sich die sanierte Burg als Besuchermagnet.

 

  1. Okt. Erstes Park- und Lichterfest (NTB).

In den kommenden Jahren war es dann das „Fest der Kliniken (Saale I und II, Mutiger Ritter, Kinder-Reha), die die Veranstaltungen sponserten.  Rund 30.000 DM, ohne Eintritts-und Standgelder standen zur Verfügung, die es gestatteten, eine attraktive Lasershow mit Höhenfeuerwerk und weitere Attraktionen rund um den Schwanenteich zu finanzieren, die zum überregionalen Besuchermagnet wurden. Das traditionelle Brunnenfest stand dagegen völlig im Schatten.

 

  1. Nov. Abschluss der Bautätigkeit der kommunalen REHA-Klinik (NTB)

Mit den Häusern Elisabeth, Rheingold und Käthe Kruse waren es insgesamt 170 Bette, und mit der Inbetriebnahme des Solethermalbads verfügte man über eine moderne Therapieeinrichtung, die allerdings wegen der dezentralen Unterbringung, Verköstigung und  Behandlung nicht den betriebswirtschaftlich notwendigen Zulassungsvoraussetzungen entsprach und noch weniger  wirtschaftlich effektiv zu führen war.

 

  1. Nov. Interview mit dem Bürgermeister zum sozialen Wohnungsbau (MZ)

Im Zusammenhang mit der offiziellen Übergabe der Sozialwohnungen stand das Interview unter dem Titel „Bad Kösen bleibt in fast jeder Hinsicht ein Ort der Rekorde“ und weiter „Denn mit Weitblick gepaarter Mut gehört schon dazu, ein Großprojekt nach dem anderen in Angriff zu nehmen und wohlkalkuliert über Kredite die städtischen Eigenmittel zu finanzieren. Im Rathaus hat man die Zeichen der Zeit  genau verstanden, das Eisen für ein (wieder-) aufstrebendes Kurbad wird jetzt geschmiedet, nicht in zwanzig Jahren, dann sind die Marktfelder im Osten Deutschlands abgesteckt“. Dazu der Bürgermeister: „Die Verantwortlichen müssen den Mut haben, sich auch dieser Aufgabe (dem soz. Wohnungsbau) zu stellen, selbst wenn es auf allen Gebieten wichtige Projekte mit hohen Finanzbedarf gibt. Die Frage ist doch vor allem die: was können wir denn im sozialen Wohnungsbau im Osten in zehn Jahren noch an Fördermitteln erhalten? Unter Garantie entschieden weniger.“

 

  1. Nov. Neupflanzung der Gespensterbuche (NTB)

Der markante Baum am Wanderweg zur Rudelsburg und zum Katerberg war im letzten Winter dem Alter zum Opfer gefallen. 

 

  1. Nov. Umstellung von Stadt- auf Erdgas (NTB).

Innerhalb weniger Tage mussten sämtliche Gasgeräte mit neuen Brennerdüsen versehe, oder neue Geräte angeschlossen werden.

 

  1. Nov. Schlüsselübergabe beim letzten Block des 1.BA sozialer Wohnungsbau (NTB)

 

  1. Dez. Erster Weihnachtsmarkt in der R.-Breitscheid-Straße (NTB)

 

  1. Dez. Seniorenweihnachtsfeier auf der Rudelsburg (NTB)

Die erste größere Veranstaltung nach Abschluss der Sanierung mit rund 400 Senioren.

 

  1. Dez. 13. Sitzung des Stadtrates (Sanierungs-Satzung)

Beschlossen wurden die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes „Altstadt“, die Gestaltungssatzung und die Vergabe der städtebaulichen Rahmenplanung, sowie weitere   Grundstücksvergaben und Grundstücksverkäufe, die Gründung des Zweckverbandes Kindertagesstätten und die Ernennung des Bürgermeisters zum Wahlbeamten.

 

  1. Dez. Bericht zum Eigenheimstandort „Rechenberg“ (NTB)

Nachdem das Bundesvermögensamt das Gelände freigegeben hatte, wurden die ersten Kaufverträge abgeschlossen und mit den Erschließungsarbeiten begonnen.

 

  1. Dez. Einweihung der Saale REHA-Klinik 1. Betriebs-GmbH & Co KG (NTB, MZ).

Die Baukosten der Fachklinik für Orthopädie und Psychosomatik wurden mit rund 60 Mio. DM angegeben. Ein erheblicher Teil kam von privaten Anlegern für deren Einlagen H. Lielje selbstschuldnerisch bürgte. Die Betriebs-GmbH bediente sich der Firmen der UGL (KEV, LBB, A+I). Dank der AHB-Zulassung und guter Verbindungen zum sozialen Dienst der nahegelegenen Akutkrankenhäuser und den Belegungsträgern, vorzugsweise der LVA Halle, an deren Spitze nun die ehemalige Verwaltungsleiterin D. Lewering stand, war die Auslastung der 218 Betten gesichert. Für die Betreuung standen 136 Mitarbeiter, davon 63 im medizinischen Bereich zur Verfügung, viele davon waren ehemalige Mitarbeiter des VSB. Zum Chefarzt wurde Dr. Pannek berufen.

Die Kurbeitragssatzung wurde nun dahingehend ergänzt,  dass für Patienten eine ermäßigte Kurtaxe galt und diese monatlich anhand der nachgewiesenen Pflegetage an die Kurbetriebsgesellschaft zu überweisen ist. 

Bei der Eröffnung war auch ein Team des MDR-Studio Halle anwesend (Mitschnitt bei Telepool erhältlich).

 

  1. Dez. Antrag auf Mitgliedschaft im Bäderverband Sachsen-Anhalt (priv)

Formell beantragte die Kurbetriebsgesellschaft, vertreten durch den GF und Kurdirektor H. Lielje die Mitgliedschaft rückwirkend zum 01. 01. 1991. Die Kinder-REHA-Klinik und die Saale REHA Klinik 1 die Mitgliedschaft ab dem 01. 01. 1993. Da die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ war als Rechtsnachfolger des Volkssolbades bereits Mitglied.

 

  1. Dez. Tanklastzug durchbricht den geschlossenen Schrankenübergang (NTB).

Nach dem Vorfall wurde die Geschwindigkeit bergab begrenzt. Die Gefahr einer Katastrophe verringerte sich damit nicht.

 

1993

  1. Jan. Verlegung der Rettungswache der Johanniter-Unfallhilfe nach Bad Bibra (priv.)

 

  1. Jan. Kommunalisierung der Gemeinnützige Bildungs- und Service Gesellschaft (MZ).

Nach der Insolvenz der Treuhand Holding LAFA AG  übernahm die Stadt das Bettenhaus und die Lehrwerkstatt und trat in den Pachtvertrag für das Schweißkabinett mit der Kroll-Saaletechnik GmbH ein. Danach erfolgte die Umbenennung in Gemeinnützige Bildungs GmbH Bad Kösen. Zweck der Gesellschaft war die Aus- und Weiterbildung, sowie Umschulung in bestimmten Berufszweigen, was vom  Arbeitsamt finanziert wurde. 

 

  1. Jan. Eingemeindung von Schieben und Tultewitz (NTB).

 

  1. Jan. Übergabe von Haus Elisabeth-Neubau (NTB)

Damit verfügte die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH über 170 Betten, in den  Häusern „Mutiger Ritter“, „Käthe Kruse“, „Rheingold“ und „Elisabeth“. Allerdings war die dezentrale Lage für Patienten mit eingeschränkter Mobilität und bei ungünstiger Witterung nicht zumutbar und wurde immer häufiger kritisiert.

 

  1. Jan. Die Stadtinformation wird der Kurbetriebsgesellschaft angegliedert (NTB).

Die Geschäftsräume befanden sich im Untergeschoss der REHA Klinik „Mutiger Ritter“ mit direkten Zugang von der Loreleypromenade. Gegen die Eingliederung intervenierten die Hoteliers, die hier eine Wettbewerbsverzerrung zu Gunsten der Kliniken sahen. Kritik kam auch aus der FDP- und PDS-Fraktion.

 

  1. Jan. Offizielle Inbetriebnahme der Saale-REHA Klinik 1 (NTB).

Ausgestattet mit der modernsten medizinischen Einrichtung verfügte die Fachklinik für Orthopädie und Psychosomatik über die notwendigen Zulassungen (Vorsorge, AHB, Reha) um effektiv und gewinnorientiert zu arbeiten. Sie war nun ein ernster Konkurrent für die kommunale REHA-Klinik „Mutiger Ritter“

 

  1. Jan. Informationsveranstaltung in der Fachschule für Physiotherapie (NTB)

Die Gesellschaft für berufliche Bildung (GFBB) hatte vom Kultusministerium die Zulassung zur Aufnahme des Schulbetriebes bekommen. Geschäftsführer und kaufmännische Leitung der Einrichtung war Joachim  Tenscher, die fachliche Leitung hatte seine Frau.

Die Fachschule hatte sich dazu in der dem Bürgermeister Dr. Schache gehörenden Spielzeugfabrik eingemietet.

 

  1. Jan. Inbetriebnahme des Therapiezentrums (NTB).

Zum 1. Oktober des Vorjahres gab es eine offizielle Einweihung doch nun war auch das Solebewegungsbecken fertiggestellt. Somit war die noch fehlende Zulassungsvoraussetzung für die kommunalen Kliniken erfüllt. Für die Kinder-REHA Klinik wurde im Kurmittelhaus eine eigene Wannenabteilung eingerichtet.

 

  1. Feb. Wiedereröffnung der renovierten Konditorei Schoppe (NTB).

Nach fünfmonatiger Bauzeit präsentierten sich eine völlig neu gestaltete Konditorei der Familie Elm sowie Hotelzimmer, die den aktuellen Erfordernissen entsprachen.

 

  1. Feb. Zuschlagserteilung für den Bau der Kläranlage (NTB)

Der Auftrag ging an die Bietergemeinschaft Naumburger Bauunion, Hoch- und Ingenieurbau und Rudolph-Bau. Die Baukosten wurden mit 7 Mio. DM beziffert.

 

  1. Mär. Bau des Abwasserhauptsammlers in der Naumburger Straße (NTB).

 

  1. Mär. Ortstermin mit dem neuen Eigentümer der Mühle (NTB; MZ).

Die Mühle, BT des Kombinats Saalemühlen in Bernburg hatte die Treuhandanstalt  der Fa. Kurth Wasserbautechnik aus Göttingen verkauft wobei sich deren Interesse auf die zur Mühle gehörenden Wasserrechte für den Betrieb einer Wasserkraftanlage richteten. Zunächst wurden die gesamte Mühlentechnik ausgebaut, danach wurde ein Teil des Geländes mit den  Betriebswohnungen und den Büros einem Kapitalanleger aus Hamburg (Ducke) verkauft. Die Pläne des  Bürgermeisters und  der UGL hier ein „Stadtzentrum mit neuem Rathaus und Markt“ zu entwickeln, stieß bei dem neuen Eigentümer auf wenig Interesse.

 

  1. Mär. Entwurf einer Einkaufspassage Borlachstr./Grüne Gasse (priv)

Der Inhaber der Rundfunkwerkstatt Mende plante hier eine kombiniertes Wohn- und Geschäftsgebäude unter Einbeziehung der Grundstücke Borlachstraße 31 und 33.

 

  1. Mär. Festsetzung des Naturschutzgebietes „Göttersitz“ (Kurstadt-Kurier)

 

  1. Mär. Gründung des Gradierwerkfördervereins (NTB).

Zum ersten Vorstand gehörten Dr. Schache als Vorsitzender, K. Große, R. Harlaux, N. Mosch,  H.-H. Hisecke, D. Lewering, H. Lielje  und T. Böhm. Die übrigen 26 Mitglieder kamen zumeist aus dem  Umfeld der UGL.

Zweck des Vereins war die Einwerbung von Beiträgen und Spenden, um die fehlenden Mittel für die Fertigstellung der Salinenanlagen aufzubringen.

Bei der Gründungsversammlung erläuterte H. Lielje den Stand bei der Sanierung der Salinentechnik. Demnach würden sich die Gesamtkosten allein beim Gradierwerk auf 5,1 Mio. belaufen. Bislang wurden 3.85 Mio. DM ausgegeben, von denen 2,3 Mio. DM Fördermittel und Zuschüsse der LVA waren. Weitere Fördermittel würden nicht mehr bewilligt (auch weil die Stadt schon bisher keine Eigenmittel bereitstellen konnte) Somit müsste man die Finanzierungslücke von 1,55 Mio. DM durch die Einwerbung von Spendenmitteln decken, um die noch offenen Forderungen zu bezahlen. Um dies zu erreichen, wurden potente Geldgeber aus dem Umkreis der UGL, Dienstleister oder sonstige durch die UGL besonders bedachte Interessenten beworben, die sich dann auch vielfach sehr großzügig zeigten, obwohl die Finanzlücke dadurch auch nicht geschlossen wurde.

 

  1. Mär. „Neue Brücke als Bindeglied“ (MZ)
  2. Lielje erläuterte den von ihm initiierten Architekturwettbewerb von Studenten der FH Bielefeld. Dabei waren auch wieder der Entwurf einer Fußgängerbrücke vom Kurpark zur Loreleypromenade und eines Aufzugs zum Rechenberg.

 

  1. Mär. Tagung des Ausschusses für Ordnung und Umwelt (NTB)

Kritisiert wurden der Zustand des Wanderweges von der Loreleypromenade zum Campingplatz, der Zustand des Schwimmbades, der Autoverkehr zur Rudelsburg, die wilde Plakatierung und die am Fischhaus liegende Fähre.

 

  1. Mär. MDR Live - Sendung „Verliebt in meine Stadt“ (NTB)

Interviewt wurden Ida Brauer, Ilse Friedrich und Heinz Gaudig, den musikalischen Teil im „Kurgarten“ gestalteten u.a.  Frank Zander und Severin. 

 

  1. Mär. 15. Stadtverordnetenversammlung (MZ).

Nach kontroverser Diskussion wurden die Angliederung der Stadtinformation an die Kurbetriebsgesellschaft und der Verbleib der Jugendherberge bei der Stadt genehmigt. Außerdem verlangten die Stadtverordneten, dass das Kalkwerk 1995 den Betrieb einstellen muss (BV-Nr.  145). Genehmigt wurde auch die Übertragung der  bebauten Grundstücke an die AWG.

 

  1. Mär. Verleihung des Weinsiegels der Dt. Landwirtschaftlichen Gesellschaft (NTB).

Auf der Rudelsburg erhielten zum ersten Mal Weine von Saale-Unstrut dieses Prädikat, darunter waren zwei Weine vom Weingut Lützkendorf.

 

  1. Apr. Eröffnung einer Zweigstelle der AOK in der R.-Breitscheid Str. 5 (NTB)

 

  1. Apr. 1. Kurs der Fachschule für Physiotherapie (NTB).

Für die ersten 44 Umschüler standen 23 haupt- und freiberufliche Dozenten zur Verfügung, die in 24 Fächern unterrichteten. Die Praktikumseinsätze erfolgten in den Reha-Kliniken bzw. in den umliegenden Fachkrankenhäusern.

 

  1. Apr. Arbeitstagung des VAC (MZ).

 

  1. Mai Kursaisoneröffnung mit Platzkonzert und Frühschoppen (NTB).

Übergeben wurden der umgestaltete obere Kurpark, der renovierte Musikpavillon und das zum Außen-Cafè umgebaute ehemaligen Lager für die Liegestühle. Das Solethermalbad öffnete nun auch am Abend und den Wochenenden für die Bevölkerung. 

 

  1. Mai Eröffnung des Hotels „Villa Ilske“ (NTB)

Das Anwesen hatte die Familie Becker von der Treuhandanstalt erworben und grundlegend saniert. Wenige Tage zuvor war die Villa ein Drehort für einen Tatort-Krimi des MDR. 

 

  1. Mai Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages (MZ).

Erneut wurde die Kreisverwaltung aufgefordert, über die Pläne am „Göttersitz“ die Öffentlichkeit zu informieren, zumal inzwischen mehrere Verfahren anhängig waren, darunter eine Schadensersatzforderung des Eigentümers von über 100.000 DM gegenüber dem Landkreis.  Zum  Kalkwerk  wurde mitgeteilt, dass dieses nur noch bis Ende 1994 betrieben werden dürfte. Außerdem verlangte man eine Regulierung der chaotischen Parksituation an der Rudelsburg.

 

  1. Mai Veröffentlichung der Beschlusses zur Stadtsanierung (NTB)

Der Beschluss über die vorbereitenden Untersuchungen des förmlich festgelegten Sanierungsgebietes wurde bereits am 06. 11. 1991 gefasst, allerdings wurde die nach dem BauGB vorgeschriebene Veröffentlichung vergessen, die nun nachgeholt wurde.

 

  1. Mai Eintragung des Kur- und Fremdenverkehrsverein im Vereinsregister (8 VR 172)

 

  1. Mai Eröffnung der „Straße der Romanik“ in Magdeburg (Wiki)

Bad Kösen war mit dem Romanischen  Haus, der Rudelsburg, der Burg Saaleck und dem Kloster Pforte gleich mehrfach vertreten.

 

  1. Mai Erstes Hofweinfest in den Saalhäusern (NTB)

 

  1. Mai Information zum Eigenheimstandort Rechenberg (NTB, Kurstadt Kurier)

Die gute Nachricht, das Bundesvermögensamt hatte der Stadt einen Vertragsentwurf für den Kauf des Geländes zukommen lassen, wobei noch der Rückübertragungsanspruch der Stiftung Pforta nicht beschieden war. „Unklare Eigentumsverhältnisse seien scheinbar ein unüberwindliches Hindernis“ meinte der Bürgermeister, und kündigte den Beginn der Erschließungsmaßnahmen für Anfang September an. Im Vertrauen auf die Aussagen des Stadtoberhauptes hatten einige Bauwillige bereits Kreditverträge abgeschlossen, ohne eine Kaufvertrag zu haben. „Um denen zu helfen, die an Fördertermine  gebunden sind, wird zurzeit mit den Bauunternehmen (.) untersucht, inwieweit ein vorzeitiger Baubeginn während der Erschließung möglich ist“ erklärte nun der Bürgermeister 

 

  1. Mai Vororttermin städtischer Ausschüsse im Kalkwerk (NTB)

„Noch 20 Jahre Raubbau an der Natur?“ lautete die Überschrift des Artikels und der Bürgermeister meinte „Daß uns hier ein so großes Abbauterrain erwartet, damit haben wir nicht gerechnet. erwartet“. Bereits der „Runde Tisch“ hatte die Einstellung des Betriebes spätestens 1995 gefordert und nun erklärte der GF Kutschke, dass nach geltenden Berggesetz der Abbau weitere 20 Jahre erfolgen kann. Allerdings würde man die Sprengungen einschränken und mit der Rekultivierung beginnen.

Empörend war, dass ohne das Wissen des Bürgermeisters der Betrieb an ein anderes Unternehmen verkauft wurde und die Teilnehmer waren geschockt, was mit der Natur hier passiert.

 

  1. Mai Festakt zum 450. Jahrestag der Stiftung der Landesschule (NTB)

Dabei waren die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt Münch und Mecklenburg-Vorpommern Dr. Seite, ein ehemaliger Schüler. Zuvor wurde das steinerne Zisterzienserkreuz wieder auf das Torhaus der Landesschule gesetzt. Aus diesem Anlass gab die Bundespost eine Sondermarke heraus.

 

  1. Mai Eröffnung der Käthe-Kruse-Puppenausstellung in der Kunsthalle (NTB).

Die beiden aus Privathand erworbenen Sammlungen (über deren Preis Stillschweigen vereinbart wurde) und den bereits vorhandenen Exponaten bildeten den Grundstein für die zweitgrößte Käthe-Kruse-Dauerausstellung in Deutschland.

Gleichzeitig beteiligte sich das Museum mit Exponaten an der Ausstellung „Sachsen-Anhalt, 1200 Jahre Geschichte“ in Braunschweig.

 

  1. Mai 40. Kösener Kongreß in Würzburg (NTB)

Der KSCV beging den 145. Jahrestag der Gründung und der VAC den 105.

 

  1. Juni Übergabe der Parkplätze in Saaleck (NTB).

Beabsichtigt war die Auffahrt zur Rudelsburg für den Besucherverkehr zu sperren und von dort aus  einen Shuttle-Bus einzusetzen. Doch das erwies sich nach kurzer Zeit als illusorisch, die Zufahrt blieb offen und der Parkplatz erwies sich als Fehlinvestition.

 

  1. Juni 16. Stadtverordnetensitzung (MZ).

Beschlossen die Konzeption zur Entwicklung der Kindertagesstätten. Zunächst sollte durch  Zusammenlegung Kosten gespart und dann durch einen Neubau die noch bestehenden Kindereinrichtungen ersetzt werden. Die Organisationsstruktur der Stadtverwaltung sollte künftig  aus 4 statt 6 Ämtern bestehen. Zunächst wurden Bau- und Ordnungsamt zusammengelegt. Kritisiert wurde der schleppende Baufortschritt für den Hauptsammler in der Naumburger Straße und auf Skepsis stieß die Ankündigung,  für das Brunnenfest  erneut den Festplatz in der Gerstenbergkpromenade einzurichten.

Nachdem die Oberfinanzdirektion sich bereits erklärt hatte, das Baugebiet für 2,4 Mio. DM zu verkaufen, wurde im nichtöffentlichen Teil der Weiterverkaufspreis einschl. Erschließung auf 98 DM/m² festgesetzt. Allerdings gab es noch keine Einzelkalkulation und die Festlegung von Abrechnungsabschnitten, da ein unterschiedlicher Erschließungsaufwand zu erwarten war. Das brachte später die Stadt in arge Nöte, als die Endabrechnung vorlag und die Mehrkosten  auf die Grundstückseigentümer umgelegt werden sollten.

 

  1. Juni Einweihung des Campingplatzes (MZ; NTB).

Die rund 200 Stellplätze, moderne Sanitäranlagen, Wohnung und Büro für den Platzbetreiber  kosteten  5,5 Mio. DM.

 

  1. Juni Fotowettbewerb „Bad Kösen im Aufschwung“ im Museum (Kurstadt-Kurier)

 

  1. Juni Gründung des Stadtjugendringes Bad Kösen e. V (priv.)

Zwar hatte der „Abgeordnete der Stadtverwaltung“ Borchert eine Satzung entworfen, allerdings fand sich kein weiterer Interessent, so dass der Verein nicht zustande kam.ie

 

  1. Juni Gründung der Freien Wählergemeinschaft Bad Kösen e.V. (Kurstadt Kurier 2/7).

Zum Vorstand des aus der Bürgerbewegung hervorgegangenen Vereins gehörten Chr. Emus, Ingrid Kreisel, Eva-Maria Hentschel, Axel Krunig und Gutta Oschatz. „Wir verstehen uns als Bad Kösener, die parteiunabhängig und ohne parteipolitische Ideologie kommunalpolitisch (.) viel bewirken wollen.“

  

  1. Juni Offizielle Vorstellung des neuen Heimatbuches (NTB).

„Bad Kösen - An der Saale hellem Strande, Spaziergang in einer Kulturlandschaft“ der Autoren   P. v. Kornatzki und L. Töpfer wurde schon vor zwei Jahren angekündigt, doch die Zahl der Vorbestellungen hielt sich in überschaubaren Grenzen. Nun hoffte der Heidelberger Verlag im Hinblick auf die 450-Jahr Feier der Landeschule auf zahlreiche und zahlungswillige Interessenten, für das ansprechende und reich bebilderte Buch, das für 48 DM zu haben war. Versprochen wurde, dass bei einer 2. Auflage weitere Beiträge erscheinen, die wegen aus Kostengründen weggelassen wurden.  

 

  1. Juli Inbetriebnahme einer provisorischen Kläranlage am Ziegeleiloch (NTB)

Noch vor Inbetriebnahme der eigentlichen Anlage wurde eine andere Alternativlösung geschaffen, in die das Abwasser aus dem Stadtteil östlich der Saale eingeleitet wurde. Dafür wurden bisher der Hauptsammler in der Naumburger Straße die Querung der kleinen Saale und die Durchörterung des Bahndammes zur Ableitung in die Saale fertiggestellt. Am Bau des Provisoriums waren u.a. die Firmen Herzog Bau und Dr. Schache Bau beteiligt.

 

  1. Juli 4. Darlehensvertrag der Reha-Klinik Mutiger Ritter (priv.)

Die NORD-LB gewährte letztmalig 3.7 Mio. DM  mit einem Zinssatz von 7,75 %.  Eine Genehmigung der Aufsichtsgremien fehlte, doch der Bank reichten die Patronatserklärung und die Eintragung der Grundschuld. Damit betrug das Gesamtdarlehen der REHA-Klinik 38 Mio. DM und der jährliche Kapitaldienst belief sich auf 3.745.000 DM. Das war aus dem laufenden Betrieb nicht mehr zu erwirtschaften.

Das Darlehen diente offenbar dazu, neben der Begleichung offener Forderungen auch den laufenden Kapitaldienst zu leisten, da die Stadt ihrer Nachschussverpflichtung wegen der prekären Haushaltlage nicht mehr nachkommen konnte.

 

  1. Juli „Bald blaue Briefe für Mietschuldner“ ein Beitrag über die GWG (NTB)

Derzeit verwaltete die Gesellschaft 798 Wohnungen, für 43 Grundstücke waren Rückführungsansprüche gestellt worden. 

 

  1. Juli 17. Stadtverordnetenversammlung (NTB,MZ)

Dabei wurden Beschlüsse zum Grundstückskaufpreis und Grundstücksverkauf für die Bebauungsgebiete 2 u. 3, über die Verbeamtung, den Kauf weiterer Flächen östlich der Kukulauer Straße  vom Bundesvermögensamt und die Satzung zur Erhebung von Erschließungsbeiträgen gefasst (174-17/93)

Für Wirbel sorgte der Austritt von zwei CDU Stadtverordneten (Just, Mühlberg) aus der Partei, allerdings unter Beibehaltung ihres Mandats. Damit löste sich die CDU-Fraktion auf. Dazu erklärte Just gegenüber der Zeitung „Im Vordergrund steht bei mir der Mensch. Ich stelle bewußt die Entwicklung Bad Kösens in den Mittelpunkt, und nicht die einer Partei oder die von einer bestimmten Person (.) Jetzt kann ich mich viel intensiver dieser Arbeit widmen, ohne auf zwei bestimmte  CDU-Mitglieder immer Rücksicht  nehmen zu müssen“. Damit waren Dr. Böhm und der Stadtverordnete J. Borchert gemeint, letzterer Leiter des Gewerbeamtes im Landratsamt.

Eigentlicher Grund für den Austritt war der Austritt der CDU-Fraktion aus der Koalition im Stadtparlament. Dazu schrieb der Redakteur „Es wird wohl niemand etwas gegen eine andere Meinung haben. Nur wenn man in die Opposition geht, heißt das konkret Front gegen die Politik der stärksten Fraktion der Bad Kösener Bürgerbewegung und deren Koalitionspartner SPD zu machen..“

 

  1. Juli Veröffentlichung der Sanierungssatzung (Kurstadt Kurier)

Gleichzeitig öffnete im „Haus am Kurpark“ eine Beratungsstelle zur Beantragung von  Städtebaufördermitteln für die Sanierung von Privathäusern (Büros Kleebank-Worms, Rittmannsperger-Darmstadt).   

 

  1. Aug. Beitrag von K. Klötzer zum 90. Geburtstag der Gestalterin E. Foerster (NTB)

Sie entwarf 1958 das erste Plüschtier, eine Gans, für die auf der Leipziger Messe 7.000 Stück in Auftrag gegeben wurden. Sie entwarf bis 1973 ihrem 70. Lebensjahr in dem damaligen VEB Kösener Spielzeug zahlreiche weitere Plüschtiere. 

 

  1. Aug. Fördermittelmittelbescheid für die Burgstr. 9 (priv)

Für die Sanierung von 7 Wohnungen wurden 327 TDM zinsloses Darlehen und 187 TDM Aufwendungszuschuss bereitgestellt. Die Gesamtkosten wurden mit rund 1 Mio. kalkuliert, so dass zunächst von dem Vorhaben Abstand genommen wurde.

 

  1. Aug. Schließung des Kindergartens in Schulpforta nach 40 Jahren (NTB)

Die 40 Kinder wurden auf die Einrichtungen in Bad Kösen und Almrich verteilt. 

 

  1. Aug. Verkauf der „Villa Eden“ Fr. Ebert Str. 26 (NTB).

Als letztes Objekt der ehemaligen BAK verkaufte die Treuhandanstalt die Villa in der noch vier Mietparteien wohnten,  dem Darmstädter Unternehmer Kompenhans.

 

  1. Sep. Schuljahresbeginn (NTB)

62 Kinder wurden eingeschult und auf drei Klassen verteilt. Zur Schulkonferenz im Mai wurde H. Kreisel einstimmig zum Schulleiter gewählt.

 

  1. Sep. 2. Park- und Lichterfest (NTB)

 

  1. Sep. Interview mit dem Bürgermeister (MZ).

„Ich muß immer besser als alle anderen sein“ sagte der sich als „parteilosen Kommunisten“ bezeichnenden Bürgermeister (Jg. 1945), promovierter Diplomingenieur für Landtechnik. Nach einer Lehre als Traktorenschlosser und einem Maschinenbaustudium, wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Ingenieurhochschule Berlin und ging dann als Produktionsleiter zum KfL Fränkenau.  Seit 1985 war er Mitarbeiter der evangelischen Kirche, und kümmerte sich um die Unterhaltung und Reparatur der Gebäude. Daneben gründete er eine Feierabendbrigade, die Keimzelle des späteren Bauunternehmens.

Er gab an, dass er neben seinem Amt als Bürgermeister, drei Firmen leitete, darunter eine Firma in Polen und über 1000 Mitarbeiter hatte, von denen er „unbedingte Ehrlichkeit“ verlangte. Außerdem erklärte er, bei der nächsten Kommunalwahl wieder zu kandidieren.  

 

  1. Sep. Schlüsselübergabe am 2. Bauabschnitt sozialer Wohnungsbau (NTB).

Damit wurden innerhalb von 2 Jahren mehr Wohnungen gebaut, wie in den vergangenen 40 Jahren. Das „Wohnungsproblem als soziales Problem“ dass sich einst die DDR auf die Fahne geschrieben hatte, war zwar gelöst. Dennoch gab es noch reichlich Wohnungssuchende, vorwiegend Mieter in den Beständen für die die Altbesitzer die Rückgabe beantragt hatten.

 

  1. Sep. Der Ministerpräsident eröffnet die Weinstraße an Saale und Unstrut (MZ).

Gleichzeitig erhielt das Landesweingut offiziell den Namen „Kloster Pforta“, was nicht jeden passte, hatte doch die erste Staatliche Weinbauverwaltung ihren Sitz in Naumburg und die größte Abteilung befand sich in Freyburg. „Die Bad Kösener Jünglinge sollten sich erst einmal mit der Geschichte des Weingutes vertraut machen“ schrieb ein Leser des NTB.

Indessen hatte man eine Urkunde des Klosters Memleben gefunden, wonach der  Weinanbau an der Unstrut bereits im Jahr 998 erwähnt wurde, und nicht erst von den Zisterziensern 150 Jahre später eingeführt wurde.

Eine Woche später fand das erste Herbstweinfest im Landesweingut statt. Im Beisein der  Landwirtschaftsministerin wurde Nicole Kotte zur ersten Kösener Weinprinzessin gekrönt. Gleichzeitig wurde die Namensgebung „Landesweingut Kloster Pforte“ kontrovers diskutiert.

 

  1. Okt. Abschluss der Versiegelung der Müllkippe an der B 87 (NTB).

Bei Häppchen und Sekt traf sich der Landrat, gleichzeitig auch Umweltdezernent, mit Vertretern der Stadt und der Naumburger Bauunion. Die Gesamtkosten wurden mit 2 Mio. DM beziffert. „Alles unbelasteter Klärschlamm“, der streng kontrolliert würde, teilte die Kreisverwaltung mit, als nachgefragt wurde, was denn in der Nacht per Achse aus Berlin und dem Ruhrgebiet antransportiert wurde.

 

  1. Okt. Auftragserteilung zur Antragsstellung der Anerkennung als „Heilbad“ (priv).

Für den  Antrag war die Stadt zuständig, aber „Da wir uns personell außerstande sehen, diese Arbeit fristgemäß zu erledigen, beauftragen wir Sie hiermit, diese Leistungen zu übernehmen“ teilte der Bürgermeister der Hermann Lielje Beratungsgesellschaft für Klinik-, Kur und Krankenhauswesen mit. Termin war der 31. 03 1994. Der Auftrag wurde ohne Vergabeverfahren und verbindliche Preisvereinbarung freihändig vergeben. 

 

  1. Okt. Einwohnerversammlung in der Berbigstraße (MZ).

Die Grundstückseigentümer wurden informiert, dass der grundhafte Ausbau bevorsteht. Wegen der absehbaren Beteiligung der Anlieger auf Grundlage einer (noch nicht beschlossenen) kam es zu  tumultartigen Szenen.

 

  1. Okt. Dr. Schache und der „Dinosaurier aus Bad Kösen“ (WELT)

Der Beitrag einer überregional bedeutsamen Zeitung zeichnete den Weg vom promovierten Landtechniker der seinen Hochschulanzug gegen den  Bauleiterkittel der Kirche tauschte, der nach der Wende einen Baubetrieb gründete, die Spielzeugfabrik übernahm, die er innerhalb von drei Jahren in die Gewinnzone führen will, der zusammen mit einem westdeutschen Investor die Geschäfte einer REHA-Klinik führt und dessen Wiederwahl zum Bürgermeister sogar von  seinen Neidern nicht bezweifelt wird.   

 

  1. Okt. 18. Stadtratssitzung (NTB, MZ).

Heftige Diskussionen entbrannten wegen der Beschlussvorlage zur Straßenausbausatzung, zumal die nicht in den Ausschüssen beraten wurde. Letztlich wurde sie in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit durchgewinkt und am 10. November im Kurstadt-Kurier veröffentlicht. Die restlichen Tagesordnungspunkte  wurden vertagt.

Den protestierenden Anwohnern der Berbigstraße entgegnete der Bürgermeister „Sollten die Anwohner weiter nörgeln, werde in dieser Straße gar nichts mehr getan“ Dagegen verwahrten sich die Anwohner mit einem offenen Brief, der fünf Wochen unbeantwortet blieb.

 

  1. Nov. Eröffnung der Postfiliale Naumburger Straße 15 (NTB)

Das 100- jährige Dienstgebäude in der Lindenstraße wurde verkauft.

 

  1. Nov. Fördermittelbescheid über 3 Mio. DM (MZ).

Offenbar hatten die zuständigen Behörden in Anbetracht der kritischen Haushaltlage und zur Abwendung einer drohenden Zahlungsunfähigkeit eine 90%ige Förderung für die Verbesserung der Infrastruktur bewilligt. Mit dem Geld wurden die noch offenen Verbindlichkeiten für die Instandsetzung des Nordflügels vom Gradierwerk, der Außenanlagen und der Eindeckung der Radstuben beglichen, der größere Teil aber Schließung zur Finanzierungslücke, die sich aus den fehlenden Eigenmitteln und den Mehrkosten bei den infrastrukturellen Maßnahmen ergeben hatten.

 

  1. Nov. Auszeichnung durch die Deutsche Bank (NTB).

In Frankfurt wurden  die Stadt und die GWG im Rahmen der Aktion „Mehr Bauland“ für ihr rasches und pragmatisches Handeln bei der Planung des Wohngebietes „Rechenberg“ und des sozialen Wohnungsbaus geehrt.

 

  1. Nov. Unterzeichnung der Verschwisterungsurkunde in der Partnerstadt Nidda (NTB).

 

  1. Nov. Gründung der Bürgerinitiative Bad Kösen e. V. (NTB)

Die 13 Gründungsmitglieder wollten „heiße Eisen anpacken, die von der Kommune wegen verschiedener Regularien und Zwänge nicht zu erwarten sind“ erklärte der Vorsitzende Mühlberg. Allerdings war dem Verein nur eine kurze Lebensdauer beschieden.

 

  1. Nov. Richtfest an der Kläranlage „Am Ziegeleiloch“ (NTB).

 

  1. Nov. Übergabe der Erschließungsstraße im Baugebiet „Rechenberg“ (NTB).

 

  1. Nov. Landtagssitzung zum Thema „Bergrecht“ (NTB).

Anlass dafür waren Berichte in Presse und Fernsehen, dass die Unternehmensleitung des Kalkwerkes die Fortsetzung des Abbaus und die Erweiterung des Steinbruches um 28 Hektar plant. Bereits  zuvor hatte sich die SPD-Fraktion im Stadtparlament mit einer Protestnote an den Landtag gewandt und die Einstellung des Betriebes im Interesse der Erhaltung des Solbades gefordert. Da die DDR-Bergrechte im Einigungsvertrag festgeschrieben waren, half auch kein Widerspruch der Stadt. Die Bergbehörde meinte, dass die Erweiterung des Abbaufeldes in westliche Richtung zur B 87 das Bad in keinerlei Weise gefährden würde und die Emissionen durch Schutzmaßnahmen und ständige Messungen in zulässigen Grenzen bleiben. Außerdem würde man zukünftig bei der Abbautechnologie auf Sprengungen verzichten.

 

  1. Nov. Antrag der AWO auf Übernahme des Kinderheims „Ludwig Renn“ (priv)

Die Vorsitzende des Stadt-und Kreisverbandes beabsichtigte, hier ein Heilpädagogisches Zentrum des Kinderhauses Naumburg einzurichten und legte dazu ein umfassendes Konzept vor. Zunächst lehnte die örtliche Heimleitung ab, als dann aber die Finanzierungsfrage stand und die AWO die Übernahme der Mitarbeiter zusagte, stimmte die Heimleiterin zu.

Zwischen der Stadt und dem Kreisverband der AWO kam dann ein Erbbaurechtsbestellungsvertag zustande, wobei die Stadt auf eine Erbpacht verzichtete. Das Wertgutachten vom 14. Mai belief sich auf 1.367.345 DM.

 

  1. Nov. 19. Außerordentliche Stadtratssitzung (MZ,NTB).

Bewilligt wurde die Freigabe von Mitteln aus der Stadtsanierung für die Umgestaltung der „Kucheninsel“ (600.000 DM) und 500.000 DM für die Sanierung des Pfarrhauses, letzteres hätte für den Neubau von zwei Einfamilienhäuser gereicht. Selbstverständlich erhielt die Baufirma des Bürgermeisters und Kirchenältesten den Auftrag. Es fehlten dabei die vorgeschriebenen 1/3 Eigenmittel der Stadt wegen der prekären Haushaltslage. Die Finanzierung erfolgte zu 100 % aus Fördermitteln.

Eine Beschlussvorlage der SPD-Fraktion zur Bildung eines Sonderausschusses zur Überprüfung der Effizienz der Verwaltung und der angeschlossenen Einrichtungen wurde im Hinblick auf die bevorstehende Kommunal-Wahl abgelehnt. Daraufhin forderte die SPD den Bürgermeister auf, die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Einrichtungen zu prüfen. Kritisiert wurde, dass der Besitzer des Speisesaals der Bergschule, der Immobilienmakler Böckler eine monatliche Pacht von 3.200 DM erhielt und die Öffnungszeiten des Museums „wie im tiefsten Sozialismus“.

 

  1. Nov. Montage der Fußgängerampel in der Naumburger Straße (NTB)

Nach dem am 26. Mai veröffentlichten Verkehrsaufkommen würden derzeit 12.000 Fahrzeuge täglich die Stadt durchfahren. Die Prognose für 2005 ging von 24.000 Fahrzeugen aus. Daher wäre der Bau einer Umgehungsstraße möglichst noch am Ende des Jahrtausends dringend erforderlich.

Ein weiteres Verkehrschaos an der Brücke drohte wegen der längeren Schließzeiten der Schranken auf Grund neuer Sicherheitsbestimmungen der DB.

 

      Dez. Das Konrad Martin Haus wird „Heimvolkshochschule“ (NTB 2007).

Das Kultusministerium beauflagte die Einrichtung, dass mindestens  1.500 Unterrichtsstunden pro Jahr nachzuweisen sind. Damit galt die Einrichtung als Bildungsstätte, die Kursteilnehmer weilten zu Bildungszwecken hier und waren demzufolge von der Kurtaxzahlung befreit. 

 

  1. Dez. Jahreshauptversammlung des Fremdenverkehrsvereins (NTB).

Der Vorsitzende H. Lielje gab die aktuellen Auslastungszahlen bekannt: Hotels 32,3 %, Kliniken 84,7% und Privatvermieter 65,5 %. Er kündigte an, dass die Kurinformation die Vermittlung von Übernachtungsgästen und den Souvenirverkauf einstellen wird. Nun argwöhnten die gewerblichen Beherbergungsbetriebe, dass die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ auch für Urlauber und sonstige Übernachtungsgäste offen stehen würde.

 

  1. Dez. Spatenstich für das Pflegeheim der Diakonie (NTB).

Bereits bei der Übernahme des Diakonissenhauses in der Friedrich-Ebert Straße hatte die Lazarus-Stiftung den Neubau eines Wohn- und Pflegeheimes angekündigt.

Die eigentlichen Bauarbeiten sollten im Frühjahr 94 beginnen, falls bis dahin die Grundstücksfrage und die Erschließung geklärt waren. Derzeit gehörte das gesamte ehemalige Übungsgelände dem Bundevermögensamt und die Stiftung Pforte hatte die  Rückübertragung beantragt.

 

  1. Dez. Beitrag zur Kurstadtentwicklung (NTB)

„In Bad Kösen sind die Weichen längst auf modernen Kurbetrieb gestellt - neue Projekte werden für Furore sorgen“ und „Badefreude in großzügigen Solethermalbad - kleiner See als ruhender Pol im neuen Kurzentrum am Galgenberg“ lautete die Überschrift.

Hermann Lielje stellt dabei die weiteren Vorhaben der Kurortentwicklung vor, darunter waren der Bau der privaten Kinder-REHA Klinik und ab 1995 einer weiteren REHA Klinik für Erwachsene. „Ruhender Pol“ im neuen Kurzentrum am Galgenberg wäre dann ein mit Saalewasser gespeister See

Die Planung für das neue mit warmer Sole gespeiste Freibad gegenüber der Tankstelle an der B 87 wäre weitgehend abgeschlossen, Hier sollten dann die Tennisplätzen und eine Tennishalle entstehen

Zur Verbesserung des Umfeldes der Kurstadt müssten neben einer Umgehungsstraße auch das „Kalkwerkproblem“  gelöst werden, erklärte H. Lielje. Außerdem bedürfen die städtischen Einrichtungen wie der Tierpark sowie die kommunalen Wohnungsbestände der dringenden Verbesserung. In Anbetracht der zahlreiche Kurgäste und Touristen müsste mehr gastronomischen und Verkaufseinrichtungen insbesondere zur Aufwertung der sog. Altstadt geschaffen werden.

In Anbetracht der inzwischen allseits bekannten Überschuldung der Stadt und der kommunalen Gesellschaften, die keinen Handlungsrahmen mehr zuließen, vertraute man nun blindlings darauf,  dass H. Lielje und seine Unternehmensgruppe die Dinge schon richten würden.

 

  1. Dez. Weihnachtsgrüße der Einzelhändler und Gewerbetreibenden (Kurstadt-Kurier)

Dazu gehörten das Reisebüro Rabes (Fr. Ebert Str. 2), Papier-und Schreibwaren E. Schmidt (Lindenstr. 16), Lebensmittel am Bahnhof W. Heintze, Maggies Moden-Zweigler (Lindenstr. 16), Kindermarkt Ertle (Borlachstr. 1) Quelle Agentur und Schuhhaus Lojani (Lindenstr. 7), Drogerie Stiller (Lindenstr. 8), Gardinenfachgeschäft Lotze (Borlachstr. 2b), Nähzentrum  Dietzel (Lindenstr. 19), Interfunk Mende (Borlachstr. 35) 

 

  1. Dez. Kaufvertrag über das Haus „Schwalbennest“ (UR 3065 Hisecke).

Der Aufsichtsrat der Kinder-REHA-Klinik „Am Nicolausholz“ hatte am 29.04.92 beschlossen,  das Grundstück dem  Stadtratsvorsitzenden und BKB-Mitglied Dr. Liesegang für 295 TDM zu verkaufen. Der vereinbarte dann mit dem GF der Kinder-REHA GmbH H. Lielje eine Jahreskaltmiete von 43.000 DM. Alle übrigen Bewirtschaftungskosten übernahm die kommunale Kinder REHA-Klinik.

 

  1. Dez. Ergänzung des Gesellschaftervertrages der „Mutigen Ritter“ GmbH (UR 3059/93)

Der Bürgermeister erklärte „Ich halte unter Umgehung aller Form-und Fristvorschriften eine Gesellschafterversammlung ab und erkläre folgendes: Dem Geschäftsführer der Gesellschaft waren grundsätzlich seit Gründung der Gesellschaft Nebentätigkeiten und Nebengeschäfte gestattet“ Hermann Lielje wurde somit unter Umgehung der Gesellschafterversammlung rückwirkend die Ausübung von Nebentätigkeiten und Nebengeschäften gestattet und vom Konkurrenz und Wettbewerbsverbot befreit. Das war nach Inbetriebnahme der Saale REHA 1 nicht mehr zu vermeiden, denn es waren „zwischenzeitlich steuerliche Auslegungs-schwierigkeiten“ aufgetreten.

 

  1. Dez. „Der Traum vom Weltbad an der Saale und ein Wunder“ (NTB).

Bereits in den Jahren nach 1871 träumte man vom Weltbad, als ein reicher Kaufmann aus Stettin gemeinsam mit einheimischen Honoratioren (Badeanstaltsbesitzer Groddeck, Oberst a.D. v. Zedtwitz) ein Modebad errichten wollte. „Die Bürgerschaft wiegte sich in stolzen Zukunftshoffnungen“ aber der Traum platzte, nachdem der Investor verstarb und die beiden Gesellschafter „in völligen Vermögensverfall gerieten“.

„Die Geschichte wiederholt sich“ meinte der Redakteur „das kleine Städtchen am Rande Sachsen-Anhalts und Grenzbastion gen Thüringen erfuhr in den zurückliegenden drei Jahren  eine schier märchenhafte  Entwicklung. Denn man gewann einen Mann aus Niedersachsen, der nach gründlichen Durchdenken einen verständlichen Narren am Städtchen gefressen hatte.

Dem Meister der Bürger gelang es im Stile von Reineke Fuchs millionenschwere Fördermittelsäcke  von der Elbe ins Saaletal zu schleppen. (.) Und es geschah das Wunder von Bad Kösen im Tal der Glückseligen…“  Eine Fotomontage zeigt Lielje und Schache auf dem Sockel vor dem Kurmittelhaus.

 

  1. Dez. Entlassung bei der PEBE Kunststoffverarbeitung GmbH (NTB).

Die Hälfte der hier noch 50 Beschäftigten erhielt die Kündigung. Neben einem Auftragsrückgang waren schlechtes Marketing, hohe Personalkosten und vor allem die völlig veralteten Produktionsanlagen der Grund für die Personalreduzierung, dem dann zwangsläufig die völlige Aufgabe des Standortes folgte.

 

1994

  1. Jan. Anweisung an die Vermieter zur Erhebung der Kurtaxe (priv)

Die  gesetzl. Grundlagen waren der Beschluss zur Erhebung von Kurtaxe vom v. 19. 12.1990 auf der Grundlage der Kommunalverfassung der DDR v. 15. 05.1990 (GBl. Teil 2 Nr. 28 v. 25.05.90) und der Ergänzung der Kurbeitragssatzung vom 31. 03. 1993.

 

  1. Jan. Geschäftsanzeigen (NTB, Kurstadt Kurier)

Die Zahnarztpraxis Haschke zog von der K.-Kruse Str. in die Loreleypromenade 7 und Bettina Heintze übernahm den Lebensmittelladen am Bahnhof von ihrer Mutter

 

  1. Jan. Rundschreiben an die Mitglieder des Kur- und Fremdenverkehrsvereins (priv)

Der Vorsitzende H. Lielje entschuldigte sich, dass es seit Oktober1992 keine Mitgliederversammlung gegeben hatte, wobei dies lt. Satzung zumindest einmal jährlich zu erfolgen hat. Im Übrigen versuchte er die Kritiken an der ungenügenden Vermittlung von Übernachtungen durch die nun zur Kurbetriebsgesellschaft gehörenden Stadtinformation zu entkräften.

 

  1. Jan. Anliegerversammlung in der Berbigstraße (NTB)

Die wehrten sich wegen der Anliegerbeiträge und verwiesen auf die Instandsetzung von Straßen, an denen die Anlieger nicht beteiligt wurden (Uferstraße, Flemminger Weg, Wilhelmsburg). Außerdem wäre der schlechte Zustand der Straße auf den Schwerverkehr beim Neubau des Bettenhauses „Elisabeth“  zurückzuführen. Zur Beruhigung der renitenten Anwohner versprach der Bürgermeister  Hilfe in Härtefällen.

 

  1. Jan. „Kösener Bau-Löwe greift nach Zeitz“ (MZ).

Dr. Schache hatte die Übernahme des insolventen ehemaligen Kreisbaubetriebes Zeitz mit ca. 80 Mitarbeitern angekündigt. Gleichzeitig hatte er die Grundstücke Lindenstraße 5 und Gerstenbergkpromenade 13 von den Altbesitzern erworben.

 

  1. Jan. Pressegespräch mit dem Vorsitzenden der BKB Chr. Emus (NTB)

„Wir wollen stärkste Fraktion werden“ sagte Emus im Hinblick auf die Kommunalwahl und verwies auf die bisherigen Erfolge, deren Realisierung sich die BKB zuschrieb.  

 

  1. Jan. Wiedereröffnung des renovierten Wintergartens im „Kurgarten (NTB)

 

  1. Jan. Inkraftsetzung der Abwassersatzung (Kurstadt Kurier)

 

  1. Feb. Vergrößerung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Kösen (MZ).

Das betraf die Gemeinden Crölpa-Löbschütz, Heiligenkreuz, Leislau und Prießnitz. Ein Teil des dortigen Personals wurde übernommen.

 

  1. Feb. „Hotelsterben scheint nicht mehr ausgeschlossen“ (NTB)

„Wir haben viel zu viele Betten“ klagte Wilfried Becker,  Präsidiumsmitglied der DEHOGA und selbst bzw. die Familie im Besitz vom Kurgarten, der Villa Ilske und der Wilhelmsburg, wo gerade ein Bettenhaus entstand. Anlass dazu waren Pläne, in Kreipitzsch und in Saaleck (Jauch) weitere Hotels zu errichten. „Mit einer Auslastung von  11 % in der Region, da kann keiner leben (.) Es wäre unsinnig, wenn in dieser Situation noch mehr  Hotels gebaut werden“ erklärte Becker.

Dagegen verwahrte sich der Investor Pokrant, der alles unternehmen wollte, um mit dem Neubau 1995 zu beginnen. Der Wirtschaftsdezernent beim Landkreis Böhm meinte sogar, dass es sich hierbei um eine „karnevalistische Einlage“ handeln würde.

Außerdem kritisierte Becker die unzureichende Vermittlung von Übernachtungsgästen seitens der nunmehr zur Kurbetriebsgesellschaft gehörenden Stadtinformation.

 

  1. Feb. Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses „Ziegeleiloch“ (Kurstadt Kurier)

Der B-Plan Nr. 4 (Beschluss 75-8/91) wurde durch den Aufstellungsbeschluss Nr. 4 „Sportzentrum an der kleinen Saale“ ersetzt. Außerdem wurde ein Vorhaben- und Erschließungsplan „Wohngebiet Kukulau“  beschlossen. 

 

  1. Feb. 20. Stadtverordnetensitzung (NTB).

Beschlossen wurden die Straßennamen im Baugebiet Rechenberg. Bezüglich des Gebietes östlich der Ringstraße wurde mitgeteilt, dass man inzwischen mit der Naturschutzbehörde einen Kompromiss gefunden habe. Demnach wird ein Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes als Sondergebiet „Kur“ (Kliniken, Seekurpark, Seniorenresidenz) ausgewiesen und der Galgenberg selbst als Naturschutzgebiet erhalten bleiben. Wegen der großen Nachfrage nach Bauplätzen sollte Standorte in den Ortslagen Kukulau und Fränkenau geprüft werden.

Informiert wurde über den Planungstand „Erlebnisbad“ und Sportzentrum am Ziegeleiloch. Dabei mehrten sich die Stimmen, die die kostengünstigere Wiederherstellung des alten Freibades forderten.

Zu dem Gerücht, dass Schache nicht wieder als Bürgermeister kandidieren würde, meinte der Redakteur „Eines ist gewiß, der Nachfolger  (.) übernimmt ein schweres Brot (.) Zwar werden sich die angestrebten Ziele nur mühevoll verwirklichen lassen, doch sollte man dabei das Augenmaß nicht verlieren (.) Wer von den Abgeordneten gut hingehört hatte, dem konnte eigentlich nicht entgangen sein, daß sich das Tempo der Entwicklung nicht nach den Wunschvorstellungen von Investoren richten darf, sondern von den tatsächlichen Möglichkeiten der Bürger, die letztendlich mit ihren erarbeiteten Geld (.) diese Entwicklung  mittragen wollen und sollen“. 

 

  1. Feb. „Wasserfall mit Lichteffekten“ (NTB)

Begonnen wurde mit der Wiederherrichtung der Kaskade und eines Auffangbeckens an der Loreleypromenade sowie der Anlage eines weiteren Aussichtspunktes an der Ecke Kukulauer Straße.

 

  1. Feb. „Ringelspiel in Sachen Mühlengrundstück…“ (NTB)

Die neue Eigentümerin der Mühle, die Fa. Kurth Wasserbautechnik GmbH Göttingen hatte nur Interesse an dem Wasserrecht zur Stromerzeugung. Daher verkaufte die Firma den nicht dafür benötigten Teil des Mühlengeländes mit den 15 Betriebswohnungen an den Unternehmer Ducke aus Hamburg.

Damit war der Plan hinfällig, über das Vorkaufsrecht der Stadt den Mühlenkomplex zu übernehmen und hier ein „neues Stadtzentrum“ mit Rathaus, Hotel, Geschäften und Museum zu errichten. 

 

  1. Feb. Sprengung des Industrieschornsteins des Holzwerkes (NTB).

Nach dem von der Treuhandanstalt 1992 eingeleiteten Konkurs der Sperrholz und Formteil GmbH bemühte sich der Konkursverwalter um die Verwertung des 41.000 m² großen Grundstücks. Noch im gleichen Jahr übernahm der Fuhrunternehmer Öttner den früheren Holzlagerplatz hinter der „Katze“. Weitere Firmen waren die Fa. M. Rudolph, Hoch- und Tiefbau GmbH & Co.KG,  die Fa. Dr. Schache Bau GmbH und die Fa. VS Schaltanlagenbau Schwartze. Für die desolaten und hoch belasteten Produktionshallen fand sich aber kein Interessent.

 

  1. Mär. 21. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (NTB)

Beschlossen wurde die Vergabe weiterer Grundstücke am Rechenberg.

 

  1. Mär. Besetzung der Kroll-Saaletechnik GmbH in Fränkenau (NTB, priv.).

Nachdem bekannt geworden war, dass dem Unternehmen die Insolvenz drohte, besetzten die 39 Beschäftigten, die seit September auf ihren Lohn warteten, den Betrieb. Dem Schweizer Unternehmer, der den Betrieb von der Treuhandanstalt für 400.000 DM erworben hatte, wurde Missmanagement  vorgeworfen.

 

  1. Mär. „Warmer Geldregen für die Abzocker“ (MZ).

Berichtet wurde über „Kettenspiele“ in der „Schönen Aussicht“, für die sich bereits die  Staatsanwaltschaft interessierte.

 

  1. Mär. 22. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (NTB).

Beschlossen wurden u. a. die Beteiligung der Stadt an der Fremdenverkehrsgesellschaft Saale- Unstrut GmbH und ein Sanierungszuschuss für die Wiederherstellung des GWG-eigenen Hauses Grüne Gasse 4, das nach einem Wohnungsbrand erheblich beschädigt war..

 

  1. Mär. Festsetzung der Anliegerbeiträge in der Berbigstraße (MZ).

Die Stadt übernahm die Kosten der Fußwege, der Beleuchtung und der Stellplätze, auf die Anlieger entfielen noch  211.000 Mark, für die eine zehnjährige Ratenzahlung vereinbart wurde.

 

  1. Mär. Gesamtvollstreckung der Kroll-Saaletechnik GmbH (AG Halle 53-N-16/94)

Da es keinen Interessenten gab, wurde der Betrieb stillgelegt und das Personal entlassen. Der Liquidator befasste sich dann um die Verwertung der Immobilien.

 

  1. Mär. „Die nächsten Jahre werden kein Zuckerschlecken“ (NTB).

Diese Erkenntnis und das Motto „Aktion statt Resignation“ bildeten den Auftakt für den Wahlkampf der BKB. Bürgermeister Schache hatte nun auch offiziell bekannt gegeben, dass er nicht wieder als Bürgermeister kandidieren werde. Einer der Gründe war wohl dem Umstand geschuldet, dass er als Bürgermeister mehrfach größere Bauaufträge der Kommune an seine Firma teilweise auch ohne Vergabe erteilt hatte und bei den Bauvorhaben der UGL Lielje ohnehin bevorzugt wurde. Nun sahen auch die Aufsichtsbehörden genauer hin. Als Bürgermeister kandidierte der Vereinsvorsitzende der BKB und GF der kommunalen Wohnungsgesellschaft Chr. Emus. Sein Gegenkandidat war der Bereichsleiter der UGL E. Lewering von der SPD.

 

  1. Mär. Der Friseursalon Dathe, Lindenstr. 12, schließt nach 68 Jahren (NTB).

 

  1. Apr. Einführung von Pfarrer Mathias Imbusch (100 Jahre Kirche)

Nach dem Weggang von Pfarrer Hoeck folgte eine zweijährige Vakanz, teilweise übernahm den Gottesdienst die Pfarrerin Hoenen aus Saaleck.

 

  1. Apr. „Auch Lügen der SPD haben kurze Beine“ (MZ).

Der Streit entbrannte an der Handelskonzeption des Bürgermeisters, der sich für die Übernahme der ehemaligen BHG durch NORMA stark machte. Rechts der Saale würde dann Pfannkuch in der ehemaligen Kaufhalle bleiben. Einen weiteren Discounter lehnte der Bürgermeister ab, denn „zwei Discounter sind für Bad Kösen zu viel“. Das wurde dann von der Ortsgruppe der SPD im Wahlkampf als Einschränkung des Wettbewerbs thematisiert. Schache bezeichnete sie dann als „Betriebsparteiorganisation der  UGL“. 

 

  1. Apr. „Kein Turm über der Stadt“. (MZ).

Bürgermeister und Bauausschuss sprachen sich gegen die Errichtung eines Sendemastes für die Telekom aus. Der Vorschlag, den Schornstein des KfL in Fränkenau zu nutzen, wurde mit dem Hinweis, dass dieser ohnehin verschwinden muss, ebenfalls verworfen.

 

  1. Apr. „Neues Outfit“- Treppenaufgang zum Museum (Burgenlandjournal)

 

  1. Apr. Jahrhunderthochwasser der Saale (MZ/NTB).

Nach heftigen Regenfällen am Mittelauf der Saale und der Ilm stieg der Saalecker Pegel auf 6,83 Meter. Das Wasser erreichte den Bogenansatz der Brücke und den Wehrdamm konnte man nur noch ahnen. Oberhalb und unterhalb des Wehrdammes stieg die Saale über die Ufer. Besonders betroffen waren der Tierpark, der Campingplatz, die Kleingartenanlage, das Landesweingut sowie die tiefer liegenden Grundstücke in  der  Saalstraße und den Saalbergen. Besonders betroffen war das  Solethermalbad. Hier stand der gesamte Technikbereich unter Wasser, weshalb eine 2wöchige Schließung folgte. 

Bereits am Vortag hatten heftige Niederschläge auf der Kukulauer Höhe dazu geführt, dass  sich vor dem Durchlass des neu angelegten Flutgrabens unter der Bundesstraße die Wassermassen  anstauten und den gesamten Kreuzungsbereich an der Ringstraße überfluteten.

 

  1. Apr. „Anpfiff für das Sole-Thermalbad“ am Standort in der Weniger Aue (MZ)

Der Hauptausschuss hatte dafür „grünes Licht“ gegeben, nun fehlte nur noch die Zusage der Landeregierung für die Fördermittel. Die Planung sollte das Büro Kannewischer mit Sitz in Baden-Baden und Zug (Schweiz) übernehmen, das jedoch noch die Fördermittelzusage abwarten wollte, um „die Stadt nicht mit unnötigen Kosten zu belasten.“ Kommentar von H. Heilig „Das Bad ist wichtig für den Kurort, aber nur unter der Voraussetzung, daß es den Verhältnissen wirklich angepaßt und nicht etwa fünf Nummern zu groß ist.“

 

  1. Apr. Das OVG Sachsen Anhalt weist die Klage des Landkreises zurück (NTB).

Der Landkreis hatte gegen das Urteil des VG Halle Berufung eingelegt, das dem Besitzer des „Göttersitzes“ die Baumaßnahmen gestattete, die der Landkreis abgelehnt hatte. Der Besizter Seyfarth kündigte daraufhin erneut eine Schadensersatzforderung im sechsstelligen Bereich an.

 

  1. Mai Erstes Chorsingen des Sängerkreises Saale-Elster zur Saisoneröffnung (NTB).

Dabei wurde die rekonstruierte Salinentechnik übergeben. Bei der Mitgliederversammlung des Gradierwerkfördervereins zog der stv. Vorsitzende H. Lielje Bilanz. Nach bisher vorliegenden Rechnung betrugen die Sanierungskosten  5.044 TDM, weitere 600 TDM würden noch benötigt, womit die Gesamtkosten 5.644 Mio. DM betrugen. Zur Finanzierung wurden Fördermittel, Mittel der Stiftung Denkmalschutz, Eigenleistungen, Eigenkapital und Darlehen eingesetzt, wobei Darlehen bei derartigen Vorhaben höchst kritisch sind, da keine Refinanzierung zu erwarten war.  Allerdings würde hier noch eine Finanzierungslücke von 2,327 Mio. DM bestehen  „und es wird sicher nicht einfach, diese Summe auf die Beine zu stellen“ meinte der Vorsitzende Dr. Schache, auch wenn die 52 Vereinsmitglieder seit Gründung des Vereins 200.000 DM beigesteuert hatten, d. h. jedes Vereinsmitglied hatte im ersten Jahr rund 4.000 DM gespendet. Besonders gedankt wurde der stv. GFin der LVA, die aus dem Präventionsfond der Anstalt 50 TDM zur Verfügung gestellt hatte.

 

  1. Mai 23. Stadtverordnetenversammlung (NTB).

Beschlossen wurde der Verkauf der Fr. Ebert Str. 1 an H. Lielje der sich damit gegen zwei weitere Interessenten erwartungsgemäß durchsetzen konnte, sowie die Genehmigung der weiteren Nutzung der Kaltlagerhalle auf dem Jochenberg.

 

      Mai Einweihung des Weingutes Lützkendorf (NTB)

Der erste private Weingutneubau im Anbaugebiet Saale-Unstrut verfügte neben Produktions-und Lagerräumen über eine Straußenwirtschaft mit 100 Plätzen.

 

  1. Mai Wahlkampfbesuch des MP-Kandidaten für Sachsen-Anhalt R. Höppner (priv)

 

  1. Mai Einweihung des Bettenhauses am Berghotel „Wilhelmsburg“ (NTB).

Noch im Februar hatte der Besitzer vom „Hotelsterben“ gesprochen und  die Schaffung weiterer Übernachtungskapazitäten als Anfang vom Ende der hiesigen Hotellerie bezeichnet.

 

  1. Mai Festakt anlässlich des 1. Kösener Kongresses seit 1935 (NTB).

Nach der Zwangsauflösung kehrte man an den Ursprungsort zurück. Die beabsichtigte Verlegung von Würzburg war unter den 102 aktiven Corps aus 35 deutschen und österreichischen Universitätsstädten nicht unumstritten. Doch von nun an fanden der jährliche Kongress, die Gedenkfeier für die Gefallenen und der Festkommers sowie der Fahnenwechsel im August wieder hier statt. Dabei konnte die Rudelsburg wieder genutzt werden, während der Saal vom „Mutigen Ritter“ nicht genutzt werden konnte und man sich zunächst mit Ausweichvarianten begnügen musste.

Allerdings war das Gros der Bevölkerung desinteressiert, einige kritisch, obwohl die SC um die innere Ordnung und Disziplin bemüht waren und durch großzügige Spenden an kommunale Einrichtungen und Vereine die Akzeptanz wieder zu gewinnen.

 

  1. Mai 24. Stadtverordnetensitzung (NTB).

Beschlossen wurden die Verpachtung des Ludwig Renn Heims an die AWO zum 1. September und der Aufstellungsbeschluss  des  B- Plans Nr. 6  „Kurgebiet am Galgenberg“ (264-24/94).

 

  1. Mai Bildband „Bad Kösen- Kurstadt mit Tradition“ von Chr. Kupfer (NTB).

 

  1. Juni Bürgermeister- und Kommunalwahlen (NTB).

Die Freie Wählervereinigung der BKB e.V. bekam erneut die meisten Stimmen und zog mit 8 Sitzen in das Stadtparlament, CDU mit 2, FDP mit 3, PDS mit 3 und SPD mit 4 Sitzen. Bei der Wahl des Bürgermeisters lag Christoph Emus (BKB) mit 69 % der abgegebenen Stimmen vor E. Lewering (SPD) mit 31 %, die Wahlbeteiligung betrug 64%.

Bei den Wahlen zum Kreistag erhielt die neugegründete Bürgerbewegung Saale-Unstrut/WIR 5,5 % der Stimmen und zog in den  Kreistag. Zum Fraktionsvorsitzenden wurde Dr. Schache gewählt und  die Geschäftsstelle im Bauamt in der Bahnhofstraße 1 eingerichtet. 

 

  1. Juni Kaufantrag der UGL für das „Kurgebiet Galgenberg“ (priv)

Der Stadtverwaltung wurde vom Bundevermögensamt am 1. März mitgeteilt, dass es befristete Verbilligungsmöglichkeiten beim Verkauf bundeseigener Liegenschaften gibt, wenn das Gelände u. a. für Wohnungs- oder Krankenhausbau vorgesehen ist. Da die Stadt haushaltstechnisch dazu nicht in der Lage war, beantragte H. Lielje unter Befügung des Aufstellungsbeschlusses 264-24/96 „Sonderbauflächen Kliniken“ den Erwerb von rund 150.000 m². Am 3. August stimmte die Oberfinanzdirektion dem Antrag zu, wobei die Verbilligung von 80 %  für Krankenhäuser bis zum 31.12. galt. Vor Abschluss des Kaufvertrages sollte die Stiftung Schulpforte wegen des vermögensrechtlichen Anspruchs  angehört werden.

 

  1. Juni 25. Stadtverordnetenversammlung (NTB).

Bewilligt wurde die Freigabe von Mitteln aus der Städtebauförderung (317 TDM) für den Eigentümer des Wohnhauses Borlachstraße 42. Eine ähnlich hohe Förderung erhielt der Besitzer der Borlachstr. 11/Gerstenbergkpromenade 8. Bei beiden Vorhaben erhielt die Fa. Dr. Schache Bau  den Generalauftrag.

 

  1. Juni Eröffnung der Zeitzer Niederlassung der Dr. Schache Bau GmbH (MZ).

Nach eigenen Angaben hatte der Stammbetrieb 1,2 Mio. DM in die Übernahme und den Aufbau des Betriebsteils investiert.

 

  1. Juni Inbetriebnahme der Kläranlage am Ziegeleiloch (NTB).

Die Anlage war für 6000 Einwohnerwerte konzipiert und damit nicht überdimensioniert. Einen kleinen Schönheitsfehler hatte die Sache, es fehlte der Trinkwasseranschluss. Stadt, Zweckverband und Planungsbüro stritten darüber, wer dafür verantwortlich war.

 

  1. Juli Eröffnung der Pension Schmidt (NTB).

 

  1. Juli 50. Ausstellung in der Kunsthalle (NTB)

Anlass war das 25jährige Bestehen. Der damalige Museumsdirektor J. Gericke, der am 16. März des Folgejahres seinen 75. Geburtstag beging, war der Initiator, der den Ausbau der zur Schäferei gehörenden Scheune, die in den letzten Jahren vom VSB als Kohlenlager benutzt wurde, voranbrachte. Nach zweijähriger Bauzeit fand am 27. April 1969 die erste Kunstausstellung statt. Die Kunsthalle war dann die einzige zwischen Jena/Weimar und Halle/Leipzig in der jährlich zwei bis drei Ausstellungen namhafter DDR-Künstler gezeigt wurden. Nach der Wende wurde dann im Dachgeschoss die Käthe-Kruse Puppenausstellung mit zunächst 135 Exponaten eingerichtet.

 

  1. Juli Gründung der „Badezentrum Bad Kösen GmbH“ (NTB).

Die Gesellschaft sollte das kombinierte Thermal- und Freibades am Standort des alten Freibades errichten. Darin sollte die Stadt mit 51% und die Firma Imtecon aus Schkopau die mit dem Büro Kannewischer verbunden war  mit 49% der Gesellschafteranteile übernehmen. In Anbetracht der prekären Haushaltsituation würde die Stadt das Grundstück einbringen und die Fördermittel bereitstellen, wozu es schon ergebnisoffene Gespräche mit der Landesregierung gegeben habe. Der Bau wäre ein „einzigartiges Projekt in Deutschland“ betonte der Unternehmer Dr. Schache und rechnete großzügig mit 1.200 Tagesgästen und einem Einzugsgebiet von 80 km. Das Thermalbad sollte  ganzjährig und privatwirtschaftlich, das Freibad von der Stadt betrieben werden. Die  Inbetriebnahme wurde für 1996 angekündigt.

Damit wurde der bisherig favorisierte Standort an der B 87 aufgegeben. Allerdings würde dann der gesamte Verkehr von und zum Bad über die Ringstraße durch das Kurgebiet führen. Außerdem reichten auch die Stellflächen für die Besucher nicht aus und eine Erweiterung in das Trinkwasserschutzgebiet Weniger Aue war nicht möglich. Alternativ sollten die Stellplätze in der Rudelsburgpromenade auf dem Gelände des ehemaligen Holzveredelungswerks geschaffen werden und die Besucher dann die Holzbrücke benutzen. Aber auch hier würde der  gesamte Verkehr durch die Stadt führen. Völlig außer Betracht blieben dabei die Abbruchkosten für das alte Schwimmbad und die rechtzeitige Gewinnung eines Betreibers. 

 

  1. Juli Abschluss der Umbauarbeiten im Tierpark (MZ).

 

  1. Aug. Grundsteinlegung für das Pflegeheim der Diakoniestiftung Lazarus (NTB).

Der erfolgte noch vor der Entscheidung des Bundesvermögensamtes und diente wohl auch dazu den erforderlichen Druck hinsichtlich einer raschen Klärung der Besitzverhältnisse zu erzeugen.

 

  1. Aug. Erneuerung der Eckartsbergaer Chaussee (MZ).

Nach dem Abschluss der Oberflächensanierung der B 87 in Richtung Naumburg, die bereits erhebliche Einschränkungen mit sich gebracht hatte, folgte nun die Vollsperrung.

 

  1. Aug. Erste Filmvorstellung im „Mutigen Ritter“ (NTB).

20.000 DM investierte die „Mutige Ritter“ GmbH in die Anlage (priv.). Der Spielbetrieb wurde verpachtet, und an Stelle einer Pacht mit dem Pächter vereinbart, dass er von den Einnahmen nach Abzug aller Unkosten (Verleihgebühr, Werbung, Personal etc.) den überschießenden Betrag an die GmbH abführt. In den ersten Monaten wurden bereits 10.000 Besucher gezählt.

 

  1. Sep. Erbbaurechtsbestellungsvertrag mit der AWO (priv)

Die Stadt überließ der dem AWO-Kreisverband  das Kinderheim, dessen Wert wurde vom Gutachter auf 1,367 Mio. DM geschätzt wurde. Ein Pachtzins wurde nicht vereinbart.

 

  1. Sep. 3. Park- und Lichterfest (MZ).

Einer der Höhepunkte war die Wiederinbetriebnahme des illuminierten Wasserfalls vom Gradierwerk zur Loreleypromenade, was aber nach Einspruch eines Anliegers wieder eingestellt werden mußte.  Obwohl der Zutritt zur Festwiese  an allen drei Tagen kostenpflichtig war, wurden über tausend Besucher registriert.

 

  1. Sep. Spende der SPD Fraktion für einen Kinderspielplatz (NTB)

Für die Umsetzung ihres Wahlversprechens wurden 6.500 DM eingeworben von denen auf dem Sportplatz der Borlachschule ein Kleinfeldfuß- und Basketballplatz gebaut werden sollte.

 

  1. Sep. Übergabe der Beratungsstelle der Deutschen Rheumaliga (MZ, NTB).

Mit dem Angebot von Funktionstraining in der Saale-Klinik und im Therapiezentrum stieg die Mitgliederzahl, womit auch ein erheblich umfangreicherer Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand für die ehrenamtlich Tätigen verbunden war.

 

  1. Sep. „Statt Truppenübungsplatz nun Erholungspark“ (NTB)

Vorgestellt wurde das Konzept für den Landschaftspark zwischen dem Naturschutzgebiet „Galgenberg“ und dem Bebauungsgebiet Kur, allerdings waren im Entwurf der Landschaftsarchitektin Theurich noch keine Wasserflächen vorgesehen. ABM begannen mit der Anlage der ersten Wege. 

 

  1. Sep. Pressemitteilung des Bürgermeisters (NTB)

Demnach stand nach der Klärung der Grundstücksfrage über den ehemaligen Übungsplatz dem Bau der weiteren beiden Kliniken der UGL nichts mehr im Wege. Die Investition wurde mit 120 Mio. DM beziffert, 180 neue Arbeitsplätze sollten entstehen. Die Stadt selbst wird sich bei der Gestaltung des Landschaftsparks einbringen, wo im Auftrag des Bundesvermögensamtes mit der Beräumung militärischer Altlasten begonnen wurde.

Als weitere Schwerpunkte nannte Emus die Entscheidung zum Grundstück „Vorwärts“, der B-Plan für das Gewerbegebiet Fränkenau, der B-Plan für das Wohngebiet Kukulau, die Planungen für das Thermal- und Freizeitbad und das Sportzentrum, der Bau von Eigentumswohnungen durch die GWG und die Umstrukturierung der Stadtverwaltung u. a. die Auflösung des Wohnungsamtes.  

 

  1. Sep. Vororttermin am „Vorwärts“ (NTB)

Für das Grundstück mit der Pfannkuch-Halle und der inzwischen geschlossenen ehemaligen HO- Gaststätte hatten die Salzmann`schen Erben vermögensrechtliche Ansprüche geltend gemacht. Da die Verkaufseinrichtung 1985 neu gebaut wurde, lag nach Sachenrechtsbereinigungsgesetz eine Nutzungsänderung vor, die einer Rückübertragung entgegenstand. Möglich wäre eine finanzielle Entschädigung oder die Inanspruchnahme des Investitionsvorranggesetzes, d. h. die Erben verpflichten sich, entweder selbst oder mit einem Partner, Investitionen in Verbindung mit der  Schaffung von Arbeitsplätzen vorzunehmen.

 

  1. Sep. Hundertjahrfeier der Lutherkirche (Kirchengem.).

Der Nachfolger von Pastor Höck übernahm ein renoviertes Kircheninneres mit einer Winterkirche und einer Fußbodenheizung. Nun folgte  die Restaurierung der Rühlmann-Orgel.  

 

  1. Okt. Sitzung des Ausschuss Umwelt, Ordnung und Sicherheit (NTB)

Bei einer Begehung des Kalkwerkes mit Vertretern der Stadt, des Forstamtes und des Regierungspräsidiums stellten die Vertreter des Betriebs, die Pläne zur Erweiterung des Tagebaues vor. Danach sollte ein neues Abbaufeld in westlicher Richtung zur B 87 erschlossen werden. Da die Fläche unter 12 Hektar lag, bedürfe es keiner Genehmigung der öffentlichen Träger, obwohl dabei das Äbtische Holz und die Trockenrasengebiete der „Hölle“ mit verschiedenen Pflanzen die auf der Roten Liste standen, betroffen waren. Mit der Zusage des Kalkwerkes, die Verpflanzung besonders schützenwerter Pflanzen und in den kommenden Jahren mit der Rekultivierung zu beginnen, gab sich der Ausschuss dann doch zufrieden, denn „man sei nicht gegen den Abbau von Arbeitsplätzen, sondern für die Erhaltung der Umwelt“. 

 

  1. Okt. Anerkenntnis der Altschulden aus dem DDR-Wohnungsbau (priv)

In die mit der Staatsbank der DDR abgeschlossenen Darlehensverträge für den Wohnungsneubau und für REKO-Wohnungen war die DKB eingetreten.  Die Stadt erkannte hierbei eine Restschuld von 2,512 Mio. DM an. Darunter fielen die Darlehen für den mehrgeschossigen Wohnungsbau (Käthe-Kruse-Straße 19/20, August-Bebel Str. 3//5, 11a, 16/18/20, Galgenberg 1a/b; Richard-Kanzler-Str. 26, 28, 30, 31, 33, 35, 37 und der Russenblock) sowie die Kredite für Reko Wohnungen bzw. Ersatzneubauten (A.-Bebel Str. 3a, Eckartsbergaer Str. 19a, Borlachstr. 15, Gerstenbergkprom 2.)

Die Altverbindlichkeiten wurden in die Bilanz der GWG übernommen und von dieser bedient.   

 

      Okt. Landesbeteiligung an der Dr. Schache Bau GmbH (AG Halle 59 IN 211/00.)

Die Mitteldeutsche Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH Magdeburg trat als stille Gesellschafterin ein und schoss zur „Stärkung der Eigenkapitalbasis 1 Mio. DM in das Unternehmen, die zu 85% aus Mitteln des ERP Sondervermögens  refinanziert wurde. „Hierbei wurde vereinbart, daß für den Fall eines Insolvenzverfahrens die Beteiligungsgesellschaft mbH mit ihrem Auseinandersetzungsguthaben erst nach den übrigen Insolvenzgläubigern zu befriedigen ist.“

Der Betrieb hatte inzwischen 199 Mitarbeiter. 1994 wurde bei einem Jahresumsatz von 17 Mio. DM „ein negatives Ergebnis“ erwirtschaftet.

 

  1. Nov. Inbetriebnahme des digitalen Vermittlungsnetzes der Telekom (NTB).

Die Anlage stand mitten im Neubaugebiet am Rechenberg. Der Bau und der „Maschendrahtzaun“ sorgten für heftige Kritik an der Stadtverwaltung. Die analoge Vermittlungsstelle aus den zwanziger Jahren in der Lindenstraße wurde demontiert.

 

  1. Nov. Sitzung des Wirtschaftsausschusses zur Altstadtbebauung (NTB).

Der Vorsitzende Altbürgermeister Dr. Schache erklärte, dass der Bau eines Supermarkts mit 1000 m² Verkaufsfläche auf dem Gelände der BHG in greifbare Nähe gerückt sei. Zuvor sei aber eine großzügige Entkernung des Geländes erforderlich, weshalb er Gespräche mit Vertretern des Bauministeriums führe. Um den Supermarkt wirtschaftlich tragbar zu gestalten, müsse der Stadtteil wieder für Bewohner attraktiver gemacht werden. Außerdem sollte man die Wohnbebauung des Jochenbergs und die Einrichtung eines innerstädtischen Pendelbusses prüfen.

Dann stellte der Unternehmen Linkamp aus Essen und der GF der HIN GmbH Will das Projekt einer „Wohn-Golf-Plantation Saaleck/Bad Kösen“ vor. Die 18-Loch Anlage sollte südöstlich von Stendorf  zur B 87 mit Blick auf die Burgen angelegt werden. Daneben könnten hier noch 175 Baugrundstücke ausgewiesen werden.

 

  1. Nov. Großer Festumzug zum 40jährigen Jubiläum des KKV (priv).

Dank großzügiger Unterstützung durch die Lielje-Gruppe und reger Teilnahme der Vereine war es ein Festzug, der den üblichen Rahmen sprengte.

 

  1. Nov. Öffentliche Auslegung der Pläne zur Erweiterung des Tagebaues (NTB).

Bereits im Vorfeld waren Bedenken laut geworden, denn neben der negativen Auswirkungen auf die Natur, befürchtete man erhebliche Belastungen durch den vermehrten LKW-Transport für den Kurort. Das Unternehmen verpflichtete sich, die Belastungen so gering wie möglich zu halten und versprach sich an den Kosten der Straßenreinigung zu beteiligen.

 

      Dez. Die Gaststätte Schäfer schließt (NTB).

Das Anwesen, seit 30 Jahren im Besitz der Familie Schäfer und dank der guten Küche beliebt, war stark sanierungsbedürftig. Wegen der damit verbundenen hohen Kosten stellte die Betreiberfamilie das Geschäft ein. Da sich wegen der ungünstigen Lage zur Bahn und der insgesamt nachlassenden Gästefrequenz in diesem Stadtteil kein Kaufinteressent fand, erfolgte dann der Totalabbruch.

 

              Jahresstatistik des Einwohnermeldeamtes (NTB).

In der Stadt gab es 4.268 Einwohner, mit den Ortsteilen waren es 6.139. 38 Geburten standen 116 Sterbefälle gegenüber.

 

1995

  1. Jan. Übernahme der Seniorenbegegnungsstätte durch die Diakonie (priv. /NTB)

Im Vorfeld gab es eine Mitteilung (NTB v. 24.09.94), dass die Einrichtung von der AWO übernommen würde. Um das zu verhindern, wandte sich die Leiterin des Seniorenclubs B. Krause nicht nur an den Landrat und den Bürgermeister sondern auch an den Bundesgeschäftsführer der Johanniter- Unfallhilfe Graf v. Schwerin. Mit dem Hinweis auf die lange Tradition der Johanniter, die früher im zweijährigen Wechsel im „Mutigen Ritter“ den Rittertag der Balley der Provinz Sachsen abhielten, wurde der Verein aufgefordert, die Einrichtung weiter zu betreiben, was diese höflich aber direkt  ablehnten.

Ein Jahr später wurde dann die Seniorenbegegnungsstätte im Pfarrhaus eingerichtet und das Anwesen am Rechenberg verkauft.  

 

  1. Jan. Pressegespräch mit Dr. H. Schache (NTB).

Der „Architekt des Aufstieges“ verwies auf vier erfolgreiche Jahre an der Spitze der Stadt. Die Stadt und private Investoren, allen voran H. Lielje, hatten bislang 380 Mio. DM investiert, wovon „andere Städte nur träumen könnten“. Seine eigenen Betriebe die Dr. Schache Bau GmbH und die Kösener Spielzeug GmbH beschäftigten 260 Mitarbeiter. Ein neues Kapitel des Unternehmers, der den Erfolg „nicht mit den Ellenbogen suchte“, war das Engagement in Polen, wo er inzwischen 270 Mitarbeiter beschäftigte (Baufirma, Handelskette, Näherei, Sicherheitsdienst).

Der Redakteur charakterisierte den Unternehmer als „rastlos, voll zupackender Energie, lakonisch, analytisch, voll zwingender Logik, und dabei doch in den Gedankengängen und Handeln originell und unkonventionell (.) keine Frage, der Osten braucht mehr Menschen wie den risikobereiten  Schnellsprecher aus Bad Kösen“.

 

  1. Jan. „Der Beleihungsrahmen für die Kurstadt ist total ausgereizt“ (NTB).

Im Haushaltplanes 1995 klaffte ein Millionendefizit. Somit waren weder das Solethermal- und  Freibad noch die Sportanlagen auch bei einer 90%igen Förderung nicht mehr realisierbar. Die Mehrkosten bei den Vorhaben der Modellstadt Tourismus und die Eigenmittel für die Kläranlage, den Straßenbau, die Erschließung der Baugebiete die Stadtsanierung wurden ausschließlich über Darlehen finanziert.  Der Kapitaldienst überstieg die  finanziellen Möglichkeiten der Stadt bei weitem und ein Insider bemerkte, die  Stadt sei „zu Tode gefördert“ worden. 

 

  1. Jan. Kaufantrag für die Rudolf-Breitscheid Str. 6 (priv).

Der GF der Dr. Schache Bau GmbH beantragte bei der Stadt die Einleitung eines Verfahrens nach Investitionsvorranggesetz für das 3.730 m² große Grundstück auf dem das ehemalige Quellenlabor des Volkssolbades stand. Dieses Grundstück sollte eigentlich der REHA Klinik „Mutigen Ritter“ übertragen werden, blieb aber in der Verfügung der Stadt. Die Begründung für die Inanspruchnahme des Invest.-Vorranges wurde die Bauabsicht für ein Wohn-und Geschäftshaus mit 33 Wohnungen und mehreren Gewerbeeinheiten mit der Schaffung von 3 bis 5 Arbeitsplätzen angeführt. Die Investitionssumme wurde mit 4,8 Mio. DM angegeben Vorhabenträger wäre die Dr. Schache Bau GmbH hinter der weitere Anleger (u.a. StB. Dr. Wennecker) standen. Der Antragsteller hielt einen Kaufpreis von 300.000 DM für angemessen.

 

  1. Feb. Darlehensvertrag mit der NORD-LB (priv)

Darlehensnehmer der 2 Mio. DM war diesmal die Kurbetriebsgesellschaft vertreten durch den GF H. Lielje. Das Darlehen wurde auch diesmal ohne vorherige Genehmigung seitens der Aufsichtsgremien aufgenommen und wurde für die Bezahlung der noch offenen Forderungen aus der Sanierung der Salinentechnik und der Parkanlagen benötigt.

Da die Annuität des Darlehens bei 8% Zins und % Tilgung rund 200.000 DM ausmachte und aus den Einnahmen der Kurbetriebsgesellschaft nicht zu erwirtschaften war und sich die  Patronatserklärung der Stadt lediglich auf den „Mutigen Ritter“ bezog, verlangte die NORD-LB neben der Belastung des gesamten Grundbesitzes der Gesellschaft auch die Einstellung des jährlichen Annuität in den Haushaltsplan der Gesellschafterin, verbunden mit einer aufsichtsbehördliche Genehmigung. Die wurde zwar nicht erteilt, allerdings berief sich der Geschäftsführer dann auf die genehmigte Nachschussverpflichtung im Gesellschaftervertrag, und erreichte die Ausreichung auch dieses Darlehens.

 

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung (NTB, MZ)

Der katastrophale Zustand des Freibades war Thema in der Bürgerfragestunde „die abgebrannte Baracke bietet eine grauenhaften Anblick“. Bürgermeister Emus schloss sich dem an „Das Schwimmbad ist eine Affenschande“. Die vor 2 Jahren erteilte Abrissgenehmigung war abgelaufen weil Mittel für den Abbruch nicht vorhanden haben. Daher müsse die Genehmigung neu beantragt werden ebenso eine AB-Maßnahme. Eine Instandsetzung sei wegen der schlechten Wasserqualität nicht möglich, ergänzte der Stadtverordnetenvorsteher Liesegang.

Kommentar der Redakteurin „Offenbar übereilte Entscheidungen haben die vormals großzügige Anlage restlos verkommen lassen (.) Der Fall scheint hoffnungslos (.) Die Schlußfolgerung, um künftige Fehlentscheidungen zu vermeiden: Erst alle Aspekte in Ruhe abwägen, dann die Entscheidung treffen“.

Im nachfolgenden Pressegespräch erklärte der Bürgermeister „daß sich die in Gründung befindliche Badezentrum GmbH erstmals berechtigte Hoffnungen machen kann. Trotz der schwierigen Fördermodalitäten sei die Kommunalaufsicht bereit, das Gesamtkonzept beim Regierungspräsidium vorzutragen“. Dabei war allen bekannt, dass die finanzielle Situation der Stadt keinerlei Spielraum mehr zuließ.

 

  1. Apr. Eröffnung des Ausflugslokals „Schloss Saaleck“.

Das ehemals von der LPG Saaleck als Ferienobjekt dem VEB Fischkombinat Rostock zur Verfügung gestellte Objekt übernahm die Familie Necke.

 

  1. Apr. Großbrand bei der Dr. Schache Bau GmbH in Stendorf (MZ).

Die Fa. Schache Bau hatte nach der Übernahme des LTA Stendorf ihren Firmensitz auf das dortige Betriebsgelände verlegt. Hier waren auch die von der Fa. Schache Bau beschäftigten polnischen Arbeiter untergebracht. Der Schaden durch den Brand, der am Tag ausbrach und über dessen Ursache nur spekuliert wurde, wurde auf 500.000 DM beziffert.

In der Folge erwarb die Kösener Spielzeugmanufaktur aus der Konkursmasse der Fa. M. Rudolph Bau das Gelände mit dem Heizhaus des ehemaligen Holzwerks. Trotz der guten Bausubstanz der „alten Puppe“, die ohne weiteres als Betriebsgebäude weiter benutzt werden konnte, wurden für die „Verlagerung der Spielzeugproduktion“ erhebliche Fördermittel seitens des Landes bewilligt.

Nach der Fertigstellung wurde hier auch der neue Firmensitz der Dr. Schache Bau GmbH eingerichtet. Die „alte Puppe“ wurde der GfBB vermietet, die somit ihren Schulbetrieb deutlich erweitern konnte.

 

  1. Apr. „SPD-Fraktion gegen Standort am alten Freibad“ (MZ).
  2. Lielje ließ durchblicken, dass das Sole-Thermal- und Freibad seitens der UGL gebaut werden könnte, allerdings nur an der B 87 gegenüber der Tankstelle. Daraufhin machte die SPD eine Kehrtwendung und sprach sich gegen den von ihr mit beschlossenen Standort in der Weniger Aue aus.

 

  1. Apr. „Wird in Saaleck bald die Glückskugel rollen?“ (MZ).

Für das Altenheim, das nach dem Auszug der Senioren in das Lazarus-Pflegeheim verwaist war, hatte die Stadt dem Land die Nutzung als Spielcasino vorgeschlagen, natürlich in völliger Verkennung der objektiven Voraussetzungen für eine derartige Einrichtung.

 

  1. Mai Mitgliederversammlung des Gradierwerkfördervereins (priv).

Der stellv. Vorsitzende H. Lielje bezifferte die seit 1990 aufgewandten Mittel zur Sanierung der Salinenanlagen auf  exakt 5.086.397 DM, wobei die UGL der Kurbetriebsgesellschaft weitere 801.000 DM als zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt hatte. Derzeit gäbe es noch offene Rechnungen über 153.000 DM deren Finanzierung nicht gesichert sei.

 

  1. Mai Einrichtung einer Nebenstelle des Standesamtes auf der Rudelsburg (NTB).

15 Anmeldungen allein für die Monate Mai und Juni lagen bereits vor.

 

  1. Mai Selbstmordversuch an der Rudelsburg (NTB).

Ein Jugendlicher stürzte sich in einem PKW über den Steilhang. Er überlebte, allerdings war die Bergung des Autowracks äußerst schwierig.

 

  1. Mai Grundsteinlegung für die Saale REHA Klinik 2 (NTB, MZ)

Binnen 14 Monaten sollte das Haus mit 240 Betten fertiggestellt sein. Die Investitionskosten wurden mit 70  Mio. DM angegeben. Die Klinik bei der die LVA Sachsen-Anhalt  Haupt-Belegungsträger und stiller Teilhaber war, sollte die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit des Klinikverbundes verbessern.

Das Grundstück war gekauft, die noch offenen Fragen mit dem Umweltschutz und der Stiftung Schulpforte wären bereinigt. Hermann Lielje präsentierte die Baugenehmigung für die er fast 200 TDM gezahlt habe. Die Bauausführung übernahm die ARGE Köster Bau/ Dr. Schache Bau.

Nicht geregelt war die Kostenübernahme für die Erschließung des Standortes aber weil die Zeit drängte und nicht zuletzt auch die Lazarusstiftung für ihr Alten- und Pflegeheim darauf angewiesen war, beauftragte die UGL die Maßnahmen, in der Hoffnung, dass der Erschließungsvertrag mit der Stadt in naher Zukunft zustande kommt. Allerdings war absehbar, dass die erforderliche Genehmigung der Kommunalaufsicht in Anbetracht der städtischen Finanzen ausgeschlossen war.

 

  1. Mai Festveranstaltung zum 5jährigen Bestehen des LV der Rheumaliga (MZ, NTB)

Zur Festveranstaltung im „Mutigen Ritter“ wurde die Schirmherrin Sozialministerin Kuppe begrüßt. Die Ortsgruppe, die inzwischen ihre Geschäftsstelle im „Mutigen Ritter“ hatte, zählte derzeit bereits 226 Mitglieder.

 

  1. Mai Brunnenfest auf dem Festplatz Gerstenbergkpromenade (priv.)

Höhepunkt war die Großveranstaltung am Sonntagabend auf dem Sportplatz am Gradierwerk. Dagegen gab es zunehmenden Kritiken an dem dürftigen Programm und dem Festplatz.

 

  1. Mai Kaufvertrag über das Haus „An der Brücke 3“ (UR 1192, Not. Seeger, Nbg).

Die Kreissparkasse hatte das Anwesen von der Treuhandanstalt übernommen und verkaufte es für 300.000 DM einem Getränke-Großhändler aus Beuditz. Der sollte ein Wohn- und Geschäftshaus errichten, in dem sich  u.a. auch die Kreissparkasse mit einer Filiale einmieten würde.

 

  1. Juni 2. Kösener Kongress (NTB)

Zu einem Frühschoppen dem Gelände der Feuerwehr waren die Einwohner eingeladen.

 

  1. Juni Pressegespräch mit H. Lielje (NTB/Kreiszeitung)

„Nun werde es jedoch höchste Zeit, sich um dringend notwendige Erlebnisbereiche  für Patienten und Touristen zu kümmern“ meinte der Unternehmer und fast hellseherisch „Die Innenstadt muß jetzt kommen, sonst ist der Kurort auf lange Sicht kein Kurort, sondern nur ein Standort für Heilverfahren“. Den von den Stadtverordneten beschlossenen Standort für das Thermal-Hallen- und Freibad bezeichnete er als „ausgesprochen ungünstig“, hier sollten lieber die Tennisplätze gebaut werden. Weil die Stadt als Auftraggeber ausfiel, sollte dies die Kurbetriebsgesellschaft übernehmen, die auch nach seiner Ansicht „mit den zur Verfügung stehenden Kräften mit Nachdruck und entsprechender Geschwindigkeit an der Entwicklung der Innenstadt mitwirken soll“. Außerdem wäre die Kurbetriebsgesellschaft im Gespräch mit einem Investor über Bau eines  Kur- und Konferenzhotels im Sondergebiet am Galgenberg. Offen ließ er in welcher Art und Weise die Kurbetriebsgesellschaft rechtlich, personell und finanziell dazu überhaupt befugt und in der Lage war.

Kommentar der Redakteurin H. H. „Will der Kurort auch weiter seinen guten Namen als die Nummer eins der Heilbäder in Sachsen-Anhalt  behalten, muß noch viel geschehen“. 

 

  1. Juni Jubiläumfeier 5 Jahre Dr. Schache Bau GmbH (MZ, NTB).

In einem Gespräch mit der MZ erklärte der Firmengründer: „Ich mache heute all das, wovon ich keine Ahnung habe - allerdings hinter vorgehaltener Hand, damit es die Banken nicht hören“. Angefangen hatte alles im Mai 1990 mit 11 Mitarbeitern in der ehemaligen Fleischerei seiner Eltern in der Schmettaustraße. Inzwischen hatte der Betrieb 160 Beschäftigte am Hauptsitz und 60 in Zeitz, dazu drei Tochterfirmen mit 80 Mitarbeitern und drei Beteiligungen mit weiteren sechs Tochterunternehmen und 300 Mitarbeitern.

Der Einladung zum „kleinen Festakt“ waren fast 300 Gästen gefolgt, darunter der Landrat und zahlreiche Honoratioren. Mit Blick auf H. Lielje verkündete der Firmenchef: „Ich stehe immer in seiner Schuld, und das nicht nur in Form von Geld“.

 

  1. Juni 150 Jahre Burg-Apotheke (NTB).

1845 war Manasse Gause der erste Apotheker der nicht nur eine Konzession erhielt, sondern auch ein Ladenlokal in dem 1837 erbauten Haus Lindenstraße 5 anmieten konnte, nachdem ein erster Versuch trotz Drängen des Badearztes Rosenberger scheiterte. Seine Nachfolger waren Chop, Unruh, Steuer und Hecker. Derzeitiger Inhaber war P. Chemnitz.

 

  1. Juni Übergabe der „Kucheninsel“ (NTB; MZ).

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 650 TDM und kamen aus der Städtebauförderung. Auch wenn 2/3 von Bund und Land bereitgestellt wurden, verblieb ein Drittel bei der Stadt. Da die aber zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr in der Lage war, dieser Verpflichtung aus Haushaltsmitteln nachzukommen, wurde auch hier auf bereits abgerufene Bundes- und Landesmittel zurückgegriffen.

Gleichzeitig wurde die Stagnation in der Altstadt beklagt und Hermann Lielje erklärte gegenüber der Presse, dass sich nun die Kurbetriebsgesellschaft mit Nachdruck an der Entwicklung der Innenstadt beteiligen würde. Das Problem wäre die schlechte fußläufige Anbindung wegen der  Bahnunterführung, die jeglichen Besucher abschrecken würde. Dazu fehlten attraktive Einrichtungen wie Läden und Cafès.

 

  1. Aug. Schlüsselübergabe der Burgstraße 9 (MZ).

Insgesamt 1,2 Mio. DM kostete der Bau und wurde durch ein Bankendarlehen sowie Städtebaufördermitteln finanziert. Ein Totalabbruch und ein Neubau unter Einbeziehung der daneben liegenden unbebauten Grundstücke wären sinnvoller gewesen.

 

  1. Aug. Verzeichnis der Bau und Kunstdenkmale Sachsen Anhalt (NTB)

Darin aufgenommen wurden nicht nur Einzelbauwerke sondern auch die sie umgebende Flächen, wie der Burgberg von Saaleck, der Bergsporn der Rudelsburg samt Vorburg bis zum Löwendenkmal, die Saalecker Werkstätten mit dem Saalehang bis an das Dorf Rödgen.  

 

  1. Aug. Ergänzung der Solelieferverträge (priv)

Zwischen der Kurbetriebsgesellschaft und der Saale Reha-Klinik 1 wurde am 19.02.92 und mir der Saale Reha Klinik 2 am 01. 01. 1995 ein Soleliefervertrag abgeschlossen. Demnach verpflichtete sich die Kurbetriebsgesellschaft beiden Kliniken die benötigte Sole von der  Neuen Quelle, alternativ vom Borlachschacht über ein mehrere Kilometer umfassendes Leitungssystem zuzuführen. Dafür  wurde ein Festpreis pro nachgewiesener Belegung vereinbart. Inzwischen waren die Kosten für die Herstellung der Solegewinnungs- und Verteilungsanlagen völlig aus dem Ruder gelaufen, der Kreditrahmen der kommunalen Gesellschaften war ausgereizt, der laufende Geschäftsbetrieb war ein Verlustgeschäft und der Haushalt der Gesellschafterin ohnehin desolat. Um die drohende Zahlungsunfähigkeit der Kurbetriebsgesellschaft abzuwenden und offene Forderungen zu begleichen, gewährte der GF der privaten Kliniken (Lielje) der Kurbetriebsgesellschaft (Lielje) einen Vorschuss mit dem die Bezahlung der Soleanlagen fertiggestellt werden konnten. Beide Kliniken stellten insgesamt 1.700.000 DM als Vorschuss auf die Solelieferung zur Verfügung. Die Refinanzierung erfolgte über die Verrechnung mit der von den Kliniken an die Kurbetriebsgesellschaft abzuführenden monatlichen Kurtaxe und den Solelieferungen über einen Zeitraum von 60 Monaten bis 2001 vereinbart. Wobei die Verrechnung der Kurtaxe unzulässig war. Damit fehlten der Kurbetriebsgesellschaft in diesem Zeitraum jährliche Einnahmen von 340.000 DM, die allerdings von der Gesellschafterin aufzubringen waren, was so gut wie ausgeschlossen war. .

 

  1. Sep. Spatenstich für den Neubau der Kindertagesstätte in der Salinenstraße (NTB).

Auf dem Grundstück des Kinderheim V, das die Stadt von den Klemmschen Erben für 500.000 Mark erwarb, sollte ein Neubau mit 120 Plätze entstehen. Dann könnten die bisherigen Einrichtungen (Fr. Ebertstr. 15 und 17, Burgstr. 16, Rudelsburgprom. 12, Lengefeld) geschlossen werden. Die Kosten einschl. des Abbruchs wurden mit 4 Mio. DM beziffert, die vom Land, dem Landkreis und dem Kindergartenzweckverband aufgebracht wurden.

 

  1. Sep. Vollsperrung der Eckartsbergaer Straße wegen Straßenbauarbeiten (NTB).

 

  1. Sep. Bürgerversammlung zum Bebauungsplan Nr. 8-Gerstenbergkpromenade (NTB)

Vertreter des Bauamtes und der Sanierungsbüros erläuterten den im November 1994 beschlossenen Plan, der den Bereich Borlachstraße, Grüne Gasse und Gerstenbergkpromenade bis zur Rathaustreppe umfasste. Nachdem die Aussichten für die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes auf dem BHG Gelände zerschlagen hatten, sollte hier eine Wohnbebauung erfolgen und die kaum die Bezeichnung „Promenade“ verdienende Straße optisch aufgewertet werden.

 

  1. Okt. Ein LKW durchbricht die geschlossene Schrankenanlage (NTB).

Ein Interregio kam per Notbremsung an der Gartenanlage zum Stehen. Erneut wurde damit die Dringlichkeit einer nachhaltigen Regelung bestätigt und die Bahn beerdigte ihr 3 Mio. DM  Vorhaben, den Schienenübergang durch eine Ampelanlage zu sichern.

 

  1. Nov. Abbruch der MINOL-Tankstelle (NTB, MZ).

Fast wäre ein Neubau an der vom Bauausschuss geforderten „landschaftstypischen“ Dachform gescheitert. Ein halbes Jahr später erfolgte die Neueröffnung.

 

  1. Nov. Stadtratssitzung (NTB).

Inzwischen war bekannt, dass die Imtecon, der Mitgesellschafter der Bädergesellschaft keinerlei finanzielle Basis hatte und lediglich auf die seitens der Stadt beantragten Fördermittel spekulierte. Die Gesellschaft sollte umgehend aufgelöst werden und die SPD-Fraktion beantragte, für die von H. Lielje vorgestellte abgespeckte Variante den Standort an der B 87 erneut zu beschließen. Dazu kam, dass auch der OB von Naumburg Interesse zeigte, zumal die dortige Verwaltung wegen des desolaten Bades im Blütengrund heftig kritisiert wurde. Dieser Antrag fand die Mehrheit der Stadträte

Außerdem wurde beschlossen, nicht mehr als drei Einkaufsmärkte an den Standorten Altstadt, Ritterbad und R.-Kanzler Str. zuzulassen.

 

  1. Nov. Übergabe der Brücke vom Parkplatz Uferstraße zur Radinsel (NTB).

 

  1. Dez. Einrichtung einer City- Buslinie (NTB).

Immer wieder wurde der Wunsch geäußert, den im Klinikpendelverkehr eingesetzten Bus auch für die Einwohner zu benutzten. Die für eine öffentliche Nutzung erforderlichen Genehmigungen wurden erteilt, allerdings blieben nun die Fahrgäste aus, weil anders wie für die Patienten und die Mitglieder der Rheumaliga die Benutzung kostenpflichtig war. Ein Jahr später wurde der Pendelverkehr eingestellt.

 

  1. Dez. Bestätigung der vorläufigen Prädikatisierung „Heilbad“ (priv)

Wegen fehlender Haushaltmittel konnten das Klima- und Luftgütegutachten nicht beauftragt werden und so beantragte die Stadt im April beim Ministerium für Wirtschaft und Technologie die vorläufige Anerkennung als Heilbad. Dem Antrag wurde für eine Übergangsfrist von fünf Jahren stattgegeben.

 

  1. Dez. Abriss der Naumburger Straße 2 bis 4 (MZ).

Das Grundstück hatten die Brüder Kahlenberg aus München erworben und errichteten den „Frankenhof“.

 

  1. Dez. Einweihung der Friedrich-Ebert Str. 1 (priv)

Das ehemalige Sanatorium des VSB war ein Wohn-und Geschäftshaus entstanden. Das großzügig ausgebaute Dachgeschoss mietete der Architekt Prof. Wiethüchter und im Erdgeschoss wurde das  Architekturbüro Wiethüchter & Bühner eingerichtet. H. Lielje hatte  sich das Gartenhaus der ZV Ost als Domizil eingerichtet.

 

  1. Dez. Vergütungsvereinbarung der REHA Klinik „Mutiger Ritter“ (priv)

Mit den Belegungsträgern wurde für 1996 ein Pflegesatz von 204 DM vereinbart, dass bedeutete bei  Vollbelegung jährlich 12,6 Mio. DM an Einnahmen. Doch davon mussten bereits 4,25 Mio. DM d.s. 1/3 allein für den Kapitaldienst aufgebracht werden. Dazu kamen unverhältnismäßig hohe Betriebskosten wegen der Altbausubstanz und höhere Lohnkosten, weil mehr Personal benötigt wurde  als in den  übrigen Kliniken der UGL.

Der Verlustvortrag am Ende des Geschäftsjahres 1995 betrug 5,9 Mio. DM und überstieg das Eigenkapital und die Kapitalrücklage bereits um 2,4 Mio. DM. Die GmbH war nicht nur bilanziell überschuldet sondern im hohen Maße illiquide. Durch die Nachschussverpflichtung und die Patronatserklärung der Gesellschafterin enthob den GF von der rechtzeitigen Anmeldung beim Insolvenzgericht. Stattdessen wurde der Kassenkredit der Kreissparkasse über die vereinbarten 1,85 Mio. DM weiter ausgedehnt.

 

       Dez. Jahresstatistik.

Die Einwohnerzahl einschließlich der Ortsteile betrug 6.186.

 

1996

  1. Jan. Der Bahnhof wird zum Haltepunkt herabgestuft.

Das historische Bahnhofsgebäude wurde nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigt und sollte von der DB- Liegenschaftsverwaltung verkauft werden.

 

      Jan.  Die Fa. PeBe Kunststoff GmbH gibt den Standort auf (NTB).

Nach der Auslagerung der rentablen Spritzgießerei wurde der Betriebsteil in der Eckartsbergaer Straße 3 verkauft. Hier entstand ein privates Sport-und Therapiezentrum. Für die desolaten und mit Altlasten behafteten Produktionsgebäude Eckartsbergaer Straße 12, und  die Kalthalle auf dem Jochenberg  fand sich kein Interessent.

 

  1. Jan. Mängelanzeige zur Gaststätte „Fischhaus“ (priv)

1991 wurde die Gaststätte mit im Zuge der „Modellstadt Tourismus“ grundlegend saniert. Hauptauftragnehmer war die Fa. Schache Bau. Beim Jahrhunderthochwasser waren die unsachgemäß eingebauten Öltanks ausgelaufen. Nun war auch der Küchenbereich wegen der undichten Terrasse nicht mehr nutzbar, weshalb der Pächter die Zahlungen einstellte.

 

  1. Feb. Zwischenfinanzierungsdarlehen für die Kurbetriebsgesellschaft (priv)

Um die Soleleitung zur Saale-Reha Klinik II fertigzustellen, gewährte der GF der Klinik H. Lielje der Kurbetriebsgesellschaft (GF H. Lielje) ein Darlehen  550.000 DM mit eine Zinssatz von 6,4%  und der Verpflichtung, das Darlehen in einer Summe zurück zu zahlen, sobald der Darlehensgeber es verlangt.

Die Kurbetriebsgesellschaft hatte bereits Verbindlichkeiten durch ein Darlehen in Höhe von 2 Mio. DM gegenüber der NORD-LB und von 2.25 Mio. DM gegenüber der UGL aus Vorschüssen für die Solelieferung. Während diese mit den Lieferungen verrechnet wurden, gab es für den Kapitaldienst  keine adäquaten Einnahmen, womit der Kurbetriebsgesellschaft ebenfalls die Zahlungsunfähigkeit drohte.

 

       Feb. Abbruch des Schwimmbades in der Weniger Aue (NTB).

Hermann Lielje sich für den Neubau des Thermal- und Freibades unter der Maßgabe bereit erklärt, dass dieses  am Ortseingang an der B 87 errichtet wird, um das Kurviertel nicht durch den Verkehr zu belasten. Daraufhin hob der Stadtrat den Beschluss, das Bad in der Weniger Aue zu bauen, auf.  Der Abbruch war eine AB-Maßnahme bei der auch die „wilden Sommerbehausungen“ an der ehemaligen „Katzenfähre“ abgebrochen wurden, nachdem sich die Stadt mit den Besitzern über eine Entschädigung geeinigt hatte.

 

      Feb. Einweihung der „Frankenhofpassage“, Naumburger Str. 2-4 (priv.)

Zu den ersten gewerblichen Mietern gehörten ein Reisebüro, eine Spielhalle, ein Frieursalon und ein Blumenhaus.

 

  1. Feb. Pressegespräch mit Hermann Lielje zur Situation der REHA-Kliniken (NTB).

Nachdem die ersten Einzelheiten der 1. Stufe der Gesundheitsstrukturreform durchgesickert waren, erklärte er „Wenn alle Maßnahmen konsequent durchgesetzt werden, dann dürfte die Hälfte aller REHA-Einrichtungen (.) in ihrer Existenz gefährdet sein (.) Nur bei einer Auslastung von 95 Prozent können die ausschließlich privat investierten (.) REHA-Kliniken (.) ihre laufenden Verbindlichkeiten leisten. Wenn die Auslastung  (.) 60 Prozent  erreicht,  wäre der Konkurs  unabwendbar (.) Wir haben in Sachsen-Anhalt zwei große Vorteile, das Land hat zum einen die wenigsten REHA-Einrichtungen, zum anderen verfügen wir über die neuesten und modernsten REHA-Kliniken, und damit gute Voraussetzungen, die derzeitige Rezessionsphase zu überwinden (.) Zwar besteht Sorge im Hinblick auf die REHA-Entwicklung, doch mit Mut und Optimismus packt man das Problem in der Kurstadt beim Schopfe“.

Durch intensive Lobbyarbeit sollten die absehbaren Einschnitte in den gesamten REHA-Bereich abgewendet oder doch gemildert werden. Im schlechtesten Fall drohten der Lielje- Gruppe erhebliche finanzielle Probleme durch hohen Verbindlichkeiten gegenüber den Banken und Kommandantisten. Für den „Mutigen Ritter“ waren wegen der hohen Betriebskosten und der fehlenden AHB-Zulassung die Aussichten alles andere als hoffnungsvoll.

 

  1. Feb. Bau einer Behelfsbrücke über die Saale (NTB).

Für die grundhafte Sanierung musste die Brücke voll gesperrt werden. In Anbetracht der geplanten Bauzeit von drei Jahren wurde für den innerörtlichen Verkehrs eine Notbrücke errichtet. Trotz der komplizierten Verkehrsführung, den oftmals geschlossenen Schranken und der Einmündung von drei Straßen (B 87, Landstraße, Saalstraße) nutze dann auch der überregionale Verkehr die Behelfsbrücke, was insbesondere für Fußgänger problematisch war, die den Schrankenübergang zur Saalstraße benutzen mussten.. Der Komplex der ehemaligen Saalecker Werkstätten sollte verkauft werden.

 

  1. Feb. Plan einer Wohnanlage mit Tiefgarage und EDEKA-Markt (priv)
  2. Lielje hatte vorgeschlagen, den Garagenkomplex in der R.-Kanzler Str. abzubrechen und dort ein Wohn-und Geschäftshaus zu bauen. Der Plan scheiterte am massiven Widerstand der Garagenbesitzer

 

  1. Feb. Entscheidung zum „Göttersitz“ (NTB).

Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens zum Verkauf des Göttersitzes, wies auch das Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen (LAROV) den Rückgabeantrag der ehemaligen Besitzerin ab. 

 

  1. Mär. Städtebaulicher Ideenwettbewerb (priv)

Für Entwürfe zur Neugestaltung des Grundstücks Naumburger Str. 13 (Pfannkuch-Kaufhalle/ HOG „Vorwärts“) beantragten die Sanierungsbüros Kleebank und Rittmansberger einen sechsstelligen Betrag aus der Städtebauförderung. Allerdings hatten die Erben der früheren Besitzerfamilie Salzmann die Rückübertragung nach dem Investitionsvorranggesetz gestellt, so dass man davon Abstand nahm.

 

  1. Mär. Schlüsselübergabe für das Pflegeheim der Diakoniestiftung „Lazarus“ (NTB).

Auf dem von der UGL erschlossenen Sonderbaugebiet „Kur“ wurde eine Anlage mit 119 Heimplätzen für 19,3 Mio. DM errichtet. Neben den Bewohnerinnen des Damenstifts in der Fr.-Ebert Str. 22 wurden absprachegemäß auch di Senioren aus dem, städtischen Feierabendheim in Saaleck aufgenommen.  Leiter der Einrichtung war Dr. theol. Ekkehard Steinhäuser. 1999 wurde er zunächst mit anderen Kirchenämtern betraut, bevor er einen Lehrstuhl in der theologischen Fakultät der MLU Halle-Wittenberg übernahm.

Für die Bewohner sollte nun auch die innerörtliche Buslinie wieder aufgenommen werden, die wegen zu geringer Inanspruchnahme derzeit eingestellt war.  

 

  1. Mär. Hermann Lielje verstirbt (MZ/NTB).

Völlig unerwartet erlag der Unternehmer im 64. Lebensjahr in seinem Zweitwohnsitz im Gartenhaus der ZV Ost einem Herzinfarkt. Sein Ableben war ein Schock, nicht nur für seine Familie und die 1.700 Mitarbeiter seiner zahlreichen Unternehmen, sondern insbesondere für die Stadt, denn die gesamte Entwicklung beruhte auf seiner Präsenz, seinen Ideen und nicht zuletzt auf seinem finanziellen Engagement. An der Trauerfeier in Löhne nahmen 700 Trauergäste teil. Der Ortsverein der SPD erklärte öffentlich „Lieber Hermann. Wir werden Deinen Namen in Ehren halten um Dein Ziel, Bad Kösen „Das Bad mit Schwung“ mit aller Kraft voranzutreiben. Das versprechen wir“.

 

  1. Mär. Wasserrechtliche Erlaubnis für die Fa. Kurth GmbH, Göttingen (RP Halle)

Das Wasserrecht wurde für 40 Jahre bestätigt. Damit konnte das Planfeststellungsverfahren zum Umbau der Wasserkraftanlage beginnnen.

 

  1. Apr. Abriss des Wohn- und Geschäftshauses An der Brücke 2 (NTB).

Das Anwesen gehörte bis zur Enteignung zur Hennen-Brauerei und wurde von der Kreissparkasse zusammen mit dem Grundstück An der Brücke 3 übernommen.

 

  1. Apr. Grundsteinlegung für den Neubau der Kinder REHA Klinik (NTB).

Trotz der sich abzeichnenden Einschnitte war man optimistisch, denn die Grundauslastung der 240 Betten sollten die 120 Betten der kommunalen Kinder-REHA Klinik „Am Nicolausholz“ gewährleisten. Dem Betriebsübergang hatten die Aufsichtsgremien zugestimmt, allerdings unter der Maßgabe, dass die UGL die finanziellen Folgen der Geschäftsaufgabe sowie die Verwertung der leerstehenden Häuser übernimmt.

Gebaut wurde von der ARGE Gerdum & Breuer/ Dr. Schache Bau GmbH.

 

  1. Mai Übergabe des ersten Bauabschnitts des Seekurparks (NTB).

Dabei wurden entgegen den ersten Planungen mehrere  Teiche angelegt, eine Idee von H. Lielje. Da diese keinen natürlichen Zulauf hatten, erfolgte die Erstbefüllung über eine von der FFW verlegte Schlauchleitung von der kleinen Saale.  Danach sollte der natürliche Verlust durch Verdunstung entweder durch eine Druckleitung vom Überlauf der Kläranlage oder von einer Entnahmestelle an der kleinen Saale erfolgen. Zwar wurde beim Bau des Abwasser-Hauptsammlers diese Leitung verlegt, aber nicht in Betrieb genommen. Als Notlösung erfolgte die Befüllung über die Brauchwasserleitung aus einem Uferfiltratbrunnen im unteren Kurpark, die eigentlich der Versorgung der Kliniken diente.

 

  1. Juni Eröffnung des Hotels „Rittergut“ in Kreipitzsch (NTB).

 

  1. Juni Gesellschafterversammlung und Stadtratssitzung (NTB).

Nach dem Tod von Hermann Lielje wurde sein Sohn Hartmut zum Geschäftsführer der kommunalen Kurbetriebe berufen. Danach  teilte der Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeister Emus mit, dass der „Mutige Ritter“ in  finanziellen Schwierigkeiten steckt. Wegen der Konkurrenz der privaten REHA-Kliniken müsse man anderweitige Nutzungsarten prüfen.

 

  1. Juni Schlüsselübergabe für die Kindertagesstätte an den Zweckverband (NTB).

 

  1. Juni Eröffnung der Saale-REHA Klinik 2 (NTB).

Hartmut Lielje übergab in Anwesenheit der Sozialministerin das 246 Betten-Haus. Chefarzt der Fachklinik für Orthopädie und Psychosomatik war Dr. med. Tautz.

Zeitgleich erschien die erste Ausgabe der Klinikzeitschrift der UGL „Pro REHA“. Vorgestellt wurden die 13 Kliniken der UGL in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Weil die REHA-Kliniken Mutiger Ritter, Werratal und Berolina keine AHB-Zulassung hatten, wäre ihr Bestand gefährdet, erklärte Hartmut Lielje. 

 

  1. Juli „Fastenkur für das Bäderwesen“ (NTB)
  2. Lielje erwartete, dass sich die Belegung der Kliniken der UGL um ein Viertel reduziert und jede Klinik monatlich 250.000 DM weniger Umsatz verbuchen wird. Die stv. GFin der LVA Sachsen-Anhalt Lewering, rechnete mit Schließung von drei bis vier Reha-Einrichtungen im Land.

 

  1. Juli Stadtratssitzung (NTB).

Dabei ging es um die Festlegung der Grenzen des Landschaftsschutzgebietes, die man recht willkürlich durch Grundstücke in den Saalbergen und in den Ortsteilen gezogen hatte, wogegen die Betroffenen protestierten.

 

  1. Aug. Feierstunde des Hohen KSCV (NTB).

Anlass war die Wiederherstellung vom Kaiser-Wilhelm Obelisk und dem Denkmal für die gefallenen Studenten von 1870/71.

 

  1. Aug. Grundsteinlegung für die Wohnanlage der Lazarus-Stiftung (NTB).

Nach heftigen Diskussionen im Bauausschuss wegen der Geschosshöhe, wurde eine der Landschaft angepasste Variante genehmigt. Die 76 Wohnungen wurden mit 7,8 Mio. DM des sozialen Wohnungsbaus gefördert und unterlagen 16 Jahre der Belegungsbindung.

 

  1. Sep. Sitzung des Wirtschaftsausschusses (priv)

Informiert wurde über das Angebot eines ehemaligen Pförtner Schülers, die im Zuge der Verbreiterung der Autobahn A 10 bei Michendorf abgebrochene Fußgängerbrücke am Fischhaus statt der Fähre wieder einzubauen. Die Kosten wurden mit 100 TDM angegeben, die sich die Städte Naumburg und Bad Kösen teilen müssten. Weil die Landesamt für Hochwasserschutz den Einbau des 1991 für 80.000 DM angeschafften Fährkahns nicht genehmigten, stimmte man dem Vorhaben zu. Beim Thema Umgehungsstraße B 87 plädierte der Ausschussvorsitzende Dr. Schache für die  Südvariante und somit für eine Brücke über das Saaletal zwischen Stendorf und Kleinheringen.

 

  1. Sep. Gründung der Saale -Therme Bad Kösen GmbH (NTB).

Hartmut Lielje bestätigte die Zusage seines Vaters, dass sich die UGL mit 49% an der Betreibergesellschaft beteiligen wird. Allerdings sollte das Bad nun im Sondergebiet „Kur“ errichtet werden, da man vom Bau weiterer Kliniken Abstand nahm. Dr.  Schache begrüßte den inzwischen 3. Standort und war optimistisch, Fördermittel zu bekommen.

 

     Nov. Balneologische Gutachten der Solequellen (Griesing-Fellmann, Kassel).

Das Gutachten war eine der wichtigsten Grundlagen für den Antrag auf staatliche Anerkennung als Soleheilbad.

 

  1. Nov. Zollrazzia auf der Baustelle der Kinder-REHA (NTB).

Zwar wurden mehrere illegale Bauarbeiter festgestellt, allerdings gehörten die nicht zur ARGE Gerdum & Breuer/Dr. Schache Bau sondern zu Subunternehmen.

 

  1. Nov. Übergabe des sanierten Pfarrhauses (NTB).

 

  1. Nov. Abschluss der Erschließung des Wohngebietes „Rechenberg“ (NTB).

Auf dem 25.000 m² großen Areal wurden 244 Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern errichtet. Wegen fehlerhafter Berechnung der Erschließungskosten und dem Versuch diese nachträglich geltend zu machen begann ein jahrelanges und für die Stadt kostspieliges Verfahren vor den Verwaltungsgerichten.

 

  1. Nov. Rundfunkdiskussion des MDR im „Mutigen Ritter“ (NTB).

Dabei erklärte der GF der UGL, nur noch ein Wunder könne Kurzarbeit und Massenentlassungen in den Kliniken verhindern.

 

  1. Dez. Übernahme der Schweißerlehrwerkstatt des ehem. KfL Fränkenau (priv)

Der Liquidator der Kroll-Saaletechnik GmbH verkaufte der Gemeinnützigen Bildungs-GmbH das Schweißkabinett für 80.000 DM, die das Objekt bisher gemietet hatte. Das Grundstück wurde lastenfrei gestellt, die Kosten für die Vermessung und die Teilungserklärung übernahm die Erwerberin. Den Kaufpreis zahlte die Gesellschafterin (Stadt Bad Kösen), trotz der prekären Haushaltslage.

 

  1. Dez. Schließung der ehemalige Stadtambulanz (NTB).

Im  Haus verblieben  das DRK mit einem  Mutter-Kind-Familienzentrum und  ein Jugendclub. 

 

       Dez.   Fazit der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (priv)

Seit 1993 wurden 80% der Altbestände umfassend saniert. Dazu gehörten die Richard-Kanzler Str. 31-37 (823 TDM), Richard-Kanzler Str. 26-30 (696 TDM), August-Bebel-Str. 16-20 (511 TDM), August-Bebel-Str. 11a (416 TDM), Galgenberg 1a/b (496 TDM), Käthe-Kruse-Str. 19/20 (404 TDM), August-Bebel-Str. 3/3a/5 (778 TDM), Richard-Kanzler-Str. 23-29 (1.593 TDM), Grüne Gasse 4 (912 TDM), Burgstr. 9 (1.301 TDM), Burgstr. 22/24 (152 TDM), Burgstr. 31a-c (498 TDM) Burgstr. 14 (568 TDM). 90%  der Kosten wurden über Hypothekendarlehen finanziert, lediglich 10 % waren  Mittel der Städtebauförderung. Zusammen mit den Modernisierungskrediten, den Altschulden  und den beiden Hypothekendarlehen für den sozialen Wohnungsbau hatte die Gesellschaft 24 Mio. DM. Kreditverbindlichkeiten. Dazu kamen weitere 12 Mio. DM derzeit unverzinsliche Fördermittel aus dem sozialen Wohnungsbau. Die Darlehen bei den Hypothekenbanken (Rheinboden, Euro Hypo, Real Estate) wurden in den Jahren 1991 bis 1994 aufgenommen, ohne Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gesellschaft. Die Fremdkapitalrate stieg auf über 90 %. Die Mieteinnahmen reichten gerade noch zur Deckung des Kapitaldienstes und des notwendigen  Unterhaltungs- und Verwaltungsaufwandes. Daher wurden zunächst alle unwirtschaftlichen Altbauten verkauft, darunter die Rudelsburgpromenade 11 und 13, die Thüringer Str. 71 und 72, die Naumburger Str. 2-4 und die Parkstraße 2.

Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wurde eine Wärmeversorgungsgesellschaft ausgegründet, die die Zentralheizungsanlagen der GWG betrieb und die Modernisierung der städtischen Zentralheizungen im Rathaus, Feuerwehrdepot, Turnhalle und Museum finanzierte.

Die GWG hatte 1993 ein Baugrundstück im Baugebiet Rechenberg erworben. Weil inzwischen der Bedarf für Sozialwohnungen gedeckt war, sollten Eigentumswohnungen gebaut werden, für die eine  Zulassung als Bauträger erforderlich war. Daher wurde die GEWO ausgegründet, die in der A. v. Menzel Str. 18 Eigentumswohnungen baute. 

 

              „Die Solebohrungen Bad Kösen 1985“ (Geowiss. Mitt. Nr. 4, Weimar).

Verfasser waren der Hydrogeologe Dr. Günther Hecht (1935-2013), ltd. geol. Direktor u. stv. Ltr. der Thür. Landesanstalt f. Bodenforschung  und die Geologin Sabine Hecht aus Jena.

 

  1. Dez. Bilanz des „Mutigen Ritters“ (Finanzwirtschftl. Gutachten Dr. D. Bihr)

Demnach wurden bei einer Auslastung von 95% der 170 Betten 13,7 Mio. DM umgesetzt mit einem liquiden Verlust von 1,188 Mio. DM. „Eine Hauptursache für die Verlustsituation stellt die Zinsbelastung dar, die in 1996 allein mit 3,2 Mio. DM zu Buche schlugen, resultierend aus der hohen Fremdfinanzierungsquote. Einem haftenden und inzwischen aufgezehrten Eigenkapital von 3,46 Mio. DM stehen Bankverbindlichkeiten von 36,8 Mio. DM gegenüber“ schrieb der Gutachter.

 

1997

 

  1. Jan. Eröffnung der Filiale der Kreissparkasse An der Brücke 2 (NTB).

In dem neu gebauten Wohn-und Geschäftshaus im Zentrum der Stadt bezogen die 7 Mitarbeiterinnen die neuen Geschäftsräume. Seit den 1960er Jahren war die Sparkasse in der enteigneten Krügerschen Villa in der Parkstraße 2 ansässig gewesen. Aus diesem Anlass erschien eine Festschrift mit zahlreichen historischen Abbildungen.

 

  1. Jan. Eröffnung eines Info-Zentrums des Naturparks Saale-Unstrut-Triasland (NTB)

 

  1. Jan. Gemeinderatssitzung (NTB).

Auf Anfrage erregter Bürger wegen der Bestrebungen der Dr. Schache Bau GmbH, den Jochenberg zu kaufen und zu bebauen,  erklärte der Bürgermeister, dass dies einem privaten Investor unbenommen bleibt, wenn die entsprechenden Voraussetzungen (B-Plan, Erschließungsvertrag) gegeben sind.

Der Bürgermeister teilte dann noch mit, dass die Anträge auf Fördermittel für den Bau der Saale-Therme und für den Bau der Brücke beim Fischhaus beim RP eingereicht wurden.   

Danach wurde beschlossen, die GEWO Bauträgergesellschaft, eine 100% Tochter der GWG, an Stelle der Büros Rittmannsberger und Kleebank als Sanierungstreuhänder  einzusetzen.

 

  1. Jan. Demonstration gegen die Gesundheitsreform (priv.)

Vier Bussen brachten 200 Teilnehmer, darunter Mitglieder der Rheumaliga, Mitarbeiter der Kliniken, der GfbB und der Stadtverwaltung in die Bundeshauptstadt, wo sich 6.000 Teilnehmer versammelten.

 

  1. Jan. Podiumsdiskussion im „Mutigen Ritter“ (NTB).

Eingeladen hatte der Fraktionsvorsitzende der Bürgerbewegung Saale-Unstrut im Kreistag Dr. Schache. Mit Bundestags-, Landtags- und Kreistagsabgeordneten, den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates, Vertretern des Kur- und Heilbäderverbandes, von Krankenkassen sowie der Presse wurde über die Auswirkungen der bevorstehenden Gesundheitsreform auf die „stationäre medizinische Rehabilitation“ diskutiert.

„Kurstandort kämpft um das Überleben“ meldete das NTB „Für 1997 und 1998 heißt es  durchhalten und überleben“ wurde Hartmut Lielje zitiert. Derzeit versuche man Privat-Patienten für die Rehabilitation zu gewinnen, aber mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein wäre das auch nicht. Wenn, wie angekündigt, das Gesetz am 01. 01. 1998 in Kraft tritt, wären die bisher investierten 450 Millionen DM in den Standort Bad Kösen umsonst gewesen, so der Prokurator der ZV Ost Harlaux.

 

  1. Jan. Richtfest am ersten Wohnungsneubau in der Altstadt (NTB)

Die Investoren Bose/Schreiber errichteten auf dem Grundstück Burgstraße 11 einen Neubau mit 8 Eigentumswohnungen.

 

  1. Jan. Richtfest der Kinder-REHA-Klinik (NTB)

Daran nahm neben dem Vizepräsidenten des Landtages, mehrere Landtagsabgeordnete, der Landrat und die Regierungspräsidentin Häußler teil. Man müsse „den Aussagen der BfA vertrauen dürfen, daß die Kinderrehabilitation  nicht von den Sparmaßnahmen betroffen ist“ erklärte Hartmut Lielje.

 

  1. Feb. „Bebauung vernichtet ein Stück Heimat“ (NTB)

Das Bauamt teilte mit, dass eine Bebauung des Jochenbergs bereits in der Flächennutzungskonzeption aus dem Jahr 1979 vorgesehen war. Das Büro f. Städtebau Halle plante den Bau von Eigenheimen, was in modifizierter Form in den aktuellen Entwürfen der Bebauungspläne aufgenommen wurde. Dabei handelte es sich um eine Teilfläche von 4 Hektar östlich  des Schotterweges von der Burgstraße zur Eckartsbergaer Chaussee. Die übrige Fläche hinter der Schule bis zum Fränkenauer Weg wäre davon nicht betroffen und war als „Naherholungsgebiet-Kleingärten“ ausgewiesen.

 

  1. Feb. Informationsgespräch zur Wasserkraftanlage am Wehrdamm (NTB).

Die Vertreter der Ing.-Büros die von der Fa. Wasserkraftwerke Ost-West Kurth GmbH & Co KG mit der Projektierung beauftragt waren, erklärten, dass ein neues Turbinenhaus mit der zehnfachen Leistung der bisherigen Turbinen vorgesehen war. Zur Regulierung des  Wasserstandes sollte statt des hölzernen Wehraufsatzes ein automatisch regulierbares Schlauchwehr zum Einsatz kommen. Dies würde nicht nur die historische Ansicht des Wehres verschandeln sondern auch das markante Mühlengebäude wäre in Gefahr, befürchteten die  Ausschussmitglieder.

 

  1. Feb. „Scheitert der Dükerbau am Mühlenparkplatz“ (NTB)

Der Düker für den Abwasserhauptsammler der Altstadt sollte zwischen der Mühle und der Sparkasse verlegt werden. Dagegen klagte der Besitzer der Mühle. Da ein Ende der juristischen Auseinandersetzung nicht absehbar war, wurde kurzerhand entschieden, den Düker unterhalb der Eisenbahnbrücke zu verlegen. Die Stadt beteiligte sich an dem Bau mit einem verlorenen Zuschuss von 500 TDM.

 

  1. Feb. Gespräch des Bürgermeisters über die Vorhaben für 1997 (NTB)

Vorgesehen war der Anschluss der Altstadt an die Kläranlage als Voraussetzung für die staatliche Anerkennung als Heilbad und der Bau der Kalkwerkstraße. Die Kosten wurden mit 800.000 DM beziffert. Allerdings verteuerte sich bereits die Planung wegen der von den  Naturschutzbehörden geforderten Ausgleichsmaßnahmen.

Im Nachgang teilte er mit, dass ein niederländischer Investor auf Empfehlung des Wirtschaftsministeriums wegen der Errichtung eines Wellness-Centers vorgesprochen habe. Die Investition von 50 Mio. DM  würde zu 50% gefördert. Dagegen liegt der Antrag der Saale-Therme GmbH auf Eis. 

 

  1. Feb. Sitzung des Wirtschaftsausschusses (NTB, priv.)

Zu Stand in den Kliniken berichtete der Prokurist der UGL Harlaux, dass die REHA Klinik „Mutiger Ritter“ zu 83% ausgelastet ist, die Saale REHA I zu 70%, die Saale REHA II zu 48%  und die kommunale Kinder-REHA Klinik zu 55%.  Falls die Auslastung weiter unter 90 % liegt, geht es um das Überleben der Kliniken, daher muss der Personalbestand angepasst werden. „Die Stadt wurde bislang durch die UGL großzügig unterstützt (.) jetzt müssen wir jeden Groschen zusammenhalten“ meinte der Prokurist.

Dann ging es um die Einrichtung einer Gaststätte im Dr. Rosenberger Weg 3 (K. Gießel)gegen die die umliegenden Anwohner protestierten. Nach einer Ortsbesichtigung stimmte der Ausschuss zu, weil ein derartiges Gewerbe zulässig sei und die Anwohner nicht belästigt würden, wenn es eine Zufahrt von der Niddaer Straße gibt. Da diese im B-Plan nicht vorgesehen war, wurde der Antrag abgelehnt.

Zu Mühlenkomplex erklärte der Vorsitzende Dr. Schache: „Solange kein Gesamtkonzept vorliegt, das das Ensemble Mühle wirtschaftlich im Interesse der Stadt (.) sichert, wird der Ausschuss keine Zustimmung geben.“

 

  1. Feb. Gemeinsame Sitzung der Aufsichtsräte der kommunalen Kurbetriebe (priv.)

Zum Betriebsübergang der kommunalen Kinder-Klinik „Am Nicolausholz“ in die  private Kinderklinik teilte GF Hartmut Lielje mit, dass neben sämtlichen Belegungs-, Lieferungs- und Leistungsverträgen das gesamte Personal und Teile der Einrichtung übernommen werden. Dem Besitzer des Kindersanatoriums „Schwalbennest“ Dr. Liesegang würde fristgemäß gekündigt. Nach Auszug könnten die Häuser Kunterbunt, Zwergenreich und Sonnenschein verkauft werden und mit dem Erlös die noch valutierende Darlehensschuld von rund 2 Mio. DM abgelöst werden. H. Lielje wurde aufgefordert, zur nächsten Gesellschafterversammlung die entsprechenden Unterlagen zur Beschlussfassung vorzulegen. 

 

  1. Mär. Betriebseinstellung der Fa. Hoch-und Ingenieurbau Naumburg (NTB).

Betroffen waren rund 70 Mitarbeiter. Die ebenfalls zum Firmenverbund Bickardt gehörende Naumburger Bauunion bzw. deren Immobiliengesellschaft übernahm die Verwertung der Immobilien in der Naumburger Straße. Hier baute dann die NORMA-Handelsgesellschaft eine ortsfeste Verkaufseinrichtung, als Ersatz für das in die Jahre gekommene Zelt an der Ringstraße.

 

  1. Apr. Überfall Jugendlicher auf das AWO-Heim (NTB)

Sieben Jugendliche waren daran beteiligt, einige waren an weiteren Straftaten beteiligt (Einbruch Gaststätte Schäfer, versch. Bungalow). Im Januar wurden drei von ihnen zu Jugendstrafen auf Bewährung, einer zu Haftstrafe verurteilt.

 

  1. Apr. 20. Sitzung des Stadtrates im „Mutigen Ritter“ (NTB)

Auf der Tagesordnung stand der „Teil-Flächennutzungsplan Jochenberg“, deshalb war das öffentliche Interesse groß, allerdings durften zu diesem Punkt keine Fragen gestellt werden.  Der Investor wurde wegen Befangenheit von der Diskussion ausgeschlossen, ebenso von der  Beschlussfassung. Der Plan wurde mehrheitlich abgelehnt, weil mittelfristig kein Bedarf  an zusätzlichen Wohnbauten bestand.

 

  1. Mai Eröffnung eines griechischen Restaurants in der Parkstraße 3 (priv)

 

  1. Mai Vermietung der „Saalecker Werkstätten“ (priv)

Nachdem alle bisherigen Interessenten absagten, mietete der Verein Öko-Werkstatt An der Finne e. V. das gesamt Anwesen. Statt Mietzahlungen, verpflichtete sich der Verein zur Unterhaltung der denkmalgeschützten Gebäude und Außenanlagen. Der Vereinsvorsitzende Bernd D. Romswinkel versprach für die „Saalecker Werkstätten im Landschaftspark Saaletal“ eine qualifiziertes Umnutzungskonzept aufzustellen, damit das „Kulturdenkmal von besonderer nationaler kultureller Bedeutung“ erhalten wird.  

 

  1. Mai Kursaisoneröffnung (NTB)

Das  Oberdeck vom Gradierwerk wurde für Besucher geöffnet und die Ringstraße erhielt den Namen Hermann Lielje Ring.  

 

  1. Mai Klausurtagung der SPD-Landtagsfraktion in der Saale REHA- Klinik (NTB).

 

  1. Mai Baufreimachung für das Ritterbad-Carrè, Naumburger Straße 13 (NTB).

Die Familie G. Ertle, die Erben des ehemaligen Besitzers Salzmann hatten das Grundstück im Zuge des Investitionsvorranggesetzes wieder übernommen und die von der Dr. Lickert GmbH aus Karlsruhe vorgelegte Nutzungskonzeption und die Investitionszusage akzeptiert. Nach der Genehmigung der Landesbehörden übernahm der Investor das Anwesen und ließ die ehemalige HO Kaufhalle und die HOG „Vorwärts“ abbrechen.

 

  1. Mai Grundsteinlegung für den Neubau der Kösener Spielzeug GmbH (NTB).

Bauherr war die Kösener Spielzeug Manufaktur GmbH, deren bisherige Fabrikationsräume in der Rudelsburgpromenade nicht mehr ausreichten, zumal die hier eingemietete GfbB ihren Schulbetrieb weiter ausbauen  wollte. Das neue Betriebsgebäude entstand auf einer Teilfläche des ehemaligen Holzveredelungswerks, das von der Treuhandanstalt  erworben wurde, unter Einbeziehung des ehemaligen Heizhauses aus der Konkursmasse der Fa. Rudolph Bau. Die Baukosten wurden mit 5,6 Mio. DM angegeben, bei 50%iger Förderung aus dem Programm für klein-und mittelständische Unternehmen.

 

  1. Juni „Aktionstag als Signal für Bonner Runde“ (NTB)

Unter dem Motto „Wir zeigen es allen“ forderten die Kliniken der UGL zum Tag der offenen Tür den Erhalt der stationären REHA-Einrichtungen und riefen zum Protest gegen die  beschlossenen Einsparmaßnahmen.

 

  1. Juni Fälligkeitsstellung der Vorauszahlungen für die Solelieferung (priv)

Die UGL verlangte von der Kurbetriebsgesellschaft die sofortige Rückzahlung von 1.276.000 DM. Wegen des Belegungseinbruchs der REHA-Kliniken müssen Liquiditätsengpässe kompensiert werden, daher „sehen wir uns zu unserem Bedauern gezwungen die Vorauszahlungsvereinbarungen mit sofortiger Wirkung  aus wichtigen Grund zu kündigen“. Weil weder die Kurbetriebsgesellschaft noch die Stadt der Aufforderung nachkamen, stellten die Kliniken die Zahlung von Kurtaxe und Sole ein. Damit war die Kurbetriebsgesellschaft zahlungsunfähig und der GF Lielje verpflichtet, das vorsorglich beim Amtsgericht anzuzeigen.

 

  1. Juni Gesellschafterversammlung (1/97) der kommunalen Kurgesellschaften (NTB).

GF Hartmut Lielje beantragte einen Nachschuss von 4.980.000 DM, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Weil die Stadtkasse leer war, wurde der Bürgermeister beauftragt, die Mittel beim Landkreis oder beim Innenministerium zu beantragen.

Um den Belegungseinbruch abzufedern, wurden nun im „Mutigen Ritter“ neben ambulanten Badegästen auch Gesundheitsurlauber und Lehrgangsteilnehmer untergebracht, wogegen die ortsansässigen Hoteliers protestierten.

Über den Geschäftsübergang der Kinder-REHA Klinik konnte H. Lielje keine beschlussfähigen Unterlagen vor, sagte aber aus Kulanz eine Abstandszahlung von 500.000 DM zu und versprach die Unterlagen später vorzulegen, womit man sich zufrieden gab.

 

  1. Juli „Fastenkur fürs Bäderwesen“ (NTB)

Auf Nachfrage erklärte die stv. GFin der LVA D. Lewering dass „etwa 200 Entlassung und die Schließung von drei bis vier Kliniken unausweichlich“ sei. Dagegen meinte der Bürgermeister „Eine Schließung des Hauses stehe keinesfalls auf der Tagesordnung“ denn man vertraue auf „den größten Arbeitgeber und Kooperationspartner“, der die Dinge schon richten würde.

 

  1. Juli Nachtragshaushalt zur Nachschusspflicht (Gutachten Dr. Bihr)

Um der Nachschussverpflichtung nachzukommen, sollte ein Darlehen aufgenommen werden, dem aber die Kommunalaufsicht die Genehmigung verweigerte. Daraufhin setzte die  Stadt die Zahlung der Kreisumlage aus.

 

  1. Juli Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes (MZ)

Der Verbandsvorsitzende E. Lewering stellte als GF den bisherigen Mitarbeiter beim Bauamt der Stadt H. Massier vor. Dann informierte das Planungsbüro Zillinger-Gießen, dass sich an der  Ausschreibung für den Anschluss der Altstadt lediglich eine Firma mit „fürstlichen Namen“ (Herzog Bau) beteiligt habe. Weil aber bei einer erneuten Ausschreibung der Verfall von Fördermitteln drohte, erhielt die Firma den Zuschlag.

 

  1. Juli Zulassung der Reha-Klinik „Mutiger Ritter“ als Weiterbildungsstätte (priv)

Die Ärztekammer Sachsen Anhalt bewilligte den Antrag der Chefärztin, auf Zulassung auf den Gebieten Physikalische und Rehabilitative Medizin, Innere Medizin, Orthopädie und Naturheilverfahren.

 

  1. Aug. Nutzungsvereinbarung mit dem KSCV (priv.)

1921 hatte sich der KSCV finanziell  am Wiederaufbau des abgebrannten Logierhauses vom „Mutigen Ritter“ beteiligt und sich dabei eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit zur Nutzung der Räumlichkeiten zur Abhaltung ihrer Veranstaltungen gesichert. Die wurde 1990 beim Amt zur Regelung offener Vermögensfragen beantragt, aber wegen der geänderten Nutzung zu DDR Zeiten nicht beschieden. Nun einigte man sich darauf, dass die Versammlungsräume und der große Saale für 99 Jahren uneingeschränkt und kostenlos den Corps  zur Verfügung stehen.

 

  1. Aug. Entwurf für ein Gesundheits- und Freizeithotels „Turnvater Jahn“ (priv.)

Der UGL hatte eine selbstbewusste und offensichtlich wohlhabende Dame den Bau einer derartigen Einrichtung vorgesprochen und der Architekt K. Mann hatte dazu eine Projektskizze angefertigt.  Als Standort war das Baugebiet „Kur“ vorgesehen, nachdem sich die Pläne für weitere Klinikbauten zerschlagen hatten. Allerdings stellte sich dann heraus, dass die Dame die vorgab das alleinige Vermarktungsrecht an dem Namen des Turnvaters zu besitzen, lediglich an den Lizenzgebühren interessiert war.

 

  1. Aug. Einweihung der Kinder-REHA-Klinik „Am Nicolausholz" der UGL (NTB).

In der Klinik konnten 192 Kinder und 60 begleitende Elternteile aufgenommen werden, vorzugsweise mit Atemwegserkrankungen und anderen Krankheitsbildern  im Kindesalter.  Die Investitionskosten wurden mit 69,5 Mio. DM angegeben.

Das gesamte Personal der kommunalen Kinder-Klinik wechselte unter gleichen Bedingungen zur UGL, ebenso das verwendbare bewegliche Inventar. Dafür überwies die UGL eine Abstandssumme von 500.000 DM. Allerdings gab es dafür weder einen förmlichen Beschluss der Gesellschafterin, noch eine Bewertung des übernommenen Inventars. Auch auf eine  förmliche Übergabe fand nicht statt.

Am 31. August endete der Betrieb der kommunalen Kinder-REHA-Klinik. Die Stadt war nun darauf angewiesen, für die Häusern Kunterbunt, Zwergenreich und Sonnenschein Kaufinteressenten zu finden, um 1.8 Mio. DM Kreditverbindlichkeiten gegenüber der Nord-LB abzulösen.

 

  1. Aug. Aufsichtsratssitzung der Kurgesellschaften (Gutachten Dr. Bihr)

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Bartsch & Partner, Karlsruhe wurde auf Empfehlung des GF mit einer Sonderprüfung der REHA-Klinik “Mutiger Ritter“ GmbH beauftragt. Schwerpunkte waren die bisherige Unternehmensentwicklung, Situation in der Krise, Definition von Sparzielen und Vorschläge für Lösungsmöglichkeiten.

 

  1. Sep. Planfeststellung zum Neubau der WKA (RP Halle 45.04-62211-56004.01).

Für das Turbinenhaus der vom Ing. Büro PROWA-Halle geplanten 2 Rohrturbinen mit jeweils 410 KW Leistung und den vorgeschriebenen Fischaufstieg, sollte das Mühlengebäude und das nebenstehende Wohnhaus teilweise abgebrochen und der Wehrdamm einige Meter zurückgebaut werden. Gegen den Abbruch des Mühlengebäudes erhob die Denkmalbehörde Einspruch, gegen den Abbruch des Wohnhauses der Besitzer und gegen den Rückbau des Dammes die Wasserbehörde. Das Verfahren wurde zunächst nicht weiter verfolgt.

 

  1. Sep. Übergabe der Seniorenwohnanlage der Lazarus-Stiftung (NTB).

 

  1. Sep. Genehmigung des Betriebsplanes für den Kalksteintagebau (Bergamt Halle).

Die UGL stimmte als Geschäftsführung der  Kurbetriebsgesellschaft zu, mit der erstaunlichen Begründung, dass durch den Betrieb des Tagebaus, die Verarbeitung des Steinmaterials und des Transports keine  wesentlichen Beeinträchtigungen des Heilbades zu erwarten seien. 

 

  1. Sep. Grundstückserwerb am Jochenberg (59 IN 211/30 AG Halle).

Mit notarieller Urkunde des Notars Hisecke erwarb die Dr. Schache Bau GmbH Grundstücke  in der Flur 2, Jochenberg zum Preis von 586.000 DM von einer Ebengemeinschaft. Zum Notartermin war die Haupterbin anwesend. Dr. Schache unterschrieb als vollmachtloser Vertreter für die beiden anderen Erben, und verpflichtete sich deren notariell beglaubigte Genehmigung nachzureichen. Anschließend schlossen die Dr. Schache Bau GmbH und die Haupterbin einen Kaufvertrag über eine Eigentumswohnung für 250.000 DM ab, womit der anteilige Kaufpreis verrechnet werden sollte.

Die von Dr. Schache vollmachtlos vertretenen Verkäufer verweigerten die nachträgliche Genehmigung.  Obwohl der Vertrag unwirksam war, überwies die Dr. Schache Bau GmbH der Haupterbin 50 TDM und bestätigte später, dass die Käuferin die Eigentumswohnung bezahlt habe. Der Kaufpreis für das Grundstück wurde in der Bilanz der Firma in voller Höhe aktiviert, obwohl kein Vertrag zustande gekommen war.

 

  1. Sep. Sitzung des Wirtschaftsausschusses (priv)

Die Bahn hatte den Einbau von elektronisch geregelten Schranken und den Rückbau des  Übergangs zur Saalstraße angekündigt. Da dies die Probleme am Kreuzungspunkt nicht lösen würde, schlug die SPD-Ortsgruppe vor, die B 87 in Höhe der Kläranlage über die Bahntrasse zu führen und über eine zweite Brücke bei der Gärtnerei Möller in die Eckartsbergaer Chaussee einzubinden. Dieser phantastische Vorschlag wurde abgelehnt und man entschied sich mehrheitlich für eine Tunnellösung.

 

  1. Sep. Einweihung des neuen Betriebsgebäudes der Kösener Spielzeug GmbH (NTB).

In Anwesenheit des Ministerpräsidenten Höppner verwies Dr. Schache auf die Tradition der Spielwarenherstellung, die vor 85 Jahren durch Käthe Kruse begründet wurde und die er vor 5 Jahren mit „zahlreichen Leichen im Keller“ und einem erheblichen Defizit übernommen hatte.

 

  1. Okt. Insolvenz der A+I Planbau GmbH (priv).

Die Projektierungseinrichtung ein Tochterunternehmen der UGL war zunächst für die Planung und Bauüberwachung der Investitionen der UGL zuständig. Beim Bau der Kinder-REHA übernahm sie auch die Funktion des Auftraggebers. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurden sämtliche offene Forderungen der am Bau der „Kinder REHA“ beteiligten Firmen ausgesetzt, was für einige der beteiligten Firmen erhebliche finanzielle Verluste bedeutete.

 

  1. Okt. Klausurtagung des Stadtrates (NTB).

Das Haushaltsdefizit 1997 betrug 1,8 Mio. DM zusammen mit dem Defizit aus dem Vorjahr waren es 6,7 Mio. DM, dazu kam noch der Nachschuss für den „Mutigen Ritter“. Emus verwies auf nicht bezahlte Rechnungen aus dem Vorjahr, die Aussetzung des Schuldendienstes und der gestundeten Kreisumlage. Als der Nachtrag abgelehnt wurde, war die „Mutiger Ritter“ GmbH  definitiv zahlungsunfähig und der GF verpflichtet, die Insolvenz beim Amtsgericht anzuzeigen.

 

  1. Okt. Gestaltungswettbewerb für den „Boulevard ohne Goldstaub“ (NTB)

Zur Neugestaltung der Lindenstraße sollten Entwürfe eingereicht werden. Die Realisierung scheiterte dann wegen der fehlenden Eigenmitteln der Stadt.

 

  1. Okt. Tag der offenen Tür zum 100. Jahrestag vom Rathaus (Burgenlandjournal)

 

  1. Nov. Ausstellung in den Saalecker Werkstätten (priv)

Die dem umstrittenen Architekten Prof. Schultze-Naumburg gewidmete Ausstellung hatte der Vereinsvorsitzende Romswinkel zusammen mit Studenten und Professoren der Bauhaus-Universität Weimar, an der Schultze-Naumburg 1933 bis 1940 Rektor gewesen war, konzipiert. Den Vortrag hielt der Architekturhistoriker Prof. A. Preiss. Der Öko-Verein beabsichtigte das Hauptgebäude wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen und ein  Schultze-Naumburg-Archiv einzurichten. In den Nebengebäuden sollte eine Künstlerkolonie  entstehen.

 

  1. Nov. Gutachten des Wirtschaftsprüfers Dr. Bihr (priv).

Die wirtschaftliche Lage des „Mutigen Ritters“ war katastrophal. Seit Jahresbeginn waren die Darlehensraten gegenüber der NORD LB ausgesetzt und die laufenden Verbindlichkeiten wurden nur noch abschlagsweise beglichen. Die Sparkasse verweigerte die Erhöhung des Kontokorrents und die Kommunalaufsicht die Genehmigung für einen Nachschuss. Daher wäre der Antrag auf Gesamtvollstreckung längst überfällig. Die Gründe wären der hohe Kapitaldienst, die Unwirtschaftlichkeit der Einrichtung sowie der Wettbewerb im Ort. All dies hätte auch ohne die Gesundheitsreform zur Zahlungsunfähigkeit geführt. 

Zu Zeitpunkt der Prüfung bestanden noch rund 32 Mio. DM Kreditverbindlichkeiten und 5,2 Mio. DM nicht gezahlter Darlehensraten. Dazu kam der Kontokorrentkredit der Sparkasse mit 2,3 Mio. DM und weitere 2,2 Mio. DM sonstiger übrige Verbindlichkeiten aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Zusammen mit der Kurbetriebsgesellschaft und der Kinder-REHA Klinik waren es 36 Mio. DM Kreditverbindlichkeiten.

Einschränkend erklärte der Gutachter: „Inwieweit der zwischen dem „Mutigen Ritter“ und  der Kurbetriebsgesellschaft mit den Unternehmen und Kliniken der UGL vorgenommene Leistungsaustausch vollständig und angemessen gegenseitig  be- und verrechnet wurde, ist von mir nicht geprüft worden“. Im Ergebnis der Prüfung stand für ihn fest: „daß der „Mutige Ritter“ als Anbieter stationärer medizinischer Rehabilitation für die überschaubare Zukunft keine Perspektive hat“.

Als Alternativen könnten ambulante Badekuren, Kompakt- und Naturheilkuren oder teilstationäre geriatrische Behandlungen angeboten werden aber auch eine Umstrukturierung zum Gesundheits- und Weiterbildungsressort wäre zu prüfen. Das „Haus Elisabeth“ sollte vom Kreiskrankenhaus für die Psychiatrie übernommen und die Häuser Käthe-Kruse und Rheingold verkauft werden.

 

  1. Nov. Sitzung des Aufsichtsrats der kommunalen Kurbetriebe (priv.)

Vor den Aufsichtsräten (Emus, Ficht, Bühner, Dr. Liesegang, Zweigler), einem vom Land bestellten Verwaltungshelfer (Graßhoff) und der Leitung der UGL (H. Lielje, Harlaux, Hüpel) bezifferte der Gutachter Dr. Bihr den liquiden Verlust am Ende des Geschäftsjahres mit 12 Mio. DM, wofür die Stadt den Nachschuss leisten müsse.

Der GF Lielje verwies darauf, dass die Situation objektiven Verhältnissen geschuldet ist und sich die Stadt im Gesellschaftervertrag zum Nachschuss verpflichtet habe. Die UGL trifft dabei keine Schuld. Darüber hinaus sollte die Stadt berücksichtigen, dass es ohne das Engagement der UGL beim „Mutigen Ritter“ keine privaten Kliniken geben würde.

Danach wurde über die „Abschmelzung des Stellenplans“ sowie die Begleichung der laufenden Zins- und Tilgungsraten beraten und erklärt, dass nun das Land wegen der genehmigten Patronatserklärung verpflichtet wäre.  Zumal auf Anweisung des Landrats vom 12. September die Nachschusspflicht aus den Gesellschafterverträgen der Kurgesellschaften gestrichen werden sollte.

Beschlossen wurden die Betriebseinstellung zum 30. 06. 98 und die UGL ermächtigt, die Kündigungen vorzubereiten und Hartmut Lielje als alleiniger Geschäftsführer von den  Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Allerdings waren dafür noch die Beschlüsse der Gesellschafterversammlung erforderlich.

 

  1. Nov. Podiumsdiskussion im „Mutigen Ritter“ (NTB).

Dr. Schache Fraktionsvorsitzender der BWB Saale-Unstrut, der Landtagsabgeordnete Kühn (SPD), Landrat Groß (SPD), E. Lewering (SPD) und H. Lielje erklärten, dass allein der Belegungseinbruch infolge der Gesundheitsreform die finanzielle Schieflage des „Mutigen Ritters“ verursacht habe. Gegenüber der Zeitung äußerte sich Bürgermeister Emus „Die Kommunen gehen Wasser saufen - reagiert der Staat nicht, geht uns die Luft aus“. Die Fragen von Mitarbeitern, wie es mit den kommunalen Kurgesellschaften weitergehen würde, wurden nicht beantwortet. „Die Thematik sei viel zu heiß“ entschuldigte sich Dr. Schache.

 

  1. Nov. „Mutiger Ritter am Wendepunkt“ (NTB).

Inzwischen hatte sich die NORD-LB wegen der ausstehenden Ratenzahlungen sowie der Sicherheit der Darlehen der kommunalen Kurgesellschaften mit dem Innenministerium in Verbindung gesetzt. Dabei ging  es auch um den Fortbestand des Klinikstandorts, denn  die NORD-LB hatte auch die Kliniken der UGL finanziert, die nun auch unter den Belegungsrückgängen litten. 

Fest stand nun „Der Fortbestand des „Mutigen Ritters“ als REHA-Klinik ist nicht mehr möglich“. Auch wenn ein Teil des Betriebes erhalten werden kann, müssten die meisten Mitarbeiter entlassen werden.

 

  1. Nov. Besprechung zur Nutzungsänderung des „Mutigen Ritters“ (priv)

Vertreter der UGL (Harlaux, Winter), der Stadt (Emus, Lewering), die Chefärztin und Prof. Wiethüchter erörterten zukünftige Nutzungsmöglichkeiten, darunter die Einrichtung einer Akademie für Aus- und Weiterbildung im Gesundheitsmanagement bzw. die Einrichtung einer TÜV-Akademie für Ostdeutschland. Das Konzept sollte im Januar vorliegen.

 

  1. Nov. Beratung zur „Konduktiven Förderung“ schwerstbehinderter Kinder (priv)

Am 11. 09. wurde der Verein Ponte Kö e. V. im Vereinsregister eingetragen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Chef der GfbB J. Tentscher, seine Ehefrau Inja, der Prokurist der UGL R. Harlaux, die Kinderärztin Leich sowie der Bürgermeister Chr. Emus.

Man erörterte mit  Vertretern des Gesundheitsministeriums und der Caritas die Übernahme  der in Ungarn entwickelten Ponte-Kö-Behandlung und deren kassenärztliche Zulassung. Die Betroffenen könnten in der Kinder-Klinik der UGL behandelt werden. Für die Unterbringung der Eltern wären die ZV Ost und das Gartenhaus geeignet. Die Ausbildung von Therapeuten, sog. Konduktoren, würde in der GfbB erfolgen. 

 

  1. Dez. Kündigung der Belegschaft des „Mutigen Ritter“ (priv)

Die Kündigung erfolgte unter Einhaltung der persönlichen Kündigungsfrist, spätestens zum 30. 06. 1998 dem Tag der Betriebseinstellung. Ausgenommen war die Chefärztin, der per 31. 12. 1998 gekündigt wurde.

Im Kündigungsschreiben wurde allen eine Abfindung in Aussicht gestellt, die aber entfiel, wenn der Arbeitnehmer bis zum 01. 08. 1998 bei der UGL oder der Stadt einen neuen Arbeitsplatz finden würde. Zugesagt wurde auch das im Haustarifvertrag vereinbarte 13. Monatsgehalt. Die UGL hatte eine großzügige Berechnung der Abfindung nach der Formel die Hälfte des Monatsgehalts multipliziert mit der Anzahl der Jahre der Betriebszugehörigkeit. Dabei wurden auch die Zeit vor 1990 berücksichtigt, womit eine Betriebszugehörigkeit von bis zu 30 Jahren angerechnet wurde. Insgesamt kamen für die  letzten 80 Mitarbeiter rund 1,891 Mio. DM, wobei einigen leitenden Angestellten sechsstellige Summen zugesagt wurden.

Bei Annahme der Kündigung wurde die Zahlung der Abfindung und des 13. Monatsgehalts, spätestens mit dem letzten Monatsgehalt rechtsverbindlich zugesichert.   

 

            Statistik

Die Stadt mit den Ortsteilen hatte 5.968 Einwohner, 164 mehr als im Vorjahr. In der Kernstadt waren es 4.393 Einwohner.

 

1998

  1. Jan. Insolvenz der TMS Wäscherei GmbH (AG Halle In 1090/97)

Der Betrieb auf dem Gelände des Kalkwerks gehörte bis 1990 zum VEB Dienstleistungskombinat und wurde nach der Wende privatisiert. Die Betriebsanlagen wurden dann komplett abgebrochen und auf dem Gelände ließ sich die Fa. Burgenlandbeton nieder.

 

  1. Jan. Ortstermin mit dem Verkehrsminister (NTB)

Heyer kündigte zwar die Prüfung der sog. „kleinen Verkehrslösung“ an, hielt aber an der weiträumigen Umgehung fest, die aber nicht vor dem Jahr 2000 kommen würde.

 

  1. Jan. Auftaktveranstaltung „1000-Jahre Weinbau“ (NTB).

Vor 300 Gästen im „Mutigen Ritter“ würdigte Ministerpräsident Höppner die Weinbautradition an Saale, Unstrut und Ilm.

 

  1. Jan. „Therapiezentrum besitzt Schlüsselrolle“ (NTB)

Nach dem Belegungseinbruch des „Mutigen Ritters“ und der Einstellung der kommunalen Kinderklinik wurde das Therapiezentrum für die stationäre Rehabilitation nicht mehr gebraucht. Die Einrichtung sollte als ambulante Physiotherapie weitergeführt werden.  Zielgruppen waren Gesundheitstouristen, ambulante Badegäste und Selbsthilfegruppen. Allerdings gehörte das Personal zum „Mutigen Ritter“ und war ausnahmslos zum 30. Juni gekündigt, bei einer Weiterbeschäftigung würde ihnen die zugesagte Abfindung verloren gehen.

 

  1. Feb. Besprechung zur Umnutzung des „Mutigen Ritters“ (priv)

In der ZV West in Löhne traf sich die „Umnutzungsbeauftragte“ der UGL Frau Wiethüchter mit der Geschäftsführung der TÜV-Akademie Ostdeutschland, um über die Einrichtung einer Weiterbildungsstätte für osteuropäische Firmenchefs und leitende Manager im „Mutigen Ritter“ zu beraten.

 

  1. Feb. Liquiditätshilfe des Landes (NTB)

Die Stadt erhielt 770.000 DM aus dem Ausgleichstock des Landes, um einen Teil des Haushaltsdefizits 1994 (1,7 Mio.) zu vermindern.

 

  1. Feb. Antrag für eine Jubiläumsreise (priv)

Obwohl allen Mitarbeitern gekündigt und die finanziellen Probleme allgemein bekannt waren, wurde vom Verwaltungsleiter des „Mutigen Ritters“ für eine Mitarbeiterin eine Auszeichnungsreise zum 30. Betriebsjubiläum nach Spanien beantragt. Dies wurde vom Prokuristen der UGL befürwortet „da Frau K. die einzige Mitarbeiterin im MuRi ist, sollten wir versuchen, diese Reise zu ermöglichen.“

Finanziert wurden diese Reisen vom jeweiligen Arbeitsgeber, in diesem Fall die „Mutige Ritter“-GmbH. Reiseziel war Javea (Alicante-Spanien). Dort besaß die Familie Lielje Ferienwohnungen, für die für zwei Wochen 2.400 DM in Rechnung gestellt wurden. Dazu kamen 400 DM für den Flughafentransfer nach Hannover bzw. Frankfurt, die ein der Lielje-Gruppe nahestehendes Reisebüro vermittelte, und 700 DM für einen Leihwagen, den die ebenfalls zur Lielje-Gruppe gehörende „Los Lirios Cabo San Martin S.L.“ stellte.

 

  1. Feb. Sitzung des Wirtschaftsausschusses (priv)

Auf Anfrage zum Stand des Thermalbades erklärte der Ausschussvorsitzende Dr. Schache „Fest steht, der Förderantrag liegt vor und das Thermalbad soll gebaut werden. Auf Grund der Veränderungen im Kurbereich ist allerdings die Standortfrage und das gesamte Konzept zu überdenken.“

 

  1. Mär. „Millionen für Nachschuß“ (NTB, priv.)

Nachdem die Kommunalaufsicht den Antrag auf ein Darlehen zum Verlustausgleich abgelehnt hatte und der Kapitaldienst nicht mehr  bedient werden konnte, verlangte die NORD-LB die sofortige Rückzahlung der Darlehen. Daraufhin erklärte der Bürgermeister, dass die Stadt zahlungsunfähig ist und die Bank sich an das Innenministerium wenden sollte.

 

  1. Mär. Mitteilung der Stiftung Schulpforta zum „Fischhaus“. (priv)

Die Gaststätte war seit längerer Zeit geschlossen und der Restitutionsanspruch der Stiftung war noch nicht entschieden. Nun erklärte der Prokurator,  dass das Kuratorium einem Verkauf zustimmt, wenn der Erwerber sich verpflichtet, das Anwesen zu sanieren, es weiterhin als Gaststätte zu betreiben und möglichst auch seinen Wohnsitz hierher verlegt und dies als persönliche Dienstbarkeit im Grundbuch eingetragen wird. 

 

  1. Mär. „Ritterbad-Carrè mausert sich zur attraktiven Einkaufsmeile“ (NTB)

Die Eröffnung des Euro-Spar Marktes war für den 18. März geplant. Die Eröffnung der Gaststätte war für den 14. April und die Fertigstellung der übrigen Wohn- und Geschäftshäusern für Oktober geplant.

 

  1. Mär. Podiumsdiskussion der CDU in der „Schönen Aussicht“ (NTB).

Dabei gerieten die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Bergmann-Pohl (CDU) und der Altbürgermeister aneinander, worauf letzterer demonstrativ mit zwei SPD-Mitgliedern im Schlepptau den Saal verließ.

 

  1. Mär. Gesellschafterversammlung der kommunalen Kurgesellschaften (Kubi)

Dabei erklärten Geschäftsführer und Prokurist, dass die Konzepte für eine weitere Nutzung  kurzfristig nicht umgesetzt werden können. Hauptgrund wären fehlende Mittel für Berater- und Gutachterhonorare. 

 

  1. Mär. Auflösung der ZV Ost in der Eckartsbergaer Str. 2 (NTB).

Die Verwaltung zog in die Saale REHA Klinik II. Das Anwesen aus dem Nachlasskonkurs von Hermann Lielje wurde dann vom Verein „Kinderhaus Pusteblume e.V.“ übernommen.

 

  1. Mär. Antrag des Sanierungsträgers zum Kauf vom „Haus Bahse“ (priv.)

Das Anwesen Rudolf-Breitscheid Str. 17 gehörte seit 1990 dem Land Sachsen-Anhalt. Es stand leer und war inzwischen völlig verwahrlost. Dennoch wies Gutachten noch einen Verkehrswert von 100.000 DM aus. Um die ständigen Kritiken an Zustand zu beenden, wurde das Anwesen mit Städtebaufördermitteln erworben, sollte abgebrochen und das Grundstück zur Parkanlage werden. Einen Komplettabbruch lehnte die Denkmalsbehörde ab, lediglich für die Anbauten und Nebengebäude wurde sie erteilt. 

 

  1. März. Vortragsreihe in den Saalecker Werkstätten (NTB).

Den ersten Vortrag hielt Prof. Wirth, Bauhaus-Universität Weimar. Es folgten Vorträge von R. P. Pinkwart und Dr. N. Borrmann. Unterstützt wurden der Verein vom Landesheimatbund, dem Germanischen Museum Nürnberg, der Stiftung Denkmalschutz, Toto-Lotto Sachsen-Anhalt, dem  Regierungspräsidium und dem Arbeitsamt.

 

  1. Mär. „Letzter Schritt für den „Ritter“ abgewendet“ (NTB)

Die Nord-LB hatte der Stadt mitgeteilt, dass sie wegen der ausstehenden Kreditraten die Gesamtvollstreckung gegen die „Mutige Ritter“ GmbH beantragen wird, aber das  Innenministerium war wegen der Bürgschaft  der Stadt bereit finanziell einzugreifen.

 

  1. Mär. Stadtratssitzung (NTB)

Zum neuen Stadtverordnetenvorsteher wurde J.-U. Bühner gewählt. Dr. Liesegang hatte wegen der Weigerung der Stadt, die Miete für das Kindersanatorium am Rechenberg nach dem Auszug der Kinder-REHA zu zahlen, sein Mandat niedergelegt.

Auf der Tagesordnung standen die für die Kurgesellschaften zu leistenden Nachschüsse und das Konsolidierungskonzept sowie die damit zu erwartenden Restrukturierungskosten. Dabei wurden die Stadtverordneten informiert, dass die Gesellschaft per 31. 12. 1996 einen liquiden Verlust von 3.585.000 DM erwirtschaftet habe.

 

  1. Apr. Inbetriebnahme der Pumpstation für den Düker des Sammlers Altstadt (NTB).

 

  1. Apr. „10 Millionen fürs Thermalbad“ (NTB)

Noch zur letzten Stadtratssitzung hatte Dr. Schache, Fraktionsvorsitzender der BKB und  Mitgesellschafter der Saale-Therme GmbH erklärt, dass die Fördermittel bewilligt würden. Nun sagte er,  dass ein „Freibad“ nicht gefördert wird. Möglich wäre aber eine Förderung von „Naturbädern“, weshalb der Antrag zurückgezogen und neu eingereicht werden muss.

 

  1. Apr. Sitzung des Wirtschaftsausschusses (priv.)

Dabei wurde der Stadtverordnetenversammlung vorgeschlagen, den Beschluss 144-15/93 (Eingliederung der Stadtinformation in die Kurbetriebsgesellschaft) aufzuheben und einen neuen Träger zu gewinnen, um den Protest der ortsansässigen Hoteliers wegen etwaiger Wettbewerbsverzerrung zu begegnen.

 

  1. Apr. Offizielle Übergabe der sanierten Wanderwege (NTB)

 

  1. Mai Stadtratssitzung (NTB).

Im nichtöffentlichen Teil ging es um den Pachtvertrag für das Haus „Schwalbennest“, das Hermann Lielje in seiner Eigenschaft als GF der kommunalen Kinder-Reha-Klinik dem Stadtratsvorsitzenden Dr. Liesegang verkauft hatte. Nach dem Auszug der Kinder-Reha hatte Dr. L. gegenüber der Stadt für den Zeitraum September bis Dezember 1997 die Miete geltend gemacht. Das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises, das die laufenden Zahlungen der Stadt überwachte, erklärte, dass der Pachtvertrag zum Nachteil der kommunalen Kinder-REHA Klinik abgeschlossen wurde und die Pachtzahlung abzulehnen ist.

 

  1. Mai Letzte Kinovorstellung im „Mutigen Ritter“ (Kubi).

Nicht allein wegen der Einstellung des Klinikbetriebes auch die spürbare Konkurrenz des neuen Kinos in Naumburg gab den Ausschlag. Unter Berufung auf eine mündliche Zusage von  Hermann  Lielje verklagte der Kinobetreiber die „Mutige Ritter“ GmbH auf die Herausgabe der von der REHA Klinik angeschafften Vorführanlagen im Wert von 40.000 DM,

 

  1. Mai Festakt zum 5jährigen Bestehen der Fachschule für Physiotherapie (NTB)

Derzeit wurden 477 Schüler zu Physio- und Ergotherapeuten ausgebildet. Zum Lehrkörper gehörten 27 Festangestellte und 91 Honorardozenten.

 

  1. Mai „Kösener Plüschtier erregten Aufsehen“ (NTB)

Das Unternehmen präsentierte sich einer Messe in Shanghai. Für den Erfolg in Asien „sprechen zwei Millionen Umsatz“ erklärte der Geschäftsführer und kündigte an, im kommenden Jahr seine Tiere in den USA anzubieten. 

 

  1. Mai Beteiligungsangebot für die Beschäftigten der Schache-Firmen (NTB)

Die Dr. Schache-Bau GmbH und die Spielzeugmanufaktur waren finanziell angeschlagen, die Löhne wurden verspätet und ratenweise gezahlt. Daher verlangte der „Vorzeigeunternehmer“  von seiner Belegschaft, auch einen Beitrag zum Erhalt der Unternehmen zu leisten.

Nach dem Insolvenzbericht über die Dr. Schache Bau GmbH wurden im Prüfbericht der Bilanz 1996 bereits auf Liquiditätsprobleme hingewiesen und 1997 ergab sich bei einem Umsatz von 24,7 Mio. DM ein liquider Verlust von 1,7 Mio. DM. 

 

  1. Mai „Schache: Unbeschadet durchs Loch kommen“ (NTB).

Die Pressemitteilung über die Beteiligung hatte für Aufsehen gesorgt und der GF sah sich veranlasst, sich dazu öffentlich zu äußern. Demnach wäre die Spielzeugmanufaktur in Schieflage geraten, weil die UGL als Großabnehmer ausfiel und die von KÈV, einem Tochterunternehmen der UGL, betriebene Verkaufsstelle in der Niddaer Straße geschlossen wurde. Deshalb musste man eine neue Werksverkaufsstelle im Ritterbad-Carrè eröffnen. 

Die finanzielle Lage des Baubetriebs wäre wegen ausstehender Restforderungen, insbesondere bei der Kinder REHA, problematisch. Daher wurde die Zeitzer Niederlassung geschlossen und das Personal um die Hälfte reduziert.

Schache hoffte auf das Weihnachtsgeschäft und auf seine Projektentwicklungsgesellschaft mit der er als Bauträger in den Wohnungsbau einsteigen wollte. „Mit Hilfe eines neuen Förderprogrammes des Landes werde dieses Vorhaben in Angriff genommen“ erklärte er voller Optimismus.

 

  1. Mai „Ringelspiel erfolgt hinter den Kulissen“ (NTB)

Dabei ging es um die Herauslösung der Stadt-Information aus der Kurbetriebsgesellschaft und der Suche nach einem Betreiber.

 

      Mai  10. Jahrestag der Rudelsburger Allianz (Web-Site RA)

Anlässlich des Festkommers wurde ein Gedenkstein mit Inschrift in der Nähe des Löwendenkmals eingeweiht.

 

  1. Mai Stellen- und Kostenplan zum Weiterbetrieb der Kurbetriebsgesellschaft (priv.)

Der Plan des Bereichsleiters Ost der UGL ging bei den Einnahmen durch Kurtaxe, Soleverkauf, Eintrittsgelder, Therapie und Hotelbetrieb von rund 3 Mio. DM aus, womit man eine annähernde Kostendeckung erreicht. Allerdings müsste der Kapitaldienst sowie sämtliche übrigen  Altverbindlichkeiten durch die Gesellschafterin übernommen werden.

Beim Personal wurde besonderer Wert auf die Weiterbeschäftigung des bisherigen Verwaltungsleiters des „Mutigen Ritters“ gelegt, der mit dem Bereichsleiter Ost in verwandtschaftlicher Beziehung stand. 

 

  1. Mai Übergabe des sanierten Wohnhauses Gerstenbergkpromenade 3 (NTB)

 

  1. Mai Bericht der UGL zum Stand der Umstrukturierung des „Mutigen Ritters“ (priv.)

Für die Häuser „Käthe Kruse“ und „Rheingold“ interessierten sich der DRK-Kreisverband zur Unterbringung von „chronisch mehrfach Behinderten“ und die GfbB. Die bot  für beide Häuser 1,2 Mio. DM.  Das Haus „Elisabeth“ sollte vom Kreiskrankenhaus für die Psychiatrie angemietet werden. Dazu verhandelte man mit dem Sozialministerium geführt wurden.

Im Hauptgebäude selbst waren noch ambulante Badegäste und Teilnehmer an einem Weiterbildungslehrgang des Arbeitsamtes untergebracht.

 

  1. Mai Vorschlag zur Umnutzung des Therapiezentrums (priv.)

Die Pläne für eine TÜV Akademie im „Mutigen Ritter“ hatten sich zerschlagen. Nun schlugen der  Bereichsleiter der ZV Ost Harlaux und der GF der GfbB Tentscher der Stadtverwaltung vor, eine Klinik für Naturheilverfahren unter der Leitung der Chefärztin Dr. Hirsch einzurichten. Da dies von den Kassen nicht finanziert wird, sollte die Stadt im Interesse des Erhalts der Gesellschaft „die dazu notwendigen finanziellen Strukturen“ schaffen.

 

  1. Mai Dienstbesprechung im Regierungspräsidium in Halle (priv.)

Die wurden mit dem Ziel geführt, den „warst case“, zu vermeiden. „Der Konkursfall soll auf jeden Fall verhindert werden, da sonst die sehr viel höheren Forderungen aus der Patronatserklärung  fällig werden könnten und ein weiteres Konsolidierungskonzept  höchst gefährdet ist“ erklärte der amtierende  RP B. Fieber und wies den Bürgermeister an, Hartmut Lielje als Geschäftsführer der kommunalen Kurbetriebe zu entbinden und in den nächsten Wochen mit der UGL eine Vereinbarung über die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zu treffen.

 

  1. Juni Eröffnung eines Kutsch- und Fahrbetriebs Gerstenbergkpromenade 9 (NTB)

 

  1. Juni Regulierung der Verbindlichkeiten gegenüber der NORD-LB (priv.)

Auf Anweisung des RP stellte der Bürgermeister einen Liquiditätshilfeantrag beim Innenministerium. Darin wurden nochmal die von den Gesellschaften in den Jahren 1991 bis 1994 aufgenommenen Darlehen aufgeführt. Insgesamt waren es 42.2 Mio. DM. Davon waren  36.5 Mio. DM über die vom Landratsamt  genehmigte Bürgschaft gesichert. Die übrigen 5.7 Mio. DM hatte Hermann Lielje im Nachgang ohne Genehmigung der Aufsichtsgremien aufgenommen. Zur Ursache schrieb Emus „Subjektive Gründe, aber in der Hauptsache die katastrophalen Auswirkungen der Einsparmaßnahmen im Gesundheitswesen“ hätten im Vorjahr einen drastischen Belegungsrückgang bewirkt.

Dabei hatte sich der Belegungsrückgang erst im 2. Halbjahr 1997 ausgewirkt, der Kapitaldienst wurde aber bereits im Januar 1997 eingestellt und betrug nun 6,3 Mio. DM. Emus äußerte noch die Hoffnung, dass durch den Weiterbetrieb des „Mutigen Ritters“ als Hotel in Verbindung mit einer Physiotherapie, sowie die Veräußerung bzw. Vermietung der übrigen Gebäude ein Beitrag zum Kapitaldienst geleistet werden kann.

 

  1. Juni Aufsichtsratssitzung (2/98) der kommunalen Kurbetriebe (Kubi)

Alle Hoffnungen ruhten nun auf der Hilfe des Landes. Das betraf nicht nur die Übernahme des laufenden Kapitaldienstes und aller aufgelaufenen Verbindlichkeiten, sondern auch eine finanzielle Beteiligung bei der Umstrukturierung des „Mutigen Ritters“ und des Therapiezentrums zum „Gesundheits-Ressort“.

 

  1. Juni Gutachten zur Betriebskonzeption der kommunalen Gesellschaften (priv.)

Zukünftig sollte die Kurbetriebsgesellschaft neben dem Thermalbad und den Kuranlagen auch den Hotelbetrieb weiterführen. Da auch bei einer Bettenauslastung von 50 % und regelmäßigen Großveranstaltungen keine Überschüsse erwirtschaftet würden, muss der Kapitaldienst und die Altverbindlichkeiten der Stadt bzw. dem Land übernommen werden.

Die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH ebenso wie die Kinder REHA Klinik blieben reine Besitzgesellschaften ohne Geschäftsbetrieb. Der Erlös aus dem Verkauf nicht mehr benötigter Immobilien sollte für den Kapitaldienst bzw. notwendige Umstrukturierungsmaßnahmen verwendet werden.

 

  1. Juni Gestaltungswettbewerb zur Aufwertung der Lindenstraße (NTB)

 

  1. Juni Personalübernahme der Kurbetriebsgesellschaft vom „Mutigen Ritter“ (priv.)

Für die Weiterführung des Geschäftsbetriebes brauchte man das Fachpersonal (Therapeuten, Servicepersonal) vom der „Mutigen Ritter GmbH“. Einige der gekündigten Mitarbeiter hatten ihre Bereitschaft signalisiert, auch unter wesentlich ungünstigeren Bedingungen zu wechseln, wenn ihnen die zugesagte Abfindung nicht verloren geht. Daher wurden ihre Arbeitsverträge mit der „Mutigen Ritter“ GmbH  um einen Monat verlängert, womit der Termin 31. Juli als Stichtag für den Verlust der Abfindung umgangen

 

  1. Juni Stadtratssitzung (NTB).

„Die Geschäftstätigkeit der REHA Klinik  „Mutiger Ritter“ endet am 30. Juni und das Haus wird als Kurhotel zusammen mit dem Therapiezentrum von der Kurbetriebsgesellschaft mit zunächst 20 Mitarbeitern weitergeführt“ erklärte der Bürgermeister.

An offenen Verbindlichkeiten wurden lediglich 6.5 Mio. DM aus nicht geleisteten Kapitaldienst gegenüber der NORD-LB bekannt gegeben. Über die weiteren Verbindlichkeiten (Kontokorrent der Kreissparkasse, Solevorauszahlungen, Zusage von Abfindungszahlungen, offene Lieferungen und Leistungen, Mitgliedsbeiträge, Gebühren etc.) wurde nicht informiert.

 

  1. Juni Kündigung des Kontokorrentkredits der Kreissparkasse (priv.)

Wegen der bevorstehenden Betriebsstilllegung wurden die Verträge mit den kommunalen Kurgesellschaften gekündigt und die Rückzahlung von 1,85 Mio. DM zum 01. 07. fällig gestellt.

 

  1. Juni Gesellschafterversammlung (2/98) der Kurbetriebe (Hisecke UR 1062/98).

Hartmut Lielje wurde als  Geschäftsführer der drei kommunalen Gesellschaften entbunden und übergangsweise der Geschäftsführer der GWG T. Budde zum zweiten Geschäftsführer bestellt.

 

  1. Juni Bad Bibra, Bad Sulza und Bad Kösen gründen das „Bäderdreieck“ (NTB).

Durch verbesserte Vermarktung sollte die Besucherfrequenz in der Region gesteigert werden. Dazu wurden entsprechende Studien erarbeitet, deren Umsetzung aber wegen fehlender Mittel und unterschiedlicher Zuständigkeiten nur schleppend verlief und schließlich völlig eingestellt wurde.

 

  1. Juli Aufsichtsratssitzung (3/98) der kommunalen Kurbetriebe (Kubi).

Genehmigt wurde der Geschäftsbesorgungsvertrag der Kurbetriebsgesellschaft und der kommunalen  Wohnungsgesellschaft. Um die Versorgung der Kliniken der UGL mit Sole und Brauchwasser weiter aufrecht zu erhalten, wurde der GF beauftragt, eine im beiderseitigen Interesse liegende  Vereinbarung über die technische Zusammenarbeit zu treffen.

 

  1. Juli Einführung von Gebühren für die Einleitung von Regenwasser (NTB)

 

  1. Juli Fälligstellung von 1.3 Mio. DM seitens der Kreissparkasse Hildesheim (priv.)

Die Geschäftsführung der Saale REHA I und II hatten ihre Rückforderungen aus den Vorschüssen für die  Solelieferungen an das Kreditinstitut abgetreten. Allerdings wurde nun die Rechtmäßigkeit der Vereinbarung über die Vorschüsse in Millionenhöhe angezweifelt. Der damalige GF Hermann Lielje war zwar von den Beschränkungen, mit sich selbst Geschäfte abzuschließen befreit, hätte aber hier die vorherige Zustimmung der Aufsichtsgremien der Kurbetriebsgesellschaft einholen müssen.

 

  1. Juli Mietvertragsangebot für des Haus „Elisabeth“ (NTB).

Für die derzeit noch dezentral untergebrachte Psychiatrie des Kreiskrankenhauses wäre das Haus mit 100 Betten ein geeignetes Objekt, war die übereinstimmende Ansicht des  Landrats, des Regierungspräsidiums und des Sozialministeriums. Die Jahresmiete sollte 600 TDM betragen. Damit sollte ein Teil der Darlehensschulden vom „Mutigen Ritter“ getilgt werden. Der Chefarzt des KKH wurde angewiesen, die für die Verlegung des Betriebs erforderlichen Voraussetzungen zu prüfen, auch für eine übergangsweise Nutzung bis zum Neubau der Psychiatrie. 

 

  1. Juli Offizielle Freigabe der Brücke der Einheit (NTB).

Die eigentliche Sanierung der Fahrbahn, des Fußweges und der Brüstungen hatte zwei Jahre gedauert und 4,6 Mio. DM gekostet. Danach wurde die Behelfsbrücke abgebaut und die Straßen eingebunden. Das kostete 2,54 Mio. DM.

 

  1. Juli Aufsichtsratssitzung 4/98 der kommunalen Kurgesellschaften (Kubi)

Das Innenministerium und die NORD-LB hatten sich über eine Umschuldung der Darlehen sowie eine Übernahme der aufgelaufenen Kreditverbindlichkeiten geeinigt. Demnach gewährte NORD-LB der Stadt ein Kommunaldarlehen für die valutierenden  36,365 Mio. DM  Darlehensschuld für 4,9 % Zinsen und 1% Tilgung.  Zur Sicherheit diente eine Ausfallbürgschaft der Stadt, deren Genehmigung seitens der Kommunalaufsicht vom Innenministerium angewiesen wurde. Damit wurden auch sämtliche Grundstücke der Kurgesellschaften lastenfrei gestellt werden, als Voraussetzung für den Verkauf. 

Für das Entgegenkommen der NORD-LB hatte das Innenministerium eine Vorfälligkeitsentschädigung von 1 Mio. DM bewilligt. Sämtliche Zahlungen zur Regulierung der Altverbindlichkeiten aus der Bürgschaft wurden nun über den Haushalt der Stadt abgewickelt. Daher beantragte der Bürgermeister eine Liquiditätshilfe für den aufgelaufenen Kapitaldienst (6,3 Mio. DM) und die Vorfälligkeitsentschädigung.

 

  1. Juli Ausstellung von Projekten in den Saalecker Werkstätten (NTB, priv.)

Studenten des Lehrstuhls Bauaufnahme und Baudenkmalpflege  (Prof. H. Wirth) der Bauhaus Universität Weimar stellten mögliche Nutzungsvarianten vor. Dafür würden Fördermittel bereitstehen, erklärte der  Vereinsvorsitzende Romswinkel, und verwies auch auf die Unterstützung seitens des Geschäftsführers des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt  Prof. Heinemann.

 

  1. Juli „Chance für den Badbau nutzen“ (NTB)

 

  1. Juli „Wenn Gäste in spè plötzlich ausbleiben“ (NTB)

Die Umwandlung der Klinik in einen Hotelbetrieb würde den Privatvermietern das Wasser abgegraben, erklärte der Kur- und Fremdenverkehrsverein. 

 

  1. Aug. Vereinbarung der Stadt mit dem VAC (priv.)

Dabei verzichtete der VAC auf die 1921 die eingetragene persönliche Dienstbarkeit und die Stadt verpflichtete sich, dem VAC und dem KSCV die entsprechenden Räumlichkeiten für den alljährlichen Kongress auf die Dauer von 99 Jahren kostenlos zur Verfügung zu stellen.

 

  1. Aug. Der Kleingartenverein „Saaleaue“ begeht sein 70 jähriges Bestehen (NTB)

 

  1. Aug. Geschäftsbesorgungsvertrag für das Kurhotel (priv.)

Die Kurbetriebsgesellschaft übernahm die Bewirtschaftung des Hotels auf eigene Rechnung, wobei zunächst noch von einem Defizit im laufenden Betrieb ausgegangen wurde. Da ein Verlust aus dem laufenden Geschäftsbetrieb absehbar war und die Gesellschafterin von der Nachschusspflicht entbunden war, sollte der Fehlbetrag aus den Verkäufen der nicht mehr benötigten Häuser gedeckt werden.

Der Aufsichtsrat beschloss dann die Ergänzung des § 2 des Gesellschaftervertrages des „Mutigen Ritters“ um den Passus „Gegenstand der Gesellschaft ist die Vermietung und Verwertung von beweglichen und unbeweglichen Anlagegegenständen“ ergänzt und bei der Kurbetriebsgesellschaft um den „Betrieb  eines Hotels“.

 

  1. Aug. Liquiditätsantrag der Stadt beim Innenministerium (priv.)

Inzwischen lag der vorläufige Jahresabschluss für 1997 vor.  Der Bilanzverlust der drei kommunalen Kurgesellschaften betrug 8 Mio. DM abzüglich der Abschreibungen von 2 Mio. DM blieb ein liquider Verlust von 6 Mio. DM. Davon waren bereits 3,13 Mio. DM Liquiditätshilfe für den Kapitaldienst und 989 TDM für sonstige Verbindlichkeiten bewilligt worden. Es blieben 1,888 Mio. DM an offenen Verbindlichkeiten. Dazu kamen 1,891 Mio. DM für die Abfindungen, deren Rechtmäßigkeit aber noch geprüft werden sollte. 

 

  1. Aug. 1. Sommerfest um fünfjährigen Bestehen des Campingplatzes (NTB)

 

  1. Aug. Geltendmachung von 189 TDM seitens der privaten Kinder REHA (priv.)

Laut Haustarifvertrag der UGL, der auch in den kommunalen REHA-Kliniken angewendet  wurde, war Weihnachtsgeld vereinbart. Da der Betriebsübergang der kommunalen zur privaten REHA Kinder-Klink im September 1997 erfolgte, sollte die Stadt als Gesellschafterin das anteilige 13. Monatsgehalt für die 9 Monate bis zum Geschäftsübergang erstatten.

 

  1. Aug. „Mastschweine gestohlen und geschlachtet (NTB)

In einer Garage in der Gerstenbergkpromenade fand die Polizei 3 lebende Schweine und die Reste weiterer drei  Tiere, die hier geschlachtet wurden. Die Schweine waren in Prießnitz gestohlen worden.

 

  1. Aug. Forderungsanmeldung der Fa. KJW GmbH-Tating (priv)

Für die „vielfachen Leistungen meiner Firma“ berechnete der Geschäftsführer K. Winter unter Berufung auf einen mündlichen Auftrag von Hartmut Lielje der Kurbetriebsgesellschaft eine Courtage von 210.000 DM (2,5 % vom Taxwert der Immobilien). Da hierüber weder ein Vertrag noch eine Genehmigung der Aufsichtsgremien vorlag, wurde die Forderung abgewiesen. Daraufhin trat der Firmeninhaber die Forderung an die Kreissparkasse Hildesheim ab.

 

  1. Aug. Besprechung beim RVP Halle (priv.)

Nach vorläufiger Feststellung betrugen die aufgelaufenen Verbindlichkeiten rund 12 Mio. DM. Angeordnet wurde die Prüfung der Abfindungen sowie die Forderungen der UGL, des Abwasserzweckverbandes und des Finanzamtes aus Umsatzsteuernachzahlungen. Für die gekündigten Mitarbeiter wurden 200.000 DM zur Zahlung des 13. Monatsgehalts angewiesen.

 

  1. Aug. Forderungsanmeldung des Büros Prof. Dr. Wiethüchter-Löhne (priv.)

Das Büro hatte der Verwaltung des KKH die Um- und Neubaupläne vom Haus „Elisabeth“ aus dem Jahr 1992 zur Verfügung gestellt und dafür 37.000 DM berechnet. Das Kreiskrankenhaus hatte die Forderung abgewiesen, weil dazu kein Auftrag erteilt wurde. Nun stellte das Büro die Summe der „Mutigen Ritter“ GmbH in Rechnung, wurde aber auch wegen fehlender Auftragserteilung abgewiesen.

 

  1. Aug. 5 Jahre Städtebauförderung (NTB)

Mehr als 9 Mio. DM waren bislang in das 31 Hektar große Sanierungsgebiet geflossen. Damit  wurden Straßen, Wege und Plätze rechts der Saale grundhaft instand gesetzt. In der  Altstadt betraf das die Grüne Gasse. Darüber hinaus wurden kleinteilige Maßnahmen an Privathäusern finanziert, aber auch Komplettsanierungen mit höherer Förderquote (Borlachstr. 42, Lindenstr, 5, Burgstr. 9 und 14, Borlachstr. 8, Lindenstraße 21, Gerstenbergkprom. 3).

 

  1. Aug. Pläne für die Erweiterung des Tunnels (NTB)

Die Bundesbahn beabsichtigte die Beseitigung des Schrankenübergangs zur Saalstraße. Weil damit die Zufahrt für größere LKW entfiel, sollte der Tunnel zur Friedrich Ebert Straße durch eine Brücke mit entsprechender Durchfahrtbreite ersetzt werden.

 

  1. Aug. Kanalbau in der Rudelsburgpromenade (NTB)

Zuvor hatte das Kalkwerk mit einer Klage gedroht, falls die Straße voll gesperrt wird, denn die geplante Umgehungsstraße über das „Himmelreich“ steckte noch in der Vorplanung. Daher wurde eine Ampelanlage vorgesehen.

 

  1. Aug. Nutzungskonzept für das Thermalbad (priv)

In dem als „Streng vertraulich“ deklarierten Schreiben der Dr. Schache Bau GmbH wurde die Umwandlung des Therapiezentrums in eine „Schönheitsfarm“ vorgeschlagen. Dazu sollte ein Wellness-Hotel in unmittelbarer Nähe gebaut werden, entweder auf der „Krümme“ oder an der ehemaligen Sparkasse bzw.  auf dem Mühlengelände. Für die Vorbereitungen sollte eine Arbeitsgruppe bestehend aus Dr. Schache, J. Tentscher, R. Harlaux  und dem Bürgermeister unter der Leitung von Dr. H. Hirsch gebildet werden. Die  Planung sollten Mitarbeiter der insolventen Fa. A+I-Planbau übernehmen.

„Vor allem aus dem Grund, daß das Konzept Eigentumsverhältnisse unberücksichtigt läßt gleichzeitig viele Ideen vorhandenes Eigentum aufwerten, ist höchst Vertraulichkeit zu wahren. Auch aus dem Grund, daß im Vorfeld die Ideen nicht „zerredet und zerdiskutiert werden, ist es erforderlich, daß auch keine Details des Projektes an die Öffentlichkeit kommen“ heißt es abschließend.

 

  1. Aug. Prüfbericht über die Abfindungsregelungen (priv)

Der vom RVP beauftragte Rechtsreferendar stellte fest, dass die Abfindungshöhe nach der Formel: Letztes Monatsgehalt x 0,5 x Jahre der Betriebszugehörigkeit berechnet wurde. Da es keinen Tarifvertrag, keinen Sozialplan und auch keinen Betriebsrat gab und die Aufsichtsgremien die ungewöhnlich hohen Summen wohl im Interesse der Mitarbeiter stillschweigend  hingenommen hätten, müsse man die Abfindungen für die große Mehrzahl der Gekündigten, insbesondere auch die hohen Abfindungen für das leitende ärztliche Personal zahlen. Dazu hatte das Arbeitsgericht erklärt, dass mit Zugang der Vergütungsmitteilung ein Rechtsanspruch auf die Abfindung besteht. Dennoch sollte in Einzelfällen z. B. bei fehlerhafter Berechnung der Betriebszugehörigkeit eine Klage vor dem Arbeitsgericht in Kauf genommen werden. Mit den Urteilen hätte das Innenministerium eine hinreichende Begründung gegenüber dem Landesrechnungshof wegen der Übernahme der Abfindungssumme. 

 

  1. Aug. Vereinbarung mit der UGL und Hartmut Lielje (priv)

Der Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeister Emus und der bisherige Geschäftsführer der kommunalen Kurbetriebe vereinbarten die Aufhebung der Anstellungsverträge rückwirkend zum 31. 07. Weiter hieß es: „Die Stadt Bad Kösen als alleinige Gesellschafterin verpflichtet sich, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um Herrn Hartmut Lielje aus der Bürgschaft zugunsten der Sparkasse BLK (.) freizustellen (sobald eine Einigung über etwaige gegenseitige Ansprüche erfolgt war). Herr Hartmut Lielje  erklärte, daß  keine weiteren Forderungen außer denen in der Anlage aufgeführten aus der Tätigkeit der UGL während seiner Zeit als Geschäftsführer bestehen.“

Der vereinbarten Übergabe sämtlicher Unterlagen, insbesondere über die Verwendung und Abrechnung der Darlehen der NORD-LB für die Bauvorhaben der kommunalen Kurgesellschaften in den Jahren 1991 bis 1994, kam die UGL aber nicht nach.

 

  1. Aug. Ausgliederung der Stadtinformation aus der Kurbetriebsgesellschaft (NTB)

Wegen der Haushaltslage lehnte der Bürgermeister die Eingliederung in die städtische Verwaltung ab und schlug als Träger die Fremdenverkehrsgesellschaft des Landkreises oder die Tourismusagentur des Landes vor, die aber dankend ablehnten.

Daraufhin wurde die Gründung einer privaten Gesellschaft erwogen, an der sich alle Leistungsträger beteiligen sollten. Zur Deckung der Kosten sollte die Kurtaxe der privaten Beherbergungsbetriebe verwendet werden. Den Rest sollte der Erlös der Zimmervermittlung bringen.

 

  1. Sep. Anweisung der Liquiditätshilfe des Landes (priv.)

Die Stadt hatte am 18. August einen weiteren Antrag zur Sicherung der „finanziellen Leistungsfähigkeit der kommunalen Kurbetriebe gestellt. Das betraf offene Forderungen  aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 276 TDM,  die Umsatzsteuernachzahlung 1996 (122 TDM), das 13. Monatsgehalt (208 TDM) insgesamt 606 TDM, davon wurden 483 TDM bewilligt. Geregelt wurde auch der Kapitaldienst für das 2. Halbjahr 1998. Mit den  Verzugszinsen waren es 1.131 Mio. DM, die das Innenministerium als Finanzzuweisung freigab.

 

  1. Sep. Anweisung an die Chefärztin der Reha Klinik „Mutiger Ritter“ Dr. H. Hirsch (priv.)

Auf Grund mit Hermann Lielje vereinbarten Sonderkündigung, endete das Arbeitsverhältnis der Chefärztin erst am 31. 12. 1998, also ein halbes Jahr nach Einstellung der Klinik. Bis dahin erhielt sie die vollen Bezüge (17.540 DM/monatl.) Darüber hinaus unterrichtete sie während ihrer Arbeitszeit auf Honorarbasis an der Fachschule für Physiotherapie. Dies wurde ihr nun untersagt und der GfbB eine „Arbeitnehmerüberlassung“ angeboten. Die Betreffenden reagierten empört und verlangten unter Schützenhilfe von Stadtverordneten und der UGL, die Rücknahme der Anordnung. 

 

  1. Sep. Einweihung der Fußgängerbrücke am Fischhaus (NTB).

Die Kosten des Brückenschlages, waren wegen der aufwändigen Gründungsarbeiten für die Widerlager dann doch recht erheblich. Den Eigenanteil der Stadt von 50.000 DM stellte die städtische Wohnungsgesellschaft.

Dazu äußerte sich Rayk Wieland ein gebürtiger Pfortenser in „Öde Orte - Neue ausgesuchte Stadtkritiken“ erschienen im Reclam Verlag Leipzig 1999 im Kapitel „Die Brücke“.

„Am Fischhaus können die Touristen auch wieder die Saale überqueren, nicht mit der Fähre (.) sondern über eine neue Fußgängerbrücke, welche die EU, die Bundesrepublik Deutschland, die Städte Naumburg und Bad Kösen in gemeinsamer, schier unermeßlicher Anstrengung über die 15 Meter breite Saale gestemmt haben. Die Brücke  (.) ist nicht aus Holz (.) ihre Fundamente, die ausreichten, die Golden Gate ersatzweise über dem East River zu balancieren, tragen die einstige Autobahnbrücke von Michendorf bei Berlin, die (.) in drei Teile zerlegt, auf Schwerlasttransportern hierher gekarrt wurde, wo sie nun für alle Zeiten von der lukrativen Beziehung der Region zum Bundesautobahnamt zementene Kunde gibt. Wenn demnächst irgendwo U-Bahn-Tunnel günstig abzugeben sind, werden Kösens und Naumburgs Stadtväter gewiss Mittel und Wege finden, sie abzugreifen und mit ihnen die Landschaft zu drapieren…“

 

  1. Sep. Bericht zur Kalkwerkstraße (NTB)

Die Naturschutzbehörde hatte ein weiteres Gutachten zur Umweltverträglichkeit gefordert, wofür der Stadt aber keine Mittel zur Verfügung standen. Daher erwog man eine provisorische Befestigung des Feldweges von der Straße zum Himmelreich bis zur Einbindung in die B 87.

 

  1. Sep. Stadtratssitzung (NKB)

Dabei kam es zu einer heftigen Kontroverse zwischen den Fraktionsvorsitzenden von BKB und CDU wegen des Freibades. Dr. Schache, der dann zu einer  Mitgliederversammlung der CDU-Ortsgruppe eingeladen wurde, wollte das nur im Beisein seines Anwaltes wahrnehmen.

 

  1. Sep. Arbeitsbesuch des Innenministers Püchel (NTB, priv.).

Dabei forderte der Minister die Verwaltung und die Stadtverordneten auf, alles zu unternehmen, um eine Insolvenz der Kurbetriebsgesellschaft zu vermeiden.

 

  1. Sep. Die Wasserbehörde sperrt den Saaledamm für Fußgänger (NTB)

 

  1. Sep. Bundestagswahl.
  2. Lewering, bis zur Auflösung der ZV Ost Mitarbeiter der UGL, Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes und Geschäftsführer des Verbandes der privaten Krankenanstalten zog mit SPD-Direktmandat in den Bundestag. Dort war er im Gesundheitsausschuss tätig.

 

  1. Sep. Antrag auf Liquiditätshilfe (priv.)

Das betraf eine Reihe noch offener Forderungen gegenüber der REHA Klinik „Mutiger Ritter“, darunter Straßenausbaubeiträge (184 TDM), Grundsteuern (78 TDM), Anschlussbeiträge für den AZV (220 TDM), die Kosten für die Prüfung des Jahresabschlusses 97 (90 TDM) und die Nachschüsse für die FSUE (50 TDM).

 

  1. Okt. Gewerbeummeldung der Kurbetriebsgesellschaft (priv.)

Die Gesellschaft wurde neben ihrer bisherigen Tätigkeit (Gesundheitspflege und Heilfürsorge) der Betrieb einer „Schank- und Speisewirtschaft“ im „Mutigen Ritter“ erlaubt. 

 

  1. Okt. 1. Schubertiade in den „Saalecker Werkstätten“ (priv)

 

  1. Okt. Bericht zur Stadtsanierung (NTB)

Weil die Stadt ihren Eigenanteil für die bereits abgerufenen Bundes- und Landesmittel nicht mehr aufbringen konnte, übertrug die Stadt das ehemalige Altersheim in Saaleck dem Sanierungsträger anstatt der Eigenmittel. Zugrunde lag ein Verkehrswertgutachten über 1,2 Mio. DM. Obwohl das Objekt außerhalb des Sanierungsgebiets lag, genehmigte das Regierungspräsidium die Übertragung, um eine Rückzahlung der bereits bewilligten und ausgezahlten Sanierungsmittel zu vermeiden. Mittel für die neue Förderperiode wurden dann nicht mehr beantragt. 

 

  1. Okt. Bericht zur Sitzung des Wirtschaftsausschusses (NTB)

Der Chef der GfBB Tenscher hatte dabei die Gründung einer GmbH & Co KG für die Stadtinformation und die Zimmervermittlung vorgeschlagen. Neben der Stadt und dem  Tourismusverband des Landkreises sollten sich die Hoteliers daran beteiligen.

 

  1. Okt. „Seidensticker und Koryphäenkiller“ Vortrag der Groddeck-Gesellschaft (NTB)

 

  1. Okt. Inbetriebnahme der Betonmischanlage der Burgenland Beton GmbH (NTB)

Bezüglich der Verkehrsbelastung hieß es „Mit der neuen Kalkwerkstraße würden die Transportprobleme erheblich erleichtert. Die Autos  brauchten nicht durch die Kurstadt. Doch grünes Licht für den Bau gibt es immer noch nicht.“

 

  1. Okt. Eröffnung des Ristorante „Titanic“ im Ritterbadcarrè (NTB)

 

  1. Okt. Bericht zur Einschätzung des Finanzbedarfs der Stadt (priv.)

Das Land hatte bisher 8,9 Mio. DM bewilligt. Davon entfielen auf die NORD-LB 8,4 Mio. DM (Umschuldung inkl. Vorfälligkeitsentschädigung und die Kreditraten 2. HJ. 1998). 200 TDM betrafen das 13. Monatsgehalts und 300 TDM  offene Rechnungen. 

Offen und noch in Prüfung waren die Abfindungszahlungen (1,8 Mio. DM),  die Forderungen der UGL (rd. 832 TDM) und des AZV (rund 300 TDM). Allerdings war so der vom Innenministerium bewilligte  Finanzrahmen von 12 Mio. DM ausgeschöpft.

Hinsichtlich der Forderungen der einzelnen Unternehmen der Lielje-Gruppe (KEV, HLBKKK, LBU, Teuto Air, A+I Planbau, AGR) stellte der Prüfer fest „Schon jetzt zeichnet sich ab, daß Unternehmen der Lielje Gruppe in zahlreichen Fällen unberechtigte Forderungen gegen die städtischen Kurbetriebe (.) aufgestellt haben. Die Einbindung der KUBI und MuRi in die UGL verhinderte, daß auf dem freien Markt Waren und Dienstleistungen günstig erworben werden konnten. Knappe Mittel der KUBI und MuRi flossen so auch in der wirtschaftlich angeschlagenen Situation der Lielje Gruppe zu…“

 

  1. Okt. „Zum Badbau Farbe bekennen“ (NTB)

„Wenn nicht in den nächsten Tagen Nägel mit Köpfen gemacht würden, könne man sich vom Projekt Badbau bis Weihnachten verabschieden “ meinte Bürgermeister Emus mit Blick auf die Geschäftsführer der Badegesellschaft Lielje-Schache. Die gehörten auch zu den „Kämpfern, die mit geschlossener Visier operierten“ und „darauf spekulierten aus dem vermeintlichen Chaos wie Phönix in der Asche emporzusteigen“. Kommentar des Redakteurs „Der Erfolg hatte viele Väter, der Mißerfolg kennt nur einen. Würde dieses Spielchen fortgesetzt, dürften in der Tat bald die Fetzen fliegen. Dann nützen auch Tarnkappen nichts. Emus sollte zu gegebener Zeit Roß und Reiter  nennen...“

Zum Bericht des Bürgermeister merkte der Stadtrat Loeck (PDS) an, dass der „Mutige Ritter“  mit 36 Mio. verschuldet, der „ganze Trödel aber keine 10 Mio. DM wert sei“.

 

  1. Okt. Eröffnung des NORMA Marktes in der Naumburger Straße (NTB).

Damit endetet die lediglich mit drei Jahren veranschlagte Nutzung der provisorischen Verkaufsstelle am Hermann-Lielje Ring.

 

  1. Okt. „Schwalbennest auf Rat von Lielje gekauft“ (NTB).

So äußerte sich der zurückgetretene Stadtratsvorsitzende, der von der Stadt auf Druck der Kommunalaufsicht vor dem Verwaltungsgericht auf Schadenersatz wegen überhöhter Miete (erst 3.500 DM/Monat, dann 4.000 DM) verklagt wurde. Er sagte, dass Hermann Lielje den Kaufpreis für das Anwesen von zunächst 320 TDM auf 295 TDM ermäßigt hätte und auf seine Frage, ob denn der Aufsichtsrat dem Verkauf zustimmen müsse, habe Lielje erklärt, dass sei nicht erforderlich „da die Jungs ohnehin machen, was ich will“. Im November kam es zu einem Vergleich vor dem Landgericht Halle, wobei Liesegang 20 TDM „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“, wie sein Anwalt betonte, an die Stadt zahlte (AZ 40323/96)

Wegen des Vergleichs beschwerte sich die CDU Fraktion bei der Generalstaatsanwaltschaft.  Hoßfeld wies die Sache ab, weil kein Anfangsverdacht der Untreue vorliegen würde.

Inzwischen war das Anwesen schon wieder verkauft worden. 

 

  1. Nov. Mitteilung der UGL bezüglich der Verrechnung von Altforderungen (priv.)

Der Antrag der Kurbetriebsgesellschaft, die offenen Forderungen aus den Solevorschüssen nicht in voller Höhe mit den laufenden Solelieferungen und der Kurtaxe zu verrechnen, weil dadurch die Liquidität der Gesellschaft aufs Äußerste gefährdet war, wurde abgewiesen.

 

  1. Nov. Absage des KKH zur Anmietung des Hauses „Elisabeth“ (priv. /NTB)

„Maßgeblicher Grund dafür ist, daß ein Treppenhaus nach Krankenhausrichtlinie nicht vorhanden ist und somit an das Altgebäude ein Treppenaufgang  angebaut werden müßte. Ob sich bei dieser Baumaßnahme Einvernehmen mit den Denkmalbehörden herstellen läßt, ist fraglich. Außerdem kann das Krankenhaus die zusätzliche Investition für das Treppenhaus nicht übernehmen“ das teilte der Verwaltungsdirektor des KKH Hentschel schriftlich mit. Allerdings verfügte das Haus „Elisabeth“ die brandschutztechnische Eignung als Krankenhaus, wie auch das Büro Wiethüchter in einem Schreiben vom 27. November bestätigte.

Später erklärte der Chef der Psychiatrie des KKH Naumburg Dr. Felix M. Böcker „Erst im Oktober 1998 wurde anläßlich einer Besprechung im Bauordnungsamt des Landkreises von Mitarbeitern der Kreisverwaltung aktenkundig gemacht, dass sich die Betriebserlaubnis für das Gebäude auf einen Beherbergungsbetrieb und nicht auf ein Krankenhaus bezieht, dass der Verlust des Bestandsschutzes durch eine Nutzungsänderung nachträgliche Brandschutz-maßnahmen erforderlich macht, die in dem denkmalgeschützten Gebäude nicht zu realisieren sind, so dass also das Vorhaben in der ehemaligen Reha-Klinik eine psychiatrische Klinik einzurichten, nicht durchführbar ist. Obwohl seine eigene Verwaltung den Plan zu Fall gebracht hat, hat der damalige Landrat sich nie von der Vorstellung lösen können, dass ich es gewesen sei, der den Versuch zur Rettung von Bad Kösen sabotiert hat.“ (in: Irgendwie kommt es anders – Psychiater erzählen, Springer Verlag 2012).

 

  1. Nov. Stadtratssitzung (NTB)

Auch der 2. Nachtragshaushalt wurde von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt. Da es kein nennenswertes Einsparpotential mehr gab, war man ausschließlich auf die Hilfe des Landes angewiesen.

 

  1. Nov. Dienstbesprechung beim Regierungsvizepräsidenten (priv.)

Dabei ging es um den defizitären städtischen Haushalt. Im Vermögenshaushalt 1998 fehlten 5,5 Mio. DM und im Verwaltungshaushalt 3,1 Mio. DM. Für den anteiligen Fehlbetrag von 1996 sollte ein Antrag auf Bedarfszuweisung gestellt und die Fehlbeträge durch den Verkauf von Grundstücken gemindert werden.

Neu war eine Rückforderung vom Landesförderinstitut in Höhe von 258 TDM wegen unsachgemäßer Verwendung von Fördermittel in den Jahren 1992 bis 1994. Die Stadt wurde angewiesen, das selbst mit dem LFI zu klären, ggf. die Verursacher der fehlerhaften Abrechnung haftbar zu machen. Das betraf auch die Forderungen des AZV, zumal dies eine städtische Körperschaft war. Über die Rückführung des Kontokorrents bei der Kreissparkasse wollte der RVP selbst mit dem Vorstand verhandeln.

 

  1. Nov. Eröffnung vom „Beauty-Paradieses“ (Fr. Rudolph) im Therapiezentrum (NTB)

 

  1. Nov. Bürgerforum mit dem Ministerpräsidenten R. Höppner im Kurhotel (NTB)

 

  1. Nov. Bericht zur Fachschule für Physiotherapie (NTB)

Inzwischen waren es 600 Schüler in drei Berufsfächern (Physiotherapie, Ergotherapie und MTA). Unterrichtet wurde von 10 festangestellten Lehrern und 80 Honorardozenten.

 

  1. Nov. Bericht über die Kösener Spielzeug GmbH „Ein Markenname etabliert sich“ (NTB)

Der Firmeninhaber sah sich auf dem Weg zum wirtschaftlichen Erfolg, nicht zuletzt durch die vielseitigen, aber auch teuren Aktivitäten zur Erschließung neuer Märkte in Übersee.

 

  1. Nov. Eröffnung eines EDEKA-Marktes in der Elly Kutscher Straße (NTB)

Damit war das ursprüngliche Handelskonzept gescheitert, denn alle drei Versorger hatten sich auf Grund wirtschaftlicher Überlegungen und der örtlichen Gegebenheiten rechts der Saale angesiedelt.

 

  1. Dez. „Hotelier sieht Gaststätten gefährdet“ (NTB)

Weil es Gerüchte gab, dass der neue Besitzer im ehemaligen Kinderheim „Schwalbennest“, Am Rechenberg 1 ein Restaurant einrichten wollte, erklärte der Inhaber vom „Wehrdamm“ Karge „Es gibt schon 500 Plätze und die Stadt sollte Einrichtungen schaffen, die den Tourismus beförderten.“

 

  1. Dez. Aufsichtsratssitzung 9/98 der kommunalen Kureinrichtungen (Kubi).

Nach dem Bericht des GF war eine kostendeckende Bewirtschaftung des Therapiezentrums sowie des Kurhotels illusorisch und angesichts der besucherarmen Jahreszeit weitere Verluste unvermeidlich, Einsparungen bei den Personal- und den Betriebskosten nicht mehr möglich. Die Erlöse aus dem Verkauf nicht mehr benötigter Wirtschaftsgüter (Röntgenanlage, Labor, Küche) waren weit unter den Erwartungen geblieben. Zu einem erheblichen Teil trugen die Kliniken der UGL zu dieser finanziellen Situation bei, die die Forderungen aus den Vorschüssen der Solelieferungen mit der Kurtaxe und dem Soleverkauf in voller Höhe verrechneten und die Finanzierung aus dem Haushalt abgelehnt wurde. Das betraf auch die Zinsen für den Kontokorrent der Kreissparkasse und das 500 TDM-Darlehen der Saale Reha I. Da inzwischen die vom Land festgelegte Obergrenze der finanziellen Hilfe von 12 Mio. DM erreicht war und die Stadt keine Nachschüsse mehr leisten durfte, stand die Kurbetriebsgesellschaft vor dem finanziellen Aus.

 

  1. Dez. Stadtratssitzung (NTB).

Um den defizitären Betrieb des Kurhotels abzufangen, sollte die Wohnungsgesellschaft der Kurbetriebsgesellschaft ein Überbrückungsdarlehen gewähren, weil seitens die Stadt keine Liquiditätshilfe gewährt werden konnte.

Außerdem wurde die Einbringung der Bad Kösen Information in die Tourismus-GmbH und ein entsprechender Geschäftsbesorgungsvertrag beschlossen.

 

  1. Dez Liveübertragung eines Gottesdienstes im MDR-Rundfunk (NTB)

 

  1. Dez. Festkonzert mit „Kwartetverenigung Animo“ (NL) im „Mutigen Ritter“ (NTB)

 

  1. Dez. Liquiditätshilfe für Altverbindlichkeiten (priv.)

Das Land gewährte eine weitere Finanzhilfe von 503.000 DM. Davon erhielt die Nord-LB 70.000 DM für Verzugszinsen, 51.500 DM der AZV für die Anschlussgebühren von Haus „Elisabeth“, 89.000 DM für die restlichen Abfindungen, 169.600 DM für die unstrittig festgestellten Forderungen der UGL und 122.000 DM für die Umsatzsteuernachzahlung 1996. 

 

  1. Dez. Bericht über das Himmelreich (NTB)

Familie Richter hatte im März 1990 die Ausflugsgaststätte von der Treuhandanstalt gepachtet, drei Jahre später dann gekauft.  

 

      Dez. Zusammenstellung der Aufwendungen für die Salinen- und Soleanlagen (priv)

In den Jahren 1991 bis 1993 wurden im Rahmen der GA Infrastruktur „Modellstadt Tourismus“ 4,17 Mio. DM Fördermittel bewilligt. Das MfWTV bewilligte am 08. 08. 91 2,663 Mio. DM für die Sanierung des Borlachturms, der Quellen und des Einfeldgestänges und am 02.11.93 nochmals 1,0 Mio. DM  für die Sanierung des Nordgiebels vom Gradierwerk und der Radstuben, insgesamt also 7,8 Mio. DM bei einer Förderquote von 90 %.

Da sich die Kosten deutlich erhöhten und die Stadt ihren Eigenanteil nicht aufbrachte, nahm die Kurbetriebsgesellschaft ein Darlehen von 2 Mio. bei der NORD-LB auf. Dazu kamen dann die Vorschüsse für Solelieferungen in Höhe von 1,7 Mio. DM. Außerdem steuerte auch der Gradierwerkförderverein seit 1993 weitere 200.000 DM bei.

 

            Statistik (NTB)

Es wurden 6.478 Einwohner registriert, nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr. Im Stadtbezirk waren  es 4.620 EW, die übrigen verteilten sich auf die Ortsteile.

 

1999

 

  1. Jan. Dritter Untersuchungsbericht des Regierungspräsidiums (priv.).

Der Beauftragte stellte fest, dass nach den bisherigen Urteilen des Arbeitsgerichts alle Abfindungen, auch die falsch berechneten, zu zahlen sind, also insgesamt über 1,8 Mio. DM. Von den Gesamtforderungen der Lielje-Firmen wurden 176 TDM anerkannt, 106 TDM waren  nicht schlüssig und 159 TDM anfechtbar. Außerdem wurde angemerkt: „Nach den bisherigen Feststellungen hat der Geschäftsführer Hartmut Lielje  in zahlreichen Fällen gegen bestimmte Grundsätze der Geschäftsführung verstoßen. Eine Freistellung  von der Haftung konnte auch nicht durch die Befreiung von § 181 BGB  (.) erfolgen (.) Auch bei  der erlaubten Verfolgung eigener bzw. gesellschaftsfremder wirtschaftlicher Belange dürfen Geschäftsführer die Grenzen eines angemessenen Interessenausgleichs nicht überschreiten. Angesichts der festgestellten Befunde gehen wir vom Vorliegen einer unangemessenen  Benachteiligung der städtischen Kurbetriebe gegenüber den Unternehmen der Lielje-Gruppe aus (.) Die gerichtliche Geltendmachung der Ansprüche ist mit einem Prozeßrisiko für die kommunalen GmbHs verbunden, weil die Pflichtverletzung und die Schadensfolge dem Grunde und der Höhe nach einzeln nachgewiesen werden müßten“.

 

  1. Jan. Aufsichtsratssitzung 01/99 (Kubi)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der UGL gegenüber den kommunalen Kurgesellschaften betrugen 440.000 DM. Dazu kamen die Vorauszahlungen für Solelieferungen und das anteilige 13. Monatsgehalt der Kinder-Reha.

In Anbetracht der Auslastung des Kurhotels und zur Vermeidung weiterer Verluste erfolgte in Abstimmung mit dem RP eine zeitweise Schließung.

 

  1. Jan. Informationsveranstaltung zur Gründung der Tourismus GmbH (NTB)

Die Stadtverordneten lehnten eine Beteiligung der Stadt ab, stimmten aber zu, dass der Gesellschaft  70% der Kurtaxeinnahmen aus dem privaten Beherbergungswesen, ohne die der REHA-Kliniken, überlassen werden. Außerdem wurden zwei Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung zur Besetzung der Info-Stelle gestellt, sowie die Miete für Geschäftsräume zugesagt.

 

  1. Jan. Vergleichsvorschlag der Lielje Gruppe (priv.)

Angeboten wurde eine Quote von 75 % für offene Forderungen der KEV (140 TDM), LBU (15 TDM) und HLBKKK (61 TDM). Die Forderung der Fa. Teuto Air  in Höhe von 17.000 DM für Hubschrauberflüge, entfiel, weil diese nicht mehr zur Lielje-Gruppe gehörte.

 

  1. Jan. Nachweis der Verrechnung der Solevorauszahlungen (priv.)

Die Gesamtforderungen von Saale I und II wurden mit 850.000 DM per 31. 12. 98 festgestellt. Eigentlich fiel dieser Betrag noch unter die Verbindlichkeiten aus der Bürgschaft, aber das Land lehnte ab, weil die vom Innenministerium bewilligte Summe ausgeschöpft war.  Daher stimmte die Stadt zu, dass die Forderungen in Monatsraten von 27.800 DM mit der Kurtaxe und der Solelieferung der drei Kliniken der UGL in den kommenden 30 Monaten verrechnet wird. Großzügig verzichtete die UGL auf eine Verzinsung. Dabei nahm die Gesellschafterin billigend die drohende Zahlungsunfähigkeit der Kurbetriebsgesellschaft in Kauf.

 

  1. Feb. Bericht über die Kösener Spielzeugwaren GmbH (NTB)

Die Firma beteiligte sich an den Spielwarenmessen in Nürnberg, New York und Shanghai. Dabei konnte der Umsatz um 20 % gesteigert werden, versicherte der GF Dr. Schache.

 

  1. Feb. Karnevalistischer Frühschoppen mit dem Schönburger Blasmusikanten (NTB)

 

  1. Feb. Aufsichtsratssitzung 2/98 (Kubi).

Die Verkehrswertgutachten, die die UGL 1998 in Auftrag gegeben hatte, ergaben für das Haus „Käthe Kruse“  1.227.000 DM und für das Haus „Rheingold“ 882.000 DM. Dafür wurden die Grundstücke öffentlich zum Verkauf angeboten. Allerdings fand sich kein Käufer. Daher wollte man wegen der prekären finanziellen Lage der Kurbetriebsgesellschaft auf die Angebote der GfbB, (jeweils 600 TDM) eingehen und ggf. auch das Kinderheim „Zwergenreich“ K.-Kruse Str. 5 unter Verkehrswert verkaufen.

 

  1. Feb. Klageerhebung der ehemaligen Chefärztin beim Arbeitsgericht (priv.)

Laut Kündigungsschreiben hätte die Chefärztin die zugesagte Abfindung bei ihrer letzten Gehaltszahlung im Dezember 1998 bekommen müssen. Da das RP eine nochmalige Prüfung angeordnet hatte, war die Zahlung nicht erfolgt, weshalb sie die REHA Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH verklagte.

 

  1. Feb. Stadtratssitzung (NTB)

Vorgestellt wurde das Bauvorhaben „Schmettaugarten“ der Rudelsburg-Projekt-GmbH. Dazu sollten die Grundstücke der kommunalen Kinder REHA-Klinik, des städtischen  Kindergartens und der Kinderkrippe sowie das unter Treuhandverwaltung stehende Mehrfamilienhaus Fr. Ebert Str. 19 erworben, die leerstehenden und teilweise desolaten Gebäude abgerissen und  eine innerstädtische Wohnbebauung erfolgen. Da der Flächennutzungsplan für das Stadtgebiet wegen fehlender Mittel auf Eis lag, sollte das Vorhaben mittels eines Teil-Bebauungsplans realisiert werden.

 

  1. Feb. Geschäftsverlagerung aus der Altstadt in das Ritterbadcarrè (NTB)

Dazu gehörten das Kinderbekleidungsgeschäft  von G. Ertle (seit 1991 Borlachstr. 1) und der  Augenoptiker  Eichler (seit 1982, Borlachstr. 30).

 

  1. Feb. Unterbringung der Kinderstationen des KKH in der Kinder REHA Klinik (NTB).

Die private Klinik war seit der Inbetriebnahme unterbelegt. Die Anmietung einer ganzen Station war daher ein Glücksfall. Das KKH konnte nun die dezentralen Kinderabteilungen bis zur Fertigstellung eines Neubaus, schließen.

 

  1. Feb. Dienstbesprechung beim RVP (priv.)

Wegen der Liquiditätsprobleme der Kurbetriebsgesellschaft wurde dem Verkauf der beiden Bettenhäuser „Rheingold“ und „Käthe Kruse“ auch unter dem Verkehrswert zugestimmt. Ungelöst war die Ablösung des Kontokorrents der Kreissparkasse, die auf einer Kommunalbürgschaft für die valutierenden 1.595 TDM beharrte. Der Chefarzt des KKH Müller teilte mit, dass seitens des Sozialministeriums für 2002 der Neubau einer Psychiatrie vom Sozialministerium vorgesehen sei. Die Kosten für die Zwischenlösung im  Haus „Elisabeth“ wären viel zu hoch. Dennoch bestand der RVP auf der Anmietung.

 

  1. Feb. Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung von Gebäuden und Anlagen (priv.)

Kurbetriebsgesellschaft und die Geschäftsleitung der Kliniken der UGL verständigten sich über die Konditionen bei der Sole- und Brauchwasserversorgung der Kliniken. Damit waren auch die Versorgung der Außenwirtschaft und der öffentlichen Toilettenanlage am Gradierwerk sowie die  Nachbefüllung der Teiche des Seekurparks gesichert. Nach Prüfung der in diesem Zusammenhang von der UGL vorgelegten Aufstellung der Forderungen gegenüber den kommunalen Kurgesellschaften in Höhe von 920.000 DM  wurde vom RP vorgeschlagen, dass darüber die Juristen der UGL und der Stadt verhandeln sollten. 

 

  1. Mär. Eröffnung der Ergotherapiepraxis der Fa. BIMED im Therapiezentrum (NTB)

Die Praktikumseinrichtung der GfbB bestand aber nur kurze Zeit.

 

  1. Mär. Besprechung über die Finanzsituation im RP (priv.)

Dabei erklärte der RVP, dass vor weiteren Entscheidungen eine externe Untersuchung notwendig ist. Er empfahl als Gutachter  die KE Baden-Württemberg GmbH, die bereits in Bad Suderode in einem ähnlich gelagerten Fall tätig war. Die  Kostenfrage sollte zwischen RVP und Innenministerium geklärt werden.

Zur Deckung der Verluste aus der Hotelbewirtschaftung genehmigte der RVP die Verwendung der Erlöse aus den Grundstücksverkäufen aus dem Bestand der Kurgesellschaften.

 

  1. Mär. Schreiben des Bürgermeisters an den RVP (priv.)

Hinsichtlich des Entwurfs der Vereinbarung vom 26. 02. erklärte der Bürgermeister „Das Anstreben einer außergerichtlichen Regelung mit der Lielje-Gruppe, die, was man nicht außer Acht lassen sollte, der größte Arbeitgeber in Bad Kösen ist, erfolgt mit der uns zur Verfügung stehenden Nachdrücklichkeit, das herausgekommene Ergebnis befriedigt uns zwar auch nicht, war aber auf dem Verhandlungswege nicht weiter verbesserbar.“

 

  1. Mär Angebot der KE Baden Württemberg zur Entwicklungskonzeption (priv.)

Angeboten wurde die Erarbeitung einer Betriebskonzeption für das Therapiezentrum einschließlich kurortbezogener Tourismus für ein Netto-Honorar von 143.000 DM zuzüglich 6% Nebenkosten. Für die Erarbeitung wurden 3 Monate veranschlagt.

 

  1. Mär. Mitteilung an den Aufsichtsrat der kommunalen Kurgesellschaften (priv.)

Wegen des defizitären Betriebes und der Verrechnung von Kurtaxe und Solelieferungen  gingen der Kurbetriebsgesellschaft die Mittel aus. Da aber eine Insolvenz auf alle Fälle vermieden werden sollte, andererseits aber kein finanzielle Hilfe zu erwarten war, erklärte der GF, dass er seinen befristeten Anstellungsvertrag zum 30. 06. beendet. 

 

  1. Apr. Gründung der Tourismus GmbH (NTB).

31 Unternehmer der örtlichen Hotel- und Gaststättenbranche  gründeten die Gesellschaft und zeichneten Anteile zwischen 2% bis 5%. Im Vertrag mit der Stadt wurde der Gesellschaft das Stadtmarketing übertragen, verbunden mit der Stellung von Personal und Übernahme weiterer Fixkosten. Für die Liquidität der Gesellschaft sollte in erster Linie die Kurtaxe aus dem privaten Beherbergungswesen und in zweiter Linie Vermittlungsprovisionen dienen. Doch das  war problematisch, wie der zum GF bestellte R. Langwald-Braunlage in seinem Exposè (Presse Service Nord  v. 4. Febr. 1999) feststellte. Einerseits waren die Übernachtungszahlen in den privaten Unterkünften von 73.159 im Jahr 1995 auf 40.880 im Jahr 1998 zurückgegangen.  Von den rechnerisch möglichen 71.000 DM Kurtaxe wurden bislang lediglich 1.000 DM eingenommen. war, entgegen wirken. Am 30. Apr. öffnete die Geschäftsstelle im Ritterbad-Carrè.

 

  1. Apr. Kompromissvorschlag des RVP zu den Forderungen der UGL (priv.)

Zuvor hatte der Rechtsreferendar die Forderungen auf Rechtmäßigkeit überprüft und abschließend festgestellt „Die UGL ist der Stadt bisher nicht entgegen gekommen, sondern hat  überraschend neue Forderungen eingeführt (.) In Zukunft  sollen diese Verhandlungen um einen Ausgleichsvertrag zwischen den Juristen geführt werden, um die Berechtigung der Ansprüche unmittelbar im Gespräch und einvernehmlich erörtern zu können“.

Der Kompromissvorschlag sah dann folgendermaßen aus: Die Forderung der Kinder-Reha neu auf anteilige Zahlung des 13. Monatsgehalts 1997 in Höhe von 446.000 DM sollte zur Hälfte anerkannt werden, das Darlehen der Saale-Klinik I in Höhe von 550.000 DM sollte mit Gegenforderungen der kommunale Kurbetriebe in Höhe von 162.000 DM verrechnet werden. Gegenüber der KEV wurde als Schadensersatz für ungerechtfertigte Abfindungszahlungen ein Betrag von 326.000 Mark geltend gemacht. Unterm Strich wurden von den 920.000 Mark Forderungsanmeldungen der UGL 594.000 Mark anerkannt. Dazu kamen weitere Forderungen gegen die städtischen Kurbetriebe, 707 TDM Forderungen Dritter, 1.570 TDM Kontokorrent der KSK, 450 TDM laufen Rechtsstreitigkeiten (GEZ, KJW, Kinopächter). Damit summierte sich der Finanzbedarf aus Altverbindlichkeiten auf 3.322.000 DM. Die Vorschüsse für die Solelieferungen waren inzwischen geklärt und wurden zu Lasten der Kurbetriebsgesellschaft mit der Kurtaxe und der Solelieferung verrechnet.  

 

  1. Apr. Ausstellung mit Gemälden, Bildern und Zeichnungen der Saaleburgen (NTB)

 

  1. Apr. Eine Schlammlawine begräbt den Campingplatz (NTB).

 

  1. Apr. Kursaisoneröffnung (priv./ NTB)

Bislang wurde die Saison am letzten Wochenende im April eröffnet. Da diesmal der Sonntag auf den 1. Mai fiel, wurde in Absprache mit dem Kur- und Fremdenverkehrsverein die Eröffnung 1 Woche vorverlegt. Außerdem sollte die Kursaison zukünftig Ende September enden. Obwohl die Kliniken darüber informiert waren, beschwerte man sich beim Fraktionsvorsitzenden der BKB und Vorsitzenden des Gradierwerkfördervereins Dr. Schache über das eigenmächtige Vorgehen.

Am Vorabend fand im „Kurgarten am Walde“ eine Veranstaltung mit dem Naumburger Tanzverein und dem Tanzclub Schwarz-Weiß Aachen statt. Es spielte die Bigband aus Nürtheim-Schleckheim.

 

  1. Apr. Schreiben des Leiters der zentralen Klinikverwaltung der UGL (priv.)

Weil bislang keine Reaktion auf den Entwurf des Abrechnungspaketes vom 26. Februar erfolgte, wurde das als Anerkennung der Forderung von der UGL gewertet und auf baldige Zahlung gedrängt.

 

  1. Apr. Aufsichtsratssitzung zur Jahresabschlussbilanz 1997 (Kubi).

Der Bilanzverlust der REHA „Mutiger Ritter“ GmbH belief sich nach sechs Jahres Geschäftsbetrieb auf 31,8 Mio. DM, der liquide Verlust 7,2 Mio. DM. Dazu kamen noch offene Forderungen von 5,2 Mio. DM deren Berechtigung bislang nicht geprüft war. Bei der Gesellschafterversammlung wurde der Geschäftsführung seitens der UGL eine Entlastung verweigert.

 

  1. Mai Weinfest im Landesweingut „100 Jahre staatlich gelenkter Weinbau“ (NTB)

 

  1. Mai 100 Jahre Schifffahrt zur Rudelsburg (NTB

 

  1. Mai Besprechung der Justitiare zum Abrechnungspaket (priv)

Der RVP hatte festgelegt, dass die Verhandlungen über das Abrechnungspaket mit der UGL von einem Vertreter des RP und dem Justitiar der Stadt geführt werden. Bei der Besprechung wurden festgestellt, 1.) die Schadensersatzforderung wegen fehlerhafter Berechnung von Abfindungen wurde seitens der UGL abgewiesen, 2.) die Stadt erwartet eine nachvollziehbare Begründung für die Zahlung des anteiligen 13. Monatsgehalts für die von der UGL übernommenen Mitarbeiter der Kinder-Reha, 3.) auf die Forderung der AGR für Weiterbildungsmaßnahmen in der Kinder Reha sollte verzichtet werden 4.) die Stadt macht Schadensersatz geltend, nachdem die GEZ 160 TDM wegen versäumter Freistellungsanträge in den Jahren 1994 bis 1997 fordert.

Außerdem wurde festgestellt, dass man Hartmut Lielje erst aus der Bürgschaft gegenüber der Sparkasse Burgenlandkreis entlassen wird, wenn es eine Lösung für das Gesamtpaket gibt.

 

  1. Mai Frühschoppen zum 151. Kongress des KSCV auf der Kucheninsel (NTB)

 

  1. Juni Dienstbesprechung im RP (priv)

Die KE Baden Württemberg stellte auf Grund der ersten Prüfungen fest, „dass sich die Stadt und die städtischen Kurbetriebe in einer dramatischen Finanzsituation befinden und deshalb dringender kurzfristiger Handlungsbedarf besteht (.) Zur Abwendung  eines Insolvenzantrages, der die Ausgangssituation für eine zufriedenstellende  Entwicklung des Kurhotels „Mutiger Ritter“ deutlich verschlechtern würde, ist die Sicherung der Liquidität und vor allem des Schuldendienstes dringend erforderlich.“

Zum  Stichtag bestanden bei den kommunalen Kurgesellschaften noch 4.605 Mio. DM Verbindlichkeiten, ohne die Darlehensraten und die Abfindungszahlungen. Davon wurden 3.805.000 DM als unstrittig gewertet, wogegen lediglich 67.000 DM seitens der UGL als unstrittige Forderungen anerkannt wurden.

Zusammenfassend verlangte der Gutachter „dass durch eine Weiterführung des Kurhotels sichergestellt wird, dass die Chancen einer Veräußerung bzw. Verpachtung nicht weiter sinken“.

 

  1. Juni Bericht über die Kösener Spielzeugwaren GmbH (NTB)

Der Münchener Modezar Rudolph Mooshammer hatte der Firma die Rechte zur Nachbildung seines Hündchens „Daysi“ in Plüsch verkauft. Im Herbst kamen die ersten 1.000 Stück auf den Markt. Bei einem Preis von über 150 DM hielt sich das Kundeninteresse in überschaubaren Grenzen und die Produktion wurde zur Vermeidung weiterer Verluste eingestellt.

 

  1. Juni Arbeitsbesprechung beim RVP mit der KE Baden Württemberg (priv)

Dabei ging es um eine weitere Bedarfszuweisung von 2 Mio. DM für Zahlungsverpflichtungen der Stadt gegenüber dem AZV und Rückzahlungen von Investitionszuweisungen. Eine Erhöhung des Kreditrahmens wurde davon abhängig gemacht, dass 7 Stellen in der Verwaltung  und damit 400.000 DM eingespart werden.

Nachdem auch die GfbB von ihrem Kaufangebot für die Häuser Rheingold und Käthe Kruse Abstand genommen hatte, verlangte der RVP vom Burgenlandkreis eine Rechtfertigung. Daraufhin erklärte Landrat M. Groß, dass man ihm in der Krankenhaussache den „schwarzen Peter“ zuschieben würde. 

 

  1. Juni Bereisung des Landesfachausschusses für Kurorte und Heilbäder (priv)

Geprüft wurden die örtlichen Voraussetzungen für den Antrag zur Anerkennung als „Heilbad“ Die therapeutischen Einrichtungen, die Verfügbarkeit der örtlichen Heilmittel und die  Infrastruktur entsprachen den Vorgaben der Kurorteverordnung. Sofern sich aus dem Klima- und Luftgütegutachten des DWD keine Hinderungsgründe ergeben, sollte dem Wirtschaftsministerium die staatliche Anerkennung vorgeschlagen werden.

 

  1. Juni Kommunalwahl (NTB)

Die CDU, die 22 Kandidaten aufgestellt hatte, gewann 5 Sitze (Ehrhardt, Becker, Zippließ, Menke, Mächler), die BKB kam auf 5 Sitze und verlor damit ihre bisherige Dominanz, die PDS auf 4, die SPD auf 4 und die FDP 2.  In den Kreistag gewählt wurden W. Becker (CDU)  L. Toepfer (FDP), E. Lewering (SPD), H. Gosewitz (PDS).

 

  1. Juni Mitteilung der KE Baden Württemberg (priv)

Nach der Wiedereröffnung des Kurhotels im April unter der Leitung einer Hotelfachfrau (Dorit Böhm) wurden im Mai 32,7 % und im Juni 40,6% Auslastung erreicht. Dies sind „durchaus akzeptable und überraschend positive Tendenzen“, erklärte der Gutachter gegenüber dem RVP. Daher wurde festgelegt, dass das „Kurhotel“ von der Kurbetriebsgesellschaft die kommenden vier Jahre weitergeführt werden soll, weil man bessere Chancen für einen  Verkauf im laufenden Betrieb sah. Wurde bis dahin kein Investor gefunden, sollte der Hotelbetrieb eingestellt werden.

 

  1. Juni Projektwoche der Stiftung „Saalecker Werkstätten“ (priv)

Mit der Gründung einer Stiftung sollten die notwendigen finanziellen Mittel aktiviert werden, um die Nutzungskonzeption umzusetzen. Die Projektwoche stand unter der Schirmherrschaft des Landrates M. Groß. Zu den Referenten gehörten Dr. J. Petsch, Ruhr-Universität Bochum, H. Adam, Redaktion archithese - Zürich, Dr. N. Borrmann, Brunnen, Dr. C. Pese, Oberkonservator, Germ. Nationalmuseum Nürnberg, Prof. Dr. H. Wirth, Bauhaus-Uni Weimar.

 

  1. Juli „Wer die Puppen tanzen lässt...“ (Süddeutsche Zeitung Nr. 148)

lautete die Überschrift und weiter“ ein Ostdeutscher erobert die Marktwirtschaft, das Rathaus und wird in seiner Provinz ein kleiner König - nun jedoch machen ihm große Zahlen Sorgen“. Dr. Helmut Schache war der„ Dirigent der Elite von Bad Kösen“ der mit der Bürgerbewegung den Ort seit der Wende regierte. „Ich habe versucht, die Kerze von zwei Seiten anzuzünden“ erklärte Schache und ließ im Schnelldurchlauf die letzten Jahre passieren. Hermann Lielje, ein Unternehmer dem schon so gut wie alle westfälischen Bäder gehörten, hatte seine Hilfe angeboten und Schache der Bürgermeister kriegt die Bauaufträge „es ist ein etwas anrüchiges, aber nicht illegales Geschäft“. Das Land pumpte Millionen Fördermittel in die Modellstadt und Lielje lehrte Schache die Quellen anzuzapfen „und bald kann Schache das Geld telefonisch beantragen“, denn nicht nur der Bundeskanzler ist an blühenden Landschaften interessiert „auch der Landesfürst Höppner (.) Die Minister tummeln sich in Bad Kösen, es ist ihre Spielwiese und Schache ist ihr Mann zum Vorzeigen. Sie laden ihn zu ihren Geburtstagen ein, auf denen sich neue Kontakte ergeben. Bald hat er allein beim Bau 220 Mann beschäftigt, die ihm acht Millionen Mark Gewinn erwirtschaften“.

„Die Leute im Ort denken immer noch, er sei eine große Nummer, der Fabrikbesitzer, der Villenbewohner, der BMW-Fahrer“ Doch inzwischen hatte sich das Blatt gewendet. Zu wenig Aufträge,  fünf Millionen Forderungsausfall und Dumpingpreise führten zur Entlassung von 100 Bauleuten. Der Betriebsratsvorsitzende sprach von Fronarbeit und Feudalismus, weil die Löhne und der Urlaub gekürzt und die Gehälter mit monatelanger Verspätung gezahlt wurden. Schache selbst gab 17 Millionen Darlehensverbindlichkeiten an, davon 3 Mio. DM für die er persönlich haftete.

Das Vorzeigeprojekt des Landes die „Modellstadt“ Bad Kösen hatte unter seiner  Amtstätigkeit 48 Millionen DM Schulden angehäuft und die Bürgerbewegung bei der letzten Wahl 3 Sitze verloren, Schache selbst erhielt 500 Stimmen weniger. „Wie soll das weitergehen?“ meinte der Stadtrat J.-U. Bühner auf Nachfrage.

 

  1. Juli „Schultze-Naumburgs Schwiegersohn besucht Saaleck“ (NTB)

Die Zeitung widmete dem Besuch einen ausführlichen Bericht, ebenso wie dem Vortrag „Schultze begegnet Nietzsche“ von Dr. C. Pese.

 

  1. Juli Konstituierende Sitzung des Stadtrats (NTB)

Dabei meinte der Fraktionsvorsitzende der BKB Dr. Schache im Hinblick auf den Wahlerfolg der CDU-Fraktion „Die habe in den letzten Jahren nichts getan, nur gemeckert, nun solle  sie zeigen, ob sie Politik machen kann“. Bei der Wahl zum Stadtratsvorsitzenden unterlag D. Ehrhardt mit 8 zu 11 Stimmen E. Lewering (Bundes- und Kreistagsabgeordneter, Vorsitzender des AZV). Fraktionsvorsitzende waren K.-H. Menke (CDU), P. Oschatz (SPD) und P.  Loeck (PDS).

 

  1. Juli Fest zum Abschluss der Sanierung der Saalebrücke (NTB).

 

  1. Juli Bau des Abwassersammlers in der Rudelsburgpromenade (NTB)

Wegen der Straßenbreite zwischen der  Nr. 8 und der Nr. 17 war eine Vollsperrung vorgesehen. Das würde die Ausflugsziele ruinieren, erklärten die betroffenen Gastronomen und forderten die Verschiebung bis zur Fertigstellung der Kalkwerkstraße. Daraufhin erklärte die Kreisstraßenbehörde, dass die Vollsperrung nur für den überregionalen Verkehr gilt,  für den Anliegerverkehr, zu dem natürlich auch die Gäste der Ausflugsziele gehörten, wäre eine Ampelregelung vorgesehen.

 

  1. Juli Gesellschafterversammlung der kommunalen Kurgesellschaften (priv.)

Inzwischen lag das „Finanzwirtschaftliche Gutachten der Stadt Bad Kösen“ vor, das nun zeitnah „durch Stadt, Kreis, RP und dem Land Sachsen Anhalt im Sinne der Stabilisierung der kommunalen Kurbetriebe“ umgesetzt werden sollte. Unter dieser Maßgabe stellte sich der bisher amtierende GF auch weiter zur Verfügung, allerdings bei  unter der Maßgabe einer Haftungsfreistellung von allen sich aus dem  Geschäftsbetrieb vor dem 30. 06. 1998 ergebenden Risiken.   

 

  1. Juli Sondersitzung des Stadtrates (NTB).

Der RVP erklärte dass sich die Stadt wegen der spekulativen Finanzierung der REHA „Mutiger Ritter“ dauerhaft verschuldet habe. Investitionen sowohl für die Infrastruktur als auch für eine Neuausrichtung des Kurbetriebes wären nicht mehr möglich.

 

  1. Juli Bericht über das Transportunternehmen G. Förster (NTB)

 

  1. Juli „175.000 Mark Abfindung für Ex-Chefärztin“ (NTB)

Inzwischen hatte die Klägerin einen Pfändungsbeschluss für die Abfindung samt inzwischen aufgelaufener Zinsen erwirkt und der Gerichtsvollzieher hatte vergeblich versucht, diesen bei der „Mutigen Ritter“ GmbH zu vollstrecken. Bürgermeister Emus erklärte auf Nachfrage, dass die Zahlung seitens des Landes geregelt wird. 

 

  1. Juli Konduktive Förderwochen in der Kinder-REHA Klinik (NTB)

Dazu hatten die GfbB und der Verein Pont-Kö Kondukteure aus Ungarn für die Behandlung nach der Petö-Methode engagiert. Ziel war die kassenärztliche Zulassung.

 

  1. Juli Wiederaufforstung des „Gespensterwaldes“ (NTB)

Im Auenwald unterhalb der Saalhäuser waren sämtliche Pappeln binnen eines Jahres komplett eingegangen, ohne dass man konkrete Ursachen feststellen konnte. Möglicherweise reagierten die rund 50 Jahre alten Bäume  auf die in den letzten Jahren wesentlich veränderten chemischen Komponenten des Grundwassers bzw. des Uferfiltrats. Nun wurden hier Ulmen gepflanzt.

 

  1. Juli „Sind 70 neue Wohnungen nötig?“ in der Friedrich Ebert -Straße (NTB)

Weil „stadtbildprägende Einzelbauwerke mit neuklassizistischen Elementen“ (Friedrich Ebert Str. 17 und 19) abgerissen werden sollten und für 70 Neubauwohnungen in einem Stadtviertel mit 20% Leerstand kein Bedarf bestand, gab es zahlreiche Einsprüche gegen den B-Plan „Schmettaugarten“. Der Inhaber vom  „Kurgarten“  sah wegen der dreigeschossigen Häuser im unteren Bereich die Sichtachse von seiner Terrasse verbaut. Dann stellte es sich heraus, dass das ehemalige Kindersanatorium Schmettaustr. 14, auf der Denkmalsliste des Landkreises stand. 

 

  1. Aug. Stadtratssitzung (NTB).

Abgelehnt wurde der Antrag der CDU, einen zeitweiligen Untersuchungsausschuss zu bilden, um mögliche persönliche Verantwortlichkeiten der politischen Akteure bei der spekulativen Finanzierung der kommunalen Kliniken und der katastrophalen Lage des Haushalts aufzudecken. Dafür biete die Hauptsatzung keine Handhabe, erklärte der Fraktionsvorsitzende der BKB Dr. Schache, worauf die CDU die Änderung der Satzung beantragte.

 

  1. Aug. „Leerstand oder Verfall“ in den Alt-Beständen der GWG (NTB)

Die noch verfügbaren Mittel könnten lediglich für die Instandsetzung von Wohnhäusern verwendet werden, bei denen der Kosten-Nutzenvergleich stimmte, wie die Lindenstraße 21. Alle nicht mehr sanierungsfähigen Wohn- und Geschäftshäuser sollten, soweit es denkmalrechtliche Belange und die Lage gestatteten, entweder abgebrochen oder nach vorheriger Grundstücksbereinigung verkauft werden.

 

  1. Aug. Stadtverordnetenversammlung (NTB).

Die „Folge des Millionenpokers“ nach der Wende war eine Gesamtverschuldung der Stadt von 63 Mio. DM. Davon entfielen 23 Mio. DM auf den städtischen Haushalt und 36 DM Millionen auf die städtischen Kurbetriebe. Der amtierende  RP kritisierte die Stadtverordneten wegen der  völlig überzogenen Kreditaufnahme der kommunalen Kurgesellschaften und die Berufung „des Hauptkonkurrenten“ zu deren Geschäftsführer. Das Land musste in den beiden letzten Jahren 14,6 Mio. DM zur Schuldentilgung aufbringen, und weitere Millionen wären für die Ablösung der Restkredite noch erforderlich.

Kommentar der Redakteurin: „Spätestens seit dem Auftritt des Vize-RP vor dem Stadtrat dürfte klar sein, daß die Hoffnung so mancher, die da oben werden es schon richten, zum Großteil auf Sand gebaut ist. Das Land verlangt einen Sparkurs, der bis an die Grenzen des Machbaren geht  (.) Für manche sieht es nun so aus, als müßten die Bürger die Suppe auslöffeln, die ihnen vor acht Jahren eingebrockt  worden ist (.) Und dabei hatte Innenminister Perschau in einem Brief vom März 1992 an Bad Kösens Bürgermeister Dr. Schache eindringlich vor zu hoher Verschuldung gewarnt (.) Inwieweit diese Warnung Beachtung gefunden hat, kann jeder für sich selbst herausfinden“.

Im Ergebnis dieser Sitzung wurde dann über die Einsetzung eines vorläufigen Ausschusses zur Untersuchung der Verantwortlichkeiten abgestimmt. Dafür stimmten die 5 CDU-Stadträte, drei von der SPD,  drei von der PDS und der Bürgermeister. Die BKB-Fraktion und der FDP-Stadtrat waren dagegen.

 

  1. Aug. Freigabe der Kalkwerkstraße (NTB).

Nach einem fast fünf Jahre dauernden Planfeststellungsverfahren war nun die Straße die der Entlastung der Rudelsburgpromenade dienen sollte, fertig. Allerdings beschränkte sich die Benutzung durch den Werksverkehr auf die Dauer der Kanalbauarbeiten. Danach rollten die Transporter und die Betonmischer  wieder durch die Stadt.

 

  1. Aug. Vergleichsvorschlag für die Auseinandersetzung mit der UGL (priv.)

Nachdem sich die Verhandlungen zwischen dem Justitiar der Stadt und dem Justitiar der UGL festgefahren hatten, schaltete der RVP einen Rechtsreferendar ein, dem aber auch keine Lösung gelang.

 

  1. Aug. Übergabe der Tennisplätze in der Weniger Aue (NTB).

Weil der bisherige Platz dem Bau der REHA Klinik 1 weichen musste hatte die UGL 1991 einen Ersatzbau zugesagt, wenn die Stadt ein geeignetes Grundstücke zur Verfügung stellt. Nun entstanden auf dem Gelände des ehemaligen Freibades die beiden Ersatzplätz sowie zwei weitere Plätze, die für Gastspieler gedacht waren Plätze angelegt. Insgesamt kostete die Anlage ohne Vereinshaus 120.000 DM. Die Zwischenfinanzierung übernahm die GWG. .

 

  1. Sep. Abbruch des Wohnhauses Lindenstraße 12 (priv.).

Das Anwesen wurde um 1760 vom Steuerprokurator Hübsch erbaut und gehörte bis in die 1950iger Jahre dem Kaufmann Hädicke, bevor es in staatliche Rechtsträgerschaft kam. Nach der Wende erhielten es die Erben zurück, die es dem Sanierungsträger verkauften. Wegen des völlig desolaten  Zustands blieb nur noch der Abbruch. Auf der beräumten Fläche entstand innerstädtischer Parkplatz.

 

  1. Sep. Park- und Lichterfest (NTB)

Das gute Wetter und das attraktive Programm bescherten einen Besucherrekord. Am Freitag zur Laserschau wurden 4.000 zahlende Gäste und am Sonnabend zum Feuerwerk 8.000 gezählt.

 

  1. Sep. Mitteilung zum „Prädikatisierungsverfahren „Heilbad“ (priv)

„Der Landesfachausschuss hat einstimmig beschlossen, dem Wirtschaftsministerium noch keine endgültige Anerkennung zu empfehlen (.) Zum Teil werden erhebliche Überschreitungen der zulässigen Parameter der Luftgüte (Grobstaub) dokumentiert (.) Der LFA empfiehlt, die weitere Minimierung der Staubquellen und die anschließende neue Ermittlung der Luftgüte.“ Allerdings blieb die vorläufige Anerkennung bestehen.

 

  1. Sep. Eröffnung der 65. Ausstellung in der Kunsthalle (NTB)

 

  1. Sep. Eröffnung des „Cafè Central“ An der Brücke 2, der Hartung GbR (NTB)

Auch der Betreiber gab wie sein Vorgänger (Italienisches Eiscafè) bereits nach kurzer Zeit auf und für die Lokalität fand sich dann kein weiterer Interessent.

 

  1. Sep. Bericht zum Stand der Verhandlungen mit der UGL (priv)

Der Rechtsreferendar des RP teilte dem Bürgermeister mit „sind gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, daß eine detaillierte Auseinandersetzung zu den Auffassungen der UGL vorläufig  unterbleiben sollte, um das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Herrn H. Lielje und  Herrn RVP Fieber  abzuwarten (.) und dadurch möglicherweise eine detaillierte Auseinandersetzung entbehrlich werden könnte…“.

 

  1. 24. Das Oberbergamt genehmigt den Hauptbetriebsplan (Kubi)

1996 sollte die Kurbetriebsgesellschaft ein Gutachten zur „Bergschadenkundliche Analyse“ des Borlachschachtes zusammen mit dem neuen Hauptbetriebsplan einreichen. Dem war die damalige Geschäftsführung nicht nachgekommen. 1998 hatte das OBA den Entzug der Konzession für die Soleförderung angedroht, dann aber eine Fristverlängerung bewilligt.  Nachdem die geforderten Unterlagen eingereicht waren, wurde der Hauptbetriebsplan für die kommenden fünf Jahre genehmigt.

 

  1. Sep. Exposè „Mitteldeutscher Weinmarkt (priv)
  2. Langwald, GF der Tourismus GmbH i. G. schlug die Einrichtung einer regionalen Erzeugermesse in Bad Kösen vor, allerdings ohne zu berücksichtigen, dass sich Weinbaugenossenschaft und Weinbaugesellschaft bereits fest in Freyburg etabliert hatten.

 

  1. Okt. „Die Betten füllen sich wieder bei den Lielje Kliniken“ (NTB)

Prokurist und kaufm. Direktorin berichteten, dass die Belegung, die in den Krisenjahren 97/98 auf 30 bis 40 % abgesunken war, wieder bei 75 % lag und man optimistisch sei, im kommenden Jahr wieder eine Auslastung zu erreichen, die für eine schwarze Null ausreicht. Zum Verhältnis zur Stadt befragt, hieß es „Wir sind eine schlecht spielende Mannschaft, weil ein guter Trainer fehlt. Es wäre erfreulich, wenn die Stadt den Unternehmen im Ort mehr Aufmerksamkeit schenken würde“.

 

  1. Okt. Gründung der Gartenbaufirma Krunig (NTB 22. 10. 1999)

 

  1. Okt. Vortrag über den Architekten Fritz Koegel (NTB)

Koegel, Mitbegründer der Saalecker Werkstätten starb aber bereits 1904 im Alter von 44 Jahren.

 

  1. Okt. Der Naturpark Saale-Unstrut Triasland schließt die Beratungsstelle (NTB)

Offiziell wurden ausbleibende Fördermittel und Zuschüsse vom Arbeitsamt angegeben, allerdings  wurde die Einrichtung in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

 

  1. Nov. Karnevalsumzug zum Auftakt der 45. Saison (NTB)

 

  1. Nov. Vereinbarung zwischen der Sparkasse und dem Innenministerium (priv.)

Das Land kaufte der Sparkasse die Forderungen aus dem Kontokorrent der kommunalen Kurgesellschaften für 1,2 Mio. DM ab, 400.000 DM weniger als die Forderung. Die Zahlung erfolgte direkt und die Stadt erhielt eine Mitteilung über die zweckgebundene Liquiditätshilfe. Mir Zahlungseingang wurde Hartmut Lielje aus der persönlichen  Haftung entlassen.

Wegen dem vom Innenministerium durchgesetzten Verzichts, lehnte die Sparkasse jegliche weitere Zusammenarbeit mit der Kurbetriebsgesellschaft ab.

 

  1. Nov. Der Campingplatz wird Landessieger (NTB)

 

  1. Nov. Freigabe der Rudelsburgpromenade (NTB).

 

  1. Nov. Sitzung des Hauptausschusses (NTB)

Zwar hatte das Verwaltungsgericht die Klagen einzelner Bauherren gegen die Erschließungsbeiträge im Baugebiet „Rechenberg“ abgewiesen,  allerdings der Stadt nahe gelegt, die Einzelnachweise und die Umlage offenzulegen.

 

  1. Dez. Klage der Fremdenverkehrsgesellschaft Saale-Unstrut-Elster (Kubi).

Die Stadt und die Kurbetriebsgesellschaft waren als Mitgesellschafter zum Nachschuss verpflichtet. Die Kurbetriebsgesellschaft war wegen der finanziellen Lage der Aufforderung bislang nicht nachgekommen. Daraufhin klagte die FSUE auf Zahlung von 81.000 DM. In der Daraufhin beschloss die Stadt den Austritt aus der Gesellschaft.

 

  1. Dez. Attentat auf eine Kindergärtnerin (Bild -Zeitung)

Aus Eifersucht hatte der Partner von Marion S. die Gasleitung in der „prächtigen Villa“ in der Kukulauer Straße  aus Eifersucht die Gasleitung manipuliert. Nur durch einen Zufall kam es nicht zur Explosion

 

  1. Dez. Silvesterball zur Jahrtausendwende im „Mutigen Ritter“ (priv)

Es war die erste große öffentliche Veranstaltung, organisiert von der neuen Hotelmanagerin Diana Lauterbach. Trotz eines Eintrittspreises von 159 DM war die Veranstaltung ausverkauft.

 

2000

 

  1. Jan. Anmietung eines Parteibüros der SPD in der K.-Kruse Str. 2 (priv.)

 

  1. Jan. Denkmalrechtliche Stellungnahme zum OdF-Denkmal (priv)

Um den weiteren Verfall der Gußbetonkonstruktion aufzuhalten, beauftragte das Landesamt für Denkmalpflege die untere Denkmalbehörde, den Zustand festzustellen und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten.

 

  1. Jan. Ankündigung der Sanierung der Naumburger Straße (NTB)

Auf 250 Meter Länge zwischen der Käthe-Kruse-Straße und der Brücke wurde ab Juni die Bundesstraße  grundhaft ausgebaut, Bushaltetaschen und eine Linksabbiegerspur zum Ritterbad-Carrè eingerichtet.

 

  1. Jan. Der Grabstein von Fischer und Kern wird entfernt (Junge Freiheit).

Der Saalecker Friedhof war in den 90er Jahren Anlaufpunkt rechter Gruppierungen, wobei das Dorf fast hermetisch von Bundespolizei und Staatsschutz abgeriegelt wurde. Daher organisierten die Evang. Kirchengemeinde und die ehemalige Pfarrerin Koehnen die Entfernung des Grabsteins. Hilfe kam dabei von der in Weißenfels stationierten 38. Panzerbrigade. Eine Gefälligkeit gegenüber der Kirchengemeinde im Rahmen einer größeren Pionierübung“ erklärte Oberst Köpcke. Dieser Einsatz sorgte für Schlagzeilen in der überregionalen Presse („Die Zeit“ Jg. 2000 14. Ausgabe).

 

  1. Mär. Insolvenz der Dr. Schache Bau GmbH (59 IN 211/00 AG Halle)

Wegen offener Forderungen hatten zwei Baufirmen beim Amtsgericht Halle-Saalkreis die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Am 14. März wurde RA Flöther von der Kanzlei Feigl & Partner zum vorläufigen Verwalter bestellt. Das von ihm am 29. März dem Amtsgericht übergebene Gutachten stellte die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Firma fest. Daraufhin eröffnete das Amtsgericht am 3. April das förmliche Insolvenzverfahren.

Demnach war der Umsatz der Firma von 21,5 Mio. DM 1998 auf 14,8 Mio. DM im Jahr 1999 zurückgegangen. Der Bilanzverlust betrug 6,07 Mio. DM. Im Juni 1999 übernahm Dr. Schache die Geschäftsanteile seiner Ehefrau und war nun alleiniger Gesellschafter. Als Ausgleich übertrug er ihr 4 % seines hälftigen Anteils an der Dr. Schache Besitz-GbR.  Damit verfügte die Ehefrau über die Mehrheitsanteile.in der GbR. Mit Änderung der Mehrheitsverhältnisse in der GbR endete auch die Gesellschafteridentität zwischen der GmbH und der GbR und somit die bisher praktizierte Form der Ersparnis der Umsatzsteuer. Dadurch beliefen sich die Umsatzsteuerverbindlichkeiten Dr. Schache Bau GmbH auf 524 TDM.

Dennoch erkannte der Wirtschaftsprüfer keine Überschuldung, die zu einem Insolvenzantrag geführt hätte. In seiner Fortführungsprognose hatte der GF erklärt, dass für  1999 ein Umsatz von 25 Mio. DM geplant war, davon wären 19 Mio. unter Vertrag. Außerdem habe die GfbB eine  stille Beteiligung von 2,5 Mio. DM angekündigt (Dr. Schache war seit 30. 09. 96 Mit-Geschäftsführer der GfbB) und außerdem würden erhebliche Forderungen u. a. gegenüber der polnischen  Firma Dempud bestehen. Die Landesbeteiligung von 1 Mio. DM brauchte man nicht zu berücksichtigen, da diese nachrangig besichert war. Aus seinem Privatvermögen würde er 2,5 Mio. DM und Sicherheiten für weitere 4,6 Mio. DM stellen.

Zur Abwendung der Insolvenz hatte der Geschäftsführer seinen Gläubigern eine außergerichtliche Einigung angeboten und beim Land eine Bürgschaft beantragt. Beides wurde abgelehnt, so dass die Anmeldung beim Amtsgericht unumgänglich war. Nun war „eine Weiterführung des Betriebes ausgeschlossen“ und die Haftung des GF wegen Unterlassung der rechtzeitigen Anmeldung müsse geprüft werden.

Den verbliebenen 76 Mitarbeitern wurde fristgerecht gekündigt, allerdings gab es erhebliche Gehaltsforderungen, die nicht durch das Insolvenzgeld gedeckt waren. Bei der Bewertung des Firmenvermögens fielen verschiedene Ungereimtheiten auf. Das betraf den nicht vollzogenen Kauf des Grundstücks am Jochenberg und der Verkauf eines Wohnhauses in der Kösener Straße in Naumburg, bei dem der  Erwerber „von Dr. Schache arglistig getäuscht wurde“. Unterm Strich waren es 12 Mio. DM Verbindlichkeiten und nur 800 TDM verwertbare freie Masse, was eine Quote von 6,3 % für die Gläubiger ergab.  Am 3. April wurde das Verfahren förmlich eröffnet.

Eine förmliche Untersuchung wegen Konkursverschleppung wurde nicht eingeleitet, allerdings wurde ihm jegliche weitere Geschäftsführertätigkeit untersagt. Allerdings wurde er dann zum Liquidator der Baufirma bestellt, was sich auf die Verwertung der im Zuge der Insolvenz nicht zu verkaufenden Betriebsgebäude bezog. Am 13. 06. 2016 war die Liquidation beendet und die Gesellschaft wurde am 14.05.2018 im Handelsregister. 

 

  1. Mär. Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung durch das Kurhotel (priv)

Die Flaute im örtlichen Beherbergungswesen (30% Bettenauslastung wurde angegeben) würde durch die 100 Betten des „Mutigen Ritters“ noch verstärkt. Die Beschwerdeführer wiesen darauf hin, dass es nach § 116 GO den Kommunen nicht erlaubt ist, selbst oder von kommunalen Gesellschaften derartige Wirtschaftsbetriebe zu führen.

Die Gutachter gaben dem Beschwerdeführer grundsätzlich recht, verwiesen aber darauf, dass die Stadt „zur Schadensbegrenzung keine andere Wahl als  die wirtschaftliche Verwertung des Kurhotels hat (.) und dass der jetzige Betrieb dazu dient, den Wert der Immobilie  zu sichern, zu steigern  und wenn möglich zum geeigneten Zeitpunkt zu realisieren“. Das Interesse an einer Übernahme hielt sich in Grenzen. Meist waren es Spekulanten, die lediglich an öffentlichen Mitteln für die notwendigen Investitionen aber nicht am Hotelbetrieb interessiert waren.

 

  1. Apr. Eröffnung des Biergartens auf der Radinsel (priv).

Da desolate ehemalige Umkleidehaus des Wellenbades neben der oberen Radkunst wurde saniert und ein Ausschank eingerichtet, der vom Personal des Kurhotels betrieben wurde.

 

  1. Mai Ein Unwetter richtet erneut hohen Schaden auf dem Campingplatz an (NTB)

 

  1. Mai Die Tourismus-GmbH erhält den Landes-Tourismus-Preis (NTB)

 

  1. Juni Festkommers des KSCV (priv.)

Erstmals nach 64 Jahren fand der Kommers wieder im Saal vom Kurhotel „Mutiger Ritter“ statt. Rund 600 Aktive und Alte Herren waren unter den Fahnen aller aktiven Corps vereint.

 

  1. Juni Tagung der SPD-Landesgruppe Sachsen-Anhalt im „Mutigen Ritter (priv.)

Gastredner waren der MP Höppner und Innenmister Püchel.

 

  1. Juli Außerordentliche Aufsichtsratssitzung der Kurbetriebsgesellschaft (priv.)

Bei der Umsetzung der von der KE Baden-Würrtemberg empfohlenen Umstrukturierungen (Auflösung der Gärtner- und Badeabteilung) kam es erneut zu Arbeitsgerichtsprozessen. Wegen der Abfindungsvereinbarungen und der Gerichtskosten verschlechterte sich die Lage der finanziell angeschlagenen Gesellschaft.

 

  1. Juli Aufnahme in das Landesprogramm „Frauenort“ (NTB)

In Vorbereitung der EXPO 2000 wurden dabei die Wirkungsstätten namhafter Frauen darunter die Puppengestalterin Käthe-Kruse gewürdigt.

 

  1. Juli Fördermittelantrag für das Gradierwerk (priv)

Trotz der bis 1995 für die Erhaltung der Salinentechnik aufgewendeten Millionenbeträge fehlten am Gradierwerk noch 8 Gebindefelder unmittelbar am Konzertplatz. Die Lücke verhinderte auch die durchgängige Soleberieselung der Gradierwand. Die Stadt beantragte dafür Mittel aus dem Förderprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Der Antrag wurde vom Landesförderinstitut abgewiesen, weil die Stadt sich weigerte, rund 300 TDM die sich aus fehlerhaften Abrechnungen von Fördermitteln aus den Jahren 1991 bis 1994 ergaben der Landeskasse zurück zu zahlen.

 

  1. Juli Gesellschafterversammlung der kommunalen Kurgesellschaften (priv)

Für das Haus „Elisabeth“ hatte die in Gründung befindliche MEDINET AG, ein Konsortium von Anlegern aus dem Umkreis der UGL einen Kaufantrag gestellt, um hier eine Fachklinik für Psychotherapie einzurichten. Die Verhandlungen führte der früher für die Belegungssteuerung der Lielje-Kliniken zuständige Klaus Winter mit der KE Baden Württemberg unter Federführung des RVP. Im Ergebnis stimmte das Innenministerium dem Verkauf für insgesamt 5 Mio. DM zu und die Gesellschafterversammlung beauftragte den GF, den Kaufvertrag abzuschließen.

 

  1. Juli Versteigerung des Inventars der Dr. Schache Bau GmbH im „Mutigen Ritter“ (NTB)

 

  1. Aug. Gebührenbescheid des MDR (priv).

Weil ein Mitarbeiter der UGL versäumt hatte, den für Krankenhäuser üblichen Antrag auf Befreiung von Rundfunkgebühren auch für den „Mutigen Ritter“ zu stellen, forderte die GEZ für den Zeitraum von 1994 und 1997 Rundfunkgebühren in Höhe von 160 TDM. Auf den Antrag beim MDR auf nachträgliche Erlass wurden die Gebühren ab dem 01.07. 98 in Höhe von 30 TDM erlassen,  die Zahlung von 130 TDM für den vorherigen Zeitraum fällig gestellt.

 

  1. Aug. Klage des ehemaligen Kinobetreibers im „Mutigen Ritter“ (Kubi)

Der berief sich auf eine Zusage von Hermann Lielje, wonach  er bei Beendigung des Spielbetriebes die  1992 angeschafften Vorführeinrichtungen im Wert von über 30.000 DM übernehmen könnte. Da die Anschaffung nachweislich durch die „Mutige Ritter“ GmbH erfolgte und es auch keine schriftliche Vereinbarung gab, wurde die Klage vom LG Halle zu Lasten des Klägers abgewiesen.

 

  1. Sep. 9. Park- und Lichterfest (priv)

Trotz aller Befindlichkeiten hatten sich die Klinikleitung und die Kurbetriebsgesellschaft für die Weiterführung verständigt und trotz finanzieller Engpässe wurden von den 4 Unternehmen jeweils 10 TDM beigesteuert. Mit dem Eintritt, den Standgeldern betrug das Budget 90 TDM. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 89 TDM. 28.000 DM kostete allein die Lasershow und das Feuerwerk der Fa. Firma Flash Art. Die Vertragsgestaltung mit dieser Firma behielt sich die örtliche Klinikleitung vor, alternative Angebote wurden nicht berücksichtigt.

 

  1. Sep. Festakt zum „Tag des Rheumakranken in Sachsen-Anhalt“ im Kurhotel (priv.)

 

  1. Okt. „Klinik-Skandal - 270.000 DM Steuergelder verschwendet“ (Bild-Ztg. Halle)

Die Redaktion der Bild-Zeitung hatte wohl einen der vertraulichen Berichte des RP erhalten, und berichtete nun reichlich verspätet über „finanzielle Ungereimtheiten bei der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“. Daraufhin verlangte die CDU-Fraktion die Prüfung strafrechtlicher Konsequenzen gegenüber der früheren Geschäftsführung.

 

  1. Okt. 10 Jahre Schweißerausbildung bei der GeBi (NTB)

 

     Okt.  Aufnahme der Saalecker Werkstätten in das Landesprogramm „Gartenträume“ (NTB)

An die Aufnahme in das Landesprogramm waren bestimmte Voraussetzungen verbunden, wie die Offenhaltung für das Publikum. In diesem Zusammenhang hatte sich die Vorsitzende der Basisgruppe der VVN/BdA Tamara Misch beim Landrat über einige Bemerkungen in der Broschüre der Saalecker Werkstätten beschwert. Der Stiftungsrat wurde zur Stellungnahme aufgefordert und der Oberkonservator des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg und Mitglied des Stiftungsbeirates Dr. phil. Claus Pese versprach mit einem Schreiben v. 30. Januar 2001 (priv.) zukünftig derartige Mängel zu beseitigen.

 

  1. Nov. Einweihung des neu gestalteten Gefallenendenkmals im Kurpark (NTB)

Ergänzt wurden die Tafeln mit den Namen der Gefallenen des 2. Weltkrieges und der Opfer der sowjetischen Besatzungsmacht.

 

  1. Nov. Mitteilung des zeitweiligen Ausschusses (priv.)

Gefordert wurden weitere Unterlagen bezüglich der Abrechnung und Prüfung von Bauleistungen an der Rudelsburg zwischen dem Generalunternehmer Dr. Schache Bau und dem Büro Prof. Wiethüchter und Partner.

 

  1. Dez. Abschlussbericht über die Untersuchung der städtischen Verwaltung (priv.)

Nach der vom Landratsamt veranlassten Überprüfung des Personalbestandes könnten mehrere Stellen  eingespart werde, was dienstrechtlich aber nicht durchsetzbar war.

 

  1. Dez. Gesellschafterversammlung der kommunalen Kurgesellschaften (Kubi).

Dabei wurde die Liquidation der  kommunale Kinder-REHA GmbH beschlossen (Anmeldung 02/2001). Die noch vorhandenen Gebäude sollte die „Mutige Ritter“ GmbH übernehmen, werden (UR 287/2002).

 

2001

 

  1. Jan. Erbpachtvertrag mit der Stiftung Schulpforte über das „Fischhaus“ (priv).

Weil der Restitutionsanspruch der Stiftung abgewiesen wurde, verständigten sich die Stadt, das kommunale Wohnungsunternehmen und die Stiftung auf einen Erbpachtvertrag auf 99 Jahre mit einer Vorkaufsoption. Nun konnte die Stiftung  das Objekt an einen geeigneten Interessenten  verpachten.

 

  1. Jan. Verkauf vom Haus „Elisabeth“ (Kubi)

Der RVP legte fest, dass vom Erlös 1,3 Mio. DM für unstrittige Altforderungen (u. a. Anschlussgebühren AZV, Darlehen der Saale Reha I)  verwendet werden. Auf Empfehlung der KE Baden-Württemberg wurden 650 TDM zur Umstrukturierung des Kurhotels und zur Verbesserung der Liquidität der Kurbetriebsgesellschaft genehmigt. Vom Rest sollten die nächsten  Kreditraten von monatlich 171 TDM der Nord-LB beglichen werden.

 

  1. Mär. „Warm up“ für den MDR-Polizeiruf 110 „Kurschatten“ (priv)

Die Filmcrew mietete sich für 5 Wochen im „Kurhotel ein. Neben den Kommissaren J. Schwarz und W. Winkler spielten Marita Böhme, Oliver Strietzel, Günther Naumann, Jürgen Zartmann, Uwe Steimle, Dieter Montag und Andreas Schmidt-Schaller. Drehorte waren das Kurmittelhaus und die Parkanlagen

 

  1. Mär. Instandsetzung der Salinenanlagen (NTB)

Im Borlachschacht wurde die 30 cm starke Betondecke, die seit den 1950er Jahren  den Schacht abschloss, aufgesägt und demontiert, um die darunter liegende Schachverzimmerung zu erneuern. Dazu kamen die Bühnen und Fahrten bis zum Solespiegel in 15 Meter Tiefe. Danach wurde das Erdgeschoss hergerichtet und war nach Jahrzehnten für Besucher wieder zugänglich. Das betraf auch das Oberdeck vom Gradierwerk, das nun auch bei Führungen zugänglich war. 

 

  1. Mär. Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Dr. Schache Besitz-GbR (priv).

Wegen der steuerrechtlichen Verflechtung mit der Dr. Schache Bau GmbH wurde vom  Amtsgericht das Verfahren eröffnet und ein Insolvenzverwalter eingesetzt.

 

  1. Apr. Verpachtung der Wasserkraftanlage der Mühle (priv.)

Die Mitinhaberin der Fa. Wasserkraftwerke Ost-West GmbH & Co KG Göttingen Elisabeth Kurth hatte einem Unternehmer aus Jena die Anlage für 15 Jahre für einen monatlichen Betrag von 2.500 DM verpachtet. Wenige Monate später verstarb sie.

Daraufhin klagte ihr Ehemann und Mitinhaber der Firma Dr. Hans-Rudolph Kurth gegen den Vertrag und bestritt die Echtheit der Unterschrift seiner Ehefrau. Die 9. Zivilkammer beim Landgericht Halle wies am 14. 12. 2001 die Klage als unbegründet und für den Kläger kostenpflichtig ab (9 O 326/01).

Wegen des Rechtsstreits stellte die MEAG die Zahlung der Stromeinspeisung ein. Daher zeigte der Pächter an, dass er seine aus der wasserrechtlichen Erlaubnis resultierenden Aufgaben zum Hochwasserschutz (Wehraufsatzbretter) nicht mehr nachkommen kann.

 

  1. Apr. Vereinbarung zur Erneuerung des unteren Wasserrades (priv)

Die Wasserkunst wurde nach der Einstellung der Soleförderung aus dem unteren Schacht zum städtischen  Elektrizitätswerk umgebaut und mit einem Wasserrad der Zuppinger Bauweise ausgerüstet. Weil das technische Denkmal, im Sanierungsgebiet lag, wurde für den Neubau des Zuppinger Rades eine 100%ige Förderung bewilligt.

 

       Apr. Stilllegung des Tanklagers vom Landesweingut (NTB).

Nach der Reduzierung der Anbaufläche auf 58 Hektar reichten die vorhandenen Keller im Stammbetrieb der Saalhäuser.

Damit gab es neben dem ehemaligen Holzveredelungswerk in der Rudelsburgpromenade, dem ehemaligen Plastica in der Eckartsbergaer Straße, der Kalthalle am Jochenberg, dem Mühlengelände und dem ehemaligen KfL in Fränkenau eine weitere Industriebrache.

 

  1. Mai Eröffnung der Burgenlandklinik der MEDINET AG (NTB).

Für die Fachklinik für Psychosomatik mit 80 Betten war keine besondere Genehmigung erforderlich, die das Kreiskrankenhaus noch als Begründung für Ablehnung bei der Anmietung für die Psychiatrie angeführt hatte.

Zusammen mit der Burgenlandklinik gab es rund 750 Klinik-Plätze, womit hier der größte REHA-Standort in Sachsen-Anhalt und der drittgrößte in den neuen Bundesländern war.

 

  1. Mai Bäderkonferenz der SPD-Bundestagsfraktion im „Mutigen Ritter“ (priv.).

In diesem Zusammenhang besichtigte die SPD-Wirtschaftsministerin Budde das Gradierwerk und versprach Unterstützung bei der Neubeantragung von Fördermitteln.

 

  1. Juni „Gebietsreform: Schaches Brief stößt bei Ulrich auf Ablehnung“ (NTB)

Die Landesregierung strebte die Zusammenlegung von Verwaltungsgemeinschaften zur Verbesserung der Effektivität an. Die Mindesteinwohnerzahl sollte 10.000 betragen. Um den Bestand der VG Bad Kösen zu gewährleisten, mussten weitere Gemeinden beitreten. Dafür kamen allerdings nur  die Stadt Eckarstberga und Dörfer der VG „An der Finne“ in Frage. Doch die lehnten wegen der hohen Verschuldung der Stadt ab und verhandelten  über einen Anschluss an die VG „Finne“ mit Sitz in Bad Bibra.

Gegen die Argumentation vom Bürgermeister Emus und dem Vorsitzenden der BKB Dr. Schache, dass daraus den Einwohnern von Eckartsberga nur Nachteile erwachsen würden, verwahrte sich die VG-Chefs Vogel und Ulrich und wiesen das als unzulässige Einmischung ab. .

 

  1. Juni Die Fremdenverkehrsgesellschaft FSUE verklagt die KuBi (Kubi)

Weil sich die Stadt weigerte die im Gesellschaftervertrag vereinbarten Nachschüsse zu leisten, hatte der Landkreis als Hauptgesellschafter die Klageerhebung angewiesen.

 

  1. Juni Brunnenfest (NTB)

Erstmals fand der Schöpfakt auf der Radinsel  statt, weil hier die gastronomische Versorgung durch das Team vom „Mutigen Ritter“ gesichert war. Der Festplatz selbst befand sich auf dem Parkplatz Uferstraße. Nach 70 Jahren fand erstmals wieder ein Schausieden mit dem Verein „Ilmhall“ e.V. aus Stadtilm statt.

 

  1. Juni Gutachten des DWD (Kubi).

Während das Klimagutachten durchweg positiv war, wurde eine erheblich Überschreitung der Grenzwerte beim Feinstaub registriert, wofür das hohe Verkehrsaufkommen Hauptverursacher war und erst der Bau der Umgehungsstraße dies beseitigen könnte. Bis dahin wurde die vorläufige Zertifizierung um weitere fünf Jahre verlängert. Als begleitende Maßnahmen sollten  verkehrsberuhigte Zonen und ein Tempolimit auf der Bundesstraße eingerichtet werden.

 

  1. Juli Schiedsverfahren mit der UGL (Kubi).

Da bislang keine einvernehmliche Regelung bei den gegenseitigen Ansprüchen erfolgt war, wurde ein unabhängiger Gutachter eingeschaltet (PWC Deutsche Revisions AG). Beide Seiten verpflichteten sich, die Entscheidung des Gutachters anzuerkennen.

 

  1. Juli Der GF der Tourismus GmbH legt sein Amt nieder (priv.).

Auslöser waren die vom Vorsitzenden des Aufsichtsrat in die Presse lancierte Meldung über das mit der Firma des Geschäftsführers vereinbarte Honorar von 6000 DM monatlich. Zuvor hatte der GF in Anbetracht der Illiquidität der Gesellschaft, eine Kapitalerhöhung oder den Eintritt der Stadt als Mitgesellschafter verlangt, um eine Konkurs abzuwenden. Als Alternative wäre eine Verschmelzung mit der Kurbetriebsgesellschaft „fachlich und organisatorisch die beste Lösung“. Der neu berufene GF Töpp, eine  Notlösung und im Tourismus völlig unerfahren, stellte in einem ersten Resümee fest: „Zum Zeitpunkt der Übernahme (.) lag eine Überschuldung der Gesellschaft vor, welche in erster Linie in der fehlenden Stammkapitaleinlage und in zweiter Linie in den Verpflichtungen zur Rückzahlung von 30%  der eingenommene Kurtaxe an die Stadt Bad Kösen lag.“

 

  1. Aug. Halbjahresauswertung des Kurhotels und der Physiotherapie (priv.)

Nach dem Verkauf vom Haus Elisabeth sank die Bettenauslastung um 20. %. Das konnte auch die mit der Burgenlandklinik vereinbarte Essenversorgung der Patienten wegen der geringen Belegung (40%) nicht kompensiert werden. Daher waren Verbesserungen im Hotel-/Gaststättenbereich unvermeidbar, wozu Mittel aus dem Verkaufserlös von Haus „Elisabeth“ bereitgestellt wurden.

Dagegen waren die Erlöse im Therapiezentrum trotz sinkender Rezeptabgaben durch bessere Gruppenauslastung stabil. Nach Beendigung der Verrechnung von Kurtaxe und Solelieferungen verbesserte sich die Liquidität. Weitere Einsparungen sollten durch die Privatisierung der Gärtnerabteilung erreicht werden.

 

  1. Aug. Praktikumsvertrag der Kurbetriebsgesellschaft mit der GfbB (priv.)

Nachdem sich das Verhältnis wieder normalisiert hatte, wurden 3 Praktikumsstellen für die Schüler der Weiterbildungsstätte vereinbart.

 

  1. Aug. 2. Antrag auf Fördermittel für das Gradierwerk (Kubi).

Die Stadt hatte die aus den fehlerhaften Abrechnungen resultierenden 302 TDM aus dem Verkaufserlös des Hauses „Elisabeth“ dem LFI überwiesen. Man rechnete mit einer 90%igen Förderung und als Eigenmittel sollten die bei der LVA beantragten und bisher gewährten  Zuwendungen nach SGB VI eingesetzt werden.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Gradierwerkfördervereins Dr. Schache die Stadtverordneten zu Spenden für das Gradierwerk aufgerufen, was aber wegen der Situation in dessen Firmen auf Ablehnung stieß. Daraufhin schrieb er einem Stadtverordneten „Neid, Haß Mißgunst und Verbitterung sind schlechte Berater (.) Sie haben nicht mich, sondern das Gradierwerk getroffen.“ (priv.)

 

  1. Okt. Insolvenz der Kösener Spielzeug GmbH (59 IN 442/01 AG Halle).

Allerdings erklärte der Geschäftsführer später, dass dank guter Freunde die Produktion fortgesetzt werden konnte, nun unter dem Firmennamen Kösener Spielzeug Vertriebs GmbH. Geschäftsführerin war die am 02. Oktober im  Handelsregister eingetragene Tochter des Unternehmensgründers. Wegen der Untersagung einer Tätigkeit als Geschäftsführer, betätigte sich der bisherige Geschäftsführer Dr. Schache als „Unternehmenssprecher".

 

  1. Nov. 4. Bädertag des Landes Sachsen- Anhalt im „Kurhotel“ (priv).

 

  1. Nov. Bescheid des RP zum B-Plan Nr. 12 „Schmettaugarten“ (priv)

Nach der Abwägung, bei der die Einsprüche berücksichtigt oder abgewiesen wurden, hatte die Stadt den Plan eingereicht. Allerdings waren B-Pläne nur noch zulässig, wenn ein bereits genehmigter Flächennutzungsplan vorhanden war. Doch der fehlte und die  Behörde wies den Antrag ab.

 

  1. Dez. Aufsichtsratssitzung (5/2001) zum Kurhotel (Kubi)

Mit dem bewilligten Mitteln aus dem Verkaufserlös des Hauses „Elisabeth“ wurden mehrere  Einzel- auf Doppelzimmern im Kurhotel umgerüstet und somit der Verlust weitgehend kompensiert. Die Großküche wurde aufgegeben und eine Kücheneinrichtung installiert, die dem Bedarf des Hotels  angepasst war. Trotz der damit erzielten Einsparungen, waren die Raumkosten des Kurhotels hoch und konnten auch bei guter Auslastung nicht gedeckt werden. Dazu kamen die Personalkosten für 12 Mitarbeiter und 4 Lehrlinge (Küche, Service, Rezeption). Im Therapiezentrum waren es 11 (Physiotherapeuten,  Rezeption). Dazu kamen 3 Haustechniker, 2 Gradierwerker, 4 Gärtner und 3 Mitarbeiter für Verwaltung und Marketing. Die monatlichen Personalkosten betrugen rd. 70.000 DM. Daher wurde erneut das Haus für drei Monate geschlossen und auch eine gänzliche Schließung erwogen, falls im kommenden Jahr kein Investor gefunden wird.

 

2002

 

       Jan.  Einpfarre der Kirchspiele von Möllern Hassenhausen und Punschrau.

Bereits 2000 wurden Saaleck mit Lengefeld eingepfarr.t Auf Pfarrer Imbusch folgte Pfarrer A. Wiethölter.

 

  1. Jan. Konzeption für das Kurhotel „Mutiger Ritter“ (priv.)

 

  1. Jan. Verlängerung der vorläufigen Anerkennung als „Heilbad“ (Kubi)

 

       Feb. Einbau der Kunstkreuze über dem Borlachschacht (Kubi)

1959 wurden die historischen Kunstkreuze samt den Kolbensaugpumpen zerstört.  Daraufhin beschwerte sich der Rektor der Bergakademie Freiberg bei der Denkmalschutzbehörde, worauf das Volkssolbad angewiesen wurde, für einen Nachbau zu sorgen. Weil der Schacht inzwischen mit einer Betondecke für die elektrischen Solepumpen versehen war und ohnehin für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, wurden die Nachbauten aus Profilstahl vor dem Gebäude in das Gestänge gehängt ohne dass erkennbar war, wozu die Kreuze einst gedient hatten. 

 

  1. Mär. Vertrag mit der Tourismus GmbH (priv.)

Als wesentliche Änderung gegenüber der vorherigen Fassung war die Zusage der Stadt, der Gesellschaft statt wie bisher 70% der Kurtaxe 100 % zu überlassen, wobei die 30% als Deckungsbeitrag bezeichnet wurden.

 

  1. Mär. "Korruption in Bad Kösen" (NTB, Spiegel-Online)

Titelten die Zeitung und auch das Fernsehen berichtete über die Vorgänge um das Ehepaar Lewering, die stellv. Geschäftsführerin der LVA Sachsen-Anhalt und der SPD-Bundestagsabgeordnete, Vorsitzender des AZV Bad Kösen, Aufsichtsratsmitglied der Kurbetriebsgesellschaft und  Stadtrat.

Sie stand unter Korruptionsverdacht, weil sie ihre Dienststellung ausgenutzt haben soll, bevorzugt die Lielje-Kliniken zu belegen. Als Gegenleistung hätte das Ehepaar für den Neubau ihres Einfamilienhauses im Dr. Rosenberger Weg an die Firma A+I Planbau, einem Tochterunternehmen der UGL, lediglich eine Pauschalsumme von 500.000 DM bezahlt und dies auch als Einheitswert für die Festlegung der Grundsteuer angegeben.

Dagegen verfügte das Finanzamt Naumburg über interne Informationen, dass das Anwesen rund  1,5 Mio. DM gekostet hätte und hatte daraufhin wegen Verdachts der Steuerhinterziehung Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Daraufhin wurden das Haus und die Geschäftsräume sowie weitere 14 Wohnungen in 11 Orten von rund 80 Beamten zur Sicherung von Beweismaterial durchsucht.

Zunächst stellte sich der LVA-Chef vor seine Mitarbeiterin und prüfte eine Verleumdungsklage, wenige Tage später stelle er ihr ein Ultimatum, glaubhaft darzulegen, dass keine Vorteilsnahme vorlag. Nach Ablauf der Frist wurde sie beurlaubt. Die Bundestagsfraktion der SPD hob umgehend die Immunität von E. Lewering auf.

 

  1. Mär. "Firma Lielje geht in die Offensive" Neue Details zum Hausverkauf (MZ)

Gegen die anonymen Vorwürfe, die Kliniken der UGL bevorzugt zu belegen, wehrte sich deren GF Harmut Lielje entschieden. Allerdings gäbe es beim Verkauf des Hauses erhebliche Ungereimtheiten. Zwischen dem Bauherren und der Firma A+I Planbau wäre 1994 noch zu Lebzeiten seines Vaters Hermann Lielje ein Festpreis von 750.000 DM vereinbart wurden. Dann wären die Baukosten aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf 1,64 Mio. DM gestiegen. Weshalb dann lediglich  550.000 DM in Rechnung gestellt wurden, konnte er nicht erklären.

Doch es wäre seine Aufgabe als Chef von 330 Mitarbeitern in Bad Kösen „aufzuklären und die Unruhe zu nehmen".

 

  1. Apr. Das Altersheim Saaleck wird dem Sanierungsvermögen zugeordnet (priv.)

Da die Stadt nicht in der Lage war, ihren Anteil (1/3) an den Sanierungsausgaben zu leisten und die Bundes- und Landesmittel (2/3) bereits bewilligt waren und nicht zurückgezahlt werden konnten, genehmigte das RP die Übertragung des mit über einer Million bewerteten Anwesens in das Sanierungsvermögen. Das lag zwar nicht im  förmlich festgelegten Sanierungsgebiet, aber es wurde vereinbart, dass ein ewaiger Verkaufserlös dem Sanierungsvermögen zufließt. Allerdings war hier bereits absehbar, dass ein Verkauf zum Gutachtenwert nicht realisierbar war.

 

  1. Juni Zeugenvernehmung im Ermittlungsverfahren Lewering (priv.)

Dabei wurden die Vorstandsmitglieder des Gradierwerkfördervereins und der GF der Kurbetriebsgesellschaft bezüglich der Verwendung der von der LVA in den letzten Jahren bewilligten Zuwendungen nach SGB befragt. Die wegen Verdachts der Steuerhinterziehung und Vorteilsnahme verklagte Ehefrau war Mitglied des Gradierwerkfördervereins und der Ehemann im Aufsichtsrat der Kurbetriebsgesellschaft.  Dabei wurde aber nachgewiesen, dass die Mittel für den beantragten Zweck verwendet wurden und nicht wie von der ermittelnden Behörde vermutet wurde, in Privathand gekommen waren. 

 

  1. Juli Vereinbarung zur Sanierung der oberen Radkunst (Kubi).

Um das Gestänge zu Anschauungszwecken wieder regelmäßig zu betreiben, musste die Welle des Staberrades erneuert werden. Da die obere Wasserkunst ebenfalls im Sanierungsgebiet lag, konnten auch hier Städtebaufördermittel eingesetzt werden.

 

  1. Aug. Stellungnahme der Kurbetriebsgesellschaft Planverfahren BÜ/B 87 (priv.)

Dem Vorhaben, Unterführung der B 87, wurde zugestimmt, unter der Maßgabe, dass während der geplanten Bauzeit die Beeinträchtigungen der Kureinrichtungen möglichst gering sind und das Heilquellenschutzgebiet nicht beeinträchtigt wird.

 

  1. Aug. Mitteilung der Landesregierung zu den „Saalecker Werkstätten“ (priv.)

Die kleine Anfrage eines PDS Abgeordneten (KA 4/6049) bezüglich der inhaltlichen Bewertung und der nationalen Bedeutung beantwortete die Landesregierung (DS 4/172) dahingehend, dass sich die Stiftung „kritisch und verantwortungsbewußt" mit der Person Schultze-Naumburg auseinandersetzt und kein Anlass vorhanden ist „die Kompetenz und die Integrität der Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates in Zweifel zu ziehen". Darüber hinaus wären die „Saalecker Werkstätten" nach der Einschätzung des Landesamtes ein Denkmal von nationaler Bedeutung.

 

  1. Sep. „Korruptionsaffäre Lewering - Ermittlungen kurz vor dem Abschluss“ (NTB)

Der Oberstaatsanwalt bestätigte, dass sich der Verdacht der Steuerhinterziehung gegen den Bundestagsabgeordneten Lewering „erhärtet“, ebenso „eine ganze Reihe von Beschuldigungen" gegen dessen Ehefrau (Staatsanwaltschaft Halle AZ. 926 Js 12274/02 u. a.) Derzeit verhandelte man mit der Verteidigung über das weitere Vorgehen. Die LVA hatte indessen die Ausschreibung des Geschäftsführerpostens gestoppt, für den D. Lewering designiert war. Die Landes-SPD verschob die Entscheidung zur Kandidatur von E. Lewering zur nächsten Bundestagswahl.

 

  1. Okt. Schiedsspruch im Auseinandersetzungsverfahren mit der UGL (priv./NTB)

Nach Aufrechnung und Anerkenntnis aller strittigen Posten standen der UGL 130.000 €  zu. Die Gesamtkosten des Schiedsverfahrens beliefen sich auf 24.000 €, davon fielen 80 % auf die städtischen Kurbetriebe und 20 % auf die UGL. Die Stadt als Bürge vereinbarte mit der UGL eine Stundung der Kurtaxe, womit die Liquidität der Kurbetriebsgesellschaft weiter abnahm.

Wenige Tage später schrieb das NTB „Kurbetriebsgesellschaft droht die Insolvenz". Allerdings bezog sich der Inhalt auf ein Gespräch mit der Landesregierung wegen der Übernahme der Darlehen der NORD-LB in den städtischen Haushalt.

 

  1. Okt. Antrag auf Förderung von Infrastrukturmaßnahmen (priv.)

Zur Verbesserung der touristischen Angebote im Rahmen des regionalen Entwicklungskonzepts REGIO- Halle und Bäderdreieck beantragte die Kurbetriebsgesellschaft Fördermittel für den Bau ein  Brunnenhaus für die Neue Quelle, die Sanierung der Johannisquelle und die Rekonstruktion der historischen Pumpentechnik im Borlachschacht.

Das LFI lehnte ab, da die geplanten Maßnahmen teilweise in den Jahren 1991 bis 1994 bereits geförderte Investitionsobjekte betraf, „so daß eine Notwendigkeit (.) gegenwärtig nicht abgeleitet werden kann…“. Daraufhin wurde der Antrag zurückgezogen.

 

  1. Nov. Kaufantrag für das Kurhotel von Ruth Müller-Bad Kösen (priv.).

 

  1. Nov. „Die Toskana des Ostens und das Jahr 2025“ (priv.)

Klaus Dieter Böhm, Betreiber der Liquid-Sound und Toskana-Therme in Bad Sulza wagte eine Prognose: „Nachdem 2010 die Ortsumgehung Naumburg-Bad Kösen fertiggestellt wurde (.) war der langsame Aufstieg der Region nicht mehr aufzuhalten (.) Wenn ich noch bedenke, daß Bad Kösen große Schwierigkeiten hatte wegen des Verkehrs und der schlechten Luft die Anerkennung als Kurort zu bekommen, muß ich doch heute sagen, daß diese existenzielle Bedrohung des Kurortes immerhin dazu geführt hat, daß die Ortsumgehung (.) in kürzeren Zeiträumen realisiert worden ist (.) und diese Infrastrukturmaßnahme hat im Grunde genommen diese Region für den internationalen Tourismus geöffnet.…“ 

 

  1. Nov. Zeitungsmeldung zum Fall Lewering (NTB)

Die ehemalige stv. GF der LVA D. Lewering wurde zu einer Geldstrafe von 18.000 € verurteilt, sie verzichtete auf den Einspruch und war damit rechtskräftig verurteilt. Ihr Ehemann wurde wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 3.750 € verurteilt, behielt aber sein  Bundestagsmandat bis 2005.

 

  1. Dez. Die Nord-LB bewilligt die Löschung der Kredite im Grundbuch (Kubi).

Die Kommunalbürgschaft war als Sicherheit ausreichend. Die restlichen Immobilien der beiden kommunalen REHA Kliniken („Kurhotel Mutiger Ritter“, „Rheingold", „Käthe Kruse" und die Kinderheime Fr.-Ebert und Schmettaustraße) waren lastenfrei gestellt.

 

2003

  1. Jan. Eröffnung der Geschäftsstelle des KSCV/VAC im Kurmittelhaus (Kubi).

Damit waren die Corps ständig vor Ort präsent.

 

  1. Mär. Übergabe der rekonstruierten Gebinde am Gradierwerk (NTB)

Die Gesamtkosten für die 8 Felder mit einer Dornenfläche von 1000 m²  betrugen 350.000 €. Entgegen der beantragten 90%igen Förderung wurden 60 % gewährt, 20 % wurden über eine Vergabe-ABM erbracht, weitere 10 % kamen aus der restlichen im Vorjahr gewährten Zuwendung der LVA und weitere 10 % stellte der Gradierwerkförderverein.

In diesem Zusammenhang legte die Kurbetriebsgesellschaft eine Zusammenstellung der seit 1990 für die Erhaltung der Salinentechnik erfolgten Maßnahmen und die dazu aufgewandten Mittel vor

 

  1. Mär. Ankündigung der Baumaßnahme Bahnübergang / B 87 (NTB)

Geplant waren die Aufweitung der Durchfahrt und eine Tieferlegung des Straßenniveaus um die für Bundesstraßen vorgeschriebene Durchfahrtshöhe zu gewährleisten. Dazu wurde die Unterführung voll gesperrt, der Durchgangsverkehr weiträumig umgeleitet und der innerörtliche Verkehr sollte die Schrankenübergänge benutzen. Die Zufahrt zum Bahnhof und nach Lengefeld blieb offen. Zunächst wurden für den Bahnverkehr zwei Behelfsbrücken eingefahren, dann folgten die Tief- und Straßenbauarbeiten. Nach deren Fertigstellung sollte die neue Bahnbrücke vormontiert werden. Die Gesamtkosten wurden mit 8,5 Mio. € angegeben, die Bauzeit mit mindestens 2 Jahren.

 

  1. Mär. Verkaufsanzeige der Kinderheime „Kunterbunt“ und „Sonnenschein“ (priv.).

Nachdem der B-Plan „Schmettaugarten" abgelehnt wurde, bot der Liquidator der kommunalen Klinik-GmbH die Häuser für jeweils 10.000 € an.   

 

  1. Apr. Klageverfahren Ruth Müller - Ralph Kuhne (priv.)

Dabei ging es um die außerordentlich Kündigung eines Mietverhältnisses in der Rudelsburgpromenade 8. Das Anwesen hatte Frau Müller 2002 erworben, ebenso wie die neben ihrem eigenen Haus (Rudelsburgprom. 14) gelegen Häuser Nr. 15 und 16. Die streitbare Besitzerin  wandte sich gegen die „Mini-Mieten“ und das „parasitäre Verhalten“ der Mieter, was sie in einem Schreiben an die Stadtverwaltung vom 16. April in drastischer Weise zum Ausdruck brachte.

Später wurde der Sohn (Jg. 1974) vor dem LG Halle wegen gewaltsamer Mieteintreibung mit Körperverletzung in fünf Fällen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 

 

  1. Apr. Zulassung des Hauptbetriebsplans für den Borlachschacht (priv.)

Das Landesamt f. Geologie und Bergwesen erteilte die Genehmigung zur Soleförderung für weitere 2 Jahre.

 

  1. Apr. Festakt zum 10jährigen Bestehen des Gradierwerksfördervereins (priv)

Dabei nahm der Wirtschaftsminister Rehberger teil. Dessen „unveränderter Zuneigung“ wäre es zu verdanken, dass für die Salinenanlagen vom Land 6.5 Mio. Euro bereitgestellt wurden, sagte der Vereinsvorsitzende Dr. Schache. Den Festvortrag „Kathedralen des Salinenwesens“ hielt Prof. Dr. Wirth, Bauhaus-Universität Weimar.

 

  1. Mai Deutschlandtagung des AVK im „Mutigen Ritter“ (Kubi)

 

  1. Juni Festakt anlässlich des 155. Cösener Congresses (priv.)

In diesem Zusammenhang rief der Verband auf „Rettet den Mutigen Ritter“ weil sich zum Jahresende die endgültige Schließung des Kurhotels abzeichnete.

 

  1. Juni Analyse der kommunalen Wohnungswirtschaft Sachsen Anhalt (priv.)

In der vom Innenministerium Sachsen-Anhalt in Auftrag gegebenen Studie belegte die GWG Bad Kösen beim Leerstand mit 6,5 %, den 4. Platz von 137 kommunalen Wohnungsunternehmen. Dagegen war die Fremdkapitalrate einer der höchsten im Land. Dies resultierte aus der 100%igen  Fremdfinanzierung des sozialen Wohnungsbaus und der 1993/1994 aufgenommenen Modernisierungskredite.

 

  1. Juni „Verweis auf leere Taschen“, Bad Kösener Unternehmer in Strafprozess (NTB)

Vor dem Amtsgericht standen Dr. Schache und dessen Ehefrau wegen nicht geleisteter Arbeitgeberanteile zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. „Recht aufgeräumt“ erklärte der Angeklagte, dass er wegen Insolvenz und Pfändung weder die fehlenden  Arbeitnehmeranteile noch die Geldstrafe von 7.200 € bezahlen könnte. Eine frühere Geldstrafe wegen Insolvenzverschleppung habe er nur mit Hilfe von Freunden bezahlen können, doch die stünden nun nicht mehr zur Verfügung. Darüber hinaus wäre es ungerecht, dass der Strafbefehl gegen seine Ehefrau und Mitgeschäftsführerin um 2.250 € geringer ausgefallen sei. Hier müsste der Gleichbehandlungsgrundsatz eingehalten werden.

 

  1. Juli Das Gewerbegebiet in Fränkenau wird zum Verkauf ausgeschrieben (NTB).

Das Anfang der 1990er Jahre für rund 3 Mio. DM erworbene Grundstück hatte sich als völlige Fehlinvestition erwiesen und man konnte sich glücklich schätzen, nicht schon Mittel für die  Erschließung ausgegeben hatte.

 

  1. Aug. Verkaufsanzeige vom Kurhotel „Mutiger Ritter“ für 456.000 € (Kubi)

 

  1. Aug. Ermittlungsverfahren wegen der Verwendung von Fördermitteln (priv.)

Die LVA hatte im Anschluss an das Verfahren gegen die GFin Lewering die Verwendung der für die bauliche Instandsetzung in den letzten vier Jahren bewilligten Mittel nach SGB geprüft und wegen Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Fristen bei der der Staatanwaltschaft Anzeige erstattet. Allerdings verstieß die Bewilligung selbst gegen die im SGB festgelegten Prämissen für derartige Zahlungen, da Freiluftinhalation nicht kassenmedizinisch anerkannt, und daher die bauliche Unterhaltung von vornherein nicht förderfähig ist.  Dennoch wurden  über mehrere Jahre Fördermittel bei ständiger Prüfung des letztjährigen Verwendungsnachweises bewilligt. Das dennoch die Anträge befürwortet wurden, war dem langjährigen Kontakt zwischen der stv. GFin der LVA D. Lewering und dem Vorsitzenden des Gradierwerkfördervereins Altbürgermeister und Mitgeschäftsführer der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ Dr. H. Schache zu verdanken.

Im Verfahren wurde festgestellt, dass die Mittel zweckentsprechend verwendet wurden, allerdings die letzte Zuwendung nicht im Bewilligungsjahr sondern im Folgejahr in Verbindung mit der Sanierung der restlichen Gebindefelder. Da die Nichteinhaltung der Verwendung nachgewiesen war, verlangte die LVA die Rückzahlung der bisher ausgereichten Mittel. In einem Vergleich einigte man sich auf eine Rückzahlung der nachgewiesenermaßen nicht im Bewilligungsjahr verwendeten Mittel und das Verfahren wurde eingestellt.

 

  1. Sep. Park- und Lichterfest (priv.)

Die Kliniken der UGL, die Kurbetriebsgesellschaft und der Wirt der „Katze“ veranstalteten  das 12. und „mittlerweile bereits überregional bedeutsame“ Fest mit Mulimedia-Lasershow und dem Musikfeuerwerk von „Flash Art“.

Dagegen war das Image des traditionsreicheren Brunnenfests wegen mangelnder Beteiligung der Vereine und organisatorischer Probleme schlecht (MZ v.  11. Okt.). Daher sollte die Stadt wieder die Organisation übernehmen, wozu sich der Finanzausschuss einvernehmlich bekannte.

 

  1. Okt. Der Landkreis droht mit der Zwangsvollstreckung (Kubi)

Wegen der angespannten finanziellen Situation hatte die Stadt die Zahlung der Kreisumlage  eingestellt. Inzwischen waren 980 T€ aufgelaufen. Der Stundungsantrag wurde abgelehnt 

 

  1. Okt. Beschluss zur Liquidation der Gemeinnützigen Bildungs GmbH (priv.)

 

  1. Dez. Einstellung der Bewirtschaftung des „Mutigen Ritters“ (priv.)

Wegen der hohen Bewirtschaftungsverluste (2002: 438 T€ 2003 212 T€) war ein weiterer Geschäftsbetrieb seitens der Kurbetriebsgesellschaft nicht mehr zu verantworten. 

Daraufhin wurde die Liquidation der Gesellschaft beschlossen und der Justitiar der Stadt als Liquidator eingesetzt.

 

2004

 

  1. Feb. Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Neuen Quelle (NTB)

Die Beyschlag- und die Neuen Quelle waren in einer unterirdischen Brunnenstube gefasst. Die Entwürfe einer attraktiven oberirdischen Fassung konnten wegen der prekären finanziellen Situation der Stadt und der Kurbetriebsgesellschaft nicht realisiert werden, zumal auch eine Förderung vom Land abgelehnt wurde.

 

  1. Feb. Versteigerung der „ Saalecker Werkstätten“ (Katalog Brecht-Immobilien)

Zwar hatte im Vorjahr die Stiftung das Architektenhaus für 10.000 € erworben, konnte aber für das  Gesamtensemble weder ein tragfähiges Nutzungs- und Betriebskonzept vorlegen noch einen  finanzkräftigen Partner gewinnen. Ein weiterer Verbleib im Sanierungsvermögen war daher nicht zu verantworten und so stimmte der Aufsichtsrat der Versteigerung durch ein Auktionshaus zu. Das Anwesen ging für 95.000 € an einen privaten Bieter verkauft. Unmittelbar nach dem Verkauf kam es zu ersten Differenzen mit dem Vorsitzenden der Stiftung „Saalecker Werkstätten“. 

Gleichzeitig verklagte der Sanierungsträger den bisherigen Pächter, die Öko-Werkstatt „An der Finne“ wegen ausstehender Betriebskosten und auf  Erstattung der Zwischenfinanzierung von AB-Maßnahmen. 

 

  1. Mär. Die 24jährige Bärin Anka verstirbt (NTB)

Im Jahr 2000 hatte die Bezirksregierung die Vergrößerung des in den 1950er Jahren  gebauten Bärenzwingers angeordnet und für den Weigerungsfall die Tötung der Bären angedroht. Mit Lottomitteln und Spenden hatte die Stadt die Auflage erfüllt. Wenige Wochen danach kam  eine 16 Jahre alte Bärin aus Privathand in die Anlage.

 

  1. Apr. Probelauf für die neue Wasserradwelle der oberen Wasserkunst (priv.)

Die Fa. TWA Dienstedt hatte dazu, entsprechend der Auflage der Denkmalbehörde die Exzenterflügel anstelle einer mit Eichenbohlen verkleideten Stahlwelle die aufwendigere alte Konstruktion, bei dem die Exzenterflügel in einen Eichenstamm eingelassen sind, ausgeführt. Die Kosten wurden aus Stadtsanierungsmittel und einem Zuschuss des Gradierwerkfördervereins aufgebracht.

 

  1. Juli Transnationales EU-Projekt (Kubi).

Die Kurbetriebsgesellschaft beteiligte sich an einem Projekt zur computergestützten Vermarktung von Bädern zusammen mit ähnlichen Einrichtungen im österreichischen Burgenland, im ungarischen Debrecen und in Südmähren unter Federführung des ISW Halle und des Landkreises. 

 

  1. Juli Kleine Anfrage (4/1854) zur Situation der Heilbäder in Sachsen Anhalt (Kubi)

Darin wurden die Zukunftsfähigkeit und die Landesförderung der sachsen-anhaltinischen Heilbäder ab 2002 beschrieben.

 

  1. Aug. Pachtvertrag im „Kurhotel“ (priv.)

Der Liquidator verpachtete der Fa. Michael Schache 16 Zimmer zur Untervermietung an Schüler der GfbB.

 

  1. Nov. Eröffnung der 50. Saison des KKV (NTB).

In den 50 Jahren war lediglich die Saison 1988/1989 ausgefallen. Dazu gab der Verein eine Jubiläumszeitung mit vielen Bildern und den Namen der Vereinsvorsitzenden, Sitzungspräsidenten und Prinzenpaare heraus. Auch ein großer Festumzug zum Festplatz Uferstraße fand am Wochenende statt.

 

  1. Dez. Erster Weihnachtsmarkt im Kurmittelhaus (15 Jahr Rheumaliga)

Die Beteiligung an dem bisher von der Stadtverwaltung organisierten Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus hatte bei Händlern und Publikum stark nachgelassen. Um überhaupt noch Interessenten dafür zu gewinnen wurde in Absprache zwischen der Rheuma-Liga Bad Kösen und der Kurbetriebsgesellschaft die Veranstaltung im und vor dem Kurmittelhaus organisiert. Wegen dem durchgehenden Programm und dem Einsatz eines Pendelbusses beteiligten sich auch wieder deutlich mehr Händler und an beiden Tagen fanden sich zahlreiche Besucher ein.   

 

2005

  1. Jan. Teil-Auflösung der VG Bad Kösen (priv.)

Nach der 2003 vom Landtag beschlossenen Gemeindegebietsreform sollte zukünftig eine Verwaltungsgemeinschaft mindestens 10.000 Einwohner und eine Einheitsgemeinde mindestens 8.000 Einwohner haben. Beides erfüllte die VG Bad Kösen nicht. Daher mussten weitere Gemeinden gewonnen werden, wobei nur der südliche Burgenlandkreis in Frage kam. Doch die VG „An der Finne“-Eckartsberga lehnte dankend ab, nicht nur wegen der hohen Verschuldung der Stadt, sondern auch wegen fehlender Diplomatie der städtischen Akteure und recht arroganter Äußerungen einzelner Stadtverordneter in der Öffentlichkeit.  Daher stimmten die Einwohner von Klosterhäseler, Burgheßler, Gößnitz und Pleismar insgesamt rund 700 Einwohner für einen Wechsel zur  VG „An der Finne“, die sich wiederum mit der  VG „Finne“ mit Sitz Bad Bibra zusammen schloß. 

Mit den verbliebenen 6.580 Einwohnern, lag die VG Bad Kösen nun deutlich unter den Vorgaben des Landes. Auch für eine Einheitsgemeinde, die von den übrigen Mitgliedern ohnehin   abgelehnt wurde, reichte das nicht. Das Ministerium kündigte hier bereits eine zwangsweise Eingemeindung nach Naumburg an.  

 

  1. Jan. Verkauf des Schweißkabinetts der GEBI in Fränkenau

 

  1. Jan. Eröffnung des Insolvenzverfahrens über den „Mutiger Ritter“ (AG 59-IN-31/05).

Zuvor hatte der Bürgermeister der Kommunalaufsicht beim Landratsamt mitgeteilt, dass die Stadt keine Zuschüsse zur Liquidität der Gesellschaft leisten kann und daher die Insolvenzanmeldung beim Amtsgericht nicht zu vermeiden ist. Der von der Stadt eingesetzte Liquidator hatte den entsprechenden Antrag gestellt und das AG Halle setzte RA Dr. Jürgen Wallner-Halle als Insolvenzverwalter ein.

Am 09. 03. 2017 wurden die Gläubiger über die Schlußverteilung des Vermögens informiert. Die Quote betrug 4,9 % für die angemeldeten und als berechtigt anerkannten Forderungen in Gesamthöhe von 75.000 €.

 

  1. Mär. „125 Jahre Kalksteinabbau in Bad Kösen“ (priv.)

1880 hatte Paul Kersten mit Erlaubnis der Landesschule Pforte mit dem Abbau von Kalkstein unterhalb von Fränkenau begonnen. Später erwarb er ebenfalls von der Landesschule am Äbtischen Holz weitere Flächen, weil hier die direkte Bahnverladung möglich war. So wurden zunächst jährlich bis zu 2000 Waggons Kalkstein abgefertigt. Dann kam ein Steinbruch in der zum Herzogtum Meiningen gehörenden Flur von Freiroda hinzu. Die Steine wurden über eine 2 km lange Seilbahn über die Saale zur Verladung gebracht. Später wurde neben der Herstellung von Rohkalk auch Kalkstein für den Bau von Gebäuden hergestellt (u.a. Schule, Kirche, Kinderbewahranstalt). Um 1900 wurde eine Zementfabrik errichtet. 1946 wurde der Betreib enteignet und stellte dann Dünge- und Baukalk her. In den 1960er Jahren stand der Betrieb mehrfach vor dem Aus.  Mit der Eingliederung in das Kombinat Harzer Kalk- und Zementwerke Rübeland wurde die Produktion von Porenanhydritsteinen und Kalksteinsplitt für den Straßen- und Betonbau aufgenommen und erhebliche Mittel in die Erweiterung der Produktionsanlagen investiert.

1991 verkaufte die Treuhandgesellschaft das  volkseigene Kombinat  HKZW an die Feldwerke Goslar GmbH. Dann wurde der Betrieb von einem Konsortium MHI / Fa. Bickhardt Bau AG-Bad Hersfeld übernommen. 

 

  1. Apr. Schreiben des Bürgermeisters an den Landrat zur Gebietsreform (priv.)

Die Stadtverordneten hatten sich für die Bildung einer Einheitsgemeinde ausgesprochen, obwohl die Einwohnerzahl auch zusammen mit den verbliebenen Gemeinden nicht mehr reichte. Dennoch glaubte man, dass das Land eine Ausnahmegenehmigung erteilt und durch die angekündigte Teilentschuldung der Stadt, die übrigen Gemeinden sich dafür entscheiden. würden. In diesem Sinne sollte der Landrat bei der Landesregierung aktiv werden.

 

  1. Apr. Fördermittelbescheid für die Wiedereinführung von Trinksole (NTB)

Wegen bakterielle Verunreinigungen des Mühlbrunnens und Johannisquelle wurde die Abgabe von Trinksole bereits in den 1960er Jahren eingestellt. Im Zuge der Sanierung der Herzog Georg Halle in den Jahren nach der Wende sollte die Sole der Neuen Quelle hier ausgeschenkt werden, was aber wegen fehlender Mittel nicht mehr zur Ausführung kam. Um die technischen Voraussetzungen für eine Zulassung nach Arzneimittelverordnung für die Trinksoleabgabe zu schaffen und die Johannisquelle zu sanieren wurden im Rahmen der EFRE- Förderung 50% der auf 53.000 € veranschlagten Kosten bewilligt.

 

  1. Apr. Schreiben der Dr. Lickert GmbH wegen des geplanten LIDL-Marktes (priv)

Gegen den auf dem ehemaligen Grundstück Flugel geplanten Markt, protestierte der Besitzer vom Ritterbad-Carrè. Er bezweifelte die Rechtmäßigkeit des Bauvorhabens und verlangte den Schutz der ortsansässigen Verkaufseinrichtungen (Edeka und Norma auf dem Ritterbad-Gelände, Edeka-Markt an der E. Kutscher Straße) vor übermäßiger Konkurrenz, auch mit dem Hinweis, dass LIDL keine Gewerbesteuer vor Ort zahlt.  Der Gemeinderat lehnte den Bau ab aber der Landkreis erteilte im April 2007 die Baugenehmigung.

 

  1. Apr. „Großbaustelle in der Sackgasse“ (NTB)

Zwar rollten über die neue Bahnbrücke wieder die Züge, doch die angekündigte Fertigstellung der Durchfahrt wurde erneut verschoben, weil sich die DB-AG und das Straßenbauunternehmen nicht darauf einigen konnten, wer die Umverlegung der Ver- und Entsorgungsleitungen im Bereich der Durchfahrt beauftragt und koordiniert. Die  DB erklärte, dass sich der Fertigstellungstermin der Unterführung bis in das kommende Jahr verschiebt.

 

  1. Juni „Innenstadt soll Zentrum werden“ (NTB)

Der Kern des Ganzen ist die Schaffung eines Marktplatzes, der sich - die Lindenstraße integrierend- vom Rathaus zur neuen B87 erstreckt. In jedem  Fall besteht jetzt die Chance, die ins Abseits gedrängte Altstadt in den Mittelpunkt zu rücken“

 

  1. Juni Festakt und Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr zum 120jährigen Bestehen (priv.)

 

  1. Juni Eine Windhose richtet erheblichen Schaden im gesamten Stadtgebiet an (NTB)

Im unteren Park und auf dem Friedhof wurden durch Windhosen regelrechte Gassen in die Baumbestand geschlagen. Auch das Dach der Turnhalle wurde beschädigt.

 

  1. Juli Erteilung des Gütesiegels „Wellness im Kurort“ (NTB)

Die Übergabe erfolgte durch den Hauptgeschäftsführers DHV. Gleichzeitig wurde einen Gedenktafel an den Badearzt, Inhaber des Borlachbades und Mitbegründer und langjährigen Sekretär des ADHV Sanitätsrat Dr. Carl Schütze an dessen Wohnhaus, Lindenstraße 17 angebracht.                       

 

  1. Sep. 3. Erntedankfest zum 10jährigen Bestehen des Lazarus-Hauses (priv)

 

  1. Sep. Besuch des Landesfachausschusses für Kurorte, Bäder und Erholungsorte (Kubi)

Dieser prüfte, ob die Voraussetzungen für die Prädikatisierung „Heilbad“ noch gegeben waren. Wegen der nach wie vor unveränderten Belastung mit Grobstaub wurde am 25. 10. erneut nur eine  vorläufige Weiterführung genehmigt.

 

  1. Aug. Empfang zum 60. Geburtstag von Dr. Schache im „Mutigen Ritter“ (priv.)

 

  1. Okt. Konzeption zur Umstrukturierung des Therapiezentrums (priv.)

Nach einem Gespräch mit Vertretern des Wirtschafts- und Bauministeriums sowie des Landesverwaltungsamtes am 21. Juni, bei dem es um die Neuausrichtung des Kurbetriebes ging, wurde seitens der Landesbediensteten darauf hinwiesen, dass zunächst die Stadt unter Berücksichtigung ihrer finanziellen Möglichkeiten, die notwendigen Vorplanungen veranlassen sollte. Die Notwendigkeit der Umstrukturierung der kommunalen Therapieeinrichtungen ergab sich aus dem völlig geänderten Kreis der Nutzer, denn das bisherige Patientenklientel aus den  kommunalen REHA Kliniken war weggefallen. Die bisherige Raumkonzeption war für ambulante Tagesgäste im Rahmen von Prävention und Gesundheitsvorsorge nur bedingt nutzbar und sollte grundlegend angepasst und erweitert werden. Damit wurden die Büros K. Mann-Bad Kösen und Dr. W. Klauser-Berlin beauftragt.

 

  1. Okt. Darlehen des VAC zur Winterbeheizung des „Kurhotels“ (priv.)

Dem Konkursverwalter wurden 13.000 € zur Verfügung gestellt, um die Heizung zur Vermeidung von Frostschäden wieder in Betrieb zu nehmen. Die Summe sollte zurückgezahlt werden, wenn ein Kaufpreis über 100.000 €  erzielt würde, darunter wäre es ein verlorener Zuschuss. Damit sicherte sich der Verband die zukünftige Nutzung für den Kommers.

Allerdings beauftragte der Insolvenzverwalter die Versorgungsunternehmen erst am 22. Dezember, so dass die Wiederinbetriebnahme, bei der neben den Heizungs- und Elektroinstallateuren auch das Versorgungsunternehmen anwesend sein musste, wegen der allgemeinen Betriebsruhe erst am 10. Januar erfolgte. Durch den starken Frost während der Feiertag froren Teile der Heizungsanlage ein.

 

  1. Okt. Arbeitsberatung bei der IB Sachsen-Anhalt (priv.)

Bei der Bonitätsprüfung der GWG hatte die IB festgestellt, dass die Restdarlehen vom sozialen Wohnungsbau von 6.126 Mio. €, auch wegen des übrigen Kapitaldienstes ab 2008 nicht mehr bedient werden könnten. Demgegenüber erklärte der GF, dass bisher alle möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit vorgenommen wurden. Das betraf die Umschuldung der übrigen Darlehen nach Ablauf der 10jährigen Zinsbindung von 8 auf 4,5 % und den Verkauf von leerstehenden unsanierten Altbauten. Dennoch reichte das nicht und eine Verbesserung der Liquidität durch Mieterhöhungen war wegen der ortsüblichen Vergleichsmiete rechtlich nicht durchsetzbar.

 

  1. Okt. Die GfbB wechselt mit der Fachschule nach Weißenfels (priv.).

Die von verschiedenen Seiten unternommen Bemühungen, die Schule zum Bleiben zu bewegen, waren  nicht erfolgreich. Zurück blieb eine weitere Industriebrache

 

  1. Nov. Mitteilung der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (priv.).

Die Liquiditätslage infolge der hohen Zinsbelastung aus den 1991 bis 1994 aufgenommenen Darlehen und dem Auslaufen der Förderung für Sozialwohnungen gefährdeten  den Bestand der Gesellschaft. Das IB wies an, einen Gutachter mit der Durchführung eines Sanierungsverfahrens zu beauftragen.

Am 17. November erschien im NTB ein Beitrag „Höhere Mieten wegen Zinsen?“. Darin erklärten der Bürgermeister und der Verbandsvorsitzende der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt, dass eine Mehrbelastung der Mieter ausschlossen und das Land in der Pflicht sei, die Zinsfreistellung im sozialen Wohnungsbau auch nach 15 Jahren zu gewährleisten.

 

  1. Dez. Darlehensangebot der NORD-LB (priv.)

Der Stadt wurde nach Rücksprache mit dem Innenministerium ein Kommunaldarlehen zur Ablösung des Restdarlehens der kommunalen Kurbetriebe in Höhe von 16, 9 Mio. € angeboten. Nach Beschlussfassung und Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden wurde das Darlehen in den Stadthaushalt eingestellt und die Pfandfreigabe vom „Mutigen Ritter“ bewilligt.

 

  1. Dez. Einstellung des Geschäftsbetriebes der Gemeinnützigen Bildungs GmbH.

Die Stadt trennte sich nach dem altersbedingten Ausscheiden des Geschäftsführers von einer Einrichtung, deren Geschäftsbetrieb nicht zu  den kommunalen Pflichtaufgaben gehörte. Die teilweise recht verworrenen Grundstücksverhältnisse wurden geordnet und mit durch den Liquidator der Verkauf der Immobilien vorbereitet.

 

  1. Dez. Schließung der Jugendherberge (priv.)

Nachdem das Deutsche Jugendherbergswerk eine Übernahme abgelehnt hatte, wurde der unrentable Betrieb eingestellt und der Verkauf vorbereitet

 

2006

 

  1. Jan. „Der Mutige Ritter als Erlebniswelt“ (NTB)

Der Unternehmenssprecher der „Kösener Spielzeug Vertriebs“ GmbH Dr. Schache bestätigte die Pläne, für die Plüschtierproduktion eine „Gläserne Manufaktur“ verbunden mit Hotel-, Gastronomie- und Erlebnisbereichen einzurichten. Dafür wären 2,3 Mio. €  geplant und es würden 28 Arbeitsplätzen neu geschaffen.

Schache verwies auf eine Fördermittelzusage des Landes und eine finanzielle Beteiligung der Corpsstudenten.

Eine Leserin schrieb dazu (NTB v. 27. 01.) „Natürlich begrüße ich die Wiederbelebung des „Mutigen Ritters“ für Tagungen Events, und andere Geselligkeiten im alten Flair, nicht als Manufaktur für nur 28 Arbeitnehmer (.) Die Glaubwürdigkeit an Dr. Schaches hochfliegende Pläne ist erschüttert, denn als Bürgermeister hat er den Bad Kösenern ein Spaßbad versprochen und den Verfall des vorhandenen, malerisch gelegenen Schwimmbades nicht verhindert…“

Es gab sogar eine, wenn auch völlig abstruse, Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof f. Menschenrechte.

Allerdings erschien wenige Tage später eine Anzeige der Fa. Brecht Immobilien, wonach der „Mutige Ritter“ am 4. März bei einer öffentlichen Auktion in Berlin zum Mindestgebot von 95.000 € versteigert werden soll. Wie aus dem Bericht des Insolvenzverwalters (Schlussbericht 59/IN 31/05 v. 12.03.2012) hervorgeht, lag zwar ein Kaufangebot der Spielzeug-Vertriebs-GmbH vor, allerdings konnte die Firma keinen Bonitätsnachweis vorlegen. 

Am 31. Januar berichtete das NTB über die Frostschäden an der Heizungsanlage. In einem Gespräch mit dem „Super Sonntag“ antwortete die GFin der Kösener Spielzeug Vertriebs GmbH Constanze Schache auf die Frage, wie sie dazu steht: „Wer wider besseren Wissens so etwas tut, kann nur von Böswilligkeit Neid und Hass geprägt sein. Der Frostschaden ist für unser Projekt eine Katastrophe (.) Der Schaden ist genau zu dem Zeitpunkt eingetreten, als alle Förder-und Finanzierungsmaßnahmen bestätigt waren bzw. Verträge vorlagen. Wir hatten dem Insolvenzverwalter die Terminkette schon mitgeteilt, Kaufvertrag Anfang Februar 2006, Übernahme der Versicherung ab 1. Februar 2006, Gebäudeübernahme am 1. März 2006. Der Kaufpreis war geklärt, ein Kaufvertragsentwurf lag bei uns seit 20. Oktober vor…“ Warum dann der Insolvenzverwalter eine Versteigerung veranlasst hätte, konnte sie nicht erklären. 

In diesem Zusammenhang wurden die „Kösener Spielzeug Manufaktur GmbH“ und die Fa. Stoff Toys GmbH im Handelsregister gelöscht.

 

  1. Feb. Die Saale oberhalb des Wehres ist fest zugefroren (priv.)

 

  1. Feb. Die MB Immobilien Consulting bietet den Bahnhof zum Verkauf an (NTB).

Im Auftrag der Deutsche Bahn AG sollte das 2.450 m² große Grundstück mit dem Bahnhofsgebäude zum Höchstpreisgebot verkauft werden.

 

  1. Feb. „50.000 Euro Starthilfe für Kurwandel“ (NTB).

In Anbetracht der guten Auslastung des Therapiezentrums durch Therapiegruppen und die Inanspruchnahme von Präventionskursen von BEK und die BKK forderte die Geschäftsführung von der Gesellschafterin, diese Summe bereitzustellen. Allerdings ließ der städtische Haushalt derartige Ausgaben nicht zu.

 

  1. Feb. Verkauf vom „Mutigen Ritter“ (UR 052/06 Notar Deus v. Homeyer Bln.)

Die geplante öffentliche Versteigerung wurde kurzerhand abgesagt und das Anwesen der Kösener Spielzeugmanufaktur GmbH (bisher Kösener Spielzeug Vertriebs GmbH,  GFin C. Schache) für 150.000 € verkauft. Der  Kösener SC stellte dafür ein Darlehen  von 75.000 €. Damit wurde verhindert, dass bei der Versteigerung ein anderer Anbieter zum Zuge kam. (s. „Corps 2/2006, S. 15). Voraussetzung war, dass die Erwerberin die Grunddienstbarkeit zur Nutzung der Räumlichkeiten für den Kommers übernahm.

 

  1. Apr. Einweihung des Bismarckdenkmals (NTB)

1895 wurde das Denkmal zum 80. Geburtstag des Reichskanzlers eingeweiht. In den 1950er Jahren wurde es auf Anweisung der SED-Parteileitung entfernt und eingeschmolzen. Glücklicherweise fand sich noch eine kleine Bronzeplastik, die es ermöglichte, das Denkmal des jungen Bismarck in seiner ursprünglichen Größe nachzugießen.

Neben dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms am Deutschen Eck in Koblenz ist es die zweite nach dem Krieg wieder hergestellte originalgetreue Nachbildung eines Denkmals aus der Kaiserzeit. Damit unterstrichen  der KSCV und der VAC die Bindung an ihre Ursprungsstätte.  

 

  1. Juni Aufsichtsratssitzung der GWG Bad Kösen mbH (Kubi)

Inzwischen hatte die Gesellschaft einen Gutachter mit der Analyse beauftragt. Der bestätigte, dass alle betriebsinternen Maßnahmen zur Kostensenkung und Einnahmeerhöhung bereits erfolgt seien und der Fortbestand der Gesellschaft nur gesichert werden kann, wenn die Gläubigerbanken einem Sanierungsverfahren d. h. einem Verzicht auf einen Teil ihrer Forderungen verzichteten. Dazu sollte mit den Banken und parallel auch mit Interessenten über einen Verkauf der Bestände verhandelt werden.

Dazu lud er Gutachter einige Interessenten ein, darunter auch eine Investorengruppe aus Israel.

 

  1. Juni 12. Wandertag des Landesverbandes der Volkssolidarität (priv.)

Die rund 4.000 Teilnehmer, die aus allen Teilen des Landes mit Bussen angereist waren, konnten unter mehreren Routen wählen. Die Versorgung am Gradierwerk besorgte ein Party-Service und für Unterhaltung in der Konzertmuschel sorgte Frank Zander.

 

  1. Juni Ersatzvornahme des Landkreises wegen eines Darlehens (priv.).

Der Gemeinderat hatte auf seiner Sitzung am 04. Januar einen Beschluss zur Aufnahme eines Darlehens bei der NORD-LB zur Ablösung eines noch auf der insolventen REHA-Klinik-Mutiger Ritter“ GmbH lastenden Restdarlehens in Höhe von 2 Mio. € abgelehnt.  Trotz  erneuter Aufforderung seitens der Dienstaufsichtsbehörden lehnte der Stadtrat den Beschluss ab. Daher wurde die Ersatzvornahme angeordnet.  Allerdings wurde auch die Übernahme des Schuldendienstes seitens des Landes zugesichert, falls die Stadt nicht leisten kann.

 

  1. Juni Verleihung des „Best Practice Award 2006“ der BKK (NTB)

Seit 2004 wurden im Therapiezentrum Präventionskurse für den Verband der Betriebskrankenkassen durchgeführt. Die Befragung der über 1.000 Teilnehmer im letzten Jahr ergab eine „hohe Zufriedenheit“ mit dem von der Kurbetriebsgesellschaft angebotenen Wochenprogramm.

 

  1. Juni „Erfolg auf Ostdeutsch“ ein Beitrag zur Firma PeBe/ VEB Plastica (NTB)

Obwohl der Betrieb bereits in den 1990er Jahren liquidiert wurde, traf sich immer noch ein  Teil der Belegschaft. In diesem Jahr kam auch die ehemalige Inhaberin Ilse Bernhardt, die im gleichen Monat ihren 90. Geburtstag beging. 

 

  1. Juli Hartmut Lielje scheidet aus der Unternehmensgruppe aus (priv.).

Nur mit Rückendeckung der Hausbanken, einer geänderten Unternehmensstruktur und einem konsequenten Sparkurs hatten die drei Kliniken die Gesundheitsreformen von 1997 und 2003  überstanden. Mit der Erweiterung des Indikationsspektrums und Einführung der ambulanten-teilstationären  Rehabilitation stieg die Auslastung wieder.  Die neuen GF Stelmanszek und Kehl sollten für die Stabilität der Kliniken sorgen,  um diese zu einem geeigneten Zeitpunkt zu verkaufen.

 

  1. Juli „Aus Deckung in die Offensive“ (NTB, priv.)

Wegen der angespannten Haushaltlage sollten die Zuschüsse für die Tourismus GmbH gestrichen und diese entweder aufgelöst oder mit der  Kurbetriebsgesellschaft verschmolzen werden.  Daraufhin wandte sich der Aufsichtsrat der GmbH an die Stadträte und verwies auf die positive Entwicklung der Kurtaxeinnahmen. Dennoch kündigte die Stadt den Vertrag, weil das Finanzamt inzwischen eine Umsatzsteuernachzahlung in fünfstelliger Höhe forderte und die Stadt möglicherweise belangt werden würde. 

 

  1. Sep. ADAC Sachsen-Anhalt Classic, eine Oldtimerrallye (priv).

 

  1. Okt. 2. Bad Kösener Musikherbst (NTB)

Der Veranstalter T. Franke hatte für die drei Tage ein anspruchsvolles Programm vor und im Kurmittelhaus organisiert. Allerdings hielt kamen trotz freien Eintritts nur wenige Besucher, so dass keine weiteren Veranstaltungen folgten. 

 

  1. Okt. Erlass des Innenministeriums (VO Land Sachsen-Anhalt/NTB)

Angeordnet wurde die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Kösen zum 31. 12. und ab 01.01.2007 wurden die Stadt Bad Kösen und die Gemeinden Abtlöbnitz, Crölpa-Löbschütz, Janisroda, Leislau und Prießnitz der VG „Wethautal zugeordnet. Dem Wechsel der Gemeinden Taugwitz und Möllern zur VG „An der Finne“ wurde stattgegeben.

Nach der Veröffentlichung der Verfügung am 6. Dezember beantragte die VG Wethautal einen Erlass auf einstweilige Anordnung die zwangsweise Zuordnung aufzuheben, dem das  Verwaltungsgericht auch nachkam. Somit blieb die restliche GV bis zum endgültigen Urteil noch bestehen.

 

  1. Nov. Liquiditätshilfe (MdI Pressemitteilung 217/06)

Der Stadt wurde 1 Mio. € für den Kapitaldienst gegenüber der NORD-LB bis 04/2007 gewährt. Bislang hatte die Stadt 22,4 Mio. € aus Landesmitteln erhalten, der größte Teil davon betraf die Verbindlichkeiten der REHA Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH.

 

  1. Dez. Verkauf des Bettenhauses der GEBI an die Inhaberin der „Schönen Aussicht“ (priv.)

 

  1. Dez. „Ratstagung mündet im Eklat“ (NTB)

Die CDU-Fraktion, die eine Eingemeindung nach Naumburg befürwortete, hatte kurzerhand anstelle des bisher beantragten Bürgerentscheids für oder gegen die Eingemeindung eine Bürgeranhörung beantragt. BKB, SPD und FDP verlangten, dass der Beschlussvorschlag zurückgezogen wird und der Antrag zur nächsten Sitzung eingereicht wird. Nachdem die BKB- und FDP-Fraktionen unter Protest die Versammlung verlassen hatten, wurde über die Durchführung der Bürgeranhörung abgestimmt. Nun waren 11 Stadtverordnete dafür bei einer Enthaltung. Die Kommunalaufsicht kündigte aber eine Überprüfung wegen möglicher Verfahrensfehler an. 

 

  1. Dez. Die Deutsche Bahn AG beendet die Arbeiten an der Unterführung der B 87 (NTB).

Nach vier Jahren Bauzeit und wegen zahlreicher Unterbrechungen infolge von Einsprüchen, Fehlplanungen und Konkursen von Ausführungsbetrieben, war die neue Durchfahrt und der Rückbau der Schrankenübergänge abgeschlossen. 

 

2007

 

  1. Jan. Bericht des Sanierungstreuhänders (priv.).

Dabei wurden alle durchgeführten Maßnahmen seit 1991 und die dafür aufgewandten Kosten seitens des seit 10 Jahren tätigen Sanierungsträgers, der GEWO-Bauträgergesellschaft aufgelistet. 

 

  1. Jan. Gespräch zur Sanierung der kommunalen Wohnungsgesellschaft (priv.)

Neben dem Gutachter und dem Bürgermeister waren lediglich die Vertreter der IB Sachsen-Anhalt und der Euro-Hypo-Bank-Leipzig anwesend. Die Hypo Real Estate, die VVB und der größte Gläubiger Hudson Advisers Germany GmbH (bisher Rheinboden Hypothekenbank) lehnten ihre Beteiligung an einem Sanierungsverfahren ab. Da auch die Gesellschafterin wegen ihrer prekären Lage ausfiel, war eine derartige Lösung faktisch nicht möglich.

Der Gutachter legte dann das Kaufangebot der HOAG Berlin vom 18. Dezember vor.  Unter der Maßgabe, dass ein Bonitätsnachweis für die angebotene Summe von 14, 8 Mio. € vorgelegt wird und ein Vertragsentwurf zur Begutachtung vorliegt, sollte der Gutachter den Banken ein Angebot zur Ablösung ihrer Darlehen unterbreiten und deren Zustimmung zum Verkauf einholen. Der entsprechende Vertrag mit der Vergütungsvereinbarung für den Gutachter wurde am 8. Feb. Vom Aufsichtsratsvorsitzenden unterzeichnet.

 

  1. Feb. Ausschreibung des Tanklagers vom Landesweingut (NTB)

Die landeseigene Liegenschaftsverwaltung LIMSA schrieb den 1978 errichteten Betriebsteil in den Saalbergen zum Höchstgebot aus.

 

  1. Feb. Podiumsdiskussion zur Gemeindegebietsreform (priv.).

Eingeladen hatte das „Bürgerforum Bad Kösen“, ein Initiative von CDU, PDS und einer Reihe jüngerer Unternehmer, die entgegen der von BKB, FDP und SPD  dominierten  „Bürgerinitiative für eine Einheitsgemeinde“ in Anbetracht der objektiven Gegebenheiten für einen Zusammenschluss mit Naumburg plädierten.

 

  1. Feb. Gesellschafterversammlung der GWG (priv.)

Das Innenministerium und die IB hatten die Bonität und den Vertragsentwurf geprüft und dem zugestimmt. Außerdem lagen inzwischen die Zustimmungen der Gläubigerbanken mit den ausgehandelten Ablösebeträgen vor. Die Gesellschafterversammlung beschloss, dass der Aufsichtsrat unter dieser Voraussetzung den  Verkauf entscheiden soll, was auf der Aufsichtsratssitzung Anfang März erfolgte.

Mit dem Kaufpreis konnten sämtliche valutierenden Darlehen, einschl. der Vorfälligkeitsentschädigungen abgelöst werden, wobei die IB wegen der nachrangigen Besicherung auf einen Teil verzichtete und die Belegungsrechte aufhob.

Nachdem auch die Kommunalaufsicht die Genehmigung erteilt hatte, erfolgte am 13. März die notarielle Beurkundung in Berlin. Der Kaufpreis verteilte sich auf drei Einzelverträge (belastete, unbelasteten Bestände und Wärmeversorgungsanlagen). Der Kaufpreis lag beim  zwölffachen der Jahreskaltmiete, üblicherweise zahlte man das Neunfache, was dem Erwerber zwei Jahre später im Zusammenhang mit dem weltweiten Zusammenbruch des Immobilienmarktes das Aus bescherte. Für die Vermittlung des Verkaufs erhielt der Gutachter eine ansehnliche Provision.

Vereinbart war außerdem die Verwaltung der Wohnungsbestände, mindestens für drei Jahre, so dass eine sozialverträgliche Abwicklung der Gesellschaft möglich war. Darüber hinaus verblieb der Gesellschaft noch ein ansehnlicher Rest aus dem Kaufpreis, der als Darlehen der Kurbetriebsgesellschaft zur Verfügung gestellt wurde.

Der Verkauf wurde in der Öffentlichkeit heftig kritisiert, da man erhebliche Nachteile für die  Mieter befürchtete. Der Mieterverein meinte sogar, dass die Stadt das „Tafelsilber verscherbelt“.

 

  1. Apr. Abstimmung zur Gebietsreform (priv.)

Man konnte zwischen dem Stimmzettel vom Bürgerforum „Für oder gegen Naumburg“ und dem Stimmzettel der Bürgerinitiative „Für oder gegen eine Einheitsgemeinde“ wählen. Erwartungsgemäß stimmte die Mehrheit für die Einheitsgemeinde. Um dem Willen der Mehrheit der Wähler nachzukommen, wurde erwartet, dass das Land eine Ausnahmegenehmigung bei der Mindesteinwohnerzahl für eine Einheitsgemeinde macht. Daher unterblieben weitere Verhandlungen im Hinblick auf eine freiwillige Eingemeindung nach Naumburg.

 

  1. Mai Betriebszulassung zur Herstellung und Abgabe von Trinksole (Kubi)

Erstmals nach 40 Jahren konnte Sole wieder zum Trinken angeboten werden. Zum Ausschank kam die Neue Quelle, die allerdings auf 1 % verschnitten wurde. Erstmals nach 40 Jahren stand die örtliche Sole wieder in allen drei Anwendungsformen zur Verfügung.

Mit der Zulassung der Trinksole wurden auch die Mittel für die Sanierung der Johannisquelle bewilligt.

 

  1. Juni Brunnenfest, erstmals in Verbindung mit einem Drachenbootrennen (priv)

 

  1. Juli Mitteilung zum Schuldenstand der Stadt (MZ)

Der Schuldenstand der Stadt betrug 33 Mio. €, die Hälfte resultierte aus den Schulden des „Mutigen Ritters“, für dessen Einstellung erneut die Auswirkungen der Gesundheitsreform als ausschlaggebend dargestellt wurden.  In den letzten 10 Jahren hatte die Stadt vom Land 24,5 Mio. € an Zuweisungen erhalten, und es würde in den kommenden 10 Jahre weiterer  Zuweisungen bedürfen, bis der Schuldenstand den Landesdurchschnitt erreicht. Bürgermeister Emus sah das locker „Das ist eine bedauerliche Situation, ich habe deswegen aber noch kein Gewicht verloren“

 

  1. Juli Abschlussbericht des Insolvenzverwalters der „Mutigen Ritter“ GmbH (priv.)

Darin bestätigte der „vormalige, vorläufige Insolvenzverwalter“ RA Jürgen Wallner, dass er die Außerbetriebnahme der Heizungsanlage veranlasst habe, um die Kosten von Gas und Strom von rd. 8.000 €/monatlich einzusparen, weil sich die Stadt geweigert hatte, diese Kosten zu übernehmen. Zum Verkauf selbst wurde nur erwähnt, dass als einziger Interessent die Kösener Spielzeug Vertriebs GmbH zunächst einen Preis von 250.000 € geboten hatte. Allerdings konnte beim Notartermin kein Bonitätsnachweis vorgelegt werden. Erst als der Versteigerungstermin unmittelbar bevorstand, kam es zum Verkauf zu einem Preis von 150.000 €. Über die Gründe die zur Aufhebung des Versteigerungstermins und dem deutlich niedrigeren Kaufpreis gegenüber dem Erstangebot gekommen war, wurden die Gläubiger nicht informiert.

 

  1. Aug. Übergabe des kommunalen Wohnungsbestandes (priv.)

Nach der Zahlung des Kaufpreises, und der Löschungsbewilligung der Geschäftsbanken übernahm die zur österreichischen Beteiligungsgesellschaft LEVEL-ONE gehörende Hoffmann AG alle 27 Mehrfamilienhäuser mit 403 Wohnungen.  Die GWG selbst war nun saniert,  aber ohne eigene Bestände. Damit war der eigentliche  Geschäftszweck entfallen und die Gesellschaft konnte planmäßig liquidiert werden.

Bereits vor dem Verkauf der Restbestände  hatte die GWG seit 1991 64 Altbauten auf Grund der Entscheidung des Amtes zur Regelung offener Vermögensfragen den Altbesitzern zurückgegeben und zwischen 1995 bis 2005 weitere 25 unsanierte Wohnhäuser an Privatpersonen verkauft.   

 

  1. Sep. „Die Schatten von Saaleck“ (NTB, Süddeutsche Zeitung).

In einem Beitrag von Günter Kowa vom 16. August im NTB wurde über das absehbare Aus der Saalecker Werkstätten berichtet, obwohl in den letzten Jahren die Pläne des Architekten Romswinkel-Dorsten 100 T€ vom Kultusministerium und 117 T€ von der Lottogesellschaft bereitgestellt wurden. Außerdem bewilligte das Arbeitsamt erhebliche Mittel für AB-Maßnahmen. All dies wäre bisher ordnungsgemäß verwendet worden, erklärte ein Vertreter des Ministeriums. 

Der Beitrag in der Süddeutschen Zeitung  kam vom gleichen Verfasser. Er bezeichnete den Stiftungsvorsitzenden Romswinkel als „Hobby Historiker“ mit einer verschwommenen Zielsetzung und warf dem Stiftungsrat mangelnde Kontrolle vor.

Inzwischen wurde über den Stifterverein der Saalecker Werkstätten die „Öko-Werkstatt an der Finne“ e. V. ein Insolvenzverfahren eröffnet und damit endete der „Versuch eines Umganges mit Paul Schultze-Naumburg in Saaleck nach 10 Jahren konzept- und argloser Kulturpolitik im Debakel“.

Allerdings gab es dann noch ein Nachspiel. Für das Architektenhaus wurden der Stiftung Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm für die Neueindeckung bewilligt. Obwohl die Stiftung keinerlei Eigenmittel hatte, wurde der Auftrag erteilt. Üblicherweise muss der Auftraggeber die Rechnung, immerhin 37.000 €, vorfinanzieren, erst danach erfolgte die Erstattung der bewilligten Fördermittel. Da dies nicht nachgewiesen wurde, lehnte die Bewilligungsbehörde (ALFF-Weißenfels) die Auszahlung der Fördermittel ab. Die ortsansässige Dachdeckerfirma blieb auf ihrer Forderung sitzen, klagte gegen die Stiftung und erreichte lediglich eine Zwangssicherungshypothek im Grundbuchblatt des Architektenhauses.

 

  1. Sep. Einweihung des Gefallenendenkmals des Krieges 1870/71 (priv.)

Damit war dann auch das letzte der vier Denkmale der Kösener Corpsstudenten saniert. Besondere Verdienste erwarb sich dabei der Beauftragte des VAC, der Münchener Christian Kahlenberg, Franconia Regensburg.

 

  1. Sep. Tag des offenen Denkmals (NTB)

Im Borlachschacht befand sich nun ein funktionierender Nachbau der historischen Kunstkreuze samt der  Kolbenpumpenanlage, womit die vertikale Förderung der Sole veranschaulicht wurde. Die Mittel kamen vom Gradierwerkförderverein. 

 

  1. Sep. Großbrand in der Saalemühle (NTB).

Das leerstehende fünfstöckige, massive Mühlengebäude brannte innerhalb kürzester Zeit mit weithin sichtbarer Flamme völlig nieder. Ein Übergreifen auf das angrenzende Wohnhaus konnte von den 70 Einsatzkräften der Wehren verhindert werden. Auch der 1905 errichtete Siloturm und das Turbinenhaus blieben unversehrt.

Die Fa. Kurth-Ost-West Wasserkraftanlagen Göttingen, die die 1990 abgewickelte Mühle von der Treuhand übernommen hatte, war lediglich an der Wasserkraft interessiert und stellte 1997 das Investitionsvorhaben vor. Das verursachte bei den Stadträten „Bauchschmerzen“ wie das NTB schrieb, denn die Stadt beabsichtigte den Ausbau der Mühle zum Innenstadtkomplex. Altbürgermeister Dr. Schache äußerte sich damals gegenüber der Zeitung „Was wird aus dem ehemaligen Produktionsgebäude? Wartet der jetzige Eigentümer auf die Abrißbirne?“.

Das hatte sich nun erledigt. Die Polizei ging wegen der Art und Weise sowie dem Ausmaß des Feuers von professioneller Brandstiftung aus. Der Pächter der Turbinen T. Mücke  sagte „Wer auch immer das Feuer gelegt hat, war ein Insider und kannte sich auf dem Gelände genauestens aus“. Später richtete sich der Verdacht gegen einen Angehörigen der FFW. Ihm konnten zwar andere Brandstiftungen nachgewiesen werden, allerdings nicht die der Mühle.

Das zerstörte Gebäude wurde dann auf Anordnung der Kreisverwaltung vom Eigentümer abgebrochen. 

 

  1. Sep. Erntedankfest zum 10. Jahrestag der Lazarus-Seniorenwohnanlage (priv.)

 

  1. Sep. Beschluss des Stadtrates (Kubi)

Das Büro InD- Dr. Klauser-Berlin stellte die Konzeption zur Umgestaltung des Therapiezentrums als Grundlage für einen Fördermittelantrag vor. Es beinhaltete Restrukturierung des neu gebauten Thermalbades unter Einbeziehung der beiden bisher nur noch eingeschränkt nutzbaren historischen Häuser und die Gestaltung des Außenbereiches (Parkplatz und Krümme). Am 17. Oktober wurde der Entwurf unter dem Arbeitstitel „Bad Kösen 2010-Reisziel Gesundheit“ beim Landesverwaltungsamt vorgestellt. Auf Anraten der Behörde wurde der Arbeitstitel in „Kurpromenade 2010“ geändert und nicht förderfähige Bereiche (Bad, Sauna, ambulante Physiotherapie) ausgegliedert.

Nach weiteren Gesprächen beim Landesverwaltungsamt und dem Wirtschaftsamt beim Landkreis sollte ein Förderantrag im Rahmen der GA Infrastruktur gestellt werden. Die Gesamtkosten wurden mit 7 Mio. € beziffert. Die Förderquote sollt analog wie für die Kneippanlage und die neue Solebohrung in Bad Schmiedeberg mindestens 80% betragen. Die  Eigenmittel sollten durch die Erhöhung der Kurtaxe bei den privaten Kliniken (bisher 0,89 €) auf das ortsübliche Niveau (1,50 €) aufgebracht werden. 

 

  1. Okt. Unfall auf dem Schrankenübergang in Lengefeld (NTB)

Ein Autofahrer hatte versucht, den wegen Umbau der Schrankenanlage voll gesperrten Bahnübergang zu überqueren, war aber im Gleisbett steckengeblieben. Der Fahrer verließ das Auto, das von einem Güterzug erfasst wurde. 

Nach Umrüstung auf elektronische Schranken wurden das Schrankenwärterhäuschen und das  Stellwerk in der Rudelsburgpromenade abgerissen.

 

  1. Nov. 5. Freiheitlicher Kongress“ des DS-Verlags der NPD im „Kurgarten (NTB)

Bis zu 250 Teilnehmer nahmen an dem „rundum gelungenen Kongress teil“. Inhaber Becker jun. erklärte, dass er die Veranstaltung abgesagt hätte, wenn es offensichtlich gewesen wäre, dass es sich um eine rechtsextremistische Veranstaltung handelt. Das Innenministerium wies die Vorwürfe, Becker sei zu spät vom Staatschutz darüber informiert worden, zurück.

Becker jun. war Präsidiumsmitglied der DEHOGA der bisherige Inhaber Becker sen. CDU Stadtrat und Mitglied im Kreistag, daher war die öffentliche Empörung heftig. Die Abgeordneten distanzierten sich und Stadtrat Dr. Schache (BKB) erklärte: „es ist höchste Zeit, daß die CDU-Fraktion ihrer Verantwortung bewusst wird und nicht durch Wegsehen solche Schäden  verursacht“. Allerdings stellte sich die CDU-Ortsgruppe vor Becker, weil er das Hotel seinem Sohn übertragen hatte. Das stieß wiederum im Kreisvorstand auf Mißbilligung.  Mitglieder der CDU Kreistagsfraktion verlangten den Austritt bzw. den Ausschluss von Becker sen. und der Landrat erklärte, dass er dem Hotelier 1000 €, notfalls auch aus der eignen Tasche, angeboten hatte, wenn der Kongreß abgesagt wird. Die Tourismus GmbH verlangte, dass J. Becker den Vorsitz des Aufsichtsrates abgibt, was dann auch erfolgte.

 

  1. Nov. Der VAC-Vorstand übergibt der Stadt ein Ölgemälde von Bismarck (NTB)

 

  1. Nov. Die Stadt verkauft das ehemalige Ärztehaus im Kurpark (priv.)

 

  1. Dez. Urteil des Verwaltungsgerichtes zur Auflösung der VG Bad Kösen (NTB)

Die  Zuordnung der Stadt zur VG Wethautal wurde zurückgenommen, die der Gemeinden Prießnitz, Leislau, Abtlöbnitz, Janisroda und Crölpa-Löbschütz dagegen bestätigt. Das lehnten die Bürgermeister von Crölpa- Löbschütz und Janisroda ab und erklärten, dass sie an einer Einheitsgemeinde mit der Stadt festhalten, käme das nicht zustande, wäre die Eingemeindung nach Naumburg denkbar. Die Stadt stand auf einem „Abstellgleis“ meinte Bürgermeister Emus und befürwortete die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit Naumburg.

 

  1. Dez. Ehrung für Hermann Gosewitz (NTB)
  2. Gosewitz war vor der Wende Lehrer an der POS Bad Kösen und betreute die Sportjugend Nach der Wende war er PDS-Stadtrat. Zwei Jahre nach seinem Tod hatte die PDS-Fraktion beantragt, den Weg von der Loreleypromenade zum Campingplatz nach ihm zu benennen. Die Mehrheit war dafür, andere fanden, das dies im Vergleich mit anderen Namensgebern, des „Guten zu viel“ sei.

 

2008

  1. Jan. Insolvenz der „Tourismus“ GmbH (NTB, priv.)

Bei einer Umsatzsteuersonderprüfung der Jahre 2002 bis 2005 hatte das Finanzamt Nachzahlungen in Höhe von 68.000 € geltend gemacht. Ein Antrag auf Aussetzung hatte das Finanzgericht abgelehnt. Damit belief sich der bilanzielle Fehlbetrag der Gesellschaft auf 53.000 € und der GF war verpflichtet, die Gesamtvollstreckung zu beantragen.

Das Stadtmarketing sollte nun wieder von der Stadt, die ohnehin die Mitarbeiter gestellt und die Miete der Geschäftsstelle finanziert hatte, übernommen werden.

 

  1. Feb. Gespräch im Wirtschaftsministerium zum „Mutigen Ritter“ (priv.)

Der Bürgermeister, ein Vorstandsmitglied des VAC (Kahlenberg) und der Leiter vom Wirtschaftsamt des BLK hatte sich an das Ministerium f. Wirtschaft und Arbeit gewandt, nachdem die GFin der Kösener Spielzeugmanufaktur mitgeteilt hatte, dass die Firma derzeit finanziell nicht in der Lage war, die Mittel für die Wiedereröffnung des Hotels, sowie die Einrichtung der „Gläserne Manufaktur“ aufzubringen und hatte die Beteiligten um Hilfe gebeten. Nach dem Gespräch erklärten die Vertreter des Ministeriums (Höfflin, Manthey), dass das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur grundsätzlich förderfähig ist. Weiterführende Gespräche sollten mit der Investitions- und Marketinggesellschaft geführt werden.

Im März kündigte der Unternehmenssprecher Dr. Schache an, dass  die „Gläserne Manufaktur“ im September eröffnet wird. Bis dahin sollten 1,9 Mio. € in das Hotel mit 60 Betten, Gastronomie Museum und Erlebnisbereich investiert werden „ob wir Fördermittel bekommen oder nicht“ erklärte Dr. Schache und kündigte auch die Einstellung von Personal für die Manufaktur an.

 

  1. Feb. Verkauf des Bahnhofs an Patron Volker S.a.r.l. Rue Adolphe, Luxemburg (priv.)

 

  1. Apr. 2. Gesundheitskongress der Kliniken der Lielje Gruppe (priv.)

 

  1. Juni Crölpa-Löbschütz beschließt die Eingemeindung nach Naumburg (NTB)

Damit umging die Gemeinde der zwangsweisen Zuordnung in die VG „Wethautal“  und handelte einen für sie vorteilhaften Eingemeindungsvertrag aus. Die Bildung einer Einheitsgemeinde Bad Kösen war Geschichte, zumal es mit den beiden übrigen Gemeinden Prießnitz und Janisroda nun keine gemeinsame Gemarkungsgrenze gab. Das Innenministerium sah für eine Eingemeindung nach Naumburg keine Alternative.

 

  1. Apr. „Promenade als neues Zentrum“ (NTB, priv).

Titelte die Zeitung und fuhr fort: „Der Gemeinderat hat einen historischen Beschluss gefasst“, und grünes Licht für ein Millionenvorhaben gegeben und dies „in einer für Bad Kösener Verhältnisse ungewohnten Harmonie.“ Gemeint war die Planung der „Kurpromenade 2010“, auf der Grundlage der mit dem LVWA und dem LB Bau abgestimmten Konzeption.

Zuvor hatte das Landesverwaltungsamt noch unmissverständlich darauf hingewiesen, dass derzeit alle Städte mit einem unausgeglichenen Haushalt keine Förderung im Rahmen der GA Infrastruktur erhalten. Lediglich wenn nachgewiesen werden kann, dass andere Fördermöglichkeiten (Städtebauförderung, Stadtumbau, etc) und der Eigenmittelanteil vorhanden sind, kann die Kommunalaufsicht eine Genehmigung erteilen. Nachbemerkung des Bürgermeisters „Es wäre wohl für alle besser, dass dieses Land die Selbstauflösung beschließen würde“. .

 

  1. Juni 10 Jahre ambulante Physiotherapie und Funktionstraining im Solethermalbad (NTB)

Allein 7 Physiotherapeuten sorgten für das Wohl der Patienten, dazu kamen Empfangsdamen Haustechniker und Gradierwerker insgesamt 20 Beschäftigte der Kurbetriebsgesellschaft. .

 

  1. Juli Bürgermeisterwahl (priv.)

Neben dem bisherigen Amtsinhaber C. Emus (BKB) kandidierten J. Kreisel (CDU) und die parteilosen M. Kirschner und G. Förster.  Emus,  von der SPD unterstützt, plädierte für die „kommunale Eigenständigkeit und Selbstbestimmung“. Die Wahlbeteiligung lag  bei 45 %. Zwischen C. Emus und G. Förster kam es am 20. 07. dann zur Stichwahl. Dabei unterlag der bisherige Amtsinhaber mit 48,4 % denkbar knapp dem parteilosen G. Förster, der  bei der Stichwahl von CDU und Linke unterstützt wurde.

Der 61jährige Förster betrieb seit 1990 eine Spedition und einen Weinhandel. Davor war er u. a. als SED-Parteisekretär des kreisgeleiteten Gesundheitswesens und Ortsparteisekretär.  Nach seiner Wahl plädierte er für die Eingemeindung in der vom Gesetzgeber vorgegebenen freiwilligen Phase und kündigte an, dass es im kommenden Jahr wieder ein Park- und Lichterfest geben würde. In diesem Jahr fiel es aus, weil die Kliniken der Lielje-Gruppe die bisherige finanzielle und personelle Unterstützung eingestellt hatten.

 

  1. Juli. Verkauf der Eckartsbergaer Straße 6 an K. Sadek, Dubai VAR (priv.)

 

  1. Sep. Zwangsversteigerungstermin für den Dr. Rosenberger-Weg 9 (AG 6K 83/07, NTB)

Für das Mindestgebot von 269 T€ sollte das „große, repräsentative Einfamilienhaus“ des Ehepaars Lewering versteigert werden. Nach dem Verfahren wegen Steuerhinterziehung, das mit einer Geldstrafe geahndet wurde, hatte das Finanzamt die Nachzahlungen der Grundsteuern gefordert. Dem war man nicht nachgekommen, so dass das Finanzamt die Zwangsversteigerung betrieb.  Im NTB wurde auf die „offensichtliche Armut“ des ehemaligen SPD-MdB hingewiesen, der weder beim Tennisverein Bad Kösen, dem Förderverein Kloster Memleben (aber auch beim Gradierwerkförderverein) die Mitgliedsbeiträge nicht zahlen konnte.

 

  1. Sep. Das Blumenhaus Möller begeht das 160jährige Bestehen. (NTB)

 

  1. Okt. Beschlussfassung zum Bürgerentscheid über die Eingemeindung (priv.)

Am 11. Januar sollte über den Vorschlag a.) Stimmen sie einer Eingemeindung (.) zu den ausgehandelten Bedingungen zu? bzw. den Vorschlag b.) Stimmen sie einer Eingemeindung (.) nur zu, wenn das Landesverfassungsgericht die Gebietsreform in Sachsen-Anhalt bei dem laufenden Verfahren bestätigt? Abgestimmt werden.

Wegen der konfusen Formulierung und der Nichteinhaltung der vorgeschriebenen  Veröffentlichungsfrist, intervenierte die Kommunalaufsicht. Der Beschluss wurde aufgehoben und die Wiedervorlage sollte zur nächsten Ratssitzung anberaumt. Damit war absehbar, dass der Termin für die im Juni 2009 stattfindenden landesweiten Gemeinderatswahlen nicht zu halten war.

 

  1. Nov. „Ein Spaziergang durch Bad Kösen“ Ausstellung zu 140 Jahre Stadtrecht (priv.)

Museum und Kurbetrieb gestalteten gemeinsam diese Ausstellung. Markantes Ausstellungsstück war eine isometrische Ansicht der  Stadt in den Jahren 1859 und 2007 des  Graphikers Jürgen Pretzsch-Erfurt (1949-2014).

 

  1. Nov. Amtsübergabe im Rathaus (NTB)

Nach 2 Wahlperioden übergab Chr. Emus (Jg. 1955) das Dienstsiegel. Da er von seinem   Amtsvorgänger 1994 von seiner vorherigen Funktion als Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft lediglich beurlaubt wurde, hatte er rechtlichen Anspruch auf das frühere Anstellungsverhältnis. Allerdings wären ihm bei Wiederaufnahme seine Versorgungsansprüche  aus den beiden Wahlperioden verloren gegangen, die ihm als Leiter einer VG lt. TÖV in ansehnlicher Höhe bis zum Erreichen des Rentenalters zustanden. Da die Bestände der GWG inzwischen verkauft waren und der Verwaltungsvertrag mit der HOAG 2010 auslief, beschloss die Gesellschafterversammlung die Liquidation der Gesellschaft und die Bestellung von Chr. Emus zum Liquidator. Die Vergütung wurde so gewählt, dass er die Versorgungsansprüche nicht verlor. „Emus auch weiter gut abgesichert“ schrieb das NTB.

 

  1. Nov. Arbeitstreffen zur Gebietsreform (NTB)

Im Naumburger Rathaus stellte Innenminister Hövelmann, im Beisein des Landrats dem Bürgermeister und den anwesenden Fraktionsvorsitzenden von Naumburg finanzielle Hilfen und Bad Kösen eine Teilentschuldung in Aussicht, wenn sich die beiden Städte über eine Eingemeindung verständigten. Andernfalls bliebe nur eine Zwangseingemeindung, womit das Hauptargument der Gegner der Eingemeindung hinfällig war. 

 

  1. Nov. Das Stadion am Gradierwerk erhält wieder den Namen „Anton Zinner“.

1990 wurde der Name „Anton Zimmer Stadion“ durch Beschluss des Runden Tischs aufgehoben. Nun erinnerte man sich wieder, dass man die Verdienste des ehemaligen DDR Bürgermeister beim  Aufbau vom Tierpark und dem Schwimmbad würdigen sollte. 

 

  1. Nov. Kulturabend im Pfarrhaus (priv.)

In der Gesprächsrunden referierte Dr. Schache zum Thema „Reichtum – Wer hat ihn?“

 

  1. Nov. Prüfbericht zum Förderantrag „Kurpromenade 2010“ (priv.)

Der Schuldenstand der Stadt betrug zum Jahresende 22,5 Mio. € (4.200 €/Einwohner). Außerdem wurde seit 1998 der Schuldendienst für die Kreditverbindlichkeiten des „Mutigen Ritters“ durch Landeszuweisungen finanziert und darüber hinaus die Rückzahlung für ein Darlehen über 7 Mio. € seit 2001 gestundet. Unter diesen Umstände wurde die Aufnahme eines Darlehens für die Eigenmittel  (20%, d.s. 1,4 Mio. €) von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt. Allerdings war eine Generalsanierung des Therapiebereiches wegen des offensichtlichen Verschleißgrades nach fast 20 Jahren intensiver Nutzung unumgänglich.

 

2009

 

  1. Jan. Zeitungsinterview mit Bürgermeister Förster (NTB)

Für ihn war die Eingemeindung unvermeidlich, auch im Hinblick auf die Probleme im  Kurbetrieb, dem Stadtmarketing und des Schulstandortes Erstmals sollte ein Frühjahrsputz (früher Subbotnik) genannt, stattfinden.

 

  1. Mär. 7. Entwurf des Gebietsänderungsvertrages (Kurstadt Kurier Jg. 17)

Die Veröffentlichung der aktuellen Fassung des Vertrages zur Eingemeindung erfolgte im Amtsblatt. Wichtigster Punkt war der § 9, Erhaltung bestehender Einrichtungen. Darin verpflichtete sich die Stadt Naumburg zum Erhalt der Kindertagesstätten, Spielplätzen, von Kurbetrieb, Salinentechnik, Museum, Tierpark, den Burgen, Motorbootverkehr, Fähre und Campingplatz soweit dafür Bedarf besteht bzw. die Kosten vertretbar sind.

 

  1. Mär. Einführung von Pfarrer Andrè Wiethölter (Wikipedia)

 

  1. Apr. Einwohnerversammlung in der Saale Reha Klinik (NTB).

Die Eigenständigkeit der Stadt wurde vom Innenminister als nicht diskutierbar abgewiesen. Seine Behauptung, dass nur im Zuge einer freiwilligen Eingemeindung eine Entschuldung der Stadt erfolgen würde, war irreführend, denn auch bei einer Zwangseingemeindung hätte eine Entschuldung erfolgen müssen. Völlig unverständlich war seine Äußerung, dass sich die Bürger letztendlich darüber ja nicht beschweren können, denn schließlich hätten sie im Überschwang der Nachwendzeit alle Vorteile genutzt, viele hätten davon profitiert und keinen Gedanken an die zukünftigen Belastungen verschwendet. Weitere Einwohnerversammlungen fanden in den Ortsteilen  Punschrau, Hassenhausen, Tultewitz, Kleinheringen und Saaleck statt.

 

  1. Apr. Bürgerentscheid zur Eingemeindung (NTB).

68 % waren für die Eingemeindung, allerdings lag die Wahlbeteiligung lediglich bei 33 Prozent.

 

  1. Mai Sitzung des Gemeinderates zum Gebietsänderungsvertrag (NTB)

Weil es lediglich ein Entwurf war und außerdem die Stellungnahme der Kommunalaufsicht fehlte, widersprachen die Fraktionen von BKB, FDP und SPD. Letztlich wurde dann namentlich abgestimmt. Dabei votierten 12 Räte für und 7 Räte gegen, bei einer Enthaltung für den vorliegenden 7. Entwurf  des Eingemeindungsvertrages.

 

  1. Mai „Giganten der Blasmusik“ im Festzelt auf der Krümme (priv.)

Obwohl sieben Spitzenkapellen auftraten, war das Publikumsinteresse gering und der Veranstalter verzichtete auf zukünftige Konzerte.

 

  1. Juni Beitrag in der „Frankfurter Allgemeinen“ am Vorabend der Gemeinderatswahl (priv.)

 

  1. Juni Sitzung des Gemeinderates zum Gebietsänderungsvertrag (NTB)

Nun wurde über die 8. Und endgültige Fassung abgestimmt, die mit den Stimmen der CDU, SPD und der Linken gegen die Stimmen von BKB und FDP beschlossen wurde. Dabei erklärte Förster, dass das Innenministerium bisher keine schriftliche Stellungnahme abgegeben habe,  aber mündlich Einverständnis in allen Punkten signalisiert wurde.  

 

  1. Juni Gemeinderatswahl (Kurstadt-Kurier)

Die Absicht, an diesem Tag einen Gemeinderat zusammen mit Naumburg zu wählen, war wegen der verspäteten Bürgeranhörung nicht möglich. Daher wurde ein regulärer Gemeinderat für die kommenden 4 Jahre gewählt, der nach der Eingemeindung ab 01.01.2010 als Ortschaftsrat weiter bestand. Allerdings kam damit kein gewählter Vertreter in den Naumburger Gemeinderat.

Von 4.553 Wahlberechtigten wählten lediglich 38,5 %. Dabei entfielen auf die  CDU 6 Sitze, die BKB 5, die LINKE 3, FDP und SPD jeweils zwei sowie die NPD und eine Einzelkandidatin jeweils 1 Sitz.

 

  1. Juni Sondersitzung des Gemeinderates (NTB)

Dabei erklärte der Bürgermeister, er habe auf der Sitzung am 5. Juni eine „Falschaussage“ getroffen, denn die Stellungnahme des Innenministeriums lag bereits im April vor, mit der Auflage einige wesentliche Punkte zu ändern. Trotzdem hatte er über die nicht genehmigungsfähige Fassung abstimmen lassen, weshalb ihm die BKB als Lügner bezeichnete.

 

  1. Juni Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages in Schulpforte (NTB).

Unmittelbar vor Ablauf der Frist für einen freiwilligen Zusammenschluss setzten die Stadtoberhäupter ihre Unterschrift unter den Vertrag.

 

  1. Juli 90 Jahre Bad Kösener Fußballverein (priv.)

 

  1. Aug. Schreiben des Bürgermeisters Förster an den MP Prof. Böhmer (priv.)

Dabei ging es um die Einhaltung der Zusagen für den Fall der freiwilligen Eingemeindung.   „Die Finanzsituation und der permanente Niedergang der Kurstadt Bad Kösen (.) zwingen mich, diesen Appell an Sie zu richten (.) Ich bitte Sie, Bad Kösen muß trotz aller großen Leistungen des Landes in den vergangenen Jahren, nochmals und unbedingt  (.) geholfen werden“. Dabei ging es in erster Linie um die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos, die Sanierung der Schulen und die „Kurpromenade“.

 

  1. Aug. Großfeuer in den Saalbergen (NTB)

Auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Landesweingutes, inzwischen in Privatbesitz, stand die Lagerhalle in Vollbrand. In der Halle waren mehrere Campinganhänger und Caravans untergestellt, weshalb der Gesamtschaden auf 1,3 Mio. € beziffert wurde. Art und Weise der Ausbreitung ließen hier wie an der Mühle auf Brandstiftung schließen.

 

  1. Aug. Ausstrahlung der Sendung „Hauptsache Gesund“ im MDR (priv.)

 

  1. Aug. Bericht über das AWO-Kinderheim in der R.-Breitscheid-Str. 3(NTB)

Die Stadt hatte das Anwesen dem AWO-Kreisverband in Erbpacht gegeben. Neben dem Kinderheim bestand hier auch das Kinderhaus „Pusteblume“. Wegen der Differenzen mit der Geschäftsführung hatte sich ein Förderverein gegründet, der das Kinderhaus in der ehemaligen ZV-Ost in der Eckartsbergaer Str. 3 unterbringen wollte. Das Kinderheim wurde inzwischen von einem Tochterunternehmen der AWO (Phönix gGmbH) betrieben. Gegen deren GFin R. Schröder, bis 2006 selbst Chefin des Kreisverbandes der AWO, klagte der Kreisverband. Da der Erbpachtvertrag mit der AWO und nicht  mit Phönix abgeschlossen war, verlangte die Stadt die Räumung des Kinderheims wegen unrechtmäßiger Nutzung.

 

  1. Sep. 17. Park- und Lichterfest (NTB)

Nach dem Ausfall der Kliniken als Mitveranstalter hatte der Bürgermeister mit einem privaten Veranstalter einen Dreijahresvertrag über die Ausrichtung des Festes abgeschlossen. Beibehalten wurden die bisherigen Höhepunkte ((Lasershow und Musikfeuerwerk) neu war ein Festzelt um witterungsunabhängig zu sein. Allerdings zeigte es sich, dass sich ohne das bisherige Sponsoring der Kliniken, keine Kostendeckung erzielt wurde und der Veranstalter nach zwei weiteren Versuchen aufgab.

 

  1. Sep. Beschluss des AG Halle zur Vergütung des Insolvenzverwalters (59 IN 31/05)

Bewilligt wurden insgesamt 89,9 T€ aus der Insolvenzmasse der „Mutigen Ritter“ GmbH, soweit die liquiden Mittel vorhanden waren.

 

  1. Sep. Insolvenz der Hofmann AG Berlin (36h IN 4007/09)

Als Folge der Finanzkrise brach das Immobilienunternehmen zusammen. Daraufhin kündigte der Insolvenzverwalter den bis 2010 laufende Verwaltungsvertrag mit der GWG i. L. und beauftragte die Fa. Hermes Hausverwaltung AG. 

 

  1. Okt. Zuwendungsbescheid für den Gradierwerkförderverein.(NTB)

Die Lotto-Toto Gesellschaft übergab einen Scheck in Höhe von 10.500 € zur Einrichtung der „Salzwerkstatt“ im OG vom Borlachschacht. Die kleine Ausstellung widmete sich dem Thema Salz und Salzgewinnung.

 

  1. Nov. Mitteilung über den Instandsetzungsbedarf des Thermalbades (priv.)

Das Gesundheitsamt hatte die weitere Verwendung von Brunnenwasser wegen zu hoher Nitratwerte untersagt. Um dem nachzukommen und weiterhin das preisgünstige Brunnenwasser für das Thermalbecken zu nutzen, brauchte man eine Entnitratisierungsanlage. Außerdem sollten nach 20 Jahren Dauerbetrieb sämtliche Heizungspumpen und Lüftungsmotoren ausgewechselt werden. Dazu zeigten sich erhebliche Verschleißerscheinungen an den Fliesen im Solebecken.

 

  1. Dez. Die Drogerie in der Lindenstraße schließt nach 114 Jahren (NTB)

Die einstige Germania-Drogerie hatte bisher alle Zeitenläufe überstanden. In den 1950er übergab Ottomar Becker das Geschäft an Seeber, von dem es dann die Familie Stiller übernahm. Letzte Inhaberin war J. Stieg.

 

  1. Dez. Bad Kösen verliert nach 141 Jahren die kommunale Eigenständigkeit.

Kösen war nun ein Ortsteil der Kreisstadt, zusammen mit den Ortsteilen Hassenhausen, Punschrau, Fränkenau, Schulpforte, Kukulau, Tultewitz, Rödigen, Kleinheringen, Lengefeld, Saaleck und Stendorf. Das im Juni neu gewählte Stadtparlament war Ortschaftsrat mit beratender Stimme. Dem Bürgermeister Förster, der als Wahlbeamter Anspruch auf Weiterbeschäftigung während seiner Wahlperiode hatte, wurde unter Beibehaltung seiner bisherigen Bezüge der Fachbereich Kultur und Bildung übertragen. Gleichzeitig war er  Stellvertreter des OB und Ortsbürgermeister mit entsprechender Aufwandsentschädigung.

Das Rathaus wurde bis auf ein Bürgerbüro geräumt, alle Verwaltungsangestellten, die Mitarbeiter des Bauhofes, der Feuerwehr und der Stadtinformation wurden übernommen.